Archiv der Kategorie: Humanismus

Self/less: New Sci-Fi Thriller Looks To Indefinite Life Extension via Mind Uploading

What if you could upload your mind into a new brain, connected to a brand new body? Would you do it? In a new upcoming sci-fi film, Self/less, starring Ben Kingsley and Ryan Reynolds, one man sets himself to defeat his own inevitable death due to cancer by partaking in a mind uploading procedure.


By B.J. Murphy|SERIOUS WONDER

The only problem is that, with his new mind comes new memories, of which places him in a dangerous situation that is spinning out of control.

I, for one, wished a sci-fi film going into both indefinite life extension and mind uploading would carry on a more optimistic viewpoint, but in terms of dystopian sci-fi thrillers, Self/less looks very interesting and will definitely be entertaining to watch. It’s clear that topics like indefinite life extension and mind uploading are growing in acceptance, due to a growing interest in them among mainstream film producers.

CDU-Politiker warnen vor Zuwanderung “in unser Sozialsystem”

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Rhizinus? (CC-by-nc-sa/3.0/de by Pantoffelpunk)

Aufgrund einer EU-Regelung könnten Einwanderer möglicherweise schon früher als nach einem Jahr Anspruch auf Hartz IV haben. CDU-Politiker sehen darin einen “Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem”.


evangelisch.de

CDU-Politiker warnen davor, dass großzügigere Hartz-IV-Leistungen in Deutschland für EU-Bürger Anreize zur Einwanderung schaffen. “Die hohen Sozialleistungen in Deutschland sind schon heute ein Anreiz für Zuwanderung in unser Sozialsystem. Dieser Anreiz darf nicht noch größer werden”, sagte Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, der “Bild”-Zeitung (Samstagsausgabe).

Stetten reagierte auf ein Gutachten des EU-Generalanwalts Melchior Wathelet, wonach Deutschland die Vergabe von Hartz-IV-Leistungen an arbeitsuchende EU-Zuwanderer großzügiger regeln muss. Das Gutachten könnte wegweisend für ein anstehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes sein. Demnach solle es eine Einzelfallprüfung geben, wenn jemand länger als drei Monate im Land ist und während dieser Zeit schon gearbeitet habe. Bislang gilt in Deutschland für den dauerhaften Hartz-IV-Bezug eine Mindestgrenze von einem Jahr Beschäftigung (AZ: C-67/14).

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The Deep Web Suicide Site

Image: Motherboard.vice.com

The deep web is not just a place for drugs and criminals. It hosts whistleblower platforms, Chinese netizens circumventing the country’s censorship Great Firewall, and a lot of other perfectly legal websites—heck, even Facebook is ​on it

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai|MOTHERBOARD

There’s also a new website that’s on the edge between legality and illegality, between empathy and what some would see as sinfulness: a forum to discuss anything related to suicide, from suicidal thoughts and fantasies, to actual methods of killing oneself.

It’s called Sanctioned Suicide, and its professed ethos is to give anyone a safe and completely anonymous haven to talk about their darkest thoughts.

“It is a place for people to find help and a place to vent,” Apollo, the pseudonymous founder of the site, told Motherboard, “as well as a place to find a suitable way of choosing to end their own lives, if that is their desire.”​

Suicide is a taboo in our society, but it’s also a tragic reality. In 2013, there were more than 41,000 reported deaths by suicide in the United States, making it the 10th leading cause of death in the country, according to the Centers​ for Disease Control and Prevention.

Leading suicide prevention organizations see it as a health crisis.

“While suicide is a leading cause of death, it is preventable. As a nation, we have a mental health crisis,” read a statem​ent from the American Foundation for Suicide Prevention last year. “To reverse the trend of suicide increasing, we need to invest in research, education, and support policy that helps people with mental disorders get the help they need.”

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Über die Schwierigkeit, Ethik naturwissenschaftlich zu begründen

Gemälde «Moses und die Zehn Gebote» von Philippe de Champaigne (1648). Foto: Wikimedia

In diesem Blog wurde die Religion als Basis für eine Ethik schon oft kritisiert. Dabei haben diese Kritiken unterschiedliche Stossrichtungen: dass Religion zwar eine Ethik biete, diese aber selber ethisch fragwürdig sei; dass sich religiöse Personen nicht an die eigene Ethik hielten; oder dass, weil Religion erkenntnismässig unhaltbar sei, auch jede darauf basierende Ethik zwangsläufig unhaltbar sein müsse.


Von Marcel Mertz|Hugo Stamm-Blog

Diese dritte Kritik soll im Folgenden der Ausgangspunkt dieser Abhandlung darstellen. Als Alternative zu einer religiösen Ethik wird im Blog oft ein Naturalismus angeboten: die Auffassung, dass es nur natürliche, keine übernatürlichen Dinge gibt (sog. ontologische Annahme), dass vor allem die Naturwissenschaften, wenigstens die empirischen Wissenschaften, diejenigen Instanzen sind, die bestimmen können, was es wie gibt (sog. erkenntnistheoretische Annahme) und dass es einen gangbaren Weg von empirischer Erkenntnis zu normativer Begründung gibt – also der Begründung von dem, was wir tun sollen, woran wir uns halten oder orientieren sollen usw. (sog. methodologische Annahme).

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Vorsitzende des Ethikrats warnt vor Überregulierung der Sterbehilfe

Bild: Deutscher Ethikrat

Bild: Deutscher Ethikrat

Woopen: In Gewissensentscheidung weder gesetzlich noch standesrechtlich eingreifen


Cicero

Die Entscheidung über ärztlich assistierten Suizid soll nach Ansicht der Vorsitzenden des Ethikrats, Christiane Woopen, dem behandelnden Mediziner überlassen werden. „Nicht nur der Gesetzgeber sollte sich zurückhalten, auch die ärztliche Berufsordnung“, sagte sie dem Magazin Cicero (Aprilausgabe). „Eine Gewissensentscheidung sollte weder per Gesetz reguliert noch standesrechtlich verboten, sondern einfach nur akzeptiert werden.“

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Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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US-Preis für Meinungsfreiheit an “Charlie Hebdo”-Redaktion

charlie_hebdo_2Die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt, hieß es von der Direktorin des Schriftstellerverbandes PEN.


Die Presse

Die US-Sektion des Schriftstellerverbandes PEN zeichnet die französische Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” mit einem Preis für Meinungsfreiheit aus. Der Essayist und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret werde die Auszeichnung bei einer Gala am 5. Mai in New York stellvertretend für die Redaktion annehmen, teilte das PEN American Center am Mittwoch mit.

PEN-Direktorin Suzanne Nossel erklärte, die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt.

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“Beautiful Mind” John Nash erhält Abelpreis

John Forbes Nash, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Bekannt wurde er der Öffentlichkeit durch den Film “A Beautiful Mind”, nun erhält Nash gemeinsam mit Louis Nirenberg einen der prestigeträchtigsten Mathematikpreise.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Die Mathematiker John Forbes Nash von der Princeton University und Louis Nirenberg vom Courant Institute of Mathematical Sciences der New York University werden in diesem Jahr mit dem Abelpreis geehrt. Das gab jetzt die Norwegische Akademie der Wissenschaften bekannt. Die prestigeträchtige Auszeichnung – mitunter auch als der “Mathematik-Nobelpreis” bezeichnet – ist mit rund 700 000 Euro dotiert und gilt neben der Fields-Medaille als höchste Auszeichnung im Bereich der Mathematik.

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CNN Thinks Atheists Are the Devil

Photo Illustration by Emil Lendof/The Daily Beast

The network aired a program about nonbelievers that wrongly suggested they not only are a unified group, but the most hated one in the country.


By Vlad Chituc|The Daily Beast

Tuesday night, CNN’s Kyra Phillips spent an hour looking at atheists in America. She followed a nonreligious student at the University of North Georgia who had friction with his religious parents, and she interviewed Richard Dawkins (who seems to be softening with age, if only slightly). Phillips visited a pastor who left his church to start an atheist congregation, and she spoke to another pastor who had lost his faith but still preached every Sunday—he had “a very dark secret,” Phillips narrated with melodrama: “He’s an atheist.”

Accordingly, the preacher’s face was blacked out and his voice masked.

One couldn’t help walking away from the program with the sense that atheists are a roughly unified group. They might have a lot of different labels, but they’re alike in what matters. Phillips spoke with Greg Epstein, a humanist chaplain at Harvard and author of the New York Times bestselling book, Good Without God, and when she asked him about all the different labels nonbelievers tend to use—atheists, humanists, agnostics, skeptics, freethinkers, and so on—Epstein replied, “It’s all one community.” Epstein and I tend to ideologically align more so than not, but here we disagree.

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Wissenschaft: Künstliche Hand mit Feingefühl

Ingenieurin Filomena Simone mit dem Prototyp der künstlichen Hand mit Muskeln aus Formgedächtnis-Draht. © Oliver Dietze

Nach dem Vorbild der Natur: Intelligente Drähte als Muskeln verleihen einer künstlichen Hand ein außerordentliches Feingefühl. Mit der von deutschen Ingenieuren entwickelten Technik sollen sowohl flexible und leichte Roboterhände als auch neuartige Prothesen möglich sein. Da die sogenannten Formgedächtnis-Drähte auch selbst wie Sensoren funktionieren, kann die künstliche Hand äußerst präzise Bewegungen ausführen.


scinexx

Die menschliche Hand ist das perfekte Werkzeug: Sie ist außerordentlich beweglich, vielseitig und anpassungsfähig. Das vollkommene Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Sehnen, Knochen und Nerven weckt unter Wissenschaftlern seit langem den Wunsch, ein flexibles Werkzeug nach diesem Vorbild zu schaffen. Künstliche Hände, wie etwa die von Robotern in Fertigungsstraßen, benötigen aber derzeit noch viel Technik im Hintergrung: Sie sind abhängig von Gerätschaften wie Elektromotoren oder Druckluft, sie sind oft schwer, laut und teuer. Außerdem sind sie oft vergleichsweise unflexibel, nur auf wenige Bewegungsabläufe zugeschnitten.

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Infolge einer Abtreibung stirbt alle elf Minuten eine Frau

Jedes Jahr sterben 47.000 Frauen weltweit an den Folgen einer Abtreibung. Das ergibt im Schnitt alle elf Minuten ein ausgelöschtes Leben. Dabei wären fast alle diese Tode vermeidbar.


Von Kathrin Witsch|Huffington Post

Diese Schätzung hat das “Guttmacher Institute” veröffentlicht, eine Non-Profit-Organisation, deren Daten auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet werden. Demnach gab es 2008 (das sind die neuesten verfügbaren Angaben) etwa 44 Millionen Abtreibungen weltweit, die meisten davon in Entwicklungsländern.

Abtreibung als Straftat

Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung. Fast alle Industrieländer haben zwischen 1950 und 1985 aus Gründen der Menschenrechte und Sicherheit ihre Abtreibungsgesetze liberalisiert. Da wirkt umso tragischer, dass die meisten Frauen nach einer Abtreibung in jenen Ländern sterben, wo es aufgrund der strikten Gesetzeslage keine andere Möglichkeit als eine illegale Abtreibung gibt, in Brasilien, Afghanistan, Chile und Nigeria etwa.

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„Pornos in der Schule gehen gar nicht“

Pornos in der Schule zu zeigen, ist in Deutschland strafbar Foto: Chepko Danil Chepko@yandex.ru

Schüler sollten im Unterricht Pornos schauen, empfiehlt ein dänischer Sexualwissenschaftler. Im deutschen Sexualkundeunterricht gibt es zwar Doktorspielchen, aber Pornos sind strafbar.


pro Medienmagazin

Ein Großteil der Teenager hat schon einmal pornografische Darstellungen auf Bildern und in Filmen gesehen. Warum also nicht Pornos in der Schule anschauen und sie so zu „kritischen Konsumenten“ erziehen? Das jedenfalls ist der Vorschlag des dänischen Sexualwissenschaftlers Christian Graugaard von der Universität Aalborg. Schüler sollten auf diese Weise lernen, wie sich die echte Sexualität von den unrealistischen Erwartungen in harten Pornos unterscheide, meldete die dänische Zeitung The Local. Schüler sollten lernen, dass ihr Sexleben nichts mit dem zu tun habe, was sie in Pornos sehen. Würden die Jugendlichen versuchen, das nachzumachen, könnte dies zu großen Enttäuschungen führen, begründet Graugaard seinen Vorschlag.

„Pornos in der Schule, das geht gar nicht“, sagte Birgit Braml von der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten zu pro. Es ist rechtlich nicht erlaubt, Minderjährigen pornografische Inhalte zu zeigen, erklärte sie. „Das entspricht nicht den Regeln des Jugendmedienschutzes.“ Zudem führe es auch aus pädagogischer Sicht nicht zum Ziel. „Ich kann nicht Kinder mit Pornografie konfrontieren und sie hinterher fragen, wie es ihnen geht. Das kann sie verstören oder sogar traumatisieren.“

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Seit 1980 wurden über tausend katholische Missionare getötet

Pappa B16: Wachsam gegenüber den Missbrauch von Religion2014 kamen nachweislich mindestens 26 kirchliche Mitarbeiter gewaltsam um das Leben (nur bestätigte Fälle wurden berücksichtigt): 17 Priester, 1 Ordensmann, 6 Ordensschwestern, 1 Laie.


kath.net

Allein im vergangenen Jahr (2014) kamen 26 kirchliche Mitarbeiter ums Leben: 17 Priester, 1 Ordensmann, 6 Ordensschwestern, 1 Laie. Dabei sind solche Fälle nicht berücksichtigt, die bisher nicht bestätigt wurden. In den Jahren von 2001-2014 wurden 343 Missionare ermordet. Wie aus den Statistiken des Fidesdienstes hervorgeht, wurden in Jahren von 1980-1989 115 Missionare ermordet. In der Zeit von 1990-2000 kamen 604 Missionare gewaltsam ums Leben. Diese Zeitspanne beinhaltet auch die Opfer des Genozids in Ruanda (1994), bei dem 248 kirchliche Mitarbeiter ums Leben kamen.

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Liberalismus ist Humanismus

Bild. The European/Gemeinfrei

Der Liberalismus ist die einzige politische Philosophie, die den individuellen Bedürfnissen des Menschen entspricht. Der Liberalismus will die freie Entfaltung des Menschen: Liberalismus ist daher auch Humanismus.


Von Hasso Mansfeld|The European

Die heute so selbstverständlichen Errungenschaften der Aufklärung sind vor allem Errungenschaften des Liberalismus. Das liberale Bürgertum hat die Willkürherrschaft des Absolutismus überwunden und so die Grundlagen einer modernen, freien Gesellschaft gelegt. Die rigorose Trennung von Kirche und Staat, die Entwicklung eines für jeden zugänglichen Bildungssystems, und die Durchsetzung eines gesunden Egoismus, der es dem Menschen erst erlaubt, frei von Gängelung, selbstbewusst „Ich“ zu sagen, wurden von Liberalen erkämpft. Der Verfassungsstaat und die freie Marktwirtschaft sind Ergebnisse liberalen Denkens und Handelns.

Der Liberalismus vertraut dem Individuum

Liberalismus ist konkret, nicht abstrakt. Seine Grundsätze erschließen sich jedem. Ausgehend von der Kant’schen Erkenntniskritik, die es verbietet, moralisch Bindendes aus Transzendentalem oder aus Tradition abzuleiten, macht Liberalismus den einzelnen Menschen zum Maß aller Dinge: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

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Riad Sattouf: Der Araber, der für “Charlie Hebdo” zeichnete

Und alle möchten ihn knuddeln, was auch eine subtile Form des Terrors ist: Riad Sattouf Foto: Knaus Verlag

Riad Sattouf ist in Frankreich ein Star. Sein Comic “Der Araber von morgen” ist dort bereits vor dem Anschlag vom 7. Januar erschienen. Es zeichnet das Bild einer gnadenlos rückständigen Gesellschaft.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Ich möchte niemand zu nahe treten, keinen verletzen und auch nicht generalisieren, wenn ich behaupte, dass Kritik und vor allem Selbstkritik nicht zu den wesentlichen Tugenden der arabisch-islamischen Kultur gehören. Muslime scheinen, wie ihre Reaktionen auf “islamkritische” Texte und Karikaturen zeigen, eher zum Beleidigtsein zu neigen als Angehörige anderer Kulturen und Konfessionen.

An allem, was in der arabisch-islamischen Welt schiefläuft – Armut, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit –, sind immer die anderen schuld, der Kolonialismus, der Kapitalismus, der Zionismus – und nie diejenigen, die in diesen Ländern das Sagen haben.

Natürlich gibt es auch kritische und selbstkritische Nach- und Vordenker, die im Zeichen des Halbmonds aufgewachsen sind. Ayaan Hirsi Ali und Salman Rushdie, Ibn Warraq und Najem Wali, Taslima Nasrin und Hamed Abdel-Samad, der über sich selbst sagt, er sei “vom Glauben zum Wissen konvertiert”. Aber sie leben und arbeiten alle im Exil.

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Utah: Von der “sauberen” Giftspritze zurück zum blutigen Erschießungskommando

Im Bundesstaat kann wieder die Todesstrafe durch Erschießen vollzogen werden, sie gilt als weniger grausam als die Giftspritze und andere Hinrichtungsarten
Die Supermacht, die weiterhin darauf besteht, dass die Todesstrafe als Abschreckung praktiziert wird, hat bekanntlich Schwierigkeiten, die Todeskandidaten auf “humane” Weise ums Leben zu bringen. Seit den 1980er Jahren ist die Todesgiftspritze die häufigste Hinrichtungsart in den 32 Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe nach der Abschaffung wieder eingeführt wurde. Aber nachdem die EU 2011 Sondergenehmigungen für den Export entsprechender chemischer Substanzen verlangt, um zu verhindern, dass sie zur Todesstrafe verwendet werden, die in der EU gegen die Menschenrechte verstößt, kamen die Gefängnisse in den USA in Schwierigkeiten, den Giftmix zu erhalten.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Das Barbiturat Thiopental wurde bis 2010 in den USA bei der Hinrichtung in einer Dreierkombination als Anästhetikum eingesetzt, getötet wurde hingegen mit Kaliumchlorid. Die US-Firma, die Thiopental herstellte, lieferte aufgrund des internationalen Drucks nicht mehr. Stattdessen wurde Pentobarbital verwendet. Seit 2010 haben mehrere Bundesstaaten, weil die Todesmittel knapp wurden, auf die Injektion nur eines Mittels umgestellt, meist Pentobarbital, das mittlerweile in 14 Bundesstaaten alleine oder in Kombination eingesetzt wird, aber auch Midazolam. Da die dänische Firma Lundbeck aufgrund der EU-Exportbeschränkungen Thiopental nicht mehr in die USA verkaufte, kam es zu Engpässen und wurde der Giftmix teilweise aus Apotheken bezogen, ohne dass er getestet worden war und ohne dass die chemischen Substanzen bekannt waren.

Im Januar 2014 ist der verurteilte Mörder Dennis McGuire einen qualvollen Tod gestorben, 15 oder 25 Minuten lang soll es gedauert haben. Ausprobiert wurde an ihm eine neue, nicht getestete Giftmischung aus Midazolam und Hydromorphon. Im Februar starb Clayton Lockett erst 40 Minuten nach Verabreichung der Injektion. Seitdem wurden einige Exekutionen verschoben, bis geeignete Mittel gefunden werden. Die Bundestaaten beschlossen unterschiedliche Mischungen und Mengen, Tennessee und sechs weitere Bundesstaaten führten 2014 den elektrischen Stuhl als Alternative ein, falls der Todeskandidat lieber elektrisch als chemisch umkommen will. Im Juli 2014 wurde in Arizona dem Todeskandidaten Joseph Wood erneut Midazolam und Hydromorphon verabreicht, der erneut einen qualvollen Tod starb. Dieses Mal dauerte es an die zwei Stunden.

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House of None – wenn man nicht weiß was Atheismus ist

© KuehnMalvezzi

Ein Haus für den einen Gott – in der Welthauptstadt des Atheismus denkt man nicht nur beim Flughafen und bei Olympia überdimensioniert.


Von Alexander Görlach|The European

Im Herzen Berlins, an einer Stelle, auf der früher mal die Sankt Petri Kirche stand, soll ein Tempel der monotheistischen Religionen errichtet werden, das „House of One“. In guter lessingscher Tradition folgt man in der aufgeklärten Stadt der Preußen der Idee, dass Religion der sittlichen und moralischen Bildung diene und nicht der dogmatischen Haarspalterei. Das macht das neue Projekt so sachlich und so erfrischend zugleich. Die evangelische Kirche fühlt sich aufgrund ihrer überkommenen Rolle der preußischen Kirche dazu ermutigt, zu diesem Projekt aufzurufen und einzuladen. Die Juden sind mit Begeisterung dabei. Nur bei den Muslimen ist es bislang noch schwierig.

Gemeinsam mit den anderen? Die Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Muslime ihre Religion als den anderen überlegen sieht. Das ist nicht nur Hoffart angesichts der Tatsache, dass wir über Gott letztendlich nicht Bescheid wissen können, sondern Zunder in unserer Gesellschaft, der bereits schwelt. Denn wenn ich meine Identität mittels meiner Religion stärke und mich mit ihr über meine Mitmenschen erhebe, dann werde ich niemals vollends Regeln akzeptieren können, die nicht von meiner Religion zumindest nicht missbilligt werden. Nun, Umfragen. Es kommt darauf an, wie gefragt wird. Und eine Antwort auf diese Frage schließt eine gegenläufige Antwort auf eine andere Frage nicht aus.

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Kirche begrüßt Vorschlag zum Werteunterricht in Luxemburg

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Die katholische Kirche in Luxemburg hat einen Vorschlag der Regierung für den geplanten Werteunterricht begrüßt. Es sei gut, dass in dem Papier auf das Erbe jüdischer und christlicher Religionen sowie des philosophischen Humanismus verwiesen werde, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme der Kirche. Der Bezug zur Geschichte und Kultur sei unabdingbar.


kathweb

Die Kirche begrüßte zudem einen “schülerzentrierten und lebensweltlichen Ansatz des künftigen Faches” sowie die Wissensvermittlung aus dem Bereich der Religionen. Schüler bräuchten “eine Einführung in die lebendigen Denk- und Lebenswelten der Religionen, die sowohl ihre lebensfördernden als auch ihre gefährlichen Potenziale darstellt”, heißt es.

Die luxemburgische Regierung hatte am Montag ein Rahmenpapier zum neuen Schulfach “Leben und Gesellschaft”, dem sogenannten Werteunterricht, vorgestellt. Dieser soll zukünftig den Religionsunterricht ersetzen.

Luxemburg will in den kommenden 20 Jahren eine schrittweise Trennung von Staat und Kirche vornehmen und damit das Staat-Kirchen-Verhältnis in dem traditionell katholischen Großherzogtum neu regeln.

150 Parlamentarier sorgen sich um Bluttest auf Down-Syndrom

Schema des Genoms bei freier Trisomie 21. Bild: wikimedia.org/PD

Parlamentarier aus allen Fraktion befürchten steigenden Druck, Trisomie 21-Kinder abzutreiben – Hüppe: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“


kath.net

Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten. Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.

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Keine Waldmeister-Limo für Schwule

Oft müssen Schwule als vermeintliche Trendsetter für neue Partygetränke herhalten – jetzt gibt es mal eine Brause nur für Heteros Bild: Werbefoto TMW Kern GbR

Zwei Zwillingsbrüder aus dem Allgäu wollen ihr neues Erfrischungsgetränk “Phantasia” nicht an Gay-Bars verkaufen.


QUEER.DE

Zu Update springen: Volker Beck schaltet Antidiskriminierungsstelle ein

Geschäft ist Geschäft, sollte man denken – nicht jedoch für die TMW Kern GbR aus Füssen im Allgäu. Das junge Erfrischungsgetränke-Unternehmen der beiden Brüder Thomas und Markus Kern will seine neue Waldmeister-Brause “Phantasia” nicht an Schwule verkaufen. “Homosexuelle gehören leider nicht in unsere Zielgruppe”, stellte Geschäftsführer Markus Kern in einer E-Mail klar.

Bei der Akquise war der Limo-Hersteller noch nicht so wählerisch. So bekam etwa auch die “Boots Westernbar” in Stuttgart ein unangefordertes Angebot. Thomas Drewitz, Inhaber der beliebten Schwulen- und Lederkneipe, zeigte sich angetan, sah eine mögliche Alternative zur Apfelschorle und forderte “zu Testzwecken einen Karton à 24 Dosen” an. Außerdem schrieb er: “Bitte legen Sie ca. 20 Pappaufsteller dem Paket bei, damit wir gut die Werbetrommel für Ihr Produkt rühren können!”

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