Archiv der Kategorie: Humanismus

Asyl in Berlin: Flüchtlinge vom Oranienplatz ohne Perspektive

Sie müssen draußen bleiben. Flüchtlinge im August 2014 unter einer Zeltplane auf dem Oranienplatz. – Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Oranienplatz-Flüchtlinge haben keine Aufenthaltserlaubnis, die Stadt bietet keine Zukunft für sie. Die Kirche bietet einigen Obdach – und mahnt politische Lösungen an.


Von Sigrid Kneist|DER TAGESSPIEGEL

Offiziell gibt es Menschen wie Nasir K. und Moussa S. nicht in Berlin. Eigentlich dürfen sie sich hier überhaupt nicht aufhalten. Dennoch leben sie in der Stadt, und sie sind nicht alleine. Es gibt einige Hundert von ihnen.

Nasir K. und Moussa S. sind Flüchtlinge. Bis vor gut einem Jahr lebten die beiden auf dem Kreuzberger Oranienplatz. Sie waren dorthin gekommen in der Hoffnung, in Deutschland, in Berlin eine Zukunft zu finden. Auf dem Oranienplatz wollten sie – so wie jene Menschen in der besetzten Gerhart-Hauptmann- Schule – dafür kämpfen, sich hier ein neues Leben aufbauen zu dürfen.

Der Senat löste im März des vergangenen Jahres das Problem der Besetzung und der damit verbundenen unhaltbaren Zustände mit der Vereinbarung zum Oranienplatz, die Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) ausgehandelt hatte.

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Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand?

life-of-brian

In einem aufgeklärten Staat ist eine Strafnorm zum Schutze bestimmter Weltanschauungen überflüssig und rückständig.


Von Thomas Fischer|ZEIT ONLINE

Bilder

Im Jahr 1982 veröffentlichte der deutsche Dichter und Regisseur Herbert Achternbusch einen Film mit dem Titel: Das Gespenst. Er handelt davon, dass eine am Kreuz befestigte Christus-Figur zu (irdischem) Leben erwacht, vom Kreuz steigt und sich mit einer Nonne (“Oberin”) zusammentut. Der “Herrgott” nennt sich fortan “Ober” und versucht, den Lebensunterhalt für sich und die Oberin als Kellner in bayerischen Wirtshäusern zu verdienen. Einzelheiten seines Leidens an der modernen Welt will ich hier nicht verraten, nur so viel: In einer Szene des Films wird ein Frosch – in ökologisch einwandfreier, nicht tierquälerischer Weise – an ein aus kleinen Ästen gefertigtes Kreuz gebunden, sodass er – sehr, sehr kurz! – die ikonographische Stellung Christus’ einnimmt.

(Verzeihung, Tierfreunde! Es war so! Bitte jetzt keine Kommentare über Frösche und Kreuze! Einige Hunderttausend dieser Geschöpfe werden von Ihnen jährlich auf den Landstraßen zermatscht. Weitere Zehntausende opfern Sie der Wiederansiedlung des Storchs im Feuchtgebiet nahe Ihrem Villenviertel. Vom Sterne-Restaurant will ich hier gar nicht erst sprechen. Begnadigen Sie also, bitte, den Dichter Achternbusch und entsinnen Sie sich des Themas dieser Kolumne!)

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Thomas Fischer ist Bundesrichter in Karlsruhe und schreibt für ZEIT und ZEIT ONLINE über Rechtsfragen. Weitere Artikel seiner Kolumne finden Sie hier – und auf seiner Website.

Anklage will Todesstrafe für Mord an muslimischen Studenten in USA

Craig Hicks, Bild: huffpost.com

Im Fall der Erschießung von drei muslimischen Studenten im US-Bundesstaat North Carolina will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den Schützen fordern. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Durham habe ein entsprechendes Dokument aufgesetzt, berichtete die in Durham erscheinende Zeitung “Herald-Sun” am Montag. Die örtliche Polizei sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, der Beschuldigte Craig Hicks kooperiere mit den Ermittlern.


DIE WELT

CDU-Politiker formulieren Bedingungen für Einwanderungsgesetz

cdu-csu-fraktion-bundestag-logoEinen Tag nach der Vorstellung eines Positionspapiers der SPD geht die Debatte um ein Einwanderungsgesetz weiter.


evangelisch.de

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt äußerte am Mittwoch Zweifel daran, dass die große Koalition ein Einwanderungsgesetz verabschieden wird. “Der Entwurf wird nur ein Entwurf bleiben”, sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Mittwochsausgabe). Sächsische CDU-Politiker formulierten unterdessen Bedingungen für ein Einwanderungsgesetz. Sie fordern auf der anderen Seite Verschärfungen im Asylrecht. Die Partei lehnte den SPD-Vorstoß bislang ab.

Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung

Eines der Opfer – zwar erstochen, aber schon vorher dem Tode nah. Foto: Pete CC-BY-3.0

Der französische Autor und Profi-Provokateur Michel Houellebecq meinte in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» dass der Humanismus und die Aufklärung tot seien. Im Angesicht von Islamismus und Nationalismus, die immer bestimmender werden, keine absurde Idee. Nur, wer ist der Mörder?


Von Patrick Etschmayer|news.ch

Die Mordopfer wurden gemeuchelt und sie liegen mit mehreren Messerstichen im Rücken auf dem Boden. Die Frage ist – wer war der Täter? Waren es die jubelnden Islamisten, die dort drüben gerade darüber streiten, ob sie von ihnen entführte Christen enthaupten oder verbrennen sollen? Oder waren es die besorgten national gesinnten Bürger dort hinten, von denen sich einige nach dem Marsch zum Schutz des Abendlandes vor dem Islamismus mit Brandsätzen zu einem Flüchtlingsheim aufmachen? Oder sind es jene populistischen Politiker, welche, obwohl selbst mit fetten Bankkontos ausgestattet, das Übel für alles immer ennet der Grenze verorten, egal in welchem Land sie auch sein mögen und dies von jedem erreichbaren Podest, Balkon oder von jeder Bühne in die Welt hinaus krakeelen? Oder sind es gar jene ultra-konservativen, klandestinen und tief-katholischen Vereinigungen, welche die Wiedererrichtung von Monarchien anstreben?

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“Irgendetwas stimmt hier nicht…!” – wie sich die Edathy-Wut im Web entlädt

Sebastian Edathy (l.), Til Schweiger

Nachdem das Gerichtsverfahren gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen eine Geldauflage eingestellt wurde, schlagen die Wogen im Web hoch. Eine Online-Petition gegen die Einstellung des Verfahrens findet schnell Zuspruch, Prominente wie Til Schweiger oder Hans Sarpei befeuern den Volkszorn. Justiz und Bürger haben sich entfremdet.


Von Stefan Winterbauer|MEEDIA

Viele empfinden die Einstellung des Gerichtsverfahrens gegen Sebastian Edathy gegen eine Geldzahlung von 5.000 Euro offenbar als große Ungerechtigkeit. Im Internet wird immer wieder zwischen Edathy und dem Fußballer Marco Reus verglichen. Reus wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 540.000 Euro verurteilt. Die Logik des Volkszorns: Ein angeblicher Kinderpornograf kommt mit vergleichsweise läppischen 5.000 Euro davon, wer ohne Führerschein fährt, muss eine halbe Million zahlen. So ist es freilich nicht.

Der Großverdiener Reus wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, die Höhe der Strafe richtete sich dabei nach seinem Einkommen. Edathy wurde nicht verurteilt, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, er ist nicht vorbestraft. Auch hier bemessen sich die 5.000 Euro Geldauflage an seinen Einkommensverhältnissen. Einigen prominenten Zeitgenossen, wie dem gerade umtriebigen Schauspieler Til Schweiger, ist das zuviel an Differenziertheit. Er legte auf Facebook los: “Reus ist ohne Fahrerlaubnis gefahren, hat aber niemand verletzt….Edathy hat einen Führerschein und hat zwar direkt auch niemand verletzt, aber er hat Videos konsumiert, die so viele Kinder direkt verletzt und zerstört haben…er bezahlt 5000 und Reus 500 000! Irgendwas stimmt hier nicht….! Ich bin wütend…!!!”

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Netanyahu’s war must be stopped now: The real story behind his speech to Congress

Benjamin Netanyahu (Credit: Reuters/Nir Elias)

While the media covers politics and personalities, a much more dangerous game around Iran unfolds off-stage


By Michael Lerner|Salon

The media has focused attention on the rude way that Israeli Prime Minister Netanyahu made his appearance in the U.S. this week, as though the real issue is hurt feelings between him and President Obama. This is a mistake that misleads many into thinking that the problem is about respect for our president or concern that Netanyahu is using this trip to promote his election chances in Israel, where “standing up to Obama” might enhance his electoral chances when the Israeli public chooses a new Knesset in two weeks. Watch as the media’s next angle becomes a sigh of relief when Netanyahu makes apologetic sounds about that rift.

The real story is far more worrisome.  Netanyahu is here to push the U.S. toward another Middle East war in which the U.S. would be the proxy for what Netanyahu (mistakenly) thinks is Israeli interests. And Americans are going to have to stand up and say “NO” both to Netanyahu and to the militarists in both parties who are all too happy to generate another war, this time against Iran.  If Netanyahu succeeds, it will be a disaster for all Americans, and an even greater disaster for American Jews.

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Amerikaner schult Christen für den Kampf gegen den IS

In Syrien und im Irak kämpfen mittlerweile auch assyrische christliche Milizen (Symbolbild) Foto: Jayel Aheram | CC BY 3.0

Der Amerikaner Matthew VanDyke bildet Christen im Irak für den Kampf gegen den IS aus. Damit befindet er sich in einer Grauzone. Christen aus Amerika finanzieren die Ausbildung.


pro Medienmagazin

Der 35-jährige Amerikaner Matthew VanDyke hat bereits gemeinsam mit Rebellen in Syrien und Libyen gekämpft. Nun ist er erneut in Erscheinung getreten, berichtet die Tageszeitung Die Welt. VanDykes privates Militärunternehmen Sons of Liberty International (SOLI) hat christliche Freiwillige für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausgebildet. Laut dem Magazin USA Today hat eine brutale Ermordung von zwei US-Bürgern VanDyke dazu bewegt, sich am Kampf gegen den IS zu engagieren. Sein Unternehmen soll bereits einige hundert Freiwillige ausgebildet haben, die sich als „Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene“ (Nineveh Plain Protection Units, kurz NPU) versteht.

Ninive ist eine Region im Nordirak. Assyrische Christen und andere Minderheiten sehen dieses Gebiet als ihre Heimat an. Diese wollen sie verteidigen und nicht dem IS überlassen. Erst vergangene Woche hatte der IS mehr als 220 assyrische Christen in Syrien verschleppt. Inzwischen wurden 19 der verschleppten Christen gegen Lösegeld wieder frei gelassen.

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Malediven: “Nach diesem Interview werde ich mehr Todesdrohungen bekommen”

Der ehemalige politische Häftling Mohamed Nasheed gelangte 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des Inselstaats Malediven. Bild: stern.de

Mohammed Nasheed wurde gefoltert, war Präsident der Malediven, wurde zum Klimakämpfer. Nun ließen ihn seine Gegner verhaften. Dem stern gab er eines seiner letzten Interviews vor dem Gefängnis.


Von Marc Goergen|stern.de

Die Malediven gelten als der Inbegriff des friedlichen Paradieses – tatsächlich aber werden die Atolle im Indischen Ozean autoritär regiert. Mohammed Nasheed war einmal die Hoffnung der Demokratie auf den Malediven. 2008, bei den ersten freien Wahlen im Land, wurde er zum Präsidenten gewählt. Schnell galt er wegen seines Charismas, seines jugendlichen Auftretens und wegen seines Kampfes gegen den Klimawandel als “Unterwasser-Obama”. Im 2012 aber wurde Nasheed aus dem Amt geputscht. Seitdem kämpft er aus der Opposition heraus gegen das Regime.

Dabei wurde er immer wieder bedroht, von Islamisten wie auch aus der Regierungs heraus. Vor wenigen Tagen ist Nasheed wieder verhaftet worden. Er wird beschuldigt, im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Im Falle seiner Verurteilung drohen dem 47-Jährigen mehr als zehn Jahre Gefängnis. Nasheeds oppositionelle Maledivische Demokratische Partei (MDP) und Anwälte nannten die am Sonntag erfolgte Festnahme des Politikers “politisch motiviert” und “vollkommen willkürlich”.

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Antisemitismus an Schulen: Jude als Schimpfwort

Bild: bb

Bild: bb

Das Wort Jude gilt mittlerweile in vielen deutschen Schulen als Schimpfwort. Immer mehr jüdische Jugendliche werden deshalb von ihren Eltern von den staatlichen Schulen abgemeldet und besuchen jüdische Einrichtungen.


Von Heike Schmoll|Frankfurter Allgemeine

Das Wort „Jude“ wird mittlerweile auf vielen deutschen Schulhöfen als Schimpfwort verwendet. Manchmal geht das Hetzen gegen jüdische Mitschüler vor allem durch arabische Kinder so weit, dass die Betroffenen die Regelschule verlassen und auf eine jüdische Einrichtung wechseln. Ein jüdischer Jugendlicher aus Berlin berichtet, die verbalen Entgleisungen seiner Mitschüler seien so unerträglich geworden, dass seine Eltern ihn von der staatlichen Schule abgemeldet und bei der jüdischen Oberschule angemeldet hätten.

Aus Anlass des jüdischen Jugendkongresses, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, haben sich junge jüdische Erwachsene Gedanken über wachsende antisemitische Tendenzen in der deutschen Gesellschaft und ihre eigene Zukunft gemacht. Manche denken an Auswanderung, die meisten aber wollen bleiben, weil antisemitische Rädelsführer sonst erreicht hätten, was sie wollen.

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Puerto Rican Atheists Are Receiving Threats Online After Their Activism Becomes More Public

Image: Friendly Atheist

This is a guest post by Manolo Matos. He is one of the hosts of Podcast Ateorizar and can be found on Twitter at @manolomatos.

Friendly Atheist

A few days ago the American Atheists convention in Puerto Rico was announced with billboards around the island. (The convention will take place on August 21-23 at the Sheraton Puerto Rico Hotel and Casino in Old San Juan.)

Just hours after this announcement was made in the local newspapers of the island, one of the organizing groups, Humanistas Seculares de Puerto Rico (Secular Humanists of Puerto Rico) started receiving death threats over social media.

Wishing to rip apart some atheists, but since they rip each other apart, I’ll let them be. -ElSabioDeLaCalle7 When he drinks too much wine

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Nicht mein Judentum

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Lassen Sie uns von der wahren Bedrohung Israels reden. Nein, das sind nicht die Hamas oder der Islamische Jihad, nicht die Hizbollah oder al-Qaida, ja nicht einmal ISIS ist die wahre Bedrohung Israels. Es ist die israelische Linke.


Von Richard C. Schneider|DER SEMIT

Denn sie wird, sollte sie an die Macht kommen, all den Islamisten, die ich oben erwähnt habe, Tür und Tor öffnen, ihnen den Weg nach Jerusalem weisen. So zumindest behauptet dies ein Wahlspot des Likud. Und eine extremistische Siedlergruppe hat diesem Spot gleich noch eins draufgesetzt: in einem Zeichentrickfilm erfüllt ein geldgieriger Jude mit krummer Nase alle Wünsche der Europäer für bare Euros. Die Wünsche? Schlechte Schlagzeilen über Israel. Und er liefert sie. Am Schluss, wenn er nicht mehr gebraucht wird, hängt er sich auf. Und dann heisst es: Ihr glaubt, die Europäer hätten sich geändert, aber das stimmt nicht. Und für die Europäer seid ihr immer noch das, was ihr schon immer wart: miese Juden.

Lassen Sie uns nicht über die Geschmacklosigkeit dieser Wahlspots reden. Lassen Sie uns lieber darüber reden, was dahinter steht. Der Rechten in Israel ist es in den vergangenen Jahren zunehmend gelungen, die «Linke» (was auch immer man darunter wirklich verstehen mag) als «anti-zionistisch» zu diskreditieren. Ich bin für eine Zweistaatenlösung, dann bin ich ein Antizionist. Ich bin für zivile Hilfe für die Menschen in Gaza, dann bin ich ein Antizionist. Ich glaube an Mahmoud Abbas, also bin ich ein Antizionist. Und so geht es endlos weiter.

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Richard C. Schneider, geboren 1957 als Kind ungarischer Holocaust-Überlebender, ist seit 2006 Studioleiter und Chefkorrespondent der ARD in Tel Aviv, verantwortlich für Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete und Zypern.

 

Gesellschaftskonformes Sterben – alles andere ist asozial

Foto: Getty Images/Rubberball Das deutsche Recht hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Angehörigen aus Mitleid aus einem würdelosen Dasein ohne Bewusstsein befreien.

Ein junger Mann tötet seine Mutter. Sieben Jahre lang lebte sie im Koma – ohne Chance, je ins Leben zurückzukehren. Die Tat, die aus Liebe geschah, brachte den Sohn ins Gefängnis.


Von Martina Rosenberg|DIE WELT

Erst wenn sich eine Tür geschlossen hat, öffnet sich die nächste. Der Weg zum Besucherraum führt durch mehrere Schleusen. Uniformierte Wachleuten beobachten jeden Schritt. Ich befinde mich in einem hochmodernen Gefängnis mit Schwerstkriminellen im Norden Deutschlands. Es ist beklemmender, als ich dachte.

Ich besuche einen jungen Mann, 26 Jahre alt, der im Juni 2012 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Er hat seine Mutter getötet, und ich will wissen, wie es dazu kam.

Nun sitzt er vor mir. Eine Frage, geht mir seit Monaten durch den Kopf: Was muss passieren, dass ein Sohn seine Mutter tötet, die er liebt? Wer war noch daran beteiligt? Oder ist er für die Tat allein verantwortlich?

Ja, es gäbe da etwas, was er bereue, etwas, was er in all den Jahren nicht getan habe: Viel zu lange hätte er mit seinem Entschluss gewartet. Mehr sagt er zunächst nicht. Distanziert und zurückhaltend sitzt Jan mir gegenüber.

Wie viele Jahre waren es denn?, will ich wissen. Sieben!

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Impfen aus Solidarität – aber Rücksicht auf Esos

todesspritze“Wir haben eine Mitverantwortung für die Gesellschaft”, sagt Cornelia Coenen-Marx. In der aktuellen Debatte um eine Impfpflicht hält die Referentin der EKD für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen gesetzlichen Zwang aber nicht für den richtigen Weg. Bestehende Möglichkeiten zur Beratung und Kontrolle müssten ausgeschöpft werden.


evangelisch.de

Fast 500 Erkrankte seit Oktober – Berlin erlebt gerade die schlimmste Masernwelle seit Einführung der Meldepflicht 2001. Ein anderthalbjähriger Junge ist gestorben. Auch im Jahr 2013 stieg die Zahl der Fälle sprunghaft an. Dabei sollte diese ansteckende Krankheit in Deutschland eigentlich besiegt sein.

Viele fordern jetzt eine Impfpflicht, wie sie auch in anderen Ländern existiert. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagt, eine solche Verpflichtung sei angesichts der aktuellen Entwicklung kein Tabu. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) und Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery springen ihm bei.

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Untersuchungsbericht über Ferguson: Justizministerium kritisiert Rassismus bei der Polizei

Robert Cohen/St. Louis Post-Dispatch/AP Photo
PHOTO: Tactical officers line up Monday, Aug. 11, 2014, in Ferguson, Mo

Die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Teenager in Ferguson lösten heftige Proteste aus. Die Justizbehörde untersuchte daraufhin die Arbeit der Polizei in der Stadt. Jetzt wurden erste Ergebnisse bekannt.


SpON

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Polizei in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri habe seit Jahren vor allem schwarze Autofahrer angehalten – und dadurch zu einer Atmosphäre der rassistischen Feindseligkeit beigetragen. Dies habe letzten Endes zu den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown geführt. Das legt ein Bericht des US-Justizministeirums nahe, über den die “New York Times” (“NYT”) berichtet.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen, die über die Ergebnisse des Berichts unterrichtet worden sein sollen. Offiziell wird das Papier wohl erst im Lauf dieser Woche veröffentlicht.

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Warum es viele französische Juden nach Israel zieht

Bild:  phhesse/flickr

Bild: phhesse/flickr

Die Welle französischer Einwanderer stellt Israels Behörden vor Herausforderungen. Die neuen Bürger aus Europa bringen komplette Existenzen mit, die integriert werden wollen. Und der Strom hält an.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Brigitte Khalifa kann sich genau erinnern, wann sie beschloss, ihr ganzes Leben umzukrempeln und Paris mit ihren fünf Kindern zu verlassen: “Es war vergangenen Juli, während des Kriegs rund um Gaza”, sagt die 54 Jahre alte Frau der “Welt”. “Ich schaute aus meinem Wohnzimmerfenster und sah Tausende Muslime bei einer Demonstration auf der Straße. Sie trugen Äxte, Baseballschläger und Hämmer, nahmen die Bürgersteige auseinander, um sich mit Pflastersteinen zu bewaffnen, und skandierten: “Tod den Juden!”

Khalifa war schockiert. Monatelang traute sie sich nicht mehr aus ihrer Wohnung: “Auf den Straßen wurde man tagtäglich angefeindet. Jedes Mal, wenn meine Kinder das Haus verließen, bin ich vor Angst fast gestorben”, sagt sie. Vor zwei Monaten landete Khalifa in Tel Aviv, wurde Teil der beständig wachsenden Welle jüdischer Migranten aus Europa, die hier Zuflucht suchen. Insgesamt 26.500 Juden wanderten 2014 nach Israel aus, so viele wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Und 2015 rechnen die Behörden mit einem neuen Einwandererrekord.

In den Ulpanim – so heißen die Hebräischschulen, die das Einwanderungsministerium und das Bildungsministerium gemeinsam für Neueinwanderer betreiben – merkt man diesen Trend seit Monaten: “Vor drei Jahren hatten wir neun Klassen, die halb leer waren”, sagt Hedva Chavisky, Direktorin des Ulpan Sharett im Tel Aviver Vorort Bat Yam. Inzwischen sind 15 Klassen bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Flur stapeln sich Stühle und Bänke, die die Stadtverwaltung für sie aufgetrieben hat, um eine weitere Klasse zu eröffnen. “In den vergangenen 18 Monaten musste ich 40 neue Lehrer einstellen”, sagt Chavisky.

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Offensive gegen IS: Iraks Armee eröffnet Schlacht um Tikrit

Bild: (c) REUTERS (STRINGER/IRAQ)

Bagdad will die Extremisten aus der strategisch bedeutsamen Stadt vertreiben. In Syrien erlitt der IS eine Niederlage.


Die Presse

Der Druck auf die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) im Irak und in Syrien steigt: Die irakische Armee begann eine Offensive, mit der sie die strategisch wichtige Stadt Tikrit befreien will. Der Feldzug gilt als Test, ob die irakischen Streitkräfte in der Lage sind, die Extremisten aus einer großen Stadt zu vertreiben.

Im Nordosten des Nachbarlandes Syrien erlitten die Jihadisten zugleich eine empfindliche Niederlage gegen kurdische Kräfte. An dem Angriff auf Tikrit sollten 20.000 Mann teilnehmen, zitierte die irakische Nachrichtenseite Al-Mada am Sonntag einen Sprecher der schiitischen Milizen. Die arabische Tageszeitung “Al-Hayat” meldete, irakische Soldaten, schiitische Milizen sowie Kämpfer sunnitischer Stämme sollten aus drei Richtungen auf die Stadt vorrücken.

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A Most Unsettling Trend: Christians Rejoicing in ISIS

Image: Friendly Atheist

This is a guest post by Bo Gardiner, the nom de plume of a Virginia-based environmental professional, naturalist (in both senses of the word), writer and humanist activist. She blogs at Under the Greenwood Tree.

Charisma News is praising a video in which families of murdered Egyptian Christian Copts thank ISIS for making martyrs of their loved ones. In it, a smiling man named Beshir who just lost two brothers to ISIS chats with an audience and callers:

By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Beshir: ISIS gave us more than we asked… ISIS strengthened our faith… I thank ISIS because they didn’t cut the audio when they screamed declaring their faith. Believe me when I tell you that the people here are happy and congratulating one another. They are not in a state of grief but congratulating one another for having so many from our village die as martyrs.

Caller: Today I was having a chat with my mother asking her what she would do if she an ISIS member on the street… She said she would invite him home because he helped us enter the kingdom of heaven.

Beshir: How beautiful!

Caller: I asked her what will you do if you see those ISIS members passing on the street and I told you ‘That’s the man who slayed your son.’ She said “I will ask for God to open his eyes and ask him into our house because he helped us enter the kingdom of God!

Meanwhile in the U.S., Franklin Graham, son of iconic evangelist Billy Graham, is finding a massive response among American Christians with the announcement that ISIS has triggered biblical Armageddon and the triumph of Christianity. One of his Facebook posts on the matter has already received nearly 150,000 likes and over 40,000 shares:

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Apple-Chef zu Datenschutz: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen

Apple-Chef: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen | dpa

“Keiner von uns sollte akzeptieren, dass die Regierung oder ein Unternehmen Zugang zu allen unseren privaten Informationen hätten.” Das sagte Apple-Chef Tim Cook dem britischen “Daily Telegraph”. Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht. “Wir sollten es nicht aufgeben”, etwa wegen Angstmacherei im Anti-Terror-Kampf, sagte der 54-Jährige.


The Huffington Post

Apple-Chef: Terroristen können verschlüsseln – also sollten es andere auch tun

Apple war in den USA für die Datenverschlüsselung in Diensten wie der SMS-Alternative iMessage kritisiert worden: Der iPhone-Konzern erklärt, dass er keine Inhalte an Behörde weitergeben könne, da auch er selbst nicht an sie herankomme.

Eingriffe in die Privatsphäre von Internetnutzern seien nutzlos im Kampf gegen den Terror, argumentierte Cook. Längst beherrschten Terroristen selbst Methoden zur Verschlüsselung. “Wenn wir nicht verschlüsseln, treffen wir damit die guten Leute. Es sind die 99,999 Prozent der Menschen, die gut sind.” Wenn Firmen wie Apple Informationen nicht schützen dürften, seien auch private Gesundheits- und Finanzdaten gefährdet.

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Ensaf Haidar: “Bitte lasst die Saudis meinen Mann nicht töten”

Kämpft um das Leben ihres in Saudi Arabien inhaftierten Mannes: Ensaf Haidar, hier auf einer Pressekonferenz in Kanada.© Cole Burston/EPA

Er wurde zu Peitschenhieben verurteilt. Doch nun droht dem saudischen Blogger Raif Badawi offenbar sogar die Todesstrafe. Seine Frau fleht in einer Nachricht an den stern die Welt um Hilfe an.  


stern.de

Dem zu tausend Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers Raef Badawi droht offenbar die Todesstrafe. Richter am Strafgericht des streng muslimischen Landes wollten den 31-Jährigen wegen Abfallens vom muslimischen Glauben anklagen, berichtet der “Independent” unter Berufung auf Badawis Ehefrau Ensaf Haidar.

Im Kontakt mit stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen bestätigt Haidar die drohende Todesstrafe: “Ja, es ist wahr, mehr Informationen haben wir aber nicht.” Badawis Ehefrau war mit ihren drei Kindern 2012 nach Kanada geflohen.

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