Tollwut: Alle neun Minuten stirbt ein Mensch einen unvorstellbar qualvollen Tod

Eine wichtige Massnahme gegen die Tollwut: die Impfung von Hunden. (Keystone)
Eine neue Strategie soll die Tollwut weltweit bis 2030 eliminieren. Ein Augenschein in Madagaskar zeigt, wie schwierig das sein dürfte.

Hermann Feldmeier | Neue Zürcher Zeitung

Es ist früh am Morgen. Auf dem Campus des Pasteur-Instituts in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, schaut die Sonne über dem haushohen Bambushain hervor. Vor dem Tollwut-Ambulatorium, einem Backsteingebäude aus den 1950er Jahren, hat sich bereits eine Menschenschlange gebildet. Die erste Patientin ist eine Frau mittleren Alters mit dunklen Ringen unter den Augen. Ihre Kleidung ist abgetragen, die nackten Füsse stecken in Sandalen aus dem Gummi alter Autoreifen. Sie stammt aus dem Nordwesten des Landes und war drei Tage mit dem Sammeltaxi unterwegs, um ins Ambulatorium zu gelangen.

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Stephen Hawking’s Final Book Says There’s ‚No Possibility‘ of God in Our Universe

In a new book that was published posthumously, Stephen Hawking, who died in March, wrote that it is impossible for God to exist in our universe. Credit: Frederick M. Brown/Getty Images
From his desk at Cambridge University and beyond, Stephen Hawking sent his mind spiraling into the deepest depths of black holes, radiating across the endless cosmos and swirling back billions of years to witness time’s first breath.

By Brandon Specktor | SPACE.com

He viewed creation as a scientist, and when he was called to discuss creation’s biggest puzzles — Where do we come from? What is our purpose? Are we alone? — he answered as a scientist, often to the chagrin of religious critics.

In Stephen Hawking’s final book „Brief Answers to Big Questions,“ published Tuesday (Oct. 16) by Bantam Books, the  professor begins a series of 10 intergalactic essays by addressing life’s oldest and most religiously fraught question of all: Is there a God? [Big Bang to Civilization: 10 Amazing Origin Events]

Hawking’s answer — compiled from decades of prior interviews, essays and speeches with the help of his family, colleagues and the Steven Hawking Estate — should come as no surprise to readers who have followed his work, er, religiously.

„I think the universe was spontaneously created out of nothing, according to the laws of science,“ Hawking, who died in March, wrote. „If you accept, as I do, that the laws of nature are fixed, then it doesn’t take long to ask: What role is there for God?“

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Atheisten für den Islam

Als am vergangenen Sonntag in Berlin gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert wurde, war auch eine Organisation mit dabei, die sich bisher durch ihr Eintreten gegen den Einfluss jeglicher Religion in Staat und Gesellschaft auszeichnete.

Archi W. Bechlenberg | Achgut.com

Es ist die Giordano-Bruno-Stiftung, benannt nach dem 1600 von der Heiligen Inquisition auf dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannten italienischen Priester, Dichter, Philosophen und Astronomen gleichen Namens. Im Gegensatz zu Opfern des IS Terrors, so erklärte mir einmal ein katholischer Theologe, sei Bruno nicht etwa unrechtmäßig hingerichtet worden; es habe zuvor ein ordentliches Gerichtsverfahren gegeben.

Die GBS nennt sich „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“, sie tritt ein für eine „tragfähige humanistische, rationale und evidenzbasierte Alternative zu den traditionellen Religionen“ und möchte dieser „gesellschaftlich zum Durchbruch zu verhelfen.“

Ob der Stiftung ihr Mitdemonstrieren gegen Fremdenfeindlichkeit bei in Deutschland lebenden Japanern, Griechen, Italienern, Vietnamesen oder Luxemburgern positiv aufgefallen ist, ist zumindest fraglich.

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Bittere Armut und unmenschliche Minijobs

Grafik: TP
Dieses Erbe der letzten Regierung unter einem SPD-Kanzler bleibt präsent: Der Niedriglohnbereich, ausgebaut unter Gerhard Schröder, nimmt einen zentralen Platz im sogenannten Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz ein.

Thomas Pany | TELEPOLIS

Dort wird aufgezeigt, dass sich nicht nur Arbeitslose, sondern auch eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die einem Erwerb nachgehen, selbst in Deutschland mit bitteren Phänomenen der Armut herumschlagen müssen. Dass dies aus unterschiedlichen Gründen versteckt wird, passt zum Namen des Berichts.

Offiziell wird der Begriff „Schattenbericht“ von Barbara Eschen, der Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz (Mitglieder hier), damit begründet, dass er als eine Art Parallelbericht zum Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (siehe dazu: „Westliche Demokratie“ ist hohl: Reichtum regiert fungieren soll. Es geht um eine Parallelwelt, die kaum, wenn überhaupt, von denen wahrgenommen wird, die damit nicht in Berührung kommen oder nicht in Berührung kommen wollen.

Große Teile des Schattenberichts schildern aus Sicht von Menschen mit Erfahrung, was es tatsächlich heißt, mit so wenig Mitteln auszukommen, von denen die Besserwisser behaupten, dass es reicht.

Das „Normale“ fehlt: Internet, Zeitung, Treffpunkte, Freizeitangebote, gute Wohnung und Arbeit, gesundes Essen und politische Beteiligung. Abgeordnete nehmen Arme kaum wahr. Die Folge: Je ärmer, desto niedriger die Wahlbeteiligung.

Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz

Die Erfahrungsberichte sind ein wichtiger Teil des Berichtes der Nationalen Armutskonferenz und sie kommen im Gegensatz zur Mehrheit der politischen Standortbestimmungen ohne Zeigefingergestus aus, beschreiben die Realität, die in den Politikproklamationen etwa der konservativen Parteien, die sich gerade in Bayern auf ein dickes Brett setzen, keine Rolle spielen.

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Union bekräftigt „Nein“ zur Streichung von Paragraf 219a

Bild: © Deutscher Bundestag / Achim Melde
Der Bundestag diskutiert am Donnerstagabend erneut über das geltende Werbeverbot für Abtreibungen. Vor der Debatte haben mehrere Fraktionen ihre Standpunkte in dieser Frage noch einmal deutlich gemacht.

katholisch.de

Die Union hat ihr „Nein“ zur Streichung des Werbeverbots für Abtreibungen bekräftigt. Sie befürchte eine veränderte gesellschaftliche Einstellung zum Abbruch einer Schwangerschaft, wenn Ärzte dafür werben könnten, sagte die rechtspolitische Sprecherin der Union, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), am Donnerstag im rbb. Eine Abtreibung könne dann wie eine Vorsorgeuntersuchung als eine normale Dienstleistung des Arztes angesehen werden. Auftrag des Staates sei es aber, das Lebensrecht des Kindes zu schützen.

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„Afterdienst“: Ein kritischer Blick auf die atheistische Missionsstrategie – poehse Atheisten

Die atheistische Bedrohung

Am Samstag, 10. November, lädt die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Kelheim um 9.30 Uhr zu einem Studientag mit Professor Dr. Bertram Stubenrauch in das Kloster Weltenburg ein. Das Thema lautet: „Gott auf der Anklagebank? – Ein kritischer Blick auf die atheistische Missionsstrategie“.

Wochenblatt

„Es gab immer schon Menschen, die so lebten, als gäbe es Gott nicht. Und manche haben Gottes Existenz mit Argumenten ausdrücklich bestritten. Inzwischen aber hat der Atheismus einen geradezu missionarischen Eifer entwickelt: Man predigt aggressiv gegen den Gottesglauben und beginnt Gleichgesinnte miteinander zu vernetzten“, so die Beobachtung des Referenten. Der Studientag geht der Frage nach, mit welchen Methoden, mit welchen Argumenten und auf welchem Niveau atheistische Propaganda vorgeht. Er informiert über die Geschichte des Atheismus und seinen aktuellen Ist-Stand, diskutiert aber auch Versäumnisse auf Seiten der Glaubenden, mit der Herausforderung, die atheistisches Gedankengut darstellt, angemessen umzugehen. Ziel des Seminars ist die eingehende Diskussion der Teilnehmenden untereinander und mit dem Referenten. Dem dienen einführende Impulse des Referenten und die Vorstellung charakteristischer Texte.

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Religiöse Vorschrift oder historisches Produkt der Männerherrschaft?

Paula Modersohn-Becker: Kopf einer alten Frau mit schwarzem Kopftuch, 1903
In seinem Buch Ihr müsst kein Kopftuch tragen plädiert der Theologe und Religionspädagoge Abdel-Hakim Ourghi für eine kritische Revision des islamischen Kopftuchgebots.

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Ourghi, in wie vielen islamisch regierten Staaten ist das Nicht-Tragen eines Kopftuchs gesetzlich erlaubt und wird von der Bevölkerung auch toleriert?

Abdel-Hakim Ourghi: Das ist völlig richtig, denn das Familiengesetz in vielen muslimischen Ländern, wie etwa in Nordafrika, erlaubt die Nicht-Verschleierung. Die Realität sieht jedoch anders aus. Es geht letztendlich bei der Verschleierung nicht nur um die Beherrschung des Geistes und Körpers der Frauen, sondern auch um die Steuerung ihrer Sexualität.

Viele Mädchen und Frauen, die kein Kopftuch tragen wollen, sind dem kollektiven Zwang ihrer Gemeinde und Familie ausgesetzt sind. Wenn sie schließlich doch nachgeben, dann nicht freiwillig. Die nicht kopftuchtragende Frau wird unterstellt, dass sie ihren Körper zu Schau und damit anderen zur Verfügung stellt.
In der patriarchalen Gesellschaftsordnung besteht der Konsens, eine solche Frau sei keine „wahre“, keine „richtige“ Muslimin. Sie sei eine Muslimin, die keinen Respekt vor der eigenen Religion und vor den anderen Muslimen habe. Sie sei eine Außenseiterin, da sie sich nicht an das Verschleierungsgebot halte. Ihre Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinde wird dadurch in Frage gestellt.

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Kritik an Antibiotika-Gebrauch in der Landwirtschaft

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat Landwirte und Tierärzte aufgefordert, weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung einzusetzen.

evangelisch.de

Der unsachgemäße und übermäßige Gebrauch von Antibiotika in der Landwirtschaft habe dazu geführt, dass immer mehr dieser Arzneimittel nicht mehr wirkten, sagte Generalsekretär Alexander Bonde am Mittwoch am Sitz der Stiftung in Osnabrück. Hinzu kämen Hygienemängel in der Human- und Veterinärmedizin. Weltweit stürben deshalb immer mehr Menschen und Tiere an bakteriellen Erkrankungen.

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Die Folgen der christlichen Sündenlehre

Julia, eine ehemals tiefgläubige Christin, erzählt ihre Geschichte.

Richard-Dawkins-Foundation

Sie ist Mitglied des Panels von „Faith to Faithless“, einer wachsenden britischen Organisation von Menschen, die aus allen ehemaligen Glaubensrichtungen kommen und die Religion hinter sich gelassen haben: Islam, Christentum, Judentum, Sekten, Esoterik etc.

http://faithtofaithless.com/

Gründer von Faith to Faithless sind zwei ehemalige Muslime: Imtiaz Shams und Aliyah Saleem.

Dieses Video entstand bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Faith2Faithless und den Humanist Students UK.

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«Mein Bauch gehört mir» war gestern

Abtreibungsgegner (vorne) und Aktivistinnen für eine freie Wahl («free choice») (hinten) bringen ihre Anliegen auf Deutschlands Strassen. (Bild: Imago)
Ein umstrittener Paragraf hat in Deutschland eine Debatte über die Selbstbestimmung der Frau entfacht. Das hat auch mit dem Erstarken der Neuen Rechten zu tun.

Valerie Zaslawski | Neue Zürcher Zeitung

Die Gebärmutter ist erneut zum Schlachtfeld geworden: Nicht nur in den USA oder in Polen, auch in Deutschland wird seit einigen Monaten wieder über den Schwangerschaftsabbruch gestritten. Dabei zanken Christen mit Feministinnen und debattieren Anhänger der AfD mit Roten und Grünen darüber, was höher zu gewichten sei: das Recht auf Leben eines Ungeborenen oder die Selbstbestimmung der Frau. Im Zentrum der Debatte steht der Paragraf 219a. Dieser verbietet Werbung beziehungsweise Information über Schwangerschaftsabbrüche. Cornelia Möhring, die für die Linke im Bundestag sitzt, möchte ihn abschaffen: «Schwangerschaftsabbrüche müssen endlich aus der Tabuzone geholt werden, denn sie sind schon lange Realität.» Im vergangenen Jahr gab es rund deren 100 000. Straffrei sind sie allerdings nur unter bestimmten Umständen (siehe Zusatz).

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Vitaminsegen oder Agrarwüste

Foto: Susanne Aigner
Gesunde Äpfel? Vielfalt ist vom Aussterben bedroht

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Ob rote, gelbe, grüne oder süße und saure Äpfel – weltweit soll es etwa 20.000 Apfelsorten geben, 1.600 davon allein in Deutschland. Nur wenige Apfelsorten (Übersicht hier) werden in den Supermarktregalen angeboten: Sie heißen Granny Smith, Elstar, Glostar, Pink Lady, Golden Delicios und Braeburn.

Weltweit beschränkt sich die Apfelzüchtung nur noch auf wenige Elternsorten. Die daraus hervorgehenden Kultursorten unterliegen zumeist kommerzieller Nutzung. Jüngere, wie Golden Delicous, der inzwischen als wichtigste gelbgrüne Apfelsorte im Welthandel gilt, sind nicht mehr als 100 Jahre alt.

Jonagold, eine der häufigsten Apfelsorten weltweit, wurde Anfang der 1940er Jahre in den USA aus den Sorten Golden Delicious und Jonathan heraus gezüchtet. Auch Elstar kommt bei uns relativ häufig vor. Als ein Abkömmling von Golden Delicious entstand er Mitte der 1950er Jahre in den Niederlanden.

Dem gegenüber lassen sich alte Kultursorten wie der Gravensteiner bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In Deutschland einst weit verbreitet, sind viele dieser Sorten vom Aussterben bedroht, weil sie den EU-Normen nicht genügen.

Die Reduzierung auf nur wenige Apfelsorten geht auch mit einem Gen-Verlust einher, der gravierende Folgen haben kann. Werden zum Beispiel Elternsorten von Krankheiten befallen, stehen keine widerstandsfähigen und krankheitsresistenten Gene mehr zur Verfügung.

Das Pomarium Anglicum in Schleswig-Holstein will dieser Entwicklung entgegenwirken. Seit Mitte der 1980er Jahre sammelt der Apfelkundler Meinolf Hammerschmidt alte Apfelsorten. In der Nähe von Flensburg gründete er eine Baumschule, anfangs mit alten Sorten, die er im Dorf vorfand. Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus der Baumschule ein beachtliches Freilichtmuseum mit 700 Apfel-, aber auch zahlreichen Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten sowie Themengärten, Gartenstuben und Laubengängen.

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Rechtsphilosoph: „Kreuz im Klassenzimmer ist schwer zu rechtfertigen“

foto: heribert corn Stefan Hammer, Professor für Rechtsphilosophie, hält es für ein Problem, dass der säkulare demokratische Staat eigentlich immer nur religiöse, nicht aber nichtreligiöse Weltanschauungen einbezieht.

Stefan Hammer über Gott in der Schule, Kopftuchverbote und die Pflicht zum Ethikunterricht nur für Religionsabmelder

Lisa Nimmervoll | derStandard.at

Das Thema Religion taucht in der Politik immer wieder auf. Besonders oft im Zusammenhang mit Integrationsfragen, aber auch in der Bildungspolitik. Stichwörter: Kreuz, Kopftuch, Ethikunterricht. Zugleich wächst die Gruppe der Konfessionsfreien bzw. Nichtgläubigen am stärksten. Die Vortragsreihe „Fachdidaktik kontrovers“, in Kooperation von Philosoph Konrad Paul Liessmann und dem STANDARD organisiert, widmet sich daher der Frage „Wie viel Gott braucht die Schule? Über das Verhältnis von Religion und Bildung“. Zum Auftakt spricht Rechtsphilosoph Stefan Hammer am Mittwoch (17 Uhr, NIG, Hörsaal 3D, Universitätsstraße 7) zum Thema „Schulunterricht nur über oder auch in Religion: Was verhilft zur gebildeten Selbstbestimmung?“.

STANDARD: Der Titel der Vortragsreihe lautet: „Wie viel Gott braucht die Schule?“ Ich adaptiere die Frage für den Juristen: Wie viel Gott darf denn in die Schule in einem an sich säkularen Staat hinein?

Hammer: Säkularer Staat heißt ja nicht laizistischer Staat. Ein säkularer Staat grenzt Religion nicht aus, sondern lässt sie grundsätzlich im öffentlichen Raum, und damit auch in der Schule, zu – aus dem Verständnis heraus, dass auch Religionen etwas zum säkularen politischen Diskurs beitragen können. Nur muss das auf einer religiös und weltanschaulich neutralen Basis geschehen.

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Magazin „AOK On” (04/2018): AOK-Sprache 2018 – „autistische Zombies“, entschuldigen will man sich nicht

Magazin „AOK On” (04/2018) Bild: Screenshot: bb
Die Krankenkasse AOK spricht in Ihrem Magazin „AOK On” (04/2018) von „autistischen Zombies“ und diskriminiert und beleidigt damit alle autistischen Menschen und deren Angehörige.

Der eigentliche Skandal ist aber, dass die AOK keine Entschuldigung im nächsten AOK-On Magazin abdrucken möchte!

Autismus – per Definition eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Viele Betroffene und Angehörige leiden vor allem durch das mangelnde Verständnis der Mitmenschen und deren Reaktionen auf diese Behinderung. Aus diesem Grund versuchen Organisationen, Vereine, Betroffene und viele weitere auf das Thema Autismus und die damit verbundenen Schwierigkeiten aufmerksam zu machen.

Als Eltern eines dreijährigen Sohnes mit frühkindlichem Autismus, oft auch als schwere Form des Autismus bezeichnet, versuchen wir alles für eine bestmögliche Zukunft für ihn und alle Menschen mit Autismus zu erreichen. Täglich kämpfen wir gegen Vorurteile, Stereotypen in den Köpfen der Menschen und Unverständnis. Natürlich ist hierfür auch die Unwissenheit über die Art der Behinderung verantwortlich. Umso mehr schmerzt es dann, wenn – und noch dazu von einer Krankenkasse – von autistischen Zombies gesprochen wird. Dies ist nicht nur verletzend, sondern auch der Aufklärung der Gesellschaft wird hierdurch geschadet.

Eine Behinderung als beschreibendes Adjektiv für einen Zombie zu verwenden ist nicht nur geschmacklos, es verstärkt falsche Assoziationen mit Autismus und erschwert die Inklusion.

Die AOK hat – nach einem Aufschrei in den sozialen Medien – zugegeben, dass der Ausdruck ein Fehler war. Hierüber informiert ein lapidarer Tweet der @AOK_Gesundheit mit 240 Zeichen.

Eine Entschuldigung im nächsten Magazin abzudrucken wird weiterhin abgelehnt.

Wir fordern eine Entschuldigung/Gegendarstellung in der nächsten Printausgabe, dem Medium in dem die Verfehlung passiert ist. 

Ein Tweet ist weder ausreichend noch angemessen und erreicht auch nicht die Leser der jetzigen Ausgabe.

Link zur Petition

Warum wir einen linken Populismus brauchen

Grafik: TP
Jenseits von Gauland und Wagenknecht: Ein Versuch, die progressiven Kräfte gegen den postpolitischen Konsens zu mobilisieren

Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Menschen können das Schicksal nur unterstützen, sich ihm aber nicht widersetzen … Sie können seine Fäden spinnen, nicht aber zerreißen. Doch dürfen sie sich nie selber aufgeben. Da sie die Absicht des Schicksals nicht kennen und dieses auf krummen und unbekannten Pfaden wandelt, so sollen sie immer Hoffnung haben … in welcher Lage und in welcher Not sie auch sein mögen.

Niccolò Machiavelli, „Discorsi“

„Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Jahren die zentrale Achse des politischen Konflikts zwischen Rechtspopulismus und Linkspopulismus verlaufen wird. Darum ist es zwingend notwendig, dass die progressiven Schichten begreifen, wie bedeutend es ist, an diesem Konflikt teilzunehmen.“ – Dies ist die zentrale These, mit der die in Großbritannien lehrende belgische Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe jetzt in die politische Debatte um die Zukunft der liberalen Demokratien eingreift und einen „linken Populusmus“ fordert.

Populismus sei keineswegs eine „Perversion der Demokratie“. Nur die Verteidiger des neoliberalen Status Quo würden versuchen, jeden Populismus und alle Opposition zum „post-politischen Konsens“ als extremistisch zu disqualifizieren. So argumentiert Mouffe in ihrem neuen, jetzt bei Suhrkamp erschienen Buch: Für einen linken Populismus.

Brauchen wir einen „Linken Populismus“? Und was heißt das überhaupt?

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fowid: Weniger Kirchenmitglieder, mehr Konfessionsfreie

fowid
Im Jahr 2017 verlor die römisch-katholische Kirche 269.000 Mitglieder in Deutschland, die evangelische Kirche (EKD) sogar 394.000. Die Gruppe der konfessionsfreien Menschen wuchs um 499.000 Personen an, die Gruppe der konfessionsgebundenen Muslime um 105.000. Dies geht aus einer Übersicht der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) hervor, die aktuell auf der Website der Forschungsgruppe veröffentlicht wurde.

GBS | hpd.de

Nach fowid-Angaben stellten die Konfessionsfreien 2017 mit 37 Prozent den größten Bevölkerungsanteil in Deutschland. Mit deutlichem Abstand folgen die Katholiken (28 Prozent), die Protestanten (26 Prozent), die konfessionsgebundenen Muslime (5 Prozent) sowie die Mitglieder sonstiger Religionsgemeinschaften (4 Prozent).

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Auf der Suche nach der guten Entfremdung – Slavoj Žižek über linke Politik

„Wir brauchen eine gut funktionierende Staatsbürokratie“, sagt Slavoj Žižek. (David Kohlruss)
Slavoj Žižek ist Psychoanalytiker, Kommunist – und einer der aufregendsten europäischen Philosophen der Gegenwart. Seit fast zwei Jahrzehnten arbeitet er daran, Lenins Thesen für die Gegenwart zu beleben. Wir fragen nach: Warum?

René Aguigah | Deutschlandfunk Kultur

Der Slowene Slavoj Žižek ist der Popstar der Philosophie – insbesondere in den englischsprachigen Medien ist er omnipräsent. In Deutschland ist er eher ein Feuilleton-Phänomen. Seine Theorien bewegen sich zwischen Lacan’scher Psychoanalyse, Hegelianischer Philosophie, marxistischer Gesellschaftskritik und dem politisch Unbewussten des Hollywoodkinos. Seine Publikationsliste ist kaum überschaubar – in seinem neuen Buch „Lenin heute“ wendet er sich wieder einem seiner liebsten Protagonisten des 20. Jahrhunderts zu, an dem er sich seit geraumer Zeit intellektuell abarbeitet.

Eine Art Best-Of unseres Gesprächs:

Was ihn an Lenin interessiert:

„Zwei Momente in Lenins Leben faszinieren mich: Was machte Lenin nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs? Er geht in die Schweiz, um Hegel-Logik zu lesen. Das brauchen wir heute. Wir sind in so einem Nullzustand. Wir müssen ganz neu beginnen. Die Marxisten sagten immer: Die Philosophen haben die Welt immer nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Vielleicht sollten wir als gute Marxisten heute das genaue Gegenteil bestätigen: Vielleicht versuchten wir im 20. Jahrhundert die Welt zu schnell zu verändern? Jetzt ist ein Moment, die Welt neu zu interpretieren: Was geschieht heute? Was ist in China – neuer Kapitalismus, noch immer Kommunismus?

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UN wählen autoritäre Staaten in Menschenrechtsrat

Die UN-Vollversammlung hat mehrere Staaten, in denen Gewalt herrschen und autoritäre Politiker regieren, in den Menschenrechtsrat gewählt.

evangelisch.de

Unter den 18 am Freitag in New York neu bestimmten Mitgliedern des UN-Menschenrechtsrates befinden sich Eritrea, Kamerun, Somalia, Bahrain, die Philippinen und Bangladesch.

Eritrea etwa gilt als besonders harte Diktatur, aus der laut den Vereinten Nationen viele Menschen nach Europa fliehen. Der Rat mit Sitz in Genf ist das höchste UN-Gremium zum Schutz der Menschenrechte, derzeit sind auch China, Saudi-Arabien und die Demokratische Republik Kongo Mitglieder.

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Is the latest ‘proof’ of homeopathy fraudulent?

On Twitter and elsewhere, homeopaths have been celebrating: FINALLY A PROOF OF HOMEOPATHY HAS BEEN PUBLISHED IN A TOP SCIENCE JOURNAL!!!

By Edzard Ernst

Here is just one example:

#homeopathy under threat because of lack of peer reviewed studies in respectable journals? Think again. Study published in the most prestigious journal Nature shows efficacy of rhus tox in pain control in rats.

But what exactly does this study show (btw, it was not published in ‘Nature’)?

The authors of the paper in question evaluated antinociceptive efficacy of Rhus Tox in the neuropathic pain and delineated its underlying mechanism. Initially, in-vitro assay using LPS-mediated ROS-induced U-87 glioblastoma cells was performed to study the effect of Rhus Tox on reactive oxygen species (ROS), anti-oxidant status and cytokine profile. Rhus Tox decreased oxidative stress and cytokine release with restoration of anti-oxidant systems. Chronic treatment with Rhus Tox ultra dilutions for 14 days ameliorated neuropathic pain revealed as inhibition of cold, warm and mechanical allodynia along with improved motor nerve conduction velocity (MNCV) in constricted nerve. Rhus Tox decreased the oxidative and nitrosative stress by reducing malondialdehyde (MDA) and nitric oxide (NO) content, respectively along with up regulated glutathione (GSH), superoxide dismutase (SOD) and catalase activity in sciatic nerve of rats. Notably, Rhus Tox treatment caused significant reductions in the levels of tumor necrosis factor (TNF-α), interleukin-6 (IL-6) and interleukin-1β (IL-1β) as compared with CCI-control group. Protective effect of Rhus Tox against CCI-induced sciatic nerve injury in histopathology study was exhibited through maintenance of normal nerve architecture and inhibition of inflammatory changes. Overall, neuroprotective effect of Rhus Tox in CCI-induced neuropathic pain suggests the involvement of anti-oxidative and anti-inflammatory mechanisms.

END OF QUOTE

I am utterly under-whelmed by in-vitro experiments (which are prone to artefacts) and animal studies (especially those with a sample size of 8!) of homeopathy. I think they have very little relevance to the question whether homeopathy works.

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Paragraf 219a ist ein Fall für Karlsruhe

Die Gießener Ärztin Kristina Hänel im Gerichtsgebäude (Foto: dpa)
Es geht im Prozess gegen Kristina Hänel schon lange nicht mehr nur um sie. Es geht darum, ob das Werbeverbot für Abtreibung Frauen in einer Notlage in noch größere Nöte bringt. Das sollte das Bundesverfassungsgericht endlich klären.

Von Michaela Schwinn | Süddeutsche Zeitung

Große Hoffnungen hatte Kristina Hänel in die heutige Verhandlung vor dem Landgericht Gießen gelegt. Denn das Urteil, das ein Amtsgericht im vergangenen Jahr gesprochen hatte, wollte sie einfach nicht hinnehmen. 6000 Euro sollte die Allgemeinmedizinerin zahlen, weil sie auf ihrer Website über eine ihrer Tätigkeiten informierte: den Abbruch von Schwangerschaften. Damit verstieß sie gegen Paragraf 219a des Strafgesetzbuchs, das Werbeverbot bei Abtreibungen, damit machte sie sich nach dem Urteil des Amtsgerichts Gießen strafbar. Aber Hänel ging in Berufung.

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