Archiv der Kategorie: Humanismus

Bundespolizei wusste von Übergriffen auf Flüchtlinge

Polizei © Marco_Broscheit @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Scheinbar wusste die Bundespolizeidirektion schon seit Monaten über mögliche Misshandlungen in der Hannoveraner Bahnhofswache. Aber erst nach dem öffentlichen Bekanntwerden wurde eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Der Staatsanwaltschaft sind die Medienberichte dennoch ein Dorn im Auge.


MiGAZIN

Bei der Bundespolizeidirektion Hannover war offenbar schon seit Monaten bekannt, dass sich in der Bahnhofswache verdächtige Vorfälle häuften. Vorgesetzte aus der betroffenen Wache hätten die Direktion gebeten, ein Ermittlungsteam mit der Aufklärung zu beauftragen, berichtet das Magazin Der Spiegel unter Berufung auf Polizeikreise.

Es sei darauf hin jedoch nichts geschehen. Anfang Mai erstatteten zwei Polizisten bei der Staatsanwaltschaft Hannover Anzeige gegen einen Kollegen aus dieser Dienstgruppe. Der Bundespolizist soll zwei Migranten in Polizeigewahrsam misshandelt und einem Kollegen eine Waffe an den Kopf gehalten haben.

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Atheistenpreis für “Bad Religion”-Sänger Greg Graffin

Bad Religion

Promovierter Evolutionsbiologe ist er, aber auch eine Punkrock-Ikone. Jetzt erhielt „Bad Religion“-Sänger Greg Graffin in Köln den Atheistenpreis.


Von Thomas Mader|WAZ

Eine Punkrock-Ikone stellt man sich, nun ja, unfrisierter vor. Ordentliche schlohweiße Haare (mit 50 Jahren), ein unscheinbares Hemd und Wanderturnschuhe – äußerlich entspricht der Amerikaner Greg Graffin eher dem Klischee seiner anderen Profession: Der „Bad Religion“-Sänger ist auch promovierter Evolutionsbiologe. In Köln verlieh ihm am Samstag der „Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten“ seinen Preis „Sapio“ – weil Graffin es sich zur Mission gemacht hat, für Selbstbestimmung und gegen Denkverbote einzutreten.
Punk für eine bessere Gesellschaft

In seinem neuen Buch „Population Wars“ (etwa „Kriege der Völker“) zum Beispiel, das im September erscheint, will Graffin zeigen, dass es nicht um Sieg oder Ausrottung geht, wenn Bakterien oder Tiere sich bekämpfen, dass das Bild vom Krieg als Treiber der Evolution falsch ist.

„Wenn eine Population sich erst mal etabliert hat, ist sie nur sehr schwer auszulöschen. Viel öfter enden Konflikte mit Assimilation.“ Und wären Kriege, wie Menschen sie führen, nicht vermeidbar, wenn wir einen neuen Blick darauf gewännen?

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CDU-Konservative wehren sich gegen Homo-Ehe

Homo_KauderDie Union ist bei der Homo-Ehe tief gespalten. Die Konservativen pochen auf den Koalitionsvertrag. Andere fürchten, man könne von der Rechtsprechung überholt werden und machen Druck auf die Kanzlerin.


stern.de

Mit Verweis auf den Koalitionsvertrag hat der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl Forderungen auch aus der eigenen Partei nach einer Gleichstellung Homosexueller abgelehnt. “Wir sollten uns an unsere Verabredungen halten”, sagte Strobl der “Frankfurter Rundschau”.

Der CDU-Landesvorsitzende aus Baden-Württemberg bezeichnete den Ruf der Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes, Christine Lüders, nach einer fraktionsübergreifenden Bundestagsinitiative als falschen Weg. Das Parlament müsse berechenbar bleiben und dürfe nicht mit Zufallsmehrheiten operieren, argumentierte Strobl.

Nach dem Ja der katholisch geprägten Iren für die völlige Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe von Mann und Frau melden sich auch in der Union die Befürworter einer Reform zu Wort. “Die Öffnung der Ehe hätte natürlich für viele gleichgeschlechtliche Liebende und weit darüber hinaus einen ungeheuren Symbolcharakter”, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann der “Tageszeitung”. Am Ende werde man angesichts der bewussten Trennung von Kirche und Staat in Deutschland zu keinem anderen Ergebnis kommen als die Iren bei ihrem Referendum.

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So begründet Peter Singer Tötung behinderter Babys

Foto: Wikipedia/Joel Travis Sage/ CC BY 3.0 Der australische Philosoph Peter Singer kämpft für die Rechte von Tieren. Hoch umstritten ist er, weil er die Tötung behinderter Säuglinge nicht zwangsläufig als “Unrecht” betrachtet

Gegen eine Preisverleihung für den Tierrechtler Peter Singer heute in Berlin gibt es Widerstand. Ihm wird geistige Nähe zu Nazis attestiert. Seine Schriften zeigen: Der Vorwurf ist schwer zu halten.


Von Ulli Kulke|DIE WELT

Peter Singer könnte ein Star sein in der politisch korrekten Welt. Der australische Philosoph ist einer der weltweit bekanntesten Tierrechtler, der Affen auf eine Stufe mit Menschen stellt, Leib und Leben von beiden denselben Schutz zukommen lassen will. Singer spricht sich aber auch für die Aufnahme von viel mehr Flüchtlingen in den reichen Ländern aus, selbst wenn es dort für die Menschen dann ungemütlicher wird. Er plädiert für weniger Kino- oder Restaurantbesuche, um mehr an die Dritte Welt spenden zu können. Aus alldem fügt sich sein Gesamtkonzept des Utilitarismus – das Bemühen, den Nutzen für alle Lebewesen gleichzustellen und ihn zu mehren, ohne Unterschiede zwischen Ethnien, aber eben auch nicht zwischen Arten, zwischen Tier und Mensch.

So weit, so gut. Da sollte der Beifall eigentlich groß sein in der Szene, wenn der Philosoph an diesem Dienstag in der Berliner Wissenschaftsarena Urania einen Preis bekommt für sein Engagement, insbesondere für das “Great Ape Project” (Projekt für große Affen), das unter dem Motto “Menschenrechte für Menschenaffen” steht. Der Name der Auszeichnung: Peter-Singer-Preis, gestiftet vom Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e.V.

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Schmidt-Salomon sagt Laudatio auf Peter Singer ab

M. Schmidt-Salomon, Bild: BB

M. Schmidt-Salomon, Bild: BB

Der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, hat seine Beteiligung am Festakt zur Verleihung eines Tierschutzpreises an den australischen Philosophen Peter Singer abgesagt.


giordano bruno stiftung

Grund ist ein aktuelles Interview mit Singer, das die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) am gestrigen Sonntag veröffentlichte: „Peter Singer hat in diesem Interview Positionen vertreten, die meines Erachtens nicht nur im Widerspruch zu einem humanistisch-emanzipatorischen Politikverständnis, sondern auch im Widerspruch zu seinen früheren Standpunkten stehen“, sagte Schmidt-Salomon. „In dieser Situation muss ich die Reißleine ziehen, denn ich kann keine Laudatio auf einen Preisträger halten, bei dem ich nicht einschätzen kann, welche Positionen er tatsächlich vertritt.“

Michael Schmidt-Salomon hob in seinem Statement hervor, „dass Peter Singer die ethische Debatte über Tierrechte, Anti-Diskriminierung, Bekämpfung der absoluten Armut, Schwangerschaftsabbruch und Sterbehilfe befruchtet hat wie kaum ein anderer Philosoph weltweit“. Seine Impulse für eine zeitgemäße ethische Debatte seien unverzichtbar, seine aktuellen Äußerungen jedoch unverständlich, wenn nicht gar unverantwortlich: „Falls Peter Singer tatsächlich die Auffassungen vertritt, die in dem aktuellen NZZ-Interview zum Ausdruck kommen, muss man seine Argumente nicht nur auf philosophischer, sondern auch auf politischer Ebene entschieden kritisieren.“

Peter Singer hatte in dem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung erklärt, dass die Geburt „keine scharfe Grenze“ markiert und „andere Faktoren“ entscheidend sind, etwa „ob das Kind Schmerz empfindet oder Selbstbewusstsein entwickelt“. Ein „Frühgeborenes im Alter von 23 Wochen“ habe „keinen anderen moralischen Status als ein Kind mit 25 Wochen in der Gebärmutter“. Die NZZ fasste dies – von Singer unwidersprochen – mit den Worten zusammen: „Ein Neugeborenes halten Sie nicht für schützenswerter als einen Embryo.“

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Digital Anthropologists Explore What It Means to Be a Human in a Dataverse

Image: DaC3

Image: DaC3

Hannah Redler wants to examine how humans own and control their information within a dataverse. “We wanted to look at the human at the centre of all the technology and data,” she told me. “It isn’t just about being tech-savvy, but about how technology affects us in our everyday lives.”


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

Redler is the curator in residence for the Data as Culture 3 exhibit, currently on show at the UK’s Open Data Institute, which promotes public engagement with open data. For this year’s exhibit, titled “Data Anthropologies,” current artists in residence Alison Craighead and Jon Thomson are showing documentary-led artworks that focus on how humans are dealing with an increasingly data-dense digital environment.

The duo’s past and most recent works, based on freely available data, are dotted around ODI’s office space. Inside the reception area, you’ll glimpse “Six Years of Monday,” featuring an alternative, split-screen view onto a series of time-lapse recordings of the weather. The images come from a collection of footage painstakingly taken by a Scottish man from his window every Monday from 6 AM to 6 PM since 2006 in the Scottish Kingdom of Fife.

Venture further into the office, and you’ll see an older piece from 2004 called “Decorative Newsfeed” that shows a series of live news headlines rotating like digital snakes around a screen. “Corruption” features a frame from a corrupt video file on a photographic lightbox, and “Voyager” offers a curiously analogue take on the first man-made probe to venture into our solar system. The piece is a woodblock print displaying a selection of then UN secretary general’s greeting messages to the roaming probe.

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Happy Towel Day

all3dp.com

 

Kurt Gödel: “Die Philosophie ist heute bestenfalls dort, wo die Mathematik zur Zeit der Babylonier war”

Die Philosophen Herbert Feigl und Moritz Schlick (r.) in Bademänteln am Ufer des Millstätter Sees.© Institut Wiener Kreis

Er existierte nur von 1924 bis 1936 – der “Wiener Kreis”, dem nun erstmals eine Ausstellung zuteil wird. Doch diese zwölf Jahre hatten “so viel geistesgeschichtliche Dramatik in sich, dass es Tolstoi oder Shakespeare gebraucht hätte, um das entsprechend darzustellen”, sagt der Mathematiker Karl Sigmund, der die Schau an der Universität Wien mit dem Zeithistoriker Friedrich Stadler kuratiert hat.


Von Heiner Boberski|Wiener Zeitung

Deren Untertitel, “Exaktes Denken am Rand des Untergangs”, weist bereits darauf hin, wie schwer es diese Vertreter der Vernunft und Logik damals hatten, ehe ihr Zirkel tragisch endete.

In einem Pressegespräch zur Ausstellung, die bis 31. Oktober läuft, nannte Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, die in Amerika als “Vienna Cercle” wohlbekannte Gruppe nach heutigem Sprachgebrauch eine “Forschungsplattform”, in der im besten Sinn interdisziplinär gearbeitet wurde: Hier hätten Mathematiker und Philosophen, Physiker und Sozialwissenschafter miteinander reden und Ideen entwickeln können, die bis heute Gültigkeit haben.

Wittgenstein und Gödel

Im Eingangsraum sind die führenden Köpfe der Gruppe abgebildet: Philipp Frank, Otto Neurath, Rudolf Carnap, Herbert Feigl, Moritz Schlick, Friedrich Waismann, Kurt Gödel, Hans Hahn, Karl Menger. 1924 initiierte der Philosoph Moritz Schlick mit dem Mathematiker Hans Hahn und dem Sozialreformer Otto Neurath den “Wiener Kreis des Logischen Empirismus”, der sich jeden zweiten Donnerstag im Seminarraum für Mathematik in der Boltzmanngasse 5 traf, gefolgt von “Nachsitzungen” im nahen Café Josefinum. Als geistige Vorläufer des Zirkels stellt die Schau den Physiker und Philosophen Ernst Mach (1838-1916) und den Physiker Ludwig Boltzmann (1844-1906) vor. Kontakt zum “Wiener Kreis” hatten auch die Mathematikerinnen Olga Hahn-Neurath und Olga Taussky sowie Philosophen wie Bertrand Russell, Ludwig Wittgenstein oder Karl Popper. Unter den in der Schau gezeigten Autographen fällt die handschriftliche Einfügung Wittgensteins in eines der drei originalen Typoskripte seines “Tractatus” auf: “und es ist nicht verwunderlich, dass die tiefsten Probleme eigentlich keine Probleme sind”.

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Kirche in Irland zieht nach Referendum zu “Homo-Ehe” erste Bilanz

Ratzinger_Homo

Das Ja zur “Homo-Ehe” in Irland lässt nach den Worten des Erzbischofs von Dublin, Diarmuid Martin, einen “substanziellen Riss zwischen der katholischen Kirche und der Gesellschaft” erkennen. Den deutlichen Ausgang des Referendums zur rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe bewertete Martin am Sonntag im Interview der Internetplattform “Vatican Insider” als Zeichen für eine “Kulturrevolution”.


kathweb

Die Iren stimmten mit einer Mehrheit von knapp 62 Prozent für einen Verfassungszusatz wonach “Ehe zwischen zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht” geschlossen wird. Die Gegner räumten bereits kurz nach Beginn der Stimmenauszählung ihre Niederlage ein. Die Regierung in Dublin hat nun den Auftrag, die Verfassung des katholisch geprägten Landes entsprechend zu ändern. Damit ist weltweit erstmals durch einen Volksentscheid die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe eingeleitet.

Irlands Premierminister, der Katholik Enda Kenny, sprach in einer ersten Reaktion von einer “Pioniertat”. Die hohe Wahlbeteiligung zeige, wie wichtig solche politischen Veränderungen seien, so der Chef der christdemokratisch orientierten “Fine Gael”-Partei. Von den 3,2 Millionen stimmberechtigten Iren machten rund 65 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Der frühere Chef der mitregierenden Labour-Partei, Eamon Gilmore, sprach von einem “nationalen Akt der Inklusion”, der selbst homosexuelle Gesundheitsminister Leo Varadkar von einer “sozialen Revolution”.

Martin: Jugendpastoral prüfen

Irlands katholische Kirche, in den zurückliegenden Jahren durch die Aufdeckung zahlreicher Missbrauchsfälle in ihrem Ansehen geschwächt, hatte sich bis zuletzt gegen das Ansinnen des Referendums gestemmt. Dem Resultat sei zu entnehmen, dass nicht nur sehr viele junge Menschen mit Ja gestimmt hätten, sondern auch viele noch kirchlich gebundene Iren, hob Erzbischof Martin hervor. Welche genauen Konsequenzen die Kirche aus diesem Ergebnis ziehen müsse, stehe noch nicht fest; sicher gelte es, die Jugendpastoral auf den Prüfstein zu stellen.

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Wie die Philosophie “weißgewaschen” wurde

Scan aus dem Buch “My bondage and my freedom” des Schrifstellers und Abolitionisten Frederick Douglass

Vor 200 Jahren wurde am Wiener Kongress der Sklavenhandel abgeschafft. Das lag weniger an der Philosophie der Aufklärung und mehr an politisch-ökonomischem Kalkül. Denn die “großen, weißen Aufklärer” kümmerten sich wenig um die schwarze Sklaverei. Das hat Folgen bis heute: Der Kanon der Philosophie wurde “weißgewaschen”.


Von Aaron Salzer|science.ORF.at

Dies meint der Philosoph Nathaniel Adam Tobias Coleman vom University College London im Gespräch mit science.ORF.at. Bei Coleman berühren sich wissenschaftliches Interesse und biografischer Hintergrund. Er streicht seinen Namen durch, weil sich dahinter die Geschichte der Sklaverei verbirgt. In dem Namen sei die historische Hoffnung weißer Sklavenhalter eingeschrieben, ihren Sklavenbestand beständig zu erweitern.

“Weiße Menschen haben quasi Sklaven gezüchtet. Sie haben den Nachwuchs ihrer afrikanischen Sklavinnen Namen gegeben. Also eine Art Emblem, um ihren Besitzanspruch geltend zu machen. Heute besitzt diesen Nachwuchs zwar niemand mehr. Aber die Hoffnung auf den Besitzanspruch lebt in den Namen weiter.”

“Afrikaner sind Philosophen”

Im Rahmen des Wiener Kongresses wurden 1814/15 die Herrschaftsverhältnisse und Grenzen Europas neu geordnet. Dabei wurde auch der Handel mit Sklaven weltweit verboten. Umgesetzt wurde das allerdings erst schleppend in den Jahrzehnten danach: 1888 beendete Brasilien als letztes den Sklavenhandel.

Großbritannien war jenes Land, welches am Wiener Kongress von den anderen Teilnehmern forderte, den Sklavenhandel abzuschaffen – so wie es das Empire bereits 1807 getan hatte. Nach dem Beschluss hätten sich die Großmächte selbst auf die Schulter geklopft und dies als plötzliche Einsicht in die Prinzipien von Humanität und universeller Moral beschrieben, sagt Coleman. Dabei stellten sie sich nicht mehr als Sklavenhalter dar, sondern als Emanzipatoren.

Das und anderes entlarvt sich bei genauerer Betrachtung als “Weißwaschung” der Geschichte: Neben der beschönigenden emanzipatorischen Darstellung gebe es auch die Vorstellung, dass “große weiße Männer” einmal Argumente lieferten, um die Sklaverei zu rechtfertigen und dann ihre Meinung änderten und aufforderten, Afrikanern zu helfen und zu sagen: Sklaverei sei verkehrt.

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Forget Jesus on Toast. There’s a Humanist in a Tomato

Image: Friendly Atheist

I had given up on this whole atheism thing after Christians kept finding Jesus on their toast.

But Redditor Masaharta found the Humanist symbol in a tomato and now the whole world makes sense again!


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

It’s a sign that Humanists love fruits.

Or vegetables.

Screw it, I can never remember. But I’m sure it means we should all go vegetarian or something.

After all, we can’t forget the sign from the watermelon.

PM thanks Obama for blocking UN nuclear disarmament move

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
bearb.:BB

Netanyahu calls Kerry to convey gratitude after US rejects NPT document setting deadline for Mideast nuke conference


By AP and Times of Israel staff

Prime Minister Benjamin Netanyahu thanked US President Barack Obama on Saturday for blocking a UN move aimed at forcing Israel to come clean on its nuclear capabilities en route to a Middle East zone free of nuclear weapons.

Netanyahu spoke with US Secretary of State John Kerry and asked him to convey his gratitude to Obama for the stance the US took at the United Nations review conference for the Non-Proliferation Treaty in New York. The US late Friday rejected the New York meeting’s final document, as did the UK and Canada.

Israel is not a party to the treaty and has never publicly declared what is widely considered to be an extensive nuclear weapons program. The UN meeting had been set to convene a conference by next March, and appoint a special emissary, that might have forced Israel to acknowledge its nuclear program.

Netanyahu, who had been in contact with the US in the course of the UN meeting, also thanked Britain and Canada for their opposition to the final document, the Prime Minister’s Office said in a statement.

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Sachsen: Die Linke fordert Gender-Unterricht an Schulen

Bild: FB

Bild: FB

Die Fraktion Die Linke im sächsischen Landtag fordert eine „Modernisierung“ des Sexualkundeunterrichts an Schulen. So sollten Schüler künftig verstärkt über die „Vielförmigkeit sexuellen Lebens“ und die „Pluralisierung der Lebensstile“ aufgeklärt werden, heißt es in einem Antrag an die Staatsregierung.


kath.net

Damit wolle man einer bloßen Einteilung der Menschen in Männer und Frauen sowie einer Diskriminierung anderer Geschlechtsidentitäten entgegenwirken.

Die geschlechtliche Identität könne sich je nach Lebenslage ändern, heißt es in dem Papier. Sie könne mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen, „sie muss es jedoch nicht“. Die Vorgaben im „Orientierungsplan für die Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen“ aus dem Jahr 2006 entsprächen nicht mehr „dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis und der Praxis tatsächlicher Gleichstellung“.

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Aufruf: Gegen die Hexenjagd auf Peter Singer!

Wir wollen hier Peter Singers Ethik nicht im Einzelnen verteidigen – Kritik daran finden wir legitim – den Aufruf des Aktionsbündnisses ‚Kein Forum für Peter Singer‘ halten wir jedoch für niveaulos und inakzeptabel.

Die Hexenjagd auf Peter Singer ist nicht progressiv!

Dieser Aufruf versucht Peter Singers Beitrag zum (Präferenz-)Utilitarismus und zur Tierethik mit dem Vorwurf der Behindertenfeindlichkeit komplett zu negieren, rückt ihn dabei in die Nähe von Naziverbrechern und fordert schließlich, ihm das Recht auf Redefreiheit und auf die Verbreitung (offenbar aller) seiner Ideen zu entziehen (Zitat: Leute wie Peter Singer „sollten ihre Ideen nicht öffentlich verbreiten können“.) Es wird unterstellt, Singer würde Positionen vertreten, die inhaltlich in der Nähe der „Ideologie und Praxis […] des Nationalsozialismus“ anzusiedeln wären. Eine Unterstützerin des Peter-Singer-Bashings fordert: „Der Typ gehört an die wand und weg knallen. Fertig“. Wir halten das alles für reichlich überzogen. Ob man Singer einen Preis für sein Engagement für Tierleidverminderung verleihen sollte, darüber kann man streiten, aber eine emotionalisierte Hexenjagd zu veranstalten halten wir nicht für progressiv und auch nicht für links. Wir finden es ist durchaus rechtfertigbar, Veranstaltungen mit rein hetzerischer Absicht zu stören und zu verhindern – Peter Singer ist aber kein Nazi, sondern ein analytischer Moralphilosoph. Der analytischen Moralphilosophie geht es aber eben nicht einfach um politische Bekenntnisse, sondern sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch selbstverständliche Dinge zu hinterfragen. In einer Gesellschaft, die dies nicht aushält und die nicht akzeptieren kann, dass Andersdenkende ihre Meinung äußern dürfen, wollen wir nicht leben. Stattdessen muss eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Singers Ethik stattfinden, die mehr zu bieten hat, als dekontextualisierte Zitate, die vermeintlich für sich selbst sprechen. Dabei den Problemhintergrund, vor dem Singer schreibt, überhaupt nicht zu berücksichtigen, sondern mit Sätzen wie: „Wir haben ja nichts gegen Tierschutz, aber…“ abzutun, scheint uns methodisch fraglich.

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Dante Alighieri: Der einzige Zeuge

Dante Alighieri, hineingestellt in die Motive seiner „Göttlichen Komödie“. So malte es 1465 Domenico di Michelino (1417-1491) in der Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz. Foto: Imago

Zu seinem 750. Geburtstag eine Erinnerung an Dante Alighieri, Autor der Bauanleitung für ein christliches Universum und rasch entschlossener Richter über die Toten.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Dante ist kein Autor zum Lesen. Er ist es schon darum nicht, weil er vor 750 Jahren – im Sternzeichen des Zwilling, also irgendwann zwischen dem 22. Mai und dem 21. Juni – geboren wurde. Es muss sehr viel erklärt werden, um Lesern über diesen Abstand hinüber zu helfen.

Man liest Dante nicht, man studiert ihn

Aber Dante war schon seinen Zeitgenossen ein schwer zu entziffernder Autor. Gar zu viel stopfte er in seine Verse. Er hat darum gerne das Genre der Selbstinterpretation gepflegt, also ausführliche Kommentare zu seinen eigenen Gedichten vorgelegt. Die dienten allerdings nicht dazu, das Verständnis zu erleichtern, sondern sie multiplizierten die Verständnismöglichkeiten. Wenn ein Gedicht an eine Geliebte dahingehend erläutert wird, dass mit der Geliebten die Philosophie gemeint sei, dann explodiert jedes Wort darin und zerfällt in sehr viele neue Bedeutungen. Was das für Übersetzungen bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Wer Dante auf Deutsch lesen möchte, dem ist zu empfehlen, mehrere Übersetzungen nebeneinander zu legen. Bei der „Göttlichen Komödie“ etwa die Übersetzungen von Kurt Flasch (S. Fischer Verlag) und die bei Reclam erschienene von Hartmut Köhler.

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“Der Schlüssel zum NSU liegt in Heilbronn”

Themenbild. netz-gege-nazis.de

Peter Ohlendorf, Jahrgang 1952, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete dann lange Jahre für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Heute produziert er in Freiburg mit einer eigenen Firma Dokumentarfilme. 2012 hatte sein Aufsehen erregender Enthüllungsfilm “Blut muss fließen. Undercover unter Nazis” über die europäische Szene der Nazi-Konzerte auf der Berlinale Premiere. 2014 startete er das NSU-Rechercheprojekt “Heilbronn-Komplex”.


Von Ralf Hutter|TELEPOLIS

Ende März starb im Kreis Karlsruhe eine ehemalige Zeugin des NSU-Untersuchungsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg. Sie war eine Vertraute eines noch wichtigeren Zeugen gewesen, der 2013 kurz vor seiner wohl endgültig brisanten Aussage zum NSU in seinem Auto verbrannte. Die Frau starb angeblich überraschend an einem Blutgerinnsel, das sich nach einem leichten Motorradunfall gebildet haben soll. Haben Sie Zweifel an der offiziellen Version?

Peter Ohlendorf: Grundsätzlich sollten wir als Journalisten und Journalistinnen Zweifel haben – gerade in dem Kontext. Gerade in Baden-Württemberg ist die Aufarbeitung des NSU leider überhaupt nicht so betrieben worden, wie es nötig gewesen wäre. Der Innenminister setzte eine “Ermittlungsgruppe Umfeld” ein – es ist schon seltsam, dass gerade die Behörden, die vieles nicht so ermittelt haben, wie es hätte sein sollen, aufgefordert wurden, sich selbst noch mal zu untersuchen, um festzustellen, ob etwas falsch gelaufen ist. Der Untersuchungsausschuss ließ sehr lange auf sich warten, was – und das ist nett formuliert – peinlich ist.

Es zeigt sich, dass es super wichtig ist, dass andere hineingucken. Der Untersuchungsausschuss tut das nun und wir von der journalistischen Seite sind dazu aufgerufen, da mit aller Skepsis ranzugehen – und natürlich auch mit kühlem Kopf. Ich bin ein absoluter Gegner von Verschwörungstheorien. Wir müssen gucken, wo wir Fakten ans Tageslicht bringen können – und da muss man sich schon fragen: Wie viele Zeugen sterben eigentlich noch auf schwer erklärbare Weise weg? Im neuesten Fall müssen wir die Obduktionsergebnisse abwarten, aber auch mit langem Atem drumherum recherchieren.

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Die Männerlüge: Entzauberung eines vermeintlichen Wunderhormons

Robin Haring Die Männerlüge  Verlag: Braumüller, Wien 2015 ISBN: 9783991001461 21,90 €

Robin Haring
Die Männerlüge
Verlag: Braumüller, Wien 2015
ISBN: 9783991001461
21,90 €

Testosteron macht männlicher und hilft gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer oder Diabetes? Frauen mit höherem Testosteronspiegel sind gieriger und misstrauischer? Mit solchen Mythen räumt der Epidemiologe Robin Haring im vorliegenden Buch auf.


Von Katharina Müller|Spektrum.de

Die Wahrheit ist, wie so oft, vielschichtiger und komplizierter. Es stimme zwar, schreibt Haring, dass Männer mit niedrigem Testosteronspiegel ein höheres Risiko tragen, zuckerkrank zu werden oder Herz-Kreis-Störungen zu erleiden. Diese Korrelationen machten Testosteron aber noch lange nicht zur Ursache dieser Erkrankungen. Bei Ratten beispielsweise, bei denen sich ein Diabetes manifestierte, sank der Testosteronspiegel erst nach der Diagnose. Und künstliche Testosterongaben senken laut klinischer Versuche nicht das Herz-Kreislauf-Risiko.

Daher, schreibt Haring, seien die Verheißungen der Testosterontherapien mit Vorsicht zu genießen. Diese könnten zwar bei manchen Männern die Libido verstärken, falls diese als mangelhaft empfunden wird, jedoch sei ein hoher Testosteronwert noch lange kein Garant für starken Geschlechtstrieb.

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Wie das katholische Irland sich revolutioniert

cartoon-herz

  • Irland ist das erste Land der Welt, dass die Homo-Ehe per Volksabstimmung einführt.
  • Das Ergebnis zeigt: Das katholische Land hat sich rasant gewandelt.
  • Die Gründe sind vielfältig: junge Einwohner, Skandale der Kirche – und die schwere Finanzkrise.


Von Björn Finke|Süddeutsche.de

Es ist nicht nur eine Volksabstimmung, es ist eine soziale Revolution. Sagt der irische Gesundheitsminister Leo Varadkar. Und tatsächlich ist es revolutionär, was die 4,5 Millionen Iren nun vollbracht haben. Die Insel-Republik hat die Ehe zwischen Homosexuellen der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt – und das als weltweit erstes Land mit einem Referendum und nicht bloß per Parlamentsbeschluss. Die große Mehrheit der Bürger stimmte dafür, in die Verfassung hineinzuschreiben, dass eine Ehe “zwischen zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht” geschlossen wird.

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ARD und ZDF privatisieren

dpa

2,7 Mio. € Gebührengelder dafür, dass Thomas Gottschalk NICHT sendet – das ist der jüngste Fall eines skandalösen Umgangs mit der Haushaltsabgabe. Unfassbar findet das Deutschlands größter Filmverband, die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok). Deren Vorsitzender Thomas Frickel sieht sogar einen möglichen Untreue-Tatbestand gegen die ARD-Entscheider: “Wurde dieser Fall von Leistung ohne Gegenleistung jemals rechtlich überprüft?”


Von Roland Tichy|The Huffington Post

Wie geht es weiter mit ARD und ZDF? Diese Frage steht im Raum, seit sich immer mehr Bürger und Unternehmen über die Haushaltsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ärgern.

Der renommierte Ökonom Prof. Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomik in Düsseldorf und von 2008 bis 2012 Vorsitzender der Monopolkommission, hat im Auftrag von “Prometheus – Das Freiheitstinstitut” ein Gutachten verfasst, das die Abschaffung des Rundfunkbeitrags und die Privatisierung von ARD und ZDF vorschlägt. Das Gutachten ist Kernbestandteil einer Kampagne, die Prometheus gestern unter dem Motto „Zwangsbeitrag? Nein Danke” startete.

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Luz von „Charlie Hebdo“:Er lehrt die Mörder das Zeichnen

Selbstporträt des Künstlers unter Personenschutz: Luz, ©VERLAG

Ein Mann zeichnet sich frei: Der Karikaturist Luz hat den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ überlebt. In seinem Buch „Catharsis“ dokumentiert er seine Trauer um die ermordeten Freunde.


Von Jürg Altwegg|Frankfurter Allgemeine

Eines Tages ist mir das Zeichnen abhandengekommen, zusammen mit einer Handvoll lieber Freunde“: Es ist der erste Satz des neuen Buchs von Luz, „Catharsis“ ist sein Titel. Der Autor erzählt vom Attentat des 7. Januar, der sein Geburtstag ist, dem er sein Überleben verdankt. Er kam zu spät in die Redaktionskonferenz.

Am Abend dieses Tages, 18 Uhr, befindet er sich im berühmten Pariser Kommissariat am Quai des Orfèvres. Hier beginnt „Catharsis“. Luz soll schildern, was er gesehen hat. Es fehlen ihm die Worte, er leiht sich vom Polizisten ein Blatt Papier. Und zeichnet – einen Kreis, zwei Kreise. Immer wieder. Daraus werden Augen. Ein Augenpaar. Am Schluss bevölkern viele Strichmännchen mit übergroßen Augen die Seite: „Um ehrlich zu sein, ich habe nicht viel gesehen.“

Das Männchen mit den großen Augen

Das Strichmännchen ist auf dem Umschlag, der Titel verweist auf die Psychoanalyse und die griechische Tragödie. Es ist keine Abrechnung mit dem religiösen Fanatismus. Luz erzählt von der Polizei, die ihn auch noch auf der Toilette und im Bett schützt. Von seinen Albträumen. Den Anspruch, den nun die ganze Welt an ihn richtet, zeichnet er als Vampir. Seinen Angstgefühlen gibt er den Namen Ginette. Mit Anspielungen auf Marilyn Monroe im Bett mit Mister President variiert er seinen Geburtstag. Wie wird er sein verspätetes Erscheinen entschuldigen? Mit einer Magenverstimmung nach einem Essen im indischen Restaurant. In früheren Jahren musste der Chinese herhalten.

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