Archiv der Kategorie: Humanismus

Darwins Streiter

Darwin statt Kreuz. Die Bücher von Richard Dawkins (75) kreisen um die Ideen des Begründers der Evolutionstheorie.Foto: Aus dem Buch
Biologe, Autor und Atheist: Der streitbare und umstrittene Richard Dawkins hat seine Memoiren vorgelegt.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

1976 brachte ein junger Wissenschaftler von der Universität Oxford die Welt der Biologie in Unordnung. Seine Name: Richard Dawkins. Mit seinem ersten Buch, dem er den provokanten Titel „Das egoistische Gen“ gab, löste der 35-Jährige ein bis heute nachhallendes geistiges Beben aus. Und bis heute ist Dawkins jemand, der keine lauwarmen Reaktionen zulässt. Man kann ihn lieben oder hassen, ist für oder gegen ihn – gleichgültig lässt er kaum jemanden. „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich ein Langweiler bin“, hat Dawkins dazu mit dem ihm eigenen Sarkasmus bemerkt. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag ist nun seine Autobiografie unter dem Titel „Die Poesie der Naturwissenschaften“ auf Deutsch erschienen.

„Das egoistische Gen“ ist eigentlich eine Abrechnung mit der Idee der Gruppenselektion. Also der Vorstellung, dass die Ebene der Gruppe eine wichtige Bühne ist, auf der sich die Evolution, die Entwicklung der Lebewesen, abspielt. Die natürliche Auslese (Selektion), der Motor der Evolution, begünstigt demnach Gruppen von Organismen. Der Einzelne tritt hinter dem Kollektiv zurück.

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If You Care About the Earth, Vote for the Least Religious Presidential Candidate

Photo: Rhona Wise/Getty Images. prep.: bb
Photo: Rhona Wise/Getty Images. prep.: bb
Earth Day came and went last week. And like years before, promises were made by governments and politicians to be better stewards of our planet. Just about any sane person realizes global warming is real and the damage humans have done to Planet Earth is substantial.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

Most people believe a major step in the right direction to heal Earth’s environmental crisis is to reduce humanity’s carbon footprint and be more green—something being addressed in the recently signed Paris Agreement. While I applaud the collaborative effort and good intentions of the treaty, it’s inadequate and doomed to failure. It’s like bringing a water gun to a war zone. Nothing short of a mass-extinction event for humans can stop and reverse the environmental damage done or occurring to the planet. Billions of people around the developing world want the standard of life we have in America, and they’re not going to stop for anything until they achieve that.

I don’t know if the major US presidential candidates—like Donald Trump, Ted Cruz, or Hillary Clinton—are aware of this conundrum. And even if they were, the real question is: Can their politics, ethics, and religious beliefs handle it? Because sending out Christmas cards on recycled paper and giving tax incentives for electric cars is not going to pull us out of the toxic mess we’ve created on Earth. There’s only one realistic hope to save the planet—and it comes from an unlikely place: technology. Radical technology. I’m talking CRISPR gene editing, transhumanism, and nanobots in every biological nook of the world. This will not be Kansas, anymore. And our current politicians will be freaked out by it.

The bright green future rests with disruptive tech. Consider this, for example: Twelve years ago, I used to work as a director at nonprofit wildlife organization WildiAid. In Cambodia, I went on undercover missions and helped bust and jail poachers who were causing wildlife—like tigers, Sun bears, and the Asian rhino—to go extinct. We did good work, but poaching is a nearly $20 billion business, and there’s just no way a nonprofit organization (or even a dozen of them) could stop the demand for illegal wildlife, not when population growth in Asia is skyrocketing and poverty-stricken locals can sell a tiger for over $10,000.

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Hunderte Strafanzeigen gegen Böhmermann

Screenshot: youtube
Screenshot: youtube
Mehrere hundert Menschen haben bei der Mainzer Staatsanwaltschaft offenbar Strafanzeige gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann gestellt. Auch deswegen könne es noch keinen Zeitpunkt für eine Entscheidung in dem Beleidigungsverfahren geben.
 

Frankfurter Allgemeine

Bei der Staatsanwaltschaft in Mainz sind viele hundert Strafanzeigen gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann eingegangen. „Die Strafanzeigen bewegen sich geschätzt im oberen dreistelligen Bereich“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller der „Rheinischen Post“. Der Zeitpunkt für eine Entscheidung in dem Beleidigungsverfahren lasse sich noch nicht prognostizieren. Die Staatsanwaltschaft will zuvor auch Böhmermann selbst hören.

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Witwer von Paris-Anschlag-Opfer: “Ich wähle lieber die Freiheit als den Hass”

Antoine Leiris, 35, ist freiberuflicher Journalist in Paris. Sein Buch “Meinen Hass bekommt ihr nicht”, ist im Verlag Blanvalet erschienen, umfasst 114 Seiten und ist als E-Book erhältlich ab 14. April, ab 9. Mai als gedruckte Ausgabe © Lizzie Sadin
Antoine Leiris’ Frau wurde im November bei den Anschlägen in Paris erschossen. Er reagierte mit einem offenen Brief, der um die Welt ging. Ein Gespräch über Trauer und die Weigerung, Terror zu hassen.

Interview: Andrea Ritter | stern.de

Monsieur Leiris, in Brüssel ist es den Terroristen wieder gelungen zuzuschlagen, wieder ist unsere Angst ein Stück größer geworden.

Ich kann jeden Menschen verstehen, der Angst hat. Das ist ein individuelles Gefühl. Jeder geht anders damit um. Der eine zieht sich zurück, der andere reagiert mit Offenheit. Meine Haltung ist, dass ich mich nicht einschüchtern lassen will. Ich verteidige meine Freiheit, meine Werte.

Während der Anschläge von Paris im vergangenen November wurde Ihre Frau Hélène im Musikclub Bataclan erschossen. Sie reagierten darauf mit einem offenen Brief an die Terroristen: “Meinen Hass bekommt ihr nicht.” Sie schrieben, dass Sie Hass und Wut nicht zulassen werden, dass Sie Ihre Freiheit niemals der Sicherheit opfern. Ihr Brief ging um die Welt – und Sie gelten seitdem als Symbol des Widerstandes gegen den Terror. Ist Ihnen diese Rolle recht?

Ich kann gut damit leben, ein Symbol zu sein. Denn das heißt ja, dass es nicht um mich als Person geht, sondern um meine Worte. Ich bin ja kein Widerstandskämpfer. Ich bin jemand, der versucht, klarzukommen. Wenn jemand wie ich, der vom Terror aufs Härteste getroffen wurde, sagt, ich wähle den Weg der Kultur, des Intellekts; ich wähle Freiheit und Sensibilität, Humanismus, nicht Hass und Rohheit – das ist dann ein Symbol, glaube ich.

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Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und “…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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Die Armen in Deutschland – dem Tod so nah

Bild: heise.de
Politik und Gesellschaft begegnen den Gestrauchelten oft voller Abscheu. Jeden Tag frisst sich die Armut ein Stück weiter und tiefer in die Armen und Ärmsten, bis von ihrem Menschsein nur noch ein Stück Elend übrig ist (Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod). Und an diesem Stück Elend ergötzen sich dann Teile der Gesellschaft. Sie schütteln und rütteln die Armen und setzen sie einer symbolischen Gewalt aus, die in ihrer Brutalität der Gewalt des Straßenschlägers, der seinem wehrlosen Opfer noch an den Kopf tritt, kaum nachsteht. Seit vielen Jahren findet eine geradezu schizophrene Politik Anwendung, die, bei Lichte betrachtet, Armut zu bekämpfen versucht, indem sie Armut noch weiter verstärkt.

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

An einem regnerischen Januarabend 2016: Ein Auto fährt auf einer der langen Hauptstraßen stadteinwärts. Im Scheinwerferlicht ist ein Mensch zu erkennen, der rechts auf dem Fahrradweg liegt. Drei Meter hinter ihm ein Fahrrad, ein Meter seitlich davon ein Rucksack. Der Autofahrer fährt langsamer, schaut sich die Szene genauer an und kommt zu dem Schluss: Der Mann mit dem Fahrrad ist gestürzt. Der Autofahrer hält auf Höhe des Mannes an, lässt die Seitenscheibe seines Fahrzeugs runter und fragt: “Alles in Ordnung, brauchen Sie Hilfe?”

Innerhalb von wenigen Sekunden wird klar, was schon auf den ersten Blick aus etwas Entfernung vermutet werden konnte: Der Mann Ende 40, Anfang 50, der mittlerweile auf dem Boden sitzt, dürfte kaum zur Bourgeoisie des Landes gehören. Ein dicker, verwaschener Kapuzenpullover, eine Jeans, die schon lange nicht mehr parketttauglich ist, ein altes Mountainbike, das für die Körpergröße des Mannes eine Nummer zu klein ist und ein Rucksack, der bei genauerer Betrachtung wohl seine eigene Geschichte erzählen würde. “Nein”, sagt der Mann. “Alles in Ordnung. Geht schon.”

“Was ist los?”, fragt der Autofahrer. Gestürzt sei er, antwortet der Mann. Die Kette seines Fahrrads sei beim Schalten übersprungen, dann habe es ihn vom Fahrrad gehauen. Beim Versuch aufzustehen, sei ihm der Kreislauf weggesackt, aber nun gehe es.

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Welthungerhilfe: Dürre in Äthiopien ist Dauerkrise

Bild:connistefanski/FB
Themenbild. Bild:connistefanski/FB
Die Dürre in Äthiopien steht nach Ansicht des Welthungerhilfe-Vorstandsvorsitzenden Till Wahnbaeck für eine neue Dramatik: “Das Problem ist, dass seit Jahren eine Mangelernte der anderen folgt, eine Dürreperiode der anderen: Es gibt keine Erholung mehr zwischen einzelnen Krisen”, schilderte er seine Eindrücke von einem Besuch der äthiopischen Region Afar.

Von Silvia Vogt | evangelisch.de

Auch ohne ein Massensterben steht die Dürre in Äthiopien nach Ansicht des Welthungerhilfe-Vorstandsvorsitzenden Till Wahnbaeck für eine neue Dramatik. Das Problem sei nicht nur die Dürre im vergangenen und im laufenden Jahr, die zu massiven Ernteausfällen führte, sagte Wahnbaeck dem Evangelischen Pressedienst (epd). “Das Problem ist, dass seit Jahren eine Mangelernte der anderen folgt, eine Dürreperiode der anderen: Es gibt keine Erholung mehr zwischen einzelnen Krisen”, schilderte er seine Eindrücke von einem Besuch der äthiopischen Region Afar.

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Rathaus entfernt Bilder, um “keine Gefühle zu verletzen”

Foto: Jan Gießmann Abgehängt, weil sich Köpenicker Bürger darüber im Rathaus beschwerten. Das Bild stammt von Fotograf Jan Gießmann. BZ-Berlin
Das Rathaus von Berlin-Köpenick hat Nacktfotos aus einer Ausstellung entfernt. Religiöse Gefühle von Menschen mit Migrationshintergrund könnten verletzt werden. Künstler und Bürger wittern Zensur.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

Offiziell ist im Rathaus des Berliner Ortsteils Köpenick noch alles in Ordnung. Wie jedes Jahr im Frühjahr findet auf den Etagen eins und zwei das Fotoclub Forum Berlin statt – eine Ausstellung von Berliner Fotografen-Klubs. Gezeigt werden Landschaftsbilder, Architekturaufnahmen und Porträts – insgesamt rund 330 Werke von knapp 200 Berliner Amateurfotografen.

Das Besondere an der Ausstellung, so liest man auf der Erklärtafel, sei, “dass jeder Klub selbst entscheidet, welche Fotos seiner Mitglieder in der Ausstellung gezeigt werden”.

Das Rathaus biete lediglich den technisch-organisatorischen Rahmen für die Veranstaltung: “ohne Einflussnahme auf den Inhalt”. Über den letzten Satz stolpern die Ausstellungsbesucher Werner Botke und Reinhard Haufe. Denn seit einigen Tagen ist klar: Er ist mitnichten so.

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“Deschner Preis” für Ensaf Haidar und Raif Badawi

Raif Badawi, Bild: FB
Er hat angeblich den Islam beleidigt und wird dafür in seiner saudischen Heimat mit Gefängnis und Prügel bestraft. Dabei hat der Blogger Raif Badawi nur die Gleichbehandlung aller Menschen eingefordert.
 

heise.de

Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine baldige Freilassung des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi. Das erklärte seine Frau Ensaf Haidar in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In ihrer Heimat herrscht nach Angaben der im Exil lebenden 36-Jährigen Funkstille, was ihren Mann betrifft. “Also bleibt uns nur zu hoffen, dass sie ihn früher oder später begnadigen.”

Gemeinsam mit ihrem Mann erhält Haidar am (heutigen) Samstag (17.00 Uhr) den mit 10.000 Euro dotierten “Deschner-Preis” für Religions- und Ideologiekritik der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Eheleute werden laut Stiftung geehrt für ihren “gemeinsamen, mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Säkularismus, Liberalismus und Menschenrechte, der weit über Saudi-Arabien hinaus Bedeutung hat”. Haidar lebt mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada.

Die Laudatio soll der deutsch-arabische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad halten, der unter anderem mit seinem Bestseller “Mohamed. Eine Abrechnung” für Aufsehen sorgte. Der Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek steht nach Angaben der Organisatoren unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen.

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Wie ein Flüchtlingsproblem wirklich aussieht

 Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien. Bild: AP AFP Pool watson.ch
Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien.
Bild: AP AFP Pool
watson.ch
Im Mittelmeer soll sich gestern ein neues Flüchtlingsunglück mit vielen Toten ereignet haben. «Es sieht so aus, als seien Hunderte Menschen gestorben», sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella.

watson.ch

Offiziell ist das noch nicht bestätigt. Fakt ist aber: Jeden Monat versuchen tausende Flüchtlinge aus Nordafrika und der Türkei mit Booten nach Europa zu gelangen. 2014 starben nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) knapp 3300 Flüchtlinge auf See, 2015 waren es 3770. Dieses Jahr sind bislang mehr als 1100 Menschen ertrunken.

 

  • Jordanien mit 9,5 Millionen Einwohnern beherbergt fast 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Das sind laut BBC weit mehr als ganz Europa 2015 aufgenommen hat.
  • Die Schweiz mit 8,3 Millionen Einwohnern will im Notfall bis zu 50’000 Flüchtlinge beherbergen können. Das wären noch immer 30 Mal weniger als Jordanien aufgenommen hat.

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Stephen Fry: “Warum sollte ich einen launischen, bösartigen, dummen Gott respektieren?”

Screenshot des berühmten “Gott ist böse”-Interviews mit Stephen Fry. Bild. hpd.de
Im vergangenen Jahr hatte Stephen Frys “Gott ist böse”-Interview in den Sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Nun wurde dieses Interview für den Sandford St. Martin-Preis nominiert, mit dem herausragende Leistungen in religiösen Radio- und Fernsehprogrammen ausgezeichnet werden.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Dass ein Interview mit ihm für einen religiösen Medienpreis nominiert wird, dürfte Stephen Fry ziemlich überrascht haben. Der Autor und Schauspieler Fry ist bekennender Atheist und berühmt dafür, dass er mit seiner Meinung zu Themen rund ums Religiöse nicht hinter dem Berg hält. Wahrscheinlich war dies einer der Gründe für seine Einladung in die Religions-Sendung “The Meaning of Life” (“Der Sinn des Lebens”) des öffentlich-rechtlichen irischen Fernsehsenders RTÉ One im Februar 2015. Im Laufe der Sendung stellte Moderator Gay Byrne seinem atheistischen Gast die Frage, was er denn tun würde, falls er nach seinem Tod doch unerwarteterweise vor der Himmelspforte stünde und den Herrgott träfe. Fry sagte es ihm:

“Ich würde sagen: Knochenkrebs bei Kindern? Was soll das denn bitte? Wie kannst du es wagen! Wie kannst du es wagen, eine Welt zu schaffen, in der es so viel Elend gibt, das wir nicht verschuldet haben? Das ist nicht in Ordnung! Das ist durch und durch böse. Warum sollte ich einen launischen, bösartigen, dummen Gott respektieren, der eine Welt erschaffen hat, die voll Ungerechtigkeit und Schmerz ist? Das ist das, was ich sagen würde.”

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William Shakespeare: Der brutale Humanist

Das sogenannte Chandos-Porträt von William Shakespeare, um 1610. Bild: wikimedia.org/PD

Bei Shakespeare fehlt jegliche Ideologie. Er unterteilt weder in Gut noch in Böse. Sondern zeigt den Menschen in seiner schonungslosen Realität. Deshalb ist Shakespeare noch heute – 400 Jahre nach seinem Tod – ein Klassiker

Von Alexander Grau | Cicero

„Es ist über Shakespeare schon so viel gesagt, dass es scheinen möchte, als wäre nichts mehr zu sagen übrig“ – schrieb Goethe in seinem Aufsatz „Shakespeare und kein Ende!“.

Gut 200 Jahre und viele tausend Bücher und Artikel später könnte man den Eindruck haben, dass zu dem Dichter aus Stratford-upon-Avon nun tatsächlich alles gesagt ist. Aber das ist natürlich ein Irrtum. Denn in großer Literatur, in Weltliteratur finden sich Menschen aller Epochen wieder. Sie hat ihnen etwas zu sagen, was sie unmittelbar angeht, unabhängig von der Kultur, in der sie leben. Deshalb ist das letzte Wort zu großer Literatur nie gesprochen. Und unter diesen ganz wenigen übergroßen Werken der Menschheit sind Shakespeares die größten.

Aber was macht Shakespeare so einzigartig?

Wieso ergreifen seine Dramen und Komödien auch nach 400 Jahren die Menschen mehr als vieles Zeitgenössische, das auf die Bühnen dieser Welt gebracht wird? Die Antwort: Es ist sein gnadenloser menschlicher Realismus.

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Schneeflocken-Babys: Frau will befruchtete Eizellen einer Toten austragen

Tank mit eingefrohreren Eizellen. (Foto: Florian Peljak)
Ein Mann verliert seine Frau an den Krebs. Ihm bleiben nur die befruchteten Eizellen, die Ärzte eingefroren hatten. Inzwischen hat der Mann wieder geheiratet – seine neue Frau möchte die Kinder jetzt bekommen.

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Die Diagnose traf Martin Sanders und seine Frau Katharina wie ein Donnerschlag. Brustkrebs – mit 32! So sehr die Krankheit das Leben des jungen Paares beeinträchtigte: Sie sollte ihnen wenigstens nicht die Chance auf Kinder nehmen. Deshalb ließen die Beiden befruchtete Eizellen einfrieren, die eines Tages, wenn die Zeiten besser wären, aufgetaut werden und heranwachsen könnten.

Doch die Zeiten wurden nicht besser. Zwei Jahre später starb Katharina an ihrem Krebs. Inzwischen hat Martin Sanders wieder geheiratet – Sophie, die keine eigenen Kinder mehr bekommen kann. Deshalb würde sie gerne die Eizellen ihres Mannes und seiner ersten Frau austragen. Doch das Universitätsklinikum Freiburg, wo die Zellen, die vielleicht schon Embryonen sind, verwahrt werden, verweigert die Herausgabe. Martin und Sophie Sanders können es nicht fassen: “Lieber vernichtet man Embryonen, als dass man sie rettet”, sagt er.

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Chile: „Wir zünden alle Kirchen an“

Lautaro (* ca. 1535; † 1. April 1557), war ein Kriegshäuptling (Toki) der Mapuche im Arauco-Krieg in Chile. Bild: wikimedia.org/PD

Täter sind offenbar Unterstützer oder Angehörige der Ureinwohner – Gouverneur der Region: „Kirchen anzuzünden ist das Zeichen der größten Intoleranz, die ich bisher erlebt habe“.

 

kath.net

Im Süden Chiles ist es im Siedlungsgebiet des Volkes der Mapuche zu einer Serie von Brandanschlägen auf Kirchen gekommen. Innerhalb eines Tages gingen fünf Gebäude in Flammen auf. Insgesamt seien in den letzten zwei Jahren zwölf Kirchen angezündet worden, heißt es in Medienberichten. Zehn waren römisch-katholisch, zwei evangelikal. Beim jüngsten Anschlag auf die katholische Kirche in Santa Joaquina wurde ein Bekennerschreiben gefunden. Darin heißt es: „Unsere Großeltern und Vorfahren wurden verbrannt.“ Bei dem Anschlag auf das Gemeindehaus der evangelikalen Christlichen Union in Antinao forderten die mutmaßlichen Täter auf einem Flugblatt, alle gefangenen Mapuche freizulassen. Zudem drohten sie: „Wir zünden alle Kirchen an.“ Wie das christliche Hilfswerk „International Christian Concern“ (ICC/Washington) berichtet, handelt es sich bei den Tätern offenbar um Unterstützer oder Angehörige der Mapuche. Sie sind das einzige Volk der Ureinwohner Lateinamerikas, das der spanischen Eroberung standhielt. Nach der Unabhängigkeit Chiles 1818 wurden sie jedoch weithin entrechtet. Ihr Land wurde beschlagnahmt und rund 100.000 Angehörige des Volkes getötet. Schätzungen zufolge gibt es noch rund 600.000 Mapuche im Süden Chiles. Weitere 100.000 leben in der Hauptstadt Santiago.

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Limburg: Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide im Haus am Dom

Mouhanad Khorchide, Moderator Stefan Orth und Hamed Abdel-Samad (v.l.n.r.) beim Streitgespräch im Haus am Dom. Foto: Reichwein
Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren: Diese Überzeugung des Publizisten Hamed Abdel-Samad stößt auch in Deutschland nicht gerade auf ungeteilte Zustimmung. Zum so betitelten Streitgespräch mit dem Theologen Mouhanad Khorchide am Dienstag, 19. April, im Haus am Dom, kam und ging der bekannte Islamkritiker jedenfalls unter Polizeischutz, flankiert von Sicherheitsleuten. Auf diesen Hintergrund anspielend bat Professor Joachim Valentin bei seinen Begrüßungsworten die Besucher ausdrücklich darum, “Contenance” zu bewahren. Dies ging ebenso in Erfüllung wie sein zweiter Wunsch, es möge ein anregender und kontroverser Abend werden.

Bistum Limburg

Mit großem Respekt

Ganz leicht machten es die beiden Koranspezialisten dem Publikum mit ihren vielfachen Verweisen auf Suren und Verse nicht, aber spannend war die kritische, mit großem Respekt geführte Auseinandersetzung allemal. Dafür sorgte auch der Moderator des Abends, Stefan Orth, Redakteur der Herder Korrespondenz und zugleich Herausgeber des im Frühjahr erschienenen gleichnamigen Buches mit den Standpunkten der beiden Diskutanten. Seine Eingangsfrage nach einem möglichen Gewaltproblem des Islam war für Abdel-Samad eine Steilvorlage. Der Islam sei mit Gewalt gekommen, er habe in diesem Sinne kein Gewaltproblem, da er ohne Gewalt gar nicht existieren würde.

Theologische Gegenangebote machen

Diesen einen Islam gebe es gar nicht, widersprach Khorchide: “Es gibt Islame im Plural.” Gefragt werden müsse danach, welche Muslime Probleme mit Gewalt hätten und warum. Wenn soziale Integration gescheitert sei, wie zum Beispiel in Paris oder Brüssel, begünstige das eine entsprechende Auslegung des Islam. Seine Aufgabe als Theologe sei es, ein theologisches Gegenangebot zu machen. Differenzierung in Bezug auf den Islam heißt dagegen für Abdel-Samad, dass die spirituelle Kraft und Religion einerseits von der Rechtsordnung und der politischen Ideologie andererseits getrennt betrachtet werden müsse. Diese seien problematisch und gewaltbeladen. Wo der Islam das Sagen habe, würden Menschen unterdrückt und lebten in Freiluftgefängnissen. Das sei in allen 53 islamischen Staaten zu beobachten. Da spiele es keine Rolle, wie viele Muslime friedlich oder einfach nur passiv seien. Der Islam habe kein Imageproblem, wie immer wieder behauptet, sondern ein Problem mit sich selbst, mit seinen Texten.

Historischer Kontext

“Es geht immer um die Interpretation des Islam”, betonte dagegen Khorchide und kritisierte das “statische Bild”, das sein Gesprächspartner vom Islam zeichne. Er plädierte im Laufe des Abends immer wieder eindrücklich für ein dialogisches, dynamisches Verständnis vom Koran, der ein Resultat von Kommunikation sei: “Das Wort Gottes, das kommuniziert ist mit Menschen.” Bei der Auslegung müsse der historische Kontext mit im Blick sein, die Situation der “Erstadressaten” im 7. Jahrhundert in Arabien. Die Menschen heute seien reifer, Gott habe ihnen Vernunft gegeben, er vertraue ihnen und gebe ihnen das Ruder in die Hand. Für Abdel-Samid steht zu dieser Lesart das Menschenbild im Koran im absoluten Gegensatz: In 60 von 61 Fällen werde der Mensch negativ erwähnt, 400 Mal allein sei drohend von der Hölle die Rede. Für ihn spiegelt dieser Text allein die Entwicklung eines Menschen, des Propheten, wieder, und die einer friedlichen hin zu einer kriegerischen Gemeinde. “Da ist keine Offenbarung im Spiel.”

Barmherzigkeit im Koran

Unabhängig davon, wie viele Details zur Lebensgeschichte des – wiederum von beiden sehr unterschiedlich beurteilten – Propheten Mohammed bekannt seien, steht für den Religionspädagogen Khorchide die Vermittlung im Vordergrund und damit die Frage, für welches Narrativ man sich stark mache, was innerislamisch verbreitet werden solle. Bei dem Vorhaben, einen Islam zu entwickeln, der unter anderem die Gewaltpassagen relativiere und die Barmherzigkeit in den Vordergrund stelle, sicherte ihm sein Kontrahent an diesem Abend ausdrücklich Unterstützung zu. Khorchide revanchierte sich mit einem Lob der Kritik, die für den Islam wie für alle Religionen wichtig sei.

Einiges an Übereinstimmung fand sich auch in ihren abschließenden Appellen vor allem an die Muslime im Publikum, gelassen und nicht emotional und gereizt mit einer solchen Kritik umzugehen, den “Opferdiskurs” zu verlassen und, so Khorchide, “unsere Religion nicht im Mittelalter stehen zu lassen”. (rei)

Lebende Gesellschaften und aussterbende Gender-Unisexmenschen

Bild: RDF
In SHIFT Vol. 3 haben wir vier Debatten-Beiträge zum Thema „Gender Mainstreaming“ veröffentlicht. Prof. Dr. Ulrich Kutschera hat sich in diesem zusätzlichen Online-Kommentar nochmal näher mit den Beiträgen und ihren Argumenten auseinandergesetzt.

Von Ulrich Kutschera | Richard Dawkins-Foundation

Als Physiologe und Evolutionsbiologe mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der ergebnisoffenen Grundlagenforschung begrüße ich es nachdrücklich, dass die Zeitschrift SHIFT eine vierteilige Serie von Kommentaren publiziert hat, in welchen der Themenbereich „Soziologische Geschlechterforschung“ bzw. „Politikprogramm Gender Mainstreaming (GM)“ thematisiert worden ist. Was können wir aus diesen Kommentaren lernen?

Der erste Autor, ein Gender-kritischer Selbstdenker, beginnt seine Ausführungen mit der Beschreibung der Doku-Videos des Norwegers Harald Eia. Auch ich schätze diese Filme sehr, da sie auf eindrucksvolle Weise vor Augen führen, dass die soziologischen Spekulationen staatlich alimentierter „Gender-Forscherinnen“ durch naturwissenschaftliche Fakten ad absurdum geführt werden können. Leider musste ich jedoch nach Ansicht der exzellenten Videofilme feststellen, dass kaum ein Argument der interviewten Gender-Kritiker durch entsprechende Fachpublikationen bestätigt werden kann. So findet man z. B. die dort gezeigten Kleinkind-Experimente in Verbindung mit dem Namen des interviewten Wissenschaftlers in keiner Quelle (Jungen krabbeln zu Spielzeugautos und Werkzeug, während die Mädchen bevorzugt nach weichen Bällen und Puppen greifen). Ebenso wenig wird man fündig, wenn man die Aussagen der renommierten Psychologen überprüfen möchte. Kurz: Die wertvollen H. Eia-Videos können von Gender-Ideologinnen problemlos als „unbelegte Diffamierungen ihrer Forschungen“ abqualifiziert werden — es fehlen ganz einfach die Quellenverweise.

Korrekt und sachkundig wird im ersten Kommentar die Geschichte der Einschleusung politischer „Gender-Perspektiven“ in die Berufswelt sowie die Konfusion der Gleichberechtigung mit dem Dogma einer „Macht-Gleichstellung“ thematisiert. Am Ende „outet“ sich der belesene Autor leider als Kreationist: Er glaubt, Gott hätte uns mit guten Absichten ergänzend als Mann und Frau geschaffen. Diese biblische Sicht der Dinge wird unserer evolutiv herausgebildeten „Mann-Frau-Natur“ in keiner Weise gerecht, insbesondere nicht unter Berücksichtigung des „Gender-Paradoxons“.

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Christopher Hitchens Didn’t “Contemplate Conversion” on His Deathbed

Image via Wikipedia
A new book by Larry Alex Taunton, called The Faith of Christopher Hitchens, suggests that Hitchens was “contemplating conversion” near the end of his life, though he never actually made that leap:

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

“I discovered Christopher is not defined by his atheism,” Taunton said. “Atheism is a negative and you can’t build a philosophy around a negative. Christopher was searching for a unifying system of thought. They’re accusing me of saying he converted. I make no such claim. It’s not my claim that Christopher converted, it’s that Christopher was contemplating conversion. I think I substantiate it in the book.

That’s quite a claim — especially considering that the evidence we’ve seen from Christian media sources suggests that the substantiation boils down to nothing more than “Hitchens was friends with some Christian apologists.”

Who would you trust more? Christian apologists who have everything to gain by spreading a lie that can’t be refuted by the man himself… or his wife, Carol Blue, who was at his side when he died?

When he revealed his sorry physical state, discussion raged over whether he would have a death-bed conversion and embrace religion for solace or salvation.

That never happened, said Ms. Blue.

“He lived by his principles until the end. To be honest, the subject of God didn’t come up.”

Hitchens also addressed the topic during an interview with Anderson Cooper not long before his death:

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Osloer Gericht: Breiviks Haftbedingungen verstoßen gegen Menschenrechtskonvention

Bild: 2083 - A European Declaration of Indepence
Bild: 2083 – A European Declaration of Indepence
  • Der norwegische Rechtsterrorist hat mit seiner Klage gegen seine Haftbedingungen teilweise Erfolg.
  • Ein Gericht in Oslo bewertet die jahrelange Isolationshaft des Massenmörders als “unmenschlich”.
  • Nicht durchsetzen konnte sich Breivik hingegen mit der Klage gegen die Kontrolle seiner Korrespondenz.

Süddeutsche.de

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat mit einer Klage wegen seiner Haftbedingungen teilweise Erfolg gehabt. “Die Haftbedingungen von Anders Behring Breivik stellten eine Verletzung der Menschenrechtskonvention, Artikel 3, dar”, teilte das Osloer Gericht mit. Breivik hatte unter anderem wegen seiner Isolationshaft gegen den norwegischen Staat geklagt.

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Kisslers kognitive Dissonanzen

Quelle: evang.-Akademie.Baden.de
Quelle: evang.-Akademie.Baden.de

Wer sich mit Jan Böhmermann solidarisiert, dürfte von Kutschera, Steinbach und Pirinçci eigentlich nicht schweigen. Auch abseitige Meinungen muss eine Republik ertragen. Sonst stirbt die Utopie von Freiheit

Von Alexander Kissler | CICERO

Theoretisch ist es eine einfache Sache um die Meinungsfreiheit: Jeder und jede hat in einer freien Republik wie der deutschen das Recht, seine Meinung zu äußern. Man muss sagen können dürfen, was man gut findet, was schlecht, wo das Herz schlägt und wo der Kamm schwillt. Eine Zensur findet nicht statt. Doch muss jede Meinung, einmal geäußert, vom Publikum gehört und flugs weiterverbreitet werden? Ist die Meinungs- immer Veröffentlichungsfreiheit? Steht ihre Wiege im stillen Kämmerlein oder auf dem Marktplatz? Praktisch ist es eine schwierige Sache.

Im Fall des Fernsehkomikers Jan Böhmermann schien der Fall klar: Zwar habe der Zotenkönig mit seinem Anti-Erdogan-Gedicht überzogen, doch sei es „die Aufgabe von Kunst und Satire, öffentliche Diskurse zu entfachen“. So stand es in einem Offenen Brief zahlreicher Künstler und Künstlerinnen, die sich mit Böhmermann solidarisierten und Merkel ob der Erlaubnis zur Eröffnung eines Strafverfahrens rügten. Fernsehkomikerkollege Oliver Kalkofe erklärte: „Auch bei uns ist das Recht auf Satire und freie Meinungsäußerung zwar theoretisch gegeben – endet aber leider dort, wo der Adressat eines Scherzes den Witz nicht verstanden hat.“

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How Eating Insects Empowers Women

Skorpione, Markt in Shanghai, Bild: bb
Skorpione, Markt in Shanghai, Bild: bb
The fried tarantula saleswomen of Skuon, Cambodia, claim the snacks they hawk have beautifying properties. It’s a time-honoured sales technique, and the cosmetic attributes of the spiders known as a-ping have yet to be scientifically verified. But the true benefits of a-ping are more than skin-deep.

By Matt Broomfield | MOTHERBOARD

The farming of insects (and arachnids) will play a significant role in the struggle for global food security. Ten kilogrammes of feed produces six kilogrammes of edible crickets, but just one kilogramme of beef. Urging the consumption of insects as a panacea to food insecurity, a 2013 UN report also noted that “empowering rural women can significantly increase productivity, improve rural livelihoods and reduce hunger and malnutrition.” As such, the authors argue that the edible insect market can enable some of the world’s most vulnerable women to escape economic and nutritional insecurity.

Women are responsible for cultivating up to 80 percent of the crops in many agricultural nations, and yet patrilineal land laws and customs often prevent them from owning their own property. The typical seed is planted by a woman in earth owned by a man. Divorce, the death of a relative or the failure to find a spouse can all prevent women from accessing traditional agricultural resources, and these women are less likely to have the capital to buy a goat or a flock of chickens. Given the amount of unpaid labor women are expected to undertake in the home, they also have less time available to spend rearing livestock.

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