Das Goldene Brett vorm Kopf: Die Kandidaten

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Der selbsternannte Heiler Ryke Geerd Hamer, der österreichische Kabarettist Roland Düringer und das Krebszentrum Brüggen stehen auf der Shortlist für den Negativpreis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Das „Goldene Brett fürs Lebenswerk“ erhält die Website Zentrum-der-Gesundheit.de.
 

GWUP

Am 11. Oktober 2016 verleiht die GWUP e. V. in diesem Jahr Das Goldene Brett vorm Kopf. Zahlreiche Nutzer nominierten in den letzten beiden Wochen mehr als 200 Personen und Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen. Nun hat die Jury drei Finalisten ausgewählt: Den Wunderheiler Ryke Geerd Hamer, den österreichischen Kabarettisten und Politiker Roland Düringer und das Krebszentrum Brüggen-Bracht, eine pseudomedizinische Krebsklinik.

Die Laudatoren sind:
Lorenz Meyer (Sheng Fui)
Mai-Thi Nguyen-Kim (The Secret Life of Scientists)
Stefan Niggemeier (Bildblog, Übermedien)

Erstmals findet die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ in Deutschland statt, und zwar am 11. Oktober 2016 um 20 Uhr im Uebel & Gefährlich (Feldstraße 66) in Hamburg. Zeitgleich werden die diesjährigen Gewinner auch auf einer Parallelveranstaltung in Wien (Urania, Uraniastr. 1) bekanntgegeben, wo der Negativpreis bereits zum sechsten Mal vergeben wird.

Zusätzlich zum „Goldenen Brett“ für einen der drei Finalisten wird auch noch das „Goldene Brett fürs Lebenswerk“ vergeben, und zwar an das „Zentrum der Gesundheit“.

Ryke Geerd Hamer – antisemitischer AIDS-Leugner.

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Und Gott gab dem Mann die Lizenz zum Töten, … – Wer`s glaubt, wird selig

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Was macht eine urdeutsche islamische Konvertitin, Burka-Trägerin in einer politischen Unterhaltungs-Sendung des öffentlich rechtlichen Fernsehens? Stell nur ich mir diese Frage? Sicher hat sich die Redaktion von “Hart aber fair“ das auch vor der Sendung am 12.09.2016 gefragt. Und sie hatten sofort die richtige Antwort: Sie bringt Quote! Sie zeigt kein Gesicht und bringt damit Quote.

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Wahrscheinlich diskutiert demnächst auch Sven Lau, islamistischer Konvertit, selbsternannter Scharia-Prediger in “Hart aber fair“. Der bringt doch bestimmt Quote! Wenn er über die Scharia philosophiert. Und über das “religiöse“ Recht von Terroristen, ganz frei und selbst bestimmt nach ihrem Religions- und Rechtsverständnis jeden abzuschlachten, der oder die nicht ihrer Meinung sind.

Noch ein Vorschlag für die Redaktionen: Lassen wir doch mal ein nach “religiösem“  Recht verheiratetes zehnjähriges Kind zu Wort kommen. Natürlich in Gegenwart des erwachsenen Ehemannes und Missbrauchers und selbstverständlich in vorgeschriebener “religiöser“ Kleidung. Es darf dann den Fernsehzuschauern erklären, wie toll das ist, als Kind vergewaltigt zu werden. Wie es sich darauf freut, mit zwölf Jahren bereits das erste Mal Mutter zu sein. Das bringt richtig Quote!

Wir schauen uns diese politischen Unterhaltungs-Shows an, regen uns vielleicht noch ein wenig bei Twitter oder Facebook auf und gehen dann ruhig schlafen. Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch im Namen einer fundamentalistischen Religionsauslegung wird so gerade salonfähig in Deutschland.

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„Die braucht man nicht fördern, die wird bald schwanger“

 Männer verteidigen im Büro ihr Revier vor Frauen, weil sie Angst vor Machtverlust haben. (Foto: imago/Westend61)
Männer verteidigen im Büro ihr Revier vor Frauen, weil sie Angst vor Machtverlust haben. (Foto: imago/Westend61)
Mit so einem Spruch wird einer Frau gerne einmal die Karriere verbaut. Warum Männer Angst vor starken Frauen haben, erklärt Psychologe Werner Dopfer in seinem Buch „Das Mama-Trauma“. Sie seien einfach die besseren Chefs.

Von Nadja Lissok | Süddeutsche.de

Frauen sind kooperativer, kompromissbereiter und weitsichtiger als Männer – davon ist Diplom-Psychologe und Managementcoach Werner Dopfer überzeugt. In seinem Buch „Mama-Trauma – Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“ beklagt er, dass es dennoch so wenige Chefinnen in Deutschland gibt. Viele Männer bleiben immer noch lieber unter sich. Und warum? Weil sie sich vor starken Frauen fürchten.

Sz.de: Herr Dopfer, in Ihrem Buch stellen Sie fest, dass Männer, von Konkurrenz- und Leistungsdenken getrieben, auch gern mal organisiert im großen Stil betrügen. Hätte es die Finanzkrise oder den VW-Skandal nie gegeben, wenn mehr Frauen in den Führungsriegen sitzen würden?

Werner Dopfer: Aktuelle Forschungsergebnisse legen das nahe. Frauen sind gewissermaßen ein Garant für Fairness und Nachhaltigkeit, sie sind weniger anfällig für Größenwahn und versuchen seltener eigene Interessen durchzusetzen. Frauen wollen Risiken eher minimieren und spüren intuitiv, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

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Wenn zwei Nonnen sich das Ja-Wort geben

 Symbolbild: Eine Nonne spaziert auf einer Wiese (Foto: picture alliance / AP Images)
Symbolbild: Eine Nonne spaziert auf einer Wiese (Foto: picture alliance / AP Images)
Vor drei Jahren begann die Liebe der beiden Frauen auf einer Pilgerreise. Jetzt haben sie geheiratet und richten einen dringenden Wunsch an die katholische Kirche.

Süddeutsche.de

Das nächste Gespräch mit ihrem Vater wird für die 44-jährige Nonne Federica, die in der Nähe der italienischen Großstadt Turin lebt, nicht einfach werden. Sie muss ihm gegenüber gleich ein dreifaches Geständnis ablegen: Sie wird erstens sagen müssen, dass sie nicht mehr Nonne ist. Sie wird zweitens erklären, dass sie lesbisch ist und eine Frau liebt. Und sie wird drittens berichten, dass sie eben diese Frau gerade geheiratet hat.

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Shimon Peres, relentless advocate of a better Israel, a better world

Shimon Peres in conversation with David Horovitz at The Times of Israel Gala, the Waldorf Astoria, New York, February 15, 2015 (photo credit: Perry Bindelglass / Times of Israel)
Shimon Peres in conversation with David Horovitz at The Times of Israel Gala, the Waldorf Astoria, New York, February 15, 2015 (photo credit: Perry Bindelglass / Times of Israel)
A personal appreciation of a leader who touched more Israeli lives than any other, and certainly affected mine

By David Horovitz | The Times of Israel

When you work with a country’s founding prime minister at the very start of its statehood, and you’re still its iconic elder statesman seven decades later, you’re going to impact a lot of people’s lives. Directly and indirectly, Shimon Peres surely affected the lives of more Israelis than anybody else. And if we haven’t yet become the nation at peace that he strove for us to become, it surely wasn’t for the lack of his trying.

Looking back through clips today, I realize I must have interviewed Shimon Peres more than I’ve interviewed anybody else. Year after year when he was president; a few years ago onstage at the Jewish Federations General Assembly in Jerusalem; at a world Jewish media summit here in 2014; at The Times of Israel’s Gala in New York last year in front of 1,200 people, and a few more times besides. And I only knew him in the latter stages of his extraordinary life.

The consistent theme in his conversations, in the presidential years and beyond, was that peace is attainable. He would argue, even in the darkest of periods, that Mahmoud Abbas is “absolutely” a partner for peace. He would implicitly criticize Prime Minister Benjamin Netanyahu, and others, for not doing enough to advance it. “If you’ve decided on a Palestinian state, then you have to make that decision happen,” he told me once, asking plaintively, “So what’s the alternative? That there be one state and the majority will determine its nature?”

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Flüchtlingsdebatte: Rhetorik ohne Obergrenze

© Picture-Alliance Vermutlich hält nicht nur Sigmar Gabriel dieses Foto aus dem letzten Jahr für Merkels angebliche Einladung der Flüchtlinge.
© Picture-Alliance Vermutlich hält nicht nur Sigmar Gabriel dieses Foto aus dem letzten Jahr für Merkels angebliche Einladung der Flüchtlinge.
Staatsversagen. Herrschaft des Unrechts. Ein Riss durchs Land, hier die Deutschen, dort die Berliner Politik. Destabilisierung. Souveränitätsverzicht. Und Millionen Flüchtlinge, von der Kanzlerin eingeladen: Über ein Jahr des haltlosen Geredes – und was es angerichtet hat.

Von Tobias Rüther | Frankfurter Allgemeine

Was für eine Wut drei Wörter entzünden können. Ein kurzer Satz, über den, seit er zum ersten Mal fiel, nonstop geredet wird, heute Morgen sicher auch schon wieder an Sonntagsfrühstückstischen. „Wir schaffen das“, sagte die Bundeskanzlerin vor ziemlich genau einem Jahr, als Flüchtlinge in wachsender Zahl nach Deutschland kamen. Seitdem arbeiten Angela Merkels Gegner nicht nur daran, die Zahl ankommender Flüchtlinge einzudämmen, sondern vor allem daran, dass die Kanzlerin ihren Satz endlich zurücknimmt. Anerkennt, dass er nicht stimmt. Dass sie sich entschuldigt und eingesteht, wie vermessen er war. Dass sie falsch lag, anders als ihre Gegner, und nun endlich auf diejenigen hört, die es von Anfang an besser wussten. Und vor allem: dass Angela Merkel dafür ganz laut ein anderes Wort ausspricht, das in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls zur Beschwörungsformel wurde: Obergrenze.

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Deutsch-türkisches Magazin kämpft gegen Klischees

Vielseitig. Chefredakteurin Melisa Karakus hat aufgehört, darüber nachzudenken, ob sie nun türkisch oder deutsch ist.Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Vielseitig. Chefredakteurin Melisa Karakus hat aufgehört, darüber nachzudenken, ob sie nun türkisch oder deutsch ist.Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Das deutsch-türkische Magazin „renk.“ will Klischees entgegenwirken. Online läuft das schon sehr gut – nun soll es auch in gedruckter Form erscheinen.
 

Von Yasmin Polat | DER TAGESSPIEGEL

Sie selbst trägt Schwarz. „Als Kontrast“, sagt Melisa Karakus und lacht. „Außerdem muss ich ja meinem Namen gerecht werden.“ Karakus, das heißt auf Deutsch: schwarzer Vogel.

Sie sitzt entspannt an einem der Tische der Blogfabrik und trinkt einen Schluck von ihrer Cola, auch schwarz, ist ja klar. Hier, im Hinterhof der Kreuzberger Oranienstraße, arbeitet sie seit drei Jahren an ihrem Online-Magazin „renk.“, zu Deutsch: Farbe. Das Magazin beschäftigt sich mit Klischees über Türken und stellt deutsch-türkische Kreative vor.

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Bürgerpreis für Edward Snowden

Kollage: brightsblog
Screengrab: brightsblog
Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden ist am Sonntag mit dem Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“ ausgezeichnet worden. Snowden habe mutig und in festem Glauben an Menschenrechte eine Gewissensentscheidung getroffen, die weltweit zum Nachdenken über verfassungsmäßige Grundrechte geführt habe, begründete Bernd Leifeld, Vorstand der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Bürgerpreises, die Ehrung.

evangelisch.de

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro werde Snowden, der im Exil in Moskau lebt, überwiesen. Die zum Preis gehörende Skulptur werde so lange im Kasseler Stadtmuseum aufbewahrt, bis Snowden sie persönlich abholen könne.

Ein sichtlich bewegter Snowden, der live zu der Veranstaltung aus Moskau zugeschaltet war, beklagte eine weltweit zunehmende Angst. „Wir erleben die Entstehung einer Welt, in der die Angst der wichtigste politische Wert ist“, sagte er. Mühsam errungene Werte würden über Bord geworfen, um sich vor Bedrohungen zu schützen. „Das Gesetz ersetzt nicht das Gewissen“, begründete er sein aus Sicht der US-Justiz strafbares Handeln.

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Mehr Flüchtlinge sollen legal nach Deutschland reisen

 Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
  • Auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien haben Vertreter von elf Nationen über den künftigen Umgang mit Migranten diskutiert.
  • Bundeskanzlerin Merkel will Italien und Griechenland weiter zur Seite stehen und Flüchtlinge mit Bleiberecht in Deutschland aufnehmen.
  • Merkel betonte jedoch auch, dass die Rückführung von Menschen ohne Aussicht auf Asyl verstärkt werden müsse.

Süddeutsche.de

Die EU hat aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der illegalen Migration gemacht. Im Vergleich zur Situation vor etwa einem Jahr sei sehr viel erreicht worden, sagte Merkel zum Abschluss eines Flüchtlingsgipfels von elf europäischen Staaten in Wien. „Unser Ziel muss sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Sie sicherte Griechenland und Italien weitere Hilfe zu. So werde Deutschland aus diesen Staaten mehrere hundert Migranten mit Bleiberecht pro Monat aufnehmen. Gerade diese Menschen bräuchten eine Perspektive.

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Indian Blogger Arrested on Charges of Blasphemy

Image: Friendly Atheist
Image: Friendly Atheist
32-year-old atheist blogger Tarak Biswas was arrested in Kolkata (India) last week after he reposted an image critical of Islam on Facebook and officials were called in to stop the apparent madness.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Sanaullah Khan, a Muslim leader from the Trinamool Congress party, played the role of accuser, whining about his hurt feelings to the local police, who then arrested Biswas.

Locals allege that the police picked up Biswas from his residence in the wee hours of Thursday night. According to the police, Tarak was arrested on charges of 295 A, 298 of the Indian Penal Code (hurting religious sentiments and hate speech), besides 66, 67 and 67A of the IT Act (posting, sending offensive messages through communication services). Later, he was produced before the local court, where he was remanded to seven days of police custody.

That police custody is now over, but Biswas still faces a more severe penalty and will appear in court next week to defend himself.

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„Es gibt zu viel Selbstbeweihräucherung von Religionen“

Frieder Otto Wolf ist Präsident des Humanistischen Verbands Deutschland (Humanistischer Verband Deutschland / Arik Platzek)
Frieder Otto Wolf ist Präsident des Humanistischen Verbands Deutschland (Humanistischer Verband Deutschland / Arik Platzek)
Religionskritik habe zu wenig Raum in öffentlichen Debatten, sagte Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland, im DLF. Sie müsse jedoch „genau und von Respekt getragen“ sein. Gefährlich werde es dagegen, wenn Religionskritik als „Mittel zur Abschottung“ diene, betonte der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel.

Frieder Otto Wolf und Gert Pickel im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Fast alles ist erlaubt, aber ist jede Islamkritik, jede Kirchenkritik, jede Kritik an Juden sinnvoll? Diese Frage geht an einen Konfessionslosen und an einen Religionssoziologen, auch in der Hoffnung, dass die beiden vielleicht ein wenig bündeln und bilanzieren und ein Antwort auf unsere Frage finden – „wie geht Religionskritik richtig?“

Der eine, Frieder Otto Wolf, ist Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland, sozusagen ein organisierter Religionskritiker. Gert Pickel ist Professor für Religionssoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Guten Morgen, Herr Pickel.

Gert Pickel: Guten Morgen, Herr Main.

Main: Und guten Morgen, Herr Wolf.

Frieder Otto Wolf: Guten Morgen.

Main: Frieder Otto Wolf, auch ein Religionskritiker ist hoffentlich selbstkritisch. Lassen Sie uns beginnen mit der Kritik an der Religionskritik. Was geht gar nicht?

Wolf: Ja, ich denke, da ist es erst mal wichtig zu unterscheiden. Ich würde nicht sagen, dass ich ein organisierter Religionskritiker bin, sondern ich bin ein organisierter Religionsfreier. Und Religionsfreiheit ist nicht religionskritisch, sondern so, wie jemand, der so mit seinen Neurosen klarkommt, ohne eine Psychoanalyse zu machen, der guckt auch nicht auf die herab, die eine Psychoanalyse brauchen. Das ist ein tollkühnes Bild, aber die Religiösen sind irgendwie mit einer höheren Bindung in ihrem Leben versehen, glauben sich versehen – und wir Religionsfreien sind das nicht. Das werfen wir ihnen nicht vor. Das ist keine Kritik. Religionskritik ist was anderes.

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Bundesregierung: Ärzte verhindern Abschiebungen

© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
Viele Ärzte in Deutschland verhindern offenbar durch falsche Atteste die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber – behauptet zumindest die Bundesregierung. Doch es gibt zahlreiche Einzelfälle, in denen die Rückführung tatsächlich bedenklich ist.

Von Julian Staib | Frankfurter Allgemeine

An Erijon Havolli kann man sehen, wie schwierig das alles ist. Der acht Jahre alte Junge aus dem Kosovo lebt mit seiner Familie – Mutter, Vater und dem sechs Jahre alten Bruder – in Bammental, im Norden Baden-Württembergs. Der Junge ist schwer krank. Er leidet an einer Fehlbildung des Darmes, musste bereits mehrere Operationen über sich ergehen lassen, ist gezwungen stets Windeln zu tragen, die häufig gewechselt werden müssen, und muss wohl sein Leben lang ein tägliches Darmspülverfahren über sich ergehen lassen. In Kindergarten oder Schule geht er nicht, weil der Gestank, der von ihm ausgeht, so groß ist. Dem Jungen sei in der Heimat der Bauch „zerschnibbelt“ worden, sagt ein Ehrenamtlicher, der sich für das Kind einsetzt, und wenn er von dessen Schicksal erzählt, dann versagt ihm die Stimme.

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Späte Abtreibung: Eine einsame Entscheidung

Carmen Kuntner mit ihren beiden Kindern Lea und Jonas. Beide kamen lebensgefährlich krank auf die Welt, sind jetzt aber weitgehend gesund. / Bild: (c) Stanislav Jenis
Carmen Kuntner mit ihren beiden Kindern Lea und Jonas. Beide kamen lebensgefährlich krank auf die Welt, sind jetzt aber weitgehend gesund. / Bild: (c) Stanislav Jenis
Wenn Eltern von einer schweren Erkrankung ihres ungeborenen Kindes erfahren, stehen sie vor einer großen, schweren Entscheidung: Soll das Kind leben oder nicht? Für viele Familien ist die Pränataldiagnostik Fluch und Segen zugleich.

Von Köksal Baltaci, Eva Winroither | Die Presse

Astrid ist beruflich erfolgreich, hat eine neunjährige, gesunde Tochter und erwartet mit ihrem Mann ihr zweites Wunschkind. Bei einer Routineuntersuchung erfährt sie, dass das Baby höchstwahrscheinlich mit Trisomie 21, also dem Downsyndrom, geboren wird. Bald darauf ergibt ein weiterer Test einen schweren Herzfehler des Kindes. Ausgerechnet das Herz, auf das während der Schwangerschaft durch kein Medikament wirklich Einfluss genommen werden kann. Denkbar wäre eine komplizierte, riskante Operation nach der Geburt.

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Creationism Invades Europe

A sculptor's rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
A sculptor’s rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
An antiscience movement once limited mostly to the U.S. is gaining ground on the eastern side of the Atlantic
 

By Stefaan Blancke, Peter C. Kjærgaard | Scientific American

“This is outrageous!” Red-faced and visibly agitated, the 60-something was darting toward a hyperrealistic silicone reconstruction of Lucy, the world-famous, 3.2-million-year-old Australopithecus afarensis. After a highly confused couple of minutes it emerged that the man was operating within a 6,000-year biblical time frame. But he did not object to the evolutionary age of Lucy. He objected to her nakedness. “You have to cover her up! It’s almost as bad as going to the beach!”

Lucy is one of the star attractions on the Evolution Stairs in the central hall at Moesgaard Museum in Denmark. The new attraction had just opened, boosting annual visitor numbers from tens of thousands at the museum to a whopping 500,000 in the first year. Great care had been taken in giving the scientific reconstructions individual expressions, making them stand out as persons, not just distant evolutionary relatives.

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Iranischen Aktivisten droht die Todesstrafe

Sina Dehgan, Bild: RDF
Sina Dehgan, Bild: RDF
Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) und die Richard Dawkins Foundation (RDF) wenden sich mit einem Aufruf an alle säkularen Menschen und Verteidiger der freien Meinungsäußerung.

Richard Dawkins-Foundation

Ein Aufruf an alle säkularen Menschen und Verteidiger der freien Meinungsäußerung:

Der Iran will zwei Aktivisten, die den Islam und den Quran kritisiert haben, hinrichten. Wir rufen euch alle auf, dagegen zu protestieren.

Der Ex-Muslim Sina Dehgan (19 J.) hatte 2015 im Internet eine Kampagne gestartet, um auf die Probleme des Islams hinzuweisen. Seitdem ist Sina Dehgan in Gefahr. Er wurde von der Geheimpolizei in Arak festgenommen und sitzt seitdem im Gefängnis.

Sein Mitstreiter Mohammad Nouri wurde schon wegen Prophetenbeleidigung verurteilt und soll hingerichtet werden. Nach unseren Informationen haben beide schon Einspruch gegen ihre Verurteilung an das Hohe Gericht erhoben.

Außerdem wurde Frau Sahar Almasi, die mutig mit diesen tapferen Männern zusammengearbeitet hat, bereits vor drei Jahren inhaftiert.

Diese Aufklärer brauchen unsere Unterstützung! Nach unserer Erfahrung kann nur der internationale Protest diese Menschen noch retten. Wir müssen gemeinsam gegen diesen unmenschlichen Umgang mit Atheisten und Religionskritiker protestieren. Bitte engagiert euch, denn die freie Meinungsäußerung ist ein Menschenrecht, welches keine Regierung mit dem Tode bestrafen darf.

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UN-Staaten einigen sich auf mehr Schutz und Hilfe für Flüchtlinge

Gebäude der Vereinten Nationen in New York © Muhammad Ghouri @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Gebäude der Vereinten Nationen in New York © Muhammad Ghouri @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Vereinten Nationen wollen das Los der Millionen Flüchtlinge verbessern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangt eine konsequente Umsetzung der Versprechen. Entwicklungsminister Müller bekalgt Hilfe nur auf dem Papier.

MiGAZIN

Die 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben sich auf einen besseren Schutz und mehr Hilfe für Flüchtlinge geeinigt. Auf dem ersten großen UN-Flüchtlingsgipfel verabschiedeten die Delegierten am Montag in New York per Akklamation die sogenannte New Yorker Erklärung. Damit reagiert die Weltgemeinschaft auf die größte globale Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg: Mehr als 65 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht.

UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi begrüßte die Erklärung als „politische Verpflichtung von nie dagewesener Kraft“. Jetzt müssten die Staaten die Zusagen einlösen. Die Welt erwarte „Taten und Resultate“. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die UN-Staaten dazu auf, die Verpflichtungen der Deklaration ernst zu nehmen und umzusetzen. Kein Flüchtling und kein Migrant dürfe zurückgelassen werden.

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Luxemburg macht Schluss mit Religionsunterricht

Religionsunterricht ade: Statt mit der Bibel beschäftigen sich luxemburgische Schüler nun mit Themen wie „Ich und die anderen“, „der Mensch, die Natur und die Technik“ und „Kultur und Kommunikation“. Foto: dpa
Religionsunterricht ade: Statt mit der Bibel beschäftigen sich luxemburgische Schüler nun mit Themen wie „Ich und die anderen“, „der Mensch, die Natur und die Technik“ und „Kultur und Kommunikation“. Foto: dpa

Die luxemburgische Regierung zieht ihren Kurs zur Trennung von Kirche und Staat weiter durch. Statt Religions- gibt es seit diesem Schuljahr an den Gymnasien Werteunterricht.

 

Von Hélène Maillasson | SZ Luxemburg

Rund 40 000 Gymnasiasten sind gestern in Luxemburg ins neue Schuljahr gestartet. Aus ihren Stundenplänen ist ein Fach verschwunden, der Religionsunterricht. Stattdessen steht für alle der neue Kurs „Leben und Gesellschaft“ auf dem Programm. Damit setzt Bildungsminister Claude Meisch (DP – Demokratesch Partei) eine Reform um, die seit ihrer Ankündigung 2014 für mächtig Zorn gesorgt hatte. Kritiker warnten vor einer Bevormundung durch den Staat und verlangten für die Schüler die Wahlfreiheit zwischen Religions- oder Werteunterricht. Die Bürgerinitiative „Fir de Choix“ (deutsch: Für die Wahl) sammelte zum Beispiel mehr als 25 600 Unterschriften gegen die Pläne der Regierung.

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Das wird man doch wohl noch sagen dürfen …

Stephanie Kuhnen (c) Martin Pe
Stephanie Kuhnen (c) Martin Pelzer
Queere Political Correctness kann jederzeit alle treffen. Dafür braucht man nur eine eigene Meinung!

Von Stephanie Kuhnen | SIEGESSÄULE.DE

Heute schon von einer Gesinnung terrorisiert worden? Oder von linksgrünen Pädo-Schwulen frühsexualisiert? Oder womöglich von der Evolution ausgemusterten Genderistinnen kastriert? Oder in Kreuzberg vom IS verschleppt? Von im Internet herumlungernden Gutmenschen in die Arbeitslosigkeit gemobbt? Von queer-radikalen Transen in die Geschlechtslosigkeit gegendert? Nicht? Das kann man sich kaum vorstellen, wenn man die Medien der letzten Wochen verfolgt hat. Queere Political Correctness kann jederzeit alle treffen. Dafür braucht man nur eine eigene Meinung!

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Religionskritik – wie geht das richtig? „Aufklärung“ des Islams

Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi plädiert für einen Reformislam - so wie auch der Schriftsteller Zafer Senocak in unserer Gesprächsreihe (picture alliance/dpa - Horst Galuschka)
Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi plädiert für einen Reformislam – so wie auch der Schriftsteller Zafer Senocak in unserer Gesprächsreihe (picture alliance/dpa – Horst Galuschka)
Immer mehr Muslime kritisieren ihre Religion und ihre Vertreter. Die einen als Ex-Muslime, die anderen als Reform-Muslime. „Wir müssen raus aus der Falle des Polit-Islams“, sagen der Schriftsteller Zafer Senocak und der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi. Beide wollen ein modernes und aufgeklärtes Islam-Verständnis – auch mittels Kritik.

Abdel-Hakim Ourghi und Zafer Senocak im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Abdel-Hakim Ourghi leitet den Fachbereich Islamische Theologie / Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er hat vor wenigen Tagen zusammen mit anderen Reformmuslimen eine sogenannte „Freiburger Deklaration“ vorgelegt. Es geht darin um eine Islamreform und eine „Aufklärung, aus der eine muslimische Gemeinschaft erwächst, die sich als integralen Bestandteil der europäischen Gesellschaft sehen will“. 

Zafer Senocak lebt und arbeitet in Berlin. Er schreibt Gedichte und Essays, äußert sich aber auch immer wieder zum Islam, wendet sich vor allem gegen eine Politisierung seiner Religion. Zuletzt von ihm erschienen: „In deinen Worten. Mutmaßungen über den Glauben meines Vaters“. 

In einer fünfteiligen Gesprächsreihe mit agnostischen, christlichen, islamischen und jüdischen Denkern fragen wir: Warum brauchen wir Religionskritik? Wann schadet sie? Wann nützt sie? Oder verlernen wir gerade Religionskritik? Denn die Emotionen in den Religionsdebatten überschlagen sich. In einer Zeit der Schlagwörter schlagen viele mit Wörtern nur so um sich. Zum ‚Schlagwort-Sprech‘ gehört zum Beispiel der Begriff „Generalverdacht“. Die einen sagen, der Islam werde unter „Generalverdacht“ gestellt. Die Gegenseite sagt, „Islamkritiker“ würden unter „Generalverdacht“ gestellt. Religionskritik – wie geht die richtig?

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Schluss mit Forschung an Demenzkranken, nehmt Bischöfe

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Kardinal Marx: Geplante Ermöglichung von Arzneimitteltests an nicht einwilligungsfähigen Menschen darf nicht einfach durchgepaukt werden
 

kath.net

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat deutliche Vorbehalte gegenüber einem Gesetzentwurf zu Arzneimitteltests an Demenzkranken. Er appellierte am Montag in Fulda an den Bundestag, eine intensive Debatte über die Forschung an nicht einwilligungsfähigen Menschen zu führen. Das geplante Gesetz dürfe nicht einfach durchgepaukt werden. Nichteinwilligungsfähige seien besonders schützenswert, betonte Marx zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda. Forschung dürfe hier nur nach strengen ethischen Maßstäben stattfinden.

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