Archiv der Kategorie: Naturalismus

Nepal: Monströse Welle

Bodenveränderung nach Erdbeben: Blau zeigt Senkung, Rot Hebung. NASA/ ESA/ DLR/ JPL

Bodenveränderung nach Erdbeben: Blau zeigt Senkung, Rot Hebung. NASA/ ESA/ DLR/ JPL

Das schwere Erdbeben in Nepal hat das Land gewellt: Der Süden beulte aus, der Norden dellte ein. Die Veränderung des Bodens verrät einen monströsen Ruck in der Tiefe.


SpON

Die Haut, so sagt man, sei der Spiegel der Seele. Genauso zeigt das Geschehen auf dem Erdboden, was im Inneren des Planeten vorgeht. Daten des Radarsatelliten “Sentinel-1″ dokumentieren die gewaltigen Veränderungen des Bodens in Nepal nach dem schweren Erdbeben am 25. April. Die Bilder verraten kolossale Vorgänge in der Tiefe.

Das Beben war eines der schrecklichsten der vergangenen Jahrzehnte. Tausende Menschen starben unter Trümmern in Kathmandu und Umgebung, Abertausende wurden verletzt, noch mehr verloren ihre Wohnung. Mitte Mai suchte ein zweites starkes Beben die Region heim, wieder gab es viele Opfer, obwohl das Beben fünfmal schwächer war als das erste.

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Wanka gegen Gentechnik-Verbot auf deutschen Äckern

Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat sich gegen ein Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland ausgesprochen.


evangelisch.de

“Es ist doch absurd: In der Medizin ist Gentechnik völlig akzeptiert”, sagte Wanka der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Bei Pflanzen und Nahrungsmitteln gelte sie als verpönt.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist in Deutschland seit Jahren umstritten. Nach Plänen der EU-Kommission soll ein Verbot in einzelnen Mitgliedstaaten künftig möglich sein. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat bereits einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, um in Deutschland flächendeckend den Anbau genetisch veränderter Pflanzen untersagen zu können

Schrödingers Kätzchen wächst

Bild:scinexx

Mit Hilfe “gequetschter” Quantenzustände konnten Physiker ein Kalziumatom an zwei verschiedenen Orten zugleich erscheinen lassen – mit überraschend großem Abstand.


Von Dirk Eidemüller|Spektrum.de

Das Gedankenexperiment von Schrödingers Katze ist eines der berühmtesten Beispiele für die Eigentümlichkeiten der Quantenphysik. Erwin Schrödinger, der für seine Arbeiten zur quantenmechanischen Wellenfunktion den Nobelpreis für Physik im Jahr 1933 erhielt, entwarf dieses Gedankenexperiment, um die nicht nur seiner Meinung nach äußerst seltsamen Konsequenzen dieser Theorie zu illustrieren.

Mit dem Beispiel eines bemitleidenswerten Kätzchens wollte Schrödinger die Eigenschaft von Quantensystemen verdeutlichen, sich gleichzeitig in zwei verschiedenen Zuständen befinden zu können. Nach seinem Gedankenexperiment ist eine Katze in einer undurchdringlichen Kiste eingesperrt, zusammen mit einer “Höllenmaschine”, die aus einem radioaktiven Teilchen und einem Mechanismus mit giftigem Gas besteht. Zerfällt das Atom in einer bestimmten Zeit, so löst das den Mechanismus aus, der die Katze tötet. Sonst bleibt sie am Leben.

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Astronomer Royal Martin Rees: How soon will robots take over the world?

‘We’re witnessing a momentous speed-up in artificial intelligence’: Nexi, a robot designed to express emotion Photo: David L Ryan/The Boston Globe via Getty Images

An explosion in artificial intelligence has sent us hurtling towards a post-human future, warns Martin Rees


By Martin Rees|The Telegraph

In Davos a few years ago, I met a well-known Indian tycoon. Knowing I had the title Astronomer Royal, he asked: “Do you do the Queen’s horoscopes?” I responded, with a straight face: “If she wanted one, I’m the person she’d ask.” He then seemed eager to hear my predictions. I told him that markets would fluctuate and that there would be trouble in the Middle East. He paid rapt attention to these insights. But I then came clean. I said I was just an astronomer, not an astrologer. He immediately lost all interest in my predictions. And rightly so: scientists are rotten forecasters – worse, often, than writers of science fiction.

Nevertheless, 12 years ago, I wrote a book that I entitled Our Final Century? My publisher deleted the question-mark. The American publishers changed the title to Our Final Hour – Americans seek instant (dis)gratification. My theme was this: our Earth is 45 million centuries old, but this century is special. It’s the first when one species – ours – can determine the biosphere’s fate.

In the years since, a few forecasts have somewhat firmed up: the world is becoming more crowded – and warmer. There will be about 2 billion more people in 2050, and their collective “footprint” will threaten our finite planet’s ecology unless we can achieve more efficient use of energy and land. But we can’t predict the path of future technology that far ahead. Today’s smartphones would have seemed magic even 20 years ago, so in looking several decades ahead we must keep our minds open to breakthroughs that may now seem like science fiction. These will offer great hopes, but also great fears.

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Biowissenschaftler kritisiert Vorherrschaft der Gender-Studien

Hans Peter Klein, Professor für Didaktik der Biowissenschaften, kritisiert die Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“. Foto: PR

Scharfe Kritik an einer zunehmenden Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“ in Schule und Wissenschaft übt der Professor für Didaktik der Biowissenschaften Hans Peter Klein (Frankfurt am Main). Wie er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, haben die Propagandisten des „Gender Mainstreaming“ Fachbereiche an Universitäten und Schulfächer fest im Griff. Wer dagegen aufbegehre, werde als „reaktionär“ abgestempelt; dabei hielten die gender-orientierten Lehrpläne wissenschaftlichen Ansprüchen nicht stand.


idea.de

Die feministisch geprägten Gender Studien lehren, dass die Geschlechterverhältnisse weder naturgegeben, noch unveränderlich, sondern sozial und kulturgeprägt seien. Klein verweist unter anderem auf die Diskussion um den baden-württembergischen Bildungsplanentwurf, der vorsieht, in allen Schulen und Fächern „gendersensibel“ zu unterrichten. Bereits Achtklässler sollten sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie wirklich heterosexuell sein wollen. Laut Klein steht die Gender-Lehre aber „im eklatanten Widerspruch zu den Erkenntnissen der Biologie“.

Gender-Erziehungsprogramm ohne demokratische Legitimation

Inzwischen seien an den deutschen Universitäten fast 200 Professuren für Gender-Studien eingerichtet worden. Durch öffentliche Proteste seien ihre Repräsentanten nicht von ihrem Weg abzubringen. Klein: „Sie wollen, dass alle Menschen so denken wie sie, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen, die alle anderen missachten oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.“ Dieses Erziehungsprogramm habe keine demokratische Legitimation: „Es ist erstaunlich wie Minoritäten – offenbar mit politischer Unterstützung – der Mehrheit ihre Vorstellungen mit fast religiösem Eifer diktieren können.“ Sie schafften ein Klima, in dem Andersdenkende durch Verdächtigungen und Anschuldigungen eingeschüchtert und verängstigt würden. Klein: „Wer dagegen aufbegehrt, muss mit der Diffamierung und Diskreditierung der eigenen Person oder der Zensur kritischer Beiträge rechnen.“

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This rich Texas jackass murdered a black rhino and now he thinks he’s the fucking saint of conservation

Corey Knowlton – Facebook

Knowlton — the son of Texas oil executive Lary Knowlton (that would be this cartoon of a man here)– is the one who dropped a cool $350,000 at an auction last year so he could kill a rare and endangered black rhino. Why did he want to kill a rhino? Because he’s an asshole like his dad who has enough money to be able to travel around the world and practice the manly art of serial animal killing for fun.


TBOGG|Raw Story

Take a brief perusal of his Facebook photos and you will see Corey showing off a sampling of his kills in his wonderfully appointed trophy room (below) that is a subtle reminder that all of the money in the world — to say nothing of artfully-placed indirect lighting — can’t create the illusion of good taste.

Facebook- Corey Knowlton Tacky Collection

Despite attempts since last year to stop the hunt for the black rhino, the hunt went forward, the rhino was killed, and CNN was there to document it with the kind of breathless spin that most Texas families pay big bucks for when their entitled children make asses of themselves.

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Surprise: BP’s Record-Breaking Oil Spill Decimated Dolphins

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

Dolphins have been dying off at unprecedented rates in the Gulf of Mexico over the last five years, and a new study helps confirm what researchers suspected: the 2010 Deepwater Horizon oil spill is to blame.


By Kari Paul|MOTHERBOARD

After the 2010 disaster, which was the largest marine-based oil spill in US history, scientists documented the highest number of dead bottlenose dolphin strandings on record in the northern Gulf of Mexico, with more than 1,300 washed ashore as of May 2015.

Scientists have been investigating the unusual mortality event over the last five years to see if it can be tied to the spill. Previous research showed dolphins in heavily affected areas showed signs of adrenal and lung disease, and the most recent study, published today in PLoS One, found exposure to oil was the most significant cause for these diseases and death.

“There is no feasible alternative that could reasonably explain the timing, location, and nature of the increase in deaths,” Dr. Stephanie Venn-Watson, veterinary epidemiologist at the National Marine Mammal Foundation and the study’s lead author, said of the oil spill.

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Älteste Steinwerkzeuge der Menschheit entdeckt

Eines der 3,3 Millionee Jahre alten Steinwerkzeuge – auf den ersten Blick ein ganz normaler Stein. © MPK-WTAP

Überraschender Fund: Am Turkanasee in Kenia haben Forscher die bisher ältesten menschengemachten Steinwerkzeuge entdeckt: Sie sind rund 3,3 Millionen Jahre alt – und entstanden damit schon vor Auftreten des Homo habilis, der bisher als der erste Werkzeugmacher galt. Wer allerdings diese primitiven Faustkeile schuf, ist bisher ein Rätsel, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Bisher galt der Homo habilis, der “geschickte Mensch”, als der erste Werkzeugmacher unter unseren Vorfahren. Denn die bisher ältesten Steinklingen und Faustkeile stammen aus der Zeit vor rund 2,3 bis 2,6 Millionen Jahren und wurden zusammen mit Homo habilis Fossilien in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden. Frühere Vormenschen, so glaubte man, hätten noch nicht die erforderliche mentale Kapazität und Auge-Hand-Koordination besessen, um gezielt verschiedenen Werkzeuge herzustellen.

Zufallsfund beim Umweg

“Man ging davon aus, dass nur unsere direkten Vorfahren den kognitiven Sprung machten und lernten, Steine so gegeneinander zu schlagen, dass scharfe Klingen entstanden”, erklären Sonia Harmand von der Stony Brook University in New York und ihre Kollegen. “Dies galt als das Fundament für unseren evolutionären Erfolg.” Andererseits aber erforderten die Olduwan-Werkzeuge bereits ziemlich viel Übung und Geschick – ein Indiz dafür, dass sie vielleicht doch nicht die ersten Versuche unserer Vorfahren mit dieser Technologie darstellen.

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Ruptured Pipeline Leaks 21,000 Gallons of Oil Near Santa Barbara

Photo: Deepwater Horizon Incident Image Gallery

A clean-up operation was beginning Wednesday after a ruptured pipeline near Santa Barbara leaked an estimated 21,000 gallons of crude oil Tuesday.


By Matt Hamilton, Javier Panzar and Joseph Serna|LA Times

A 21,000-gallon oil spill on the Santa Barbara County coast is the latest reminder of the inherent risks of mixing industry and economy with nature, local politicians and environmental groups say.

The rupture occurred Tuesday afternoon on an 11-mile-long underground pipe owned by Houston-based Plains All American Pipeline and spilled the equivalent of 500 barrels of crude. The pipeline is part of a larger oil transport network centered in Kern County and was moving oil between facilities in Las Flores and Gaviota.

The U.S. Coast Guard launched a cleanup effort at sunrise, launching aircraft to assess the size of the spill and where it could go.

Tuesday night the spill had affected four miles of beach from just west of El Refugio State Beach toward El Capitan State Beach.

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Evolution: Neuer Stammbaum der Schlangen berechnet

Nachts auf der Jagd nach grosser Beute: So stellen sich Evolutionsbiologen der Yale-Universität die Urschlange vor. (Bild: Julius Csotonyi)

Winzige Hinterbeine und nachts auf Jagd nach grosser Beute – so stellen sich Forscher die Urschlange vor. Sie soll vor etwa 128 Millionen Jahren in warmen Waldgebieten gelebt haben.


Neue Zürcher Zeitung

Schlangen sind vermutlich doch an Land und nicht im Wasser entstanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Yale-Universität in New Haven im US-Gliedstaat Connecticut. Der Urahn heutiger Schlangen war demnach ein nächtlicher Jäger in Waldgebieten, der relativ grosse Beute verschlang und winzige Hinterbeine hatte.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschafter die Gene, die Anatomie oder Fossilien von 73 lebenden und ausgestorbenen Schlangen- und Echsenarten. Aus den erhobenen Daten erstellten sie dann einen Stammbaum. Das Team um Allison Hsiang veröffentlichte die Studie im Online-Journal «BMC Evolutionary Biology».

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Schrödingers Katze im Elektronenmikroskop

In der Quantenphysik können Elementarteilchen durch Überlagerung mehrere nach klassischer Physik widersprüchliche Zustände gleichzeitig einnehmen. © thinkstock

Widersinnige Quantenmechanik: So wie “Schrödingers Katze” im Gedankenexperiment gleichzeitig tot und lebendig ist, kann ein Elektron gleichzeitig unterschiedliche Geschwindigkeiten annehmen. Deutsche Physiker haben nun solche Überlagerungszustände freier Elektronen in einem ultraschnellen Elektronenmikroskop erzeugt. Den Nachweis über die “Geschwindigkeitskontrolle” der Elektronen beschreiben sie in der Fachzeitschrift “Nature”.


scinexx

“Schrödingers Katze” ist ein feststehender Begriff in der Quantenphysik: In dem reinen Gedankenexperiment befindet sich eine Katze zusammen mit einem Gift in einer verschlossenen Kiste. Solange niemand die Kiste öffnet und nachschaut, ist die Katze nach quantenmechanischer Sicht gleichzeitig tot und lebendig. Dies illustriert, wie sich ein System in der Quantenphysik auf scheinbar absurde Weise gleichzeitig in zwei Zuständen befinden kann, die einander eigentlich ausschließen.

Gleichzeitig mehrere Geschwindigkeiten

Wissenschaftler um Claus Ropers von der Georg-August-Universität Göttingen beschränken sich nicht nur auf Gedankenexperimente. Allerdings muss bei ihnen keine Katze sterben: Anstelle von Haustieren verwenden die Physiker Elektronen. In einem neu entwickelten ultraschnellen Elektronenmikroskop lassen sie kurze Pulse dieser Elementarteilchen mit intensiven Lichtfeldern wechselwirken.

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Wackelstein auf dem Rosetta-Kometen

Der Wackelstein (3) auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko sieht als, als balanciere er auf dem Rand einer Vertiefung. © ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Wackelkandidat: Ein großer Felsbrocken auf dem Rosetta-Kometen sieht aus, als balanciere er auf der Kante einer Mulde. Solche Wackelsteine sind auch von der Erde bekannt – ob die wacklige Position des Felsens auf dem Kometen auf dieselbe Art entstanden ist, können die Astronomen jedoch noch nicht sagen. Mit der zunehmenden Aktivität des Kometen könnte sich die Position des Wackelsteins jedoch weiter verändern.


scinexx

Der von der Raumsonde Rosetta umkreiste Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko sorgt weiterhin für überraschende und faszinierende Bilder. Unter den Felsbrocken auf dem Kometen haben die Astronomen nun in der Region Aker eine besonders außergewöhnliche Felsformation entdeckt. Der größte Stein in einer Gruppe von drei Felsbrocken sticht heraus: Er scheint auf dem Rand einer Vertiefung zu balancieren und ruht offenbar nur auf einer sehr kleinen Auflagefläche.

Reise an den kippeligen Standort

Geologische Formationen dieser Art kommen auch auf der Erde vor. Die zum Teil riesigen Gesteinsbrocken berühren den Untergrund nur mit einem winzigen Teil ihrer Oberfläche und muten an, als würden sie jeden Moment umkippen oder herunterfallen. Einige lassen sich in der Tat bewegen und werden dann als Wackelsteine bezeichnet. In Deutschland finden sich solche etwa im Bayrischen Wald oder im Fichtelgebirge.

Oftmals sind diese Felsbrocken an Bord von Gletschern zu ihrem heutigen, kippeligen Standort gereist. In anderen Fällen haben Wind und Wasser weicheres Gestein in der Umgebung abgetragen und den Wackelstein freigelegt.

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Jetzt bestecht mich doch endlich!

Foto: KURIER / Franz Gruber

Diese Wissenschaftler, die sind doch alle gekauft! Nur ich nicht. Langsam reicht es.


Von Florian Aigner|futurezone.at

Der Wissenschaft sollte man kein Wort glauben, sie ist nämlich fest in der Hand mächtiger Lobbys. Immer wieder erklärt man mir das – in Internetforen, in Mails, in wütenden Diskussionen.

Wissenschaftler und Skeptiker wie ich wollen übernatürlichen und paranormalen Behauptungen wissenschaftliche Zahlen und Fakten entgegensetzen. Dabei weiß man doch, dass Zahlen und Fakten mit der Wissenschaft in engem Kontakt stehen und daher in einer Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und dem Paranormalen nicht als unparteiische Schiedsrichter gelten können.

Kritisiere ich Heilsteine und Homöopathie, dann wirft man mir vor, von der Pharmalobby gekauft worden zu sein. Wenn ich anzweifle, dass man ein Perpetuum Mobile bauen kann, das Energie aus dem Nichts saugt und damit ein Auto antreibt, dann gelte ich als bezahlter Handlanger der Erdöllobby. Und nachdem ich mich als Physiker auch mit Atomen beschäftigt habe, muss ich sicher auch von der Atomlobby gekauft worden sein.

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Indischer Ozean “versteckt” Erderwärmung

Wasserstandsänderungen durch den indo-pazifischen Durchstrom und Oberflächentemperaturen des Wassers. © NOAA

Rätsel gelöst? Eine Erklärung für die Pause in der globalen Erwärmung liegt offenbar im Indischen Ozean. Dieses Meer hat sich seit Ende der 1990er Jahre deutlich erwärmt und so einen großen Teil der Erderwärmung abgepuffert, berichtet ein internationales Forscherteam. Die aufgenommene Wärme stammt jedoch ursprünglich aus dem Pazifik – ein Beispiel für die Bedeutung der Meeresströmungen für den Klimawandel, schreiben die Forscher im Fachmagazin “Nature Geoscience”.


scinexx

Durch den Klimawandel steigt die Temperatur im weltweiten Durchschnitt an. Ein Rätsel brachte die Klimaforscher nach dieser Vorhersage jedoch in Erklärungsnot: Um den Jahrhundertwechsel legte die globale Erwärmung eine Pause ein. Für dieses überraschende Phänomen waren lange keine Ursachen bekannt.

Als möglicher Grund galt die Funktion der Meere als Wärmespeicher, insbesondere die gewaltigen Wassermassen des Pazifischen Ozeans: “Wir haben zunächst vermutet, dass der Pazifik überdurchschnittlich viel Wärme gespeichert hat”, sagt Wonsun Park vom GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel. “Diese Hypothese mussten wir aber verwerfen, da die Messungen sogar einen Rückgang des Wärmeinhalts im Pazifik zeigten.”

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Why Males Exist

Tribolium castaneum, the flour beetle used in the experiment. Image: Public Domain/Wikimedia

Males: who needs them? It’s a valid question—the existence of the male sex is a real scientific inquiry.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

On a survival-of-the-species level, males are basically only needed to provide sperm. In light of that, sex seems like a pretty inefficient way of reproducing in comparison to asexual reproduction. Half the offspring produced are also incapable of directly bearing future generations, and parents have to dilute their genes for the pleasure. Not to mention the hassle of finding a suitable mate in the first place.

So why has evolution allowed two-parent reproduction to persist when it seems so inefficient? Why is sex still a thing? Why don’t we just have females who can reproduce by themselves?

In a paper in Nature, biologists suggest a solution to the mystery: the existence of males and of sex allows for sexual selection, which helps keep a species healthy so it doesn’t go extinct. They tested their hypothesis in populations of beetles.

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Riesenkrater auf dem Seegrund

“Crazy Crater” im Querschnitt: Durch den schlammgefüllten Schlot unter dem Krater steigt Wasser auf. © ETH Zürich / Reusch et al.

Unerwarteter Fund: Auf dem Grund des Neuenburgersees in der Schweiz befinden sich mehrere riesige Krater. Ihr Ursprung ist nicht etwa vulkanisch, sondern es handelt sich um riesige Wasserquellen, wie ein Team von Geologen nun herausgefunden hat. Die überraschenden Krater gehören zu den größten derartigen Unterwasserstrukturen der Welt, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift “Geophysical Research Letters”.


scinexx

Eine Routinefahrt auf dem Neuenburgersee in der Schweiz brachte für Anna Reusch von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und ihre Kollegen eine im wahrsten Sinne riesige Überraschung. Bei Sonar-Messungen von ihrem Forschungsboot aus zeichnete sich auf dem Kontrollbildschirm plötzlich eine ungewöhnliche Kontur ab: Kreisrund, mit einem Durchmesser von 160 Metern. Genauere Auswertung der Daten zeigte, dass es sich um einen zehn Meter tiefen Krater am Grund des Sees handelt.

“Crazy Crater” mit 160 Metern Durchmesser

Ursprünglich hatten die Geologen im Sediment des Sees nach Hinweisen auf vergangene Erdbeben gesucht. Doch der Überraschungsfund ließ diese Suche in den Hintergrund treten – denn es blieb nicht bei einem einzigen Krater. “Die Krater waren so interessant, dass wir dieses Phänomen unbedingt genauer untersuchen wollten”, sagt Reusch. Insgesamt vier dieser Strukturen machten die Forscher im Neuenburgersee ausfindig.

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Peter Singer spricht behinderten Babys Lebensrecht ab

Foto: RICHARD PERRY/Redux/laif/NYTNS Umstritten ist Singer wegen seiner These, dass schwerst behinderte Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt getötet werden dürften, weil sie keine Selbstwahrnehmung hätten und daher keine “Personen” seien

Seit Jahren setzt sich Philosoph Peter Singer für Tierrechte ein. Mit behinderten Babys hat er weniger Mitleid: Die dürften getötet werden. In Berlin gibt es Proteste gegen seinen geplanten Auftritt.


DIE WELT

Der geplante Auftritt des umstrittenen australischen Philosophen Peter Singer in Deutschland sorgt für Ärger. Bundestagspolitiker von Union, den Grünen und der Linken fordern laut “Bild am Sonntag” eine Absage der Veranstaltung.

Der Philosoph und Bioethiker soll am 26. Mai in der Berliner Urania vom “Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e.V.” ausgezeichnet werden. Die Laudatio hält Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung. Singer hatte 2011 bereits den Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung erhalten.

Umstritten ist Singer wegen seiner These, dass schwerst behinderte Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt getötet werden dürften, weil sie keine Selbstwahrnehmung hätten und daher keine “Personen” seien.

Menschenrechte für Affen

In Berlin soll Peter Singer einen Tierschutz-Preis erhalten: Seit Jahren setzt er sich unter anderem für Menschenrechte für Menschenaffen ein.

Behindertenverbände und Politiker protestieren gegen den Auftritt. Der Behindertenbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Uwe Schummer, sagte der Zeitung: “Hier wird einem Mann ein Podium geboten, der behinderten Menschen – insbesondere Säuglingen – das Lebensrecht abspricht. Das geht gar nicht.”

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Lavamassen vor Japan: Wie das Leben eine neue Insel erobert

Nishinoshima, Bild: JapanTimes.co.jp

Vor Japan ist jüngst eine neue Insel entstanden, aufgetürmt aus den Lavamassen eines Vulkans. Nun fragen sich Biologen, welche Arten das Eiland wohl als Erste besiedeln.


SpON

Vogelkot ist eine entscheidende Zutat in den Prognosen von Naoki Kachi. Vögel, die weite Strecken übers Meer fliegen und Zwischenstopps auf kleinen Inseln einlegen, lassen dort ihren Kot zurück, und der ist wertvoller Dünger. Kachi, der an der Tokyo Metropolitan University arbeitet, will gemeinsam mit Kollegen in den kommenden Jahren erforschen, wie sich Flora und Fauna auf einer neu entstandenen japanischen Insel entwickeln.

Noch ist Nishinoshima kein besonders lebensfreundlicher Ort. Die Insel in der Ogasawara-Kette besteht aus Lava, die aus einem aktiven Vulkan fließt und erkaltet. Im November 2013 durchbrach die sich auftürmende Lava erstmals die Meeresoberfläche. Seitdem ist ein stattliches Eiland gewachsen, das sich im Laufe seiner Entstehung eine kleine Nachbarin einverleibt hat. Nishinoshima ist jetzt knapp 2,5 Quadratkilometer groß.

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Leben und sterben lassen

Elizabeth Kolbert Das sechste Sterben Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff Verlag: Suhrkamp, Berlin 2015 ISBN: 9783518424810 24,95 €

Elizabeth Kolbert
Das sechste Sterben
Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff
Verlag: Suhrkamp, Berlin 2015
ISBN: 9783518424810
24,95 €

Seit seinem Auftreten vor zirka 200 000 Jahren hat Homo sapiens seine Umwelt verändert: Anfangs unmerklich, seit der neolithischen Revolution vor gut 12 000 Jahren spürbar und seit Beginn der industriellen Revolution Mitte des 18. Jahrhunderts radikal.


Von Eckart Lohr|Spektrum.de

Heute ist sein Einfluss auf die Natur und das globale Ökosystem so tief greifend, dass der niederländische Meteorologe Paul Crutzen vorschlug, den jetzigen Abschnitt der Erdgeschichte, bislang als Holozän bezeichnet, in “Anthropozän” umzubenennen. Mit dieser durch den Menschen geprägten Epoche beschäftigt sich die amerikanische Journalistin Elizabeth Kolbert im vorliegenden Buch, für das sie den Pulitzerpreis 2015 in der Kategorie “General Nonfiction” erhielt.

Bereits das Aussterben des amerikanischen Mastodons, eines Rüsseltiers aus der Gattung Mammut, vor zirka 13 000 Jahren fällt mit der Ausbreitung des modernen Menschen zusammen und ist aller Wahrscheinlichkeit nach von ihm verursacht. Anhand der Fundgeschichte der Mastodonknochen erzählt Kolbert, wie der französische Naturforscher und Begründer der Paläontologie, Georges Cuvier (1769-1832), seine Theorie des Artensterbens entwickelte. Cuviers Entdeckung, dass Arten aussterben können und dass es eine Welt vor unserer Welt gab, ist eine ziemlich moderne Erkenntnis: Sie kam etwa zeitgleich mit der Französischen Revolution auf, was nach Kolbert “vermutlich kein Zufall war”. Cuvier hing allerdings noch nicht dem Evolutionsmodell an, im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Jean Baptiste de Lamarck (1744-1829), sondern ging davon aus, dass die betreffenden Spezies durch Katastrophen ausgelöscht worden waren.

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Allgemeine Relativitätstheorie: Die Erkundung der dunklen Seite

So wie Darth Vader durch die dunkle Seite der Macht verführt wurde, so intensiv sehnen sich Physiker nach einem Verständnis der sogenannten dunklen Materie im All. Vor kurzem wurde eine minuziös berechnete Karte ihrer Verteilung in einem Teil des Himmels vorgelegt. Weitere werden in den nächsten Jahren folgen.

Von Raúl Rojas|TELEPOLIS

Astronomen haben vor kurzem bei der Tagung der American Physical Society in den USA ein Bild der Verteilung der dunklen Materie in einem Ausschnitt des Himmels vorgelegt, in dem sich zwei Millionen Galaxien tummeln.[1] Dunkle Materie, wie der Name schon andeutet, emittiert keine Photonen und macht sich sonst nur durch ihre Anziehungskraft auf die sichtbare Materie bemerkbar. Wir sehen die dunkle Materie also nicht, sie soll aber etwa 25% der Masse des Universums ausmachen, d.h. sie kann fünfmal mehr als sichtbare Materie in die Waagschale werfen.

Für etwas, das wir nicht sehen können, ist seine postulierte Existenz relativ alt: 1933 haben Fritz Zwicky und später andere Astronomen bemerkt, dass in Galaxienclustern Zentripetalkräfte wirken müssen, die allein durch die im Cluster sichtbar vorhandene Masse unmöglich wären. Mit anderen Worten: Die Galaxien werden im Cluster durch eine Anziehungskraft festgehalten, die nur durch zusätzliche unsichtbare Materie erklärbar ist. Spätere Beobachtungen haben diese Vermutung bestätigt und seitdem fahnden die Physiker nach einer plausiblen Begründung.

Da Teleskope die dunkle Materie nicht abbilden können, muss das Universum selbst als eine Art Riesenteleskop dienen. Wenn Licht aus entfernten Teilen des Kosmos zu uns durchdringt, werden die Photonen durch die vorhandene Massen abgelenkt. Große Konzentrationen von Materie wirken dabei als eine Art “Gravitationslinse”, die das Aussehen der Objekte hinter dieser Materie verzerrt. Mit Hilfe von Computern lässt sich die Verteilung der Massen, die jenen Linseneffekt produzieren, zurückrechnen. So ist Abb. 1 im Rahmen der Arbeit des Konsortiums “Dark Energy Survey” entstanden, eine Karte in Falschfarben der Verteilung der dunklen Materie in einem Bereich des Himmels.

Die Technik, die für die Erstellung von Abb. 1 verwendet wurde, kann man als “schwache Gravitationsrefraktion” übersetzen. Wenn man die Ellipsen von Galaxien durch eine Linse beobachtet, so die Grundidee, dann verdrehen sich die Orientierungen der Hauptachsen etwas, und zwar tangential zu Kreisen mit ihrer Mitte im Massenschwerpunkt der vorhandenen Materie. Da der visuelle Effekt sehr schwach ist, und da die Achsen von Galaxien eigentlich in eine beliebige Richtung orientiert sein können, braucht man sehr viele davon, Millionen, so dass man eine Statistik aus den verzerrten Orientierungen erstellen kann.

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