Archiv der Kategorie: Naturalismus

Rätsel der synchronen Pendeluhren gelöst

Wenn zwei Pendel nebeneinander hängen, schwingen sie irgendwann im Gleichtakt. © Brian Donaldson / thinkstock
Geheimnisvoller Gleichtakt: Forscher haben das gut 350 Jahre alte Rätsel der synchronen Pendel gelöst. Demnach sorgen weder Zufall noch geisterhafte Kräfte dafür, dass nebeneinander aufgehängte Pendeluhren nach einer Weile im Gleichtakt schwingen. Stattdessen beeinflussen sich die Uhren gegenseitig durch für uns unhörbare Schallimpulse, wie die Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten.


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Darüber rätselte schon der holländische Physiker Christiaan Huygens: Vor gut 350 Jahren hatte er eine spezielle Box mit zwei Pendeluhren konstruiert, die auf Schiffen die genaue Zeit anzeigen sollten. Zwei Uhren deshalb, damit mindestens eine weiterlief, falls eine kaputtging. Doch beim Beobachten der nebeneinander an einem Holzbalken aufgehängten Uhren fiel ihm etwas Seltsames auf: Egal in welcher Position die Pendel starteten, spätestens nach einer halben Stunde schwangen sie komplett synchron – entweder genau in Phase oder entgegengesetzt.

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Pluto: Fließende Gletscher und organische Wolken

Wirbelförmige Muster im exotischen Eis des Pluto deuten auf fließende Gletscher hin. © NASA/JHUAPL/SwRI
Pluto liefert weitere Überraschungen: Neueste Daten der Raumsonde New Horizons enthüllen, dass es auf dem Zwergplaneten fließende Gletscher gibt. Exotisches Eis aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid strömt im Inneren der herzförmigen Ebene umher – und wird möglicherweise sogar bis in die Polregionen transportiert. Überraschend auch: Die Atmosphäre des Pluto enthält einen rötlichen Nebel aus Kohlenwasserstoffen.


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Nach Aufnahmen eines Eisgebirges, einer Ebene mit Eisschollen und einer erstaunlich jungen, aktiven Oberfläche hat die NASA-Raumsonde New Horizons nun weitere erstaunliche Daten von ihrem Vorbeiflug am Pluto geliefert. Im westlichen Teil der herzförmigen Tombaugh-Ebene enthüllten die Bilder Hinweise auf strömende Gletscher und weiter im Süden ein weiteres Gebirge.

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Scientists Have Created a Self-Contained Laser in a Cell

Pig skin illuminated by cellular lasers. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun
Pig skin illuminated by cellular lasers. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun
Modern medicine is overflowing with futuristic concepts, but even so, the notion of embedding lasers into living cells is a whole new level of mind-boggling. But cellular microlasers are very much a reality, according to a paper published today in Nature Photonics, written by physicists Matjaž Humar and Seok-Hyun Yun of the Wellman Center for Photomedicine.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

Yun was part of the team that introduced the first “living laser” back in 2011, which was created by hacking a cell with bioluminescent DNA, placing it between two mirrors, and blasting it with pulses of light. With this new paper, he and Humar have taken the technology a step farther by creating a self-contained cellular laser.

Lipid droplets in yellow, cell nuclei in blue. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun

Instead of inducing cells to lase with external mirrors, this time the team has implanted “mirrors” in the form of oil droplets and polystyrene beads inside cells. These droplets are tiny, measuring less than the width of a human hair, and they are packed with different dye colors and configurations. When excited by outside sources of light, they can be induced to shine over a number of different wavelengths, like a laser light show inside a living organism.

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Kannibalismus bei fataler Arktis-Expedition

Gräber einiger Mitglieder der Franklin-Expedition auf der Beechey Insel in der kanadischen Arktis. © Ansgar Walk / CC-by-sa 2.5
Gruselige Funde: Die letzten lebenden Mitglieder der 1845 gestarteten Franklin-Expedition wurden aus Verzweiflung zu Kannibalen. Sie verzehrten nicht nur das Fleisch ihrer toten Kameraden, wie Schnittspuren an Knochen belegen. Sie kochten deren Knochen sogar und zerschlugen sie, um an das Mark im Inneren zu kommen. Das zeigen Analysen einiger in der kanadischen Arktis gefundenen Überreste der Männer.


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Als der britische Polarforscher und Offizier John Franklin im Jahr 1845 mit zwei Schiffen in die Arktis aufbrach, hatte er ein ehrgeiziges Ziel: Er wollte der erste sein, der die sagenumwobene Nordwestpassage durchsegelte. Doch Franklins Expedition endete in einer Katastrophe: Die Schiffe steckten im Eis fest, Franklin und 128 Mann Besatzung kamen um, als sie über das Eis zurück in die Zivilisation gelangen wollten. Eines der Schiffe, das Wrack der HMS Erebus, wurde erst im Herbst 2014 entdeckt.

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Blutiges Walmassaker

Bild: Sea Shepherd Deutschland/Facebook
Bild: Sea Shepherd Deutschland/Facebook
Die Organisation Sea Shephered macht mit einem Video auf das rituelle Abschlachten auf den Faröer-Inseln aufmerksam, 7 Aktivisten wurden festgenommen


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Bislang wusste man vor allem von Japan, dass dort nicht nur weiterhin Walfang betrieben wird, sondern dass es auch Schlachtfeste gibt, auf denen Delfine und kleinere Wale an die Küste getrieben werden, um dort in einem blutigen Spektakel massakriert zu werden (“Das ist ein Teil unserer Kultur”). Es sei ein alter Brauch, dies einmal jährlich zu machen und die Meeressäugetiere mit Messern abzuschlachten, wobei sich das Meer rot färbt.

Einen ähnlichen Brauch gibt es auch immer noch auf den Färöer-Inseln, wo jedes Jahr im Rahmen des Grindadráp Hunderte von Grindwalen mit kleinen Motorbooten in Buchten getrieben und dort getötet werden. Im Unterschied zu den Japanern gehen die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Inseln “humaner” vor. Seit 30 Jahren werden keine Speere und Harpunen mehr eingesetzt. Die Tiere, die dem Strand nicht nah genug kommen, werden mit einem stumpfen Fanghaken, der in ihr Blasloch gesteckt wird, an Land gezogen. Dort werden die Wale getötet, indem ihnen das Rückenmark und die Halsschlagader durchtrennt werden. Das ist sicher dann ein schneller Tod, trotzdem bleibt es ein blutiges Schlachtfest, wie es allerdings alltäglich in den Schlachthöfen auch stattfindet.

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Wal_Schlachten

Wie der Pavianhintern die Sexualtheorien Darwins inspirierte

Entspannt lässt sich ein Pavian im Tierpark Hellabrunn in München von einem Artgenossen entlausen. (picture-alliance / dpa / Frank Leonhardt )
Für den Evolutionsforscher Charles Darwin war die Haut des Menschen ein riesiges Sexualorgan. Ausgangspunkt für diese Theorie seien die pinken Affenhintern der Paviane gewesen, sagt der Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus.


Winfried Menninghaus im Gespräch mit Gesa Ufer|Deutschlandradio Kultur

“Darwin hat sich gefragt: Warum ist der Mensch der einzige größere Primat, ohne Fell?” – so Winfried Menninghaus, Leiter des Max-Planck-Instituts in Frankfurt am Main im Deutschlandradio Kultur. “Und das ist tatsächlich ein Skandal in der Naturgeschichte.” Schließlich gebe nur es wenige andere Lebewesen, die dieses Merkmal der nackten Haut teilten. Der britische Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) sei der Frage nachgegangen, welche Vorläufer es gegeben habe.

Unser Körper als riesiges Sexualorgan

Seine “phantastische witzige Idee”, die Darwin damals kaum zu äußern gewagt habe, war es, die stark hervorgehobenen, nackten analen-genitalen Stellen der Affen zur Erklärung hinzuzuziehen. “Denken Sie an den Pavian, denken Sie an diese sehr indezente Ästhetik”, sagte Menninghaus.

“Darwin dachte in der Tat, die nackte Haut war der Sitz der sexuellen Attraktivität und wir Menschen waren so verrückt, dass wir davon immer mehr haben wollten.”

Deshalb habe der Mensch immer mehr Nacktheit gewählt, bis der ganze Körper auf einmal nackt gewesen sei. Zu dieser Hypothese von Darwin gehöre, dass “unser ganzer Körper ein riesiges Sexualorgan” sei wie diese “pinken Affenhinterteile.”

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Die 58 Millionen Dollar Klage gegen Richard Dawkins

dawkins

Momentan läuft eine Klage gegen Richard Dawkins. Der Kläger, Karl L. Dahlstrom, fordert 58 Millionen US$ von ihm.
2013 schrieb Dahlstrom ein Buch The Organized Universe. In diesem Buch bietet der Autor den “wissenschaftlichen” Beweis, dass es sich bei der Evolutiontheorie um einen Hoax handelt. Zur Überraschung aller, die Experten sind vom Beweis nicht überzeugt.

Man muss Dawkins nicht mögen, seine Art und Weise manche Diskussionen zu führen, Fakt ist, in den letzten Jahrzehnten hat er überzeugend für die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie geworben und diese einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Sein rocking the boat gegen institutionalisierten Glauben, Leugner der Evolutionstheorie, Kreationisten, intelligente Designer sind konkret benannt worden. Und hier liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer.

1989 schrieb Dawkins in der New York Times
“It is absolutely safe to say that if you meet somebody who claims not to believe in evolution, that person is ignorant, stupid or insane (or wicked, but I’d rather not consider that).”

Dahlstrom ist davon überzeugt, dass das “somebody” auf ihn zielt und fühlt sich daher von Dawkins persönlich angegriffen. Zur Erinnerung, Dawkins schrieb das 1989, Dahlstrom sein Buch 2013.

In der Klageschrift, Juni 2015 schreibt Dahlstrom

… Plaintiff Karl L. Dahlstrom not only does not believe in Evolution, but he is the only individual on earth in the history of man that has scientifically disproven Evolution. This makes Karl L. Dahlstrom the number one candidate for Richard Dawkins attack, even though Karl L. Dahlstrom, i.e., the “somebody”, could not be ignorant, stupid, or insane or wicked as scientifically proven by the book, The Organized Universe by Karl L. Dahlstrom with C. Phillip Clegg. Thus, the allegations or accusations/statement that Karl L. Dahlstrom, i.e. “somebody”, who does not believe in Evolution is ignorant, stupid, or insane or wicked is totally incorrect and false with results being a tort or worse against the Plaintiff Karl L. Dahlstrom. Richard Dawkins has caused millions of persons to be prejudiced and biased against Karl L. Dahlstrom and injured his reputation and subjected him to hatred, contempt, ridicule and financial injury from persons not exposed to the truth about Darwinian Evolution and the position Plaintiff Karl L. Dahlstrom has taken on this issue.

Lächerlich ist die höfliche Umschreibung für, in diesem Fall, gerichtsanhängige Idiotie.
Für aktuelle Verluste, Schäden fordert er von Dawkins 8 Millionen US-Dollar. Weitere 50 Millionen als Schadensersatz.
Darüber hinaus wille er eine öffentliche Entschuldigung, und eine Vernichtung aller Veröffentlichungen die dieses Statement enthalten.

Dawkins Antwort, über seine Anwälte:
The statement here, that someone who does not believe in evolution is ignorant, stupid, insane, or wicked, is the equivalent of a financial advisor writing that anyone who buys a car instead of leasing is an idiot. It is hyperbole meant to make a point. It does not rise to a level beyond what is decent and tolerable in a civilized society.”

Ein Auszug, der an Deutlichkeit nicht zu übertreffen ist.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Dawkins ein,”wenn die Evolutionstheorie widerlegt werden sollte, dann wird diese Widerlegung von Experten kommen und nicht von Idioten.”(sinngemäß)

via Friendly Atheist

Urschlange mit vier Beinen entdeckt

Die Hinterbeine der neuentdeckten Urschlange Tetrapodophis amplectus © Dave Martill/ University of Portsmouth
Fangzähne und Stummelbeinchen: In Brasilien haben Forscher erstmals einen Schlangen-Urahn entdeckt, der noch vier Beine besitzt. Das mehr als 100 Millionen Jahre Fossil nutzte diese kurzen Stummel nicht zum Laufen, sondern wahrscheinlich zum Greifen. Ein im Bauch der Urschlange konserviertes Beutetier belegt, dass sie bereits Wirbeltiere jagte und fraß. Die Anatomie des Fossils spricht zudem gegen die Annahme, dass Schlagen einst im Wasser entstanden, wie die Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


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Schlangen gehören heute zu den artenreichsten Landwirbeltieren – und zu den erfolgreichsten. Denn es gibt kaum einen Lebensraum, den die beinlosen Reptilien nicht für sich erobert haben. “Sie bewohnen Wüsten und Regenwälder, Gebirge und Ozeane”, erklären David Martill von der University of Portsmouth und seine Kollegen. “Trotz ihrer fehlenden Gliedmaßen haben sie eine außergewöhnliche Bandbreite an Bewegungsmethoden entwickelt: Sie kriechen, graben, klettern, schwimmen und gleiten sogar durch die Luft.”

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Wer erschafft das erste Designer-Baby?

Eine revolutionäre Methode namens CRISPR-Cas erlaubt Forschern, ein Tabu zu brechen: Sie könnten mit ihrer Hilfe genveränderte Menschen erschaffen. Nun diskutiert die Fachwelt, ob die Versuche noch zu stoppen sind.


Von Antonio Regalado|Technology Review

Bild: heise.de

Wenn irgendjemand ein Designerbaby mit maßgeschneiderten Genen schaffen kann, dann wohl George Church. In seinem verwinkelten Labor auf dem Campus der Harvard Medical School finden sich Forscher, die E.-coli-Bakterien ein neues Genom geben, wie es in der Natur nirgends vorkommt. Eine Ecke weiter arbeiten andere Wissenschaftler daran, mittels Erbgut-Manipulationen das Wollmammut wiederauferstehen zu lassen. Sein Labor, sagt Church gern, ist das Zentrum einer neuen technologischen Genesis – einer, in der Menschen die Schöpfung so umbauen, wie es ihnen gefällt.

Als ich Church nach den Designer-Babys fragte, schlug er vor, ich solle mit Luhan Yang sprechen, einer Harvard-Wissenschaftlerin aus Peking, die entscheidend zur Entwicklung der mächtigen neuen DNA-Editiermethode CRISPR-Cas9 beigetragen hatte. Zusammen mit Yang hatte Church ein kleines Unternehmen gegründet, um gezielt die Genome von Schweinen und Rindern zu verändern: Bessere Gene sollen eingefügt, schlechte wegeditiert werden.

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Mikroben 2.500 Meter unter dem Meeresgrund

Mikroben aus rund 2.000 Metern Tiefe unter dem Elektronenmikroskop © Hiroyuki Imachi/ JAMSTEC
Leben im Keller der Erde: Noch in fast 2.500 Metern Tiefe unter dem Meeresgrund gibt es lebende Mikroben. Das belegen Proben, die Forscher bei der tiefsten Meeresbohrung der Welt entnommen haben. Bei den Mikroben dieser tiefen Biosphäre handelt es nicht um typische Meeresbewohner, sondern um Bakterien, die sonst in Waldböden vorkommen. Sie gelangten wahrscheinlich in die Tiefe, als ihr Wald einst im Meer versank, wie Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


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Das Leben macht auch vor der steinernen Tiefe der Erdkruste nicht halt – im Gegenteil. Bohrungen haben lebende Bakterien und Archaeen schon aus Basaltgestein hunderte Meter tief unter dem Meeresgrund zutage gefördert. Eine andere Bohrung fand sogar noch Leben in 1.922 Metern Tiefe. Forscher schätzen, dass diese tiefe Biosphäre vermutlich sogar das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde bilden könnte.

Aber wie weit reicht diese Biosphäre in die Tiefe? Um das herauszufinden, hat ein internationales Forscherteam an Bord des japanischen Bohrschiffs Chikyu das bisher tiefste Loch in den Meeresboden gebohrt. 2012 gelang es ihnen, vor der japanischen Küste bis zu 2.466 Meter tief in den Meeresboden vorzudringen und Proben zu gewinnen.

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Nasa entdeckt einen erdähnlichen Planeten

Erde_Cousin

Sensation aus dem Weltall: Die Nasa hat einen neuen Planeten entdeckt. Er soll der “größere, ältere Cousin der Erde” sein. In einer Pressekonferenz machte sie erste Details zur Entdeckung bekannt.


DIE WELT

In einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz hat die Weltraumorganisation Nasa am Donnerstagabend um 18 Uhr ihre jüngste Entdeckung vorgestellt: Einen der Erde ähnlichen Planeten. Daneben wurden elf kleinere mögliche Planeten gefunden. Die Nasa bezeichnet das als “Meilenstein auf dem Weg, eine zweite Erde zu finden”.

“Heute geben wir die Entdeckung eines Exoplaneten bekannt, der – soweit wir sagen können – ein sehr enger Cousin der Erde ist. Bisher ist es der nächste. Es ist eine Erde 2.0″, sagt John Grunsfeld, ein Leiter der Abteilung für Wissenschaftsexpeditionen der Nasa auf der Pressekonferenz.

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Basteln mit DNA

Wer Strukturen im Nano-Maßstab bauen will, braucht ganz spezielles Material. DNA-Stränge erweisen sich hier als überraschend robust


Von Matthias Matting|TELEPOLIS

Beispiele für von den Forschern erzeugte 3D-Strukturen (Bild: Erik Benson / Björn Högberg, CC BY-SA 4.0

DNA-Stränge haben eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Lego-Bausteinen, wenn es darum geht, aus ihnen Objekte zu konstruieren. Statt der Noppen auf den Plastiksteinchen sorgen die Basen-Paare für eine stabile Verbindung, wenn man an den richtigen Stellen ansetzt. Auf den Informationsgehalt der DNA kommt es hier nicht an – genau wie man ja auch Lego-Objekte unabhängig von der Farbe der Steinchen konstruieren kann.

Nun haben allerdings DNA-Stränge im Vergleich zu dem dänischen Spielzeug den Nachteil, dass sie trotz ihrer Länge winzig sind. Das ist zwar praktisch, weil man sehr kleine Objekte herstellen kann – aber diese mit den Fingern oder einer Pinzette zusammenzusetzen, das funktioniert nicht. Man braucht Strukturen, die sich möglichst von selbst zusammensetzen, weil es sich auf chemisch-physikalischer Ebene genau so anbietet.

Optimale Voraussetzungen dafür herzustellen, ist nicht so einfach. Im Lego-Beispiel müsste man die Steinchen derart mit Noppen und Löchern versehen, dass sie nur auf ganz bestimmte Weise zusammenpassen.

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Rätsel um Vorfahren der Amazonasvölker

Eine Frau der Xavante. Sie trägt Gene in sich, die vor Vorfahren aus Australien oder Melanesien stammen. © Agência Brasil
Rätselhafte Ahnen: Drei Stämme im Amazonasgebiet sind unerwartet eng mit Aborigines und Melanesiern verwandt – enger als mit allen anderen amerikanischen Ureinwohnern, wie Genanalysen enthüllen. Das aber bedeutet, dass vor tausenden von Jahren nicht nur die Urahnen der Indianer über die Beringstraße einwanderten, sondern auch eine Volksgruppe aus Südostasien. Wer diese Menschen waren und warum ihre Nachfahren nur noch im Amazonasgebiet zu finden sind, ist rätselhaft, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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Die Vorgeschichte der amerikanischen Ureinwohner ist komplex – und gibt noch immer Rätsel auf. Es scheint zwar klar, dass ihre Vorfahren einst über die Beringstraße nach Nordamerika gezogen sind. Woher diese Vorfahren aber kamen, ist umstritten, verschiedenen Genanalysen nach könnte es der Altai, oder sogar der europäische Teil Sibiriens gewesen sein. Letzteres könnte erklären, warum einige Schädel früher Ureinwohner verblüffend europäisch aussehen.

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Stephen Hawking Just Launched A $100m Hunt That Will Enrage The Christian Right

Image: BBC Screengrab bb.
Image: BBC Screengrab bb.
While Christian Conservatives are unable to grasp that life on earth stretches back farther than 5,000 years, the world’s greatest thinkers have joined together to answer the question: Is there life outside of Earth?


By Kerry-Anne|Adicting Info

As TIME magazine reports:

“On July 20, a consortium of scientists funded by billionaire investor Yuri Milner announced a $100 million project to scan the universe for signs of intelligent life.”

Milner has compiled a dream team of extraordinary breadth and skill to accomplish this challenge. Among the eminent members of this hunt are:

  • Stephen HawkingProfessor, Dennis Stanton Avery and Sally Tsui Wong-Avery Director of Research, University of Cambridge
  • Ding ChenProfessor and Principle Investigator of the Search for Terrestrial Exo-Planets Mission, Chinese Academy of Sciences
  • Ann DruyanCreative Director of the Interstellar Message, NASA Voyager; Co-Founder and CEO, Cosmos Studios; Emmy and Peabody award winning Writer and Producer
  • Lisa KalteneggerDirector, Carl Sagan Institute; Associate Professor of Astronomy, Cornell University

Together, the elite group have issued an inspirational letter to us all, in which they state:

“A mature civilization, like a mature individual, must ask itself this question. Is humanity defined by its divisions, its problems, its passing needs and trends? Or do we have a shared face, turned outward to the Universe?”

“There has never been a better moment for a large-scale international effort to find life in the Universe. As a civilization, we owe it to ourselves to commit time, resources, and passion to this quest.”

And to be clear, in both financial and human resource terms, this program will constitute the largest search for alien life ever conducted.

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Bárðarbunga überzog Europa mit Schwefeldioxid

Ausbruch des Bardarbunga am Holuhraun im Herbst 2014. © Peter Hartree / CC-by-sa 2.0
Schwefelschleier über Europa: Der Ausbruch des Bárðarbunga auf Island brachte zwar nur wenig Asche, dafür aber umso mehr Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Während seines sechs Monate dauernden Ausbruchs stiegen die Schwefeldioxid-Werte der Luft in ganz Europa an, wie ein europäisches Forscherteam berichtet. Selbst in den Alpen erreichten die SO2-Werte zeitweilig das 50-Fache der normalen Werte. Es hätte allerdings noch viel schlimmer kommen können.


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Als der Gletschervulkan Bárðarbunga am 31. August 2014 ausbrach, zeichnete sich noch nicht ab, wie langanhaltend und damit umfangreich diese Eruption werden würde. Sechs Monate lang spie die unterirdische Magmenkammer Lava, Gase und Rauch. In dieser Zeit quellen insgesamt 1,6 Kubikkilometer Lava aus Spalten im Holuhraun-Feld nördlich des Gletschers Vatnajökull und machten den Ausbruch zum größten Islands der letzten 200 Jahre.

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CO2-Ausstoß verfälscht Radiokarbon-Datierung

Moderne Nachbildungen oder echte antike Relikte? Das könnte in wenigen Jahrzehnten nicht mehr so leicht zu bestimmen sein. © Hiltibold/ CC-by-sa 3.0
Moderne Fälschung oder antikes Original? Diese Frage wird sich künftig nicht mehr so leicht beantworten lassen, warnt eine Forscherin. Denn die bisher wichtigste Datierungsmethode, die Radiokarbon-Messung, wird durch anthropogene CO2-Emissionen immer stärker behindert. Bereits 2050 könnte es dadurch unmöglich sein, zwischen einem neuen T-Shirt und einer tausend Jahre alten Robe zu unterscheiden – denn beide hätten scheinbar das gleiche Radiokarbonalter.


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Die Radiokarbon-Datierung ist eine der wichtigsten Methoden zur Altersbestimmung in der Archäologie und in vielen anderen Forschungsbereichen – von der Kriminologie bis zur Kunstgeschichte. Sie beruht darauf, dass der Anteil des Isotops C14 in organischen Materialien nicht konstant bleibt. Einmal aus der Atmosphäre aufgenommen, zerfällt das Isotop mit einer Halbwertszeit von 5.730 Jahren. Dadurch verringert sich mit steigendem Alter der C14-Anteil – und dies ermöglicht die Datierung.

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Pluto: Eisebene und Riesen-Atmosphäre

Die grüne Markierung zeigt die Lage und Ausdehnung der neu entdeckten Eisebene © NASA/JHUAPL/ SwRI
Zwergplanet mit Riesenatmosphäre: Die Raumsonde New Horizons hat weitere überraschende Details über den Pluto enthüllt. So besitzt er eine weite, erstaunlich junge Ebene aus gefrorenem Kohlenstoffmonoxid, deren Struktur getrocknetem Schlamm ähnelt. Außerdem hat der Zwergplanet eine erstaunlich große Atmosphäre: Sie reicht mindestens bis in 1.600 Kilometer Höhe und wird vom Sonnenwind zu einem rund 100.000 Kilometer langen Schweif ausgezogen.


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Gerade erst hat New Horizons Aufnahmen eines sehr jungen Eisgebirges auf dem Pluto übermittelt, jetzt kommen schon die nächsten überraschenden Informationen. In den neuesten Aufnahmen und Daten ist nördlich dieses Eisgebirges eine ausgedehnte, kraterlose Ebene zu erkennen. Ihre Oberfläche besteht zumindest zum Teil aus gefrorenem Kohlenmonoxid, dessen Dicke zur Mitte der Ebene hin zunimmt.

Seltsame Schollen und Rinnen

Diese Eisebene kann nicht älter als rund 100 Millionen Jahre alt sein, wie die Forscher der New Horizons-Mission berichten. Auffallend ist dabei ihre Oberflächenstruktur: Sie besteht aus etwa 20 Kilometer großen Schollen, die von flachen Rinnen begrenzt werden. Einige dieser Rinnen enthalten dunkleres Material, andere werden von Hügelketten eingerahmt.

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Rätselhafte CO2-Seen am Untersee-Vulkan von Santorini

Der weißliche Bereich am Meeresgrund markiert einen der rätselhaften CO2-Seen vor Santorini © Rich Camilli/ Woods Hole Oceanographic Institution
Seen am Meeresgrund: Vor der griechischen Insel Santorini haben Forscher ein ungewöhnliches Phänomen entdeckt. In rund 250 Metern Tiefe liegen dort gleich mehrere weißlich schimmernde Senken am Hang des Vulkankraters. Wie Analysen enthüllten, enthält das Wasser in diesen Pools extrem viel Kohlendioxid. Warum sich dieses in den Pools sammelt, statt sich im freien Waser zu verteilen, ist bisher rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten.


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Eigentlich wollten Richard Camilli von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) und seine Kollegen nur die Caldera des Santorini-Unterseevulkans näher untersuchen. Sie ist der Überrest des gewaltigen Vulkanausbruchs, der 1600 vor Christus das halbe Mittelmeer mit Asche und Rauch überzog. Im Januar 2011 wurde dieser Vulkan wieder aktiv, Erdbeben häuften sich, der Krater hob sich und setzte vermehrt vulkanische Gase ins Meerwasser frei.

Weiße Senken am Vulkanhang

Doch als die Forscher die Region einige Monate später mit einem Tauchroboter erkundeten, stießen sie auf ein seltsames Phänomen: “Zwischen 235 und 250 Meter Tiefe entdeckten wir eine ineinander übergehende Reihe von mäandrierenden, irisierend weißen Pools”, berichten sie. Diese Seen am Meeresboden lagen in Senken des Kraterrands und waren im Gegensatz zu den umliegenden Gebieten nahezu frei von jedem Aufwuchs. Wegen des Schimmerns tauften die Forscher diese Unterwasser-Seen “Kallisti Limnes” – auf Griechisch schönste Seen.

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Die Truthähne unter den Raubsauriern

Mit Zähnen, Klauen und Federn. Wozu der Raubsaurier Flügel brauchte, ist noch rätselhaft. – Abbildung: Chuang Zhao
Richtige Flügel hatten nur kleine Dinos, vermuteten Paläontologen. Nun haben sie in China einen bislang unbekannten Raubsaurier entdeckt, der ein komplexes Federkleid trug und bis zu zwei Meter groß wurde.


DER TAGESSPIEGEL

Nein, fliegen konnte dieses Vogelwesen wohl nicht. Um seinen etwa anderthalb bis zwei Meter großen und 20 Kilogramm schweren Körper in der Luft zu halten, waren seine prächtigen Flügel viel zu schwach. Schließlich wurden sie nur von kurzen Armen getragen. Trotzdem – oder gerade deswegen – fasziniert Forscher das beinahe vollständig erhaltene Skelett einer bisher unbekannten Saurierart: Zhenlyanlong suni. Das Fossil aus dem Nordosten Chinas ist der größte geflügelte Dinosaurier, den man bisher gefunden hat, schreiben Junchang Lü und Stephen Brusatte in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“. Der Fleischfresser lebte vor 125 Millionen Jahren.

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Doppelstern ganz ohne Wasserstoff

Künstlerische Darstellung des Doppelsternsystems Gaia14aae: Der winzige weiße Zwerg verschlingt den aufgeblähten Riesen. © Royal Astronomical Society
Astronomischer Glücksfall: Astronomen haben ein extrem seltenes Doppelsternsystem entdeckt, dessen Sterne praktisch keinen Wasserstoff enthalten. Damit nicht genug: Das Doppelsystem ist so günstig ausrichtet, dass ein riesenhafter Stern darin seinen winzigen Begleiter in sehr kurzen Abständen vollständig verdeckt. Doch der Zwerg verschlingt den Riesen, und beide könnten in einer gewaltigen Explosion enden.


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Wenn sich zwei Sterne in einem Doppelsystem zu nahe kommen, wird es explosiv: Die Schwerkraft des einen Sterns zieht Material von seinem Partner ab. Der schwerere Stern, meistens ein Weißer Zwerg, kann dadurch so viel Masse gewinnen, dass er schließlich in einer Nova oder sogar einer Supernova endet. Die auf diese Art entstehenden Supernovae vom Typ 1a sind besonders hell und dienen als sogenannte Standardkerzen, um Entfernungen im All messen zu können.

Extrem seltener Glücksfall

Das ESA-Weltraumteleskop Gaia beobachtete im August 2014 einen Nova-Ausbruch in einem sogenannten kataklysmischen veränderlichen Doppelstern, dem System Gaia14aae. Dieses liegt 730 Lichtjahre entfernt im Sternbild Drache.

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