Das furchtbare Schicksal der IS-Kindersklaven

Sie wurden entführt, verkauft und als menschliche Schutzschilde benutzt: Nach der Befreiung der IS-Hochburg Rakka sind einige Kindersklaven der Terrormiliz endlich in Freiheit. So auch der elfjährige Marwan.

DIE WELT

Der Islamische Staat mag im Irak und in Syrien an Territorium und Einfluss verlieren – doch der von der Terrormiliz betriebene Menschenhandel floriert. Schätzungsweise 3000 Menschen sind noch in der Gewalt der Islamisten, wie der US-Fernsehsender CNN berichtet. Darunter vor allem Frauen, die als Sexsklavinnen benutzt werden, und Kinder, die als menschliche Schutzschilde an der Front herhalten müssen.

Bei der Befreiung der IS-Hochburg Rakka konnten nun einige hauptsächlich jesidische Kinder befreit werden, die jetzt zu ihren Familien zurückkehren.

Unter ihnen auch der elfjährige Marwan. Er war acht, als IS-Terroristen ihn im Zuge eines Massakers an Jesidenfamilien in seinem Dorf mitnahmen. Der jesidische Junge wurde von Ort zu Ort geschleppt und insgesamt elfmal weiterverkauft.

weiterlesen

Advertisements

EVOLUTIONSBIOLOGIE: Begehren Frauen von Natur aus alte reiche Männer?

WAS ICH KRITISIERE, SIND KONSTRUKTE VON GLEICHHEIT, WO SIE SCHLICHT NICHT EXISTIERT. […] DIE MENSCHHEIT IST JEDENFALLS WUNDERBAR DIVERS, WIE DIE GANZE NATUR.
DR. AXEL MEYER,Professor f. Evolutionsbiologie an der Uni Konstanz
Quelle: Getty Images/Digital Vision Vectors/JakeOlimb
Frauen können schlecht einparken, Männer sind wenig emphatisch – von Natur aus. Stimmt das? Ein Evolutionsbiologe behauptet nun, dass gewisse geschlechtsspezifische Veranlagungen genetisch bedingt seien.

Von Charlotte Simons | DIE WELT

Frauen haben keinen Orientierungssinn und Männer fragen nicht nach dem Weg. Männer können nicht zuhören, Frauen sagen immer das Gegenteil von dem, was sie meinen. Einparken lässt man besser die Männer und wenn es um Gefühle geht, dann überlässt man lieber Frauen das Steuer. Frauen suchen sich starke, reiche Männer, die wiederum suchen sich junge, schöne Frauen.

Wer jetzt noch nicht die Augen verdreht, der ist wahrscheinlich noch nicht häufig genug mit den gängigen Klischees konfrontiert worden. Oder hat sie bereits als Wahrheit akzeptiert? Zugegeben, in manchen dieser Aussagen finden wir uns vielleicht wieder. Oder wir können zumindest darüber lachen.

Aber nehmen wir dann diese Vorurteile an, weil sie tatsächlich zutreffen – oder treffen sie manchmal zu, weil wir daran glauben? Und in den Fällen, in denen sie zutreffen, handelt es sich dabei um angeborene Verhaltensweisen?

Provokanter formuliert: Wenn ich als junge Frau auf einen alten Porschefahrer stehe, ist das dann meiner biologischen Komposition als weibliches Lebewesen geschuldet?

weiterlesen

“We admit that we are like apes, but we seldom realize that we are apes.”

Richard Dawkins – A Devil’s Chaplain: Reflections on Hope, Lies, Science, and Love

 

Was glaubt jemand, der nicht glaubt?

Vernunft als Leitfaden, der Mensch im Mittelpunkt: Wie ein Weltbild jenseits der Religionen aussehen kann.

Von Uwe Lehnert | DER TAGESSPIEGEL

Was Christen oder Muslime glauben, das ist in groben Zügen so ziemlich jedem geläufig. Dagegen ist in der Öffentlichkeit so gut wie nichts darüber bekannt, was konfessionsfreie Menschen denken und für „glaubwürdig“ halten. Das ist eigentlich erstaunlich, bilden sie doch in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung, in Berlin zum Beispiel stellen sie die übergroße Mehrheit dar. Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Frühjahr 2016 ergab für Berlin, dass sich 61 Prozent der Berliner als konfessionsfrei, 21 Prozent als evangelisch und neun Prozent als Mitglied der katholischen Kirche bezeichneten. In den restlichen neun Prozent sind Muslime, Juden und rund 50 weitere Religionsgemeinschaften enthalten.

Konfessionsfreie vertreten mehrheitlich eine Weltanschauung, die sich bewusst von Religion und einem über allem stehenden Gott abgrenzt. Eine Minderheit unter ihnen ist zwar aus der Kirche ausgetreten, betrachtet sich aber oft noch in irgendeiner Weise als religiös.

Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen halten sich vornehm zurück, wenn es um die Darstellung des Denkens und Handelns nichtreligiöser Menschen in Deutschland geht. Dabei ist in allen Staatsverträgen, die zwischen jedem Bundesland und den jeweiligen Rundfunk- und Fernsehanstalten geschlossen wurden, ausdrücklich festgeschrieben, dass diese über alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen und über alle relevanten gesellschaftlichen Ansichten und Meinungen angemessen zu berichten hätten. Aber lediglich die „staatstragenden“ Religionen haben Vertreter in den Medienräten. Und von denen verfügen fast nur die christlichen Kirchen über eigene Redaktionen und feste Sendezeiten. Diese besitzen somit trotz aller behaupteten Trennung von Staat und Religion ein staatlich gewährtes Privileg. Daher ist es verständlich, dass in oben erwähnter Emnid-Befragung 54 Prozent der interviewten Berliner sich durch die Medien und die Politik nicht ausreichend über die große Gruppe der Konfessionsfreien informiert fühlen.

weiterlesen

ISRAEL: „Jeder Wolf müsste Angst vor Menschen haben“

Bitte nicht füttern: Wölfe in der Negev-Wüste Quelle: Getty Images
Wie in einem grausamen Märchen: In Israels Negev-Wüste griffen Wölfe wiederholt Kinder an. Forscher machen für die gefährliche Verhaltensänderung der wilden Tiere vor allem den Menschen verantwortlich.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Augenzeugenberichte lesen sich wie Schauermärchen der Gebrüder Grimm: Schilhav Ben David erzählte der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz“, wie ihr kleines Töchterchen beim Campen nur wenige Schritte vor dem Zelt von einem Wolf „umgeschmissen wurde. Er stellte sich dann auf das Kind und beschnüffelte es“, so die Mutter. „Ich rannte auf sie zu und entriss sie ihm, da sah ich Blut und Löcher von seinen Reißzähnen in ihrem Rücken. Er wollte sie wegziehen.“

Ben David ist nicht die Einzige, die solche Geschichten erzählt. Eine Familie berichtet, dass ihr kleines Mädchen auf dem Bauch ihres Vaters lag, als plötzlich ein Wolf aus der Dunkelheit angeschossen kam und das Kind biss. Eine von Israels beliebtesten Naturschutzgebieten, die Oase Ein Gedi beim Toten Meer, war diese Woche mehrere Tage geschlossen, nachdem ein Wolf eine erwachsene Touristin angegriffen und ihre Hose zerrissen hatte.

weiterlesen

Bedford-Strohms Träume – Luther würde heute twittern

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb

„Ich bin sicher, dass Luther heute twittern würde“Bedford-Strohm

Wenn Luther heute leben würde und er, wie von Bedford-Strohm erträumt, twittern würde, gäbe es konsequent zu Ende gedacht die Evangelische Kirche in Deutschland nicht. Luther wäre noch katholischer Mönch oder stände kurz davor wegen Kindesmissbrauch vom Papst exkommuniziert zu werden. Bedford-Strohm wäre nicht evangelischer Landesbischof in Bayern, als katholischer Priester wäre er nicht verheiratet und hätte keine Kinder.
Luther twittert:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

Selbst mit der aufgehobenen Beschränkung von 140 Zeichen, dafür 280, müsste Luther natürlich in Fortsetzungstweets seine Kommentare posten.
Er twittert weiter:

„Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Martin Luther: Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“ (Martin Luther: Werke. Weimarer Ausgabe, Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296)

Also, Luther twittert seinen Antijudaismus, seinen Sexismus, seine Obrigkeitshörigkeit, nach dem II.Weltkrieg und dem Holocaust.

Mit Sicherheit wäre Luther heute ein verurteilter Hassprediger, einer Hetzer im Namen des Herrn. Würde das alles nicht eingetreten sein, so würde er heute am Netzdurchsetzungsgesetz grandios scheitern, selbst Twitter würde ihm die Möglichkeit des Zwitscherns seiner fulminanten Hetze unterbinden.

Die Vorstellungen eines evangelischen Landesbischofs zeigen die realitätsferne und die kognitiven Dissonanzen seiner eigenen kirchlichen Welt.

Peep.

„Die Evolution lässt sich nicht leugnen“

Die Lehre von der Entstehung der Arten prägt unsere Gesellschaft wie keine andere wissenschaftliche Theorie. Doch immer wieder gibt es Gegenbewegungen, die die Evolution leugnen. Stattdessen glauben sie an den allmächtigen Schöpfergott.

Von Andreas Fasel | DIE WELT

Es begann mit einer Tagung zum Darwin-Jahr 2009 an der Uni Siegen. Thema: „Evolution in der Öffentlichkeit“. Nun, acht Jahre später, hat die Historikerin Angela Schwarz ein dickes Buch dazu herausgegeben. Es ist ein gelungenes, allgemein verständliches Lesebuch geworden, in dem fast alles steht, was es über die Evolutionstheorie zu wissen gibt: Wie sie entstand, wie sich sich verbreitete, welche Bedeutung sie hat – und warum sie bis heute die Gemüter erhitzt.

DIE WELT: Frau Schwarz, muss man sich Sorgen machen um die Lehre von der Evolution?

Angela Schwarz: Überhaupt nicht, wenngleich man feststellen muss, dass im Moment wieder ziemlich viel Gegenwind kommt von Menschen, die das Prinzip der Evolution leugnen und behaupten, alles sei auf einen Schöpfer zurückzuführen, der die Pflanzen und Tiere so gemacht habe, wie wir sie heute vorfinden.

DIE WELT: Gegenwind klingt ein bisschen harmlos. Die Anhänger dieses Kreationismus oder der sogenannten Intelligent-Design-Theorie sind massiv auf dem Vormarsch. Vor einigen Jahren kam bei einer Umfrage unter Dortmunder Lehramtsstudenten heraus, dass fast jeder sechste die Evolution ablehnt. In anderen Ländern sind die Zahlen wohl noch höher.

Schwarz: Sie haben natürlich recht. 2006 sagte der ehemalige stellvertretende polnische Bildungsminister in einem Zeitungsinterview, er halte die Evolutionstheorie für eine Lüge. Und sogar in Großbritannien, im Geburtsland Darwins, ist der Kreationismus nach Meinung vieler Experten im Aufschwung. Einer 2008 durchgeführten Umfrage zufolge waren 37 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer und 30 Prozent der befragten Biologie- und Naturwissenschaftslehrerinnen und -lehrer in England und Wales dafür, den Kreationismus neben der Evolutionstheorie an Schulen zu unterrichten.

weiterlesen

Wow-Effekt im Senckenberg-Museum

Tiger im Sprung, Frischling schaut zu, alles echt ? und mit Absicht unsortiert. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)
Zum Staunen: die Senckenberg-Ausstellung in Frankfurt im Jubiläumsjahr, alles an einer Wand. Bäm.

Von Thomas Stillbauer | Frankfurter Rundschau

Das wünscht man sich auch zu seinem eigenen 200. Geburtstag, wenn es mal so weit ist: Geschenke, Geschenke, noch mal Geschenke, ein ganzes Jahr lang, auch wenn es zum großen Teil Geschenke der Senckenberger an sich selbst sind. Da gab es neue (oder neu benannte) Gebäude ohne Ende, öffentliche und private Millionenzuwendungen, sogar eine eigene U-Bahn – und eine eigene U-Bahn-Station zum 200-jährigen Bestehen der Forschungsgesellschaft. Und jetzt: „Wow“, wie Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger sagt.

Oder auch: „Bäm!“, wie sich manch anderer denken wird. Oder: „Hui!“ Wer nämlich durch die Tür in den Wolfgang-Steubing-Saal des Naturmuseums tritt, der sagt erst mal: eben. Die ganze Wand, das ganze Panorama – ein einziges Staunen. „Es soll mit einem gewissen Wow-Effekt klarmachen, was Senckenberg ist“, sagt Mosbrugger. Und es ist eindeutig: Faszination Vielfalt. So heißt denn auch diese Ausstellung. Sie besteht aus 1138 Objekten, ausgewählt aus jenen fast 40 Millionen, die die Naturforscher gesammelt und an sieben Standorten in Deutschland aufbewahrt haben. Jetzt alle 1138 quasi in einem Regal. An einer Wand. Bäm.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

Je größer der gesellschaftliche Bedeutungsverlust des institutionalisierten Glaubens, um so lauter das Geschrei der Protagonisten in der Politik, den Kirchen und im Wahlkampf. Während Politiker Gefahr laufen bei unpopulärer Politik abgewählt zu werden, sonnen sich die Pfaffen im sicheren Hafen ihres beamtenrechtlichen Daseins, nicht jeder, aber bei denen die am großmäuligsten zu vernehmen sind ist es schon jeder. Zumal der temporäre Gewinn kirchlicher Appelle äußerst fragwürdig ist. Geht es um Kirchen, Religion, zumindest die christliche, können sogenannte Volksvertreter durchaus hohe Entscheidungsgeschwindigkeiten entwickeln, um danach ins politische Koma zu verfallen. Pfaffen gerieren sich als politische Weise, die jederzeit mit erhobenen Zeigefinger in gesellschaftliche Debatten eingreifen können. Das ist so, weil Politik ohne Rückrat, ohne jedwedes Risiko betrieben wird. Die öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten sind dann der Katalysator für gesellschaftliches Koma.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. Oktober 2017, 18.00 Uhr, befristet. Am Folgetag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß damit.

  1.  Gaby Mayr, „dilettiert in Sachen Gleichberechtigung, Gleichstellung“, Evolutionsbiologie nur mit ad hominems.
  2.  Ursula von der Leyen, „Soldaten ohne Seelsorge sind gewissenlos“.
  3.  Manfred Rekwoski, „maßt sich an für die Menschheit sprechen zu können.“
  4.  Olaf Zimmermann, „mag den Hassprediger Luther im Reformationsfeiertag würdigen.“
  5.  Markus Dröge, „nicht gewählter Pfaffe, mit politischer Attitüde.“
  6.  Aiman Mazyk, „Hassan al-Bannas Enkel in Deutschland.“
  7.  Margot Käßmann, „ewig greinende Reformations-Pfäffin.“
  8.  Stephan Weil, „politisch versagt, droht er nun mit dem Reformationsfeiertag.“
  9.  Horst Schneider, „keine Probleme mit Wunderheilungen, empfiehlt sich für die SPD.
  10.  Marianne Birthler, „schön geredeter Bedeutungsverlust des Evangeliums.“
  11.  Heinrich Bedford-Strohm, „weiß nicht, dass es keine kirchlichen Feiertage gibt.“
  12.  Fabian Vogt, „Protestanten-Gott braucht Jesus-ähnlichen Roboter.“
  13.  Gregor Gysi, „reformatorischer Größenwahn.“
  14.  Dietmar Woidke, „sieht Randkirche in der Mitte seiner Gesellschaft.
  15.  Diakonie/Caritas, „arbeitsrechtliches Paralleluniversum, außerhalb gesellschaftlicher Kontrolle.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats September 2017“

Keine Sachargumente, dafür jede Menge Bullshistic

Einge Evolutionsbiologen behaupten, Frauen würden auf Alphamännchen stehen. (imago/Ikon Images)
Junge Frauen stehen auf Sex mit alten Porschefahrern. Was wie ein schlechter Altherrenwitz klingt, ist durchaus ernst gemeint. Einige Evolutionsbiologen behaupten, es gebe bei Menschen eine naturgegebene Ungleichheit – und kämpfen gegen Gleichberechtigung.

Von Gaby Mayr | Deutschlandfunk Kultur

Axel Meyer ist Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Außerdem: Engagiert gegen die Gleichstellung von Männern und Frauen. Gleichstellung sei gegen die Natur, sagt der Biologe, denn die habe durch Evolution die Geschlechter unterschiedlich geprägt.

„Frauen wollen ja auch starke Männer, die reich sind und die Sicherheit bringen können. Warum fahren denn alte, graue Männer mit Porsches durch die Gegend? Weil junge Frauen auf solche Männer ansprechen. Und Männer kriegen den Sex, den sie mit ihrem Porsche bezahlen. Das ist doch was ganz Tiefes und was ganz Ursprüngliches, das Sie mit noch so vielen Gleichstellungsprogrammen nicht ausmerzen können.“

Auch Ulrich Kutschera von der Universität Kassel äußert sich – ausdrücklich als Evolutionsbiologe – zum Verhältnis von Mann und Frau.

„Es ist ein ganz riesiges Glück, dass natürlich gebliebene, normal gebliebene Frauen noch immer das evolutionäre Erbe in sich tragen und sich in der Regel, sag ich jetzt mal, den Alphamännchen zuwenden.“

weiterlesen 

Humanisten zeigen nackte Luther-Skulptur vor der Trierer Basilika

„Die nackte Wahrheit über Martin Luther“: Mit dieser fast vier Meter hohen Skulptur vor der Konstantin-Basilika will die Giordano-Bruno-Stiftung Aufsehen erregen. TV-Foto: Christian Kremer Foto: (h_ko )
Religionskritiker haben am Donnerstag eine Skulptur des Reformators vor der Konstantin-Basilika in Trier aufgestellt. Der Evangelische Kirchenkreis kann die Kritik nachvollziehen, weist aber auch auf die Bedeutung Martin Luthers hin.

Von Christian Kremer | volksfreund.de

Sie ist 3,98 Meter hoch und nackt. Die Skulptur von Martin Luther am Rand des Vorplatzes der Konstantin-Basilika hat einen Hut auf. Die Figur reißt ihren Mantel auf und enthüllt nicht nur das etwas klein geratene Gemächt der riesigen Statue. Auf der Innenseite des schwarzen Kleidungsstücks steht: „Luthers Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt.“ Das Zitat stammt von dem deutsch-schweizerischen Philosophen Karl Jaspers. Auf dem grauen Block, auf dem die Skulptur steht, ist zu lesen: „Die nackte Wahrheit über Martin Luther.“ In kleiner Schrift steht ein Hinweis auf die Internetseite der Urheber: die Giordano-Bruno-Stiftung (GBS).


Die Stiftung hat der in Trier geborene Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon gegründet. Sie steht für Religionskritik, für evolutionären Humanismus. „Mit der Aktion will die GBS die weitgehend unkritische Verehrung des Reformators infrage stellen“, heißt es auf einem Flugblatt, das neben der Statue ausgelegt ist. Für die Würdigung des 500. Jahrestags der Reformation würden 250 Millionen Euro Steuergeld ausgegeben. Die dunkle Seite Luthers, zu der aus Sicht der Stiftung vor allem seine antisemitischen Schriften gehören, werde dabei ausgeblendet.

weiterlesen

Freidenker Schweiz: Schmidt-Salomon hält Vortrag zum Reformationsjubiläum

Luther-Denkmal in Worms | © Georges Scherrer
Seit bald einem Jahr finden zum Gedenken an «500 Jahre Reformation» zahlreiche Anlässe statt. Nun leisten auch die Schweizer Freidenker einen Beitrag dazu. Im November organisieren sie ihr drittes «Denkfest». Dieses hat das Thema «Reformationen des Denkens». Dort sprechen auch Vertreter der jüdischen, christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften. Der Verein «500 Jahre Zürcher Reformation» unterstützt den Anlass.

Von Barbara Ludwig | kath.ch

Eine Reihe von Rednerinnen und Redner, viele davon aus dem Ausland, sprechen am dritten internationalen Wissensfestival «Denkfest» vom 2. bis 5. November über «vergangene, gegenwärtige und bevorstehende Reformationen des Denkens», heisst es in einer Einladung an die Medien.

Gemäss Programm geht es lediglich bei drei Veranstaltungen um die Reformation als Ereignis der europäischen Geschichte. So hält der in Zürich lehrende Historiker Bernd Roeck einen Vortrag mit dem Titel «War die Reformation ein zwingender Vorläufer der Aufklärung?» Die amerikanische Geschichtswissenschaftlerin Susan Karant-Nunn befasst sich mit dem Einfluss der Reformation auf die Frauen. Eine dritte Veranstaltung nimmt die Schriften von Martin Luther über die Juden unter die Lupe.

weiterlesen

Dodo Mazyeks Echokammer

Bild. @aimanMazyek/Twitter. Screenshot: bb

Die Schwierigkeiten im begrifflichen Verständnis zum Thema Islam, Religionsfreiheit, Liberalismus, von Aiman Mazyek, sind hinreichend bekannt. Einer der Gründe zweifacher Dodo-Preisträger zu sein. Seine Interpretationen zum Thema Islamismus, Muslimbruderschaft sind hier unvergessen.
Die vergangene Bundestagswahl ist gerade zwei Tage Geschichte, aber für Mazyek ist viel früher klar, welche Ursachen die Alternative für Deutschland(AfD) in den Bundestag gebracht haben. Wer H. Abdel-Samad, A.H. Ourghi, B. Tibi, A. Hirsi Ali, S. Ates, A.Mansour liest, wählt die AfD. So einfach, so billig. Ein komplexer gesellschaftlicher Prozess, die Integration einer Religion wird mit einfachen Antworten gelöst. Nennen wir es islamischen Populismus. Mazyek befindet sich mit seinem Tweet auf Twitter genau da, wo er nicht hinwollte, bei der AfD, nicht besser aber auch nicht schlechter.
Schauen wir uns die weltanschaulichen Feinde des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime an.
Hamed Abdel-Samad, Sohn eines Imams. Der deutsche Ägypter ist wohl einer der profiliertesten Islam-Kritiker. Er kennt den Koran, die Mythen, ihre Auslegungen und die Geschichte der islamischen Religion. Ein Abtrünniger, ein Apostat, in einer Reihe von islamischen Ländern würde er als vogelfrei gelten. Die Reformierbarkeit des Islam hält er für unmöglich.

Abdel-Hakim Ourghi und Syran Ates. Während Abdel-Samad seiner Religion abgeschworen hat und man ihn beim besten Willen nicht mehr als Muslim bezeichnen kann, sind Ates und Ourghi religiöse Muslime. Ourghi plädiert für einen Islam, der unserer modernen Lebenswelt angepasst ist, Predigten in deutscher Sprache, keine Auslandsfinanzierungen für Moscheevereine, Stiftungen und Dachverbände. Für Ourghi is das geoffenbarte Wort Gottes, das menschgewordene.
Seyran Ates, Feministin, Rechtsanwältin steht für einen säkularen, liberalen Islam, für die Trennung von Staat und Religion. Sie hat Attentate überlebt und erhält Polizeischutz. Seit der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gibt es wieder gehäuft Morddrohungen.

Die US-Amerikanerin Ayaan Hirsi Ali ist als Atheistin, die sich von ihrem muslimischen Glauben losgesagt hat ausreichend bekannt.

Bassam Tibi hat sich als Gelehrter einen Namen mit Begriffen wie Euro-Islam, Scharia-Islam, Parallelgesellschaft und Leitkultur gemacht.

Ahmad Mansour, Psychologe, Islamismus-Experte aktiv gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der islamischen Gemeinschaft.

Wer sich also mit den Lehren, Meinungen, Auffassungen, der hier kurz dargestellten Persönlichkeiten befasst, identifiziert, wählt AfD. So Aiman Mazyek. Das ist Anti-Aufklärung im besten Sinne. Einer der Gründe das Ates und Co Polizeischutz benötigen. Altgelebter, reaktionärer Islam. Wer anders denkt ist rassistisch, „islamophob“ um den gequälten Begriff der Muslimbruderschaft zu verwenden.
Wer so denkt und es auch noch twittert hat die Prinzipien einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Die Aufzählung in dieser Hinsicht ist unvollständig, Broder, Wolffsohn hätten auch noch gepasst.

 

 

Wahl Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Die Bundestagswahl in diesem Monat wirft ihre Schatten voraus. Politik und nicht wenige Schlagwort-Geber der Kirchen füllen den medialen Strom der Nachrichten täglich mit Blödsinn bis hin zur Idiotie. Die Feststellung der Kanzlerin Beten sei Privatsache ist so der Gipfel protestantischer Kleingeistigkeit, schweigen wäre die bessere Wahl gewesen. AfD-Gauland steht wohl kurz davor in SA-Uniform auf der Bühne zu erscheinen, während Theologen täglichen ihren Müll ins Internet gießen.

Die Wahl ist bis zum 07.09.2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden.

Die Kandidaten:

  1.  Helmut Affelt, „kleinkindischer Protest eines Türkenfeindes.“
  2.  Angela Merkel, „beten sei eine sehr private Angelegenheit.“
  3.  Hermann Gröhe, „Rechtstreue gegen religiöse Bigotterie, letztere gewinnt.“
  4.  Deutsche Bibelgesellschaft, „missionieren unter Afghanen.“
  5.  Alexander Gauland, „alternativer Müllschlucker.“
  6.  Heinrich Bedford-Strohm, „Fake News Produzent verlangt Qualitätsmedien.“
  7.  Thomas de Maizière, „mag Sultane.“
  8.  Günther Oettinger, „großzügig mit Geld, dass ihm nicht gehört.“
  9.  Heribert Hirte, „Endkampf gegen den Atheismus.“
  10.   Aiman Mazyek, „islamische Heulsuse.“
  11.   Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Gotteswahn gegen Homoehe.“
  12.  Jens Spahn, „Hinterwäldler mit paranoiden Großstadtgefühl.“
  13.  Andreas Kruse, „Pseudowissenenschaft mit Luther.“
  14.  Ulrich Hemel, „Schwierigkeiten mit der Kirchensteuer.“
  15.  Hartmut Rosa, „professoraler Unsinn über Demokratie und Religion.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats August 2017“

Fundamentale Eingriffe in das menschliche Ergbut – und niemand spricht darüber

Bild: merakname.com
Wie weit sollten Forscher im Kampf gegen Krankheiten gehen dürfen? Das sind Fragen der Zukunft – die der aktuelle Wahlkampf vollkommen ausklammert.

Von Peter Dabrock | Süddeutsche.de

Es ist Wahlkampf in Deutschland; im Weißen Haus regiert Donald Trump. Da muss alles andere in den Hintergrund treten. Wirklich alles? Gilt das auch, wenn die biologische Basis unseres Menschseins zur Disposition steht? Ist das ein Hintergrundthema? Oder werden wir uns eines Tages von unseren Kindern und Enkeln die Frage stellen lassen müssen: „Wo wart ihr, was habt ihr getan, als Wissenschaftler sich anschickten, fern der mit anderen Problemen oder in ihren Filterblasen Beschäftigten das menschliche Genom zu verändern?“

Mich treibt weder die Furcht vor Designerbabys, noch möchte ich religiös oder romantisch motiviert eine radikale „Heiligkeit des Lebens“ verteidigen. Als Christ und Mensch der Moderne bin ich vielmehr davon überzeugt, dass wir in die Natur eingreifen dürfen und sollen – allerdings auf verantwortliche Weise. Deshalb bin ich erschüttert, wie wir, und damit meine ich nichts weniger als die Weltgesellschaft, offenbar ahnungslos hineinschlittern in irreversible, systematische Änderungen des menschlichen Erbguts.

Mittels genetischer Manipulation soll die schwere Erbkrankheit eines Individuums therapiert werden

Nun kann man natürlich der Auffassung sein, dass wir solche Veränderungen zulassen sollten, vor allem wenn uns therapeutischer Nutzen recht risikolos versprochen wird. Aber selbst wenn man diese Position vertritt, darf man doch Fragen von so grundlegender Bedeutung wie die Manipulation unserer biologischen Basis nicht – wie es derzeit passiert – der Wissenschaftsgemeinschaft allein überlassen.

weiterlesen

Die Inuit-Kirche von Westgrönland: Im Tintenfass Gottes

Das achteckige „Tintenfass Gottes“ auf der westgrönlandischen Disko-Insel. (Peter Kaiser)
Die Inuit begrüßen Besucher ihrer achteckigen Kirche mit Trommeln und Gesang. Neben kitschigen Christus-Bildern haben hier auch Bootsmodelle, die Meersgöttin Seda und die Geister der Verstorbenen ihren Platz.

Von Peter Kaiser | Deutschlandfunk Kultur

Nur rund 1000 Menschen leben in Qeqertarsuag, dem Hauptort auf der westgrönländischen Disko-Insel, meist Inuit. Warum der Ort trotzdem auch von touristischen Schiffen angelaufen wird, liegt vor allem an der Kirche: Mitten im Städtchen Qeqertarsuaq steht eine achteckige Kirche, von den Bewohnern das „Tintenfass Gottes“ genannt.

Langsam schiebt sich das Expeditionsschiff „Sea Spirit“ in die Ende Mai noch tief vereiste westgrönländische Diskobucht. Vor dem Schiffsbug wird die Insel Disko größer und größer. Der Name, den die Inuit, die Ureinwohner Grönlands, der Insel gaben, bedeutet so viel wie die „Große Insel“. Rund 700 Kilometer Luftlinie vom Nordpol entfernt ist hier der Ort Queqertarsuaq, mit 871 Einwohnern der größte Ort auf der Insel.

Mitten in Qeqertarsuaq steht das „Tintenfass Gottes“. Außen ist die vollkommen aus Holz gebaute Kirche rot angestrichen, was eher untypisch für Grönland ist. Denn die Fassadenfarben hatten bei den Inuit früher eine bestimmte Bedeutung. So waren Handelshäuser rot angestrichen, Fischfabriken blau, Krankenhäuser gelb, Polizeiwachen schwarz, und so weiter.

weiterlesen

Ist Evolution eine Tatsache?

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 1: Ist Evolution eine Tatsache?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Skeptiker machen PSI-Test in Würzburg

Sabine Krümmer pendelt, um die richtige Antwort zu erfahren. Schwingt das Pendel rechts herum, bedeute das „ja“, links sei es ein „Nein“. Bild: BR24
Gibt es Phänomene zwischen Himmel und Erde, die man nicht wissenschaftlich erklären kann? Funktionieren Gedankenübertragung, Geistheiler oder Wünschelruten? Diesen Fragen sind die „Würzburger Skeptiker“ auf der Spur.

BR24

Organisiert sind die Skeptiker aus Leidenschaft in einem Verein namens „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ kurz GWUP. Jedes Jahr lädt diese Gruppe von Wissenschaftlern und interessierten Laien Kandidaten zum sogenannten PSI-Test ein, um ihre scheinbar übernatürlichen Kräfte unter wissenschaftlichen Bedingungen zu untersuchen.

In diesem Jahr heißt der erste Kandidat Alexander Moersdorf. Er ist ein hagerer Mann Mitte 40, ganz in schwarz gekleidet, mit Cowboyhut und grauem Spitzbart. Er kommt aus der kleinen Ortschaft Schmelz im Saarland und ist eigentlich  Straßenbaumeister. In der Hand hält er einen kleinen Kreuzpickel in der Größe eines Zimmermannshammers. Damit könne er wie mit einer Wünschelrute metergenau Wasser oder Strom im Boden finden, sagt er selbst, und zwar metergenau. Und das will er beweisen.

weiterlesen

Dodo Juli 2017: Gloria von Thurn und Taxis

Lasst uns über Fossilien reden. Lebende.
Die Töne des Abschlussberichts zu Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen waren noch nicht verklungen als sich die unheilige Allianz von Pfaffentum und blaublütiger Melange, aus Hausfrau und Unternehmerin, zu Wort meldete. Nirgendwo wird der Gegensatz zwischen Moderne und Ewiggestrigkeit deutlicher als in der Thematik sexueller Missbrauch und Gewalt.
Um es vorweg zu nehmen. Natürlich gibt es häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch bis in die Familien, oder gerade dort. Aber niemand von den Tätern behauptet Kinder ficken zu müssen im Namen Gottes, geweiht zu sein um mit irdischen Leid den Christen zu formen. Keiner der Täter meint seine Moral als unabdingbar darstellen zu müssen oder gar als gesellschaftliche Norm einzufordern. All das tun kinderfickende, prügelende, cholerische Pfaffen, die sich noch als Vertreter Gottes auf Erden sehen. Jahrzehnte schaute die Institution Kirche wohlgefällig in andere Ecken. Mit dem öffentlichen Ruf „Haltet den Dieb“ lenkte man von sich ab und stahl Kindern und Jugendlich einen wichtigen Teil ihres Lebens, die Kindheit, die Jugend. Ein Schuldbewusstsein, bis in „ehrwürdigste“ katholische Kreise, hat sich nicht entwickelt. Im Gegenteil, die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert bestens. Die anderen sind schuld. Die anderen sind die Schweine, die am komatösen Kirchenkörper auch noch die letzten Dreckstellen aufdecken wollen.

Eilfertig kommt die Regensburger Hausfrau Gloria in die Dislussion gestürzt und versucht aus dem Dreckschwein ein sauberes zu machen. Ihre Argumentation kann man durchaus Plemplem nennen:

Das ist totaler Schmarrn. Das ist einfach richtig gemein. In jeder Schule, in jedem Sportverein gibt es dieses Phänomen und das wird es auch immer geben. Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen.
Gloria von Thurn und Taxis

Irgendjemand meinte nach dieser Äußerung, dass die Regensburger Hausfrau nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Angesichts der Bereitschaft die Ereignisse, Straftaten, die Gewalt bei den Regensburger Domspatzen zu relativieren ist das noch geschmeichelt.

Auf Schloß Emmeram können sich die Betroffenen ihre Wunden lecken und über die ach so schlechte Welt wehklagen. Thron und Kirche, moralischer Niedergang aller orten. Dank des Konstrukts der Beichte ist man mit seinem imaginären Freund schon wieder im Reinen. Politische Unterstützung gibt es auch, ob nun von Vertretern der AfD oder von der schweigenden Mehrheit „christlicher“ Politik. Klerikaler Konservatismus mit faschistoider Tendenz. Die Fossilien wollen zurück in ihren Sumpf. Den gilt es trockenzulegen.
Gloria von Thurn und Taxis Kämpferin für Recht und eine Ordnung die die meisten Menschen nicht wieder haben wollen. Sexuelle Aufklärung im Kindesalter fördere Pädophilie. Im Oberstübchen scheinen etliche Kontakte nicht mehr zu funktionieren.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten König mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.Denis Diderot

 

Glaube und Evolution, passt das zusammen?

Dinosaurs of Eden by Ken Ham
Die meisten Muslime und auch viele Christen lehnen die Evolutionstheorie ab. Aber manche halten sie doch für vereinbar mit ihrem Glauben. Der Faktor Zufall bleibt allerdings ein Problem.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Unter Naturwissenschaftlern gibt es kaum etwas, das weniger umstritten wäre als die Evolutionstheorie. Seit Charles Darwin sie im 19. Jahrhundert vorgestellt hat, haben Forscher aus den verschiedensten Fachgebieten die Mechanismen der Entstehung der Arten immer weiter aufgedeckt.

Noch sind nicht alle Fragen beantwortet, vieles ist noch unverstanden. Aber nach und nach fügen sich die wachsenden Erkenntnisse der Biologen in diese Theorie ein. Wer etwas entdecken würde, das sie widerlegt, wäre ein sicherer Kandidat für den Nobelpreis.

Und doch lehnen sehr viele Menschen die Evolutionstheorie ab. Es sind jene Gläubigen, die überzeugt davon sind, dass die Erde und das Leben, so wie es derzeit existiert, von Gott geschaffen wurden. Andere zeigen sich aufgeschlossener, halten jedoch an dem Glauben fest, dass Gott zumindest lenkend eingegriffen hat, damit schließlich der Mensch entstand. Doch auch das widerspricht der Evolutionstheorie, für die der Faktor Zufall eine grundlegende Rolle spielt. Das lässt sich nur schwer mit einem Plan Gottes vereinbaren.

Trotzdem gibt es gläubige Muslime und Christen, die davon überzeugt sind, dass sich ihr Glaube wirklich mit der Evolutionstheorie vereinbaren lässt.

Widerstand gegen die Evolutionstheorie weltweit

Besonders stark ist die Ablehnung der Evolutionstheorie in den USA verbreitet. Zwei Drittel bis drei Viertel der Bevölkerung sind überzeugt, dass Gott den Menschen entweder erschaffen oder seine Entwicklung gesteuert hat.

Auch in Deutschland zeigten sich 2009 in einer Umfrage 20 Prozent überzeugt davon, dass der Mensch „von Gott geschaffen wurde, wie es in der Bibel steht“, fast ebenso viele waren sich nicht sicher.

weiterlesen

Dient Homosexualität der Natur zur Bevölkerungskontrolle

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 1: Dient Homosexualität der Natur zur Bevölkerungskontrolle?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Hier geht’s zum Originalartikel…