Archiv der Kategorie: Naturalismus

Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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»Man irrt sich empor«

Gerhard Vollmer. Bild: TUni Braunschweig

Der Welterklärung »aus der Natur« und der Kritik am Glauben stellte sich der Arbeitskreis Naturwissenschaft und Glaube bei einem Symposium im Januar.

Von Klaus Bratengeier|Evangelisch-methodistische Kirche

Mitte Januar traf sich der Arbeitskreis »Naturwissenschaft und Glaube« (AKNG) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu einem Symposium über das Thema »Naturalismus, Atheismus und christlicher Glaube« in Würzburg. Dabei stand der Naturalismus, eine unter vielen Naturwissenschaftlern verbreitete Denkart, im Mittelpunkt der Diskussion.

Gerhard Vollmer, emeritierter Professor für Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig präsentierte als renommierter Philosoph und Physiker den Naturalismus als Programm zur Durchdringung der Welt. Dieser beschränke sich auf möglichst wenige Annahmen, wobei der Rückgriff auf Übernatürliches völlig vermieden werde. Der Rückgriff auf das Übernatürliche würde nämlich nicht wirklich etwas erklären, sondern stehe weiterer Forschung sogar im Wege. Wenn »Gott« als Erklärung zugelassen würde, bräuchte nicht mehr weitergedacht zu werden. Gerade mit diesem sparsamen Konzept habe die Forschung die Welt in so hohem Ausmaß erfassen können, wie es heutiger Stand der Wissenschaft sei. Andererseits sei man bei der Bildung von Theorien sehr selbstkritisch: »Man irrt sich empor«, denke bei der Bildung einer Hypothesen sogar mit, wie sie sich prüfen oder widerlegen lasse. Gottesvorstellungen und insbesondere Dogmen aller Art stehe er daher ablehnend gegenüber.

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Ethische Debatte über britische Gentechnik-Experimente

Dürfen menschliche Embryonen gentechnisch manipuliert werden? Großbritannien hat dies nun erlaubt und eine neue ethische Debatte ausgelöst.

evangelisch.de

Das britische Ja zu Genmanipulationen an Embryonen stößt in Deutschland überwiegend auf Skepsis. Die beiden großen Kirchen reagierten am Dienstag mit Kritik. Der Bioethik-Experte der Union, Hubert Hüppe (CDU), sprach von einem Tabubruch. Wissenschaftler in Großbritannien können künftig an gesunden menschlichen Embryonen über die Behandlung von Unfruchtbarkeit und die Ursachen von Fehlgeburten forschen.

CDU-Politiker Hüppe: Letztes Tabu gebrochen

Die britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) hatte am Montag einen entsprechenden Antrag des Londoner Francis-Crick-Instituts genehmigt. Die Embryonen stammen nach Angaben des Instituts von Paaren, die sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen haben. Dabei reifen oft mehrere Embryos heran, die nicht alle in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die Experimente am Erbgut sollen in den ersten sieben Tagen nach der Befruchtung erfolgen. Bevor die Forschung starten kann, muss noch eine Ethikkommission grünes Licht geben.

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In der Philosophie ist die Postmoderne längst Schnee von gestern

Kurt Bayertz. Bild: Uni Münster
Kurt Bayertz (geb. 1948) ist Professor für Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. In der Vergangenheit veröffentlichte er unter anderem zu den Themen Bioethik, Verantwortung, Solidarität und Eugenik. Sein Buch “Der aufrechte Gang – Eine Geschichte des anthropologischen Denkens” wurde 2013 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet. Im Gespräch mit Reinhard Jellen zeigt er sich der Auffassung, dass sich das philosophische Denken nach dem Rückgang von Weltfremdheiten aus der klassische Metaphysik zu anderen neuen Weltfremdheiten verleiten ließ.

Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Bayertz: Joseph Vogl hat in dieser Gesprächsreihe Philosophie und Wissenschaft als “zwei getrennte Kontinente” bezeichnet. Existiert zwischen Wissenschaft und Philosophie aber nicht doch eine Verbindungslinie – und wenn ja, wie bestimmt sich diese näher?

Kurt Bayertz: Bei dieser Analogie hängt alles davon ab, wie wir sie verstehen. Denken wir an zwei Erdteile wie Europa und Asien, so sind diese insofern “getrennt”, als wir kein Problem damit haben, sie voneinander zu unterscheiden: Wenn wir auf die Landkarte sehen, liegt Madrid woanders als Tokio oder Peking. Insofern handelt es sich in der Tat um zwei separate Kontinente.

Wenn wir aber ins Detail gehen und beispielsweise fragen, wo am Ural zentimetergenau Europa endet und Asien beginnt, kommen wir in Schwierigkeiten. Denn es gibt Orte, die zum Teil in Europa und zum anderen in Asien liegen. Und natürlich leben dort Menschen, die ständig über die Grenze gehen.

Hinzu kommt, dass man von Madrid nach Peking mit dem Flugzeug, per Schiff oder sogar mit dem Auto reisen kann, dass es also einen regen Verkehr zwischen den Erdteilen gibt. Auch werden Waren von Europa nach Asien exportiert und umgekehrt importiert. Das heißt, selbst wenn es separate Kontinente sind, findet eine ganze Menge Austausch zwischen beiden statt. Sofern wir die Analogie in diesem Sinne verstehen, habe ich kein Problem mit ihr.

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Irrationales Weltbild: Von genderistischen Schöpfungsmythen

Bild trailer Die Schöpfung
Bild trailer Die Schöpfung
Ulrich Kutschera hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Verteidiger von Rationalität und Wissenschaft gemacht. Wer für Rationalität kämpft und Wissenschaft als rationale Methode zur Gewinnung von Erkenntnis betrachtet (und was sollte sonst der Unterschied zu Willkür und Ideologie sein?), der stolpert über kurz oder lang über Kreationismus und Genderismus. Beides sind Anschläge auf die Rationalität und Versuche, den Erkenntnisfortschritt der Wissenschaft hinter Aristoteles zurückzudrehen.

Richard Dawkins Foundation

Ulrich Kutschera ist einer der wenigen deutschen Wissenschaftler, die sich gegen den Einbruch dieser Irrationalität in die Wissenschaft wehren, und er ist der einzige deutsche Wissenschaftler, der bislang den Mut hat, darauf hinzuweisen, dass Kreationismus und Genderismus aus der selben Wurzel der Irrationalität wachsen.

Wir freuen uns an dieser Stelle den ersten Teil eines Interviews wiederzugeben, das wir mit Ulrich Kutschera geführt haben. Der zweite Teil folgt im Neuen Jahr. Es gibt also schon einen Grund, auf das Neue Jahr gespannt zu sein.

ScienceFiles: Herr Kutschera, vielen Dank, dass Sie ScienceFiles ein Exklusivinterview geben. Für die Leser, die Sie nicht kennen, möchten wir Sie bitten, sich kurz vorzustellen: Wie sind Sie institutionell angebunden? Was lehren und forschen Sie?

Ulrich Kutschera: Ich habe eine biologische Doppel-Karriere durchlaufen. Während meines Biologie/Chemie-Studiums an der Universität Freiburg waren meine Schwerpunkte Evolution und Physiologie der Organismen. Meine erste Abschlussarbeit habe ich dann auch auf dem Gebiet der Zoologischen Systematik/Evolutionsforschung verfasst und mit der Entdeckung einer neuen Egel-Art (1981), die erst seit 2005 als invasive, weltweit verbreitete Spezies international bekannt geworden ist, meine wissenschaftliche Laufbahn begründet. Danach bin ich in die Pflanzenphysiologie gewechselt. An der Uni Freiburg waren das damals inhaltlich wie räumlich zwei völlig getrennte Welten, und habe mich dort weiterqualifiziert (Dr. rer. nat.). Nach Forschungsaufenthalten an der kalifornischen Stanford University sowie der Michigan State University habe ich mich an der Universität Bonn habilitiert und wurde kurz danach, im Alter von 37 Jahren, auf eine C4-Professur berufen (Universität Kassel). Seit über 30 Jahren publiziere ich auf mehreren Gebieten, angefangen von der Zoologie (Sexualverhalten/Evolution aquatischer Anneliden) über die Mikrobiologie (epiphytische Bakterien), der Entwicklungsphysiologie und Evolution der Pflanzen (u. a. Phytohormon-Wirkungen) bis zu evolutionstheoretischen Veröffentlichungen. Seit rund 10 Jahren bin ich zeitweise wieder dort zurück, wo meine unabhängige Karriere begonnen hatte: In Stanford, Kalifornien, wo ich an einem Forschungsinstitut einen Laborbereich leite, mit eigenen physiologisch/molekularbiologischen Projekten. Zusätzlich arbeite ich seit 2009 als Visiting Scientist an der University of California/Berkeley mit einem zoologisch/entwicklungsbiologischen Schwerpunkt.

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NASA Probes Giant Magnetic Explosions Around Earth

Credits: NASA Goddard/SWRC/CCMC/SWMF
We tend to think of space as this totally empty vacuum, although the reality is that it’s bubbling over with activity from electrically charged particles and electromagnetic fields

By Daniel Oberhaus|MOTHERBOARD

The interplay of these electrically charged particles creates what is considered to be a fourth state of matter called plasma. Plasma, which makes up 99 percent of the visible universe, is essentially a gas that is so hot that many of its atoms are split into electrons and ions that move independent of one another, yet still possesses its own magnetic field that affects how the particles in the plasma interact with one another. When these plasmas interact with electromagnetic fields around the Earth or the Sun the results can be pretty wild, ranging from stunning auroras to solar flares several times the size of Earth.

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Kernforschungszentrum CERN: Fabiola Gianotti übernimmt Institutsleitung

Fabiola Gianotti am CERN (Bild: CERN)
Mit Fabiola Gianotti rückt erstmals eine Frau an die Spitze des europäischen Kernforschungszentrums CERN. Die Forscherin arbeitet seit Jahrzehnten in Genf. Dort feiert man derweil den runden Geburtstag der allerersten Webseite.

Von Detlef Borchers|heise online

Die frühere Sprecherin des ATLAS-Experiments am Large Hadron Collider (LHC), Fabiola Gianotti, wird zum 1. Januar 2016 Direktorin des Genfer Kernforschungszentrums CERN. Sie löst damit Rolf-Dieter Heuer ab und ist die erste Frau, die das renommierte europäische Forschungsinstitut leitet. Turnusmäßig amtiert sie für fünf Jahre, eine weitere Amtszeit im Anschluss ist aber möglich.

Eigenwillige Präsentation

Die 1960 geborene italienische Physikerin Gianotti arbeitet seit 1987 am CERN und wurde für ihre Forschungen rund um die Bestätigung des Higgs-Bosons mehrfach ausgezeichnet. 1989 promovierte die weiterhin aktive Forscherin mit einer Arbeit über das UA2-Experiment. Sie ist Mitglied zahlreicher Wissenschaftsgremien, etwa im Beirat des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) oder im wissenschaftlichen Beirat von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

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Kreationismus: Die Verteidigung des Schöpfers

Quelle:brightsblog
Quelle:brightsblog
Trotz rechtlicher Verbote lassen sich Kreationisten in den USA nicht davon abhalten, juristisch und politisch gegen das Lehren der Evolutionstheorie zu lobbyieren. Eine neue Studie zeigt, wie sie dabei vorgehen.

derStandard.at

Mit kaum etwas anderem kann man die Gegner der Evolutionstheorie mehr ärgern als mit der Analyse ihres Verhaltens mit Mitteln der Evolutionstheorie. Genau solch eine Analyse legt der Biologe Nicholas Matzke von der Austrialian National University Canberra in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Science” vor. Er unterzieht dabei die Taktiken, mit denen Kreationisten gegen ihren Erzfeind, die Evolutionstheorie, vorgehen, einer Art stammesgeschichtlichen Untersuchung.

Im Detail ging es in Matzkes Studie mit dem angriffigen Titel “The evolution of antievolution policies” um Gesetzestexte aus den USA aus den letzten zehn Jahren, mit denen versucht wird, die Evolutionstheorie zurückzudrängen. Unter Zuhilfenahme statistischer Tools der Evolutionsbiologie analysierte Matzke die Entstehung von Gesetzen, die vorgeschlagen oder beschlossen wurden, um evolutionstheoretische Thesen an öffentlichen Schulen abzuwehren und den Kreationismus zu fördern.

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Image via National Center for Science Education

Candomblé-Tempel in Berlin

Tänzer der Gruppe Afoxe Loni mit ihrem Candomblé-Priester bei ihrem Ritual auf dem Karneval der Kulturen in Berlin-Kreuzberg. (imago / IPON)
In Berlin-Kreuzberg steht der einzige Candomblé-Tempel in Deutschland. Candomblé ist eine vor allem in Brasilien verbreitete Naturreligion mit afrikanischen Wurzeln. Mehrmals im Jahr finden öffentliche Zeremonien für die afrobrasilianischen Gottheiten, die Orixas, statt. Doch ganz so einfach ist die Ausübung dieser Religion in Deutschland nicht.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

Es ist schwierig, still zu sitzen, wenn im Candomblé-Tempel in Berlin-Kreuzberg für die Orixas getanzt und gesungen wird. Etwa 50 Leute haben sich in einem mit Tüchern und Popkornketten geschmückten Raum versammelt, um das mehrstündige Ritual mitzuerleben. Alle tragen weiße Kleidung. Denn Weiß sei zum einen die Farbe der Gemeinschaft. Zum anderen soll bei dem Ritual eine positive Energie entstehen, die auf die Anwesenden übergehen soll, erklärt Murah Soares, der sogenannte Babalorixá des Candomblé-Tempels, also so etwas wie ein Priester. Die Kraft der Orixas, der afrobrasilianischen Gottheiten, werde bei den Ritualen freigelegt.

“Erst einmal machen wir, weil wir die Orixa lieben. Weil wir glauben. Weil diese Energie ist präsent in unserem Leben. Wir machen das Ritual, um diese Kräfte zu verteilen und lebendig zu machen für uns und die Leute, die da sind. Diese Religion ist lebendig, diese Kraft ist lebendig.”

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Haskell „Das verborgene Leben des Waldes“: Wo Käfer Spinnen umtanzen

In Bauchlage: David George Haskell, seine Lupe und sein Stück Wald. Foto: Buck Butler
Ein Jahr, ein Quadratmeter Wald: Der US-amerikanische Biologe David G. Haskell erzählt in seinem Buch „Das verborgene Leben des Waldes“ von kleinen, großen Dingen.

Von Sylvia Staude|Frankfurter Rundschau

Können wir durch ein kleines, beschauliches Fenster aus Laub, Felsen und Wasser den ganzen Wald sehen?“ lautete die Frage, die sich der an der University of the South in Sewanee, Tennessee lehrende Biologe David George Haskell stellte. Er machte die Probe, suchte sich nahe der Uni einen Quadratmeter Urwald – an der Seite ein Felsen, auf dem er gut sitzen konnte –, nannte den Flecken sein Mandala.

Dort ging er ein Jahr lang regelmäßig hin, auch mit der Lupe. Nahm sich aber die Freiheit, diesen Quadratmeter nach oben, gleichsam ins All zu verlängern, um von Zug- und Raubvögeln zu erzählen, vom Regen, Sturm, der Temperatur, von der Schönheit und Wandelbarkeit der Eiskristalle (keiner wie der andere!) und der Farben, von der Sonne und ihren jahreszeitlichen Auswirkungen.

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Ostsee: Bizarre Hochseefische eingeschwemmt

Ein Mondfisch (Mula mula) kann bis zu drei Meter groß werden. © Per-Ola Norman/ gemeinfrei
Exotischer Gast: In der Ostsee tauchen momentan ungewöhnliche Fische auf. Sie sind ziemlich groß und rund wie ein bizarres Mondgesicht – was ihnen den Namen Mondfisch gab. Normalerweise ist dieser Hochseefisch in warmen Wassern des Atlantik beheimatet, doch mit einem Salzwasser-Einstrom aus der Nordsee werden Jungfische dieser Art nun auch in die Ostsee eingeschwemmt. Forscher bitten um Mithilfe beim Überwachen und Kartieren von Funden.

scinexx

Ein skurriler Anblick: Mondfische (Mula mula) sind nicht stromlinienförmig und langgestreckt wie die meisten anderen Fische, sondern sehen von der Seite fast kreisrund aus. Und sie sind enorm groß: Bis zu drei Meter groß und zwei Tonnen schwer kann ein ausgewachsener Mondfisch werden. Sie gelten damit als die schwersten Knochenfische der Welt. Normalerweise ist der Mondfisch eine Hochseeart, die in allen tropischen und subtropischen Meeren der Erde vorkommt. Mit dem Golfstrom gelangen die Tiere aber auch bis in die Nordsee.

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Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?

Nicht gerade niedlich, aber faszinierend: Der Seeteufel. Foto: imago stock&people
Diese Frage ist heute kein Rätsel mehr, sagt der Evolutionsbiologe Andreas Wagner. Er erforscht, wie sich die Natur ständig neu erfindet und welche Prinzipien dahinter stecken. Im Interview erklärt er die überirdische Schönheit der Architektur des Lebendigen – und klärt die Ei-Frage.

Berliner Zeitung

Die ist das Leben einst entstanden? Wieso konnte es eine solche Vielfalt entwickeln? Solche Fragen interessieren wohl fast alle Menschen. Neue Antworten darauf gibt Andreas Wagner, Österreicher mit US-Pass und Professor für Evolutionäre Biologie an der Universität Zürich, in seinem Buch „Arrival of the Fittest – Wie das Neue in die Welt kommt“, das kürzlich in deutscher Übersetzung beim Fischer Verlag erschienen ist. Wagners Thesen finden große Beachtung. Welch eine Vielfalt das Leben in Jahrmillionen auf der Erde entwickelt hat, kann man an Fotobeispielen auf dieser Seite sehen. Sie reichen vom Schleimpilz über bizarre Tiefsee-Wesen bis zu hoch komplexen Landtieren und erinnern nicht selten an Aliens.

Herr Professor Wagner, wenn es um den Ursprung des Lebens geht, hört man immer wieder die Frage: Was war zuerst da – die Henne oder das Ei? Wissen Sie es?

Diese Frage ist heute kein Rätsel mehr. Alle Wirbeltiere stammen von Süßwasser-Fischen ab, die ihre Eier als Laich ablegten – ohne Schale. Als sie das Land eroberten, wurde dies aber gefährlich, weil die Embryos leicht vertrocknen konnten. Dagegen waren Wirbeltiere, die Eier mit Schalen legen konnten, unabhängig vom Wasser und konnten neue Lebensräume erobern.

Aber trotzdem stellt sich doch die Frage, ob beim ersten Vogel zunächst das Ei da war – oder das Weibchen, das dieses legte.

Möglicherweise legte ein Vorfahr, der noch kein Vogel war, eine Art Ei, aus dem sich der erste Vogel entwickelte. Das Ei hatte wahrscheinlich eine dünne Haut, und daraus wurde dann im Laufe vieler Generationen der Evolution eine Schale.

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Technologie-Test für Nachweis von Gravitationswellen

Die Raumsonde LISA Pathfinder (künstlerische Darstellung) dient als Test für wichtige Technologien zum direkten Nachweis von Gravitationswellen. © ESA/ATG medialab
Die Suche nach Gravitationswellen geht weiter: In wenigen Tagen startet die Raumsonde LISA Pathfinder, die wichtige Technologien für den Nachweis der schwer fassbaren Wellen testen soll. Die Systeme der Sonde können Distanzen auf ein Millionstel der Dicke eines Haares genau messen und ihre Experimente gegen alle äußeren Störfaktoren abschirmen. Gelingt dieser Test, ist dies ein wichtiger Schritt zu einem Weltraumobservatorium für Gravitationswellen.

scinexx

Gravitationswellen sind so etwas wie ein heiliger Gral der Astrophysik: Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie sagt voraus, dass sie existieren müssen, doch beobachtet hat sie noch niemand. Gewaltige kosmische Ereignisse wie verschmelzende Schwarze Löcher oder Sternenexplosionen lassen der Theorie zufolge die Raumzeit Wellen schlagen, ähnlich wie ein in einen Teich geworfener Kiesel Wellen über die Wasseroberfläche schickt. Solche Gravitationswellen sind jedoch bislang nur indirekt nachweisbar. Detektoren auf der Erde, die die Laufzeiten von Laserpulsen über hunderte von Metern miteinander vergleichen und so kleinste Verformungen der Raumzeit direkt messen sollen, hatten bislang keinen Erfolg.

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Wahl Dodo des Monats November 2015

Dodo des Monats November 2015
Dodo des Monats November 2015

Der Monat November war angefüllt mit allerlei Blödsinn. Ob nun die Abstimmung des Bundestages zum Thema Sterbehilfe, die quasi dem Paternalismus Tür und Tor öffnet und am eigentlichen Problem vorbeigeht, die Bewältigung der Zuwanderung durch Flüchtlinge, angesichts der Inkompetenz einiger Behörden mag man gar nicht den Gedanken einer Naturkatastrophe in Deutschland zu Ende denken und die Gottesstaatlichkeit in Deutschland, politisch gewollt, gegen die Interessen des Souveräns, den Begriff sollte man nicht all zu ernst nehmen.

Die Wahl ist bis zum 07. Dezember 2015, 18:00 befristet, Mehrfachabstimmungen sind möglich.
Der Gewinner wird am folgenden Tag mit einer kleinen Laudation gewürdigt.

Viel Spaß!

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Zum ehrlichen Unterricht gehört auch die Evolution

Kuckuck und Teichrohrsänger – Kinder fragen im Untericht von selbst, wieso Vögel verschiedene Schnabelformen haben. Anhand solcher Beispiele lässt sich die Evolution gut erklären. (Foto: dpa)
Mehr als 80 Wissenschaftler und Pädagogen fordern, das Thema Evolution in die Grundschullehrpläne aufzunehmen. Fragen an André Sebastiani, der mit seinen Schülerinnen und Schülern bereits über die Evolution spricht.

Von Markus C. Schulte von Drach|Süddeutsche.de

Mehr als 80 Wissenschaftler, Pädagogen und Philosophen haben eine Resolution verabschiedet, in der sie fordern, das Thema Evolution in die Grundschullehrpläne aufzunehmen. Auf einem Kongress in Gießen wurde dazu Lehrmaterial des Projekts Evokids vorgestellt, mit dem Lehrkräfte die Entstehung und Entwicklung des Lebens schon Kindern ab der 3. Klasse näherbringen könnten. André Sebastiani ist Grundschullehrer in Bremen. Er spricht bereits mit seinen Schülerinnen und Schülern über die Evolution.

SZ.de: Die Evolution steht nicht in den Lehrplänen für Grundschulen. Sie sprechen das Thema bei Ihren Schülerinnen und Schülern trotzdem an. Was für Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

André Sebastiani: Das Thema ist zwar nicht vorgesehen, aber hin und wieder gibt es die Gelegenheit, es anzusprechen. Im Sachunterricht behandeln wir zum Beispiel Singvögel und beobachten sie auch in der Nachbarschaft der Schule. Da entdecken die Kinder selbst Unterschiede zwischen den Arten – etwa die verschiedenen Schnabelformen – und fragen, wie das kommt.

Da denkt man natürlich gleich an den Klassiker von Charles Darwin: Die Galapagosfinken.

Genau. Es bietet sich natürlich an, ihnen etwas darüber zu sagen, dass die verschiedenen Vogelarten aus gemeinsamen Vorläufern entstanden sind. Ich habe meine Zweitklässler auch konkret gefragt, was sie darüber wissen, wie die Welt und das Leben entstanden sind. Und es hat sich herausgestellt: eine ganze Menge.

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Knapper Vorbeiflug eines Asteroiden – Great Pumpkin

Schematische Darstellung des Vorbeiflugs von Asteroid 2015 TB145. © NASA
Knapp vorbei, zum Glück daneben: Weniger als eine halbe Million Kilometer entfernt wird der Asteroid 2015 TB145 diesen Samstagabend an der Erde vorbei fliegen. Die Annäherung des “Halloween-Asteroiden” verdeutlicht auch, wie wenig wir auf mögliche Asteroideneinschläge vorbereitet sind: Dieser Brocken wurde erst drei Wochen zuvor entdeckt.

scinexx

Der Einschlag eines Asteroiden auf der Erde gehört zu den zerstörerischsten Katastrophenszenarien: Bereits die Explosion des mit etwa 17 Metern relativ kleinen Tscheljabinsk-Meteoriten ließ in weitem Umkreis Fensterscheiben bersten. Der Asteroid des Chicxulub-Einschlags dagegen löste wahrscheinlich eine globale Katastrophe aus und gilt als hauptverdächtiger “Dinokiller“. Dieser Brocken hatte wahrscheinlich eine Größe von etwa 10 Kilometern.

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Klimawandel verändert europäische Vogelwelt

Der Birkenzeisig wird es durch die Folgen des Klimawandels schwerer haben. © David Dillon/ BirdLife Internationa
Gewinner und Verlierer: Während einige heimische Vogelarten von wärmeren Wintern profitieren, macht das veränderte Klima vor allem Zugvögeln zu schaffen. Langzeit-Beobachtungen zeigen, wie der Klimawandel in den vergangenen Jahren bereits die europäischen Vogelbestände verändert hat. Manche Arten könnten demnach bald gar nicht mehr bei uns anzutreffen sein und brauchen besonderen Schutz, meinen Biologen im Magazin “Global Change Biology”.

scinexx

Den Birkenzeisig erkennt man leicht an seinem charakteristischen roten Fleck oberhalb des Schnabels – antreffen kann man den kleinen Vogel in Island, Skandinavien, Irland, Schottland und im Alpenraum. Im Winter kommen die Zeisige aus dem Norden nach Mittel- und Osteuropa – noch. “Wie lange der Birkenzeisig noch zu uns kommt, wissen wir nicht”, sagt Katrin Böhning-Gaese vom Senckenberg Biodiversität und Klimaforschungszentrum in Frankfurt am Main.

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Meinungsfreiheit: “Jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf”

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die diesjährige Frankfurter Buchmesse hatte als einen ihrer Schwerpunkte die Rede-, Meinungs- und Publikationsfreiheit zum Thema. Da trifft es sich gut, dass der so gern vor aller Art Vollversammlungen dieses Planeten predigende Weltmissionar Franziskus auch zu diesem Thema bereits einiges gesagt hat.
 

Von Hubertus Mynarek|hpd.de

Ich denke da besonders an seine apodiktische Aussage: “jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf.” Diese Aussage fiel während seines Besuchs der philippinischen Hauptstadt Manila und im größeren Zusammenhang der Terroranschläge auf das Satiremagazin Charlie Hebdo und der auf dieser Grundlage entbrannten Diskussion über Meinungsfreiheit und die Behandlung religiöser Gefühle. Diese Gefühle stellen dem Papst zufolge eine Grenze für die Meinungsfreiheit dar. Diese ende da, wo “die religiösen Gefühle anderer verletzt werden” und “der Glaube der anderen herausgefordert, beleidigt oder lächerlich gemacht wird”.

Wie gesagt, “Jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf.”

Zur Veranschaulichung brachte dann der Papst die Parallele zu seiner Mama. Die eigene Mutter ist wie die religiösen Gefühle heilig und unantastbar. Wenn Mama oder religiöse Gefühle beleidigt werden, hagelt’s Fausthiebe, ist Gewalt jedenfalls erlaubt, allerdings mit Ausnahme des Totschlags oder Mordes, denn, so der Papst, Töten im Namen Gottes ist nicht erlaubt.

Nun wissen wir ja schon längst, dass Papst Franziskus weniger Theoretiker als Praktiker, Politiker, Rhetoriker, Religionsmanager und Macher ist, dass ihm Exaktheit, Präzision, definitorische Klarheit der von ihm verwendeten Begriffe nicht so wichtig sind. Aber was er hier im Zusammenhang mit seiner Mama und den religiösen Gefühlen veranstaltet, ist noch einmal ein ganz besonderer Fall von Verschleierung und Vernebelung zum Zweck der Immunisierung der Religion gegen jede Kritik. Denn wann ist denn Mama beleidigt? Auch schon bei sachlicher, vernünftiger Kritik? Wann ist der Tatbestand einer objektiven Beleidigung, nicht bloß einer subjektiv-beleidigten Betroffenheit erfüllt?

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Forschung braucht Tierversuche

Bild: animalequality.de
Bild: animalequality.de

2014 wurden 209.183 Tiere bei Versuchen verwendet. Vetmeduni Wien setzt auf interne Vorbegutachtung und Ethik.

kurier.at

Im Vorjahr wurden 209.183 Tiere bei Tierversuchen verwendet, 83 Prozent davon waren Mäuse. Die aktuelle Zahl liegt geringfügig über dem Niveau von 2013, damals mussten sich 208.559 Tiere in den Dienst der Wissenschaft stellen. Nach einem Höchststand von mehr als 220.000 Versuchstieren im Jahr 2008 ist die Zahl der Tierversuchs bis 2012 (184.610) kontinuierlich gesunken, steigt aber aufgrund von Änderungen in der Erfassung im neuen Tierversuchsgesetz seither wieder an.

Das neue Tierversuchsgesetz sieht vor, dass Tierversuche in vier Schweregrade eingeteilt werden:

  • 57 Prozent bzw. rund 120.000 der 2014 durchgeführten Tierversuche wurden mit dem Schweregrad „gering“ eingestuft. Das bedeutet „kurzfristig geringe Schmerzen, Leiden oder Ängste“, oder Versuche ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere. Ein Beispiel: Ohr- oder Schwanzspitzenbiopsien.

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Invasive Arten: Australiens Plan zur Katzenbekämpfung erregt Unmut

Bild: animal-health-online.de
In den nächsten Jahren sollen in Australien Millionen Katzen getötet werden, um die heimische Tierwelt zu schützen. In Europa kommt deswegen heftige Kritik auf.

Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

“Die australische Regierung ist im Wesentlichen eine Ansammlung von Schafzüchtern, die sich kein bissen um das Wohlergehen oder die Würde von Tieren scheren.” Mit diesen deutlichen Worten kritisiert der britische Popsänger Morrissey in einem offenen Brief die Behörden des fünften Kontinents: Die staatliche Kommission zum Schutz bedrohter Arten plant, in den nächsten Jahren mindestens zwei Millionen verwilderte Hauskatzen zu töten – zum Schutz der heimischen Fauna, die unter anderem von den eingeschleppten Raubtieren bedroht wird. Zuvor hatte sich bereits die ehemalige französische Schauspielerin und heutige Tierschutzaktivistin Brigitte Bardot öffentlich dazu geäußert und den Plan als skandalös bezeichnet. Morrissey verglich die geplante Aktion mit dem Abschuss des Löwen Cecil, der im Juli illegal von einem Trophäenjäger in Simbabwe getötet worden war: Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. “Die Katzen sind zwei Millionen Mal eine kleinere Ausgabe von Cecil, dem Löwen”, so der Musiker.

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