Zum Affen gemacht: Wie eine atheistische Stiftung Stimmung gegen Muslime macht

Themenbild.
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Die Mehrheit der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens lehnt die Evolutionstheorie ab. Das zumindest behauptet die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung. Doch die Studie, die das beweisen soll, genügt selbst keinen wissenschaftlichen Standards.

Von Fabian Köhler | IslamiQ

Wächst an unseren Universitäten eine Generation muslimischer Kreationisten im Lehrergewand heran? Lehren muslimische Pädagogen demnächst, die Entstehung des Menschen durch Lehm und Rippe anstatt durch Mutation und Selektion? Lernen unsere Kinder im Biologieunterricht bald die koranische Schöpfungsgeschichte anstatt der Mendelschen Gesetze?

Diesen Eindruck kann bekommen, wer dieser Tage auf islamfeindlichen Seiten in Sozialen Netzwerken unterwegs ist. Auslöser ist eine Meldung der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung (GBS). „Mehrheit der muslimischen Lehramtsstudenten bestreitet die Evolution“, schrieb diese vergangene Woche auf ihrer Website und viele Medien schrieben ab. Einer Befragung unter Lehramtsstudenten zufolge sollen 60 Prozent der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist“. Sogar 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten würden die  Evolutionstheorie gleich ganz ablehnen.

Von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ spricht der Vorsitzende der GBS Michael Schmidt-Salomon auf der Website der Stiftung: Wer die Evolutionstheorie ablehne, habe „keinen universitären Abschluss verdient“, schreibt der Philosoph dort und fordert, muslimische Lehramtsstudenten nicht weiter „auf wehrlose Kinder loszulassen“. [https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/muslime-evolution].

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Naturforschung: 200 Jahre Senckenberg

Präparator Christian Kopp 1934 mit einem Elchkopf. Foto: Senckenberg
Präparator Christian Kopp 1934 mit einem Elchkopf. Foto: Senckenberg
Konzerte, Partys, Wettbewerbe, Ausstellungen – mit großem Programm geht die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in ihr Jubiläumsjahr. Von der Stadt gibt es dazu ein symbolisches Präsent: Die U-Bahnstation Bockenheimer Warte erhält zusätzlich den Namen Senckenberg.

Von Thomas Stillbauer | Frankfurter Rundschau

Im kommenden November jährt sich zum 200. Mal der Gründungstag. Was bis dahin geplant ist, und auch, was die Wissenschaftler schon erreicht haben, darüber gaben sie am Montag Auskunft im Naturmuseum.

Ein würdiger Auftakt braucht einen würdigen Ehrengast. Zum offiziellen Start ins Senckenberg-Jubiläumsjahr sind am Montag gleich zwei gekommen: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) – und Johann Christian Senckenberg höchstpersönlich. Na gut, fast persönlich. Der Uni-Dozent und Biologe Helmut Wicht, erfahrener Senckenberg-Mime, ist wieder mal ins Kostüm aus der Zeit des großen Naturwissenschaftlers, Stifters und Namenspatrons (1707–1772) geschlüpft.

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Das Center for Inquiry und die Richard Dawkins Foundation sind fusioniert

Bild: RDF
Bild: RDF
Anfang 2016 sind das US-amerikanische Center for Inquiry und die britische Richard Dawkins Foundation for Reason & Science eine Partnerschaft eingegangen, um Menschen, Programme und Ressourcen dieser beiden außergewöhnlichen Organisationen zu bündeln, damit wir unserem gemeinsamen Auftrag für Vernunft, Wissenschaft und Säkularismus besser dienen können.

Richard-Dawkins-Foundation

Das ganze Jahr über haben das CFI und die RDF leidenschaftlich darauf hingearbeitet, die Übertritte der Religion in die Politik zu bekämpfen, pseudowissenschaftliche Geldverschwendung zu entblößen, die Meinungsfreiheit weltweit zu unterstützen und für Säkularisten, Skeptiker, Humanisten und andere Nichtgläubige starke Gemeinschaften zu pflegen. Während all dieser Zeit wurden im Hintergrund die letzten Arbeiten beendet, um dieser Partnerschaft eine offizielle Form zu geben, was ein komplizierter Prozess war, der eine erhebliche Menge Zeit und Aufwand kostete.

Heute geben wir voller Stolz bekannt, dass das Center for Inquiry und die Richard Dawkins Foundation for Reason & Science am 31. Dezember 2016 offiziell – und staatlich anerkannt – zu einer einzigen Institution verschmelzen.

Wie wir im Januar 2016 bekanntgaben, wird die Richard Dawkins Foundation for Reason & Science nun eine Abteilung des neuen Center for Inquiry werden, die, so aktiv wie zuvor, Programme wie Openly Secular und das Teachers Institute for Evolutionary Science (TIES) einbringen wird. Das CFI bringt seine Gründungsprogramme mit, nämlich das Committee for Skeptical Inquiry und den Council for Secular Humanism, sowie das Office of Public Policy, CFI On Campus, African Americans for Humanism und sein großes Netzwerk örtlicher Zweigstellen.

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Zappa-Schnecken, Jagger-Wassernymphen und Lemmy-Borstenwürmer

 Seit einem Jahr lebt auch sein Namenspate nicht mehr: Kalloprion kilmisteri Quelle: Pressestelle Stadt Chemnitz
Seit einem Jahr lebt auch sein Namenspate nicht mehr: Kalloprion kilmisteri Quelle: Pressestelle Stadt Chemnitz
Wer zählt die Arten, nennt die Namen? In Chemnitz lassen sich jetzt die schönsten Fossilien bewundern, die nach Musikern benannt sind. Zappa-Schnecken, Jagger-Wassernymphen und Lemmy-Borstenwürmer.

Von Michael Pilz | DIE WELT

Der Mensch erkennt die Welt, indem er sie benennt. Amaurotoma zappa heißt die ausgestorbene Meerschnecke, die 1972 in der Wüste von Nevada aus dem Sediment auftauchte. Der Paläobiologe Leo P. Plas Jr. gab ihr ihren Namen. Im Naturkundemuseum Chemnitz ruht die Schnecke hinter Glas als Sündenfall der taxonomischen Nomenklatur, darüber hängt ein Album von Frank Zappa. Seit man ein versteinertes Geschöpf nach ihm benannt hat, werden neu entdeckte Urtiere gern mit den Namen großer Musiker versehen. Wie der Borstenwurm Kalloprion kilmisteri, ein Meeresungeheuer wie aus einem Horrorfilm: Es lebte im Silur vor mehr als 400 Millionen Jahren und wurde 2006 vom Schweden Mats E. Erikson nach Lemmy Kilmister von Motörhead benannt.

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Gender-Ideologie widerspricht der Biologie des Menschen

Evolutionsforscher und Physiologe Prof. Ulrich Kutschera im KATH.NET-Interview: „Ich kann nicht akzeptieren, dass Erkenntnisse der Evolutionswissenschaften von selbsternannten ‚Gender-Forschern‘ ignoriert bzw. pervertiert werden.“

kath.net

Starker Tobak: Ausgerechnet Papst Franziskus bezeichnete dieses Jahr in seinem Lehrschreiben „Amoris laetitia“ Gender mehrfach explizit als „Ideologie“. Der Kassler Biologe Prof. Ulrich Kutschera  hat sich, als ungläubiger Evolutionsbiologe, 2016 mehrfach öffentlichkeitswirksam in ähnlicher Weise geäußert, (z. B. in einem aktuellen Beitrag in der Badischen Zeitung). KATH.NET befragte den streitbaren Biologen zu dieser politisch hoch brisanten Thematik.

kath.net: Herr Prof. Kutschera, Papst Franziskus hat sich im April 2016 zur Gender-Frage u. a. wie folgt geäußert: „Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus verschiedenen Formen einer Ideologie, die gemeinhin Gender genannt wird, und die den Unterschied und die natürliche Aufeinander-Verwiesenheit von Mann und Frau leugnet.“ Wie bewerten Sie seine Einschätzung?

Prof. Kutschera: Obwohl ich als toleranter, weltoffener „atheistischer Biologe“ nicht mit allen Thesen des Papstes übereinstimmen kann, halte ich diesen Satz, wie auch andere Ausführungen in seinem Lehrschreiben, für treffend-korrekt formuliert. Es geht hierbei um den in der Evolution entstandenen Sexual-Dimorphismus (Geschlechter-Verschiedenheit) von Mann und Frau, wie er bei allen getrenntgeschlechtlichen Tieren (Gonochoristen) ausgebildet ist. Nur in Kooperation konnten Männer und Frauen im Verlaufe der Jahrmillionen bis heute in ihren Nachkommen weiter existieren – ein imaginäres „Gender-Unisexwesen“ wäre lange ausgestorben.

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„Brauchen Tiere Rechte?“, Arte: Ziege der Anklage

Manche Tierschützer vertreten die Ansicht, dass wir aus rein moralischen Gründen auf das Ausbeuten von Tieren zur Herstellung von Lebensmitteln oder Kleidung verzichten müssten. Einige stufen das bewusste Töten empfindsamer Wesen als ethisch untragbar ein. Foto: Arte/What’s Up Films
Manche Tierschützer vertreten die Ansicht, dass wir aus rein moralischen Gründen auf das Ausbeuten von Tieren zur Herstellung von Lebensmitteln oder Kleidung verzichten müssten. Einige stufen das bewusste Töten empfindsamer Wesen als ethisch untragbar ein. Foto: Arte/What’’s Up Films
Ein unaufgeregter Dokumentarfilm fasst kompetent verschiedene Debatten rund um Tierschutz und Tierhaltung zusammen und läutet einen faszinierenden Themenabend ein.

Von D.J. Frederiksson | Frankfurter Rundschau

In den letzten 20 Jahren hat der internationale Dokumentarfilm vor allem durch seine Attitüde und seine Entdeckung neuer ästhetischer Mittel eine Renaissance erfahren – steile Thesen, streitbare Charaktere, reißerischer Aktivismus oder poetische Optik. Dagegen kommt der 90-Minüter des französischen Dokumentaristen Martin Blanchard geradezu traditionell daher: die üblichen Talking Heads, die üblichen stabilen Handkameraaufnahmen und der übliche nüchterne Erklär-Voice-Over, der die Fakten liefert.

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Allah und Darwin

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB
Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Nicht nur evangelikale Christen, sondern auch sehr viele Muslime – wahrscheinlich die Mehrheit – lehnen die biologische Evolutionstheorie ab. Eine solche Geisteshaltung mutet im 21. Jahrhundert in etwa wie die Behauptung an, die Erde sei eine Scheibe. Ernsthafte Bemühungen, die Religion mit der Evolutionstheorie unter einen Hut zu bringen und die religiös bedingten Barrieren abzubauen, verdienen daher Unterstützung.

Von Ufuk Özbe | Richard-Dawkins-Foundation

Als Naturalist kann man dadurch aber in eine Zwickmühle geraten: Einerseits möchte man, dass auch Gläubige, die sich dem Evolutionsgedanken bislang verschließen, für die wertvollen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie zugänglich werden. Andererseits kann man den eigenen Standpunkt nicht verschweigen, dass die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie den Glauben an den theistischen Gott deutlich unplausibler machen. Selbstverständlich gibt es sowohl Theisten, die ausgezeichnete Evolutionsbiologen sind, als auch atheistische und agnostische Biologen, die explizit die Meinung vertreten, die Evolutionstheorie habe mit der Glaubwürdigkeit eines Gottesglaubens nichts zu tun. Das allein entkräftet aber noch nicht die Argumente, die weiter unten zu besprechen sein werden.

Eine meines Erachtens ernsthafte und beachtenswerte Bemühung, die Evolutionstheorie aus gläubiger Perspektive mit dem Islam zu vereinbaren, stammt von meinem Freund, dem islamischen Religionspädagogen Turgut Demirci, dessen Arbeit ich am 5. Dezember auf Facebook gepostet habe. Jori Wehner hat in einem Kommentar zu diesem Posting die besagte Arbeit in einem entscheidenden Punkt kritisiert (was zu einer langen, streckenweise sehr interessanten Facebook-Diskussion führte).

Ich stimme Jori Wehners Kritik vollumfänglich zu, die wie folgt zusammengefasst werden kann:

– Die Evolution verläuft, nach allem was wir wissen, nicht zielgerichtet, nicht zweckgebunden.   
– Dies ist keine a priori-Schlussfolgerung, auch nicht das Ergebnis eines voreingenommenen naturalistischen Paradigmas, sondern das Resultat empirischer Forschung. Rein logisch wäre es durchaus möglich gewesen, dass die Forschung eine Zielgerichtetheit nahegelegt hätte.   
– Dadurch wird die Annahme eines theistischen Gottes deutlich unplausibler.

Natürlich gilt diese Kritik nicht nur für den muslimischen, sondern allgemein für den abrahimitischen Gottesglauben. Jori Wehner hat in seinem ersten Kommentar exakt die entscheidenden Stellen aus der Arbeit von Turgut Demirci zitiert, in denen einerseits die Nicht-Zielgerichtetheit der Evolution korrekt beschrieben wird, andererseits die Vorstellung des abrahimitischen Gottes, der das gesamte Naturgeschehen lenkt und leitet (oder wahlweise: der in seiner Unendlichkeit außerhalb von Raumzeit das gesamte Naturgeschehen erschafft).

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Im Lichte der Evolution

vollmer_coverEin Opus magnum in jeder Hinsicht; 613 Seiten geballtes Wissen mit tiefgreifenden Erkenntnissen und einer Vielzahl weiterführender Gedanken zu einer der wichtigsten Entdeckungen des Homo sapiens, der Evolutionstheorie!

Von Gerfried Pongratz | hpd.de

„Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Lichte der Evolution“ konstatiert 1973 der Biologe Theodosius Dobzhansky. Mittlerweile ahnen wir, dass diese Feststellung nicht nur für die Biologie gilt, sondern für nahezu alle Bereiche der Natur- und Geistesgeschichte, der materiellen und der immateriellen Welt, ja sogar für den gesamten Kosmos.

Gerhard Vollmer, zweifach promovierter Physiker und Philosoph sowie vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsautor, Universitätsprofessor und Mitbegründer der Evolutionären Erkenntnistheorie, unternimmt hier den Versuch, alle Disziplinen darzustellen, in denen die Evolution eine wichtige Rolle spielt oder die durch den Evolutionsgedanken deutlich bereichert wurden, auch wenn der Bezug zur Evolution – im engeren oder weiteren Sinn – nicht immer der gleiche ist. Als ausgewiesener Zusammendenker von Wissenschaft und Philosophie zeigt Vollmer, welche Rolle der Evolutionsgedanke in Disziplinen spielt, die sich auf Evolution stützen, wobei er überzeugend belegt, dass die Evolutionstheorie allen Wissenschaften ein fruchtbares Denkmodell bietet. Behandelt werden 58 Disziplinen, wobei die Zusammenstellung vorwiegend Gebiete am Rande und jenseits der Biologie umfasst (die evolutionären Teildisziplinen der Biologie würden für sich allein schon ein dickes Buch füllen). „Die Faszination des Themas liegt vor allem darin, wie der Evolutionsgedanke in nichtbiologischen Disziplinen Fuß gefasst hat.“ (S. 15)

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Klima-Skeptiker Donald Trump und der Kreationismus

 Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Vom 14. bis 16. November 2016 fand die UN-Klimakonferenz in Marrakesch (Marokko) statt, auf der auch die deutsche Bundesumweltministerin vorgetragen hat.

Von Ulrich Kutschera | Richard-Dawkins-Foundation

Der neugewählte US-Präsident Donald J. Trump hatte sich im Wahlkampf zur Klimadebatte kritisch geäußert. Ein Interview mit dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Mitglied des National Center for Science Education (NCSE) in Oakland, Kalifornien (USA), eine Organisation, die die Themen „Klimawandel & Evolution“ vertritt.

Herr Prof. Kutschera, warum verliefen die Bürgerproteste gegen den neugewählten US-Präsidenten Donald Trump in Oakland besonders aggressiv und heftig?

U. Kutschera: Als ich im März 2016 die neuen Räume des gerade umgezogenen NCSE in Oakland besucht habe, erzählten mir meine kalifornischen Kollegen, dass diese Stadt, östlich von San Francisco, eine Demokraten-Hochburg sei. Die Mehrheit hat dort für Hillary Clinton gestimmt, sodass die Enttäuschung besonders groß war. Drei Tage nach der Wahl von Trump (11.11.2016) hat die Präsidentin des NCSE uns Mitglieder darüber informiert, dass der „President-elect“ ein Klima-Skeptiker sei und einige seiner Kollegen kreationistische Thesen vertreten würden. Man befürchtet daher negative Auswirkungen auf die Unterrichtsinhalte Klimawandel und Evolution.

Gibt es in Deutschland auch Klima-Skeptiker und wie weit ist der biblische Schöpfungsglaube hierzulande verbreitet?

Anders als die Kreationisten, die sich gut organisiert haben, sind Personen, die den vom Menschen hervorgerufenen (anthropogenen) Klimawandel bezweifeln, meist Einzelkämpfer. In Deutschland ist insbesondere die bibeltreue evangelikale Studiengemeinschaft Wort und Wissen (W+W) mit professionellen Propagandamethoden dabei, eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten zweihundert Jahre (Tatsache Evolution) verbal zu attackieren. Neben W+W, die sich als Zusammenschluss gläubiger Akademiker versteht, sind aber auch die Zeugen Jehovas sowie andere christlich-fundamentalistische Gruppierungen (z. B. das Missionswerk W. Heukelbach) zu nennen. Die Kreationisten-Bewegung geht, wie in den USA, primär von den freikirchlich organisierten evangelikalen Christen aus (hierzulande ca. 1,3 Millionen Personen) und ist z. B. in der katholischen Kirche weniger vertreten.

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Agaplesion gAG: Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

agaplesion_unternehmen_logoMan kann es die Konfessionalisierung des Gesundheitswesen nennen. Der Staat, die Kommunen ziehen sich in der Fläche aus der gesundheitlich-medizinischen Sorge zurück. Diese Zurückziehen geht mit der Übertragung des Sorge-und Vorsorge-Prinzips an konfessionelle Träger einher. Sofern der Bürger Mitglied des Klubs der konfessionell tätigen Gesundheitseinrichtungen ist dürfte kein Widerspruch entstehen. So ist es aber nicht. Die Regel, der Gesetzgeber überträgt vormundschaftliche Rechte an religiös gebundene Institutionen. Im Falle des Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über sich selbst, über ihren Körper tritt die gesetzlich fixierte Entmündigung. Frauen wird das Recht abgesprochen, selbstbetreffende Entscheidungen zu verwirklichen. Menschenrechte, einschließlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, geregelt im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz trifft für Frauen nicht zu. Man spricht ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Schwangerschaft ab.
Einhergehend mit der Tatsache, dass der Staat Funktionen seiner selbst an religiöse Einrichtungen des Sozial-und Gesundheitswesens abgibt tritt die Situation ein, dass pfäffische Entscheidungsträger zum Vormund von Frauen gekürt werden. Völlig außer acht lassend, dass kirchliche Institutionen nur im Rahmen ihren religiösen Auftrags tätig werden können. Mit anderen Worten, sie haben außer sich selbst, niemanden moralische, ethische und legale Vorschriften zu machen.

Nichts anderes ist im Landkreis Schaumburg passiert. Ein neues Krankenhaus wird gebaut, es gibt reichlich Steuergelder für den konfessionellen Träger der Einrichtung, hier also die Agaplesion gAG. Gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft (Abkürzung gAG) ist

  • eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft,
  • ein Unternehmen, dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO),
  • ein Unternehmen, das in Teilen von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit ist.

Die Bezeichnung „gemeinnützige“ AG ist eine steuerrechtliche Besonderheit, mit der auf eine gemeinnützige Ausrichtung der AG hingewiesen werden soll. Entsprechen Satzung und tatsächliche Geschäftsführung den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts der Abgabenordnung, wird die Gesellschaft von bestimmten Steuern ganz oder zum Teil befreit.
Wikipedia

20 Aktionäre, Stiftungen, diakonische Rechtssubjekte, alle gut evangelisch, kein säkularer, weltanschaulich neutraler Aktionär involviert. Umsatz 2015 1,1Mrd. Euro, 6.300 Krankenhausbetten. Bezahlt aus den Kranken-und Pflegekassenbeiträgen der Patienten. Im Aufsichtsrat der gAG 18 Personen, davon zwei Frauen. Die Männer, Pfarrer, Pastoren, Staatsminister a.D.
Gesellschaftliche Kompetenz wurde in die Hände von Menschen gelegt, die ihren religiösen Obskurantismus ganz im Sinne Luthers, sola scriptura, allein durch die Schrift, auf die Allgemeinheit übertragen und im Landkreis Schaumburg gibt es keine Wahlfreiheit mehr. Das macht Angst, solcher Einrichtung möchte man nicht seine Gesundheit anvertrauen. Salafistische Christen, die über eine Milliarde Euro, im Jahr, umsetzen. Dort praktizierenden Ärzten, die ihre bigotte Moral an Abtreibungen festmachen kann man eigentlich nur mit tiefsten Misstrauen begegnen. Ein Vertrauensverhältnis von Patient – Arzt ist etwas anderes.
Beschäftigt man sich mit den Zahlen fallen andere Strukturen ins Auge. Die Sterbehilfe wurde in Deutschland vehement gegen Privatisierung verteidigt. Es war und ist schlicht ein Totschlag-Argument, dass Sterbehilfe-Vereine nicht im Sinne ihres Statuts wirksam werden können. Hochgerüstete Palliativ-Medizin, Hospize in Einrichtungen der Kirche müssen Umsatz erwirtschaften, also, genau das, was man den Sterbehilfe-Vereinen vorwirft wird praktisch realisiert. Sterbehilfe-Vereine stören das Geschäft. Unter dem Deckmantel Lebensschutz, der Bewahrung der Schöpfung werden Wettbewerber staatlich aus dem Markt geschmissen und die Monopolstellung der Krankenhauskonzerne gesichert. Politik bringt dann den Satz, dass Subsidiaritätsprinzip habe sich bewährt.
Die Würde des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, formuliert und legalisiert im Zuge der Aufklärung, werden durch Staat und Kirche unterminiert.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

Wahl Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

Zum Jahresende gab es noch einige Paukenschläge. Die Synode der EKD beschließt die Abkehr von der Judenmission, was natürlich einige Evangelikale Protestrufe nach sich zieht. In Niedersachsen wird mit viel Geld vom Staat eine Klinik aufgebaut, Betreiber ein evangelischer Konzern, der natürlich nichts besseres weiß, als Abtreibungen zu verhindern. Steuergeld für einen Pfaffenkonzern, der noch meint Frauen entmündigen zu müssen. Das kann nicht sein.
Eine Reihe von Theologen haben das Thema des Atheismus für sich in Anspruch genommen, Richard Dawkins ein kleiner ungläubiger Wicht, Atheismus ist böse aber das Schlechteste noch lange nicht. Noch schlimmer als der Papst schwurbelt sich Heinrich Bedford-Strohm durch die Medien. Ohne Linie, schlüpfrig wie eine Nacktschnecke windet er sich durch die Höhepunkte der Zeit. Die EKD weiter im Abwärtstrend ihrer öffentlichen Wahrnehmung.

Die Wahl ist bis zum 07. Dezember 2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Olaf Latzel, „will Juden missionieren, alles andere ist Antisemitismus.
  2.  Agaplesion-Konzern, „Geld stinkt nicht, aber Frauen sind zu bevormunden.“
  3.  Wilhelm Imkamp, „er duldet keine Hedonisten neben sich.“
  4.  Christiane Tietz, „Krampfhafte Selbstsorge, oder asoziales Klugscheißen.“
  5.  Daniel Böcking, „Stellv. Chefredakteur Bild.de mit Mission.“
  6.  Reiner Haseloff, „im atheistischen Sachsen-Anhalt kann Kirche nichts gestalten, es sei denn durch Zwang.“
  7.  Antonino Zichichi, „Kernphysiker mit teleologischer Attitüde.“
  8.  Neals Nowitzki, „Helfersyndrom für Luther-Happening.“
  9.  Tomáš Halí, „mit Aberglauben Aberglauben kritisieren.“
  10.  Rainer Wendt, „polizeilicher Wut-Gewerkschafter.“
  11.  Susan Neiman, „möchte die Bibel philosophisch einbringen.“
  12.  Heinrich Bedford-Strohm, „Kreuz ist unwichtig.“
  13.  Papst Franz, „möchte in Gebärmüttern mitbestimmen.“
  14.  Herfried Münkler, „Bestandteil eines dummen Volkes.“

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Erster Heinz-Oberhummer-Award an Skeptiker und Zauberkünstler James Randi

James Randi, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 /James Randi Foundation
James Randi, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 /James Randi Foundation
Der mit 20.000 Euro und einem Glas Alpakakot dotierte Preis für „hervorragende Wissenschaftsvermittlung“ wird am 24. November verliehen

derStandard.at

Der kanadische Zauberkünstler, Autor und Pseudowissenschafts-Aufklärer James Randi (87) erhält den ersten nach dem 2015 verstorbenen Physiker und Kabarettisten benannten Heinz-Oberhummer-Award für Wissenschaftskommunikation. Am Todestag Oberhummers, dem 24. November, wird Randi den Preis im Wiener Stadtsaal entgegennehmen, wie die „Science Busters“ mitteilten.

Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Gemeinsam mit Oberhummers ehemaliger Kabarettgruppe, den „Science Busters“, stellen die Universität Graz, die Technische Universität Wien, der ORF und die Stadt Wien die Jury und finanzieren den Preis, zu dem es quasi als „Draufgabe“ noch ein Glas Alpakakot gibt.

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Säkularisierung: Kehrt die Religion zurück nach Europa?

Tomáš Halík ist ein tschechischer Priester und Intelektueller (Carl Court / AFP)
Tomáš Halík ist ein tschechischer Priester und Intelektueller (Carl Court / AFP)
Die Welt erlebt eine Wiederkehr der Religion, sie kommt in der Gestalt des Islams ins säkularisierte Europa zurück – sagt der tschechische Soziologe und Religionsphilosoph Tomáš Halik. Atheistische Denker widersprechen Haliks These: Sie sehen nach wie vor einen Niedergang der Religion, zumindest in unseren Breiten. Wer liegt richtig?

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

„Gott ist tot – beziehungsweise hat nie gelebt.“ „Gott ist die Liebe.“ „Gott lässt sich mit unseren Worten nicht beschreiben.“ Es gibt so viele Formen von Glauben und Unglauben, wie es Menschen gibt, sagt der tschechische Soziologe und Denker Tomás Halik:

„Es gibt einen tiefen Glauben, es gibt auch eine politisch missbrauchte Religion, es gibt eine naive Bigotterie. Und auch im Atheismus gibt es einen militanten Atheismus, einen stolzen Atheismus – aber es gibt auch einen Atheismus der Schmerzen, von den Leuten, die sagen: Es gibt so viele schreckliche Dinge in meinem Leben.“

Tomás Halik vereint in seiner Person zwei Perspektiven: Die des soziologischen Beobachters religiöser Phänomene – und die des Gläubigen in einem säkularen Umfeld in Tschechien.

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Wahl Dodo des Monats Oktober 2016

Dodo des Monats Oktober 2016 ©HFR
Dodo des Monats Oktober 2016 ©HFR

Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegegen, die Anzahl religiöser Feierlichkeiten steigt, eben so der Blödsinn, welcher von Politik und Pfaffen geäußert wird. Die Kanzlerin empfiehlt ihrem Volke bestehende Ängste, Zweifel am, mit dem Islam durch die Benutzung von Blockflöten und das Abspielen religiöser Gesänge auszumerzen. Solcher Art Vorschläge lassen einen tiefen Einblick in die Gemütslage der CDU-Vorsitzenden zu. Ein Einblick der normal ausgerüstete Zeitgenossen erschrecken lässt.
Die Diskussion um einen möglichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geben uns einen guten Ausblick auf die begrenzten Horizonte deutscher Spitzenpolitik, von Navid Kermani, Margot Käßmann und Wolfgang Huber hörte man, Erzapostel Schick würde sogar einen islamischen Kandidaten, ganz demokratisch natürlich, unterstützen wollen.
Die einen wollen unter Muslimen missionieren die anderen Homos heilen. Nichts richtet das institutionalisierte Christentum so auf wie die Formen von Sexualität. Homosexuelle sind eine „perverse Form, ohne jedwede Dynamik“. Solche Aussagen kommen von zölibateren Pfaffen, in deren ehemaligen Bistum über 400 Missbrauchsfälle dokumentiert wurden, alles Einzelfälle und herbeigeredet von den Medien, natürlich. Da spürt man den Neid, offiziell nicht vögeln zu dürfen und laienhafte Schilderungen ans Glaubensvolk bringen zu müssen.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.11.2016, 18:00 Uhr befristet. Die Widmung des Siegers erfolgt hier auf dem Blog. Viel Spaß!

  1.  Bund katholischer Ärzte, „Homo-Heiler mit Theologie.“
  2.  Ludwig Schick, „alles, nur kein Ungläubiger als Bundespräsident.“
  3.  Susanne Kummer, „mit katholischer Pseudowissenschaft zum Thema Bioethik.“
  4.  Reiner Haseloff, „hält den christlichen Glauben im Osten für wichtig.“
  5.  Heinrich Bedford-Strohm, „billige Ausreden zum Brustkreuz in Jerusalem.“
  6.   Heinz Josef Algermissen, „Vater, Mutter, Kind. Wann stellt er die seinen vor?
  7.  Gregor Maria Hanke, „möchte in der Zivilehe mitreden dürfen.“
  8.  Günther Beckstein, „möchte Muslime missionieren, auf nach Raqqa.“
  9.  Heiner Koch, „ihm gelingt die Verbindung von Strafzettel und Buße.“
  10.  Angela Merkel, „mit Blockflöte und christlichen Schlachtgesängen gegen den Islam.“
  11.  Thea Dorn, „möchte den Literaturnobelpreis für den Judenhasser Luther.“
  12.  Gerhard Ludwig Müller, „Atheisten, Schwule, Lesben, und die Domspatzen, alles übelste Einzelfälle.“
  13.  Bodo Ramelow, „im Papstwahn.“

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„Gott ist nicht tot – er hat nie gelebt“

Foto: Robert Walser Auf dem Podium über „Glaube und Atheismus“ (von links): Professor für Soziologie an der Karlsuniversität Prag und Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, Tomáš Halík, Akadamiedirektor Florian Schuller, der freiberufliche Philosoph Joachim Kahl und der Ordenspriester der Abtei Münsterschwarzach, Anselm Grün OSB.
Foto: Robert Walser Auf dem Podium über „Glaube und Atheismus“ (von links): Professor für Soziologie an der Karlsuniversität Prag und Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, Tomáš Halík, Akadamiedirektor Florian Schuller, der freiberufliche Philosoph Joachim Kahl und der Ordenspriester der Abtei Münsterschwarzach, Anselm Grün OSB.
„Glaube und Atheismus“: Eine Diskussion mit Anselm Grün OSB, Professor Tomáš Halík und dem Atheisten Joachim Kahl in München.
 

Von Alexander Riebel | Die Tagespost

Es ist eine zutiefst existenzielle Frage, ob man an Gott glaubt oder nicht. In der Auseinandersetzung zwischen Glauben und Atheismus geht es ums Ganze. So auch im Podiumsgespräch zu „Glaube und Atheismus“ zwischen dem Ordenspriester der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, Anselm Grün OSB, dem Professor für Soziologie an der Karlsuniversität Prag und Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, Tomáš Halík sowie dem freiberuflichen Philosophen Joachim Kahl, in der katholischen Akademie in München. Akademiedirektor Florian Schuller moderierte glänzend durch die Diskussion und nannte eingangs ein Flaubert-Zitat, das Bestseller-Autor Robert Harris dem letzten Teil seiner Cicero-Trilogie voranstellte: „Gerade, als die Götter schon nicht mehr da waren und Christus noch nicht gekommen, gab es diesen einzigartigen Augenblick in der Geschichte, von Cicero bis Mark Aurel, da stand der Mensch allein. Nirgends sonst finde ich diese besondere Majestät.“ Auch heute stehe der Menschen vielfach allein da, meinte Schuller, das Christentum müsse sich immer wieder neu bestimmen gegenüber allen Relativierungen dieser Zeit.

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Internationale Studie zu lebensweltlichen Identitäten Konfessionsfreier

Erstmals untersucht eine wissenschaftliche Befragung lebensweltliche Identitäten und weltanschauliche Auffassungen konfessionsfreier Menschen in fünf Ländern eingehender. Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, hat die neue Studie begrüßt.

Humanistischer Verband Deutschlands

Rund ein Drittel der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland gehört keiner Kirche oder anderen Religionsgemeinschaft an, Tendenz steigend. Doch detailliertere Erkenntnisse, welche weltanschaulichen Auffassungen und wertebezogenen Orientierungen in der Gruppe der Konfessionsfreien verbreitet sind, lagen bisher kaum vor. Erstmals eingehender widmet sich dieser Fragestellung nun eine internationale Untersuchung mit dem Titel „Konfessionsfreie Identitäten“, die von vier einschlägig renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt worden ist. Dazu wurde vor kurzem eine Online-Befragung veröffentlicht, die sich an konfessionsfreie Menschen richtet. Die Studie unter federführender Leitung der Psychologin Tatjana Schnell (Universität Innsbruck) wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark durchgeführt.

Die Befragung zur wissenschaftlichen Untersuchung will genauer herausfinden, wodurch die lebensweltlichen Identitäten konfessionsfreier Menschen in den fünf europäischen Ländern geprägt sind. „Welche Weltbilder vertreten sie, welche Erfahrungen machen sie? Gibt es andere, nicht-religiöse Organisationen, denen sie sich zugehörig fühlen? Unser Ziel ist es, mehr Wissen über die Vielfalt unserer Weltbilder zu gewinnen. Nur so können die unterschiedlichen Anliegen auch angemessen in der Gesellschaft Gehör finden“, sagt die Psychologin Tatjana Schnell, assoziierte Professorin am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck, zum Zweck der Untersuchung. Schnell hat die Untersuchung gemeinsam mit den Wissenschaftlern Elpine de Boer (Universität Leiden), Peter La Cour (Universität von Kopenhagen) und Hans Alma (Universität für Humanistische Studien, Utrecht) entwickelt.

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Gender-Irrlehre: Gottvater John Money & seine Jünger

In diesem Videofilm diskutiert Jörg Elbe (RDF) mit dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera (Vorsitzender des Arbeitskreises [AK] Evolutionsbiologie) über das Thema „Gender-Kreationismus und die evolvierten Unterschiede zwischen Mann & Frau“. Die folgenden Themen werden angesprochen:

Richard-Dawkins-Foundation

  1. Die Gender-Lehre basiert auf den Thesen des US-Psychologen John Money (1921–2006). Der Harvard-Biologe David Haig hat über Zitier-Stammbäume nachgewiesen, dass der Gender-Begriff nach Money (1955) als das „psychosoziale Geschlecht“ definiert werden kann.
  2. Der Moneyismus ist eine Variante des biblischen Schöpfungsglaubens (Kreationismus, Intelligent Design-Version), da Charles Darwin & Co. ignoriert werden.
  3. Der doppelte Gender-Begriff: In der biologischen Forschung stehen „Sex & Gender“ für „Befruchtung“ bzw. „Geschlechtstiere“; die Gender-Biomedizin widerspricht John Moneys Geschlechter-Dogmatik.
  4. Wer war John Money? Lebenslauf und Charakter. Gibt es beim Menschen Hermaphroditen, wie es von Money behauptet worden ist? Das Gender-Paradoxon nach Money (1952).
  5. Intersex-Menschen können als Personen mit Entwicklungs-Störungen (Design-Fehler) interpretiert werden; 99 % der menschlichen Babys sind männlich bzw. weiblich, ca. 1 % intersex.
  6. Die Hauptthesen von John Money werden vorgestellt: Geschlechtsneutrale Geburt mit erzieherischer Prägung in m/w-Richtung; Pädophilie und Früh-Sexualisierung der Kinder; Biophobie und Rassismus-Vorwurf gegenüber Kritikern.

Schlussfolgerungen:

  1. Universitäre „Gender-Studies“ sowie die sozialwissenschaftliche „Geschlechter-Forschung“ basieren auf den widerlegten Vorstellungen des US-Psychologen John Money (1921–2006).
  2. Obwohl John Money ein fleißiger und kreativer Psychologe bzw. Erzieher war, dem man kaum unlautere Absichten unterstellen kann, muss seine „Gender-Theorie“ als absurde Irrlehre gekennzeichnet und zurückgewiesen werden (Pseudowissenschaft).

 

Richard David Precht: „Unvereinbar mit unserer Moral“

Publizist und Philosoph Richard David Precht beschäftigt sich seit einem Vierteljahrhundert mit tierethischen Fragen. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Publizist und Philosoph Richard David Precht beschäftigt sich seit einem Vierteljahrhundert mit tierethischen Fragen. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Der Philosoph Richard David Precht ist „sehr optimistisch“, dass es Fortschritte im Tierschutz geben wird. Die Gesellschaft müsse die „Reichweite des Mitgefühls stärker auf Tiere ausweiten“, forderte Precht im Deutschlandfunk. Der heutige Umgang mit Tieren sei „nicht mit unseren Vorstellungen von Moral, Liberalität und Sensibilität vereinbar.“

Richard David Precht im Gespräch mit Susanne Fritz | Deutschlandfunk

Susanne Fritz: In Deutschland leben rund 7,8 Million Vegetarier und etwa 900.000 Veganer. Neben allen gesundheitlichen Motiven spielt dabei auch nach wie vor eine ethische Verpflichtung gegenüber Tieren eine große Rolle. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in den westlichen Ländern verzehrt mehr Fleisch denn je. Das funktioniert, weil viele das Elend in den Tierfabriken verdrängen und noch nie einen Schlachthof von innen gesehen haben. Aber auch, weil unser Verhältnis zu Tieren auf einer Ethik basiert, die Tiere nicht zu Mitgeschöpfen macht, sondern zu Sachen. Wie konnte es dazu kommen? Die Philosophie und die Religionen haben die Haltung der Menschen gegenüber den Tieren geprägt. Darüber habe ich mich mit dem Philosophen Richard David Precht unterhalten. Er hat ein Buch über Tierethik geschrieben, das heute unter dem Titel „Tiere denken – vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen“ erschienen ist. Herr Precht, das Verhältnis des Menschen zum Tier ist grotesk widersprüchlich: Einerseits verhätscheln wir unsere Haustiere – ob Hund, Katze oder Meerschweinchen –, andererseits beuten wir Tiere gnadenlos aus. Doch das ist ja alles seit langem bekannt. Was hat Sie gerade jetzt dazu veranlasst, das Thema wieder aufzugreifen und ein Buch über unseren Umgang mit Tieren zu schreiben?

Richard David Precht: Ich glaube, das Thema liegt heute noch sehr viel dringlicher in der Luft als früher – und zwar aus folgendem Grund: Auf der einen Seite ist die Zahl der Vegetarier und der Veganer in Deutschland rasant angestiegen. Ganz viele junge Leute wollen kein Fleisch mehr essen. Und auf der anderen Seite ist die Massentierhaltung heute noch grotesker, als sie vor 20, vor 50 oder vor 100 Jahren war.

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Who Are You Calling an Atheist?

Image: churchandstate.org.uk
Image: churchandstate.org.uk
Are there any good reasons these days to declare yourself an atheist? Won’t the label’s tribal militancy, its prickly company, its easy derision, dishonor your family, alienate your friends, and upend your career? And if you are one—and you don’t fess up—might not that lack of honesty trouble you?

By Thomas Larson | Church and State

After all, it is the truth, isn’t it? What’s more, if you don’t make the call (choose, instead, the less excitable “humanist” or “secularist”), someone else will mark you, a stamp that may stick, inerasable, like a Sharpie on your forehead. Whosoever’s badge you go with, how high on your chest will you wear it?

Take the astrophysicist Neil DeGrasse Tyson, host of Cosmos and director of the Hayden Planetarium in New York. When Bill Moyers asked him whether he supported “the effort” by well-meaning people “to reconcile faith and reason,” Tyson said flatly, “they’re irreconcilable.” All attempts to describe science with faith “have failed. Anyone who tried to explain the nature of the universe, based on Bible passages, got the wrong answer.” To the charge that dark matter is God, he perked up: “If that’s where you’re going to put your God in this world, then God is an ever-receding pocket of ignorance. Get ready to have that [mystery] undone.”

Because of such statements, Tyson says he’s assailed a few times a month by nonbelievers who pester him: “I thought you were an atheist.” No, he counters, he never uses that word. If he has to have one, it’s “agnostic,” but even that term has scant meaning, he admits, since he’s confident science will solve the “divine” mysteries. Recently, he told Bill Maher that only two descriptors fit him: scientist and educator. Physics has no religiosity, Tyson said. “You don’t ‘believe in’ science. It’s true whether or not you believe in it.” Not only does he sound unfailingly uninterested in religious belief, but Tyson makes no case that he’s agnostic about anything.

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Wunderheiler Hamer bekommt „Goldenes Brett vorm Kopf“ verliehen

Ryke Hamer stellt sich öffentlich gegen Chemotherapie. / Bild: (c) dpa ( POOL Old / Reuters)
Ryke Hamer stellt sich öffentlich gegen Chemotherapie. / Bild: (c) dpa ( POOL Old / Reuters)
Hamer zeige „sehr deutlich, wie gefährlich Pseudowissenschaft sein kann“. Der Preis geht jährlich an den „größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres“.

Die Presse.com

Der ehemalige deutsche Arzt und Erfinder der „Neuen Germanischen Medizin“, Ryke Geerd Hamer, erhält das „Goldene Brett vorm Kopf“ für den „größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres“. Er verbinde „gefährliche medizinische Ansichten mit wirren antisemitischen Verschwörungstheorien“, heißt es in der Begründung der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).

Mit ihren am Dienstagabend parallel in Wien und Hamburg verliehenen Satirepreisen „ehrt“ die GWUP jährlich Personen oder Institutionen, „die esoterische oder unwissenschaftliche Behauptungen verbreiten und sich durch eine ganz besondere Resistenz gegenüber wissenschaftlichen Fakten ausgezeichnet haben“. Neben Hamer in der engeren Auswahl waren heuer noch der Kabarettist und Neo-Parteigründer Roland Düringer für sein Kokettieren mit Verschwörungstheorien und das deutsche Krebszentrum Brüggen-Bracht für das Anbieten „100 Prozent biologischer“ Krebstherapien, die „frei von chemischen Giften“ sind.

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