Archiv der Kategorie: Naturalismus

Wir brauchen Kojoten: Kojoten halten Katzen fern

Katzen jagen Vögel und Mäuse, Kojoten jagen Katzen – und bewahren damit das ökologische Gleichgewicht, wo sie vorkommen. Das zeigt eine Studie aus dem Osten der USA.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Kojote, Yosemite-Nationalpark, Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0/ Yathin S Krishnappa

“Streunende Hauskatzen erbeuten in den USA jährlich unzählige Kleinsäuger und Vögel”, sagt der Biologe Roland Kays vom North Carolina State College of Natural Resources. Doch niemand wisse, wo die Tiere genau auf die Jagd gehen. Beschränken sie sich auf Siedlungsgebiete und stadtnahe Grünflächen – oder stellen die hier biologisch fremden Katzen den einheimischen Arten auch in Naturschutzgebieten nach, wo ihr Verhalten rasch problematisch werden könnte? Kays und Co analysierten daher Kamerafallenbilder von mehr als 2100 Standorten: Freiwillige Helfer unterstützten sie dabei, mehrere Millionen Aufnahmen aus sechs verschiedenen Bundesstaaten im Nordosten der USA auszuwerten.

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“Die Gier ist älter als der Kapitalismus”

Welche Wirtschaftsform entspricht am ehesten der Natur der Menschen? Hat die Evolution den Kapitalismus befördert? Um eine Antwort zu finden, hat sich Professor Eckart Voland ziemlich lange mit Topmanagern beschäftigt – und mit Affen.


Von Ann-Kathrin Eckardt|Süddeutsche.de

Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)
Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)

Als Professor für Biophilosophie hat Eckart Voland an der Uni Gießen 20 Jahre lang Verhaltensprofile von gefangen gehaltenen Halbaffen untersucht oder die Evolution des Gewissens analysiert. Viele Interviews hat er gegeben, doch bei dieser Anfrage hat er gezögert. Nicht, weil er seit drei Monaten in Rente ist, sondern weil er über den Kapitalismus und die Natur des Menschen reden soll. Mit diesem Thema hat er sich schon mal Ärger eingehandelt. Nach einem Vortrag musste er sich wüst beschimpfen lassen. “Ihr Kapitalismus ist so natürlich wie Polyester” war eine der harmloseren Tiraden. Aber dann hat er doch zugesagt. Gut gelaunt empfängt er in seinem leergeräumten Büro.

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“From Piss to Pilsener”: Kann man Bier aus dem eigenen Urin gewinnen?

Mit Bierdosen kann man Vieles machen. Doch auch das in den Dosen enthaltene Bier lässt sich auf vielfältige Weise herstellen. Bild: stern.de
Zwei Dinge fließen bei einem Festival in rauen Mengen: Bier und Urin. Warum nicht beides zusammenbringen? Im Rahmen des Roskilde-Festivals läuft gerade das Projekt “Beercycling” – aus dem Urin soll später wieder Bier werden. Kann das klappen?


Von Carsten Heidböhmer|stern.de

Es ist mehr als ein populärer Mythos: Urin ist ein hervorragender Dünger. Manche Wissenschaftler bezeichnen ihn sogar als “Dünger der Zukunft“. Denn darin sind zahlreiche Mineralstoffe enthalten, die Pflanzen zum Wachsen brauchen, darunter Kalzium, Magnesium, Kalium und vor allem Phosphor. Bei einem Rockfestival wird naturgemäß viel Bier getrunken und auf diese Weise viel Urin produziert. Bei mehr als 100.000 Besuchern kommt beim Festival im dänischen Roskilde, das noch bis Samstag läuft, einiges an Pipi zusammen.

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Komet “Chury” hat Löcher

Diese Aufnahme zeigt eines der aktivsten Löcher auf “Chury”. © Vincent et al./ Nature
Rätselhafte Krater: Die ESA-Raumsonde Rosetta hat auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko ungewöhnlich tiefe, kreisrunde Löcher entdeckt. Sie ähneln zwar auf den ersten Blick Einschlagskratern, entstanden aber wahrscheinlich eher durch Kräfte von unten: Durch Hohlräume im Untergrund des Kometen, deren Decke einbricht. Das könnte auch erklären, warum besonders viele Staub- und Gasfontänen von diesen Löchern ausgehen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Die Raumsonde Rosetta und ihr kürzlich wieder erwachter Compagnon Philae haben schon einige spannende Details über den Kometen “Chury” übermittelt. So entdeckte Rosettas Kamera OSIRIS einen Wackelstein und eine rätselhafte Staubfontänen auf der Nachtseite des Kometen. Je näher der Komet der Sonne kommt, desto mehr Eis und anderes Material verdampft zudem.

Rätselhafte Löcher

Aufnahmen von Rosetta zeigen aber auch, dass viele der größeren Ausbrüche von seltsamen, kreisförmigen Kratern auszugehen scheinen. “Diese Löcher sind bemerkenswert symmetrisch, haben alle eine ähnliche Größe und zeigen interessante morphologische Details”, berichten Jean-Baptiste Vincent vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen und seine Kollegen. Die steilen Wände der Löcher sind von horizontalen Schichten und Terrassen durchzogen. Ihr Durchmesser variiert von mehreren Dutzend bis zu mehreren hundert Metern.

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Ist das Universum leerer als gedacht?

Bisher sehen wir nur die hellsten Galaxien im fernen Universum, wie viele es noch gibt, ist unklar. © NASA/CXC/STSci/ DSS/ Magellan
Kein Gedränge im frühen Kosmos: In der Frühzeit des Universums könnte es sehr viel weniger Galaxien gegeben haben als bisher angenommen. Denn auf jede sehr helle, für uns sichtbare Galaxie kommen möglicherweise nur rund zehn lichtschwächere, wie Astronomen anhand eines Computermodells ermittelt haben. Bisher ging man von hundert- bis tausendfach mehr frühen Galaxien aus, die wir bisher aufgrund der zu schwachen Teleskope schlicht nicht sehen.


scinexx

Dank immer besserer Teleskope reich der Blick der Astronomen heute schon zurück bis in die Zeit der allerersten Galaxien und Sterne. Doch selbst die scharfen Augen des Hubble-Weltraumteleskops können nur die hellsten und größten Vertreter dieser frühen Population aufspüren. Wie viele lichtschwächere Galaxien es im fernen Universum gibt, ist daher bisher Gegenstand der Spekulation.

Wie viele kleinere Galaxien gibt es?

“Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass die Menge der lichtschwachen Galaxien im frühen Universum um das Hundert- bis Tausendfache größer ist als die Zahl der wenigen hellen Sternenansammlungen, die wir mit dem Hubble-Teleskop sehen können”, erklärt Erstautor Brian O’Shea von der Michigan State University.

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Plötzliche Trockenheit im Paläo-Tschadsee

Auf dem Trockenen: Fossiler Fisch aus dem Tschadbecken © University of Royal Holloway London
Von schwappenden Wellen zu staubigen Dünen: Der Klimawandel von der fruchtbaren Savanne zur heutigen Sahara ließ auch den Tschadsee plötzlich schrumpfen. Britische Wissenschaftler haben den Wandel des Sees vom größten Süßwassersee zur größten Staubquelle der Erde rekonstruiert. Daraus ergeben sich neue Fragen, die bis in den südamerikanischen Regenwald reichen, schreiben die Forscher in den “Proceedings of the National Academy of Sciences”.


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Die Sahara und die südlich davon gelegene Sahelzone sind berüchtigt für Hitze und Wassermangel. Doch das war nicht immer so: Noch vor rund 10.000 Jahren erstreckte sich in der heutigen Wüstenregion eine fruchtbare Savannenlandschaft, in der auch nomadische Frühmenschen lebten. Diese Idylle war jedoch nicht von Dauer: Ein plötzlicher Klima-Umschwung schuf die Wüste, die wir heute kennen.

Schrumpfende Süßwasserquelle

Betroffen davon war auch der Tschadsee südlich der Sahara, eine wichtige Wasserquelle für die angrenzenden Staaten Tschad, Niger, Nigeria und Kamerun. Heute droht der See durch die intensive Wassernutzung durch den Menschen zu schrumpfen. Vor tausenden von Jahren schwand das Wasser des Sees jedoch in noch viel größerem Ausmaß: Während der fruchtbaren Zeit der Sahara war der Paläosee “Mega-Tschad” der größte Süßwassersee der Erde.

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How Do You Make a Memory? This Study Puts Us Closer to the Answer

Human memory—the encoding of information into our very brains—is a process at once fascinating and still pretty mysterious. In a study published Wednesday in study published Wednesday in Neuron, researchers offer new insight into how new memories are created, with a little help from Jennifer Aniston, Clint Eastwood, and Tiger Woods.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

brainIn the study, researchers from the University of Leicester in the UK and UCLA in the US looked at how neurons changed as people formed new episodic memories after the researchers showed them images of people including family members and celebrities in different places.

They found that neurons that were initially responsive to a specific person began to respond to a specific place too, after the two had been linked in the subject’s memory.

“If you want to remember something from your past, basically what you remember is a few concepts that you relate together. For example, ‘I remember meeting a friend in the cinema one or two months ago,’” explained Rodrigo Quian Quiroga, an author on the paper from the University of Leicester, in a phone call. “So basically you make a link between a few concepts; this is, let’s call it the ‘skeleton’ of what we call episodic memories.” Episodic memories are memories related to your personal experience.

The new study suggests how neuronal activity in a part of the brain called the medial temporal lobe changes as these concepts—people and places, for instance—are linked.

In one example, the researchers showed subjects a picture of Clint Eastwood and a picture of the Leaning Tower of Pisa, and then a picture of Clint Eastwood photoshopped at the Leaning Tower of Pisa. They found that the neurons that originally fired in response to the actor would then start firing in response to the landmark, and vice versa, even though they didn’t before. A new association between the two formerly unrelated things—Eastwood and the tower—was encoded.

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Bakterien-Evolution: Wie die Pest zum Todesbringer wurde

Allein im 14. Jahrhundert starben etwa 50 Millionen Menschen an der Pest. Entstanden ist der Erreger aus einem relativ harmlosen Darmbakterium. Zwei Gen-Veränderungen machten es zum Todesbringer.


SpON

Pesterreger Yersinia pestis, Bild: wikimedia.org/PD

Bis heute ist die Pest nicht abschließend besiegt. Nun haben Forscher genauer untersucht, wie der tödliche Erreger entstanden ist. Wyndham Lathem und seine Kollegen von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago haben die Fähigkeiten verschiedener Erregerstämme verglichen, die Krankheit auszulösen.

Ausgangspunkt war das Darmbakterium Yersinia pseudotuberculosis, das Krankheiten im Verdauungstrakt verursachen kann, ohne einem Säugetier oder dem Menschen wirklich gefährlich zu werden. Aus ihm hat sich das Bakterium Yersinia pestis entwickelt – der Auslöser der lebensgefährlichen Pest. “Jedoch ist nicht bekannt, wann Yersinia pestis die Fähigkeit erwarb, eine fulminante Lungenentzündung zu verursachen”, schreiben die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

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Ratten träumen von Orten, an denen sie gerne wären

Bild: ratten.de
Mit Hilfe von Elektroden lauschen Forscher die Träume schlafender Ratten ab. Es zeigt sich: In Gehirn der Tiere geht so einiges vor sich.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Ratten können von einem Ort träumen, obwohl sie ihn noch nie besucht, sondern nur gesehen haben. Das zeigt jetzt eine Studie von Hirnforschern um Hugo Spiers vom University College London, die das Gehirn der schlafenden Tiere mit Elektroden angezapft haben. Offenbar verfügen die Tiere also über ein gewisses Maß an Vorstellungsvermögen.

Die Träume einer Ratte zu erforschen, ist möglich dank der Aktivität so genannter Ortszellen in ihrem Hippocampus. Jede dieser Zellen spezialisiert sich auf einen bestimmten Punkt in der Umgebung des Tiers und wird immer dann aktiv, wenn die Ratte an diesen Ort gelangt. Schläft das Tier, beginnen die Ortszellen erneut zu feuern, wobei die Reihenfolge, in der sie aktiv werden, nahelegt, dass die Ratte gedanklich durch ihren Käfig läuft.

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Schwerewellen verursachen Kobold-Blitze

Falschfarben-Aufnahme von Sprites über einem Gewitter in Kansas aus dem Jahr 2000 © Walter Lyons, FMA Research, Fort Collins, Colorado
Rätselhafte Himmelslichter: Blitzeinschläge am Boden können auch oberhalb von Gewitterwolken spektakuläre Entladungen fast bis in 100 Kilometer Höhe auslösen. Einen wichtigen Faktor bei der Entstehung dieser “Sprites” haben Wissenschaftler nun ausgemacht: Schwerewellen in der oberen Atmosphäre verstärken demnach Störungen in elektrischen Feldern und lassen so die Blitze auch weit nach oben ausschlagen, schreiben die Forscher im Journal “Nature Communications”.


scinexx

Die Blitze bei einem starke Gewitter bieten schon vom Boden aus gesehen einen spektakulären Anblick. Trotz intensiver Gewitterforschung werfen sie jedoch noch viele Fragen auf – und noch viel rätselhafter ist, was oberhalb einer Gewitterwolke geschieht: Bei starken Blitzeinschlägen flackern dort ebenfalls elektrische Entladungen bis in Höhen von 80 Kilometern in der Mesosphäre, oberhalb der Stratosphäre. Wie sie so flüchtig und rätselhaft sind, erhielten diese Blitze die Bezeichung “Sprites”, englisch für “Kobolde”. Wissenschaftlich belegt sie erst seit 1989. Wie sie entstehen ist aber noch weitgehend unklar.

Feuerwerk in der Mesosphäre

Sprites sind manchmal bei Nacht mit bloßem Auge vom Boden aus erkennbar, die meisten Aufnahmen stammen aber bisher von Flugzeugen, Space Shuttles oder der Internationalen Raumstation. Sie sind meist rötlich gefärbt und erscheinen wie eine Stichflamme, die sich nach oben verzweigt. Viele haben auch strahlenartige Ausläufer nach unten und erinnern geradezu an eine explodierende Feuerwerksrakete – allerdings mit einem Lichterspiel von bis zu 50 Kilometern im Umkreis.

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Neues Flüchtlingsheim in Meißen brennt

Im sächsischen Meißen hat in der Nacht zu Sonntag eine geplante Flüchtlingsunterkunft gebrannt. – Foto: Roland Halkasch
In Meißen hat in der Nacht zum Sonntag eine noch unbewohnte Asylunterkunft gebrannt. Am Vorabend hatten sich Neonazis in der Stadt zusammengerottet.


Von Matthias Meisner|DER TAGESSPIEGEL

In einem vor der Eröffnung stehenden Flüchtlingsheim in Sachsen hat es in der Nacht zum Sonntag gebrannt. Die Polizei bestätigte auf Anfrage von MDR Sachsen, dass das Feuer kurz nach Mitternacht in dem Gebäude auf der Rauhentalstraße ausbrach. Bei der Ankunft der Feuerwehr brannte es in einem Raum in der ersten Etage. Die Feuerwehr konnte den Brand zügig löschen. Dennoch brannte das Zimmer vollständig aus.

Am Vorabend hatten sich etwa zwei Dutzend Neonazis in der Stadt an der Elbe zusammengerottet. Sie versammelten sich zu einer Demonstration auf einer Eisenbahnbrücke, um gegen eine angebliche Gefährdung durch steigende Ausländerkriminalität zu protestieren. Die Aktion wurde von der unter dem Einfluss von Rechtsextremisten stehenden Organisation “Initiative Heimatschutz” gestartet.

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Astronomen finden Planet mit Kometenschweif

Es sieht aus wie ein Komet, ist aber ein Exoplanet – Gliese 436b (Illustration) © Ehrenreich, Bourrier/ Universität Genf, Gracia Berná/ Universität Bern
Ein Schweif wie ein Komet: Astronomen haben erstmals einen Exoplaneten beobachtet, der einen gewaltige Wolke aus Wasserstoffgas hinter sich her zieht. Sie entsteht, weil die harte Strahlung des nahen Sterns Atome aus der Gashülle des Planeten Gliese 436b wegreißt. Diese Entdeckung stützt die Theorie, nach der auch manche Gesteinsplaneten früher eine dichte Gashülle besaßen, berichten die Forscher im Fachmagazin “Nature”.


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Der Exoplanet Gliese 436b gehört zu den heißen Neptunen: Er ist etwa genauso groß wie sein Namensvetter im Sonnensystem, aber statt eisiger Kälte herrschen auf ihm Temperaturen von rund 800 Kelvin, wie Messungen ergaben. Der Grund dafür ist simpel: Gliese 436b kreist in einer Umlaufbahn, die seinem Stern extrem nahe ist. Er streift während seines nur 2,64 Tage langen Umlaufs sogar die Hülle dieses kühlen Roten Zwergs.

Tausend Tonnen Gas pro Sekunde

Dass das nicht ohne Folgen bleibt, haben nun David Ehrenreich vom Observatorium der Universität Genf und seine Kollegen festgestellt. Als sie mit Hilfe des Hubbble-Weltraumteleskops das UV-Lichtspektrum von Stern und Exoplanet genauer analysierten, fanden sie Überraschendes: Der Planet zieht eine gewaltige Wolke aus Wasserstoffatomen hinter sich her. Wandert Gliese 436b vor seiner Sonne vorbei, bedeckt dieser Schweif 56 Prozent der sichtbaren Sternenoberfläche.

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Älteste Schildkröte der Welt in Deutschland entdeckt

So könnte die Ur-Schildkröte Pappochelys vor 240 Millionen Jahren ausgesehen haben © SMNS/ R. Schoch
Sensationsfund in Baden-Württemberg: Bei Grabungen nahe Vellberg haben Paläontologen das Fossil einer 240 Millionen Jahre alten Ur-Schildkröte entdeckt. Das Tier besaß noch keinen vollständigen Panzer, seine Rippen waren aber schon verbreitert. Der neue Fund bildet damit ein perfektes Bindeglied zwischen den frühen Echsen und den Schildkröten, es ist ein echtes Missing Link, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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Heutige Schildkröten sind klar an ihrem typischen Panzer zu erkennen: Die Rippen von Brust und Rücken sind zu zwei starren Platten verschmolzen, die den Körper des Reptils komplett bedecken. Doch wann dieser Panzer entstand und aus welchen Reptilien sich die Schildkröten entwickelten, war lange strittig – auch weil es nur wenige Fossilien von möglichen Übergangsformen gab. Meist vermutete man den Schildkröten-Urahn unter primitiven Reptilien, den sogenannten Anapsiden. Diese trugen im Gegensatz zu Krokodilen oder Schlangen in ihrem Schädel keine zusätzlichen Öffnungen hinter den Augen.

Unvollständiger Panzer und zwei Schädelfenster

Der neue Fund wirft nun ein anderes Licht auf die Wurzeln der Schildkröten. Denn in Vellberg ausgegrabenen Fossilien gehören einer 240 Millionen Jahre alten Ur-Schildkröte, deren Panzer noch nicht vollständig geschlossen war – und deren Schädel gut erhalten ist. “So ein herausragendes Fossil findet man, wenn überhaupt, nur einmal im Leben”, sagt Rainer Schoch vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. “Das geologische Alter der Ur-Schildkröte passt genau in die zeitliche Lücke, in der man solche Übergangsformen erwartet hatte.”

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Bizarr: Urzeitwesen Hallucigenia rekonstruiert

Stachelwurm mit Zahnkranz: Forscher haben endlich herausgefunden, wie der Kopf des bizarren Urzeitwesens Hallucigenia aussah. Es hatte nicht nur einen ganzen Ring aus spitzen Zähnen im Maul, auch im Rachen trug es nadelspitze Zähnchenreihen. Damit besaß dieser vor rund 500 Millionen Jahren lebende Urahn der Insekten schon ein verblüffend komplexes Arsenal von Mundwerkzeugen, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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Als man die ersten Fossilien von Hallucigenia in der Burgess Shale Formation in Kanada entdeckte, gab das bizarre Wesen Rätsel auf. Der bis zu fünf Zentimeter lange Körper war wurmähnlich, oben und unten gingen lange Fortsätze von ihm aus. “Vor unserer Studie war sogar unklar, welches Ende dieses Tieres vorne ist und welches hinten”, erklärt Erstautor Martin Smith von der University of Cambridge.

“Kopf” entpuppt sich als Hinterende

An einem Ende einiger Hallucigenia-Relikte fand man zwar eine ballonartige Erweiterung, die man zunächst für ihren Kopf hielt. Aber Näheres war nicht zu erkennen – bis jetzt. Smith und seine Kollegen haben nun 165 Fossilien dieses Urzeitwesens systematisch mit Hilfe der Elektronenmikroskopie untersucht. Dabei gelang es ihnen erstmals, den Kopf von Hallucigenia sichtbar zu machen und zu rekonstruieren.

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DARPA: We Are Engineering the Organisms That Will Terraform Mars

erraformed Mars, artist's conception. Image: Daein Ballard/Wikimedia Commons
Terraformed Mars, artist’s conception. Image: Daein Ballard/Wikimedia Commons
It’s no secret that the Defense Advanced Research Projects Agency is investing heavily in genetic engineering and synthetic biology. Whether that excites or terrifies you depends on how you feel about the military engineering totally new life forms. If you’re in the excitement camp, however, here’s a nugget for you: DARPA believes that it’s on the way to creating organisms capable of terraforming Mars into a planet that looks more like Earth.


By Jason Koebler|MOTHERBOARD

The goal of terraforming Mars would be to warm up and potentially thicken its atmosphere by growing green, photosynthesizing plants, bacteria, and algae on the barren Martian surface. It’s a goal that even perpetual techno-optimists like Elon Musk think isn’t going to happen anytime soon, but it’s a goal that DARPA apparently already has its eyes on.

“For the first time, we have the technological toolkit to transform not just hostile places here on Earth, but to go into space not just to visit, but to stay,” Alicia Jackson, deputy director of DARPA’s new Biological Technologies Office said Monday at a DARPA-hosted biotech conference. As she said this, Jackson was pointing at an artist’s rendering of a terraformed Mars.

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MIT Physicist Proposes New “Meaning of Life”

MIT physicist Jeremy England claims that life may not be so mysterious after all, despite the fact it is apparently derived from non-living matter. In a new paper, England explains how simple physical laws make complex life more likely than not.


By Orion Jones|BigThink

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Fluoreszenz-mikroskopische Aufnahme eines Multi-Spezies-Biofilms auf rostfreiem Stahl (Public domain)

In other words, it would be more surprising to find no life in the universe than a buzzing place like planet Earth.

What does all matter—rocks, plants, animals, and humans—have in common? We all absorb and dissipate energy. While a rock absorbs a small amount of energy before releasing what it doesn’t use back into the universe, life takes in more energy and releases less. This makes life better at redistributing energy, and the process of converting and dissipating energy is simply a fundamental characteristic of the universe.

According to England, the second law of thermodynamics gives life its meaning. The law states that entropy, i.e. decay, will continuously increase. Imagine a hot cup of coffee sitting at room temperature. Eventually, the cup of coffee will reach room temperature and stay there: its energy will have dissipated. Now imagine molecules swimming in a warm primordial ocean. England claims that matter will slowly but inevitably reorganize itself into forms that better dissipate the warm oceanic energy.

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Der “grüne” Papst

Der Seelenfänger aus dem Vatikan hat es schon wieder fertiggebracht, fast die halbe Welt über seine neue Enzyklika jubeln zu lassen. Sein päpstliches Rundschreiben zur Ökologie “Laudato si” mache den Weißgewandeten geradezu zum “Grünen Papst”, zum Vorreiter der Naturschutzbewegung, frohlocken große Teile der Medien.


Von Hubertus Mynarek|hpd.de

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In gewisser Weise den Vogel schießt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ab. Als ob sie noch nie von den jahrzehntelangen gewaltigen Anstrengungen, Ideen und Aktionen der verschiedenen Umweltverbände gehört hätte und die Tatsache übersehend, dass kein einziger Gedanke in dieser Ökologie-Enzyklika des Papstes wirklich neu ist, erklärt die Ministerin in fast schon grenzenloser Einfalt, dass “die klare Sprache dieser Enzyklika und die Tiefe der Gedanken Anstöße bieten, die weit über die katholische Welt hinaus Wirkung entfalten werden.”

Die Grünen der ersten Stunde – die Gruhls, Kellys, Bahros usw.- müssen sich geradezu im Grab umdrehen, denn zunächst wurden sie jahrzehntelang, auch von offiziellen Vertretern der Kirche, verächtlich gemacht, beschimpft, verunglimpft, zu Exoten und Narren erklärt.

Auch Papst Franziskus bildete da keine Ausnahme. Noch in seinem ersten päpstlichen Rundschreiben “Evangelii gaudium” und in einigen Interviews machte er sich lustig über Umweltschützer, die in ihrer Begeisterung für die Natur “Bäume anbeten oder Gott in einem Baum sehen”. Er verspottete “das spirituelle Bad”, das Ökologen “im Kosmos” nähmen. Aber auch ganz seriös theologisch verwies der Papst zum Zeichen seiner Linientreue auf einen seinen päpstlichen Vorgänger, den Wojtyla-Papst Johannes Paul II., den er ja inzwischen auch heiliggesprochen hat und der die unverrückbare Linie der Amtskirche im Hinblick auf Tier- und Pflanzenwelt offiziell markiert. Wojtylas Dekretierungen bezüglich unseres Verhältnisses zur außermenschlichen Natur sind eine Katastrophe, das Dokument einer überaus verengten, arroganten Anthropozentrik, und der neue Papst hatte sich in all seinen bisherigen theologischen Publikationen nie davon distanziert.

“Tiere, Pflanzen und leblose Wesen”, verkündet der Wojtyla-Papst in seinem zur verbindlich-offiziellen Lehre der Kirche gehörenden Katechismus der Katholischen Kirche, “sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt … Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt”, den er allein und exklusiv nach seinem Bild geschaffen habe. “Somit darf man sich”, dekretiert der Katechismus weiter, “der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen”.

Schlachthäuser und Textil- wie Pelzindustrie konnten dem Papst dankbar sein! Man darf die Tiere der Papstdoktrin zufolge auch “zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen”. Auch Tierversuche erlaubt der Katechismus großzügig: “Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig”.

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Das Ozonloch am Südpol schließt sich langsam 10:02 Uhr

Das Verbot wirkt, der Ozonverlust über der Antarktis wird geringer. Doch nun wächst die Gefahr für Ozonlöcher im Norden, auch über Europa.


Von Roland Knauer|DER TAGESSPIEGEL

Verlust. Die Abbildung zeigt das Ozonloch über der Antarktis im September 2014. Blau steht für großen, Rot für geringen Ozonverlust. – Abb.: Nasa

Das Ozonloch beherrschte jahrelang die Schlagzeilen. Jeweils im Frühjahr auf der Südhalbkugel reißt es über dem Pol auf und lässt vermehrt schädliche UV-Strahlung hindurch. Diese wird für eine gehäufte Anzahl von Hautkrebserkrankungen etwa in Australien verantwortlich gemacht; womöglich besteht auch ein Zusammenhang mit einer Trübung der Augenlinse (Grauer Star). Doch nun deuten erste Indizien auf eine Wende hin, das Ozonloch in der Stratosphäre schließt sich anscheinend langsam. Die Weichen dafür wurden vor 25 Jahren, am 29. Juni 1990, in London gestellt. 196 Länder und die Europäische Union hatten beschlossen, bis zum Jahr 2000 praktisch keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mehr herzustellen. Damit verschärften sie das „Protokoll von Montreal“, in dem sie 1987 eine Halbierung der Produktion von FCKW bis 1999 festgelegt hatten. Bis heute wird dieses Herstellungsverbot weltweit respektiert. Erste Erfolge zeigen sich, gleichzeitig tauchen aber auch neue Ozon-Probleme in der Stratosphäre auf.

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Niedersachsen: Pestizide im Grundwasser nachgewiesen

Spritzen von Pestiziden – in der konventionellen Landwirtschaft ist das Alltag © thinkstock
Ziemlich kontaminiert: In vielen Teilen Niedersachsens ist das Grundwasser mit Rückständen von Pestiziden belastet. Teilweise liegen die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln über den Grenzwerten, wie das NDR-Magazin Panorama 3 berichtet. Die Werte gehen auf eine Studie eines Niedersächsischen Landesamtes zurück. Auch dort sieht man die Ergebnisse offenbar mit Sorge.


scinexx

Der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat einen hohen Preis. Zum einen finden sich die teilweise giftigen Rückstände dieser Mittel inzwischen sogar im Hochgebirge, in vielen Gewässern weltweit und sogar im eigenen Garten. Zum anderen mehren sich die Hinweise darauf, dass Pestizide selbst in geringen Dosen unsere Fruchtbarkeit senken, krebserregend wirken und Autismus fördern könnten.

45 Prozent der Messstellen kontaminiert

Wie hoch die Belastung des Grundwassers mit Pestiziden ist, hat das Niedersächsische Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einer Studie untersucht. Das Ergebnis: An 45 Prozent der Grundwassermessstellen in Niedersachsen wurden Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. An zehn Messstellen wurden die zulässigen Grenzwerte für solche Wirkstoffe sogar überschritten.

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How Would the World’s Religions Respond to the Singularity?

Leshan Sights (BUDDHA/BUDDHISM/CHENGDU/SICHUAN/CHINA) Bild:  Chi King CC BY 2.0
Leshan Sights (BUDDHA/BUDDHISM/CHENGDU/SICHUAN/CHINA) Bild:
Chi King CC BY 2.0
The concept of the Singularity—the point when machines become so intelligent that humanity can no longer keep up—has captivated many technologists and futurists in Silicon Valley and beyond. The Singularity is so hotly anticipated by these believers that conservative commentator Wesley Smith described it as the “materialist version of the Rapture,” where man abandons his body through technology to become immortal. But if this techno equivalent of the Second Coming did occur, how would the world’s religions react?


By Christopher Hutton|MOTHERBOARD

Not every Singulatarian agrees on what the exact consequences of the Singularity will be. Some suspect that it could create a sentient artificial intelligence that’s smarter than a human. Others suggest that it will allow humans to implant a small computer in the brain that will give them access to infinite knowledge. Some believe that it will be the point where humans figure out how to transfer a mind into the computer.

The Catholic Church has issued an official declaration about the Singularity and transhumanism, which is the idea of using technology to achieve the next state of human evolution. In the declaration, the XVIII International Science and Life Congress stated that the movement’s tendency to emphasize non-human forms of life has the side effect of devaluing human life in itself. However, most religions haven’t taken time to officially deal with the potential existence of the Singularity. As a religion journalist, I believe it’s possible to predict how the leaders of the major world faiths might react to the Singularity based on relevant doctrine.

The Abrahamic religions and the Singularity

The groups most resistant to the idea of the Singularity would likely be the Abrahamic faiths: Christianity, Judaism, and Islam.

All of these faiths hold to the idea of an immutable soul; that human beings are unique creatures created by God, that God or Allah has a special place for man in the created world, and that the human soul and body are intertwined.

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