Creationism Invades Europe

A sculptor's rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
A sculptor’s rendering of the hominid Australopithecus afarensis. Credit: DAVE EINSEL Getty Images
An antiscience movement once limited mostly to the U.S. is gaining ground on the eastern side of the Atlantic
 

By Stefaan Blancke, Peter C. Kjærgaard | Scientific American

“This is outrageous!” Red-faced and visibly agitated, the 60-something was darting toward a hyperrealistic silicone reconstruction of Lucy, the world-famous, 3.2-million-year-old Australopithecus afarensis. After a highly confused couple of minutes it emerged that the man was operating within a 6,000-year biblical time frame. But he did not object to the evolutionary age of Lucy. He objected to her nakedness. “You have to cover her up! It’s almost as bad as going to the beach!”

Lucy is one of the star attractions on the Evolution Stairs in the central hall at Moesgaard Museum in Denmark. The new attraction had just opened, boosting annual visitor numbers from tens of thousands at the museum to a whopping 500,000 in the first year. Great care had been taken in giving the scientific reconstructions individual expressions, making them stand out as persons, not just distant evolutionary relatives.

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Wie verstehen Kinder die Evolutionsgeschichte?

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter
Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Dissertation der Uni Bremen untersucht Zugänge von Grundschulkindern zu Darwins Abstammungslehre

Angelika Rockel | Pressestelle Universität Bremen

Nach Charles Darwin bleibt die absolute Zahl der Tiere und Pflanzen einer Art stabil, weil nicht alle Nachkommen überleben. Zwischen den einzelnen Individuen entbrennt vielmehr ein Kampf ums Dasein – die Selektionstheorie. Sie bildet die Grundlage für das Verständnis vieler biologischer Themen. Entwicklungspsychologische Studien legen nahe, dass bereits junge Kinder mit naturwissenschaftlichen Erklärungen vertraut sind. Dennoch werden wichtige Aspekte der Evolutionsbiologie meist erst am Ende des Mittleren Bildungsabschlusses gelehrt. Mit diesem Thema beschäftigte sich an der Universität Bremen die Sozialwissenschaftlerin Dr. Judith Werther in ihrer Dissertation „Evolutionstheorie und naturwissenschaftliche Grundbildung. Präkonzepte von Kindern zur Anpassung von Lebewesen unter Berücksichtigung des Naturzugangs“. Die Arbeit wurde von den beiden Uni-Professorinnen Brunhilde Marquardt-Mau und Doris Elster betreut.

In ihrer Studie untersucht Judith Werther, welche Konzepte Kinder in der Primarstufe zur Theorie der Anpassung haben. Dabei spielt insbesondere die Frage eine Rolle, inwieweit der Naturzugang der Kinder, Naturerfahrungen, soziale Kontakte, naturwissenschaftlich orientierte Medien und Lernorte einen Einfluss auf das evolutionsbiologische Verständnis hat. Dafür befragte die Wissenschaftlerin 112 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren an zwei Bremer Grundschulen. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits Primarschulkinder evolutionsbiologisch argumentieren können. Eine Unterscheidung zwischen Populations- und Individualebene, die zeitliche Einschätzung von Anpassung sowie die Vorstellung zufälliger Prozesse liegen nicht im alltäglichen Erfahrungsbereich der Kinder, so dass diese Prozesse nur bedingt nachvollzogen werden konnten. Grundsätzlich stellt die Autorin fest, dass die Kinder bei erlebbaren Aspekten von Anpassung eine höhere wissenschaftliche Verständnisstufe erreichen als bei nicht erlebbaren Aspekten.

Das Ausmaß des evolutionsbiologischen Verständnisses variiert mit der jeweiligen sozialen Lage der Kinder. Demnach sind Kinder in benachteiligter sozialer Lage stärker medienorientiert, ziehen häufiger schulische und außerschulische Lernorte als Naturzugänge heran und haben ein geringeres evolutionsbiologisches Verständnis. Dagegen beziehen sich die Kinder in begünstigten sozialen Lagen häufiger auf soziale Interaktionen und Printmedien, können auf ein ausgeprägteres Ausmaß an Naturerfahrungen zurückgreifen und verfügen über ein höheres evolutionsbiologisches Verständnis. Dennoch stellt Judith Werther in ihrer Arbeit fest, dass Naturerfahrungen das evolutionsbiologische Verständnis unabhängig von der sozialen Lage am stärksten prägen. Erst als zweithöchste Nennung tragen Medien zum Evolutionsverständnis bei. Die Aspekte soziale Kontakte, schulische sowie außerschulische Lernorte spielen nur eine marginale Rolle.

Aus den Ergebnissen entwickelt die Wissenschaftlerin Empfehlungen für den schulischen Unterricht: Naturerfahrungen im Rahmen des Forschenden Lernens ermöglichen, bereits in der Primarstufe die Kinder an das Thema heranführen, an bestehende Ideen der Kinder anknüpfen, die soziale Lage der Kinder berücksichtigen, das evolutionsbiologische Konzept der Anpassung im Unterricht veranschaulichen, unwissenschaftliche Denkfiguren bewusst machen und mit wissenschaftlichen Ansätzen vergleichen, auf Naturzugänge der Kinder aufbauen. Weitere Informationen zur Dissertation sind online einsehbar http://www.klinkhardt.de/verlagsprogramm/2103.html

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle können Sie unter der E-Mail presse@uni-bremen.de ein Foto von Dr. Judith Werther anfordern.

Weitere Informationen

Universität Bremen
Dr. Judith Werther
Tel.: 0176/ 721 90 808
E-Mail: werther@uni-bremen.de

Winfried Kretschmann: Dodo des Monats August 2016

Dodo des Monats August 2016 ©HFR
Dodo des Monats August 2016 ©HFR

kretschmann150Winfried Kretschmann vollzieht praktisch, in schöner Regelmäßigkeit, seinen Tourismus zum Vizegott nach Rom. So wie früher die Staats-und Regierungschefs nach Moskau in den Kreml tingelten, ist heute Rom die bevorzugte Destination deutscher Politiker. Deutlich wird, Thron und Altar kungelten in der Vergangenheit die Schweinerein für die Untertanen aus. Der Thron wurde abgelöst durch den Habitus des Politikers. Heute versichern sich beide Seiten, der geschäftlichen Interessenlage zum beiderseitigen Vorteil. Der Staat schanzt den Pfaffen Steuergelder zu, insbesondere durch den in der Exekutive vorhandenen Gotteswahn und die Pfaffen bemühen sich die Untertanen, heute „Staatsbürger“ mit gesellschaftlicher Teilhabe mittels moralisierenden Zeigefinger bei der Fahne zu halten. Klappt nicht mehr so richtig. Das Kirchenvolk reduziert sich, die Bedeutung der Kirchen wird künstlich durch Politiker wie Kretschmann aufrechterhalten. Kretschmann selbst sitzt diesen Widerspruch aus, auch wenn er die Perfektion von Helmut Kohl, Probleme aussitzen zu können, weit verfehlt.

Tourismus zur römischen Spukgestalt, um mit dem absolutistischen Kirchenfürsten über „intelligentes“ Wirtschaftswachstum zu reden. Zwei Männer, die an sprechende Schlangen, Jungfraugeburt und Wiederauferstehung glauben kann man nicht als intelligent bezeichnen. Ein Wunder ist, dass solche Zeitgenossen die Errungenschaften moderner Medizin nutzen, statt die Rituale ihres Geisterbuches zu beschwören. Aber gut, Gottes begrenzte Schöpfung, die, nimmt man die Bücher nahöstlicher Mythologie, einst einen Kreis von rund 1.000km umfasste. Alles in der Mythologie beschriebene ereignete sich innerhalb dieses Kreises, Jerusalem wäre ein Punkt der westlichen Tangente dieses Kreises. Dort soll die Wirkmächtigkeit einer göttlichen Entität gegeben gewesen sein. Schönes Märchen.

Die begrenzte Schöpfung mag kein unbegrenztes Wirtschaftswachstum, weil die Ressourcen begrenzt sind, egal wie blöd oder auch intelligent man sein will. Es kommt der Punkt an dem Schluss ist. Der Theologe Traugott Holtz meinte dazu, “ immer dann, wenn die Wunder Gottes am Größten waren, war es die menschliche Dummheit auch.“

Demokratisch legitimierte Politik sollte sich nicht mit undemokratischen Gemeinwesen abgeben. Zumal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und der EU durch den Papst nicht anerkannt worden sind. Solange die Gleichberechtigung von Frauen verhindert wird, Homosexuelle, Transgender diskriminiert werden, Schwangerschaftsabbrüche mit Exkommunikation bestraft werden, Kondome mit zweifelhaften Begründungen verteufelt wurden und die Missbrauchsskandale, nach Jahren der Vertuschung, des Hinauszögerns immer noch einer umfassenden Auflärung harren, solange ist ein Gespräch auf Augenhöhe, auch mit dem Papst, nicht möglich. Die sogenannte „Umwelt-Enzyklika «Laudato si»“ ist eben mehr als nur Umwelt, es geht auch um Schwangerschaften, Abbrüche. Wissenschaft hat sich hier als Steigbügelhalter reaktionärer Weltsichten vereinnahmen lassen.
Glaubt man den Informationen steht die Anerkennung der Pius-Bruderschaft durch den Papst ins Haus. Theologe Schockenhoff nannte die Bruderschaft einen „rechtsradikalen Sumpf.“ Diese Pfaffenbande lehnt die religiöse Neutralität des Staates ab, die Todesstrafe solle wieder eingeführt werden, das Parteiensystem sei abzuschaffen und durch christliche Männer zu ersetzen. Eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz.
Wer mit dem Papst küngelt kommt mit katholischem Extremismus in Berührung. Den Grünen Kretschmann ficht das nicht an.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Richard Dawkins: „Jede Nacht werde ich vorübergehend geisteskrank“

Auch mit 75 Jahren ist Richard Dawkins keineswegs milde geworden. Auf Gegner wissenschaftlichen Fortschritts reagiert er „leidenschaftlich sauer“. © Don Arnold/Getty Images
Richard Dawkins ist der bekannteste Atheist unserer Zeit. Kürzlich erlitt der Evolutionsbiologe einen Schlaganfall. Ein Gespräch über die Launen der Natur, tierische Krawatten und den Sinn des Lebens.

Interview: Malte Herwig | stern.de

Professor Dawkins, Sie hatten vor Wochen einen Schlaganfall. Wie hat der sich auf Ihr Leben ausgewirkt?

Ich weine häufiger als sonst. Musik von Schubert oder Lyrik haben mich schon immer zu Tränen gerührt. Aber seit dem Schlaganfall ist es schlimmer geworden. Ich habe gerade erst eine Einladung zu einem Lyrik-Festival abgesagt, weil ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf der Bühne geweint hätte.

Als die Zeitungen von Ihrem Schlaganfall berichteten, rief die Anglikanische Kirche auf Twitter unter dem Hashtag #prayfordawkins dazu auf, für Sie zu beten. Hat Sie das berührt?

Es war sicher nett gemeint. Ich hoffe nur, sie haben nicht auch noch eine Ziege geopfert, denn das würde mich wirklich aufregen.

Sie verfechten den Atheismus so leidenschaftlich, als wäre er ein Glaube.

Wie kann man sich nicht leidenschaftlich für Vernunft und Logik einsetzen, wenn andere ihre Zeit mit Beten vergeuden oder damit, die Finger zu kreuzen, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft? Dieser ganze Aberglaube ist sinnlose Zeitverschwendung, er hindert die Menschen daran, die Schönheit der Wirklichkeit anzuerkennen, wie man sie naturwissenschaftlich und rational erfassen kann.*

(*Richard Dawkins: „Die Poesie der Naturwissenschaften“, Ullstein)

Viele Menschen suchen im Glauben Trost, nicht Erkenntnis.

Aber warum dieser Aberglauben gerade jetzt – in einem Jahrhundert, in dem wir schon so viel über das Leben, die Erde und das Universum wissen und auf der Schwelle zu neuen bahnbrechenden Erkenntnissen stehen? Das ist so eine großartige Aussicht, dass mich die Leidenschaft packt und ich leidenschaftlich sauer werde auf diejenigen, die dem Wissensfortschritt systematisch Steine in den Weg legen.

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Richard Dawkins: The Rational Revolutionary

dawkinsIn the 1960s and 70s, a revolution took place in the way we understand human nature. Out went Marx and Freud, and in came a rational, scientific approach to the way we see ourselves. At the vanguard of that revolution was Richard Dawkins, the evolutionary biologist whose book ‚The Selfish Gene‘ changed the thinking not just of other scientists but of all of us, and propelled its author to intellectual stardom as the modern heir to Darwin.

By Intelligence Squared

To mark the 40th anniversary of ‚The Selfish Gene‘ and Dawkins’ 75th birthday, Intelligence Squared staged a global event, bringing together luminaries from the worlds of science, philosophy and culture to engage with Dawkins about his life and work. Steven Pinker, celebrated cognitive scientist, and Daniel Dennett, philosopher and fellow ‘New Atheist’, were beamed in live from America. On-stage guests included the illusionist Derren Brown, an avowed fan of Dawkins’ theories about the workings of the mind, the science writer Susan Blackmore, who has further developed some of Dawkins’ important ideas, and the acclaimed novelist and playwright Michael Frayn.

It was Dawkins’ understanding of the gene as the fundamental unit of natural selection that captured the popular imagination. It was Dawkins, too, who invented the word ‘meme’ to describe the cultural equivalent of a gene – an idea, belief or practice that replicates itself from person to person and is subject to the same selective pressures as genes – whether it’s an age-old religious practice or a modern fad such as the ice bucket challenge.

And on the subject of religion, the publication of ‚The God Delusion‘ a decade ago marked the moment when Dawkins became the patron saint of atheism. The book turned him into the world’s leading controversialist – hero-worshipped by atheists, demonised by believers. But throughout the hubbub of being the celebrity scientist and the non-believers’ poster boy, Dawkins continued his scientific studies at New College, Oxford, and in obscure corners across the world – where he honed the art of observing and writing beautifully about nature, conveying his sense of wonder at how organisms developed their complexity over the ages.

Kurzweiliger Blick in die Naturgeschichte

Schön und komplex: Die Feder ist ein Wunderwerk (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)
Der amerikanische Biologe Thor Hanson hat ein wunderbares Buch über Federn geschrieben. Es besticht nicht nur durch Inhalt und Kenntnisreichtum, sondern auch durch seine Aufmachung.

Von Susanne Billig | Deutschlandradio Kultur

„Wann immer ich der Schwanzfeder eines Pfaus ansichtig werde“, gestand der Übervater der Evolutionsforschung Charles Darwin, „macht mich das ganz krank!“ In seinem Buch „Federn“ listet der amerikanische Biologe Thor Hanson die Fragen auf, die Darwin schier verzweifeln ließen: Auf welche Weise haben sich Federn im Laufe der Naturgeschichte entwickelt? Gab es etwas Ähnliches schon bei den Dinosauriern? Und wenn Federn zum Fliegen gut sind – warum um alles in der Welt statten sich so viele männliche Vögel dann mit Schmuckfedern aus, die schon einen normalen Fußgang erheblich erschweren?

Ausflüge in die Kulturgeschichte

Alles das beantwortet Thor Hanson in seinem Buch – und noch viel mehr. Er unternimmt Ausflüge in die Kulturgeschichte, erzählt vom Handel mit Daunenfedern und dem Gebrauch des Vogelkleids als Zahnstocher, Staubwedel, Schreibfeder, Puderquaste oder Hut- und Körperschmuck.

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Richard Dawkins über die Unwahrscheinlichkeit Gottes

Bild: RDF
Wie entstand die Komplexität und Vielfalt des Lebens? Warum erweckt es den Anschein von Design? Auf diese und andere Fragen gibt Richard Dawkins Antworten.

Von Richard Dawkins | Richard Dawkins-Foundation

Vieles von dem, was Menschen tun, tun sie im Namen Gottes. Iren sprengen sich in seinem Namen gegenseitig in die Luft. Araber sprengen sich in seinem Namen selbst in die Luft. Imame und Ayatollahs unterdrücken in seinem Namen Frauen. Jüdische Schächter schneiden in seinem Namen lebenden Tieren die Kehle durch. Die religiösen Errungenschaften der Vergangenheit – blutige Kreuzzüge, folternde Inquisitionen, massenmordende Konquistadoren, Kultur-zerstörende Missionare, rechtlich durchgesetzter Widerstand gegen jedes neue Stück wissenschaftlicher Wahrheit bis zum letzten Augenblick – sind sogar noch beeindruckender. Und wozu war all das gut? Ich denke, es wird immer klarer, dass die Antwort lautet: Für absolut gar nichts. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass irgendein Gott jemals existiert hat und gute Gründe für die Annahme, dass Götter nicht existieren und nie existiert haben. Es war alles eine riesige Zeitverschwendung und eine riesige Verschwendung von Menschenleben. Es wäre ein Witz kosmischen Ausmaßes, wenn es nicht so tragisch wäre.

Warum glauben Menschen an Gott? Für die meisten Menschen ist der Grund noch immer eine Variante des alten Arguments vom Design. Wir sehen um uns herum die Schönheit und Komplexität der Welt – der aerodynamische Flügelschlag einer Schwalbe, die Zartheit der Blumen und der Schmetterlinge, die sie bestäuben; durch ein Mikroskop beobachten wir das Gewimmel des Lebens in jedem Tropfen und Tümpel Wasser, durch ein Teleskop machen wir die Baumkrone eines gigantischen Mammutbaums aus. Wir denken über die elektronische Komplexität und die optische Perfektion unserer Augen nach, mit denen wir das alles sehen. Haben wir auch nur die geringste Vorstellungskraft, löst all dies bei uns ein Empfinden der Ehrfurcht und der Andacht aus. Uns fällt die offenkundige Ähnlichkeit lebender Organe mit den sorgfältig geplanten Entwürfen menschlicher Ingenieure ins Auge.

Die Uhrmacher-Analogie des Priesters William Paley aus dem 18. Jahrhundert ist der berühmteste Ausdruck dieses Arguments für die Existenz Gottes. Selbst, wenn man nicht wüsste, was eine Uhr ist, müsste einen der offensichtliche Design-Charakter ihrer Zahnräder und Federn zu der Schlussfolgerung nötigen, „dass die Uhr einen Uhrmacher gehabt haben muss; dass es zu einer bestimmten Zeit an dem einen oder anderen Ort einen Handwerker oder mehrere Handwerker gegeben haben muss, dass der Macher die Uhr zu dem Zweck entwickelte, zu dem sie uns heute dient; dass er ihren Aufbau verstanden hat und dass er ihre Bestimmung festlegte.“ Falls dies schon auf eine simple Uhr zutrifft, wie viel wahrer muss es dann für das Auge, das Ohr, für die Lunge, für das Ellbogengelenk, für das Gehirn sein? Diese schönen, komplexen, verzwickten und offensichtlich zu einem Zweck gebauten Strukturen müssen ihren eigenen Designer, ihren eigenen Uhrmacher gehabt haben – Gott.

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Streit um „Spaghettimonster“-Kirche geht in nächste Runde

Screenshot: http://www.pastafari.eu/
Screenshot: http://www.pastafari.eu/
Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ kämpft weiter dafür, Schilder mit Hinweisen auf die „Nudelmesse“ aufstellen zu dürfen.
 

Berliner Morgenpost

Neue Volte im Streit um die Schilder der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“. Weil die Gemeinschaft gern – wie die anderen Kirchen – im Ort Templin Hinweisschilder auf ihre Messe aufstellen will, hat deren Vorsitzender Rüdiger Weida Strafanzeige und einen Strafantrag gestellt. Und er geht gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) in Berufung, wie der Sender „RBB“ berichtet.

Das hatte im April nämlich entschieden, es sei in Ordnung, dass der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen das Aufstellen der Schilder verbiete. Auf den Schildern wurde die „Nudelmesse“ angekündigt – samt Angabe, wann diese in Templin stattfinde. Es handelt sich also um genau solche Schilder, wie es sie für evangelische und katholische Gottesdienste auch gibt.

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„Schöne neue Welt?“: Frankfurter Zukunfts-Symposium 2016

Bild: RDF
Die Zukunft hat uns eingeholt. Maßstäbe, die gestern noch verbindlich waren, haben ihre Gültigkeit verloren. Ob wir wollen oder nicht: Leistungsfähige Elektronik, Gentechnik, Mikrochirurgie und die zunehmende Verschmelzung von Gehirn und Computer fordern das traditionelle Menschenbild heraus. Dieser Herausforderung stellt sich das „Frankfurter Zukunfts-Symposium“ (29.-30. Oktober 2016), das von der Goethe Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Giordano- Bruno-Stiftung und dem Ethikverband der deutschen Wirtschaft ausgerichtet wird.

Richard Dawkins-Foundation

Wie sieht es aus mit den Auswirkungen der Technik auf den Menschen? Perfektioniert sie ihn oder macht sie ihn ersetzbar? Und welche Rolle spielen ethische Argumente gegenüber wirtschaftlichen und politischen Interessen? Können uns traditionelle Ethiken bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen behilflich sein oder benötigen wir eine neue, postkonventionelle Ethik? Das im Turnus von zwei Jahren angesetzte „Frankfurter Zukunfts-Symposium“ soll unser Bewusstsein schärfen für intellektuelle Modelle und Strategien, die uns befähigen, Schritt zu halten mit der sich immer weiter verselbstständigenden Entwicklung autonomer technischer Systeme und Hilfsmittel für das menschliche Leben.

Folgende Referenten werden am Symposium teilnehmen:

Prof. Dr. Dieter Birnbacher
Prof. Dr. Michael Braungart
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün
Dr. Dr. Michel Friedman
Ingrid Häußler
Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf
Mathias Horx
Dr. Irina Kummert
Prof. Dr. Reinhard Merkel
Prof. Dr. Thomas Metzinger
Dr. Michael Schmidt-Salomon
Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner
Prof. Dr. Franz Josef Wetz
Prof. Dr. Christiane Woopen

Moderation: Thomas Forwe, Michel Friedman, Gert Scobel

Das Programm des Frankfurter Zukunfts-Symposiums umfasst drei Themenblöcke: 1. Apokalypse No! – Die offene Zukunft und ihre Feinde, 2. Virtuelle Realitäten und intelligente Roboter: Gefahren und Chancen der Digitalisierung, 3. Die Würde des Menschen ist … ungeklärt: Bio-Technologie und ihre Konsequenzen. Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie hier!

Das Frankfurter Zukunfts-Symposium vom 29. bis 30. Oktober 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Campus Westend (Hörsaal HZ 5, Theodor-W-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt) beginnt am Samstag um 9:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, für die Teilnahme am Kongress ist eine vorausgehende Anmeldung (über dieses Webformular) allerdings unbedingt erforderlich! Weitere Informationen (Programm, Anmeldung, Hotelempfehlungen) gibt es auf der Website zum Kongress: www.zukunftssymposium.de

Hier geht’s zum Originalartikel…

RDF Talk – Interview mit Uwe Lehnert

Warum ich kein Christ sein willProf. Uwe Lehnert ist emeritierter Universitätsprofessor, hat ein naturwissenschaftliches, technisches und erziehungswissenschaftliches Studium absolviert und war bis 2002 an der Freien Universität Berlin Lehrstuhlinhaber für Bildungsinformatik und Bildungsorganisation im Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie.

Von Richard Dawkins-Foundation

Uwe Lehnert ist Autor auf dem Gebiet der Bildungsinformatik und befasste sich nachberuflich mit Religionskritik. Sein religions- und kirchenkritisches  Buch »Warum ich kein Christ sein will« – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung erschien 2015 in 6. Auflage.

RDF: Herr Lehnert, wurden Sie in ihrer Kindheit von einem stark religiösen Umfeld oder eher von einer orientiert indoktrinierten »Lightfassung« beeinflusst?

Uwe Lehert: Mein Vater war zeitlebens ein sehr kirchenkritisch eingestellter Mensch, meine Mutter war Katholikin, aber eher liberal in ihren Auffassungen, wenn der Begriff »liberal« im Zusammenhang mit »katholisch« überhaupt sinnvoll erscheint. Ich habe während der Schulzeit immer am Religionsunterricht teilgenommen, man konnte sich im Nachkriegsdeutschland dem ja kaum entziehen. Aber den sonntäglichen Kirchgang gab es in unserer Familie nicht. Allerdings wurde ich auf heftiges Drängen einer der Großmütter mit 14 Jahren zusammen mit meinen drei anderen Geschwistern evangelisch getauft. Meine Konfirmation folgte dann drei Jahre später.

Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war es ein längerer Prozess, der Sie von einer religiösen hin zur naturalistischen Weltsicht führte?

Ein Schlüsselerlebnis, das schlagartig alles geändert hätte, hatte ich nicht. Aber eine skeptische Grundhaltung lag schon recht früh vor. Sie wurde im Konfirmandenunterricht verstärkt, als ich dem Pfarrer widersprach. Er meinte, dass Jesus ein unendlich großes Opfer für uns gebracht hat, weil er sich für uns am Kreuz töten ließ. Als ich daraufhin meinte, dass das Opfer so groß auch nicht wäre, weil er doch wusste, bald wieder aufzuerstehen, wurde ich so niedergeschrien, dass ich lange Zeit nicht mehr wagte, irgendetwas zu fragen, geschweige denn zu widersprechen. Ein zweiter Vorfall löste noch größere Vorbehalte gegen die christliche Lehre und Kirche aus, als ich einem Pfarrer im Religionsunterricht der Oberstufe vorhielt, dass er nur behaupten könne, dass es Gott gäbe und dass Jesus Gottes Sohn sei. Daran könnte ich jedenfalls nicht glauben. Daraufhin bekam ich eine solche Ohrfeige, dass ich in die Schulbank flog. Später allerdings entschuldigte er sich dafür und »belohnte« mich mit einer Eins in Religion wegen meines Mutes, wie er meinte.

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Kasseler Ortsgruppe der GBS übernimmt Kirchenaustrittsgebühr

ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus
ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus
Sie werben für die Gottlosigkeit und wollen nun zunächst für zehn Kirchenmitglieder deren Austrittsgebühr übernehmen: Die Kasseler Ortsgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung.

Von Bastian Ludwig | HNA

Am morgigen Samstag präsentiert sie sich ab 11 Uhr an einem Infostand auf dem Friedrichsplatz. Der Zusammenschluss von Atheisten, Religionskritikern und Naturalisten glaubt, dass viele Menschen aus reiner Faulheit der Kirche nicht den Rücken kehren.

Ein wirtschaftlicher Anreiz sei die Übernahme der 25 Euro Verwaltungsgebühr für den Austritt nicht, gibt Christian Hachmann von der Giordano-Bruno-Stiftung aus Kassel zu. Mit der Aktion wollten er und seine Mitstreiter dennoch Menschen dazu ermuntern, den Schritt zu gehen. „Viele sind seit ihrer Geburt in der Kirche und vermutlich nur aus reiner Trägheit nicht ausgetreten“, sagt Hachmann.

Zwar verlören die Kirchen auch ohne das Zutun der Stiftung Mitglieder, aber der Prozess könne beschleunigt werden. Besonders die Taufen seien kritisch zu werten. „Eltern würden für ihr Kind auch niemals eine Parteimitgliedschaft abschließen, bevor es sich dazu äußern kann“, sagt Hachmann. Seine Stiftung – die Evolution und Schöpfungsglauben für unvereinbar hält – könne eine Ersatzgemeinde für die Ungläubigen sein.

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Christian conservatives want to regulate sex — and deny it to the poor

Unhappy couple in bed — Shutterstock
Sexual intimacy and pleasure are some of humanity’s most cherished experiences. The so-called “best things in life” include natural beauty, fine dining, the arts, thrilling adventures, creative pursuits and community service. But love and orgasms are among the few peak experiences that are equally available to rich and poor, equally sweet to those whose lives are going according to plan and to many whose dreams are in pieces.

By Valerie Tarico | Alternet/RawStory

Religious conservatives think that these treasured dimensions of the human experience should be available to only a privileged few people whose lives fit their model: male-dominated, monogamous, heterosexual pairs who have pledged love and contractual marriage for life. Some true believers—especially those in thrall to the Protestant Quiverfull Movement or the Vatican—would further limit sexual privileges even within hetero state-licensed, church-sanctified marriages to only couples who are open to intimacy producing a pregnancy and a child. Take your pick: it’s either reproductive roulette or no sex—although you might be able to game God by tracking female fertility and then bumping like bunnies during the low-risk times of the month.

Why Christianity Is Obsessed With Sex

To be clear, I’m not saying that Christianity’s sex rules are only a function of patriarchal Christian privilege. During the Iron Age, from whence Christianity’s sex rules got handed down, society was organized around kin groups, and the endlessly warmongering clans of the Ancient Near East were more at risk of extinction than overpopulation. Legally enforced monogamy created lines of inheritance and social obligation, clarifying how neighbors should be treated and who could be enslaved.

Also, hetero sex necessarily carried the risk of pregnancy, which made it adaptive to welcome resultant pregnancies. Children do best in stable, nurturing families and communities, and in the Ancient Near East, “No marriage? No sex!” may have served to protect the well-being of mothers and children as well as the social power of patriarchal men. But in today’s mobile, pluralistic societies with modern contraceptive options and social safety nets, God’s self-appointed sex police have little credible excuse save their own compelling need to bully and boss and stay on top.

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Und geheiligt werde die Willkür

Bild: RDF
Gender-Ideologen machen den Fehler, dass sie „Mann“ und „Frau“ rein kulturell verstehen. Zunächst einmal unterscheiden sich Männer und Frauen jedoch biologisch. Kulturelle Studien sind legitim, müssen aber von biologischen Grundlagen ausgehen.

Von Andreas Müller | Richard Dawkins-Foundation

Es gibt auch Frauen mit XY-Chromosomen. Das teilte man mir vor kurzem mit. Und ich Naivling meinte, Männer hätten XY-Chromosomen und Frauen XX-Chromosomen. Das Phänomen der XY-Frauen erklärt sich allerdings durch eine partielle oder komplette Testosteronblockade, zum Beispiel bei Fehlen des TDF-Proteins. Mit anderen Worten ist das nicht normal. Eine biologische Fehlfunktion führt zu diesem seltenen Phänomen der XY-Frauen. Das ist kein Vorwurf an die XY-Frauen oder an XX-Männer, es ist einfach so. Und dieses „die Dinge sind, wie sie sind“, die wissenschaftlich erkundbaren Tatsachen der Realität, drohen der politischen Korrektheit und dem Relativismus geopfert zu werden.

Es ist sinnvoll, „männlich“ und „weiblich“ biologisch zu definieren und voneinander abzugrenzen. Bereits Charles Darwin setzte sich in seinem „Ursprung der Arten“ mit dem Problem der zahlreichen Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle in der Natur auseinander. Er schrieb, es sei manchmal schwierig, Arten eindeutig voneinander zu unterscheiden. Manche Forscher betrachteten eine Lebensform als Art, andere nur als Rasse. Und trotz der Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle leugnen Biologen nicht, dass es Arten gibt.

Doch genau das ist die Tendenz unseres Zeitgeistes. An die Stelle der Unterscheidung – wozu klar definierte Begriffe dienen – tritt die Gleichmacherei. Letzten Endes sind dann aber nicht alle Menschen gleich, sondern alles ist gleich. Und somit ist alles nichts Bestimmtes. Ist es ein Mann? Ist es eine Frau? Warum nicht etwas dazwischen, warum nicht beides zugleich? Letztlich ist dann alles im Grunde nichts.

„An die Stelle der Unterscheidung tritt die Gleichmacherei.“

Die Kritiker meiner Artikel über Transgender sehen sich dem Problem ausgesetzt, dass sie im Namen der heiligen politischen Korrektheit, des gesegneten Relativismus, in die Richtung argumentieren: Es gibt keine Geschlechter. Wenn sie nämlich einräumen, dass es voneinander abgrenzbare Geschlechter gibt, dann kann sich nicht jeder einfach als „Frau“ oder „Mann“ definieren, weil er sich besser dabei fühlt. Schließlich müssen ihrer Weltanschauung zufolge auch biologische Frauen „eigentlich“ Männer sein dürfen und andersherum.

„Alles fließt“, wie Heraklit es ausdrückte. Mit anderen Worten gibt es keine Kontinuität und somit keine Attribute und somit keine Entitäten und somit – gibt es gar nichts. Ein Mann ist demzufolge nicht von Natur aus ein Mann, weil er natürliche männliche Eigenschaften einfach ablegen oder sie wegoperieren lassen kann. Und gibt es keine männlichen Eigenschaften, so gibt es auch keine Männer – wodurch sollen sich diese ohne Eigenschaften schließlich auszeichnen? Und wir können uns jede Diskussion über das gar nichts, was übrigbleibt, ersparen, alleine schon deshalb, weil wir dieser Logik zufolge selbst auch nicht existieren. Oder gibt es etwa doch Frauen und Männer?

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Das abenteuerliche Leben des Evolutionsbiologen Robert Trivers

Robert Trivers stürzte sich ins Nachtleben von Kingston und rauchte große Mengen Marihuana. (imago/ZUMA Press)
Er ist einer der berühmtesten lebenden Evolutionsbiologen. Seine Arbeiten zu Altruismus, Selbsttäuschung und egoistischen Genen haben neue Studienfelder begründet. Ebenso spektakulär wie seine Forschung ist das Leben von Robert Trivers. In „Wild Life“ erzählt er von diesen beiden Seiten.

Von Lennart Pyritz | Deutschlandfunk

Viele Wissenschaftler drehen ihre Runden im universitären Elfenbeinturm: Lesen, Laborarbeit, Seminare und wieder Lesen. In seinem Buch „Wild Life“ beweist der berühmte Evolutionsbiologe Robert Trivers, dass es auch abenteuerlicher geht.

„Ein Wissenschaftler erforscht das Leben und er lebt das Leben – und ich wollte nie, dass das eine das andere aussticht.“

So pendeln die wilden Lebenserinnerungen des 73-Jährigen zwischen den efeuberankten Hörsälen renommierter Universitäten und den verschlungenen Pfaden durch den Dschungel des Lebens. Als Student in Harvard bricht er mit Anfang 20 psychisch zusammen. Immer wieder muss er im Lauf seines Lebens wegen einer bipolaren Störung in Behandlung. Und immer wieder zieht es ihn als Forscher in die Wildnis – zu Affen in Indien oder auf Bäumen lebenden Echsen auf Jamaika.

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Die Spaghetti-Kirche ist clever!

Hinweisschild der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ mit den Zeiten der sogenannten Nudelmesse in Templin; aufgenommen im November 2014 (picture alliance / dpa)
In Brandenburg gibt es Streit um die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“. Dabei verhält diese sich doch clever, meint Arno Orzessek. Denn die Anhänger der Spaghetti-Kirche füllen die Religionsfreiheit mit neuem Leben.

Von Arno Orzessek | Deutschlandradio Kultur

Die Sache ist kompliziert, also interessant – und Gott sei Dank witzig. 2012 hat das Finanzamt Templin der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ be­scheinigt, tat­säch­lich „kirchliche Zwecke“ zu fördern, und darum Steuerfreiheit gewährt.

Die Pastafari der Spaghetti-Kirche sehen sich selbst jedoch gar nicht als Religions-, son­dern als Welt­an­schau­ungs­gemein­schaft. Und richten ihren Überbau am erdverbundenen „Manifest des Evolutionären Humanismus“ aus, das der Philo­soph Mi­chael Schmidt-Salomon verfasst hat.

Das erste der „Zehn Angebote des evolu­tio­nären Hu­manis­mus“ lautet: „Diene weder fremden noch heimischen ‚Göttern‘, sondern dem großen Ideal der Et­hik.“

Allerdings fordern die Pastafari Gleichbehandlung mit Religionsgemeinschaften im Sinne des An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setzes und wollen in Templin auch künftig per Beschilderung zur „Nu­del­mes­se“ bei Teigwaren und Bier ein­laden.

Was wiederum das bierernste Kulturministerium Brandenburg nicht dul­den will. Die Spaghetti-Kir­che sei eben kei­ne Re­li­gi­onsgemeinschaft – drum weg mit den Schildern, die das christliche Fisch-Symbol mit Nudelbeilage zeigen.

Das Ministerium klammert sich also an die Differenz von Religion und Weltanschauung, die säku­la­re Spa­ghetti-Kir­che setzt dagegen auf gleiches Recht für beide.

Klar, im Zweifel lässt sich die Differenz rasch herbeidefinieren – und zwar so: Jede Re­li­gion un­ter­stellt eine trans­zendente Wirk­lich­keit, Welt­an­schauungen beschränken sich auf innerweltliche Un­ter­stel­lungen.

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Soziologe: „Dass Migranten Krankheiten einschleppen, stimmt meist nicht“

foto: regine hendrich „Für Menschen aus stark patriarchalisch geprägten Kulturen ist es oft wichtig, dass der Arzt das gleiche Geschlecht hat. Das hat unsere Studie bestätigt“, sagt der Soziologe Jürgen Pelikan.

Jürgen Pelikan hat die Gesundheitskompetenz von Migranten untersucht. Bildung, soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen sind entscheidend.

Von Karin Pollack | derStandard.at

STANDARD: Gibt es einen Konnex zwischen Gesundheit und Kultur?

Pelikan: Kultur ist derzeit immer dann ein Thema, wenn es um die Konfrontation mit einer als fremd erlebten Kultur geht. Wenn es um Gesundheit geht, geht es um Leben. Dazu gehören Ernährung, Arbeit, Sexualität und die Interaktion mit anderen. Unsere Gesellschaft und damit unsere Kultur bestimmen, wie wir leben. Deshalb hängen Gesundheit und Gesellschaft zusammen.

STANDARD: Wie geht es Migranten in unserem Gesundheitssystem?

Pelikan: Menschen, die aus religiös geprägten Agrargesellschaften kommen, müssen sich erst an hiesige Bedingungen gewöhnen. Wir leben in einer Multioptionsgesellschaft. Jeder muss täglich viele Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auch auf die Gesundheit haben, zum Beispiel im Supermarkt, wo es gesunde und ungesunde Lebensmittel gibt.

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Richard Dawkins: Arbeiter in Darwins Weinberg

Richard Dawkins, Screengrab
Richard Dawkins, Screengrab
„Charles Darwin ist mein größter Held der Wissenschaft… Die gesamte moderne Biologie ist mehr oder weniger eine Reihe von Fußnoten zu Darwin.

Von Wolfgang Taus|Wiener Zeitung

Keiner könnte etwas Besseres tun, als seinem Beispiel folgen“, so der britische Evolutionsbiologe und fast schon „militante Atheist“ – seit seinem 2006 erschienen Bestseller „Der Gotteswahn“, Richard Dawkins, in seiner jetzt auf Deutsch erschienen Autobiografie, die aus zwei Teilen besteht – gemäß zweier separaten Bände im englischen Original, die hier ungekürzt in einem Band erscheinen.

Dawkins, Jahrgang 1941, gehört zu jener Gruppe sogenannter neuer Atheisten, die aus der naturwissenschaftlichen Forschung und Beweislage heraus gegen jegliche theistische Glaubensvorstellungen Stellung beziehen.

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Cover_Dawkins

Warum auch Frauen einen männlichen Darm haben könnten

Foto: /numbeos/iStockphoto Nicht nur die Hormone bestimmen das Geschlecht.
Sogar die Organe unseres Körpers dürften ihre eigene weibliche oder männliche Identität haben.

Von Ingrid Teufl|Kurier.at

Wo genau im Körper entscheidet sich, ob man Frau oder Mann ist – nur in den voll entwickelten Sexualorganen oder auch in anderen Zellen? Dieser Frage wollten britische Forscher vom Clinical Science Center (Imperial College London) nachgehen. Sie untersuchten daher für ihre nun im Magazin Nature veröffentlichte Studie Stammzellen im Darm von Fruchtfliegen.

Mithilfe spezieller Werkzeuge griffen sie in die genetische Struktur der Zellen ein. Sie schalteten gewissermaßen manche ein und andere aus und feminisierten oder maskulinisierten die Zellen dadurch. So veränderte sich das Ausmaß, wie sie sich vermehrten: Weibliche Zellen waren dazu besser in der Lage. Die Forscher vermuten, dass dies mit der Fortpflanzung zusammenhängt, wo sich bei weiblichen Fruchtfliegen der Darm ausdehnt.

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Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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