Rückzahlung von Staatszuschüssen für Leipziger Kirchentag gefordert

Themenbild.
Bild: gbs Hochschulgruppe Jena
Die staatlichen Zuschüsse für den Kirchentag standen in der Vergangenheit immer wieder in Kritik – jetzt wird zumindest die Rückzahlung eines Teils der Zuschüsse gefordert.

evangelisch.de

Die Veranstalter des Leipziger „Kirchentags auf dem Weg“ haben Vorwürfe zum hohen Anteil staatlicher Zuschüsse an den Kosten für das Christentreffen zurückgewiesen. Die endgültige Abrechnung der Kosten für die Veranstaltung Ende Mai sei noch nicht erfolgt, sagte der Sprecher des Vereins „r2017“, Christof Vetter, in Wittenberg am Montag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Finanzierung aller Veranstaltungen des Vereins sei mit den jeweiligen Zuschussgebern abgestimmt und bleibe bestehen, ergänzte Vetter und betonte: „Fördergelder werden nicht zurückgezahlt.

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Von italienischen Soldaten und Domspatzen

In der Samstagsausgabe des „Osservatore Romano“, der amtlichen Tageszeitung des apostolischen Stuhls, setzt man sich mit dem Abschlussbericht des Sonderermittlers, zur Gewalt bei den Regensburger Domspatzen, auseinander.

Die Autorin des Artikels,Lucetta Scaraffia, Historikerin und Mitglied des nationalen italienischen Bioethik-Komitees schreibt

„Die Angewohnheit, die katholische Kirche als Quelle aller Übel zu bezeichnen, ist schon Teil der Alltagserfahrung und bereitet die öffentliche Meinung darauf vor, das für normal zu halten“

Es gäbe eine extreme Strenge gegenüber der Institution Kirche. Als Beispiel für das Gesagte führt Scaraffia uns in das Jahr 1980. Das italienische Militär wurde durch einen Skandal, Aufnahmerituale in einer römischen Kaserne mit sexueller Gewalt, erschüttert. Ein kürzlich publizierter Bericht hatte keine öffentliche Empörung ausgelöst.

Unstrittig ist, solche Aktionen kommen vor, nicht nur in der italienischen sondern auch in der deutschen Armee. Die Konsequenzen sind aber andere. Mit Bekanntwerden derartiger Vorfälle wird in der Regel die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet, welche die Sachverhalte hinsichtlich ihrer strafrechtlichen Relevanz prüft. Selbst wenn die strafrechtliche Relevanz nicht gegeben sein sollte kommen immer noch disziplinarrechtliche und personelle Konsequenzen zum tragen. Vorgesetzte, die Ereignisse solcher Art vertuschen helfen sind die längste Zeit Vorgesetzte gewesen.

Und nun zu den Domspatzen, ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der italienischen Armee und den Domspatzen gibt es nicht und ist wohl auch nicht die Intention der Autorin, es ist der unredliche Versuch die katholische Kirche weiß zu waschen. Gewalt bei den Domspatzen, einschließlich des sexuellen Missbrauchs ging von kirchlichen Würdenträgern aus. Priestern, die im dreistufigen Weihesakrament der katholischen Kirche zwischen Diakon und Bischof stehen. In der Nachfolge der Apostel ist die Aufgabe des Priesters die Verkündigung des Evangeliums und die Spendung der Sakramente, insbesondere die Leitung der Eucharistiefeier. Der Priester handelt dabei „in persona Christi“. Die Weihe verleiht also eine besondere Verbundenheit mit Christus.  Der erste Unterschied zwischen den Vorkommnissen in der italienischen Armee und den Domspatzen liegt im Alter der Beteiligten, Soldaten sind in der Regel volljährig, die Chorknaben des Bistums Regensburg waren Kinder, Jugendliche, die der Gewalt eines Würdenträgers ausgesetzt waren. Handelte der Priester, Chorleiter im Namen Jesu um seine cholerischen Neurosen zu pflegen und ist „Kinder ficken“ ebenso sanktioniert? Erwachsenen ist schnell klar, das die Antwort nein lautet, bei Kindern sind solche Kenntnisse nicht unbedingt gegeben. Ein Stühle werfender Apostolischer Protonotar, der zu päpstlichen Familie gehört, noch dazu  Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist eine Respektsperson, in Deutschland spricht man solche Leute mit „Hochwürdigster Herr Prälat“ an, solcher Firlefanz vergangener Zeiten würde mir nicht über die Lippen kommen, es gibt ja immer noch Zeitgenossen die sich in der Vergangenheit wohl fühlen.

Zweitens die katholische Kirche, die unfähig ist den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten, sich aber tagtäglich neu als moralische Instanz generiert, hat versagt. Die angeblich verkündete Liebe des Gottessohns entpuppt sich bei geweihten Priestern als Deckmantel für Choleriker und und sexuellen Fantasien, die man mit Kindern und Jugendlichen auslebt. Das Versagen ist institutionell und trennt die Kirche von Gewalt im weltlichen Leben. Die Kirche selbst beansprucht für sich naturrechtlich über der Welt zustehen. Politische Konsequenzen muss sie dennoch nicht befürchten, die Politik schweigt und alle Entscheidungsträger der Kirche gehen zur Beichte und sind mit ihrem Gott wieder im Reinen.
Es darf weiter verarscht werden.

 

Geschichten vom Aussteigen: Ein Atheist in der Kirche

Foto: Friedemann Vetter
Florian Chefai war mal überzeugt, von einem göttlichen Wesen behütet zu sein. Heute ist er Vorsitzender eines atheistischen Vereins. Und geht häufiger in die Kirche als früher.

Von Adrian Froschauer | volksfreund.de

Da schleppt man einen Atheisten in die Kirche, und dann das: „Kommen Sie, ich zeige Ihnen den Kreuzgang, der ist wunderschön“, sagt Florian Chefai und eilt durch den Trierer Dom. Er erklärt, dass in der Orgel ein kleiner Teufel versteckt ist, der eine verstimmte Panflöte spielt. Dass man von einem bestimmten Punkt im Innenhof einen perfekten Blick auf mehrere verschiedene Baustile gleichzeitig hat. Dass eine Statue am Portal der Liebfrauenkirche das Judentum verkörpert: Augenbinde, schiefe Krone, die zehn Gebote rutschen aus der Hand, christlicher Antijudaismus, sehr problematisch. Chefai ist ein echter Kirchenexperte. Dabei kann er mit der Kirche gar nichts anfangen.

Als Kind ist Chefai ganz selbstverständlich davon überzeugt, dass es irgendwo ein höheres Wesen gibt, einen gutmütigen, allmächtigen Lenker. Ein Ausstieg aus der Religionsgemeinschaft steht gar nicht zur Debatte. Das Elternhaus im saarländischen Neunkirchen: „klassische Arbeiterfamilie“, sagt Chefai, nicht besonders gläubig, nicht besonders ungläubig. Man ist katholisch, weil man eben katholisch ist. Doch der junge Chefai ist fasziniert von den kirchlichen Prunkbauten, von den rätselhaften Riten, von den „großen Geschichten“, die er im Kommunionsunterricht hört.

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Richard Dawkins Event in Berkeley Canceled Due To His “Abusive,” “Hurtful” Words

Image. Friendly Atheist
Richard Dawkins has a new collection of essays coming out next month in a book called Science in the Soul. Naturally, he’ll be visiting the U.S. on a book tour.One of the stops was going to be in Berkeley, California on August 9. It was sponsored by KPFA, a progressive radio station in the area, in a city known for being the hotbed of liberal activism.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

But that talk has now been canceled.

While that website doesn’t offer any reason for the cancellation, Jerry Coyne notes that people who had bought tickets received a more detailed email with this explanation:

We regret to inform you that KPFA has canceled our event with Richard Dawkins. We had booked this event based entirely on his excellent new book on science, when we didn’t know he had offended and hurt — in his tweets and other comments on Islam, so many people.

KPFA does not endorse hurtful speech. While KPFA emphatically supports serious free speech, we do not support abusive speech. We apologize for not having had broader knowledge of Dawkins views much earlier. We also apologize to all those inconvenienced by this cancellation. Your ticket purchases will automatically be refunded by Brown Paper Tickets.

The world’s most famous atheist criticized Islam and upset people… so he can’t give a talk about science? It’s a ridiculous reason that gets even more absurd when you consider the source.

Dawkins has no doubt put his foot in his mouth on Twitter many times before. There’s a whole generation of people who know him less for his science writing and more for his misguided tweets. We’ve criticized him many times on this site over those tweets, and he’s been “de-platformed” by atheists, too. This isn’t anything new.

I would also say there’s a difference between attempting to make a logical argument, off the cuff, on Twitter (where nuance dies) — and doing it completely ineffectively — and targeting individuals a la trolls who go out of their way to be controversial.

Dawkins isn’t someone who goes around targeting people with hateful or abusive speech. Dumb speech? Absolutely. Offensive speech? Yes, though that’s impossible to avoid when your topic of choice is religion. But hate is in the eye of the beholder, and most of his critics take single tweets more literally than he ever intended.

That’s not to excuse his words. He’s still responsible for what he says. But his entire career has been about persuading people to see things his way, whether or not he’s always succeeded, and he’s well aware that bigotry wouldn’t advance that goal. He’s a strong supporter of progressive Muslims who are trying to modernize the faith “from the inside.” (It’s also worth mentioning that all the “controversial” tweets we’re talking about were made years ago and he’s really mellowed out on Twitter ever since having a minor stroke in early 2016.)

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Gesinnungsterror gegen Uni-Professor Kutschera

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera wird nach einem kath.net-Interview von deutschen Politikern und Medien unter Druck gesetzt und in seiner Existenz bedroht

kath.net

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera wird nach einem kath.net-Interview von deutschen Politikern und Medien unter Druck gesetzt. Der Wissenschaftler meinte im Interview: „Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen. Der kinderlose Gender-Vater John Money hat diese Verhaltensweisen im Rahmen seiner absurden Geschlechter-Ideologie bereits vorgelebt.“Gender-Vater John Money, der sogar formal „katholisch“ ist, hält die Worte des beamteten Professors für abstrus. Er erwarte, dass die Universität Kassel prüfe, ob der Professor als Beamter seine Pflichten dadurch verletzt habe, dass er sich in abfälliger oder herabsetzender Weise gegen homosexuelle Menschen geäußert hat. Dies berichte die „Welt“.

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Atheisten sind immer Klugscheißer – beten soll helfen

Ich habe seit Kurzem einen völlig neuen Lieblingstalkshowgast: Philipp Möller. Funktion: Klugscheißer! Das ist nicht etwa böswillige Polemik, er bezeichnet sich selbst als solchen, und ich habe selten ein so hohes Maß an Selbsterkenntnis bei einem Menschen erlebt.

Von Sebastian Moll | Die Tagespost

Möller wird derzeit mit Vorliebe in Sendungen eingeladen, bei denen es im weitesten Sinne um das Thema Religion und Kirche geht. Seine Rolle dabei ist die des atheistischen Klugscheißers, wobei dies im Grunde ein Pleonasmus ist. Atheisten sind immer Klugscheißer, das unterscheidet sie von den Agnostikern. Agnostiker und Atheisten verbindet ihre Ablehnung religiöser Institutionen. Doch während der Agnostiker die Beschränktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart, ist der Atheist restlos von sich und seinem überlegenen Intellekt überzeugt, was ihm nach seiner Überzeugung das Recht gibt, jede Form von Religiosität in den Dreck zu ziehen.

Natürlich kann und will ich Herrn Möller sein Recht auf arrogante Selbstinszenierung nicht absprechen. Fraglich ist für mich allerdings, wie er darauf kommt, dass sich irgendjemand im Bereich der Kirche für seine Meinung interessieren könnte. Für gewöhnlich ist ein Verein, und letztlich ist die Kirche nichts anderes, in erster Linie seinen Mitgliedern verantwortlich. Was Außenstehende über ihn denken, kann dem Verein zunächst einmal egal sein.

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Atheismus in Saudi-Arabien: Angst vor Ketzern und Dämonen

Atheisten werden in Saudi-Arabien bis heute gesellschaftlich geächtet und unterdrückt, bisweilen sogar als Terroristen diskreditiert und hingerichtet. Die Bemühungen, das Verhältnis zwischen ihnen und den gläubigen Muslimen im Königreich zu normalisieren, waren bislang vergebens.

Von Hakim Khatib | Qantara.de

Obwohl die Religionsführer in Saudi-Arabien immer wieder vor der „Gefahr des Atheismus“ oder dem „Zweifel an Gott“ warnen, wenden sich viele Bürger des Königreichs vom Islam ab. Diese Abkehr von der Religion könnte unter anderem an den strengen saudischen Gesetzen im Namen des Islam oder am leichten Zugang zu Informationen im Zeitalter der Massenkommunikation liegen. Leider müssen diejenigen, die diesen Weg tatsächlich beschreiten, mit drakonischen Strafen rechnen oder ein Doppelleben führen.

Vor Kurzem erst wurde im saudischen Königreich erneut ein Atheist zum Tode verurteilt, weil er ein Video veröffentlicht hatte, in dem er dem Islam entsagte. Sein Name ist der junge Ahmad al-Shamri aus Hafar al-Batin, einer Kleinstadt im Osten des Landes. In seiner Videobotschaft schwörte Al-Shamri dem Islam ab und äußerte sich abschätzig über den Propheten Mohammed. Nachdem er 2014 in den sozialen Medien einige Videos hochgeladen hatte, um seine Ansichten zu teilen, wurde er wegen „Atheismus und Blasphemie“ angeklagt.

Da die Abkehr vom Islam in Saudi-Arabien mit der Todesstrafe geahndet wird, wurde Al-Shamri am 25. April 2017 vom Obersten Gerichtshof des Landes tatsächlich zum Tode verurteilt. Auch wenn sich solche Gerichtsverhandlungen über Monate hinziehen können, steht im Fall von Blasphemie, Atheismus oder Homosexualität das Urteil häufig schon vorher fest.

Richter und Henker

2014 hatte die Regierung in Riad einige Gesetze verabschiedet, die es unter Strafe stellen, „atheistisches Gedankengut“ zu verbreiten oder die „Grundlagen der islamischen Religion“ in Frage zu stellen. Laut Informationen von Amnesty International fanden in Saudi-Arabien bisher mindestens 154 Hinrichtungen statt, bei denen die „Todesstrafe aufgrund von Prozessen vollstreckt wurde, die nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen“. Hierzu einige Beispiele:

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Wissenschaftler behaupten: Atheisten sind intelligenter als religiöse Menschen

Atheisten sind nach Auswertungen von IQ-Tests intelligenter als religiöse Menschen. Woran das liegen könnte? Zwei Psychologen haben dazu im Fachjournal „Personality and Social Psychology Review“ eine Hypothese entwickelt, die auf dem Zusammenspiel von Instinkt und Verstand gründet.

Von Michael Odenwald | FOCUS ONLINE

Bei der Studie handelt es sich um eine so genannte Metastudie, die auf den Daten von 63 anderen Untersuchungen beruhte. Eine Erklärung für den Unterschied lieferten die Autoren jedoch nicht.

Dies holten die Psychologen Edward Dutton vom britischen Ulster Institute for Social Research und Dimitri Van der Linden von der Universität Rotterdam jetzt nach. Im gleichen Journal präsentieren sie eine Hypothese, die auf dem Zusammenspiel von Instinkt und Verstand beruht.

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Remembering Charlie Hebdo (and Defending Offensive Jokes)

The front cover of the Charlie Hebdo edition marking a year since it was attacked by Islamic terrorists was criticised by the Vatican – because it offends all faiths.
Two years ago, two gunmen entered the offices of Charlie Hebdo, a French satirical magazine known for unashamedly lampooning religions, politicians, and famous figures, and demanded, “Where is Charb? Where is Charb?” referring to Stéphane Charbonnier, the editor-in-chief.

By Malhar Mali | Church and State

After spotting the bespectacled man, they opened fire — killing the 12 cartoonists, writers, and editors in the meeting and leaving an additional policeman dead outside. The cause for the attack? Charlie Hebdo had a history of publishing cartoons of the Islamic Prophet, Mohammad, even incurring a firebombing in 2011 for their depictions of the Muslim holy figure. Grainy video footage later emerged of one of the attackers shouting: “We have avenged the Prophet Mohammed, we have avenged the Prophet Mohammed, we have killed Charlie Hebdo.”

In the following days, condemnation for the massacre and support for Charlie Hebdo poured out from all parts of the Western world, including a 3.7 million person march in support of free speech which featured the likes of David Cameron, Benjamin Netanyahu, Angela Merkel, and Mali’s President Ibrahim Boubacar Keita. #JeSuisCharlie trended on Twitter.

But then came the opposition: mainly stating that this wasn’t a free-speech issue — and while the murders were horrific, we should not celebrate such a racist magazine.

Mehdi Hassan complained in an article for The New Statesman that free speech fundamentalists showed hypocrisy and that “None of us believes in an untrammelled right to free speech,” and then went onto ask, “Has your publication, for example, run cartoons mocking the Holocaust? No? How about caricatures of the 9/11 victims falling from the twin towers? I didn’t think so (and I am glad it hasn’t).” I can’t be sure if Hassan understands what a false equivalency is, but is he comparing the caricaturing of Mohammed with satirizing the slaughter of 5–6 million people? Or an orchestrated terrorist attack? Cartoons, which, in my opinion would have been fine to draw (I’ll address the point about offense later).

Glenn Greenwald apparently did not see this distinction either and lectured his audience at The Intercept about how free speech should not be used as a guise to share “racist cartoons.” Greenwald continuously conflated criticism of Islam with bigotry towards Muslims. He deflected the conversation to Jews and Judaism and republished cartoons criticizing Jews, writing:

“Like Bill Maher, Sam Harris and other anti-Islam obsessives, mocking Judaism, Jews and/or Israel is something they will rarely (if ever) do. If forced, they can point to rare and isolated cases where they uttered some criticism of Judaism or Jews, but the vast bulk of their attacks are reserved for Islam and Muslims, not Judaism and Jews.”

I know Greenwald’s piece is two years old, but it’s astounding that he could not see that the majority of the terrorist attacks in the world come from the adherents of a particular religion and that criticism should be appropriately rationed in response. If Greenwald wants to publish cartoons mocking Jews and Israel — fine with me. It’s his right.

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James Randi: «Gellers Löffeltrick war simpel»

«Es gibt kein besseres Gefühl, als einen Scharlatan zu entlarven», sagt James Randi. Foto: Kevin Winter (Getty)

James Randi hing in einer Zwangsjacke über den Niagarafällen – er war einer der weltbesten Magier. Dann begann er, Hochstapler zu entlarven.

Mit James Randi sprachen Linus Schöpfer, Philippe Zweifel | Tages Anzeiger

Sie sind nicht nur ein Meistermagier, einer, der für viele als Nachfolger von Houdini gilt. Sie sind auch ein berühmter Entlarver.
Stopp! Forscher, nicht Entlarver. Ich erforsche erst Tricks und Methoden, erkläre ihre Hintergründe – und wenn ich dabei einen Betrug entlarve, umso besser. Damit habe ich übrigens als Zehnjähriger in der Sonntagsschule angefangen und so meinen Rausschmiss bewirkt.

Fallen die Menschen heute einfacher auf Hokuspokus herein als früher?
Kommt auf die Weltgegend an. Die Amerikaner haben mit Trump ja gerade einen Scharlatan zu ihrem Präsidenten gemacht. Dass die Leute nicht unbedingt klüger werden, merkte ich auch bei meiner jüngsten Kanada-Tournee. Die Leute kamen in meine Show, amüsierten sich, dann gingen sie raus und erzählten sich von Magiern, die echte, wirklich magische Tricks kennen und dergleichen. Sehr enttäuschend, so was.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2017

Dodo des Monats Juni 2017 ©HFR

Bestimmend im Monat Juni „Die Ehe für alle“. Während die katholische Kirche um das kleinbürgerliche Konstrukt Ehe, die ihr zumindest ab und an neue Schafe zutreibt heftig streitet macht die Hauptabteilung Kirche beim Bundeskanzlerinnenamt gute Miene zum bösen Spiel. In der EKD selbst ist man zerstritten. Die Bibelfundamentalisten schreien auf, während sich Bedford-Strohm sichtlich um progessive Haltung bemüht. Die Erkenntnis, dass es keine schlussendlichen Wahrheiten gibt sickert langsam in die Gedankengänge der Händefalter. Die Gesellschaft ist zum Thema viel weiter als Thron und Kirchen.
Die AfD-Nazis träumen sich die Werbesprüche ihrer altvorderen Vorbilder in die Realität. „Deutschland den Deutschen“, wer anderer Meinung ist gehört ins Gas. Wir sollten Poggenburg und Co nicht mehr tolerieren.

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.K.Popper Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, Tübingen. Zwei Bände. 524 und 575 S.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.07. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Sigurd Rink, „Realitätverweigerung in Sachen Militärseelsorge.“
  2.  Heiner Koch, „alternder Apostel mit pseudofmiliärer Attitüde.“
  3.  Rudolf Voderholzer, „sollte sich mehr um Kindesmissbrauch in seiner Kirche kümmern.“
  4.  Kurt Appel, „Gott im Kopf macht dumm.“
  5.  Frank-Walter Steinmeier, „beglückt sein Volk mittels Ramadan.“
  6.  Aiman Mazyek, „sieht Extremismus im Niedergang, einfach mal den Kopf hoch nehmen.“
  7.  Monika Grütters, „das Kreuz und ihr Geschichtsrevisionismus.“
  8.  Peter Neher, „seltsames zum Thema ‚multikulti‚.“
  9.  Gerhard L.Müller, „die Lücke zwischen Brett und Auge nennt man Horizont.“
  10.  Mutherem Aras, „Bibel-Bullshistic für Abgeordnete.“
  11. André Poggenburg, „AfD-Gauleiter von Sachsen-Anhalt.“
  12.  Hartmut Steeb, „Evangelikale Bigotterie um die Pille danach.“
  13.  Manfred Lütz, „Wirres vom Psychiater.“
  14.  Heinrich Bedford-Strohm, „kognitive Dissonanzen über religiöse Gewalt.“
  15.  Johanna Haberer, „professoraler Christenkitsch für Google.“
  16.  Volker Kauder, „gut-christlicher Menschenfeind.“
  17.  Peter Turkson, „weiß über medizinisches Cannabis nichts.“

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Und sie werden eintreten und die Lieder von Mumford & Sons singen

Bild: RDF
Ein Auszug aus Annabelle Gurwitchs neuem Buch „Wherever You Go, There They Are“ über Familien jeglicher Art

Von Annabelle Gurwitch | Richard-Dawkins-Foundation

Wenn du durchblicken lässt, ungläubig zu sein, werden wohlmeinende Freunde Dinge sagen wie „Ich kann beweisen, dass es Gott gibt.“ Der Ehemann einer Freundin nahm kürzlich diese Herausforderung an. Er ist ein Musikproduzent, der nicht nur sein Leben nicht dem Studium der menschlichen Sinnsuche gewidmet hat; darüber hinaus ist er völlig unbelastet von seinem Mangel kultivierten Wissens. „Na los“ sagte ich, immerhin eine winzige Hoffnung hegend, er möge etwas Neues in der Tasche haben. Ich bin nicht der Typ „Hurra, es gibt keinen Gott!“ Ich bin der Typ „Es ist Mist, dass es keinen Gott gibt, aber ich habe mich damit abgefunden. Einen doppelten Espresso und das Neueste von Sam Harris bitte.“

„Ok, wenn es keinen Gott gibt, warum ist das Zahlenverhältnis von Männern zu Frauen auf der Welt immer im Gleichgewicht? Selbst nach Kriegen, in denen viele Männer sterben, kehren die Zahlen immer zum gleichen Niveau zurück. Das ergibt doch keinen Sinn, wenn nicht Gott eingegriffen hat?“

„Ich melde mich zu dem Thema wieder“ sagte ich, denn vor einem Kommentar wollte ich angemessene Sorgfalt üben. Also bat ich die Physikerin Lisa Randall, Autorin von „Knocking on Heaven’s Door“ („Die Vermessung des Universums“) und anderen unterhaltenden wie erhellenden Büchern um ihre Meinung.

„Wie hoch ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Jeremy Wright, Musikproduzent aus Los Angeles, ein Welträtsel gelöst hat?“

„Reden wir über die Wahrscheinlichkeit vor dem Hintergrund aller Leute, die sich seit dem Beginn der Geschichtsschreibung dieser Aufgabe stellten oder nur dem unserer Generation? So oder so ist sie vermutlich nicht nur Null, sondern negativ. Wenn Mr Wright beweisen könnte, dass eine höhere Macht unser Universum am Laufen hält, nun, dann hätten wir den Beweis für Gottes Existenz. Er bringt aber nur ein weiteres ‚Intelligent Design‘-Argument, bei dem ein spezifisches wissenschaftliches Phänomen (in diesem Fall, wie menschliches Sperma eher männliche Nachkommen hervorbringt) als Erklärung einer völlig unverwandten Thematik benutzt wird, der Existenz Gottes nämlich.

Als „drei-minus-Schüler“, was die Wissenschaften betrifft, finde ich das Argument des „intelligenten Designs“ aus eher praktischen Gründen fehlerhaft. In einer wirklich intelligent designten Welt gäbe es keine Pädophilen, keine Diktatoren und man müsste keine Linsen essen. Es existierte weder AIDS noch Alzheimer noch Sportkleidung im Alltag. Wir hätten gleiche Bezahlung der Geschlechter, einen Mindestlohn, von dem sich leben lässt und die Leute hörten auf, „alles ist gut“ zu sagen. Antifaltencreme würde Falten beseitigen, das Glas von iPhones würde nicht springen, mit Unwahrheiten hausieren gehende Politiker würden durch Blitze niedergestreckt und Hot Pants wären gesetzlich verboten. Wenn jemand eine Theorie postulierte, die eine realistischere Beurteilung unserer Welt wiedergäbe, wäre ich geneigter, sie zu akzeptieren; skeptisch bin ich jedoch, dass „Gott liefert sein bestes Design“ auf große Begeisterung stieße. [1]

Ich fühlte nie die Verpflichtung, atheistische Gruppierungen ausfindig zu machen, bis zu jenem Tag, als mich ein Video über Bürger in seinen Bann zog, die im griechischen Legos freiwillig syrischen Flüchtlingen an Land halfen. Schon wollte ich den Namen der fördernden Organisation notieren, um mit ihr zwecks Beteiligung an den Rettungsbemühungen Kontakt aufzunehmen, als einer der Freiwilligen sich der Kamera zuwandte.

„Ich will nur, dass diese Leute gute Erfahrungen mit Christen machen.“

Können wir Humanisten jemals hoffen, mit solchem Enthusiasmus zu Werke zu gehen und so wie glaubensbasierte Gruppen auf Katastrophen und Krisen zu reagieren? Menschen, die sich als „ungebunden“ bezeichnen, sind gemäß „Pew Research„ die am wenigsten vertrauenswürdige Gruppe in Amerika. Könnte ich daran teilhaben, diese Wahrnehmung zu ändern?

Hätte ich in meinen Zwanzigern ein bisschen weniger Zeit damit verbracht, mit Esoterikern über frühere Leben nachzusinnen, dann hätte ich gewusst, dass größere Geister als ich schon an der Organisation säkularer Gemeinschaften rund um die Welt arbeiteten.

Eine schnelle Suche im Web ergibt, dass die Humanisten in meinem Stadtviertel Naturburschen sind, gern auf den örtlichen Wanderwegen unterwegs. Eine gesunde Ader für Humor durchzieht viele ihrer Online-Profile:

„Ich bin Atheist, weil ich sonntags gern ausschlafe.“

„Ich konnte wegen einer Pilzinfektion nicht zum Passahfest nach Hause; wenn das kein Grund ist, Gott aufzugeben, dann weiß ich auch nicht.“

„Ich bin Agnostiker, Satiriker, Autor und Rasputin-Darsteller. Besucht mein Blog für Blödsinn und Quark, hauptsächlich Quark.“

Dann erzählte mir ein Freund von der „Sunday Assembly“ in Los Angeles. Zwei britische Komiker, Sanderson Jones und Pippa Evans, hatten in England die Bewegung initiiert, als etwas wie „Kirche, aber völlig säkular“. Der Slogan „sei nützlich, staune mehr, hilf oft“ ist ihr Markenzeichen, übernommen von den siebzig weiteren Assemblies in acht Ländern, die seit 2013 aus dem Boden sprossen. Die Assembly-Website verkündet die Absicht, „radikal inklusiv“ zu sein; „wir machen nichts Übernatürliches, halten dich aber nicht davon ab“.

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Ich glaube an Gleichberechtigung

Foto (Ausschnitt): Holger Bloehte
Ein kontroverses Plakat für die ARD-Themenwoche „Woran glaubst du?“

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Gestern hat ein mit mir über Facebook befreundeter Profifotograf, Markus Hibbeler, ein Foto eines Plakats der ARD-Themenwoche „Woran glaubst Du?“ auf seine Facebook-Wall gepostet, das er wie folgt kommentierte: „Ich glaube an Gleichberechtigung”, sagt eine Frau, die ein Symbol trägt, das für genau das Gegenteil steht. Die Mehrheit der Muslimas hierzulande trägt übrigens kein Kopftuch. In vielen Ländern kämpfen Frauen unter Lebensgefahr gegen die Verschleierung, während der öffentlich-rechtliche Staatsfunk den Hidschab als Gleichberechtigung verkauft.“

Selbstverständlich kann ich den Ausführungen von Markus Hibbeler, dessen Ansichten ich sehr schätze, zu 100% beipflichten. Es gibt aus meiner Sicht jedoch noch einiges mehr zu diesem Plakat respektive über dessen Inhalt, Bedeutung und die darin enthaltenen Botschaften zu sagen, was Gegenstand des vorliegenden Blog-Artikels sein soll.

Auf dem Bild ist eine nach den Regeln der Scharia lebende orthodoxe Muslimin zu sehen, die ihr islamisches Kopftuch (hijab) in Ordnung bringt. Durch diese Handlung steht folglich vor allem der Umstand, dass diese Frau ein islamisches Kopftuch trägt, im Zentrum der Botschaft, die das Bild vermitteln soll. Diese Botschaft wird verstärkt, da mitten auf dem Bild in fetten Großbuchstaben die Worte „Ich glaube” stehen, womit das islamische Kopftuch mit dem Glauben in einen funktionalen und unmittelbaren Zusammenhang gebracht wird. Damit wird das Tragen des islamischen Kopftuchs als unbedingt erforderlicher Bestandteil des Glaubens gerechtfertigt. Bereits diese Bildbotschaft ist insbesondere gegenüber nichtmuslimische Zuschauer, die wenig bis keine Ahnung vom Islam haben, irreführend, zumal das islamische Kopftuch mit dem Glauben selbst nichts zu tun hat. Wenn das islamische Kopftuch für den muslimischen Glauben derart zentral wäre und ein unmittelbarer Zusammenhang dieses Kleidungsstücks zum Glauben bestünde, wären sämtliche Musliminnen, die kein Kopftuch tragen, Ungläubige (was von Schariamuslimen ja immer wieder behauptet wird). Das islamische Kopftuch hat mit dem Glauben an das Transzendente nichts zu tun und hat nicht die zentrale Bedeutung im Islam, wie dieses Bild es vermitteln möchte. Das islamische Kopftuch zielt allein darauf ab, die in einer islamischen Scharia-Gesellschaft zu geltende strenge Sexualmoral und die damit einhergehende Geschlechterapartheid durchzusetzen. Die Durchsetzung dieses gesellschaftspolitisch motivierten Verhaltens hat mit dem Glauben selbst, insbesondere mit dem Glauben an Gott, überhaupt nichts zu tun.

Besonders interessant bei der beim graphischen Aufbau des Plakats ist auch die Fortsetzung des Satzes, der mit „Ich glaube” beginnt. Der zweite Satzteil „an die Gleichberechtigung”, ist nämlich in kleinerer und normaler Schrift (also nicht mehr mit fetter Schrift wie „Ich glaube”) wiedergegeben. Die Botschaft, die damit vermittelt wird, kann, soll und muss in zweifacher Hinsicht verstanden werden. Der Glaube steht einerseits über dem Gedanken der Gleichberechtigung und hat durch diese Schriftwahl einen wichtigeren Stellenwert als diese, insbesondere auch wegen des Bildes mit einer ihr Kopftuch zurecht richtenden Muslimin, die mit dieser Handlung der Strenge der Scharia folgt und dafür sorgt, dass man bloß kein Haar von ihr sieht. Der Islam respektive der Glaube steht mit dieser Schriftwahl über der verfassungsrechtlich garantierten Gleichberechtigung. Andererseits kann man bei genauerer Betrachtung dieses Plakats auch die Suggestion wahrnehmen, dass der Gedanke der Gleichberechtigung sogar Teil dieses Glaubens sei. Das Letztere wird durch den erklärenden Anschlusssatz verdeutlicht: „Glauben hat viele Gesichter”. Mit anderen Worten kann und soll der Gedanke der Gleichberechtigung der Geschlechter auch über Alternativwege verwirklicht werden können, namentlich auch durch die Scharia. Dies bedeutet freilich, dass die Scharia angeblich nicht nur nicht im Widerspruch zu den Gedanken der Gleichberechtigung stünde. Gemäß dieser Ansicht, die nach Meinung des öffentlich-rechtlichen Senders mindestens vertretbar sein muss, zumal er keine Probleme damit hat, solche Botschaften zu verbreiten, kann die Gleichberechtigung sogar als Teil der Scharia betrachtet werden. Damit wird die Gleichberechtigung der Geschlechter zu einer Errungenschaft der Scharia und diese wird durch den Glauben verwirklicht, wobei der Glaube mit dem Tragen des islamischen Kopftuchs geradezu erfüllt wird, womit das Kopftuch angeblich ein zentraler Bestandteil dieses Glaubens sei. Gleichberechtigung ist damit angeblich allein eine Frage der Perspektive, wobei nach Ansicht der ARD-Redaktion offenbar auch die muslimische Perspektive gegenüber der Gleichberechtigung Achtung und Aufmerksamkeit verdient.

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Adam hat die rote Karte

© dpa TV-Moderatorin Sandra Maischberger
Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über den Religionskrieg des „Islamischen Staates“ und das Verhältnis der Katholiken zur Abtreibung. Der Erkenntnisgewinn geht gegen null. Nur Heiner Geißler fällt aus dem Rahmen.

Von Hans Hütt | Frankfurter Allgemeine

Religionskritik und Amtskirchen haben etwas gemeinsam. Beide fallen gerne hinter einen erreichten Reflektionsstatus zurück. Tertullians „Credo, quia absurdum est“ („Ich glaube, weil es unvernünftig ist“) wird unter Wert gehandelt. Gottes Sohn ist sterblich. Zumutungen erscheinen heute nicht mehr zumutbar. Die Radioandachten der evangelischen und der katholischen Kirche morgens um 6:35 Uhr im Deutschlandfunk bezeugen eine bestürzende Einfalt. Es wäre eine groteske Überschätzung, traute man diesen Tönen zu, die Welt zu spalten. Der Titel der Sendung von Sandra Maischberger („Spaltet Religion die Welt?“) beschwört zudem die Idee einer einigen Welt, die nicht einmal als fromme Wunschvorstellung ernst genommen werden könnte.

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Humanistentag – „Kirchentag“ für Ungläubige

Frank Lüdecke, Bild: BR.de
Beim Deutschen Humanistentag 2017 werden in Nürnberg in den nächsten Tagen mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Philosophische Reden, Diskussionsrunden und Kultur stehen auf dem Programm.

BR.de

Eine Art Kirchentag will der Humanistentag sein, allerdings für Menschen, die sich gerade nicht als religiös bezeichnen. Und das sind nach Angaben des Humanistenverbandes immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung.

Diskussionsrunden und Musik

40 Veranstaltungen stehen bis zum Sonntag in Nürnberg rund um die Meistersingerhalle auf dem Programm. Dabei sind philosophische Reden, Diskussionsrunden sowie Film und Musik. Inhaltlich geht es um ethische Fragen wie Sterbebegleitung, Verschwörungstheorien oder die Suche nach dem Glück.

Prominente Redner zu Gast

Zu Gast sind prominente Redner wie die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Comiczeichner Ralf König und der ehemalige Bundesrichter in Karlsruhe, Thomas Fischer. Obwohl sich die Veranstaltung explizit an Atheisten richtet, sind auch religiöse Menschen willkommen.

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Scharia, Juden und Oliven

Foto: pixabay.com/RDF
Das Todesurteil für die „jüdischen“ Olivenbäume der Türkei und die angebliche Vereinbarkeit der Scharia mit den Menschenrechten

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Nachdem die AKP-Islamofaschisten die Gewaltenteilung in der Türkei mit der Verfassungsänderung vom vergangenen April durch einseitige Berichterstattung in den von ihnen gesteuerten Medien sowie Medienzensur, massivste Einschüchterungen der Bevölkerung und systematischen Wahlbetrug beseitigen konnten, hat nun auch die letzte Stunde der türkischen Olivenbäume geschlagen. Die AKP-Bande hatte zuvor während Jahren versucht, insbesondere die Olivenhaine der Ägäis abzuholzen, was bis anhin durch Gerichtsentscheide teilweise verhindert werden konnte. Da in der heutigen Türkei Gerichte keine eigenständige Rolle mehr spielen und in faktischer Hinsicht genauso wie das türkische Parlament nur noch Akklamationsinstanzen des Diktators darstellen, gibt es leider nichts mehr, was die Islamofaschisten von diesem Vorhaben noch abhalten könnte.

Die insbesondere an der türkischen Ägäis-Küste seit Jahrhunderten wachsenden Olivenbäume sind der geldgierigen AKP-Clique und dem noch geldgierigeren Diktator, der dazu noch an einer Bau-Megalonomie leidet, schon lange ein Dorn im Auge, weil diese Bäume wertvollem Bauland Platz wegnehmen würden, so wie diese Leute es ausdrücken. Vor einigen Tagen konnte nun das entsprechende Gesetzespaket die vorberatende Industriekommission des türkischen Parlaments passieren und wird demnächst vom Parlament durchgewunken. Die Landwirtschaftskommission, die bei einem derart wichtigen landwirtschaftspolitischen Entscheid klar zuständig wäre, wurde nicht einmal angehört, geschweige denn irgendwelche Einwände aus der Opposition, aus dem betroffenen Industriezweig oder von der Bevölkerung. Die Olivenhaine, welche die Landschaft der Ägäis aber auch das Leben und die Kultur dieser Region seit Jahrhunderten prägen, dürften demnächst der Vergangenheit angehören.

Dass es jetzt so einfach und so schnell ging, sollte nicht davor hinwegtäuschen, dass die AKP-Islamofaschisten für dieses Ziel sehr lange gekämpft haben und dabei keine Mittel scheuten, um die Olivenbäume schlecht zu machen. Sie führten sogar eine regelrechte Hasskampagne gegen die Olive. Das ist durchaus keine Übertreibung. Im November 2014 ging dies so weit, dass sie den Hashtag #ZeytinAlmıyoruz auf Twitter verbreiteten, was so viel heißt wie „Wir kaufen keine Oliven!“. Dabei wurde von der AKP-Propaganda unter anderem auch behauptet, dass der Olivenbaum ein „jüdischer Baum“ sei und deshalb sämtliche Olivenbäume der Türkei abgeholzt werden müssten. Die nachfolgende antisemitische Darstellung mit Text, die damals in den sozialen Medien verbreitet wurde, gibt eine bemerkenswerte Begründung dafür ab, die ich nachfolgend übersetzen und anschließend kommentieren werde.

(Türkische antisemitische Karikatur mit Text aus dem Jahr 2014)

„Weshalb sollten Olivenbäume gefällt werden??

(In einer Zeit) in der Nähe des Jüngsten Tages wird es einen Krieg zwischen den Muslimen und den Juden geben. Die Muslime werden von diesem Krieg als Sieger hervorgehen. Es wird sich so verhalten, dass die Juden sich hinter den Bäumen und den Steinen verstecken werden; die Bäume und die Steine werden jedoch Nachricht darüber geben und sagen „Hey Muslim, was sich hinter mir befindet, ist ein Jude. Komm geschwind und töte ihn!”.

Aber nur der Olivenbaum wird keine Nachricht darüber geben, weil dieser ein Judenbaum ist. Heute ermutigt Israel alle Länder, dass diese Olivenbäume pflanzen. Sie wissen nämlich, dass diese Bäume die Juden beschützen werden.

(es folgt die krass antisemitische Darstellung eines Juden; „zeytin ağacı” bedeutet Olivenbaum)

Gestern hat Israel versucht, um das Fällen der Olivenbäume zu verhindern, den Bau des Wärmekraftwerks in Soma zu stoppen und hat dies mit der Unterstützung des Danıştay (Türkischer Staatsrat, sprich das höchste türkische Verwaltungsgericht) geschafft. Aber unsere Regierung hat trotz dieses Entscheids des Danıştay das Fällen der Bäume fortgesetzt und hat damit sämtliche Pläne Israels vereitelt.

Es ist geplant, dass sämtliche Olivenbäume in der Türkei innerhalb von drei Jahren gefällt werden; auf diese Art und Weise wird man Israel einen großen Schlag versetzen.

Aber es reicht nicht, nur die Bäume zu fällen. Unsere Nation sollte die ihr zukommende Pflicht erfüllen und von dieser Stunde an keine Oliven mehr gebrauchen und sollte sich damit nicht zu einem Werkzeug dieses Spiels machen lassen.

Werde nicht zum Spielball, o Ottomanensohn!

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Der neue Atheismus: Eine kritische Auseinandersetzung – Rezension

In diesem Buch setzt sich G. Lohfink mit dem Neuen Atheisten Richard Dawkins, sowie mit folgenden acht Argumenten auseinander:
Gott hat keiner je gesehen; Gott ist eine Projektion des Menschen; Der Mensch hat sich aus dem Tierreich entwickelt; Das sogenannte Gute erklärt sich leicht aus der Evolution; In der Welt gibt es unendliches Leid; Die Religion bringt die Gewalt in die Welt; Das Gottesbild der Bibel ist primitiv und abstoßend; Der Blick auf das Jenseits lähmt.

Von Ockham | amazon.de

Laut G. Lohfink vertrat Ludwig Feuerbach (in Verbindung mit der Projektionstheorie) die Vorstellung, der Mensch könne sich zu immer größerer Vollkommenheit emporarbeiten. Dass dies ein Bauen auf schwankendem Grund ist, begründet er mit dem Verweis auf die Schrecken des 20. Jahrhunderts (Holocaust), in denen sich der Mensch selbst als göttlich-absolut ansieht und jede Hemmung verliert. Die Konsequenz der Philosophie Feuerbachs war nicht eine neue Humanität, sondern Bestialität. (S. 39 f.) G. Lohfink legt hier die Philosophie Feuerbachs absichtlich falsch aus. Feuerbach hat nie behauptet, der Mensch könne sich zu immer größerer Vollkommenheit emporarbeiten. Vollkommenheit war für Feuerbach immer nur ein in Gott verselbständigtes Wunschideal des Menschen. Ausgangspunkt für Feuerbach war die Beschränktheit des Menschen!

G. Lohfink meint, dass Hitler wahrscheinlich seine Verbrechen an Millionen von Unschuldigen nicht begangen hätte, wenn er daran geglaubt hätte, dass er einmal vor dem Richterstuhl Gottes stehen würde. (S. 74) Dies ist ein Rückfall in die Heteronomie (Fremdgesetzlichkeit). Neuzeitliche Ethik gründet auf Autonomie (Selbstbestimmung), bei der sich der Mensch nicht länger vom göttlichen Willen bestimmen lässt. (Quelle A) Dass sich Hitler aus „freiem Willen“ für „das Böse“ (bzw. gegen „das Gute“) entschieden hätte, ist aus atheistischer Sicht unterkomplex. Außerdem wirft die Fragestellung das Theodizeeproblem auf: Die postulierte Güte/Allmacht Gottes ist für Atheisten mit dem Leid der Welt nicht zu vereinbaren.
Später stellt G. Lohfink fest, dass Freiheit einen schrecklichen Preis fordert – die Möglichkeit des Bösen. (S. 95) Paradoxerweise ist es genau umgekehrt! Freiheit und Autonomie kann als Belastung, Entscheidungsstress und Angst vor Verantwortung empfunden werden. Folglich kann das Aufgeben von Freiheit und Verantwortung als Entlastung empfunden werden. Das größte Potential zur Unmenschlichkeit, so scheint es, ist das Bedürfnis nach kollektivem Aufgehobensein, sowie nach Verantwortungslosigkeit. Daraus resultiert die gefühlte Attraktivität einer Aufteilung der Welt in Gut und Böse, Freund und Feind, zugehörig und nicht-zugehörig. (Quelle B) Genau hier kommt der Spaltungscharakter religiöser bzw. idealistischer Überzeugungen ins Spiel:
G. Lohfink bestätigt, dass Atheisten auch ein Gefühl für Anstand, Mitleid, Großzügigkeit, Einfühlungsvermögen und Moral hätten. (S. 78 f.) Daraufhin fragt er sich, ob es das Gefühl für Anstand und Moralität bei Atheisten überhaupt geben könnte, wenn die lange Geschichte des Kampfes um das Gute nicht vorausgegangen wäre, wenn es Mose u. Jesu und die großen Heiligen der Kirche nicht gegeben hätte. (S. 79) Aus Atheistischer Sicht liegt hier eine verklärte Vorstellung von Jesus und den Heiligen vor. Die Schattenseite des Kampfes um „das Gute“ ist, dass diejenigen, welche sich als „die Guten“ betrachten, mit edlen/hehren Idealen Böse Taten begehen können. Ein tugendhafter Idealismus kann sich in einen fanatischen Idealismus verkehren. Hat man „die Anderen“ erst als „die Bösen“ gebrandmarkt, können Gräueltaten gegen Sie leicht zur heiligen Pflicht werden. (Quelle C) Als Beispiel sei Adolf Eichmann angeführt, für den das, was seinem Volke nützt, heiliger Befehl und heiliges Gesetz war. (Quelle D)
Wenn argumentiert wird, die Religion bringe die Gewalt in die Welt und sei deshalb hochgefährlich, kontert G. Lohfink mit der Evolutionstheorie. Der Mensch hat die Gewalt von seinen tierischen Vorfahren geerbt und diese haben bekanntlich keine Religion. (S. 98) Wenn überhaupt wäre evolutionär entstandenen Trieben die Schuld für die Gewalt in die Schuhe zu schieben, aber nicht „der Evolutionstheorie“. Hiermit lenkt Lohfink davon ab, dass Religionen die Interpretationen von Situationen liefern, die zu Gewalthandlungen von Einzelnen oder Gruppen führen können. Tötung kann als Handlung im Ritual heilig sein. Die Symbolik des Märtyrertodes oder die heilsgeschichtliche Dimension des Kampfes zwischen Gut und Böse motiviert die Einzelnen zusätzlich zu Gewalttaten. (Quelle E) Ein präventiv-aufklärerisches Bennen der potentiellen Gefahren der Gewalt wäre hier wichtig und fortschrittlich gewesen.
Dann fährt G. Lohfink fort: Will der Mensch seine noch tierischen Gewaltmechanismen ordnen und umformen, ist die Religion eine entscheidende Hilfe. (S. 98 f.) Moral ist weder hinsichtlich der Begründung noch der Motivation auf Religion angewiesen, aber Religionen können in verschiedener Weise einen positiven Beitrag zur Stärkung der moralischen Motivation leisten. (Quelle F)
Bezug nehmend auf Jan Assmanns Buch „Die mosaische Unterscheidung“ wehrt sich G. Lohfink gegen den Vorwurf, dass durch die monotheistische Religion eine neue Form von Intoleranz und Hass in die Welt gekommen sei. Er betont, dass es in der Christentumsgeschichte sicherlich Hass und Intoleranz gegeben hat, geht aber nicht weiter darauf ein. Taktisch weicht er auf die positiven Seiten des Christentums aus, den außerordentlichen Einsatz in der Welt Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden herzustellen. (S. 127)

Wissenschaftlern wie Richard Dawkins wirft G. Lohfink vor, sie würden die Grenzen Ihrer Methode nicht begreifen und aus der Naturwissenschaft einen Universalschlüssel für die Erklärung der Welt und des Menschen machen. (S. 28) Hinter dem Wissen von Gott steht eine dreitausendjährigen Erfahrungsgeschichte. Solcher Gotteserfahrung die Qualität echter Erkenntnis abzusprechen, würde keine wissenschaftliche Offenheit verraten. (S. 30) Hier wäre es richtig gewesen, wenn G. Lohfink von „Gewissheit“ statt von „echter Erkenntnis“ gesprochen hätte. Des Weiteren argumentiere R. Dawkins wie E. Haeckel gegen das Christentum mit einer weltanschaulich eingefärbten Evolutionstheorie statt mit einer wissenschaftlich offenen. G. Lohfink überspringt die Beantwortung der Fragen, was genau mit „wissenschaftlich offen“ gemeint sein soll, indem er schreibt, wir können an dieser Stelle etwas schneller vorangehen. (S. 51)
Vertreten Wissenschaftler einen kritischen Rationalismus, ist dieser grundsätzlich „offen“. Er schließt mit ein, sich irren zu können. (Quelle G) Für G. Lohfink ist die Evolutionstheorie kein Beweis gegen Gott. (S. 60)

Einige Bibelstellen seien genannt: Es wird auf die Bergpredigt eingegangen. (S. 76 f.) G. Lohfink erklärt, wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ richtig zu verstehen ist (S. 105). Die Ausrottungsbefehle (z. B. der Stadt Ai in Josua) waren laut G. Lohfink eher Ermutigungsworte (S. 108). Wo wir gerade beim Thema Ausrottung sind, sei erwähnt, dass G. Lohfink verschweigt, was sich hinter dem harmlos klingenden Wort „Bann“ im AT verbirgt: Massenmord im Namen Gottes. (Quelle H) Auch der berühmte Bibeltext Jesaja 2, 2-5 darf nicht fehlen, in dem aus Schwertern Pflugschare und aus Lanzen Winzermesser geschmiedet werden. (S. 110) Wieder verschweigt G. Lohfink in diesem Zusammenhang den Bibelvers Joël 4,10, in dem genau zum Gegenteil aufgerufen wird!

Für G. Lohfink ist die Auferstehung die Antwort Gottes auf alles Leid der Welt. (S. 96) Sein Appell lautet: In Freiheit Verantwortung übernehmen und dorthin gehen, wo unsere Hilfe gebraucht wird. G. Lohfink sieht in Atheisten verkappte Christen, wenn er sich fragt, ob es nicht möglich wäre, gerade in diesem Punkt mit allen Atheisten zusammenzukommen, vor allem mit den „bekümmerten“ Atheisten, die ja eigentlich an Gott glauben möchten, es aber angesichts des Elends der Welt nicht können? (S. 97) Für Atheisten ist der Unglaube die logische Konsequenz aus dem Theodizeeproblem.

Dick Francis argumentiert in seinem Roman „Unbestechlich“, dass historisch gesehen mehr Leute an der Religion als an Krebs gestorben sind. G. Lohfink findet diese Behauptung infam und unbeweisbar. Für Ihn ist es viel wahrscheinlicher, dass die Menschheit längst an globaler Depression zugrunde gegangen wäre, wenn es nicht den Trost und das Glück des Glaubens an Gott gäbe. (S. 101) Anscheinend ist G. Lohfink hier nicht bewusst, dass es sich um eine Romanaussage und keine wissenschaftliche Aussage handelt. Auch wenn in der Gesamtbilanz die Religion bei der Lebensbewältigung unterstützend zu sein scheint, kann sie auch Angst und Depression erzeugen! (Quelle I)

Atheisten müssten den Mut haben zu sagen, wir leben in einer im Grunde Sinnlosen, grotesken und absurden Welt. Der Christ muss sich dies nicht sagen. (S. 140) Der Atheist muss entweder annehmen, dass es die Welt schon immer gibt, Materie und Energie ewig sind – oder er muss annehmen, dass der Kosmos spontan aus dem Nichts entstanden ist. (S. 141)
Es ist fraglich, ob der Mensch „vorbelastet“ ist, einen ersten Grund, ein letztes Ziel und einen tiefsten Halt der Wirklichkeit erkennen zu wollen. G. Lohfink versucht hier implizite oder explizite Voraussetzungen zu machen, alle Menschen sollten gleichsam wesensmäßig den Wunsch oder die Sehnsucht nach Spiritualität und der Verbindung mit einer höheren transzendenten Wirklichkeit haben. Gläubige sollten akzeptieren, dass Atheisten den Menschen als ein Produkt der biologischen und kulturellen Evolution sehen, der sich seine Ziele selbst setzen kann bzw. muss. (Quelle J)

Quellen:
Quelle A: Religionsethik: Ein Grundriss (Ethik – Grundlagen und Handlungsfelder), vgl. S. 57 f.; Quelle B: Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden (Die Zeit des Nationalsozialismus), vgl. S. 276 f.; Quelle C: Vom Bösen: Warum es menschliche Grausamkeit gibt, vgl. S. 203 f.; Quelle D: Eichmanns Memorien, Irmtrud Wojak, vgl. S. 63; Quelle E: Konflikt – Integration – Religion: Religionswissenschaftliche Perspektiven, vgl. S. 70; Quelle F: siehe Quelle A, vgl. S. 174; Quelle G: Erkenntnis, Ethik und Alltagsdenken, Guiseppe Franco, S. 154 f.; Quelle H: Lexikon der Biblischen Irrtümer, Walter-Jörg Langbein, 2006, S. 32-36; Quelle I: Der Mensch – Evolution, Natur und Kultur, vgl. S. 169; Quelle J: siehe Quelle A, vgl. S. 109 f.

 

Aiman Mazyek: Dodo des Monats Mai 2017

Dodo des Monats Mai 2017 ©HFR

Der Ramadan ist unwichtig und nur für die Menschen von Bedeutung, die meinen, dass im „heißen Monat“, die erste Auflage des Korans vom Himmel Gottes herab gesandt wurde. Medienberater und Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek sieht Parallelen zum Weihnachtsfest. Der Wunsch, eine Brücke zum überbordenden Weihnachtsfest der Christenheit zu bauen ist verständlich, es ist der Versuch Ungläubige mit dem Gefühl der religiösen Solidarität zu kapern. Das hat was von religiösen Korpsgeist, wir alten Kämpfer Gottes, zumindest des Gottes Abrahams. Die Pfaffen nicken wohlgefällig und denken du armes Schwein, an unsere Geldtöpfe kommst du noch lange nicht.
Das Weihnachtsfest der Christenheit ist ein Sauf-und Fressgelage, Konsum über alles und wenn der Coca-Cola-Weihnachtsmann durchs Dorf fährt war es ein schönes. Verkitscht rieselt der Schnee auf deutsche Tannen, Glöckchen erklingen und die Tochter Zion macht auf das Tor weit. Nach erfolgreicher Besamung Marias durch Gott, bringt sie den Bengel eben in jener Weihnachtsnacht zur Welt. Gott gelingt das schier Unmögliche er wird Sohn und ist Vater zugleich. Wer den Christengott einen tricky dick nennt liegt nicht soweit daneben.
In Abhängigkeit von der Größe der Geldkatze der Eltern werden alle beschenkt. Das Weihnachtsfest in deutschen Stuben hat sich schon lange von seinen religiösen Inhalten verabschiedet, ob das Fest schön war wird im KaDeWe oder bei der Tafel um die Ecke entschieden. Die klingelnden Glöckchen sind denen der Kassen verdammt ähnlich.

Jetzt kommt der Gegensatz, Hunger von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nach dem Gesetz wird Fasten als Enthaltung von bestimmten Tätigkeiten definiert: Verzehr von irdischen Substanzen und Speisen sowie Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit. Hört sich nicht nur Scheiße an, ist es auch. Mit diesem Wissen ist es leichter Muslime zu verstehen, die über den Fastentag intelligenz-und leistungsgemindert bis zum Sonnenuntergang kommen müssen. Dann ist Fastenbrechen angesagt, damit niemand mit Hungerödemen und halluzinierend göttliche Erscheinungen bekommt.

Mazyek kann sich gar nicht wünschen, dass der Fastenmonat die Bedeutung christlicher Feste erlangt. Jüngst wurden in Tunesien junge Männer zu Haftstrafen verurteilt, weil sie im Ramadan gegessen, getrunken und geraucht hatten. Es ist einfach unvorstellbar in der S-Bahn zu sitzen und die Gerüche der Imbissbuden und Schnellküchen nicht vernehmen zu können. Aber Mazyek schwebt genau das vor. Ramadan als gesetzlicher Feiertagsmonat, kollektives Zwangshungern, staatlich sanktioniert. In der Dunkelheit der Nacht wird aufgeholt was am Tage versäumt wurde. Bigott, der Glaube, die Rituale und Gott, ob nun Allah, Jesus, Shiva oder Thor, Kontrolle ist alles.
Wer sich am nicht-fasten-wollen stört hat Pech. Es gibt keine verbindlichen Gesetze im Lande die das untersagen. Der hungernde, verständnisvolle Muslim geht den Ungläubigen aus dem Weg. Wer Rücksicht auf sein Fasten fordert will kontrollieren, genau das ist freiwillig Hungernden zu versagen.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Immer dann, wenn die Wunder Gottes am größten waren, war es die Dummheit der Menschen auch.

 

Mathematik und Realität

Einige Geisteswissenschaftler, etwa der Anglist und Publizist Dietrich Schwanitz, haben die These vertreten, wonach mathematisches und naturwissenschaftliches Wissen nicht kulturrelevant sei und ihm daher auch keine allgemeinbildende Rolle zukomme.

Von Roland Pilous | Spektrum.de

Der Naturphilosoph Bernulf Kanitscheider sieht das ganz anders. Schuld an einer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit mathematischen und naturwissenschaftlichen Wissens, schreibt er, sei dessen instrumentalistische Deutung. Ihr zufolge ist dieses Wissen ein Werkzeugkasten, dessen Relevanz sich in technischen Anwendungen erschöpft.

Kanitschneider hält dem die realistische Deutung entgegen: Wenn sich die Aussagen der Mathematik und Physik auf etwas real Existierendes beziehen und die Struktur der Welt beschreiben, dann haben sie eine entsprechend große Relevanz für die Allgemeinbildung und vielleicht sogar für die Sinngebung des Lebens. Kanitscheiders neues Buch bietet nicht etwa einen neutralen Überblick über philosophische Deutungen der Mathematik, wie man angesichts des Titels vermuten könnte. Vielmehr ist sein Hauptanliegen, die realistische Deutung der Mathematik und Physik zu stützen.

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Wahl Dodo des Monats Mai 2017

Dodo des Monats Mai 2017 ©HFR

Der evangelische Kirchentag im Monat hatte seine Schatten voraus geworfen. Gebündelte politische Religiotie bis hoch zur Kanzlerin war täglich zu lesen. Drohnen-König Obama, der mit seinen außergerichtlichen Exekutionen Rekorde brach, half ihr beim Wahlkampf. Bedford-Strohm und Käßmann lieferten den religiösen Mob dazu. Besoffen im Luther-Kult äußerte sich fast die gesamte Bundesregierung zum Judenhasser, Sexisten und Obrigkeitsapostel Luther. Egal, der fette Pfaffe hat sich durchaus ins Gedächtnis der Massen gebrannt. Die Diktatoren der jüngsten Vergangenheit hätten Tränen der Rührung in den Augen, vor soviel Kult.
Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.06. 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt.

Viel Spaß!

  1.  Michael Diener, „Bibel-Fundamentalismus jenseits der Menschenwürde.“
  2.  Uni Siegen, „wer beten will sollte in seinen Tempel gehen und keine Uni damit belästigen.“
  3. Ahmed Mohammad al-Tayyeb, „verwirrte Sinne um Terror und Islam.“
  4.  Christian Schmidt, „Kirchen in der Politik verstecken die eigene Inkompetenz.“
  5.  Aiman Mazyek, „Ramadan ist wie Weihnachten, nur ohne Sättigungsgefühl.“
  6.  Claudia Janssen, „professoraler Unsinn zum Thema Menschenrechte.“
  7.  Angela Merkel, “ Beten in der Shopping-Mall.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „weiß nicht was Glaube für Berge versetzen kann.“
  9.  Uwe Junge, „der Vernichtungskrieg der Wehrmacht hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun.“
  10.  Sigmar Gabriel, „sucht Frieden in heiligen Büchern.“
  11.  Markus Dröge, „je weniger Jesus-Fans ihm folgen, um so lauter wird er.“
  12.  Rainer Podeswa, „hat schmutzige Träume mit Hexen.“
  13.  Hedwig von Beverfoerde, „Bildungsresitenz im niederen Adel.
  14.  Michael Müller, „wird mutig, wenn er einen Kirchentag feiern kann.“
  15.  Gerhard L. Müller, „hat keine Ahnung von Religionsfreiheit.“
  16. Thomas de Maizière, „der religiöse Kitt hält die Gläubigen schön ruhig.“

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