»Human Roots Award« an den Evolutionsbiologen Richard Dawkins überreicht

Richard Dawkins, Screengrab
Am 10. November 2017 verlieh das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS zum ersten Mal den »Human Roots Award« für herausragende wissenschaftliche Leistungen und ihren Einfluss auf die Archäologie der Menschwerdung. Mehr als 100 geladene Gäste aus dem In- und Ausland waren anwesend, als der mit 10.000 Euro dotierte Preis an den Evolutionsbiologen und Ethologen Professor Richard Dawkins übergeben wurde. Ausgezeichnet wurde er für die Bedeutung seiner Forschung auf das Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution. Dawkins blieb über eine Woche zu Gast in Neuwied, um sich unter anderem mit den Wissenschaftlern in MONREPOS auszutauschen.
Christina Nitzsche Bildung und Kommunikation
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

„Wir wollen mit dem Preis den interdisziplinären wissenschaftlichen Dialog fördern und das öffentliche Bewusstsein für die Relevanz der Erkenntnisse aus der Erforschung der Menschwerdung für die Zukunft der Menschheit schaffen“, so beschrieb Prof. Sabine Gaudzinski-Windheuser, Leiterin von MONREPOS, die Bedeutung des neu geschaffenen Preises. Mit dem Award solle aus der archäologischen Sicht auf die „Menschwerdung“ und dem Blick auf das „Menschsein“ heute eine Brücke zwischen zum „Menschbleiben“ in der Zukunft geschlagen werden. Denn nur mit einer solchen humanistischen Agenda lasse sich die Zukunft der Menschheit nachhaltig gestalten.

In Vertretung seines Vaters, Prof. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, dem Begründer der Humanethologie sowie Schirmherren des Preises, richtete Dr. Bernolf Eibl-Eibesfeldt ein Grußwort an die Gäste. Er freue sich besonders darüber, dass ein derart renommierter Wissenschaftler wie Richard Dawkins mit dem ersten »Human Roots Award« ausgezeichnet wurde.

Die Laudatoren, Dr. Lutz Kindler und Dr. Olaf Jöris, beide MONREPOS, zeichneten das wissenschaftliche Wirken Dawkins‘ nach und betonten seinen Einfluss auf die Erforschung der Menschwerdung und auf die Vermittlung von Wissenschaft. „Niemand setzt sich so sehr für die Anerkennung der Evolution als Fakt ein wie Richard Dawkins“, trug Kindler vor, „nicht nur um die Natur zu begreifen, sondern auch, um unser menschliches Selbstbild zu verstehen“. Dies mache ihn zu einem führenden Denker unserer Zeit. Seine Sicht auf die natürliche Selektion reiche weit über die Grenzen der Evolutionstheorie hinaus und habe eine enorme Auswirkung auf die Art und Weise, wie die Archäologie die Evolution des menschlichen Verhaltens untersucht und zu erklären versucht. „So ist Richard Dawkins nicht nur einer der Gründungsväter der Soziobiologie […], er ist zudem richtungsweisend für alle Disziplinen, die an der Schnittstelle zwischen Geisteswissenschaften, Sozial- und Biowissenschaften arbeiten, ganz wie wir hier in Monrepos unsere Archäologie verstehen.“

Jöris brachte in seinem Beitrag Dawkins’ Sicht auf die Bedeutung von Wissenschaft für die Gesellschaft („Public understanding of Science“) auf den Punkt: „Wissenschaft ist bedeutungslos oder überflüssig, wenn sie keine Konsequenzen für unser Leben und für unsere Zukunft hat!“. So setze sich auch MONREPOS unter anderem mit seiner Dauerausstellung »MenschlICHes VERSTEHEN« dafür ein, seine Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und dieser ihre Verantwortung für die Zukunft aufzuzeigen. Mit den Worten „Wie unsere zukünftige Welt aussehen wird, liegt in unseren Händen. Unser Menschbleiben hängt von der Summe der Erkenntnisse ab, die wir den Forschungen zum Menschsein heute entlocken, sowie den Einsichten aus unserer tiefen Vergangenheit, die im Pleistozän begann und in der sich unsere heutigen Verhaltensweisen formten und akkumulierten“, schloss Jöris seine Laudatio und leite zur Preisverleihung durch Eibl-Eibesfeldt über.

Dawkins zeigte sich gerührt von der Auszeichnung und widmete seinen Vortrag der Kernaussage all seiner wissenschaftlichen Arbeiten: der Bedeutung des Gens als zentraler Selektionseinheit der Evolution. Dass Wissenschaft keine trockene Materie ist, zeigte sich im Anschluss der Preisverleihung. Bis tief in die Nacht feierten die Gäste mit dem Preisträger.

Am nächsten Tag schloss eine Frühstücksdebatte zum Thema „Menschliche Universalien“ das Programm ab. 18 Teilnehmer – international renommierte Wissenschaftler aus den Bereichen Archäologie, Ethnologie, Sozialpsychologie, Physik, Philosophie, den Politik- und Wirtschaftswissenschaften – diskutierten über Ursachen und Formen innerartlicher Gewalt unter der Fragestellung „Ist der Mensch eine aggressive Spezies?“. Die Frage „Woher kommt unsere menschliche Historizität?“ leitete das zweite Thema der belebten Debatte ein. Bei beiden Fragen ging es wesentlich darum, sich einer Antwort zu nähern, die zu erkennen hilft, was den Menschen von Natur aus auszeichnet, und welches der Grad der kulturellen Überprägung oder Modulation seiner ist – ein Thema für weitere Debatten, das nur inter- bzw. transdisziplinär angegangen werden kann.

Die Verleihung des »Human Roots Award« lenke den Blick auf einen besonderen Forschungszweig des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, sagte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf in einer Stellungnahme. „Mit seiner Außenstelle MONREPOS vermittelt es anschaulich und innovativ, wie sich menschliches Verhalten in der Frühzeit entwickelt hat und welche Verhaltensweisen bis heute fortwirken. Die Qualität der Forschungsleistungen und die Besonderheit des Vermittlungsansatzes von MONREPOS sind weithin anerkannt und wurden erst im letzten Jahr durch eine wissenschaftlichen Begutachtung als besonders positiv herausgestellt.“

Möglich gemacht wurde die Preisverleihung durch das private Engagement von Prof. Dr. Max Otte, einem bekannten deutsch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, der das Preisgeld großzügig zur Verfügung stellte.

„Die positive Resonanz der Gäste und aller Beteiligten ist auch von Einfluss für künftige Aktivitäten in MONREPOS“, berichtet Sabine Gaudzinski-Windheuser kurz nach der Veranstaltung. Zur nächsten Preisverleihung käme Dawkins gerne wieder als Gast nach MONREPOS, so die Abschiedsworte des Preisträgers nach seinem einwöchigen Aufenthalt in Neuwied.

Koordination
Univ.-Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser, Dr. Olaf Jöris; Dr. Lutz Kindler

Kontakt
Dr. Olaf Jöris | Tel.: +49 (0) 2631 9772 14 | Mail: joeris@rgzm.de

Pressestelle des RGZM
Ebru Esmen M.A. | Tel.: +49 (0) 6131 9124 165 | Mail: esmen@rgzm.de

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Ein neu gegründeter Verein unterstützt geflüchtete Ex-Muslime in Deutschland

Bild: hpd.de
„Ich hatte das Gefühl, Saudi-Arabien nie verlassen zu haben!“ Mit diesen Worten charakterisierte die Ex-Muslimin Rana Ahmad die Situation in dem Kölner Flüchtlingslager, in dem man sie nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien untergebracht hatte. Die besonderen Probleme von Ex-Muslimen, die vor dem politischen Islam nach Deutschland geflüchtet sind und in Flüchtlingslagern mit streng gläubigen Muslimen zusammenleben müssen, werden noch immer sträflich ignoriert. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in Köln der Verein „Säkulare Flüchtlingshilfe“ gegründet, der am vergangenen Freitag beim internationalen Festakt „10 Jahre Ex-Muslime“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

hpd.de

Mit Unterstützung des Zentralrats der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung hat der Verein eine Broschüre herausgebracht, die die „Herausforderungen und Ziele der Säkularen Flüchtlingshilfe“ (siehe Anlage) beschreibt. Die Broschüre zeigt die politischen Forderungen des Vereins auf, geht aber auch auf die Geschichte von Rana Ahmad ein, die in Köln feststellen musste, dass die Gefahr, vor der sie geflohen war, mit ihr gereist war, nämlich in Gestalt anderer Flüchtlinge. Rana wurde in Deutschland von streng gläubigen Muslimen bedroht – wie zuvor in Saudi-Arabien. Sie musste um ihr Leben fürchten – wie in Saudi-Arabien. In ihrer Verzweiflung nahm sie Kontakt zum Zentralrat der Ex-Muslime und zur gbs Köln auf und entschloss sich, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Schon im Juni 2016 erschien ein erster großer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im September war sie gleich zwei Mal in der Sendung sternTV zu Gast.

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Friedrich Dürrenmatt – Atheist aus Gnaden

Friedrich Dürrenmatt bei der Verleihung des Ernst-Robert-Curtius-Preises für Essayistik 1989 in Bonn. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0

Als Sohn eines Pfarrers hat man es nicht leicht. Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt arbeitete sich sein Leben lang am Elternhaus ab. Dabei ließ ihn die Religion nie los.

Von Sebastian Moll | Die Tagespost

Die ganze Welt sei ein Theater zur Darstellung der Ehre Gottes, hatte der Genfer Reformator Johannes Calvin gepredigt. Wie sehr hätte er sich gefreut, zu diesem Zweck einen der bedeutendsten Bühnenautoren des 20. Jahrhunderts an seiner Seite zu haben. Doch Friedrich Dürrenmatt, der als Sohn eines reformierten Pfarrers bestens mit den Werken Calvins vertraut gewesen sein dürfte, hatte andere Pläne.

Dürrenmatt erblickte 1921 im schweizerischen Dorf Konolfingen das Licht der Welt. Ist das Leben als Pfarrerssohn ohnehin schon mit einer gewissen Mühsal verbunden, potenziert sich diese durch das dörfliche Umfeld noch um ein Vielfaches. Der Betroffene selbst schreibt im Rückblick: „Das Dorf ist grausam. Noch unerbittlicher sind die Kinder. Der Sohn des Pfarrers ist nicht einer von ihnen. Er ist anders. Vor ihm verschweigt man vieles, auch die Erwachsenen reden nicht ohne Vorsicht. Der Sohn des Pfarrers lebt mit der Jugend des Dorfes, ohne ihr anzugehören. Er ist von ihr nur geduldet. Sie ist ihm gegenüber misstrauisch, oft höhnisch. Ich wusste nie, zu welcher Gruppe ich gehörte. Ich wurde ein Einzelgänger.“ Dürrenmatts überdurchschnittliche Begabung dürfte ebenfalls nicht zu einer leichten Eingliederung in sein Umfeld beigetragen haben. Es ist somit wenig verwunderlich, dass er auch die Schule als „wahnsinnigen Zwang“ empfindet, in der er sich immer „irgendwie als der böse Geist in der Klasse“ fühlte. Gemeinschaft mit den anderen Kindern fand der junge Friedrich aber im kreativen Nachspielen des in der Schule Gehörten, sei es in der Inszenierung der eidgenössischen Schlachten oder im Nachahmen germanischer Mythen.

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Australien: Atheisten-Kongress wird abgesagt – wegen fehlenden Interesses

Bild: atheistconvention.org.au
Er sollte im Februar 2018 stattfinden, der Globale Atheisten-Kongress, bei dem unter anderem Richard Dawkins gesprochen hätte. Nun wurde er abgesagt, die Ticket-Verkaufszahlen lägen deutlich unter den Erwartungen, heisst es.

jesus.ch

«Reason to hope» (Grund zur Hoffnung) wäre das Motto eines atheistischen Kongresses in Australien gewesen, wobei die Betonung auf «Reason» liegt, was auf Englisch auch «Verstand» bedeutet. Doch die Konferenz, die für Februar 2018 geplant war, wurde abgesagt – aufgrund fehlenden Interesses, wie lokale Medien berichten.

Erwartungen nicht erfüllt

Hauptsprecher der Global Atheist Convention wäre der iranische Autor Salman Rushdie gewesen, ausserdem Richard Dawkins und Ben Goldacre. Doch nun wurde auf der Webseite der Atheistischen Stiftung Australiens, welche den Kongress organisiert hatte, die Absage bekannt gemacht; bereits gekaufte Tickets werden rückerstattet. Zur Begründung heisst es im Fragen- und Antworten-Bereich: «Der Ticket-Verkauf blieb erheblich unter den Erwartungen und unter den Verkaufszahlen früherer Kongresse. Deshalb kann der Kongress leider nicht durchgeführt werden.» Der letzte atheistische Kongress hatte 2012 mit über 4’000 Teilnehmern stattgefunden und war als grosser Erfolg bezeichnet worden.

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Ayaan Hirsi Ali on free speech

Ayaan Hirsi Ali. Image: Church and State
When the Cartoon Crisis was at its peak in January and February 2006, I recognized among critical Muslims and ex-Muslims in the West a pattern similar to the one I had seen among Soviet dissidents. I found it striking that so many Muslim dissidents, regardless of where they positioned themselves in the political spectrum, supported the cartoons’ publication.

By Flemming Rose | Church and State

They viewed the drawings as input to the struggle for free speech and free religious exercise against totalitarian regimes and movements. Like the Soviet dissidents, they were speaking out against the fear society and warning of the consequences of bowing down to intimidation.

That view was evident in a manifesto published in several European newspapers (including Jyllands-Posten) in February 2006, titled “Together Facing the New Totalitarianism.”[1] That manifesto was a reaction against the violence and threats that had issued from publication of the cartoons. It was signed by prominent former Muslims and secular Muslims, all of whom had grown up in Muslim societies and were now critical of Islam as a political instrument of persecution wielded against freethinkers. All had personally received threats because of their opinions, though they assumed widely different political standpoints—from Iranian-born communist Maryam Namazie and left-wing activist Chahla Chafiq to the liberal Ayaan Hirsi Ali from Somalia; from practicing Muslim Irshad Manji to atheists Ibn Warraq and Salman Rushdie; from professors Antoine Sfeir and Mehdi Mozaffari to author Taslima Nasreen. In addition, the statement was signed by three French intellectuals: Bernard-Henri Lévy, Caroline Fourest, and Philippe Val. The latter two were from the satirical publication Charlie Hebdo, a magazine that was sued in 2007 for reprinting the cartoons, only to be acquitted.

The statement read:

After having overcome fascism, Nazism, and Stalinism, the world now faces a new global totalitarian threat: Islamism. We writers, journalists, intellectuals, call for resistance to religious totalitarianism and for the promotion of freedom, equal opportunity and secular values for all. Recent events, prompted by the publication of drawings of Muhammad in European newspapers, have revealed the necessity of the struggle for these universal values. This struggle will not be won by arms, but in the ideological field.

Islamism is a reactionary ideology that kills equality, freedom, and secularism wherever it is present. Its victory can only lead to a world of injustice and domination: men over women, fundamentalists over others. On the contrary, we must ensure access to universal rights for the oppressed or those discriminated against.

The statement concluded:

We refuse to renounce our critical spirit out of fear of being accused of “Islamophobia,” a wretched concept that confuses criticism of Islam as a religion and stigmatization of those who believe in it. We defend the universality of the freedom of expression, so that a critical spirit can exist in every continent, towards each and every maltreatment and dogma. We appeal to democrats and free spirits in every country that our century may be one of light and not dark.

As a reaction to the debate on the Muhammad cartoons, so-called Councils of Ex-Muslims were established in a number of European countries under the unifying banner “We have renounced religion!” The significance of this movement for people of Muslim background and their rights as individuals to convert, give up, or practice their religion can hardly be exaggerated, but it was also of considerable importance for Europe as a community upholding the freedom and rights of the individual. The Councils of Ex-Muslims began speaking out against the culture of fear in Muslim societies, challenging intimidation of the individual by Islamic movements and governments. Rejecting fear, they openly stepped forward and appeared, with their photographs, on websites and brochures for branches set up in Belgium, Denmark, Germany, Great Britain, Sweden, Switzerland, and other countries. It was a direct challenge to the totalitarian society, which can only exist as long as its people submit to the intimidation that forms the basis of social control.[2]

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Was wäre, wenn es einen intelligenten Designer gäbe?

Ist der komplexe Kosmos wirklich nur Zufall? Oder hat ein intelligenter Urheber alles vom Paradies bis RTL II geplant? Wissenschaftskabarettist Vince Ebert setzt auf die Evolution.

Von Vince Ebert | spektrum.de

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Das menschliche Schienbein beispielsweise ist ein nahezu perfektes Sinnesorgan, um im Dunkeln scharfkantige Möbelstücke zu finden. Kann so etwas Hochkomplexes wie der Mensch nur durch reinen Zufall entstanden sein? Muss da nicht ein geheimnisvoller, schöpferischer Plan dahinterstecken? 2007 ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung die Evolutionstheorie als Erklärung für die Vielfalt des Lebens ablehnen.

Die Befragten waren überzeugt, der langwierige Entwicklungsprozess vom einfachen Einzeller bis hin zu einem komplexen Lebewesen wie David Hasselhoff könne nur durch die zentrale Steuerung einer höheren Macht zu Stande gekommen sein. Die Anhänger dieses Gegenentwurfs zur Evolutionstheorie nennen ihre Idee „Intelligent Design“. Im Gegensatz zu den Kreationisten nehmen sie keinen Bezug auf die Bibel, sondern lassen die Identität des Schöpfers offen. Dadurch postulieren sie einen wissenschaftlichen Ansatz und sind mit allen Gottesvorstellungen kompatibel.

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Margot Käßmann: Dodo des Monats Oktober

Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Halloween, alte heidnische Tradition mit einer ganz dünnen Decke des Christentums. Die katholischen Iren brachten das Fest, als Einwanderer, in die USA. Einer der christlichen Fixpunkte der Nacht der Geister und Dämonen ist das Hochfest Allerheiligen der Katholiken. Gedenkt man dort an die armen Seelen die im Fegefeuer schmoren. Irdisches Leid als transportierte Strafe über den Tod hinaus. Die Enzyklopädia Britannica leitet Halloween von den Kelten her ab. Das Ende des Sommers, das Vieh kehrte von den Weiden in die Ställe zurück. Freudenfeuer, Knochenfeuer, genährt aus den Knochen des Schlachtviehs um die Vorräte für den Winter anzulegen. Wahrsagerei war üblich, zumal das Jahr der Kelten im November begann, Halloween ein Freudenfest. Die Kirche war dagegen, obwohl nur im Bereich der katholischen Kirche in Großbritannien gefeiert wurde. Bibelfundamentalisten sehen in Halloween gar den Teufel am Werk. Geblieben sind um die Häuser ziehende Kinder, verkleidet wie zu Karnevalszeiten erbetteln sie sich Süßigkeiten an den Haustüren.
Halloween am Reformationstag, da geht Käßmann jedweder Humor verlustig, bei der Verteilung dessen scheint sie eh etwas zu kurz gekommen sein. Da kommt der Aufschrei: „Kommerz.“ Für sie nur negativ konnotiert, sofern dem von ihr geliebten Luther nicht gehuldigt wird. Diese Kinder kümmern sich einen Dreck um den fetten Pfaffen.
Käßmann, das ist sicher lebt in einer anderen Welt, einer anderen Realität, fast eifersüchtig geht sie gegen Kritik an Luther und an der Party zum 500. Luther-Jubiläum vor. Egal wer, sie beißt sofort. Sie hätte die Worte ihres Meister verinnerlichen sollen:

[…]daß das Weib geschaffen ist zur Haushaltung, der Mann aber zur Policey, zu weltlichem Regiment, zu Kriegen und Gerichtshändeln, die zu verwalten und zu führen.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 42

Kommen wir zur evangelischen Geldgier zum Reformationsjubiläum, die jede Halloween-Party zum lausigen Mineralwasserbesäufnis werden lässt.
Nehmen wir die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, dort dürften die meisten Luther-Events stattgefunden haben.
In Sachsen-Anhalten gehören 12,7% der Bevölkerung der evangelischen Kirche an. Nebenbei, 80% sind konfessionlos. Das Land gibt zur Käßmannschen Lutherparty 80 Millionen Euro aus. Allein die Sanierung des Wittenberger-Schloßkomplexes hat den Steuerzahler 32,8 Millionen Euro gekostet. Nach Fertigstellung erfolgte die Übergabe an die evangelische Kirche. Wie blöd muss man in Sachsen-Anhalt sein, auch konfessionslos-blöd, CDU zu wählen und parasitäres Pfaffentum zu unterstützen. Wieviel Halloween-Parties könnte man denn allein von den Kosten in Wittenberg durchführen, einschließlich der Restauration der „Judensau“, die nach den Todeslagern der Nazis noch als kultureller Höhepunkt der Stadt gesehen wird.

In Thüringen ist es ähnlich. 68% der Bevölkerung sind konfessionslos, 22,2% evangelischen Glaubens. Das Land hat rd. 60 Millionen Euro in die Luther-Sause investiert.  Der evangelische Christ Bodo Ramelow spricht selbst von Investitionen. Kommerz? Welch garstiges Wort. Luther ist Handelsmarke, jeder will an Luther verdienen, Touristen locken mit Luther-Bier, Luther-Brote, Luther-Playmobil. Es geht ums Geld, verdienen mit Luther.

Kommerz, ursprünglich „Geschäftsleben“ (von lat.: commercium, „Handel“, aus cum „mit(einander)“ und merx „Handelsgut“, über das frz. commerce),[1] wurde teilweise bis ins beginnende 20. Jahrhundert in der ursprünglichen Bedeutung als Synonym für Handel verwendet. Davon abgeleitet war im Deutschen Reich und ist in Österreich der Titel Kommerzienrat. Meyers Konversations-Lexikon erachtete 1888 den Begriff für veraltet.[2]

Heute wird der Ausdruck meist abwertend im Sinne eines allein auf Gewinnerzielung gerichteten Interesses verwendet.[3][4] Im Gegensatz dazu wird „nichtkommerziell“ als „ohne Gewinnerzielungsabsicht“ verwendet und oft als positives Merkmal für ehrenamtliche, uneigennützige oder lediglich kostendeckende Aktivitäten von Privatpersonen, Vereinen und Gruppierungen herausgestellt.Wikipedia

Der zweite Teil ist jener den Käßmann auf Halloween angewendet haben möchte. Sich und ihre Kirche geriert sie als nützlich, als gemeinnützlich. Wir wissen nicht, wieviele kleine Firmen zur Struktur der evangelischen Kirche gehören und sich an der Party satt machen wollten.
Sind eine Milliarde Euro in die Lutherdekade geflossen? Ein Drittel davon von der Kirche, den Rest hat der Steuerzahler in irgendeiner Form beglichen. Der ganze Lutherkommerz der Evangelischen Kirche in Deutschland ist banal, albern und erbärmlich, wie die Botschafterin, die 10 Jahre lang ein Lutherbild in der Welt verbreitete, ohne auch nur etwas vom Glauben nahe zu bringen. Religiös-spirituell war die Party ein Versager. Da im Merkelschen Protestantismus transparente Demokratie unmöglich ist, respektive vor dem Bundesverfassungericht erstritten werden muss, werden wir wohl eine Bilanz, nicht zu sehen bekommen, der Steuerzahler hat ein Recht darauf.

Die kognitiven Dissonanzen der Margot Käßmann gipfeln in dem Satz:

„Mir tut das leid, denn Luther wollte uns ja nun gerade von der Angst vor Geistern befreien.“Margot Käßmann, stern.de

Luther höchstselbst hat die beste Antwort darauf

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“
Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551

Hexenwahn, Ketzervertilgung, Luther war ein Meister darin.

„Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch – am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.“ (Karlheinz Deschner)

Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Neuer Archäologiepreis an Evolutionsbiologen Dawkins

Ein mit 10 000 Euro dotierter und erstmals verliehener Preis des Forschungsmuseums Monrepos in Neuwied geht an den Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Der Brite erhält den Preis für den Einfluss seiner Forschung auf das Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution. Vergeben wird der Preis namens Human Roots Award an diesem Freitag, wie das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution (Monrepos) am Montag mitteilte.

T-Online

Künftig soll die Auszeichnung jährlich an Archäologen oder Wissenschaftler aus Nachbardisziplinen vergeben werden, die zum Verständnis der menschlichen Evolution beigetragen haben. Begleitet wird die Verleihung von einem Arbeitstreffen von Wissenschaftlern. Der Preisträger wird mehr als eine Woche zu Gast in Neuwied sein.

Kampfatheisten unter der Lupe

Der Walliser Valentin Abgottspon ist einer der bekanntesten Freidenker des Landes. (Bild: Karin Hofer/NZZ)
«Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg dich nicht – geniess das Leben.» Mit solchen Zitaten ziehen die Freidenker in den Kampf gegen die Religion. Was sind das für Menschen, die für ihre Überzeugung bereit sind, den Job zu opfern?

Von Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sie wollen die Kreuze von den Schweizer Berggipfeln verbannen und bekleben Busse und Plakatwände mit Botschaften wie «Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg dich nicht – geniess das Leben». Doch wer sind die Menschen, die solcherlei tun? Die Gruppe der sogenannten Säkularisten ist seit einigen Jahren Gegenstand der Forschungen von Religionssoziologen der Universitäten Lausanne, Bern und Strassburg. Nun liegen erste Erkenntnisse vor, die zeigen, wie die Religionskritiker ticken.

Es gibt nicht wahnsinnig viele von ihnen, nur rund 2000 Personen, von denen die meisten den Freidenkern angehören. Sie haben aber eine grosse mediale Präsenz. Einer der Autoren der Studie, der Religionssoziologe Jörg Stolz, erklärt dies mit dem Umstand, dass die Gruppe der Konfessionslosen permanent wächst: Sie machen bereits rund 22 Prozent der Bevölkerung aus, damit haben sie die Reformierten bald überholt. «Die Öffentlichkeit merkt, dass da etwas Umwälzendes im Gang ist – und es sind die Freidenker, die diesen Wandel verkörpern und stellvertretend für die Religions- und Konfessionslosen sprechen», sagt Stolz. Prominente Köpfe der Bewegung sind Andreas Kyriacou, der Präsident der Freidenker-Vereinigung (FVS), und sein Stellvertreter Valentin Abgottspon. Der Walliser wurde schweizweit bekannt, weil er sich als Oberstufenlehrer weigerte, ein Kruzifix im Schulzimmer aufzuhängen – und deshalb im Herbst 2010 fristlos entlassen wurde.

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Wahl Dodo des Monats Oktober 2017

Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Übersättigung gebiert Ekel. Damit lässt sich der Zustand beschreiben, der durch die Luther-Parties landauf-und ab erzeugt wurde. Man möchte Luther ins Grab kotzen. Kaum einer hat wie er die Medien im Monat Oktober befüllt. Kirche und Politik in wahrer Besoffenheit wenn es um die Darstellung des fetten Pfaffen aus Wittenberg ging. Der Eindruck, dass die Luthers Apologeten nicht nüchtern waren, ist nicht von der Hand zu weisen. Und so wurde der protofaschistische Puritaner Luther in den Himmeln gehoben, es steht zu befürchten, dass er zum tausendjährigen Jubiläum seiner Thesen Jesus ersetzt hat. Dann waren es nicht die Thesen, sondern Luther, welcher an das Portal seiner Kirche genagelt wurde. Der Personenkult um ihn erzeugt Brechreiz. In der Lutherdekade wurde reichlich mit Steuergeldern um sich geworfen. Die ersten Apologeten haben schon angefangen sich zu rechtfertigen, es ging nicht um Glauben, es ging um Denkmalschutz, Infrastruktur, Tourismus und Ökonomie. Luther lieferte das Deckblatt für staatliche Subventionen an die evangelische Kirche.

Die Wahl ist bis zum 07. November 2017, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachabstimmungen sind möglich.  Der Gewinner wird am Tag darauf hier gewürdigt werden.

  1.  Margot Käßmann, „280 Millionen € für Luther sind kein Kommerz.“
  2.  Markus Dröge, „träumt den Traum der Staatskirche.“
  3.  Heinrich Bedford-Strohm, „wünscht sich die Globalisierung seiner EKD.“
  4.  Gregor Gysi, „hat Angst im gottlosen Dunkel.
  5.  Winfried Kretschmann, „sieht Toleranz u. Offenheit, es ist aber nicht klar, worüber er spricht.“
  6.  Angela Merkel, „kennt den Unterschied von Religionsfreiheit u. Laizismus nicht.“
  7.  Ilse Junkermann, „verteidigt die Wittenberger „Judensau.“
  8.  Andreas Germeshausen, „nicht integrierter Integrationsbeauftragter.
  9.  Bodo Ramelow, „Millionen für Luther, also Infrastruktur und Denkmalschutz.“
  10.  CDU-Fraktion Berlin, „wir weichen das Neutralitätsgesetz auf, hinten herum.“
  11.  Frank-Walter Steinmeier, „außenpolitische Erpressung Russlands, wegen einer Kirche.
  12.  Sandra Maischberger, „nicht der hellste Spot im Studio.“
  13.  Horst Seehofer, „will zurück ins 19. Jahrhundert.“
  14.  Stephan Ackermann, „mit dem Missbrauchsskandal seiner Kirche überfordert.
  15.  Martin Dutzmann, „bietet die Lösung für verängstigte, verzweifelte Wähler, Kirche.“
  16.  Johann Hinrich Claussen, „Lesen sei eine fast religiöse Tätigkeit.“
  17.  Robert Spaemann, „hatte es als Christ bei den Nazis besser.

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Das Kopftuch, regressive Beißreflexe oder die Rückkehr der Wahnsinnigen

 Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Schreckliches ist passiert. Eine Professorin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg diskutiert über die Respektlosigkeit von Kopfbedeckungen in Hörsälen. Konkret wird eine Studentin angesprochen, die auf Grund ihrer religiösen Weltsicht ein Kopftuch trägt. Auch diese Art von Kopfbedeckung sei respektlos.
Schon gehen regressive Linke auf die Barrikade, sprich eintrainierte Beißreflexe, die sozialen Medien des Internets dazu und die Sau wird virtuell durchs Dorf getrieben. Liest man die Kommentare und Artikel in den verschiedensten Medien bleibt nur noch zu sagen, wenn sich die Professorin nicht selbst tötet wird sie von der aufgebrachten Meute der Bescheidwisser gesteinigt.
Islamophobie, Herabwürdigung der Menschenwürde, Grundrechte mit den Füßen getreten, Diskriminierung.
Seid ihr noch normal? Seit wann ist Religionsfreiheit grenzenlos? Wo steht geschrieben, dass man in einer Vorlesung, an einer Universität und damit im säkularen Raum, der weltanschaulich neutral seien soll, dauerhaft ein Religionsbekenntnis demonstriert werden darf?
Wer erlaubt euch die Integrität einer säkularen Person anzugreifen und all das was ihr der Studentin zubilligt abzusprechen. Hat die Professorin keine Rechte, muss sie die kontinuierliche religöse Darstellung in ihrer Vorlesung dulden? Nein.

An der al-Azhar-Universität in Kairo, der höchsten theologischen Autorität des sunnitischen Islam sind Kopfbedeckungen für Studentinnen verboten. Der Dekan, welcher gleichzeitig Großmufti von Ägypten ist, hat mal einer Studentin auf dem Campus das Kopftuch heruntergerissen. Kurze Zeit später wurde das Tragen jedweder Kopfbedeckungen per Fatwa verboten. Und hier erklären „progressive“ Linke was Religionsfreiheit ist. Mit anderen Worten für das Tragen eines Kopftuches gibt es keine religiöse Begründung. In diesem Zusammenhang ist auch unverständlich, warum sich Gerichte, Juristen und Politiker in Deutschland nicht an der Rechtsprechung einer theologischen Autorität, wie sie nun mal die al-Azhar ist, orientieren. Ist das Kopftuch religiös nicht begründbar, kann man sich nicht hinter dem Recht auf Religionsfreiheit verstecken.

Der weitaus schlimmere Aspekt dieser Diskussion liegt noch in anderer Hinsicht begründet. Stichtwort. Reformation des Islam. Wir kommen wieder zu Seyran Ateş, Abdel-Hakim Ourghi und Ahmad Mansour. Diese Muslime wollen eine Reform des islamischen Glaubens, auf der Grundlage von Humanismus und Liberalismus, nennen wir es vereinfacht säkularer Islam. Genau diesen Muslimen fallen die regressiven Linken in den Rücken. Seyran Ateş, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin hat weit über 100 Morddrohungen erhalten. Als Rechtsanwältin vertritt sie die Stadt Berlin in der Thematik Kopftuch zur Durchsetzung des Neutralitätsgesetzes. In der Auseinandersetzung mit den Religionen haben die regressiven Linken ihr Kriegsbeil im Rücken fortschrittlicher Muslime begraben.

Hüten wir uns vor den uneingeschränkt Toleranten, sie machen die Intoleranz gesellschaftsfähig.

Du hast noch nicht genug nach Gott gesucht

Foto: pixabay.com
So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.

Von Jori Wehner | Richard-Dawkins-Foundation

Oft gehört: „Du bist Atheist? Dann hast Du noch nicht genug nach Gott gesucht. Sonst hättest Du ihn gefunden.“ Gott verspricht: „So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. (Jeremia 29:13).“

Das ist nicht einmal falsch – lässt sich aber genauso gut über jeden anderen, fiktiven Akteur sagen. Du glaubst nicht an Krishna? Dann hast Du noch nicht genug nach ihm gesucht. Wer Krishna wirklich offenen Herzens sucht, der wird ihn auch irgendwann finden: mit den bewährten Methoden der Autosuggestion, Wahnwahrnehmung und Bestätigungsfehler. Man frage die Hinduisten Südindiens! Krishnas Wirken ist doch nun wirklich unübersehbar! Glauben denn die Skeptiker, die Welt habe sich allein geschaffen? Glauben sie, die glückliche Ankunft meiner Mutter aus dem gefahrenvollen Kriegsgebiet wäre ohne Krishnas Güte und lenkende Hand möglich gewesen? Glauben sie ernsthaft, mein Nachbar hätte seine Drogensucht überwunden ohne Krishnas stärkende Hilfe, um die er täglich gebetet hat?

Wer nur intensiv genug sucht – womöglich durch tiefe emotionale Bedürftigkeit angetrieben – der mag sich irgendwann einreden, ein guter Schutzgeist wache über ihn. Und wer nicht an diesen Schutzgeist glaubt? Der hat noch nicht verzweifelt genug nach ihm gesucht.

Sind die Augen des „Glaubens“ erst einmal geöffnet, findet sich überall Bestätigung.

„Jesus wacht über mich!“ Heute Morgen habe ich eine Tüte Cornflakes umgestoßen – zwei Flocken sind zufällig genau in meine Müslischale gefallen. Wirklich zufällig? Zwei! Das Doppelgebot der Liebe! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Oder waren es drei Cornflakes, die unzufällig, tiefsinnig, theologisch bedeutungsvoll in meine Müslischale gefallen sind? Drei! Glaube, Hoffnung, Liebe! Die Dreifaltigkeit! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Oder waren es vier? Die Evangelien! Das Zeugnis seines irdischen Wirkens! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Gibt es überhaupt eine zufällige Begebenheit, der sich nicht nachträglich und mutwillig eine tiefe, theologische Bedeutung überstülpen lässt? „So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen.“ Das gilt aber dummerweise für jeden unsichtbaren Akteur, den Menschen sich ausdenken und verzweifelt wahrhaben wollen. Mit ausreichend starker Autosuggestion wird er sich finden lassen.

Wie kann der Gläubige erkennen, ob er noch ehrlich nach einem möglichen Gott sucht oder ob er sein Herz schon so weit geöffnet hat, dass er mittels Autosuggestion, Wahnwahrnehmung und Bestätigungsfehler überall Gespenster sieht?

Religiöser Wahn

Atheismus reicht nicht, um das Wüten der Gewalt im Namen eines Glaubens, sei es der Islam oder der Buddhismus, zu beenden. Die Heilung muss aus den Religionen selbst kommen

Von Hannes Stein | DIE WELT

Buddhisten sind – nicht wahr? – sanfte Menschen, die keiner Fliege etwas zuleide tun würden. Schließlich steht in ihren heiligen Schriften, dass auch Tiere Anteil an der „Buddha-Natur“ haben; außerdem kann es sich bei jeder Mücke und jedem Elefanten um die Wiedergeburt eines verstorbenen Verwandten handeln. „Rechtes Handeln“ bedeutet im Buddhismus also unter anderem, dass man nicht tötet. Wie kann es dann sein, dass zwei der großen Massenverbrechen des noch jungen 21. Jahrhunderts ausgerechnet von Buddhisten begangen wurden?

In Sri Lanka massakrierte das Militär im Jahre 2009 Tausende Tamilen, um eine Guerillabewegung zu besiegen; manche Quellen sprechen von 40.000 toten Zivilisten. Unter den Toten befanden sich viele Kinder. Frauen und Mädchen wurden von den Soldaten vergewaltigt und erschossen. (Die Welt nahm seinerzeit kaum Notiz von diesem Verbrechen. Sie war wieder einmal damit beschäftigt, sich über eine israelische Militäroperation aufzuregen.)

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SUNDAY ASSEMBLY: Es ist eine Art Kirche – nur eben ohne Gott

„Warum sollte man den Kirchen das Monopol auf geselliges Treffen oder eine Andacht überlassen?“ Birgit Magiera und Michael Wladarsch sind die Initiatoren der Sunday Assembly in München Quelle: Hans-Rudolf Schulz/Hans-Rudolf Schulz
Sunday Assemblys laufen ab wie ein Gottesdienst, lassen aber den Glauben weg. Jetzt gibt es die sonntäglichen Treffen auch in München. Doch was bewegt konfessionslose Menschen dazu, freiwillig eine Art Gottesdienst nachzuspielen?

Von Ruth van Doornik | DIE WELT

Ein selbst gemaltes Schild an der Tür weist den Weg nach unten. Wer an diesem Sonntagmorgen zur Münchner „Sunday Assembly“, der Sonntagsversammlung, will, muss in den Keller. „Imagine there’s no heaven/ It’s easy if you try/ No hell below us/ Above us only sky“, schallt es die Treppe hoch.

John Lennons Song über eine Gesellschaft ohne Religionen ist eine Art Hymne der weltweiten Treffen geworden, bei denen Atheisten, Agnostiker und Humanisten zusammenkommen, um die Vorteile von Gemeinschaft zu spüren – und die wichtigen Fragen des Lebens zu stellen. Ohne Dogmen, ohne religiösen Überbau. Der persönliche Glaube? Spielt keine Rolle. Es ist eine Art Kirche – nur eben ohne Gott.

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Wenn man nicht weiß was Atheismus ist

Wo kommt der menschliche Geist her? Das fragen sich viele Atheisten insgeheim. Denkanstöße von C. S. Lewis und anderen.

kath.net

Auch Atheisten zweifeln. Das stellt der amerikanische Autor Eric Metaxas in einem Beitrag für die „Christian Post“ klar. Der Zweifel sei keine Sache jener, die an Gott glauben, betont er mit Verweis auf eine neue Umfrage der Newman University.

Sie ergab, dass einer von fünf britischen Atheisten und über ein Drittel der kanadischen Atheisten folgende These bejahen: „Evolutionäre Prozesse können nicht die Existenz des menschlichen Bewusstseins erklären.“

Ein ähnliches Ergebnis ergab die Befragung von Menschen, die sich zwar nicht als Atheisten bezeichnen, jedoch auch mit keiner Glaubensgruppe identifizieren: Rund ein Drittel der Befragten in Großbritannien und in Kanada stimmte der Aussage zu, dass die Evolution nicht die Existenz des menschlichen Geistes erklären könne.

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„Sinn des Lebens“

„Also, nun kommt der Sinn des Lebens. Nun, es ist wirklich nichts besonderes. Versuch einfach, nett zu den Leuten zu sein, vermeide fettes Essen, lese ab und zu ein gutes Buch, lass Dich mal besuchen und versuch mit allen Rassen und Nationen in Frieden und Harmonie zu leben.“ Monty Python, Der Sinn des Lebens

Föderation des Determinismus

Was ist Sinn?
I. Da gibt es die einen, die sagen, Sinn ist immer Zweck. Es geht um die Erfüllung eines Ziels, möglichst global, übergeordnet.

Die Frage erscheint Atheisten schon etwas absurd. Welchen Zweck soll ein bestimmter Mensch haben? Aus wessen Sicht? Denn unter „Zweckrichtung“ ist doch letztendlich immer eine von außen kommende Verzweckung gemeint. Das Kind dient den Eltern zu deren Selbstverwirklichung ihres Lebenskonzepts. Der Christ dient der Gottheit zum Spielen in dessen Sandkiste und der Hund dient dem Herrn bei der Bewachung des Hofes.

Wenn ein Mensch sich als selbstbestimmtes Wesen versteht, wie könnte er eine von außen kommende Verzweckung je innerlich akzeptieren? Wohl könnte er es, aber er ein selbstbestimmter Mensch müsste sich dafür entscheiden. Also hinge ein solcher Sinn doch wieder vom Menschen ab.

Und letztendlich geht es bei der Sinngebung doch auch darum, dass ein übergeordneter Sinn einen untergeordneten schlägt. Wie im Kartenspiel, die zehn schlägt die neun: Wenn die Christen den Sinn ihres Lebens von einer Gottheit abhängig machen, dann auch deshalb, weil ihnen die Vorstellung anhaftet, dass das Leben in einem sinnlosen Universum, die globale Sinnlosigkeit, nicht gut sei, nicht schön sei – genau das haben sie dann aber, denn die vorgestellte Gottheit lebt doch selbst gottlos in einem sinnlosen Universum. Diese Vorstellung ist also völlig undurchdacht.

Für uns Atheisten lautet die Antwort: Einen von oben nach unten von einer abgeleiteten Sinn kann es rein logisch gar nicht geben – dann brauchen wir ihn aber auch nicht.

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Ausstieg aus dem Islam

Matt Dillahunty interviewt Muhammad Syed, den Mitgründer der Organisation „Ex-Muslims of North America“.

Richard-Dawkins-Foundation

Dies ist ein Ausschnitt aus der wöchentlichen Internet-TV-Show „The Atheist Experience“ (AXP), produziert von der Atheist Community of Austin, Texas.

Offizieller YouTube-Kanal der AXP.

Link zum Originalvideo (ausgestrahlt am 24. September 2017).

Matt Dillahunty interviewt Muhammad Syed, den Mitgründer der Organisation „Ex-Muslims of North America“ (EXMNA).

YouTube-Kanal von EXMNA
Homepage: www.exmna.org
Facebook: www.facebook.com/exmna

Wir präsentieren dieses Video mit optionalen deutschen Untertiteln. Das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung des Originalvideos wurde vom Youtube Kanal Blossoming Reason vorgenommen.

Holyge Bimbel – Storys vong Gott u s1 Crew

Die Heilige Schrift in Internetdeutsch – Shahak Shapira erzählt die schrillsten ‚Storys vong Gott u s1 crew Bild: Verlag
Einige Medien bezeichnen ihn als den „neuen Luther“. Der Berliner Satiriker Shahak Shapira hat Teile der Bibel neu übersetzt – in die im Internet bekannt gewordene „Vong-Sprache“. Aber warum eigentlich? Und was halten Bibel-Experten davon?

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

Wenn Shahak Shapira die Schöpfungsgeschichte erzählt, klingt das so: „Im Anfang war die Universe leer u schwarz wie 1 coke zero am bimsen, also buildete Gott 1 Earth u 1 Heaven. Aber die Earth war dark wie 1 Berghain u needete 1 Boss-Transformation…“ „Gangesis“ nennt der in Berlin lebende Satiriker das erste Kapitel seiner „Holygen Bimbel“. Darin übersetzt der 29-jährige Israeli Teile des Alten und Neuen Testaments in die sogenannte Vong-Sprache, die sich seit etwa einem Jahr im Internet großer Beliebtheit erfreut. Wichtigste Merkmale: Mengen in Ziffern angeben, möglichst viele englische Wörter einstreuen und natürlich Sätze mit der Konstruktion „vong…her“ bilden.

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Ursula von der Leyen: Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

In keinem Bereich wird die Janusköpfigkeit des Christentums so deutlich wie in der Militärseelsorge. Auf der einen Seite propagiert man den Frieden und die Liebe Gottes, auf der anderen wie man feindliche Kinder Gottes am besten ins Jeseits befördert, ohne dabei in Sünde zu verfallen. Gläubige Soldaten sind gute Soldaten. So erklärte Hitler, am 26.04.1933 auf einer Diözesankonferenz den katholischen Bischöfen:

„Es droht eine schwarze Wolke mit Polen. Wir haben Soldaten notwendig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Die setzen alles ein. Darum werden wir die konfessionelle Schule erhalten, um gläubige Menschen durch die Schule zu erziehen.“A.Hitler

Die Bundesministerin meinte, dass die Bindung an eine sittliche Ordnung und das eigene Gewissen mache das Soldat-Sein in der Bundeswehr,„Um dies kritisch zu entwickeln brauchen wir Partner wie die Militärseelsorge.“
Die Zeiten ändern sich, gewisse Inhalte überhaupt nicht.

Artikel 141 der Weimarer Reichsverfassung in den Artikel 140 des Grundgesetzes übernommen:
„Soweit das Bedürfnis nach Gottesdienst und Seelsorge im Heer, in Krankenhäusern, Strafanstalten oder sonstigen öffentlichen Anstalten besteht, sind die Religionsgemeinschaften zur Vornahme religiöser Handlungen zuzulassen, wobei jeder Zwang fernzuhalten ist.“ Damit ist Militärseelsorge Anstaltsseelsorge.

Nichts davon steht in der Weimarer Reichsverfassung institutionelle Verbindungen von Staat und Kirche herzustellen, schon gar nichts davon Militärgeistliche als Staatsbeamte auf Zeit einzusetzen oder die ganze christliche Geisterbeschwörung staatlich zu finanzieren. Genau das ist der Fall.

Militärpfarrer werden von ihrer Heimatkirche für circa 6 Jahre freigestellt. Sie werden vom Militärischen Abschirmdienst überprüft, sie werden Bundesbeamte auf Zeit, sie leisten einen Beamten-Eid, sie haben ihr Büro in der Kaserne, sie fahren Dienstwagen der Bundeswehr, sie werden direkt vom Bundesministerium für Verteidigung bezahlt, sie tragen im Auslandseinsatz und auf Kriegsschiffen militärische Kleidung, und sie haben eine Bundeswehr-Mail-Adresse. Jedes Militärpfarramt ist eine Dienststelle des Bundesministeriums für Verteidigung. Offiziell sind die Militärpfarrer exemt, das ist lateinisch und heißt enthoben. Es bedeutet: Militärpfarrer haben keinen militärischen Dienstgrad. Aber in der Praxis wird ein Militärpfarrer von den Soldaten entsprechend seiner Bezahlung (A14/15) wie ein Oberstleutnant angesehen und angesprochen.

Das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr ist keine Einrichtung der Kirche, es ist eine Behörde des  Bundesministeriums für Verteidigung. Wenn also die Evangelische Militärseelsorge der Bundeswehr ein Festkonzert im Berliner Dom gibt handelt es sich um eine Party des Bundesverteidigungsministeriums, die Kosten der Sause werden vom Steuerzahler bezahlt.

Von der Leyen ist für das großzügige Interpretieren von politischen Sachverhalten bekannt. Gläubige Soldaten sind sittlich und ordentlich. Ungläubige und Andersgläubige sind es nicht. Ohne das Gott-sei-bei-uns geht es nicht, wie wir oben gesehen haben, gläubige Soldaten setzen alles ein.

Kommen Militärpfarrer in etwas rauhere Gegenden, wo Andersgläubige andere Auffassungen haben, entfernen sie ganz einfach das Christenkreuz vom Schulterstück. Wer will schon so schnell und abrupt seinem Schöpfer gegenübertreten. Man will sittlich weiterleben.  Die Christen im römischen Kolosseum starben fest im Glauben an ihren Gott. Den Pfarrer-Weicheiern heutzutage liegt das nicht, ihre großen Meister verstecken ihre Kreuze ja schon in der Zivilisation des Tempelberges.

In dem Sinne: „Helm ab zum Gebet.“