Atheismus in der arabischen Welt: „Ketzer“ als Schreckgespenster

Als vermeintliche Gralshüter des Glaubens missbrauchen viele arabische Regime ihre religiöse Macht dazu, um den Mangel an demokratischer Legitimität ihrer Staaten auszugleichen. Daher wittern sie im Atheismus die große Gefahr, die ihre Länder in Chaos und Sittenlosigkeit stürzen könnte.

Von Brian Whitake | Qantara.de

Die meisten arabischen Länder reagieren auf Atheismus und Abfall vom islamischen Glauben in der Regel mit großer Panik. In Ägypten wurden beispielsweise gleich zwei Regierungsministerien damit beauftragt, einen nationalen Plan zur „Eliminierung des Atheismus“ zu entwickeln. Und in Saudi-Arabien wird jeglicher „Aufruf zum Atheismus“ im Rahmen der jüngsten Anti-Terror-Gesetze als terroristisches Vergehen betrachtet.

Insbesondere in einer Zeit, in der uns diejenigen, die im Namen ihrer Religion töten, viele Sorgen bereiten, wirkt diese Verfolgung von Atheisten doch recht bizarr. Aber die arabischen Gesellschaften hegen allgemein eine Abneigung gegen jedweden Nonkonformismus, und die Regierungen der Region favorisieren daher häufig eine offizielle Version des Islam, die ihren politischen Interessen dient. Also wird sowohl der Dschihadismus als auch der Atheismus – obwohl die beiden sich völlig voneinander unterscheiden – als Form sozialer oder politischer Abweichung betrachtet. In den arabischen Medien wird dann die Angst verbreitet, die Ideen derjenigen, die Gott und die Religion ablehnen, könnten sich durchsetzen und dann zu Chaos und Sittenlosigkeit führen.

In sechs arabischen Ländern – in Kuwait, in Qatar, in Saudi-Arabien, im Sudan, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Jemen – kann die Abkehr vom Glauben mit dem Tode bestraft werden. In den letzten Jahren fanden zwar diesbezüglich keine Hinrichtungen statt, allerdings werden gegen Menschen, denen vorgeworfen wird, die Religion verunglimpft zu haben, lange Haftstrafen verhängt – egal wie trivial diese Beschimpfungen auch gewesen sein mögen.

weiterlesen

Advertisements

Postmodernismus vs. Wissenschaft

Michael Shermer. Bild: ted.com, Screengrab. bb
Die Wurzeln des gegenwärtigen Wahnsinns an den Universitäten

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

1946 bemerkte George Orwell im London Tribune in einem Essay unter dem Titel „Direkt vor deiner Nase“ („In Front of Your Nose“), dass „wir alle dazu in der Lage sind, Dinge zu glauben, von denen wir wissen, dass sie unwahr sind und dann, wenn wir schließlich widerlegt werden, in unverschämter Weise die Fakten so hindrehen, dass es so aussieht, als hätten wir richtiggelegen. Es ist intellektuell möglich, diesem Prozess für unbestimmte Zeit anzuhängen: Die einzige Möglichkeit des Begreifens besteht darin, dass wir früher oder später mit unserem falschen Glauben direkt mit der harten Wirklichkeit kollidieren, üblicherweise auf einem Schlachtfeld.“

Diese intellektuellen Schlachtfelder der heutigen Zeit sind die Universitäten, wo die festen Überzeugungen der Studenten über Rasse, Ethnie, Geschlecht und sexuelle Überzeugung und ihre Soziale-Gerechtigkeits-Antipathie gegenüber Kapitalismus, Imperialismus, Rassismus, weiße Privilegien, Frauenfeindlichkeit und das „cis-sexistische Hetero-Patriarchat“ mit der Realität aus widersprechenden Fakten und anderen Meinungen kollidieren, was zu Chaos an den Universitäten und sogar zu Gewalt führt. So haben beispielsweise Studenten an der Universität Berkeley in Kalifornien und Unruhestifter von außerhalb randaliert, als lediglich erwähnt wurde, dass die konservativen Hitzköpfe Milo Yiannopoulos und Ann Coulter als Redner eingeladen wurden (aber letztlich nie auftraten). Studenten am Middlebury College attackierten den libertären Autor Charles Murray und seine liberale Gastgeberin, Professorin Allison Stanger, zogen an ihren Haaren, verrenkten ihren Hals und schickten sie so in die Notaufnahme.

Eine der zugrundeliegenden Ursachen für die beunruhigende Situation lässt sich in den Vorgängen am Evergreen State College in Olympia, Washington finden. Dort hatte der Biologe und nach eigenen Angaben „tief progressive“ Professor Bret Weinstein sich geweigert, am „Tag der Abwesenheit“ teilzunehmen, an dem „weiße Studenten, Angestellte und Dozenten dazu angehalten werden, die Universität für einen Tag zu verlassen.“ Weinstein weigerte sich und schrieb in einer E-Mail: „an einer Universität darf das Recht zu sprechen – oder überhaupt anwesend zu sein – niemals an die Hautfarbe geknüpft sein.“ Als Reaktion störte ein wütender Mob aus 50 Studenten seine Biologie-Vorlesung, umringte ihn, nannte ihn einen Rassisten und bestand auf seiner Entlassung. Er behauptet, dass die College-Polizei ihm mitteilte, dass der College-Präsident sie angewiesen hätte, nicht einzugreifen, so dass er um seiner eigenen Sicherheit willen gezwungen war, der Universität fernzubleiben.

weiterlesen

Heribert Hirte: Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Kannte jemand Heribert Hirte, vor seinem Interview, welches er dem Internetauftritt des deutschen Episkopats, katholisch.de gegeben hatte, als Mitglied des Bundestages? Wohl eher nicht. Rechtswissenschaftler Hirte ist so etwas wie ein Nebenberufspolitiker, ein parlamentarischer Hinterbänkler, der sich die Thematik der Religionsfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.
Hirte ist gebürtiger Kölner, sein rheinländischer Katholizismus damit älter als das Christentum, so argumentiert er auch, doch dazu später etwas mehr.
Seine private Facebook-Seite ist toter als Kardinal Meisner, Kommentatoren warten auf Antworten, die ihnen wahrscheinlich niemals gegeben werden. In Sachen Politik ist Unkenntnis, besser Desinteresse zu erkennen. Soviel gepflegte Inkompetenz wird dem Rheinländer wieder zu einem Direktmandat in den Bundestag verhelfen, katholische Provinzialität in Berlin, vielleicht ist er ja einer der Mentoren von Jens Spahn, der mit seiner Dorftrottel-Attitüde wesentlich mehr Schwierigkeiten in der Großstadt hat, als ein Kölner.

[…]
Wir haben – auch in Absprache mit den Bundesländern – die Vorschriften für das Bewachungspersonal in den Flüchtlingsheimen verschärft und mit Blick auf die Religionsfreiheit eine höhere Sensibilität angemahnt. Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben. Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist. Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.katholisch.de

Es ist diese dumme, alte Leier, deren sich Pfaffen, Politiker und ihre Apologeten seit Jahrhunderten bedienen, der Atheismus ist das Problem. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Atheist in einer Kirche seine Weltanschauung vertreten hätte, ausgenommen jene, die den Pfaffen das Maul reden und sich auf die moralbegründenden Eigenschaften kirchlichen Daseins berufen, dabei all jenes vergessen wollen, dass Frauenrechte, Gleichberechtigung, soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheitsvorsorge den Kirchen abgerungen werden mussten. Die katholischen Pfaffen erst mit dem Zweiten Vatikanum die Religionsfreiheit anerkannten und bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verneinen, weil sie dem Naturrecht widerspreche. Das ist der Blödsinn Manisch-Depressiver die bei einer geschnitzten männlichen Halbnackt-Figur feuchte Träume bekommen.

Atheisten, und Ungläubige müssen sich dem Diktat des Christentums unterwerfen, ob nun akustische Umweltverschmutzung in Form von Glockengeläut, das Ertragen sogenannter Stiller Feiertage mit Tanzverbot, das Waffengeklirr und Geschrei aufeinander schießender Soldaten haben nie gestört. Atheisten müssen den Luther-Kult ertragen und die Kotzgrenze dürfte erreicht sein, es gibt nichts Blödes was im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum nicht gesagt wurde. Wir müssen Radio u. Fernsehsendungen ertragen, die man wegschalten kann, die man als Atheist aber mit seinem Rundfunkbeitrag finanziert. Wir ertragen Eure besserwisserische Larmoyanz, dieses kindlich greinende beleidigt sein wenn es um Eure „religiösen Gefühle“ geht. Wir ertragen, dass man unseren Vereinen die Gleichheit vor dem Gesetz verweigert, weil man den aufklärerischen und bildungspolitischen Auftrag mit dem Wort Parodie wegredet. Wir ertragen Eure bigotte Moral, wir sehen die Diskrepanz zwischen Eurem Wollen und Eurem Sein. Wir ertragen Eure Bibelsprüche, Eure Werbung in S-und U-Bahnen, in Zügen, Bussen und in der Tram, auf Bahnhöfen, Straßen und öffentlichen Toiletten. Wir ertragen, wenn Eure milliardenschweren Kirchenkonzerne bettelnd auf den Plätzen stehen.

Und wenn es Euren Gott gibt, dann erträgt er uns, dann habt Ihr uns zu ertragen, alles andere ist ein Mangel an Glaube. Und wenn es ihn nicht gibt, ändert sich für uns nichts, für Euch aber Alles.
In Eurer ganzen göttlichen Verzweiflung seit Ihr lächerlich. Ihr erkennt nicht, dass der Prozess der Entchristlichung zu einem guten Teil aus Euch selbst entspringt, aus Eurer institutionalisierten Religion, Euer weltliches Leben steht im tiefen Widerspruch zu den Schriften Eurer Wüstenreligion. Ihr habt mitgeholfen die Bedingungen für die Säkularisation zu entwickeln, sie braucht Euch nicht mehr. Bis auf jene, die sich eben ein selbstbestimmtes Leben, ohne jedweden Gottesgehorsam vorstellen können.

Der erste Blitzableiter auf einer Kirche hat alles geändert. Ihr habt es noch nicht begriffen.
Ihr versprecht etwas und müsst es nie erfüllen, Ihr lasst Euch bezahlen, bringt aber keine Leistung – Krämerseelen.

Das macht Menschen wie Hirte Angst, dass macht ihm mehr Angst als eine mögliche Islamisierung. Sein Gott sei in der Welt und sei es als Dhimmi, nur keine Atheisten, alles andere ist recht.

 

Privilegien für die religiöse Rechte

Chefai/hpd.de
Das aktuelle Bundestagswahlprogramm der Partei Die Linke enthält zahlreiche Punkte, die auch von den säkularen Verbänden seit langem gefordert werden. Für Irritation sorgte hingegen ein Rückholungsantrag auf dem letzten Parteitag, der eine bereits beschlossene Forderung nach Kündigung bestehender Kirchenverträge wieder kippte. Maßgeblich beteiligt an dieser Entscheidung war die religionspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Christine Buchholz.

Von Gunnar Schedel | hpd.de

Nachdem am späten Abend ein Antrag, die Staatsverträge mit den Kirchen zu kündigen, eine Mehrheit gefunden hatte, setzte die Parteitagsregie am nächsten Morgen alles daran, die Entscheidung zu revidieren. Wie andere Parteiprominenz auch – Klaus Lederer, Petra Pau oder Claudia Haydt – kritisierte Buchholz in einer „Persönlichen Erklärung“ das Abstimmungsergebnis und verwies auf „fatale“ Folgen. Die Intervention war letztlich erfolgreich, zu den Kirchenverträgen findet sich nun nichts Grundsätzliches im Wahlprogramm der Linken.

Tatsächlich ließe sich über den Antrag diskutieren, eine exaktere Formulierung und eine ausführlichere Begründung hätte dem Anliegen nicht geschadet. Aber zumindest für Christine Buchholz lag das Problem nicht darin begründet: Sie ist grundsätzlich der Meinung, dass die Privilegierung von Religionsgemeinschaften gegenüber anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren im Kern erhalten bleiben muss.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Die Bundestagswahl in diesem Monat wirft ihre Schatten voraus. Politik und nicht wenige Schlagwort-Geber der Kirchen füllen den medialen Strom der Nachrichten täglich mit Blödsinn bis hin zur Idiotie. Die Feststellung der Kanzlerin Beten sei Privatsache ist so der Gipfel protestantischer Kleingeistigkeit, schweigen wäre die bessere Wahl gewesen. AfD-Gauland steht wohl kurz davor in SA-Uniform auf der Bühne zu erscheinen, während Theologen täglichen ihren Müll ins Internet gießen.

Die Wahl ist bis zum 07.09.2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden.

Die Kandidaten:

  1.  Helmut Affelt, „kleinkindischer Protest eines Türkenfeindes.“
  2.  Angela Merkel, „beten sei eine sehr private Angelegenheit.“
  3.  Hermann Gröhe, „Rechtstreue gegen religiöse Bigotterie, letztere gewinnt.“
  4.  Deutsche Bibelgesellschaft, „missionieren unter Afghanen.“
  5.  Alexander Gauland, „alternativer Müllschlucker.“
  6.  Heinrich Bedford-Strohm, „Fake News Produzent verlangt Qualitätsmedien.“
  7.  Thomas de Maizière, „mag Sultane.“
  8.  Günther Oettinger, „großzügig mit Geld, dass ihm nicht gehört.“
  9.  Heribert Hirte, „Endkampf gegen den Atheismus.“
  10.   Aiman Mazyek, „islamische Heulsuse.“
  11.   Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Gotteswahn gegen Homoehe.“
  12.  Jens Spahn, „Hinterwäldler mit paranoiden Großstadtgefühl.“
  13.  Andreas Kruse, „Pseudowissenenschaft mit Luther.“
  14.  Ulrich Hemel, „Schwierigkeiten mit der Kirchensteuer.“
  15.  Hartmut Rosa, „professoraler Unsinn über Demokratie und Religion.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats August 2017“

Schweiz: Der blinde Fleck der Linken

Ärgerte sich über die Islamkritik eines Atheisten: SP-Regierungsrätin Jaqueline Fehr. (Foto: Urs Jaudas)
Ein Post-Muslim und Atheist kritisiert linke Ideologien – und wird prompt diffamiert. Aber: Religionskritik muss in einer Demokratie erlaubt sein.

Von Michèle Binswanger | Tages Anzeiger

Der Facebook-Eintrag war symptomatisch. Nachdem der marokkanische Flüchtling und Intellektuelle Kacem El Ghazzali in einem Interview mit dem «Bund» linke Organisationen wie die Juso oder die autonome Schule kritisierte, schoss die SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) zurück. Ghazzali hatte die Haltung vieler Linker bemängelt, die jegliche Kritik am Islam als rassistisch oder islamophob bezeichnen. Lieber würden religiöser Fundamentalismus und Intoleranz als kulturelle Eigenart akzeptiert, als dass man die Grenzen der Toleranz klar festlege.

Ghazzali erntete breiten Zuspruch für seine ­differenzierte und kritische Haltung. Aber nicht überall. Namentlich die Zürcher Justiz- und Polizeidirektorin Jacqueline Fehr machte ihrem Ärger Luft, als sie auf Facebook schrieb: «Warum überprüfen Journalistinnen und Journalisten die aufgestellten Behauptungen (zum Beispiel über das Verhalten der autonomen Schule) nicht? Reicht es heute einfach, als Muslim gegen den Islam zu wettern, um als Experte zu gelten?»

weiterlesen

Für Fromme ist Kritik am Glauben Gotteslästerung. Warum eigentlich?

Bild. 4ever.eu
Wenn es um ihren Gott geht, ist es vorbei mit der Gelassenheit.

Von Hugo Stamm | watson.ch – sektenblog

In diesem Blog beobachte ich immer wieder ein Phänomen, das einen guten Einblick in die Gemütslage und Denkweise vieler Gläubigen gibt. Die gleichen Erfahrungen machte ich zuvor auch zehn Jahre lang bei meinem Blog beim Tages-Anzeiger. Man kann also schon fast von einer «Gesetzmässigkeit» sprechen.

Es geht um die Frage, wie manche Gläubige Skeptiker und Freigeister beurteilen und wie sie auf ihre Argumente reagieren. Wer die Kommentare hier regelmässig liest, kennt das Ritual: Wer religionskritische Kommentare abgibt, wird reflexartig als Atheist abgestempelt. Dabei schwingt der Unterton mit, Ungläubige seien geistig fehlgeleitet. Deshalb lohne es sich nicht, sie ernst zu nehmen oder ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

weiterlesen

 

Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 3: Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Neue humanistische Gruppe in Konstanz

Dieter Kaiser engagiert sich für die neue humanistische Giordano-Bruno-Stiftung Bodensee. Sie lehnt diskriminierende Ideologien ab und setzt sich kritisch mit Verflechtungen von Staat und Kirche auseinander. | Bild: Claudia Rindt
Gründungsmitglied Dieter Kaiser kämpft gegen Diskriminierungen und für Nächstenliebe: „Mein Gott ist der Mensch“. Ein kritischer Blick auf die öffentlichen Subventionen für kirchliche Einrichtungen ist ihm wichtig.

Von Claudia Rindt | Südkurier

Dieter Kaiser ärgert sich immer, wenn er vom Tag der Religionen hört. Tag der Weltanschauungen wäre für ihn der richtige Begriff, denn dieser würde die Vielfalt der Weltverständnisse abbilden, auch von Menschen, die nicht an Gott glauben. Dieter Kaiser sagt über sich: „Mein Gott ist der Mensch. Für den tue ich etwas.“ Er gehört zu einer Gruppe von zehn Bürgern, die in Konstanz dabei sind, die humanistische Giordano-Bruno-Stiftung Bodensee zu begründen.

Der Name geht auf den italienischen Philosophen und Astronom Giordano Bruno zurück, der im Jahr 1600 als Ketzer verbrannt wurde, weil er von einem unendlich belebten Universum ausging. Kritiker fragen immer wieder, wie der Namensgeber zu den Zielen des bundesweit agierenden humanistischen Kreises mit Regionalgruppen passt, denn Giordano Bruno galt auch als Judenhasser. In Konstanz, so sagt Kaiser, wolle die Gruppe humanistische Grundsätze wie Aufklärung, kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit verbreiten und eintreten gegen diskriminierende Ideologien.

weiterlesen

Ist Evolution eine Tatsache?

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 1: Ist Evolution eine Tatsache?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

„Humanismus“ ist nur ein Wort

Bild: RDF
Michael Schmidt-Salomon hat die Bücher von Yuval Noah Harari scharf kritisiert

Von Harald Stücker | Richard-Dawkins-Foundation

Im Kern der Kritik steht dessen Charakterisierung des Nationalsozialismus als „evolutionärer Humanismus“. Damit provoziert Harari nicht nur den Widerspruch von Humanisten allgemein, sondern insbesondere den der Giordano Bruno Stiftung, die den „evolutionären Humanismus“ in einer völlig anderen Bedeutung zu ihrer Marke entwickelt hat. Allerdings scheint es hier vor allem um einen Streit um Worte und Etiketten zu gehen.

In etlichen Kommentaren dazu hieß es sinngemäß: Gut zu wissen, dann muss ich diesen Harari ja nicht mehr selbst lesen. Wahrscheinlich würde ich mich nur provoziert fühlen und aufregen. Dazu gebe ich zu bedenken, dass es lohnend sein kann, Bücher zu lesen, die dazu provozieren, die eigene Position zu überdenken. Yuval Noah Harari hat zwei bemerkenswert geistreiche, überaus lesenswerte Bücher geschrieben. Sapiens, deutsch Eine kurze Geschichte der Menschheit, erzählt diese Geschichte in groben Zügen, Homo Deus spinnt sie spekulativ zu einer prognostischen Geschichte der Zukunft weiter.

Die Begriffe „Religion“ und „Humanismus“ verwendet er auf idiosynkratische Weise. „Religion“ ist in seiner Lesart jeder Ideenkomplex, der eine Gesellschaft dadurch ordnet und ihr Richtung und Orientierung gibt, dass die meisten Mitglieder dieser Gesellschaft daran glauben. Ob darin ein oder mehrere Götter vorkommen, ist nebensächlich. Religion wird damit also zu einem wertfreien Begriff. Harari wählt bewusst den Begriff „Religion“ statt den der „Ideologie“, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um einen wesentlichen Unterschied handelt, ob die herrschenden Werte generierenden Narrative von Göttern handeln oder nicht.

Mit dem Begriff „Humanismus“ verhält es sich ähnlich. Der Humanismus ist für Harari die herrschende Religion der Moderne. Das meint er ziemlich wörtlich: eine Religion, die ihre Wertvorstellungen nicht mehr aus und auf Gott, sondern aus dem und auf den Menschen bezieht. Bemerkenswert daran ist, dass für Harari die Geschichte der theistischen Religion als bestimmende Kraft abgeschlossen ist. Es führt kein Weg zurück zur Herrschaft der Religion.

„Mehr als ein Jahrhundert, nachdem Nietzsche verkündet hat, Gott sei tot, scheint der Allerhöchste ein Comeback zu erleben. Doch das ist ein Trugbild. Gott ist tot – es dauert nur eine Weile, den Leichnam loszuwerden.“ (Homo Deus, S. 364)

Das ist ein Schlüsselsatz für das Verständnis von Hararis Position. Wie nebenbei erklärt er hier seine überraschende Position, dass die großen nicht-humanistischen Weltreligionen keine aktive Rolle mehr spielen, nur noch eine reaktive. Die humanistisch-wissenschaftliche Kultur des Westens hat die Welt erobert, weil sie frühzeitig all ihre Ressourcen in den Dienst des Menschen gestellt hat, nicht mehr in den Dienst der Götter. Alle anderen Kulturen, die das nicht getan haben, spielen in Zukunft keine Rolle mehr, und wenn, dann höchstens als Problem. Der Islam ist für Harari nicht etwa eine Religion von gestern, sondern von vorgestern:

„Der radikale Islam stellt keine ernsthafte Bedrohung für das liberale Paket dar, denn bei aller religiösen Inbrunst begreifen seine Anhänger die Welt des 21. Jahrhunderts nicht wirklich.“ (Homo Deus, S. 364)

„Der Islam ist noch nicht einmal mit der industriellen Revolution zurande gekommen – kein Wunder, dass er wenig Relevantes über Gentechnik und künstliche Intelligenz zu sagen hat.“ (Homo Deus, S. 371)

Hier wird wieder deutlich, dass Harari aus höherer Warte auf die Welt schaut, aus der die Probleme der Tagespolitik kaum zu erkennen sind. Natürlich stellt der Islam aktuell eines der größten Probleme dar, aber intellektuell, perspektivisch, hat er nichts zu bieten. Es ist nicht etwa so, dass wir im Westen vor den großen, revolutionären islamischen Ideen Angst haben müssten, dass eine kommende Welle islamischer Innovationskraft droht, uns zu überrollen. Nein, es sind von uns entwickelte Innovationen – etwa in Landwirtschaft oder Medizin – die es islamischen Gesellschaften überhaupt erst ermöglichen, zu wachsen und zu gedeihen; und von uns entwickelte Massenvernichtungswaffen – mit denen sie uns bedrohen.

weiterlesen

Atheisten werden als gefährlich betrachtet

Intuitiv, so eine Untersuchung, werden Verbrechen eher Atheisten zugeschrieben, die mangels Religion als moralisch haltlos gelten – was selbst Atheisten zu glauben scheinen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Religion, so glaubt man vielfach, sei wichtig, um Gesellschaften zusammenzuhalten und für moralisches Verhalten zu sorgen. Dabei spielen Religionen immer eine wichtige Rolle bei der Ausgrenzung von Andersgläubigen und der Gewalt gegen diese, um die Glaubensgemeinschaft aufrechtzuerhalten.

Zu den verschiedenen, im Heilsanspruch miteinander konkurrierenden, mehr oder weniger extremen Religionen und Sekten kommen nun aber immer mehr Atheisten, die das religiöse Grund- und Gemeinschaftsgefühl zu gefährden scheinen. Sie können deswegen in sehr religiösen Gesellschaften gefährlich leben, auch deswegen, weil sie Ziel von Vorurteilen sind. Wissenschaftler haben nun in einer Umfrage mehr als 3000 Menschen, darunter neben Christen, Muslime, Hindus oder Buddhisten auch Atheisten, 13 sehr religiösen und eher säkularen Ländern befragt, wie sie Atheisten wahrnehmen.

Die Autoren der Studie, die in Nature Human Behavior veröffentlichte wurde, gingen von einem kulturevolutionären Verständnis der Religion aus, nach dem Religion mit der Kooperation und dem Vertrauen in einer Gruppe verbunden ist. Das kann sich auch auf Angehörige anderer Religionen erweitern, aber nicht auf Nichtgläubige. Aus der kulturevolutionären Verschmelzung von Religion und Gruppe könnten Vorurteile gegen Atheisten auch in säkularen Gesellschaften weiter bestehen und selbst bei Atheisten zu finden sein.

weiterlesen

Atheismus als Grund für Asylanspruch

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Pakistaner aus Borken, der sich vom Islam abgewendet hat und Atheist geworden ist, hat Anspruch auf Asyl. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht in Münster dem Mann am Montag (07.08.2017) recht gegeben. Das Bundesamt für Migration hatte seinen Asylantrag zuvor abgelehnt.

WDR

Pakistaner schreibt islamkritischen Blog

Damit hat das Gericht auch entschieden, dass eine Abkehr von der Religion unter Umständen ein Grund für Asyl sein kann. Nach Meinung der Richter hat der bekennende Atheist sehr glaubhaft nachgewiesen, dass für ihn eine Rückkehr nach Pakistan lebensgefährlich sein könnte. Der Mann stammt aus einer strenggläubigen Familie, sein Vater ist Imam, aber er selbst hat schon in Pakistan begonnen, einen islamkritischen Blog zu schreiben. Damit macht er auch von Borken aus weiter und wird dafür auch hier von Landsleuten übel beschimpft und bedroht.

weiterlesen

Dodo Juli 2017: Gloria von Thurn und Taxis

Lasst uns über Fossilien reden. Lebende.
Die Töne des Abschlussberichts zu Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen waren noch nicht verklungen als sich die unheilige Allianz von Pfaffentum und blaublütiger Melange, aus Hausfrau und Unternehmerin, zu Wort meldete. Nirgendwo wird der Gegensatz zwischen Moderne und Ewiggestrigkeit deutlicher als in der Thematik sexueller Missbrauch und Gewalt.
Um es vorweg zu nehmen. Natürlich gibt es häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch bis in die Familien, oder gerade dort. Aber niemand von den Tätern behauptet Kinder ficken zu müssen im Namen Gottes, geweiht zu sein um mit irdischen Leid den Christen zu formen. Keiner der Täter meint seine Moral als unabdingbar darstellen zu müssen oder gar als gesellschaftliche Norm einzufordern. All das tun kinderfickende, prügelende, cholerische Pfaffen, die sich noch als Vertreter Gottes auf Erden sehen. Jahrzehnte schaute die Institution Kirche wohlgefällig in andere Ecken. Mit dem öffentlichen Ruf „Haltet den Dieb“ lenkte man von sich ab und stahl Kindern und Jugendlich einen wichtigen Teil ihres Lebens, die Kindheit, die Jugend. Ein Schuldbewusstsein, bis in „ehrwürdigste“ katholische Kreise, hat sich nicht entwickelt. Im Gegenteil, die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert bestens. Die anderen sind schuld. Die anderen sind die Schweine, die am komatösen Kirchenkörper auch noch die letzten Dreckstellen aufdecken wollen.

Eilfertig kommt die Regensburger Hausfrau Gloria in die Dislussion gestürzt und versucht aus dem Dreckschwein ein sauberes zu machen. Ihre Argumentation kann man durchaus Plemplem nennen:

Das ist totaler Schmarrn. Das ist einfach richtig gemein. In jeder Schule, in jedem Sportverein gibt es dieses Phänomen und das wird es auch immer geben. Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen.
Gloria von Thurn und Taxis

Irgendjemand meinte nach dieser Äußerung, dass die Regensburger Hausfrau nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Angesichts der Bereitschaft die Ereignisse, Straftaten, die Gewalt bei den Regensburger Domspatzen zu relativieren ist das noch geschmeichelt.

Auf Schloß Emmeram können sich die Betroffenen ihre Wunden lecken und über die ach so schlechte Welt wehklagen. Thron und Kirche, moralischer Niedergang aller orten. Dank des Konstrukts der Beichte ist man mit seinem imaginären Freund schon wieder im Reinen. Politische Unterstützung gibt es auch, ob nun von Vertretern der AfD oder von der schweigenden Mehrheit „christlicher“ Politik. Klerikaler Konservatismus mit faschistoider Tendenz. Die Fossilien wollen zurück in ihren Sumpf. Den gilt es trockenzulegen.
Gloria von Thurn und Taxis Kämpferin für Recht und eine Ordnung die die meisten Menschen nicht wieder haben wollen. Sexuelle Aufklärung im Kindesalter fördere Pädophilie. Im Oberstübchen scheinen etliche Kontakte nicht mehr zu funktionieren.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten König mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.Denis Diderot

 

Das unmoralische Image der Atheisten

ap Richard Dawkins, der „Papst der Atheisten“, mit dem Slogan einer agnostischen Werbekampagne. Das moralische Image der Atheisten hat laut einer neuen Studie viel Luft nach oben.
Eine internationale Vergleichsstudie zeigt, dass sogar Atheisten unbegründete negative Vorurteile über ihresgleichen haben

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Es wäre vielleicht einmal eine eigene Studie wert, warum so viele Biologen und Verfechter der Evolutionstheorie zu den sichtbarsten Atheisten zählen: 1904 ließ sich der deutsche Darwinist Ernst Haeckel in Rom vor dem Denkmal Giordano Brunos zum Gegenpapst ausrufen. Heute hat diese Rolle des „Papsts der Atheisten“ der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins inne, der mit seinem Buch „Der Gotteswahn“ vor gut zehn Jahren einen Bestseller landete.

In Österreich ist die Biochemikerin Renée Schroeder eine der öffentlichsten Atheistinnen – und als Kandidatin auf der Liste Pilz auch eine der ganz wenigen Politikerinnen und Politiker, die offen für die Gottlosigkeit eintreten.

weiterlesen

Dient Homosexualität der Natur zur Bevölkerungskontrolle

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 1: Dient Homosexualität der Natur zur Bevölkerungskontrolle?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Hier geht’s zum Originalartikel…

Waren die Nazis wirklich „Humanisten“? Die große Harari-Ver(w)irrung

Cover links: randomhouse.de, Cover rechts: chbeck.de. Bild hpd.de
Der israelische Historiker Yuval Noah Harari hat mit seinen Büchern „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ und „Homo deus“ internationale Bestseller vorgelegt. Tragischerweise sind ihm in der Analyse haarsträubende Fehler unterlaufen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

Von Michael Schmidt-Salomon | hpd.de

Normalerweise verzichte ich darauf, Bücher anderer Autoren zu kritisieren. Allzu schnell entsteht der Eindruck, man wolle seine eigenen Werke über die Abwertung Anderer aufwerten. Doch nachdem Hararis Bücher Millionenauflagen erreicht haben, nachdem ernstzunehmende Denker wie Daniel Kahneman den Autor über den Klee lobten und nachdem sogar der Humanistische Pressedienst (!) eine unbedingte Leseempfehlung für Hararis „Kultbücher“ aussprach (Thomas Hummitzsch am 28.6.2017: „Hararis kluges, anregendes und aufwühlendes Buch ist ein Weckruf, in dem er das Heute analysiert, um die Möglichkeit einer menschlichen Zukunft zu bewahren. Wenn Sie nur ein Buch mit in den Koffer packen wollen, dann nehmen Sie dieses!“), sehe ich mich gezwungen, meine selbstauferlegte „Abstinenzregel“ zu brechen. Denn vor einem Autor, der so sehr in ideologischen Denkschablonen gefangen ist, dass er den Nationalsozialismus (!) als „humanistische Religion“ (!) beschreibt, kann nur gewarnt werden.

Wohlgemerkt: Bei dieser ungewöhnlichen Charakterisierung des Nationalsozialismus bzw. des Humanismus handelt es sich keineswegs um einen einmaligen, nebensächlichen Ausrutscher des Bestsellerautors, sondern um ein Kernelement seiner Weltsicht. Um dies verständlich zu machen, muss ich etwas weiter ausholen: In beiden Büchern, sowohl in „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ als auch in „Homo deus“, beschreibt Harari den Aufstieg des Humanismus, der die alten theistischen Religionen abgelöst habe, sowie den bevorstehenden Untergang des Humanismus, der durch neue technologische Ideologien („Posthumanismus“ bzw. „Dataismus“) ersetzt werde. In beiden Büchern meint Harari auch, den Humanismus als eine „Religion“ charakterisieren zu müssen (eine Differenzierung zwischen „Religionen“, „Weltanschauungen“ oder „Philosophien“ sucht man vergeblich), die in drei verfeindete „humanistische Sekten“ zerfällt, nämlich in die Konfessionen des „liberalen Humanismus“, des „sozialistischen Humanismus“ und des „evolutionären Humanismus“.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats Juli 2017

Dodo des Monats Juli 2017 ©HFR

Im Monat Juli waren vier wichtige Themen vorherrschend in den Medien. Der G-20-Gipfel, mit seiner Fülle von Fake news, der Untersuchungsbericht zum sexuellen-und gewalttätigen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen, sowie die erste Zwischeneinschätzung zur Luther-Sause der Hauptabteilung Kirche beim Bundeskanzlerinnenamt(EKD) unter wirtschaftlichen Aspekten und die Ehe für alle.
Mit über 500 Opfern von Gewalt und Missbrauch war die mediale Aufmerksamkeit für die Domspatzen gegeben. Sofort funktionierten auch die Mechanismen der Opfer-Täter-Umkehr, dieses wehleidige, verschnupfte Zurückweisen jeglicher Verantwortung, von Schuld ganz zu schweigen. Ebenso schlimm, die Entscheidung des Bundestages für die Ehe für alle. Immer wieder erstaunlich wie eine Minderheit, mit christlicher Weltsicht, die Ehe von Mann und Frau schönredet. Bigotterie von Männern, die aus beruflichen Gründen heraus gar nicht heiraten dürfen, sich aber anmaßen, inkompetente Diskussionen los zu brechen.
Die Party für den Misanthropen Luther geht in diesem Jahr zu Ende. Dann werden rund 500 Millionen Euro verbraten sein, am wenigsten Kirchengelder, meistens das Geld der Steuerzahler. Verwendet um einen judenhassenden Frauenfeind in alle Himmel zu heben und postfaktisch einen Personenkult vom Zaune zu brechen, der einem Ludwig XIV., Stalin oder Mao zu aller Ehre gereicht hätte.
Die Farce war mittels politischen Willens möglich.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl selbst ist bis zum 07. August 2017, 18:00 Uhr befristet. Der Dodo wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Margot Käßmann, „Theologin, inkompetente Politikerin mit Klage-Attitüde.“
  2.  Michael Martin, „die Rechtsauffassung seiner Kirche interessiert überhaupt nicht.
  3.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „homophobe Ministerpräsidentin des Mittelalters.“
  4.  Volker Kauder, „kann außer Christenverfolgung kein anderes Thema.“
  5.  Susanne Breit-Keßler, „hat ein Gipfelkreuz im Auge.“
  6.   Christof Vetter, „staatliche Zuschüsse und Gier.“
  7.  Ibrahim Olgun, „Evolutiontheorie ist ihm zu kompliziert, sagt Daddy Erdo.“
  8.  Gloria von Thurn und Taxis, „die Ewiggestrige relativiert Missbrauch.“
  9.  Georg Ratzinger, „Stuhl schmeißender Apostolischer Protonotar.“
  10.  Gerhard L. Müller, „vatikanischer Höfling, sieht sich verunglimpft.“
  11.  Landesamt für Verfassungsschutz Hessen, „mumifiziert eigene Fake news.“
  12.  EKD, „Luthersause für viel Geld in den Sand gesetzt.“
  13.  Roswitha Kaiser, „mag den Klang der Hitler-Glocke.“
  14.  Stadtrat Wittenberg, „die Judensau um jeden Preis.“
  15.  Heiner Koch, „Ehe für alle und die AfD.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Juli 2017“

Ralf König: „Es ging mir sehr in die eigene Unterhose“

foto: wolf-diert tabbert „Real ist, dass auch bei Männern nicht nur die Haare grau werden und man ’ne Lesebrille braucht“: Ralf König.

Der Comiczeichner bekommt Applaus für seine Auseinandersetzung mit einem schwierigen Thema: Auch Schwule altern, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt

Interview Ingo Petz | derStandard.at

Konrad und Paul – der eine intellektuell und schöngeistig, der andere draufgängerisch und zuweilen großmäulig – sind das wohl bekannteste Paar der Schwulenszene. Die gleichnamigen Comics sind längst Kult. Erfunden hat sie Ralf König, der bereits mit Der bewegte Mann große Erfolge feierte. Nun ist ein neuer Comic des Wahlkölners erschienen. Und in dem geht es um ein Thema, das alle Männer fürchten.

STANDARD: Von dem Wort „Andropause“ hören viele Männer wohl zum ersten Mal in Ihrem Comic. Bisher denkt die ganze Männerwelt immer noch, dass der Kelch des Älterwerdens auch in Bezug auf die sexuelle Lust an ihr vorüberziehen wird. Wollten Sie tatsächlich eine Art Aufklärungscomic über das Älterwerden für Schwule machen?

König: Ja, Männer reden sich da von jeher sehr viel ein. So was wie Wechseljahre haben nur die Frauen, uns betrifft das ja nicht! Wir können Sex haben bis ins hohe Alter, siehe Picasso, Chaplin und Berlusconi! Und nun kommt die Wissenschaft plötzlich mit dem Begriff Andropause, und uns geht’s doch an die Eier. Ich wollte mit dem Comic mit den Mythen und den Trostsprüchen aufräumen und die Realität beschreiben, und real ist nun einmal, dass auch bei Männern nicht nur die Haare grau werden und man ’ne Lesebrille braucht. In der Hose bleiben wir auch nicht mehr 30, leider.

weiterlesen

USA: Katholiken im Widerstand gegen satanistisches Denkmal

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Im Gedenkpark für Veteranen der Streitkräfte soll eine satanistische Skulptur aufgestellt werden. Für Katholiken ist das anstößig und beleidigend, sagte der katholische Pfarrer.

kath.net

Im Gedenkpark für Veteranen der Kleinstadt Belle Plaine (US-Bundesstaat Minnesota) soll ein satanistisches Denkmal aufgestellt werden. Katholiken des Ortes und des Erzbistums St. Paul und Minneapolis haben ihren Widerstand angekündigt.

Die Kontroverse begann im August 2016, als Joseph Gregory, ein damals 87-jähriger ehemaliger Angehöriger der US-Armee, ein Denkmal für den Veteranenpark anfertigte, das die Silhouette eines Soldaten darstellt, der vor einem kreuzförmigen Grabstein kniet. Grogory starb im Oktober desselben Jahres.

weiterlesen