Archiv der Kategorie: Umwelt

Intelligenzbestien

Juliane Bräuer Klüger als wir denken  Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014 19,99 €

Juliane Bräuer
Klüger als wir denken
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014
19,99 €

Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Diese Frage, mit der Juliane Bräuer ihr Buch über die tierische Intelligenz einleitet, gehört in der Tat zu den spannendsten in der Biologie. Traute man “der Kreatur” jahrhundertelang intellektuell so gut wie nichts zu, zeigen die Ergebnisse der vergleichenden Kognitionsforschung, zu welch erstaunlichen Leistungen Tiere fähig sind. Der Titel bringt die Botschaft des Buchs auf den Punkt: Sie sind “klüger als wir denken”.


Von Andreas Jahn|Spektrum.de

Bräuer ist Biologin und forscht am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Sie gliedert ihr Werk in zwei Teile. Im ersten geht es darum, wie Tiere ihre physikalische Umwelt wahrnehmen. Der umfassendere zweite behandelt die soziale Kognition, also die Fähigkeit, mit anderen Individuen zu interagieren.

Die Autorin formuliert provokante Kapitelüberschriften wie “Nur Menschen denken logisch”, “Nur Menschen haben eine Sprache” oder “Nur Menschen helfen einander” – um diese Behauptungen dann zu widerlegen. Meist beginnen die Kapitel mit einem szenischen Einstieg (“Stellen Sie sich vor …”); im Anschluss daran befasst sich Bräuer mit zahlreichen Studien aus der Verhaltensforschung.

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Stealth Bombers and Cancer Cells Be Warned: Quantum Radar Has Gone Microwave

Image: S. Barzanjeh et al., Phys. Rev. Lett.

Like a lot of things with “quantum” in their name, quantum radar picks up where its classical analog ends. Stealth fighters? Cancer cells? Quantum radar can spot them with relative ease. But, again, like most things with quantum in their name, the technology is only now coming into reach.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

Researchers at the University of York have developed a new system that promises to open up quantum radar technology in a new, practical way. As described by ​a paper in the current Physical Review Letters, their system depends on a new sort of electromagnetic frequency converter, one allowing the coupling (or entanglement) of beams in optical wavelengths with beams in the microwave spectrum.

The result is a radar system that can both generate entangled microwave-optical beams, as during signal emission, and convert the received microwave beams back into optical wavelengths.

Quantum radar is still fairly out-there idea. Lockheed Martin holds ​a generic patent in Europe on the theorized technology, but the defense contractor doesn’t offer much in the way of possible implementations. Using “entangled quantum particles,” Lockheed’s would-be system, should allow its users to “visualise useful target details through background and/or camouflaging clutter, through plasma shrouds around hypersonic air vehicles, through the layers of concealment hiding underground facilities, [and find] IEDs [improvised explosive devices], mines and other threats–all while operating from an airborne platform.” That’s not a particularly modest declaration.

The gist of the idea (also known as “quantum illumination”) is that, through quantum entanglement, beams of extremely high-frequencies, like microwaves, might be used to image cloaked objects very far away. Currently, this is an impossibility as beams like this don’t travel so well across big distances.

That is, a microwave radar beam might do well enough when it’s reflecting against some well-defined, conventional surface, where the returning beam is sufficiently strong to persist through atmospheric thermal background noise. But a stealth surface, where this reflection is minimized, reflects a radar beam only very weakly. A detection is made, but the returning signal isn’t powerful enough to make the trip back. That’s the whole idea of stealth technology: not invisibility, but good-enough dampening.

The concept behind quantum radar is quantum entanglement. This is where one or more particles or particle collections are put into the same quantum state, such that they’re “sharing” the state or even becoming indistinguishable from each other, with the effect being that a distant particle can influence (in a sense) its nearby entangled partner. It gives the illusion (at least) of a sort of superliminal communication.

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Evolution des Menschen: Ein Gen sorgt für mehr Gehirn

Die Abbildung zeigt die Großhirnrinde eines Mausembryos. Die Zellkerne sind blau gefärbt und tiefer liegende Nervenzellen sind in rot zu erkennen. Unter dem Einfluss des menschenspezifischen Gens ARHGAP11B haben sich auf der rechten Hirnhemisphäre Faltungen in der Großhirnrinde gebildet. Quelle: MPI f. molekulare Zellbiologie und Genetik

Schimpanse und Mensch gleichen sich mehr, als man denkt. Zumindest aus genetischer Sicht. Denn fast 99 Prozent unseres Erbgutes sind mit dem unserer tierischen Verwandten identisch. Der winzige Rest macht jedoch den entscheidenden Unterschied aus: im Laufe der Evolution hat sich das menschliche Gehirn um das Dreifache vergrößert und somit unsere kognitiven Fähigkeiten ausgebildet. Forscher vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun die genetischen Ursachen für diesen Entwicklungssprung genauer untersucht. Dabei entdeckten sie ein Gen, dass nur im Menschen vorkommt und die Auffaltung der Großhirnrinde ankurbelt. Über das in Hirn-Stammzellen aktive Gen berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Science (2015, Online-Veröffentlichung).

biotechnologie.de

Das Team um den Dresdner Max-Planck-Forscher Wieland Huttner ist seit langem den Geheimnissen der menschlichen Gehirnevolution auf der Spur. Mit ihrer aktuellen Studie können die Max-Planck-Forscher nun erneut eine Wissenslücke schließen. Dieses Mal waren sie den genetischen Veränderungen auf der Spur, die im Laufe von Jahrmillionen das menschliche Gehirnwachstum ausgelöst haben. „Uns fiel auf, dass das Gen ARHGAP11B insbesondere in den sogenannten basalen Hirn-Stammzellen aktiv ist. Diese Zellen sind für die Expansion der Großhirnrinde im Laufe der Evolution besonders wichtig“, erklärt Marta Florio, die den Hauptteil der Untersuchungen in Huttners Team durchführte.

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Elementarteilchenphysik: Pionen und die starke Wechselwirkung

Das Experiment am CERN: Die Nickelscheibe befindet sich im Zentrum des blauen Stahlzylinders. Vier Detektormodule vermessen mit höchster Präzision die Ablenkung der Pionen. Foto: TU München

Das Verständnis der sogenannten starken Wechselwirkung ist für die Modelle über den grundsätzlichen Aufbau der Materie von großer Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielen dabei Pionen. Neue Messungen am Genfer CERN zeigten jetzt, dass sich diese Teilchen tatsächlich so verhalten, wie von der Theorie vorausgesagt – im Gegensatz zu früheren experimentellen Ergebnissen.


Pressemitteilung der Technischen Universität München
astronews.com

Pionen genannte Kernteilchen tragen wesentlich zur sogenannten starken Wechselwirkung bei. Sie ist die Kraft, die Atomkerne zusammenhält und für die Masse der uns umgebenden Materie verantwortlich ist. Erstmals ist es Physikern nun gelungen, die Verformbarkeit von Pionen exakt zu bestimmen. Das Ergebnis stimmt gut mit den theoretischen Vorhersagen überein und revidiert frühere Messungen, deren Ergebnisse nicht mit dem Standardmodell der Physik vereinbar waren.

Die gesamte sichtbare Materie im Universum besteht aus winzigen Elementarteilchen, aus Quarks und Elektronen. Die Bausteine der Atomkerne wiederum, die Protonen und Neutronen, sind aus drei Quarks aufgebaut. Ein Gold-Atomkern etwa besteht aus 79 Protonen und 118 Neutronen. Sie tauschen so genannte Pionen aus, wodurch der Atomkern zusammenhält.

Pionen bestehen aus einem Quark und einem Antiquark, welche wiederum von der starken Wechselwirkung fest aneinander gebunden werden. Das Ausmaß, in dem diese beiden Bestandteile voneinander entfernt werden können, ist daher ein direktes Maß für die Stärke der Bindungskraft zwischen den Quarks und damit für die starke Wechselwirkung.

Um die Verformbarkeit der geladenen Pionen – Physiker sprechen auch von ihrer Polarisierbarkeit – zu messen, schossen die Wissenschaftler des COMPASS-Experiments am Forschungszentrum CERN in Genf einen Pionen-Strahl auf eine Nickelscheibe. Die Pionen näherten sich den Nickel-Atomkernen dabei auf Distanzen von im Mittel nur zwei Kernradien und erfuhren dabei das sehr starke elektrische Feld des Nickelkerns.

Dieses elektrische Feld verursacht eine Polarisierung der Pionen und ändert ihre Flugbahn unter Aussendung von Photonen, also Lichtteilchen. Aus der Messung der Photonen und der Ablenkungen der Pionen für eine große Anzahl von 63.000 Pionen konnten die Wissenschaftler die Polarisierbarkeit der Teilchen bestimmen. Das Ergebnis zeigt, dass die Pionen nur zu weit weniger als ein Tausendstel ihres Volumens deformierbar sind.

“Das Experiment ist – trotz der hohen Teilchenenergien am CERN – eine große Herausforderung”, unterstreicht Professor Stephan Paul von der Technischen Universität München (TUM), der auch Koordinator des Exzellenzclusters Universe ist. “Der Effekt der Pion-Polarisierbarkeit ist winzig. Dies macht die Stärke der inneren Kräfte besonders deutlich.”

Erste in den 1980er Jahren durchgeführte Messungen hatten Ergebnisse geliefert, die im Widerspruch zu den theoretischen Vorhersagen standen und die Physiker vor große Rätsel gestellt. “Die Theorie der starken Wechselwirkung ist einer der Grundpfeiler unseres Verständnisses der Natur auf der Ebene der Elementarteilchen”, meint TUM-Wissenschaftler Dr. Jan Friedrich, der auch Mitglied des Exzellenzclusters Universe ist und der die Datenanalyse der COMPASS-Kollaboration leitete. “Daher ist die gute Übereinstimmung dieses Ergebnisses mit der Theorie von großer Bedeutung.”

Das COMPASS-Experiment wird seit 2002 am Super Proton Synchrotron (SPS) betrieben, dem zweitgrößten Beschleunigerring am CERN. Zur Kollaboration gehören rund 220 Physiker aus 13 Ländern. In Deutschland sind die Universitäten in Bielefeld, Bochum, Bonn, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Mainz und München beteiligt sowie die Technische Universität München, bei der die Verantwortung für die Datenanalyse lag.

Licht: Weltrekord in Farbe

Das Spektrum des in der neuen Kristallfaser erzeugten Lichts reicht vom UV (rechts) bis in das Infrarot. © Xin Jiang

Bunter als ein Regenbogen: Physiker haben eine Kristallfaser entwickelt, die aus infrarotem Laserlicht weißes Licht macht. Das erzeugte Spektrum reicht dabei vom Infrarot bis in den kurzwelligen UV-Bereich – ein Weltrekord. Dieses breit aufgefächerte Licht könnte viele Untersuchungen in der biomedizinischen Forschung, der Physik und der Chemie erleichtern oder gar erst ermöglichen, wie die Forscher in “Nature Photonics” berichten.


scinexx

Licht ist heute das wichtigste Werkzeug der Wissenschaft. So lassen sich viele chemische Reaktionen lassen sich mit Licht beobachten und sogar steuern. Laser dienen als Werkzeug, Datenträger, Sonden und sogar als Teilchenbeschleuniger.

UV-Licht zerstört Glasfasern

Das Problem dabei: Herkömmliche Glasfasern leiten zwar sichtbares und infrarotes Licht gut, werden aber vom energiereichen UV-Licht schnell zerstört. Philip Russell und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen haben nun eine photonische Kristallfaser entwickelt, die auch im UV-Bereich stabil ist. Solche Fasern werden ihrer ganzen Länge nach von hohlen Kanälen durchzogen, die sich symmetrisch um ihren Kern anordnen. Die hohlen Kanäle wirken wie Leitplanken für die Lichtwellen und führen das Licht so gut, dass wenig verloren geht.

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The Robot Revolution Is Here

Building a robot has been one of humanity’s longest-standing dreams. Mechanical helper beings appear in the stories of ancient civilizations the world over, from Greece to China to Israel. On the flip side, the thought of robots running amok is one of our most enduring collective nightmares, a la Terminator and The Matrix. Living with robots in real life has been a completely different, far less dramatic story.


By Invention Factory|MOTHERBOARD

Most robots today—from the Roombas that vacuum our floors to those that assemble Tesla electric cars—go about their business without fuss or fanfare, and without much interaction with us ordinary humans. Things are about change though, as more consumer-focused companies from Google to Intel enter the robot race. GE’s new online video series Invention Factory explores what’s happening on the frontiers of robots research.

Before we get into that, it’s worth noting how far robots have already come in such a short time. Only in the past 50 years or so have robots gone from fantasy to practical reality, as big companies increasingly put purpose-specific robots to work assembling cars, solar panels, food, cooking appliances, and countless other products.

Most of these industrial bots are very expensive and usually confined to one spot on the factory floor, chugging away all day at tasks that human laborers find repetitive and physically demanding. They’re also typically impersonal looking—just a big arm or set of automated tools. As a consequence, many of us who don’t work in heavy industry scarcely think about the robots that make our modern lives possible, not even the ones that make us pancakes.

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Gigant des jungen Kosmos entdeckt

Ein Quasar – das durch ein aktives, supermassereiches Schwarzes Loch hell leuchtende Zentrum einer Galaxie © ESO / Kornmesser

Astronomen haben das größte Schwarze Loch und die hellste Strahlenquelle des frühen Universums entdeckt. Der Quasar leuchtet 420 Billionen Mal so hell wie die Sonne, sein Schwarzes Loch dieses Quasars ist 4.000 Mal massereicher als das in unserer Milchstraße. Wie so massereiche Objekte relativ kurz nach dem Urknall entstehen konnten, ist bisher unklar, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Quasare – quasistellare Objekte – sind aktive Galaxien, in deren Zentrum ein supermassereiches Schwarze Loch Materie verschluckt und dabei enorme Mengen Strahlung aussendet. Dass es solche kosmischen Leuchtbarken schon im frühen Universum gab, belegen die rund 40 bisher entdeckten sehr alten Quasare. Durch die Ausdehnung des Universums hat ihr Licht eine Rotverschiebung von mehr als 6, sie liegen mehr als 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Um noch mehr solcher Quasare zu finden, haben Xue-Bing Wu von der Universität Peking und seine Kollegen Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) und des WISE-Satelliten der NASA mit Hilfe neuer Auswertungsmethoden durchsucht.

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Schweden: Von Negerfinken und Lappenmeisen

Hottentottenente. Bild: Guérin Nicolas/CC-BY-3.0

Der schwedische Orinthologieverein hatte sich sieben Jahre lang die Mühe gemacht, allen Vögeln der Welt, das heißt 10.709 Arten, schwedische Namen zu geben oder deren Namen zu überdenken. Teils wurden neue Namen kreiert, alte verändert.


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Einige alte Bezeichnungen kamen auf den politischen Prüfstand. Rassistisch klingende Namen wurden aussortiert. So kam “Negerfink” auf den Index, die “Hottentottenente”, die auf Deutsch ebenso heißt, wurde aus dem Sprachgebrauch gebannt, ebenso erging es dem südamerikanischen “Zigeunervogel”, der nun den indianischen Namen “Hoatzin” bekam, und dem “Kaffernsegler”, der nun zum “Weißbürzelsegler” getauft wurde.

“In Südafrika ist das Wort Kaffer verboten, da es dort als Hetze gegen eine Volksgruppe interpretiert wird”, erklärt Erling Jyler, Chef des Taxonomie-Ausschusses.

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When the Killer Robots Arrive, They’ll Get Hacked

The Shipboard Autonomous Firefighting Robot (SAFFiR) autonomous robot is capable of finding and suppressing shipboard fires and working seamlessly with human firefighters. The objective of SAFFiR is to develop human-centric, autonomous systems for fire safety and damage control, reducing damage to Navy ships at sea and decreasing the recovery time. This technology will allow Navy to meet damage recovery mandates and reduce human risks. SAFFiR is a key component of the Office of Naval Research funded Naval Prototype program – Damage Control Technologies for the 21st Century (DC-21). (Photo: U.S. Naval Research Laboratory/Jamie Hartman)

Autonomous weapons could be hacked and turned against us, said Peter W. Singer, a strategist and senior fellow at the think tank New America Foundation, at the first annual Future of War Conference on Tuesday. We are entering “a whole new realm” when it comes to autonomous weapons, he argued as part of a panel discussing the future of smart weapons.


By Kari Paul|MOTHERBOARD

“Cyberwarfare offers you the ability to persuade the target to do something it wouldn’t do otherwise,” he said. “I gain access to its software, if I [hack] into it, I can then make it do things other than the operator wants it to do.”

He said this includes hacks as simple as changing the GPS location of a drone, which he said has been done with relative ease by the Department of Homeland Security and by college students, or what he called “ultimate co-option,” which would be, for example, “recoding all American systems as Chinese systems.”

“A human would think, ‘That makes no sense, I’m questioning that order,’ but a computer, if you have that access, will follow that instruction,” he said. “It’s a whole new realm where you’ve never been able to convince a bullet or an arrow to change direction in mid-flight, you can with this kind of system. That points to both possibilities and perils.”

However, it’s unclear how long it will be until we see technology like this come to fruition. Missy Cummings, director of the Humans and Automation Laboratory at MIT, said “we’re not even close” to developing autonomous killing machines in the sense that many people think of them.

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Hat sich Klimawandelleugner von der Industrie bezahlen lassen?

klimawandelEin Wissenschaftler gerät unter Beschuss: Seine Studien, die einer gefährlichen menschengemachten Erwärmung widersprechen, sollen heimlich von der Industrie bezahlt worden sein.


SpON

Der Klimaforscher Willie Soon soll heimlich hohe Geldbeträge von der Industrie bekommen haben. Das berichtet die “New York Times” (“NYT”) unter Berufung auf Greenpeace: Der Umweltorganisation lägen Dokumente vor, die entsprechende Forschungsverträge Soons aufführten.

Denen zufolge habe der US-amerikanische Wissenschaftler die Zuwendungen entgegen seiner wissenschaftlichen Pflicht verschwiegen, schreibt die “NYT”. Als “Leistungen” (“deliverables”) würde Soon seine Studien in den Verträgen bezeichnen.

Seine Arbeiten sind bekannt, weil sie einem gefährlichen menschengemachten Klimawandel widersprechen. Sogenannte Klimaskeptiker laden Soon gerne als Kronzeugen zu Vorträgen.

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Der Schwarze Tod kam aus Asien – mehrfach

Spätmittealterliche Darstellung des Schwarzen Todes © historisch

Tödliche Fernwirkung: Das Klima in Asien war schuld an den immer wiederkehrenden Pest-Epidemien in Europa. Immer dann, wenn dort die Nagetiere – und ihre Flöhe – dank günstigem Klima florierten, kam es 15 Jahre später in Europa zu einem Pestausbruch. Kamelkarawanen dienten dem Pesterreger dabei als “Taxi”, um die gut 4.000 Kilometer nach Westen zu überwinden, wie Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” beichten.


scinexx

Die Pest war über Jahrhunderte als der Schwarze Tod in Europa gefürchtet. Immer wieder lösten Ratten und ihre Flöhe als Überträger neue Epidemien aus. Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis stammt ursprünglich aus Asien, über die Seidenstraße gelangte es im frühen 14. Jahrhundert nach Europa. Dort etablierte er sich dauerhaft in den hiesigen Rattenpopulationen – so dachte man jedenfalls bisher.

Freispruch für Europas Ratten

Boris Schmid von der Universität Oslo und seine Kollegen machten sich deshalb auf die Suche nach den Auslösern der alten Pest-Epidemien. Sie analysierten dafür Daten von mehr als 7.700 historischen Pestausbrüchen und glichen sie mit Klimadaten aus Baumringen aus dieser Zeit ab. Ihre Hypothese: Immer dann, wenn ein günstiges Klima herrschte und sich die Nagetiere erst massenhaft vermehrten, dann aber ihre Population zusammenbrach, folgte ein Pestausbruch. Denn die Rattenflöhe gingen dann aus Mangel an Wirten vermehrt auf den Menschen über.

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Sonnensturm trifft irdischen Strahlengürtel

Der Van Allen Gürtel der Erde – eine Hülle aus geladenen Teilchen © NASA

Dramatischer Treffer: Was passiert, wenn der Schutzschild der Erde von einem Sonnensturm getroffen wird, haben Forscher nun erstmals live beobachtet. Wie sich zeigte, reißt die gewaltige Energie der geladenen Wolke langsame Elektronen aus den Strahlengürteln der Erde mit und beschleunigt sie in nur 60 Sekunden auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Dadurch entstehen die gefährlichen ultraschnellen Teilchen, die Satelliten und Raumschiffe schädigen können.


scinexx

Unser Planet ist von einem doughnutförmigen Ring aus energiereichen geladenen Teilchen umgeben. Dieser Van-Allen-Gürtel enthält unter anderem eine Schicht, die wie ein Plasmaschild wirkt und energiereiche Teilchen von der Erde fernhält. 2012 enthüllten die seit 2012 im Strahlengürtel kreisenden NASA Zwillingssonden zudem, dass die normalerweise zweiteilige Hülle zeitweilig sogar eine dritte Schicht bekommt. Diese besteht aus extrem stark beschleunigten, sogenannten ultrarelativistischen Elektronen.

Abgeprallt und umgeleitet

Woher diese Elektronen kommen und wie sie so stark beschleunigt werden, war bisher aber nur in Teilen klar. Jetzt ist John Foster vom Haystack Observatory des MIT und seinen Kollegen hier ein echter Durchbruch gelungen. Denn dank der beiden Van Allen Probes der NASA konnten sie erstmals live beobachten, was geschieht, wenn ein Sonnensturm auf den Van Allen Gürtel trifft.

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Erste Experimente mit “schmelzsicherem” Atomreaktor

Bild: heise.de

Die junge Kernkraftfirma Transatomic Power hat einen kostengünstigen und kompakten Reaktor entwickelt, der deutlich sicherer sein soll als die bislang verwendete Technik. Nun beginnen erstmals ernsthafte Tests.


Von Kevin Bullis|Technology Review

Hat Atomkraft noch eine Zukunft? Das amerikanische Start-up Transatomic Power glaubt fest daran – und hat einen neuartigen Schmelzsalzreaktor entwickelt, der traditionelle Kerntechnik übertrumpfen soll.

Nun hat die Firma aus Massachusetts mit einer Reihe von Experimenten begonnen, die das vorgesehene Design verifizieren soll. Es ist ein “Make or Break”-Moment für Transatomic Power: Gehen die Tests daneben, geht es zurück ans Reißbrett. Die Experimente sind nur möglich, weil der Founders Fund, die Risikokapitalfirma des bekannten IT-Investors Peter Thiel (PayPal, Facebook), zusammen mit zwei Familienfonds insgesamt weitere 2,5 Millionen US-Dollar in das Start-up steckt.

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Dueling legislation in Scotland

Image: ncse.com

As a result of a controversy over creationist encroachments in the public schools in South Lanarkshire, Scotland, and a petition to the Scottish parliament to ban the teaching of creationism as scientifically credible, there are now dueling motions about creationism in the Scottish parliament.


National Center for Science Education

Motion S4M-12148, lodged on January 23, 2015 and entitled “Crackdown against Creationism,” “congratulates South Lanarkshire Council on taking decisive action to prevent the teaching of creationism in schools by introducing new guidance; condemns any promotion of creationism in publicly funded schools, including the reported distribution of creationist books at Kirktonholme Primary School; believes that creationism should not be presented as a scientific theory and viable alternative to the established theory of evolution, and supports the Society of Biology and the Scottish Secular Society position in opposing the teaching of creationism in the classroom.”

The “decisive action” to which the motion refers was the adoption of what the Glasgow Herald (January 23, 2015) described as “a raft of new rules for non-denominational schools including criminal records checks for chaplains and the insistence that teachers should be present during visits by religious groups” as well as “guidance to ensure homophobic or creationist teaching is barred.” The new rules were adopted after it was discovered in 2013 that young-earth creationist material — books published by Apologetics Press entitled How Do You Know God is Real? and Exposing the Myth of Evolution — was distributed to students at Kirtonholme Primary School.

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AKW-Befürworter: Zwischen Verehrung des freien Marktes und Abhängigkeit vom Staat

Gelände des Neubaus – “Western End of Hinkley Point Nuclear Power Station”; Foto: Richard Baker /CC BY-SA 2.0

Zwischen Großbritannien und Österreich schwelt ein Atomstreit. Großbritannien lässt neue Atomkraftwerke bauen. Gegen eines dieser Bauprojekte – das an der Küste der Grafschaft Somerset gelegene Atomkraftwerk Hinkley Point C – will das Land Österreich klagen. Der Grund: Die Finanzierung sei mit dem europäischen Wettbewerbsrecht nicht vereinbar.


Von Christian Bunke|TELEPOLIS

Nicht nur Österreich ist dieser Meinung. Auch 20 europäische Stromproduzenten aus erneuerbaren Energien wollen gegen Großbritannien rechtliche Schritte einleiten. Bereits Ende November 2014 reichten die Elektrizitätswerke Schönau aus dem Schwarzwald eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein.

Doch Großbritannien ficht das nicht an. Österreich erhielt bereits eine Protestnote, in der die Inselmonarchie Maßnahmen ankündigt. Kein Vorhaben Österreichs soll mehr vor einer eskalierenden Abfolge rechtlicher Maßnahmen Großbritanniens sicher sein. Der von Großbritannien ausgeübte Druck geht über den Einzelfall Hinkley Point hinaus. So soll Österreich die Atomkraft als “nachhaltige Energiequelle” anerkennen, andernfalls müsse das Land “beim EU-internen effort sharing einen größeren Anteil” tragen.

Hinkley Point C: ohne Beihilfen des britischen Staates und der EU unmöglich

In Großbritannien herrscht über Parteigrenzen hinweg Einigkeit über den Bau neuer Atomkraftwerke. Schon 2008 wurde das unter der von Tony Blair und Gordon Brown geleiteten Labour Regierung beschlossen. Auch die Konservativen waren damals dafür. Sie gaben damals aber eine Warnung mit auf den Weg. Unter keinen Umständen, so forderten sie, dürften staatliche Gelder für den Bau neuer Kraftwerke ausgegeben werden.

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Barbara Hendricks: Das strahlende Erbe im Land verteilen

Themenbild. Bild: brightsblog

Themenbild. Bild: brightsblog

Umweltministerin Barbara Hendricks will die Castoren aus Frankreich und Großbritannien auf ganz Deutschland verteilen, wenn sich kein Freiwilliger findet. Das schreibt sie in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel.


Von Barbara Hendricks|DER TAGESSPIEGEL

Als der Bundestag vor knapp vier Jahren den endgültigen Abschied Deutschlands von der Atomenergie besiegelte und damit die wenige Monate zuvor von der damaligen Koalition beschlossenen Laufzeitverlängerungen kassierte, ging ein Aufatmen durch die Republik. Nach vier Jahrzehnten erbittert geführter Auseinandersetzungen auf Bauplätzen, Straßen und in Parlamenten schien sich endlich die Chance zu bieten, befreit vom Ballast dieser Vergangenheit an den Umbau der Energieversorgung des Landes zu gehen. Inzwischen ist klar geworden, wie schwer es ist, alle Herausforderungen des Ausstiegs zu bewältigen.

Zu lang ist der Schatten der Atomkraft, zu tief die Wunden vergangener Auseinandersetzungen, zu langlebig ihr strahlendes Erbe, zu dicht das Interessengestrüpp ihrer Nutznießer.
Nach dem Zickzack-Kurs von Schwarz- Gelb stand zwar am Ende ein parteiübergreifend getragener Ausstiegsbeschluss, aber viele wichtige Randbedingungen wurden in der vergangenen Legislaturperiode nur mittels einer Schiebeverfügung gelöst. Im ersten Jahr nach meiner Amtsübernahme habe ich eine Reihe dieser offenen Baustellen schließen können, bei einigen sind wir einer Lösung näher gekommen, und bei anderen sind nach wie vor große Hürden zu überwinden.

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Ist Evolution, wenn man grösser wird?

Große Mördermuschel, Bild: 365entdeckungen.de

Forscher untersuchen «Cope’s Regel»: Werden Tiere im Verlauf ihrer evolutionären Entwicklung tatsächlich immer grösser? Die Studie bringt spannende Ergebnisse.


Von Christoph Bopp|AARGAUER ZEITUNG

Wenn etwas stört an der schönen Evolutionstheorie, ist es das Wort «Zufall». Dass Gott das alles nicht mit einem Kraftakt in sieben Tagen hingekriegt hat, kann man mittlerweile hinnehmen. Aber der hartnäckige Kreationist kann sich nicht damit abfinden, dass – laut Darwin – der Zufall seine Hand im Spiel haben soll. Darwin hat verkündet: Die Evolution geschieht durch Mutation und Selektion und Mutationen entstehen zufällig. Die Selektion merzt dann die nicht brauchbaren Varianten aus. Die Bestangepassten übernehmen schliesslich das Feld.

Diese Vorstellung der Evolution, die «blind» herumtappt, leuchtet vielen nicht ein. Diese schöne, so wohlorganisierte Welt mit den vielen bunten Tieren und Pflanzen soll dem blinden Zufall zu verdanken sein? Da muss doch irgendein Gestaltungswille am Werk sein. Und wenn wir es nicht mehr mit «Gott» machen dürfen, nennen wir diesen Willen halt «Intelligent Design» und lassen ihn wirken.

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Bill Nye and Bill Maher slam ‘feces-throwers and flat-earthers’ who still deny climate change

Bill Nye, Image: Facebook

Bill Nye, Image: Facebook

“Science Guy” Bill Nye and Real Time host Bill Maher ripped climate change deniers on Friday, with Maher denouncing data showing that the phenomenon is “not a top issue” for either major political party.


By Arturo Garcia|Raw Story

“It’s not an issue for the feces-throwers and flat-earthers who you’re talking about who vote in the primary,” Maher said.

“You can’t shoot it down,” author Fran Lebowitz chimed in.

“Actually, there is a plan to pump sulfur dioxide into the air and reflect sunlight into the sky,” Nye told her. “Are you high? You can’t engineer a planet like that.”

Nye told the panel that there is “milennial anger” among younger generations concerning the lack of action taken by their elders on the issue.

“You guys heard about it in 1988 — James Hansen testified in front of Congress — and you haven’t done sh*t about it, what’s wrong with you people?’” Nye said, explaining the argument.

“I would say to them, stop taking pictures of your food and do something about it,” Lebowitz responded.

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“Bourbon”: Neues tödliches Virus in den USA entdeckt

Thogoto virus, Bild: lookfordiagnosis.com

Das Virus wird unter dem Namen “Bourbon” geführt – benannt nach dem Bezirk in Kansas, in dem das vermeintlich erste Todesopfer lebte.


Die Presse

Die US-Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Angaben ein neues tödliches Virus aus der Gruppe der Thogotoviren identifiziert. Es werde davon ausgegangen, dass der Erreger für den Tod eines zuvor gesunden Mannes im Bundesstaat Kansas im vergangenen Jahr verantwortlich sei, teilte die Seuchenkontrollbehörde CDC am Freitag mit.

Das Virus wird demnach unter dem Namen “Bourbon” geführt – benannt nach dem Bezirk in Kansas, in dem das Todesopfer lebte. Nach CDC-Angaben war es das erste Mal, dass ein Thogotovirus in den USA einen Menschen tötete.

Ein Erreger aus der Gruppe sei zudem zuvor bei nur sieben Menschen nachgewiesen worden. Es wird davon ausgegangen, dass Thogotoviren in Europa, Asien und Afrika durch Mücken und Zecken übertragen werden. Der Mann in Kansas litt laut CDC nach der Infektion an Kopfschmerzen und Fieber. Er war demnach auch durch Antibiotika nicht zu retten.

Willkommen in der Matrix

Screenshot:BB

Screenshot:BB

Das Internet der Dinge, Big Data und Wearables werden Leben und Arbeiten massiv verändern – und sich zu einem bruchlosen Datenraum verweben, der die Menschen wie eine zweite Haut umhüllt.


Von Wolfgang Stieler, Niels Boeing|Technology Review

Es ist früher Abend, als Bandar Antabi in München im Hotel eincheckt. Er muss in einer Stunde zu einem Geschäftsessen in einem Restaurant, das er nicht kennt, und davor noch an einer Telefonkonferenz teilnehmen. Die App seines Datenarmbands ermahnt ihn, dass er erst 80 Prozent seines idealen täglichen Bewegungspensums geschafft hat. Kein Grund für Antabi, die Ruhe zu verlieren.

Als er sein Gepäck aufs Zimmer gebracht hat, gibt er in die Navigations-App die Adresse des Restaurants ein, setzt das Bluetooth-Headset ans Ohr und macht sich auf den Weg. Während der Smartphone-Assistent ihn durch die Münchner Straßen leitet, wählt er sich in die Konferenz ein. Die Teilnehmer merken nichts von seinem Spaziergang, denn eine spezielle Rauschunterdrückung filtert die Hintergrundgeräusche heraus. Auch die Anweisungen des Navigationsassistenten bleiben seinen Gesprächspartnern verborgen, für sie scheint Antabi in einem Büro zu sitzen. Kurz bevor er das Restaurant erreicht hat, ist die Besprechung erledigt, und als er am Tisch Platz nimmt, hat er auch sein Bewegungspensum für den Tag erfüllt.

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