Archiv der Kategorie: Umwelt

Ernst Mach: Einsteins österreichischer Seelenverwandter

foto: picturedesk.com/imagno “Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Mach auf die Relativitätstheorie gekommen wäre, als er jugendfrischen Geistes war”, schrieb Albert Einstein (unten) in seinem Nachruf auf den Physiker Ernst Mach (oben), der am 19. Februar 1916 starb.
Einer der einflussreichsten Denker rund um 1900 starb vor genau hundert Jahren. Auch Albert Einstein verehrte den Physiker und Philosophen

Von Karl Sigmund|derStandard.at

Das Ende kam nicht unerwartet: “Seien Sie nicht zu sehr überrascht”, hatte Ernst Mach seinem jungen Anhänger geschrieben, dem Physiker Friedrich Adler, “wenn Sie hören, ich hätte mich in das Nirwana zurückgezogen, wozu es ja eigentlich schon Zeit wäre.

” Auf dem Partezettel, den Mach eigenhändig verfasst hatte, stand: “Bei seinem Ausscheiden aus dem Leben grüßt Professor Ernst Mach alle, die ihn kannten, und bittet, ihm ein heiteres Andenken zu bewahren.” Heiter hatte er sich auch bei seinem Abschied aus Wien von der Akademie der Wissenschaften abgemeldet: “Sollte dieser Brief mein letzter sein, so bitte ich nur anzunehmen, dass Charon, der alte Schalk, mich nach einer Station entführt hat, die noch nicht dem Welt-Post-Verein angehört.”

Die letzten drei Jahre hatte Mach in häuslicher Pflege bei seinem Sohn Ludwig in der Nähe Münchens verbracht. Mach starb am 19. Februar 1916, am Tag nach seinem 78. Geburtstag. Friedrich Adler veröffentlichte einen mehrseitigen Nachruf für die von seinem Vater Victor Adler herausgegebene “Arbeiter-Zeitung”. Auch zahlreiche andere Zeitungen widmeten Machs Leben und Werk umfangreiche Betrachtungen. Sie verdrängten die üblichen Schlachtberichte von den ersten Seiten. Das Toben des Weltkriegs habe Ernst Mach in seiner Einsamkeit nur mehr ganz schwach vernommen, schrieb Friedrich Adler, “abseits von jener Welt, in der alle Furien der Barbarei entfesselt sind”.

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Weniger Schnee: Wie lange können wir noch in Deutschland Ski fahren?

Bei Plusgraden am Fichtelberg können auch die Schneekanonen nicht mehr helfen. Foto: picture alliance / ZB
Der Klimawandel verändert die Zukunft des Skitourismus in Deutschland. 61 Prozent der Skigebiete in den Bayerischen Alpen sind laut Bundesregierung bald nicht mehr schneesicher. Rund ein Drittel könnte nur mit Kunstschnee überdauern.

Von Rebecca Häfner|greenpeace magazine

Schon ein Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius hat drastische Auswirkungen für die Skigebiete in den Alpen und den Mittelgebirgen in Deutschland. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. So steigt bei zwei Grad mehr die Schneegrenze um 300 Meter an. Bereits seit drei Jahren sei die Hälfte der Skigebiete in den Bayerischen Alpen auf Kunstschnee angewiesen, heißt es in der Antwort. Die Bundesregierung stützt ihre Aussagen dabei auf Daten einer OECD-Studie aus dem Jahr 2006 und einer beauftragten Analyse des Deutschen Alpenvereins (DAV) von 2013.

Weiter heißt es in dem Papier, dass diese Prognose nur bei einer Erwärmung um lediglich zwei Grad gelte. In diesem Szenario seien 61 Prozent der Bayerischen Alpen gar nicht mehr schneesicher. Rund ein Drittel müsste mit Kunstschnee am Leben gehalten werden. Die schneesicheren Gebiete würden auf 15 Prozent in Oberbayern und auf elf Prozent im Allgäu sinken. Nach Angaben der Bundesregierung sei aber gerade für Gebirgsregionen ein höherer Temperaturantstieg zu erwarten.

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“Wir konnten es erst gar nicht glauben”

Zwei Schwarze Löcher verschmelzen – und senden Gravitationswellen aus © Caltech
Die Entdeckung der Gravitationswellen ist nicht nur ein Meilenstein der Physik – es war auch ein echter Glücksfall. Denn die Forscher des LIGO-Kollaboration registrierten das Signal der beiden verschmelzenden Schwarzen Löcher sogar noch vor Beginn ihres offiziellen Neustarts – im Testbetrieb. LIGO-Physiker erzählen, wie dies ablief.

scinexx

Es kam völlig überraschend – und weitaus schneller als erwartet. Denn die beiden 3.000 Kilometer voneinander entfernten Detektoren der LIGO-Kollaboration sind erst im Sommer 2015 auf höhere Empfindlichkeit aufgerüstet worden. Ihr Laser-Interferometer kann seither noch zehnfach schwächere Veränderungen des Untergrunds durch Gravitationswellen detektieren.

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Erbe der Urzeit: Neandertaler-Gene machen uns krank – zumindest ein bisschen

Der Mensch und sein Urahn. Spuren des genetischen Einflusses des ausgestorbenen Neandertalers (rechts) finden sich bei Europäern und Asiaten. – Montage: Vanderbilt University
Von der Haut bis zur Psyche: Wie Erbanlagen vom Neandertaler die Gesundheit des heutigen Menschen beeinflussen.

Von Hartmut Wewetzer|DER TAGESSPIEGEL

Vor rund 60.000 Jahren brach der moderne Mensch aus Afrika in Richtung Europa und Asien auf. Dort vermischte er sich mit seinem Cousin, dem Neandertaler. Noch heute finden sich die genetischen Spuren dieser Liaison im Erbgut der Europäer und Asiaten. Zwischen ein und vier Prozent ihrer Erbinformation DNS entstammen dem Neandertaler. Forscher haben nun in einer im Fachblatt „Science“ veröffentlichten Studie untersucht, wie sich die Neandertaler-Gene auf den Körper und seine Krankheiten auswirken – und sind dabei auf bemerkenswerte Spuren des ausgestorbenen Verwandten gestoßen.

„Das Hauptergebnis ist, dass die Neandertaler-DNS bestimmte medizinische Merkmale des modernen Menschen beeinflusst“, sagte der Studienleiter John Capra von der Vanderbilt-Universität im amerikanischen Nashville laut einer Pressemitteilung. „Wir haben Verbindungen zu Krankheiten des Immunsystems, der Haut, des Nervensystems, zu psychiatrischen Leiden und zu Störungen der Fruchtbarkeit gefunden.“

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Weißbüschelaffe: Finger weg vom Finger Monkey

Der kleine Weißbüschelaffe ist gerade einmal vier Wochen alt – und noch so klein, dass es auf eine Handfläche passt © Bernd Settnik/DPA
Chinesen sind neuerdings verrückt nach Finger Monkeys, den Weißbüschelaffen. Die Preise für die niedlichen Tieren sind enorm, denn der Handel mit ihnen ist verboten. Und ihre Haltung darüberhinaus sehr kompliziert.

stern.de

Gerade erst hat in China das Jahr des Affen begonnen. Passend dazu wünschen sich viele Chinesen einen Affen als Haustier, genauer einen sogenannten Finger Monkey, wie die US-Seite “Mashable” berichtet. Die klitzekleinen Flauschwesen sind in den ersten Wochen nach der Geburt gerade mal so groß wie ein ausgestreckter Zeigefinger. So süß die Weißbüscheläffchen aber auch sein mögen: die Preise für sie sind nicht nur happig, der Handel mit ihnen ist zudem verboten, nicht überall, aber eben zum Beispiel in China.

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Gewaltige Sauerstoff-Quelle im Erdmantel entdeckt

Im Erdmantel entstehen zwei bisher unbekannte Eisenoxide – und geben dabei große Mengen Sauerstoff ab. © HG: Johannes Gerhardus Swanepoel/ thinkstock
Im Erdmantel gibt es offenbar eine gewaltige, bisher unbekannte Sauerstoffquelle. Denn unter dem hohen Druck und der Hitze in diesen Tiefen bilden sich zwei neuartige Eisenoxid-Formen, wie Forscher bei Hochdruck-Experimenten entdeckt haben. Bei dieser Umwandlung geben die Eisenminerale große Mengen Sauerstoff ab. Wie sich dies auf die Prozesse im Erdmantel auswirkt, ist bisher jedoch noch unbekannt, so die Wissenschaftler im Fachmagazin “Nature Communications”.

scinexx

Eisenoxide sind Minerale, die in der Natur in verschiedenen kristallinen Strukturen vorkommen. Besonders weit verbreitet sind Hämatit (Fe2O3) und Magnetit (Fe3O4). Diese Eisenerz-Minerale haben einen Eisengehalt von über 70 Prozent und sind damit wichtige Rohstoffe für die Gewinnung von Eisen und Stahl. Bei hohem Druck und hohen Temperaturen können jedoch noch weitere Eisenoxid-Varianten entstehen – das ist unter anderem im Erdmantel der Fall.

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Eine zweite Erde wird man noch lange nicht finden

Exoplaneten werden zwar laufend gefunden, ob die bisher entdeckten aber die vielfältigen Voraussetzungen für dauerhaftes Leben erfüllen, ist noch unklar – Foto: REUTERS/HANDOUT
Am Astrophysik-Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten in Wien wird diskutiert, welche planetaren Voraussetzungen das Leben im All benötigt.

Von David Kotrba|futurezone.at

Wer davon träumt, den problembehafteten Heimatplaneten zu verlassen und sich stattdessen auf einer idyllischen “Erde 2.0” mit unberührter Natur, klarer Luft und keinerlei Überbevölkerung anzusiedeln, der muss wohl noch lange auf die Entdeckung eines solchen Planeten warten. Unter allen knapp 2.000 bisher entdeckten Planeten außerhalb des Sonnensystems (Exoplaneten) kommt bisher kein einziger an den Komfort der Erde heran.

Mikroben

Wie dieser Tage an der Universität Wien bei einem internationalen Kongress zur Bewohnbarkeit von Planeten diskutiert wird, ist es einerseits aufgrund der Grenzen derzeitiger Sensortechnologie schwierig, die Eigenschaften von Exoplaneten genau zu bestimmen.

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Erstmals Nachweis von Gravitationswellen gelungen

schwerkraft

Es ist ein wissenschaftlicher Paukenschlag: US-Forscher haben die vor 100 Jahren von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen erstmals nachgewiesen. Damit ist ihnen der Nobelpreis sicher.

Von Thomas Bürke|DIE WELT

Wenn Wissenschaftler zeitgleich zu einer Presskonferenz in Washington, Moskau, Pisa und Hannover einladen, dann haben sie Großes zu verkünden. Jetzt ist es offiziell: Es ist erstmals gelungen, eine Gravitationswelle direkt nachzuweisen.

Es war ein kleines Zittern des Raumes, aber ein großes Beben für die Physik, als am 14. September letzten Jahres eine Gravitationswelle über die Erde hinwegrauschte. Kein Mensch bemerkte etwas davon, nur zwei Messinstrumente namens Advanced Ligo (Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium) in den USA registrierten eine kurzzeitige Verbiegung des Raumes.

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Schon Säuglinge begreifen Physik

Dass sich Wasser anders verhält als Feststoffe wissen sogar wenige Monate alte Säuglinge schon. © Micha Kerwath/ freeimages
Wasser fließt und ein Ball fällt nach unten: Diese simplen Grundprinzipien der Alltagsphysik erkennen und verstehen schon Säuglinge. Wenige Monate nach der Geburt stutzen sie bereits, wenn ein Objekt gegen diese Regeln zu verstoßen scheint, wie Experimente belegen. Dabei verstehen die Kleinkinder sogar schon, dass Wasser durch ein Sieb fließen kann, ein Feststoff aber nicht, wie Forscher im Fachmagazin “Psychological Science” berichten.

scinexx

Säuglinge sind wie kleine Lernmaschinen: Ihr ganzes Wesen ist darauf ausgerichtet, neue Eindrücke einzuordnen und so die Welt und ihre Regeln verstehen zu lernen. Schon lange bevor sie selbst sprechen können, erkennen sie daher beispielsweise, wenn jemand völlig falsche Silbenkombinationen äußert und sie besitzen schon einen Sinn für Mengen.

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Rekord-Ozonloch über der Arktis droht

Aufnahme einer Polaren Stratosphärischen Wolke über Kiruna © AWI
Über der Arktis könnte in diesem Frühjahr ein starkes Ozonloch aufreißen. Schon jetzt ist dort ein Viertel des Ozons in der oberen Atmosphäre zerstört, wie Atmosphärenforscher berichten. Als Folge könnten die Ozonwerte im März und April ein neues Rekordtief erreichen – mit Folgen auch für Mitteleuropa. Schuld an dem starken Ozonschwund ist eine ungewöhnliche Kältephase in der Stratosphäre, die den Ozonabbau begünstigt.

scinexx

Lange Zeit galt das Ozonloch als typisches Frühjahrs-Phänomen der Antarktis. Dort bilden sich im Winter bei sehr niedrigen Temperaturen polare Stratosphärenwolken. In ihnen reagiert Chlor unter Einfluss des Sonnenlichts mit dem Ozon der Ozonschicht und zersetzt es in einer Kettenreaktion zu normalem Sauerstoff. Die Folge ist eine starke Ausdünnung der Ozonschicht – ein Ozonloch.

Doch im Frühjahr 2011 trat ein solches Ozonloch erstmals auch über dem Nordpol auf und erreichte Rekordwerte. Über der Arktis fiel die Dichte der Ozonschicht zeitweise um mehr als 80 Prozent. Als Folge stieg die UV-Belastung selbst in Mitteleuropa messbar.

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Engineers Devise a Way to Harvest Wind Energy from Trees

Image: Harne et al
Harvesting electrical power from vibrations or other mechanical stress is pretty easy. Turns out all it really takes is a bit of crystal or ceramic material and a couple of wires and, there you go, piezoelectricity. As stress is applied to the material, charge accumulates, which can then be shuttled away to do useful work. The classic example is an electric lighter, in which a spring-loaded hammer smacks a crystal, producing a spark.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

We’re surrounded by this sort of ambient energy. The whole universe is just a big mess of force and stress. The tapping of my fingers on the keyboard now could theoretically be used to generate voltage. In fact, the idea is already under patent: a battery-charging keyboard cover. But the idea scales way up too: Imagine the sway of a skyscraper or the trembling of an entire forest in the wind.

The second example is the heart of a piezoelectric system described in a new paper in the Journal of Sound and Vibration courtesy of engineers at Ohio State’s Laboratory of Sound and Vibration Research. The basic idea behind the energy harvesting platform: exploit the natural internal resonances of trees within tiny artificial forests capable of generating enough voltage to power sensors and structural monitoring systems.

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Längere Flugzeiten durch Klimawandel

In Zukunft länger in der Luft: Flugzeuge über dem Atlantik © freeimages
Schlechte Nachrichten für Vielflieger: Transatlantische Flüge könnten in Zukunft länger dauern als gewohnt. Denn durch die Erderwärmung verändern sich die Windverhältnisse in Flughöhe. Der sogenannte Jetstream wird schneller, wie ein britischer Forscher berechnet hat. Vor allem für Flüge in Richtung Westen bedeutet das nicht nur einen erheblichen Zeitverlust – sondern auch mehr Kosten für Treibstoff und zusätzliche umweltschädliche Emissionen.

scinexx

Der Klimawandel wird in Zukunft viele Bereiche unseres Lebens merklich beeinflussen – auch den Verkehr. Schon jetzt sorgt tauender Permafrost in der Arktis dafür, dass Flughäfen und Straßen aufgrund instabil gewordener Gebiete verlegt werden müssen. Und auch wenn es paradox klingt: Die Erderwärmung könnte sogar die bisher nur in einigen arktischen Sommern befahrbare Nordwestpassage stärker blockieren, anstatt den Seeweg freizulegen, wie Wissenschaftler prognostizieren.

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Knapp 900 Galaxien hinter der Milchstraße entdeckt

Von uns aus gesehen hinter der Milchstraße haben Astronomen 883 neue Galaxien entdeckt © ICRAR
Entdeckung hinter der Sternenscheibe: Direkt hinter unserer Milchstraße haben Astronomen knapp 900 neue Galaxien entdeckt. Unter diesen bisher von unserer Galaxie verdeckten Sternenansammlungen sind auch mehrere Galaxiencluster. Ihre Bewegungen könnten helfen, den Großen Attraktor zu enträtseln – ein Zentrum der Anziehung, auf das sich nahezu alle Galaxien in unserem lokalen Universum zubewegen.
 

scinexx

Die Lage der Erde am Rand der Milchstraße gibt uns einen relativ freien Blick nach außen und auf das Geschehen im Zentrum unserer Galaxie. Was jedoch auf der anderen Seite der Milchstraße liegt, ist für optische Teleskope weitgehend unsichtbar. Selbst die bisher vollständigste Himmelsdurchmusterung im Nahinfrarot, der 2MASS-Survey, hat in einem Gebiet von fünf bis acht Grad und die galaktische Ebene herum eine Lücke.

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Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar

Mit Hilfe von LIDAR-Daten wurden die Relikte dieses römischen Forts samt Zugangswegen aufgespürt. © Environment Agency
Per Laser aufgespürt: Archäologen haben in Nordengland etliche Kilometer bisher verschollener Römerstraßen entdeckt. Sichtbar wurden die Relikte römischen Straßenbaus durch eine Laservermessung mittels LIDAR. Die Römerrouten dienten unter anderem dazu, die Garnisonen und Soldaten entlang des Hadrianswalls zu versorgen.

scinexx

Laserlicht hilft längst nicht mehr nur bei der Entfernungsmessung, auch die Archäologie nutzt die Lasertechnik des LIDAR (Light Detection and Ranging), um beispielsweise kleinste Erhebungen in der Landschaft aufzuspüren oder Ruinen durch dichte Wälder hindurch sichtbar zu machen. Laserstrahlen im Infrarot- oder UV-Bereich werden dabei wie eine Art Radar eingesetzt. Sie enthüllten bereits tausende verborgener Siedlungsruinen der Maya auf der Halbinsel Yucatan und zeigten, dass die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha Teil einer gewaltigen Megacity war.

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Das Paläo-Steak bitte blutig

Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel – Foto: Kurier
Es ist modern geworden, sich Sorgen über gesunde Ernährung zu machen. Aber manchmal sind Sorgen ungesünder als Fast-Food.

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es scheint eine Altersfrage zu sein. Als Studenten im ersten Semester hielten wir Tiefkühlpizza für ein wertvolles Grundnahrungsmittel und Büffelgrasvodka für ein Vitamingetränk. Irgendwann entwickelt man sich weiter. Doch man kann es auch übertreiben und sich in einem Gesundheitswahn verfangen, der nicht mehr gesund ist.

In urbanen, gebildeten Bevölkerungskreisen gehört es heute fast zum guten Ton, sich Sorgen über die Ernährung zu machen. Der eine bemüht sich gerade, Industriegifte im Körper mit Detox-Smoothies loszuwerden, die andere verbringt ihre Freizeit damit, panische Angst vor Mono- und Diglyceriden zu entwickeln. Die junge Familie mit dem Kind lebt jetzt lactose- und glutenfrei, nicht weil irgendwelche langweiligen wissenschaftlichen Tests auf eine Unverträglichkeit hingewiesen hätten, sondern weil der Großstadtschamane des Vertrauens das so ausgependelt hat.

Wenn moderne Menschen ihre Ernährungsprobleme vergleichen wie Philatelisten ihre Briefmarkensammlung, dann fühlt man sich als einigermaßen beschwerdefreier Allesfresser schon fast als Außenseiter. Ich kann bloß versuchen, mit Berichten über meine Pollenallergie Mitleidspunkte zu sammeln. Es misslingt: „Siehst du, das kommt, weil du so viel Chemie isst“, sagt man mir mit strengem Ton. Ich schäme mich, verstecke mich am Klo und löffle aus Frust heimlich ein halbes Glas industriegefertigte Billigmajonäse.

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Auch unser Gehirn hat Jahreszeiten

Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Gehirn mehr oder weniger Ressourcen ab. © thinkstock
Im Sommer aktiver: Nicht nur unsere Stimmung, auch die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns ist offenbar jahreszeitenabhängig. Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Denkorgan mehr oder weniger Ressourcen ab, wie Forscher berichten. Im Test war das Gehirn bei einer Aufmerksamkeitsübung im Sommer zum Beispiel aktiver als im Winter. Bei anderen Aufgaben musste das Gehirn dagegen im Herbst mehr Aktivität investieren.

scinexx

Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Nicht nur der natürliche 24-Stunden-Rhythmus bestimmt als interner Taktgeber unser Leben. Auch die Jahreszeiten haben einen Einfluss auf unseren Körper und unsere Psyche. Studien belegen zum Beispiel, dass im Winter mehr Linkshänder geboren werden, Maikinder besonders gesund sind und dass jahreszeitliche Stimmungsschwankungen weltweit sogar an Twitter-Meldungen ablesbar sind.

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Umweltschützer mahnen zu Fleischverzicht

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

evangelisch.de

Auch die Bundesregierung müsse das Thema endlich anpacken, sagte Dräger de Teran. “Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten Gülle-Euro.” Zu viel Gülle auf den Feldern führt zur Übersättigung der Böden mit Nährstoffen und verschlechtert die Wasserqualität. Der hohe Fleischkonsum der Deutschen und der nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigen den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch.

Zudem regt die WWF-Expertin an, dass zumindest staatlich betriebenen Kantinen vorgeschrieben werden sollte, fleischarm zu kochen. “Auch könnte die Regierung Informationskampagnen starten, um den Fleischverzehr zu drosseln”, sagte sie. In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch mit 88,3 Kilogramm jährlich den Welt-Durchschnitt um das Doppelte – und den Indiens sogar um das 20-fache. Die Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos, Lkw und Flugzeuge zusammen.

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Australopithecus sediba war doch kein “Nussknacker”

Schädel des Australopithecus sediba und ein 3D-Modell der Belastung während eines Bisses © Brett Eloff/ Lee Berger, University of the Witwatersrand
Schwacher Kiefer: Der rätselhafte Vormensch Australopithecus sediba war offenbar doch nicht an harte Nahrung angepasst. Denn seine Kiefer und Zähne waren nicht stabil genug, um auf Dauer Nüsse zu knacken oder Baumrinde und harte Blätter zu kauen, wie Forscher jetzt festgestellt haben. Das macht ihn uns ähnlicher als viele seiner damaligen Zeitgenossen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.

scinexx

Der in einer Höhle in Südafrika entdeckte Vormensch Australopithecus sediba lebte vor rund zwei Millionen Jahren und könnte damit ein Vorfahre der ersten Frühmenschen der Gattung Homo gewesen sein. Doch aufgrund seiner ungewöhnlichen Mischung aus modernen und urtümlichen Merkmalen ist seine Position im Menschstammbaum strittig.

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Waldreport 2016: Wie es um den deutschen Wald steht

Raubbau im Naturschutzgebiet Pähler Schlucht. Foto: Helmut Hermann/BUND
Der Waldreport 2016 des Umweltverbandes BUND dokumentiert, wie Waldeigentümer gegen Naturschutzgesetze verstoßen. Aber es gibt auch positive Beispiele.

Von Joachim Wille|Frankfurter Rundschau

Man sagt ja: „Wie die Axt im Wald.“ Dass es im Forst nicht immer zimperlich zugeht, ist also bekannt. Trotzdem muss es nicht so aussehen wie, zum Beispiel, in einem Laubmischwald am Ammersee in Bayern.

Dort gibt es ein Naturschutzgebiet, „Pähler Schlucht“ genannt. In ihm machten die privaten Waldeigentümer im Frühjahr 2014 Kasse, in dem sie laut dem Umweltverband BUND viel mehr Bäume fällen ließen als erlaubt – und das mit brachialen Methoden. Die Bilanz war fatal. Es entstanden Lücken im Wald von bis zu 0,3 Hektar, und dabei erwischte es sogar besonders geschützte Biotop-Bäume. Stürme konnten dort angreifen – und rissen im Herbst des Jahres zahlreiche weitere Bäume um. Es entstanden starke Bodenschäden, weil das beauftragte Forstunternehmen die Maßnahmen mit den schweren Harvester-Maschinen entgegen der Ankündigung nicht auf gefrorenem Boden durchführte. Zudem wurde der in einer Schlucht verlaufende Bach auf mehreren hundert Metern als Rückweg missbraucht, kubikmeterweise landete Schlamm in ihm.

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