Arktis: Meereis schrumpft weiter

Forschungseisbrecher Polarstern in dünnem Eis: Das arktische Meereis hat im September 2019 die zweitkleinste Ausdehnung seit Beginn der Messungen. © Stefanie Arndt

Knapp am Negativrekord vorbei: Das arktische Meereis erreicht erneut einen sommerlichen Tiefstwert. Mit nur rund 3,9 Millionen Quadratkilometern hat das Eis die zweitkleinste Fläche seit Beginn der Satellitenmessungen, wie Glaziologen berichten. Damit liegt das jährliche Minimum erst zum zweiten Mal seit 1979 unter vier Millionen Quadratkilometern. Von Februar bis August 2019 lag die Eisfläche sogar auf einem Rekord-Niedrigwert für diese Zeit.

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Die Arktis heizt sich durch den Klimawandel stärker auf als jede andere Region der Erde -mit sichtbaren Folgen: Das arktische Meereis schrumpft seit Jahren, sein Nachschub schwindet und auch die saisonalen Unterschiede haben sich bereits verschärft. Selbst nahe am Nordpol gibt es inzwischen im Sommer viele offene Wasserflächen. Forscher prognostizieren sogar, dass die zentrale Arktis schon ab 2040 im Sommer schiffbar werden könnte.

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Im Reich der Pflanzen

Alexander als Pflanze. Der Berliner Bildhauer Gerald Matzner (1943–2018) hat den Botaniker Humboldt auf originelle Weise verewigt.Foto: Rena Matzner

Durchaus kein „trocknes Studium“: Wie Alexander von Humboldt die Botanik in Bewegung brachte. Eine Neuerscheinung.

Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Festgewurzelt sind sie, die Pflanzen, an ihren Ort gefesselt, schön anzusehen, aber doch ein wenig langweilig. Wer mag sich schon im Detail mit ihnen befassen, mit ihren Variationen und ihren langen lateinischen Namen?

Er entwarf die Vision einer „Pflanzengeographie“

Alexander von Humboldt selbst hat die Botanik einmal als „trocknes, hyperlangweiliges Studium“ bezeichnet. Damit meinte er aber nur jene Pflanzenwissenschaft, die stubenhockerisch auf Feldforschung verzichtet. Grundsätzlich stand für ihn fest: „Die Botanik ist die Wissenschaft, von der sich die menschliche Gesellschaft am meisten zu versprechen hat“, der Pflanzenbau sei „die edelste und wichtigste Beschäftigung des Menschen“. Bereits in jungen Jahren entwarf der preußische Adlige die Vision einer neuen Disziplin, der „Pflanzengeographie“. Damit ging er weit über die Tradition des Klassifizierens hinaus, die der schwedische Botaniker Carl von Linné begründet hatte. Auf seiner Amerikareise schickte er kistenweise Herbarbelege nach Europa – und betrachtete sie im Zusammenhang mit der menschlichen Kultur. „In das Gebiet dieser Wissenschaft“, so Humboldt, „gehören Betrachtungen über lange Seefahrten und Kriege, durch welche ferne Nationen vegetabilische Produkte sich zu verschaffen oder zu verbreiten suchen. So greifen die Pflanzen gleichsam in die moralische und politische Geschichte des Menschen ein.“

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Plastikrückstände im Kinderkörper

Gummistiefel stehen im Regal in einer Kindertagesstätte. Bild: tagesschau.de

Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Plastikrückstände im Körper. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts. Bei bestimmten Stoffen ist die Belastung gesundheitlich bedenklich.

Katrin Schirner | tagesschau.de

Plastik ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Die Rede ist hier nicht von Tüten oder Plastiktellern, sondern von Gegenständen, denen ihr Plastikanteil oft nicht anzusehen ist: auf beschichteter Kleidung, in Lebensmittelverpackungen, Waschmitteln oder Cremes. Im direkten Kontakt mit dem Körper oder über die Raumluft kommt jeder in Berührung mit diesen Stoffen.

Das Umweltbundesamt hat zwischen 2003 und 2017 untersucht, welche Rückstände dieser Kunststoffe sich im Blut und Urin von Kindern und Jugendlichen nachweisen lassen. Das Ergebnis: Mit bestimmten Plastikrückständen ist jedes vierte Kind zwischen drei und fünf Jahren so stark belastet, dass es gesundheitlich bedenklich ist. Insgesamt haben fast alle Kinder Plastikrückstände im Körper.

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Studie: Leichen bewegen sich noch lange nach dem Tod

17 Monate lange studierte Alyson Wilson die Bewegung einer Leiche.Foto: APA/BARBARA GINDL

Die Erkenntnisse könnten die Arbeit von Kriminalisten und Pathologen bei der Aufklärung von Mordfällen verändern

DERSTANDARD

Ein australisches Forschungsteam hat nachgewiesen, dass es bei menschlichen Leichen auch noch mehr als einem Jahr nach dem Tod deutliche Bewegungen gibt. „Wir glauben, dass die Bewegungen auf den Prozess der Verwesung zurückgehen, während der Körper mumifiziert und die Bänder austrocknen“, sagt Studienleiterin Alyson Wilson.

Ihre Erkenntnisse könnten die Arbeit von Kriminalisten und Pathologen bei der Aufklärung von Mordfällen verändern. 17 Monate lange studierte Wilson die Bewegung einer Leiche. Dafür nutzte sie eine Zeitraffer-Kamera, die bei der Polizeiarbeit zur Abschätzung der Todeszeit genutzt wird.

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Für Amateur-Astronomen sichtbar: Großer Asteroid fliegt an der Erde vorbei

Bild: heise online

Am Wochenende passiert ein Asteroid die Erde in sicherer Entfernung, der ungewöhnlich groß ist. Amateur-Astronomen sollten ihn sehen können.

heise online

Himmelsgucker können in der Nacht auf Sonntag einen vergleichsweise großen Asteroiden beim Passieren der Erde beobachten. Der 370 Meter große Brocken fliege mit einem Abstand von rund fünf Millionen Kilometern an der Erde vorbei und stelle keine Gefahr für den Planeten dar, sagte Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, am Freitag. „Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400.000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen“, erklärte Koschny. Alles, was weiter weg sei, beobachte die ESA nicht.

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Alpen: Der Aletschgletscher schrumpft

Blick auf den Aletschgletscher von der Mossfluh aus (oberhalb Riederalp) im Kanton Wallis. (Bild: Simon Tanner / NZZ)

Geht der Klimawandel ungebremst weiter, wird der grösste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, bis 2100 fast völlig verschwinden. Mit energischem Klimaschutz liesse sich jedoch rund ein Drittel des heutigen Gletschervolumens retten.

Neue Zürcher Zeitung

Die majestätischen Eismassen des Aletschgletschers sind ein Touristenmagnet. Jedoch dürften Ende des Jahrhunderts nur noch eine Handvoll kleiner Eisflecken vom grössten Eisstrom der Alpen übrig sein, wenn es mit dem Klimawandel ungebremst weitergeht. Um zu zeigen, welcher Anblick sich aus der Luft oder von verschiedenen Aussichtspunkten im Jahr 2100 bieten wird, haben Guillaume Jouvet und Matthias Huss von der ETH Zürich nun ein dreidimensionales Computermodell des Gletschers erstellt.

Die Simulation liessen sie mit regionalen Klimaszenarien laufen: eine Erwärmung von 1 bis 2 Grad, 2 bis 4 Grad oder 4 bis 8 Grad im Vergleich zur Periode zwischen 1960 und 1990 – bevor sich die Klimaerwärmung rasant beschleunigte.

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Nach Protesten: Volkswagen löscht Thunberg-Werbung

Nach Protesten hat der Volkswagen-Konzern ein Foto der Klimaaktivistin Greta Thunberg von seinen Internetseiten entfernt. Das teilte ein Unternehmenssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag mit.

evangelisch.de

Volkswagen habe von einer kommerziellen Fotodatenbank ein Bild von Greta Thunberg als Person der Zeitgeschichte erworben, um damit einen Artikel auf der Internetseite des Konzerns zu illustrieren, erklärte der Sprecher. Nach einem Hinweis aus dem Umfeld der Familie Thunberg habe das Unternehmen das Foto ausgetauscht.

Zunächst hatte Thunberg auf Twitter ihre Follower aufgerufen, unerlaubte Nutzungen von Fotos mit ihrem Konterfei zu Werbezwecken zu melden. Der Amerikaner Callum Grieve antwortete mit einem Screenshot einer Seite der Volkswagen AG.

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Interstellarer Komet im Anflug

Dieser helle Fleck ist ein extrasolarer Komet. C/2019 Q4 (Borisov) kommt aus dem interstellaren Raum und nähert sich dem inneren Sonnensystem. © Canada-France-Hawaii Telescope

Eisiger Fremdling: Astronomen haben einen interstellaren Kometen entdeckt, der sich dem inneren Sonnensystem nähert. Er wird Anfang Dezember seinen sonnennächsten Punkt erreichen und zuvor hinter der Bahn des Mars vorbeirasen. Der C/2019 Q4 (Borisov) getaufte Komet wurde erst am 30. August entdeckt und hat ersten Daten zufolge einen zwischen zwei und 16 Kilometer großen Kern, wie die NASA berichtet.

scinexx

Unser Sonnensystem bewegt sich nicht isoliert durch das All: Immer wieder durchfliegen auch Objekte extrasolaren Ursprungs unsere kosmische Nachbarschaft. Der erste bekannte Vertreter solcher interstellaren Besucher war im Oktober 2017 das zigarrenförmige, rund 400 Meter lange Objekt Oumuamua. Dieser Asteroid oder Komet könnte einst von seinem Heimatstern ausgeschleudert worden sein. Aber auch ein Asteroid in der Jupiterbahn und ein 2014 in der Südsee eingeschlagener Meteorit könnten interstellaren Ursprungs gewesen sein.

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Warum Greta Thunberg eine Untertreiberin ist

Greta Thunberg spricht am 9. September vor der Gesellschaft für Kultur der Ethik in New York. Am 23. September wird sie am Klimagipfel der Uno auftreten. (AP Photo/Jeenah Moon)

Unsere Lebensgrundlagen sind aufgrund des menschengemachten Klimawandels ernsthaft bedroht. Die Klimatologen agieren nicht alarmistisch, sondern besonnen. Und auch Greta Thunberg hält sich, bei Lichte besehen, ziemlich zurück. Eine Replik.

Edward Kanterian | Neue Zürcher Zeitung

Auf der Osterinsel im südöstlichen Pazifik standen einmal die grössten Palmen der Erde. Doch dann gerieten die Dorfsippen in einen Prestigewettstreit und bauten immer grössere Steinstatuen, für deren Bau sie viel Holz brauchten. Irgendwann gab es keinen Wald mehr. Eine ökologische und soziale Katastrophe war die Folge, von Jared Diamond in «Kollaps. Warum Gesellschaften untergehen oder überleben» (deutsch 2006) eindrucksvoll beschrieben. Die einst blühende Inselkultur hatte abgewirtschaftet.

Hat wirklich niemand den Untergang kommen sehen? Stellen wir uns einen aufgeweckten Teenager vor, der abseits des Machtkampfes stand und die Torheit des ganzen Treibens einsah. Dieser Teenager stellte seinen Dorfpriester zur Rede. Dessen Antwort? Die Ahnenverehrung folge unantastbaren Gesetzen, das Nachbardorf besitze eine grössere Statue, neue Bäume würden sich schon finden. Ohnehin: Ein törichtes Kind solle sich nicht in so wichtige Dinge einmischen.

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Stressreaktion kommt aus den Knochen

Welche Rolle spielt unser Skelett für die Stressreaktion? © metamorworks/ istock

Überraschende Entdeckung: In Gefahrensituationen schütten auch unsere Knochen ein Stresshormon aus. Dieser Botenstoff spielt offenbar eine noch wichtigere Rolle für die akute Stressreaktion des Körpers als das Adrenalin, wie Forscher berichten. Sie haben damit einen bisher völlig unbekannten Mechanismus aufgedeckt, der Tiere und wahrscheinlich auch Menschen auf „Kampf oder Flucht“ vorbereitet.

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In Gefahren- und Stresssituationen reagiert unser Körper sofort: Veranlasst durch Signale des Gehirns schütten die Nebennieren das Hormon Adrenalin aus. Als Folge werden Herzschlag und Atmung schneller, die Muskeln spannen sich an – jede Faser unseres Organismus ist nun auf Kampf oder Flucht vorbereitet.

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UN-Nachhaltigkeitsbericht: Auf einem schlechten Weg

Wie nachhaltig leben wir? © Rapid Eye/ istock

Schlechte Nachrichten: Mit ihren Nachhaltigkeitszielen wollen die Vereinten Nationen bis 2030 die Grundlagen für eine bessere Welt schaffen – doch davon sind sie noch weit entfernt. Wie der erste Weltnachhaltigkeitsbericht der UNO zeigt, sind die unter anderem für den sozialen und umweltpolitischen Bereich formulierten Vorhaben nur durch einen rigorosen Wandel überhaupt noch zu erreichen. Handlungsbedarf besteht demnach vor allem bei der Energienutzung und der Ernährung.

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Eine Welt ohne Armut, in der die wachsende Weltbevölkerung langfristig gut leben kann. Um diese Vision zu realisieren, haben die Vereinten Nationen vor vier Jahren 17 Nachhaltigkeitsziele festgelegt. Sie reichen vom Kampf gegen Hunger, über den Klimaschutz bis hin zu einem nachhaltigeren Konsum und sollen die Welt bis zum Jahr 2030 besser machen.

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Brasilien: Das Erbgut freigesetzter Gentech-Mücken konnte sich wider Erwarten in der Natur halten

Stechmücken der Art Aedes aegypti in einem Oxitec-Labor. (Bild: Paulo Whitaker / Reuters)

Gentechnisch veränderte Mücken sollten in Brasilien die Stechmücken reduzieren – und dann aus dem Freiland verschwinden. Doch nun haben Forscher deren Erbgut in heimischen Mücken nachgewiesen. Was bedeutet das?

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

In Jacobina in Brasilien wurden von Juni 2013 bis September 2015 jede Woche rund 450 000 gentechnisch veränderte Männchen der Stechmückenart Aedes aegypti ausgesetzt. Die Moskitos waren in den Labors der britischen Firma Oxitec entwickelt und in Brasilien vermehrt worden. Ziel des Grossversuchs war es, die lokale Mückenpopulation zu dezimieren: Die gentechnisch veränderten Männchen sollten sich mit freilebenden Weibchen paaren und der entstehende Nachwuchs aufgrund eines gentechnischen Eingriffs absterben. Die Reduktion der Mücken sollte die Zahl der Dengue- und Zika-Infektionen senken. Denn die dafür verantwortlichen Viren werden von Aedes aegypti auf Menschen übertragen.

Die Moskitopopulation konnte zwar während der Freisetzungsperiode um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Aber nur wenige Monate nach der letzten Freisetzung stieg sie wieder deutlich an. Und offenbar überlebten auch einige der Gentech-Nachkommen.

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Superblitze überraschen Forscher

Superblitze sind tausendfach stärker als normale Entladungen – und ihre zeitliche und räumliche Verteilung geben Rätsel auf. © boschettophotography/ iStock

Rätselhaftes Wetterphänomen: Superblitze sind selten, aber tausendfach stärker als normale Gewitterentladungen – und überraschend anders verteilt, wie nun die erste Kartierung dieses Phänomens enthüllt. Demnach ereignen sich Superblitze vorwiegend im Winter statt im Sommer. Zudem treten sie primär über den Ozeanen auf – Hotspots liegen im Mittelmeer, vor der europäischen Atlantikküste und im Andengebiet. Warum die Superblitze dieses Muster zeigen, ist noch unbekannt.

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Blitze gehören zu den spektakulärsten Phänomenen unseres Wetters. Mit bis zu einer Milliarde Volt springen die grellleuchtenden Entladungen zwischen Gewitterwolken oder zwischen Wolken und Erdoberfläche über. Dabei heizt sich die Luft auf bis zu 30.000 Grad auf und es entstehen sogar Gammastrahlen und Antimaterie. Typischerweise treten Blitze vor allem im Sommer auf und häufen sich über großen, gebirgigen Landmassen – besondere Hotspots sind Afrika, Asien und der amerikanische Kontinent. In Deutschland ist das Alpenvorland ein Blitzhotspot.

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Japan erwägt, radioaktives Wasser von Fukushima im Pazifik zu entsorgen

Im Atomkraftwerk Fukushima kam es 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zu einer Kernschmelze. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.Foto: AP

Die Lagerkapazitäten für kontaminiertes Wasser in Fukushima gehen zur Neige. Die japanische Regierung wartet noch auf einen Expertenbericht

DERSTANDARD

Acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima erwägt der Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco), radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem havarierten Kernkraftwerk in den Ozean zu leiten. Tepco habe bald keine Lagerkapazitäten mehr für das kontaminierte Wasser aus den Kühlrohren, erklärte Umweltminister Yoshiaki Harada am Dienstag.

Nachdem die Anlage durch ein Erdbeben und einen Tsunami im Jahr 2011 lahmgelegt wurde, hat Tepco an den zerstörten Standorten mehr als eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser aus Kühlleitungen in etwa 960 Tanks gesammelt. Mit dem Wasser wird das Schmelzen der Brennstoffkerne verhindert. „Die einzige Möglichkeit wird sein, das Wasser ins Meer abzuleiten und zu verdünnen“, sagte Harada. Die gesamte Regierung werde das diskutieren.

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Hawai: Wachsender Vulkansee versetzt Geologen in Erstaunen

Seit seiner Entdeckung haben US-Forscher den neuen Kratersee unter Beobachtung. Foto: USGS/K. Mulliken

Auf dem Grund eines Kraters des Kilauea-Vulkans entstand in den letzten Wochen ein blubbernder grüner Tümpel

DERSTANDARD

Im Mai 2018 brach der Vulkan Kilauea auf Hawaiis Big Island ungewöhnlich heftig aus. Mehrere Spalten taten sich an den Hängen des Feuerbergs auf, es kam zu teils starken Erdbeben und Unmengen an Lava ergossen sich über mehrere Monate hinweg in den Ozean. Wie ein Team von der University of Hawaii in Manoa kürzlich festgestellt hat, sorgten die Lavaflüsse nicht nur für Zerstörungen: Sie ließen im Meer erhitztes Tiefenwasser aufsteigen, das Stickstoffverbindungen mit sich empor trug. Diesen Dünger wussten Meeresalgen und Cyanobakterien offenbar für sich zu nutzen, denn in der Folge kam es zu einer explosionsartigen Algenblüte, die sogar auf Satellitenbildern der Nasa sichtbar wurde.

Gewässer mit unklarem Ursprung

Die geologischen Nachwirkungen dieser hochaktiven Phase dauern bis heute an – und sie haben ein Phänomen hervor gebracht, das den Vulkanologen Kopfzerbrechen bereitet: Auf dem Grund des Halema’uma’u-Kraters des Kilauea trat in den vergangenen Wochen ein See in Erscheinung, dessen Volumen allmählich zunimmt. Der Ursprung des Gewässers sei nach Angaben von Forschern des US Geological Survey (USGS) vorerst nicht ganz klar.

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Video: Nahaufnahmen des wachsenden Sees im Halema’uma’u-Krater.
Doing Hawaii

Stadt-Ratten als Überträger resistenter Keime?

Da sie im Umfeld von menschlichem Abfall und Fäkalien leben, infizieren sich Ratten besonders leicht mit resistenten Erregern. © anatolypareev/ istock

Potenzielle Überträger: Viele Ratten tragen offenbar gefährliche multiresistente Keime in sich. Wie eine Studie aus Wien enthüllt, sind die tierischen Stadtbewohner unter anderem mit gegen Antibiotika immunen Enterobakterien und Staphylokokken belastet. Letztere wiesen die Forscher in jedem zweiten Nager nach. Wie groß die Gefahr einer Übertragung dieser Erreger auf den Menschen ist, ist dem Team zufolge zwar noch unklar. Trotzdem seien die Ergebnisse besorgniserregend.

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Sie leben im Verborgenen, aber sie sind viele: In den meisten Großstädten leben heute mehr Ratten als Menschen. Die intelligenten Nager haben sich perfekt an die Lebensweise im urbanen Milieu angepasst. Sie besiedeln unsere Abwassersysteme, Lagerräume und Müllplätze und fressen mit Vorliebe das, was wir wegwerfen – Abfall.

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Welche Mikroben tummeln sich auf der ISS?

Die Internationale Raumstation ISS mag weit von der Erde entfernt sein – doch frei von irdischen Mikroben ist sie nicht. © NASA/ gemeinfrei

Mikrobielle Mitbewohner im All: Astronauten sind auf der Internationalen Raumstation ISS im Großen und Ganzen denselben Mikroorganismen ausgesetzt wie auf der Erde. Wie Analysen offenbaren, gleicht das Mikrobiom dort dem eines normalen Badezimmers. Eine erhöhte Gefahr durch resistente Keime droht den Astronauten demnach nicht. Allerdings: Manche der Mikroben könnten die auf der ISS verbauten Materialien beschädigen.

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Der Mensch ist nie allein: Überall auf und in uns leben winzige Organismen, ob auf der Haut, in der Nase oder im Darm. Diese oft nützlichen, aber manchmal auch krankmachenden Mikroben begleiten uns überall mit hin – sogar bis ins Weltall. Mit den Astronauten, die seit dem Jahr 2000 in wechselnder Besatzung die Internationale Raumstation ISS bewohnen, sind daher auch unzählige Bakterien und andere Mikroorganismen in diese Außenstation der Menschheit gelangt.

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Rückzug bis zum Limit

Der Columbia-Gletscher in Alaska am 21. Juni 2019. © NASA/USGS Landsat

Diese Aufnahme zeigt den Columbia-Gletscher in Alaska – einen der am schnellsten fließenden Eisströme Nordamerikas. Durch den Klimawandel hat dieser Gletscher schon die Hälfte seines Volumens eingebüßt und sich in mehrere Arme geteilt. Sein westlicher Arm könnte sogar so weit geschrumpft sein, dass er am Limit des Rückzugs angelangt ist.

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Durch die globale Erwärmung schwinden weltweit die Gletscher – sowohl in den Gebirgen als auch in den Polargebieten. Besonders von der Schmelze betroffen sind dabei oft Küstengletscher, deren Zungen ins Meer hineinreichen. Denn sie werden von warmem Wasser unterspült, das gewaltige Kerben und Kavernen in ihre Eisunterseite schmilzt.

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Klima-politologischer Dilettantismus

Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem der RWE Power AG (pa/Geisler)

In der Debatte um Klimaschutz hat die Politologin Ulrike Ackermann mehr Sachlichkeit angemahnt.

Deutschlandfunk

Es sei wichtig, Ambivalenzen zuzulassen und rational über einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen zu debattieren, sagte Ackermann im Deutschlandfunk (Audio-Link). Es bringe nichts, in einem Alarmismus die Weltkatastrophe an die Wand zu malen, der nur radikal begegnet werden könne. Die Klimarettung als oberstes politisches Primat über alles zu setzen, komme fast einer Religion gleich, warnte Ackermann.

Dabei sei die Klimapolitik der vergangenen Jahrzehnte von zahlreichen Widersprüchen geprägt. „Der schnelle Atomausstieg hat dazu geführt, dass wir zum Teil schmutzigen Strom aus unseren EU-Nachbarländern importieren müssen, obwohl wir die großen Vorbilder im Kampf gegen die Erderwärmung sein wollen“, sagte Ackermann. Die damit einhergehenden Strompreiserhöhungen haben aus ihrer Sicht zu Ungerechtigkeiten und Freiheitseinschränkungen für viele Bürger geführt.

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Markus Söder und die sanfte Ergrünung der CSU

Screenshot FB

Der ergrünte Markus Söder wirkt sehr zufrieden mit sich. «Das war heute ein sehr wichtiger Tag für die CSU», sagt der Parteichef mit staatstragend-ernster Miene. «Unglaublich geschlossen» sei seine Partei, das mache ihn auch ein bisschen stolz.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die CSU betreibe nun «Klimaschutz mit offenem Herz und scharfem Verstand» – und sie «wolle echte geistige Orientierung für die Zukunft geben».

Kurz zuvor ist eingetreten, womit zwar alle gerechnet hatten, aber vielleicht nicht in dieser Deutlichkeit: Der CSU-Vorstand hat die neue «Klimastrategie» der Partei gebilligt – einstimmig. Natürlich hätten einige an der einen oder anderen Stelle gerne etwas mehr oder etwas weniger gehabt, sagt Söder. Das sei normal. Doch das Ganze zu einem guten Ende zu bringen, das gehöre eben zu einer «politischen Führungsaufgabe» dazu.

Fakt ist: Söder hat seine Partei in den vergangenen Wochen und Monaten merklich ergrünen lassen. Erst das große Artenschutz-Paket, mit dem er auf das bayerische Volksbegehren «Rettet die Bienen» reagierte. Trotz anfänglicher innerparteilicher Widerstände setzte er das Gesetzespaket und damit seinen politischen Kurs letztlich durch.

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