Archiv der Kategorie: Umwelt

“Gene drive”: Erst Fakten schaffen, dann diskutieren?

Die Mücke Anopheles stephensi ist eine der Arten, die Malaria übertragen. Bild: CDC

Schon bald könnte es möglich sein, das Erbgut freilebender Tiere zu verändern. Wie involviert man eine desinteressierte Öffentlichkeit in die Diskussion um Nutzen und Risiken?


Von Volker Henn|TELEPOLIS

Gentechnisch manipulierte Mücken sollen die Ausbreitung von Malaria eindämmen, indem sie das Erbgut wildlebender Artgenossen verändern. Dank einer neuen Methode könnte bereits Ende dieses Jahres ein geeigneter Mücken-Stamm verfügbar sein. Setzt dieser Schritt eine längst überfällige öffentliche Diskussion in Gang? Oder erhöht er nur die Gefahr, dass sich die Methode unkontrolliert verbreitet? Wissenschaftler streiten um den richtigen Kurs.

“Mutagene Kettenreaktion” – bereits der Name deutet an, dass diese Methode Ereignisse in Gang setzt, die rasch außer Kontrolle geraten können. Es handelt sich dabei um eine genetische Manipulation von Fruchtfliegen, die effizient von einzelnen Tieren auf den ganzen Schwarm überspringt. Und das innerhalb kurzer Zeit: Ein manipuliertes Tier unter hundert Fliegen genügt, um nach zehn Generationen die gesamte Population zu verändern. Und sie funktioniert vermutlich auch in freier Natur.

Damit sind Forscher auf gutem Weg, bald einen “gene drive” verwirklichen zu können – den Austausch von Genen in einer wildlebenden Population. Die Folgen für die Umwelt wären schwer abschätzbar. Und so haben führende Wissenschaftler bereits im Juli letzten Jahres zu großer Vorsicht aufgerufen (“Gene drive” – ein Eingriff in das Erbgut frei lebender Organismen). Gefordert wurden ein behutsame Entwicklung der Methode, der Einbau von Kontrollpunkten und die Vorbereitung von Maßnahmen, die im schlimmsten Fall eine Rücknahme der genetischen Manipulationen erlauben. Und auch die Öffentlichkeit wurde in die Pflicht genommen: Sie soll sich an der Diskussion über Nutzen und Risiken beteiligen.

Dieser Appell könnte schon bald Makulatur werden. Die mutagene Kettenreaktion, entwickelt von den US-Forschern Valentino Gantz und Ethan Bier an der University of California in San Diego, kommt zumindest theoretisch der Umsetzung eines “gene drive” sehr nahe (Gantz und Bier, Science, März 2015: The mutagenic chain reaction: A method for converting heterozygous to homozygous mutations). Die Forscher benutzten daher auch strengste Sicherheitsmaßnahmen, um ein Entweichen der genmanipulierten Fliegen in die Umwelt zu verhindern. Die Methode selbst machten sie jedoch uneingeschränkt öffentlich: Die Publikation im renommierten Science-Magazins enthält alle Anweisungen und Protokolle, die eine einfache Reproduktion erlauben.

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Newly Discovered Bacterial Crystals Are a Biophysics Mystery

Image: A. Petroff et al., Phys. Rev. Lett. (2015)

Image: A. Petroff et al., Phys. Rev. Lett. (2015)

Thiovulum majus is already a strange-enough form of bacteria.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

For one thing, it’s big, relatively speaking, existing as 5- to 20-micrometer spherical cells. The cells also exhibit some unique collective behavior—as residents of saltwater marshes surviving on oxygen harvested from the water, they often form into disordered clumps called veins, which allow the bacteria colony to circulate water like we circulate blood. They’re able to form these clumps thanks to a covering of tiny flagella, which also allow individual cells to swim faster than any other sort of bacteria.

As described in ​a recent paper in the Physical Review Letters, these bacteria are capable of yet another perplexing behavior—they form living two-dimensional crystals. Crystals, as we usually understand them, are tightly packed, periodic arrangements of atoms but, here, bacteria act as the atoms, forming into tight lattice structures thanks to the hydrostatic attraction produced by the bacterial flagella. This attraction is what takes the place of the electromagnetic force binding together proper crystals.

It was an unexpected discovery for the Rockefeller University-based research group. The plan was to study the movements of Thiovulum majus through water droplets on a two-dimensional slide and it was here that they noticed something strange. The bacteria, which have a proclivity for rotating as they move around, like tiny propellers, didn’t “bounce” off of the surfaces they encountered as one might expect.

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Der Marshmellow-Test: Die Vermessung der Willenskraft

Mischel_DerMarshmallowTest

Walter Mischel Der Marshmallow-Test Aus dem Englischen von Thorsten Schmidt Verlag: Siedler, München 2015 ISBN: 9783827500434 24,99 €

Walter Mischel ist ein Urgestein der wissenschaftlichen Psychologie. 1930 in Wien geboren, floh er als 8-Jähriger mit seiner Familie vor den Nazis und fing in den USA ein neues Leben an. Es sollte ein erfolgreiches werden, obwohl Mischel von sich selbst sagt, er sei nicht gerade der disziplinierteste Geist.


Von Steve Ayan|Spektrum.de

Nach Studium und Promotion in klinischer Psychologie wirkte er ab den 1960er Jahren vor allem an der Stanford University in Kalifornien sowie später an der Columbia University in New York. In seiner langen Laufbahn gab er der Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie viele Anstöße. Der Nachwelt in Erinnerung bleiben dürfte er aber vor allem für jene Studienserie, die als das “Marshmallow-Experiment” berühmt wurde.

Verlockung des Köstlichen

In einem eigens eingerichteten “Überraschungszimmer” an der Universität in Stanford stellten Mischel und sein Team Kinder verschiedenen Alters vor die Wahl: Entweder die Kleinen nahmen eine Süßigkeit, die vor ihrer Nase platziert war, sofort an, oder sie warteten auf die Rückkehr des Versuchsleiters, der den Raum verlassen hatte, um bei dessen Wiederankunft die doppelte Ration zu erhalten. Die Kinder standen vor der Wahl: lieber ein Marshmallow sofort oder zwei später? Dieser simple Test sollte die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub prüfen – eines, wie man glaubte, festen Indikators für die Willensstärke. Wie der weitere Lebensweg der Kinder offenbarte, erzielten jene, die der Versuchung leichter widerstanden hatten, später im Schnitt bessere Schulnoten und Bildungsabschlüsse, waren kompetenter im sozialen Umgang und bewältigten Stress eher.

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Through Virtual Reality We’ll Become A More Empathetic Species

Through virtual reality, we have the potential in creating a machine that not only helps us submerge ourselves into the digital world, but equally a machine that allows us to “become more compassionate, we become more empathetic, and we become more connected. And ultimately, we become more human.” That is the dream of virtual reality film director Chris Milk. In his recent TED talk, Chris explains how we could achieve such a feat.


By B.J. Murphy|Serious Wonder

Virtual Reality is “not a video game peripheral. It connects humans to other humans in a profound way that I’ve never seen before in any other form of media. And it can change people’s perception of each other. And that’s how I think virtual reality has the potential to actually change the world.” – Chris Milk

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Virologe warnt vor gefährlichen tropischen Stechmücken

Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopictus). Bild. wikimedia.org/CC-BY-2.5

Die Tigermücke überträgt das Dengue-Fieber, der japanische Buschmoskito das West-Nil-Virus. Beide breiten sich derzeit in Deutschland aus. Tropenmediziner sind alarmiert.


DIE WELT

Insekten aus tropischen Regionen breiten sich nach Beobachtung von Forschern auch in Deutschland aus. “Die zwei wichtigsten invasiven Stechmückenarten, die uns Sorge bereiten, sind die Tigermücke und der Japanische Buschmoskito”, sagte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Die Tigermücke, die das Dengue-Fieber übertragen kann, sei bereits in Bayern und Baden-Württemberg zu finden.

Der Japanische Buschmoskito habe sich noch sehr viel weiter ausgebreitet, so im Raum Köln/Bonn und sogar bis nach Hannover. Diese Mücke könne das West-Nil-Virus oder auch den Erreger für die Japanische Enzephalitis, eine Gehirnentzündung, übertragen.

Ursache der Entwicklung sei in erster Linie der interkontinentale Waren- und Reiseverkehr, nicht der Klimawandel, betonte Schmidt-Chanasit.

Joss Whedon: Politicians Who Deny Climate Change ‘Deny Basic Scientific Truth’

Avengers’ writer and director Joss Whedon is quite familiar with dystopian futures. CREDIT: Photo by Jordan Strauss/Invision/AP

If there’s anything to be gleaned about Joss Whedon’s worldview from his hit show Firefly, it might be that he’s pessimistic about the future of politics.


By Emily Atkin|CLIMATEPROGRESS

“Nothing will change in the future,” Whedon, who also wrote and directed the enormously successful Avengers movie, once said about the dystopian universe depicted in Firefly. “Technology will advance, but we will still have the same political, moral, and ethical problems as today.”

On Wednesday — Earth Day — Whedon revealed that he thinks one of those political problems of today is climate change. In a series of tweets, the Buffy the Vampire Slayer creator chastised U.S. politicians who don’t accept climate science, saying they are denying “basic scientific truth.”

“The climate IS changing — if we can’t, that makes us dumber than weather #ClimateChangeIsReal,” he tweeted. “Policy makers who deny basic scientific truth should also be denied penicillin, horseless carriages, [and] air time on the magic box of shadows,” read a subsequent tweet.

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Superstition Is Making Beijing’s Air Pollution Even Worse

Chart: Nan Zhong

There are a lot of things contributing to the record-level air pol​lution suffocating the capital of China, but there’s one factor making an impact that you might not have considered: good, old-fashioned superstition.


By Kaleigh Rogers|MOTHERBOARD

After the Olympics in 2008 (during which Beijing cut its traf​fic in half by alternately banning odd-number-ending license plates and even-number-ending plates) the city introduced a longer term traffic ban based on the last number of each license plate. Every plate in the city ends with a number between 0 and 9, so each day during the workweek, two ending digits are banned from the road between 7 AM and 8 PM (on Monday, license plates ending in 1 and 6 are banned, for instance).

Here’s the problem: on one day of the week, the number 4 is banned. In Chinese numerology, the number 4 is very unlucky (it sounds a lot like the word death, so, understandably people avoid it). Because of this superstition, a lot of people reject license plates ending in 4.

So since there aren’t as many “4” cars registered in Beijing, the ban doesn’t take as many cars off the road as it does for other numbers. Nan Zhong, a PhD student in the sustainable development program at Columbia University, wanted to find out whether this makes a noticeable impact on the air quality, traffic congestion, and public health. Though her research has not been published in a peer-reviewed journal (Zhong told me she’s in the process of submitting it at a few publications), she presented her findings Thursday at the school’s symposium on sustainable development.

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“Hubble” – das scharfe Auge im All

Astronauten der letzten Reparaturmission haben dieses Bild von Hubble im Mai 2009 aufgenommen. Seitdem war kein Mensch mehr bei dem Weltraumteleskop. Foto: NASA/REUTERS

Es ist seit knapp 25 Jahren im All unterwegs und hat den Blick der Menschheit auf das Universum verändert: Das Hubble-Weltraumteleskop wird 25 und kommt langsam in die Jahre. Doch Ersatz ist bereits in Planung.


Von Tanja Banner|Frankfurter Rundschau

Es ist seit knapp 25 Jahren im All unterwegs und hat den Blick der Menschheit auf das Universum verändert: Das Weltraumteleskop Hubble. Am 24. April 1990 startete das Space Shuttle “Discovery” (STS-31) mit Hubble ins All, am 25. April 1990 wurde es in einer Erdumlaufbahn ausgesetzt und blickt seitdem in die Tiefen des Weltalls. In einer Höhe von etwa 550 Kilometern umkreist Hubble den blauen Planeten mit einer Geschwindigkeit von gut 28.100 Kilometern pro Stunde und blickt tief hinein ins Universum, ohne störende Wolken oder die Erdatmosphäre, die die Sicht beeinträchtigen würde. Sterne, Planeten, Galaxien – kaum etwas ist vor dem scharfen Auge Hubbles sicher.

Dabei lief zu Beginn nicht alles glatt: Ursprünglich sollte das Teleskop im Oktober 1986 von einem Space Shuttle ins All transportiert werden. Doch das “Challenger”-Unglück, bei dem im Januar 1986 sieben Astronauten ums Leben kamen, veränderte die Planung. Erst vier Jahre später, im April 1990 startete die Hubble-Mission. Das Space Shuttle “Discovery” brachte Hubble in seine Umlaufbahn. Kaum dort angekommen, sorgte jedoch ein Fehler im Hauptspiegel des Teleskops für Ärger: Die Bilder, die das Teleskop lieferte, waren nicht zu gebrauchen, eine teure Reparaturmission wurde notwendig.

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Vulkan Calbuco in Chile ausgebrochen

Der Vulkan Calbuco in Chile ist ausgebrochen | AP

Im Süden Chiles ist der Vulkan Calbuco ausgebrochen. Nach mehreren Explosionen bildete sich am Mittwoch eine 15 Kilometer hohe Rauch- und Aschewolke, die noch in 20 Kilometern Entfernung zu sehen war, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Innenminister Rodrigo Peñalillo ordnete eine Evakuierungszone von 20 Kilometern um den Krater an.


The Huffington Post

Staatschefin Michelle Bachelet will am Donnerstag die betroffene Region besuchen. Es könne im Umkreis des Vulkans zu einem Ascheteppich von bis zu einem Meter Dicke kommen, erklärte die Präsidentin.

4.500 Menschen evakuiert

Im benachbarten Argentinien wurde der Flughafen von San Carlos de Bariloche vorläufig geschlossen. In naheliegenden Villa La Angostura fiel bereits am Mittwochabend (Ortszeit) die erste Asche des rund 100 Kilometer entfernten Calbuco.

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Obama: “Klimawandel nicht mehr länger leugnen”

US-Präsident Barack Obama in den Everglades am Tag der Erde. / Bild: (c) APA/EPA/JOE SKIPPER (JOE SKIPPER)

Am Tag der Erde besuchte der US-Präsident den bedrohten Everglades-Nationalpark in Florida. Dort warnte er vor den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels.


Die Presse

US-Präsident Barack Obama hat zum Tag der Erde auf die Gefahren durch die Erderwärmung hingewiesen. “Der Klimawandel kann nicht länger geleugnet werden”, sagte Obama am Mittwoch bei einem Besuch im Everglades-Nationalpark in Florida. Die Erderwärmung führe zu heftigeren Stürmen und schlimmeren Dürreperioden.

Außerdem habe der Klimawandel auch wirtschaftliche Folgen, warnte Obama. So stelle der steigende Meeresspiegel eine Gefahr für die Tourismusindustrie in Florida dar.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den Vereinigten Staaten ein politisch hoch umstrittenes Thema. Unter anderem sorgt die von Obama vorangetriebene drastische Begrenzung des CO2-Ausstoßes heimischer Kraftwerke für Unmut bei den Republikanern. Entsprechende Vorgaben will die Umweltschutzbehörde EPA im Sommer veröffentlichen.

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Post aus Japan: Nippons sympathische Mondmission

(Tomruen / Wikipedia / cc-by-sa-4.0)

Es könnte eng in der Umlaufbahn um den Erdtrabanten werden. Immer mehr Nationen planen Mondmissionen – und die Jaxa ist ganz vorne mit dabei. Und das ist auch gut so.


Von Martin Kölling|Technology Review

Japans Weltraumbehörde Jaxa hat diese Woche das größte Hindernis für eine Eroberung des Mondes in Angriff genommen: das Loseisen staatlicher Gelder. Am Montag stellten die Weltraumfahrer der ostasiatischen Nation beim Erziehungs- und Wissenschaftsministerium ihr Projekt vor, um das Jahr 2018 herum eine unbemannte kleine Forschungsstation auf den Erdtrabanten zu schicken. Sie gilt als wichtige Etappe für eine bemannte Reise, von der nicht nur die Jaxa träumt.

Die Jaxa kann nun nur hoffen, dass die Schatzmeister der Nation die Finanzierung des Projekts ab 2016 in den Staatshaushalt aufnehmen. Denn sollte das nicht passieren, könnten die Japaner beim Wettlauf um den Mond empfindlich hinter andere Rivalen wie China, Russland, die USA, Europa und nun sogar Indien und Südkorea zurückfallen. Das wäre extrem schade – für die Japaner, aber auch für alle, die sich für den Fortschritt der Menschheit interessieren und nicht nationale Großmannssucht.

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Erstes Exoplaneten-Spektrum ohne Transit

Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi b und seinem Stern © ESO/ M. Kornmesser/ Nick Risinger/ skysurvey.org

Information aus Sternenlicht: Astronomen haben erstmals das Spektrum eines Exoplaneten aus dessen reflektiertem Licht gemessen. Dank einer neuen Technik lassen sich so auch ohne den Transit des Planeten vor dem Zentralstern viele Informationen über das Planetensystem gewinnen. Mit zukünftigen, noch leistungsfähigeren Instrumenten sollen noch genauere Untersuchungen von zahlreichen weiteren Exoplaneten ermöglichen, schreiben die Forscher im Magazin “Astronomy & Astrophysics”.


scinexx

Der Exoplanet 51 Pegasi b nimmt eine Sonderstellung unter den Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ein: Der etwa 50 Lichtjahre entfernte Planet im Sternbild Pegasus war der erste gefundene Exoplanet, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Seit dieser Entdeckung im Jahr 1995 ist die Zahl der bekannten Exoplaneten auf fast 2.000 gestiegen, und sie verteilt sich auf rund 1.200 verschiedene Planetensysteme – Planeten jenseits unseres Sonnensystems scheinen geradezu alltäglich.

Kein Transit erforderlich

Die Arbeit des Teams um Jorge Martins von der Universität Porto macht 51 Pegasi b jedoch nun erneut zu etwas Besonderem: Mit dem Exoplanetenjäger-Instrument HARPS am La Silla-Observatorium der ESO in Chile haben die Astronomen zum ersten Mal das von einem Exoplaneten reflektierte Lichtspektrum im sichtbaren Licht gemessen.

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Behold The Most Realistic Black Hole Simulation Yet

Black Hole Simulation

What happens when two black holes collide? Spectacular new simulations show the swirling action like never before, and they’re definitely worth a watch.


By Jaqueline Howard|The Huffington Post

Dr. Stuart Shapiro, professor of physics at the University of Illinois, Urbana–Champaign, presented the simulations in Baltimore on April 13 at a meeting of the American Physical Society.

“Our simulations of binary black holes merging in circumbinary magnetized disks of gas allow us to probe a cosmic event that astronomers believe occurs in distant active galaxies and quasars,” Shapiro told The Huffington Post in an email.

Using Einstein’s theory. What sets these black hole simulations apart from previous examples? The researchers used a full-blown treatment of Einstein’s general theory of relativity to build their 3D simulation models on supercomputers — marking the first time such simulations were done without having to guesstimate the data, Nature reported.

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Kosmische Teilchen durchleuchten Gewitter

Kosmischer Teilchenschauer (grafisch) bei einem Gewitter über dem LOFAR-Kern. © Radboud Universität

Vom Blitz getroffen: Die charakteristischen Radiosignale kosmischer Strahlung könnten helfen, Blitze und Gewitter besser zu verstehen. Denn Forschern ist es gelungen, aus diesem Rauschen wertvolle Informationen über das Innenleben der Gewitterwolken zu gewinnen. Damit wollen die Wissenschaftler den Ursprung von Blitzen erklären und auch die Wettervorhersage verbessern, schreiben sie im Fachmagazin “Physical Review Letters”.


scinexx

Blitze während eines Gewitters sind ein beeindruckendes Naturschauspiel – wie und vor allem wann sie entstehen ist jedoch in vieler Hinsicht noch unklar. Gewitterwolken zu erforschen ist schwierig: Flugzeuge, Ballons oder kleine Raketen können zwar in eine Wolke vorstoßen, sie erfassen dabei aber nur ihre direkte Umgebung. Außerdem beeinflussen die Fluggeräte selbst das elektrische Feld in der Wolke und können so die Messung verfälschen. Hinzu kommen aufgrund der hohen elektrischen Spannung besondere Ansprüche an die Messelektronik.

Hochenergetische Teilchen aus Sternenexplosionen

Energiereiche kosmische Teilchen könnten einen Ausweg liefern: Sie entstehen beispielsweise bei Sternenexplosionen und treffen andauernd auf die Erdatmosphäre. Beim Aufprall erzeugen die hochenergetischen Partikel einen ganzen Schauer von Elementarteilchen. Diese Teilchenschauer lassen sich durch typische Radiosignale nachweisen – und sie könnten auch Informationen über das elektrische Feld eines Gewitters liefern, weil diese das Verhalten der Teilchen beeinflussen.

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Kermit, der Frosch, lebt in Costa Rica!

Über seine Ähnlichkeit zu dem Glasfrosch Hyalinobatrachium dianae wundert sich nicht nur sein Double Kermit.© Brian Kubicki – Costa Rican Amphibian Research Center/ picture alliance

In Costa Rica wurde ein Frosch entdeckt, der dem TV-Star Kermit verblüffend ähnelt: Knallgrün, große Kulleraugen – sozusagen der Stereotyp eines Froschs. Nur sein Balzruf ist so gar nicht froschgemäß.


stern.de

Es könnte der Beginn einer wunderbaren Entdeckungsserie sein: In den Regenwäldern Costa Ricas hat der Forscher Brian Kubicki einen neuen Glasfrosch entdeckt, der verblüffende Ähnlichkeit mit dem Muppet-Clan-Mitglied “Kermit” aufweist.

Nicht nur die leuchtend grüne Haut des Hyalinobatrachium dianae erinnert auffallend stark an den TV-Plüschfrosch – es sind vor allem die großen Kulleraugen, die den Betrachter erst stutzen, dann unwillkürlich schmunzeln lassen.

Lange lebte der grasgrüne Glasfrosch unbehelligt im Talamanca Gebirge. Nun fand er über die Zoologiezeitschrift “Zootaxa” seinen Weg in die Weltöffentlichkeit. Seit über 40 Jahren wurde keine neue Art des Glasfrosches mehr entdeckt.

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Rosetta sieht rätselhafte Staubfontäne

Die erste Aufnahme (links) zeugt noch keine Staubfontäne an der Unterseite von 67P/Chruyumov-Gerasimenko. Zwei Munten später (rechts) ist der Ausbruch auf dem Kometen deutlich erkennbar. © ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Rosettas Komet gibt Rätsel auf: Durch einen absoluten Glücksfall hat Rosettas Kamerasystem eine neu entstandene Staubfontäne abgelichtet. Überraschend ist der Ursprung dieser Fontäne: Er liegt auf der dunklen Seite des Kometen, wo Gas und Staub normalerweise nicht so heftig austreten. Den Forschern liefern die glücklichen Schnappschüsse neue Hinweise zur Entstehung der leuchtenden Gas- und Staubhülle um den Kometen.


scinexx

Die Aktivität des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko hat in den vergangenen Wochen stetig zugenommen. Je wärmer der Kometenkern auf seiner Reise in Richtung Sonne wird, umso mehr gefrorenes Gas verdunstet von seiner Oberfläche und reißt Staubteilchen mit sich. Mittlerweile hüllt sich der Kern in eine dichte Koma aus Staub und Gas. Vor allem von der sonnenbeschienenen Tagseite des Kometen strömen ständig Staubfontänen ins All.

“Absoluter Zufallsfund”

Ein besonderer Glücksfall sorgte nun für eine Überraschung auf der Nachtseite des Kometen: Rosettas OSIRIS-Kamerasystem schaute zur richtigen Zeit auf den richtigen Ort und fing aus einer Entfernung von 75 Kilometern das Bild einer Staubfontäne genau im Moment ihrer Entstehung ein. “Dies war ein absoluter Zufallsfund”, freut sich Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. “Noch niemals zuvor ist jemand Zeuge davon geworden, wie eine Staubfontäne erwacht. Es ist unmöglich, eine solche Aufnahme zu planen.”

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This Biohacker BBQ Would be Way Cooler With Less Red Tape

Image: Emiko Jozuka

Biohackers in the US might have more freedom when it comes to tinkering with biology. But over in Europe, there’s still a heap of red tape between a would-be biohacker and their next invention.


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

Toronto and London-based ​biotech startup Synbiota organised a BBQ biohackathon in Oxford this weekend to keep the conversation going about the potentials of citizen biohacking, and the opportunities that EU biohackers would gain from a relaxation in current regulations.

“In Europe the laws are different from North America, where anyone can biohack in their garage. To do synthetic biology here, you need to have a licence from the government,” Conor Dickie, CEO of Synbiota, told me. Such restrictions, he said, place EU biohackers at a disadvantage.

Hundreds of amateur and professional biologists the world over are increasingly taking interest in the biohacker movement. Setting up makeshift laboratories in their homes or in hackspaces, the tribe of biohackers are made up of people keen to democratise science, or just curious to experiment with biology. “Hacking” in this sense refers to a playful and creative approach to biology. In the UK, creations by artists like Amy Congdon, who mashes up biotechnology with design and art to make materials such as tissue engineered te​xtiles, bear testimony to this playful spirit.

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„Deepwater Horizon“: Die versteckte Katastrophe

BP has already paid out or set aside in penalties or compensation more than $43bn as a result of the Gulf of Mexico accident in which 11 workers died. Photograph: KPA/Zuma/Rex Features

Vor fünf Jahren havarierte die BP-Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Elf Arbeiter starben, in der Tiefsee strömten fast 500 Millionen Liter Öl aus. Erst in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten werde sich die Natur vollständig erholt haben, erklärt die Tiefsee-Biologin Antje Boetius im Interview.


greenpeace magazin

Frau Boetius, wie sieht es fünf Jahre nach dem Deepwater-Horizon-Unglück am Grund des Golfs von Mexiko aus?
Es ist noch immer ein riesiges Gebiet verschmutzt, nur gibt es davon kaum Bilder, weil es sich um den tiefen Meeresboden handelt. Nach dem Unglück nahm man zunächst an, dass das Öl, das leichter als Wasser ist, nach oben steigt und sich an der Oberfläche absammeln lässt. Dann stellte sich heraus, dass die feinen Tröpfchen, die aus der Pipeline sprudelten, kaum Auftrieb hatten. Die Ölfahne zog in 1100 Metern Wassertiefe etwa hundert Meter über den Meeresboden.

Zudem wurde bei der Bekämpfung Chemie eingesetzt.
Man hat unvorstellbare Mengen Corexit eingeleitet. Die Menge hat noch einmal rund ein Prozent des ausgelaufenen Öls ausgemacht, schon dies allein entsprach einem größeren Chemieunfall. Aber das Lösungsmittel wurde gezielt eingesetzt, um das Öl schnell zu verdünnen. Es hat sich dadurch großflächig verteilt und ist in Flocken abgesunken. Als die Wissenschaftler dann endlich die Tiefsee untersuchen konnten, war das Entsetzen groß. Sie entdeckten Ölfilme auf weit entfernten Kaltwasserkorallenriffen, und der tiefe Meeresboden bleibt großflächig mit einer Art orangefarbenem Schleim bedeckt.

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Rätsel um Kalten Fleck gelöst?

Der Kalte Fleck (Kreis) hebt sich deutlich von den sonstigen Fluktuationen in der kosmischen Hintergrundstrahlung ab. © ESA Planck Collaboration

Gigantische Anomalie: Ein riesiger kalter Fleck im kosmischen Mikrowellen-Hintergrund gibt seit Jahren Rätsel auf. Jetzt könnten Astronomen eine Erklärung gefunden haben: eine gigantische fast leere Zone im All, die direkt vor dem kalten Fleck liegt. Sie ist 1,3 Milliarden Lichtjahre groß und damit die größte kosmische Struktur, die jemals beobachtet wurde, wie die Forscher berichten. Diese “Super-Leere” könnte die Hintergrundstrahlung so beeinflussen, dass der Eindruck eines kalten Flecks entsteht.


scinexx

Der “Kalte Fleck” gibt seit mehr als zehn Jahren Rätsel auf. Denn in ihm liegt die Temperatur des kosmischen Mikrowellenhintergrunds deutlich unter denen des sonstigen kosmischen Mikrowellenhintergrunds. Auch die normalen Fluktuationen der Hintergrundstrahlung können ein so großes, ungewöhnlich kaltes Gebiet im All nicht erklären. “Das ist die größte Einzelstruktur, die die Menschheit jemals entdeckt hat”, erklärt Istvan Szapudi von der University of Hawaii in Manoa. “Die Erklärungen dafür reichen von einem statistischen Fehler bis hin zu bisher unentdeckter Physik.”

Neue Physik oder Vordergrundstruktur?

Wäre der Kalte Fleck wie die restliche Hintergrundstrahlung kurz nach dem Urknall entstanden, dann könnte es ein Zeichen für bisher unbekannte Prozesse in dieser frühen Urzeit des Kosmos sein. Theoretisch wäre es aber auch möglich, dass der Fleck durch sekundäre Effekte verursacht wird, beispielsweise Strukturen im kosmischen Vordergrund, die die Hintergrundstrahlung auf ihrem Weg zu uns verändern.

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The Humanness of Death

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Image: ​Richard Cassan/Flickr

I’ve got some bad news: You’re going to die. Well, probably; thanks to the new wave of immortality innovation, you might not.


By Ryan Haupt|MOTHERBOARD

So what happens if we ditch our biological bodies for technological ones that don’t face the limitations of organic DNA and death? Technological evolution has the potential to decouple us from death and other basic biological constraints, which would allow us to move forward with the group instead of waiting to become obsolete and, well, dead. This is probably a good thing, but also a potentially terrible thing too.

If you have offspring, that offspring isn’t you. They have some of your DNA and some of your partner’s in a new combination that adds variation to the population at large. This is how evolution works—it’s not like X-Men or Pokemon, where an individual can evolve in their own lifetime. Evolution acts on the population, not the person.

I think this is the greatest tragedy of evolution. It doesn’t happen to each of us; it happens to all of us. And the only way for the whole to progress is for you, me, and everyone else to eventually be left behind.

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Aubrey de Grey argues that aging is a disease that can be cured, which relies on the technological form of evolution, not the biological one.