Giftiger Weltkriegsschrott: Bomben am Meeresgrund

Die Druckwellen von Unterwasser-Sprengungen sind schädlich, vor allem für Meeressäuger wie Schweinswale. (Foto: picture alliance / dpa)
In den Ozeanen liegen Millionen Tonnen Kriegsmunition – und werden bald durchrosten. Wie die Sprengstoffe auf die Umwelt wirken, ist ungewiss.

Von Andrea Hoferichter | Süddeutsche Zeitung

Countdown auf einem Schlauchboot: „Three, two, one . . .“, ein Knall zerreißt die Luft, ein paar hundert Meter entfernt schießt eine Wasserfontäne aus dem Meer. Die Bootsbesatzung jubelt und klatscht. Szenen dieser Art spielten sich vor Estlands Küste in den vergangenen Tagen mehrfach ab, im Rahmen der Munitionsräumung „Open Spirit 2018„. Beteiligt waren 850 Soldaten aus elf Nationen, 19 Schiffe und eine Gruppe Minentaucher. Gesprengt wurden Minen, die in der Nähe von Schifffahrtswegen und in Naturschutzgebieten lagen. Sie waren von Rost zerfressen und drohten auseinander zu brechen.

Keine Frage, in den Weltmeeren muss dringend aufgeräumt werden. Seit mehr als 70 Jahren rosten hier Millionen Tonnen Kriegsmunition vor sich hin, vor allem aus den beiden Weltkriegen. Allein in Deutschlands Nord- und Ostsee liegen geschätzt 1,6 Millionen Tonnen.

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Are Viruses the New Frontier for Astrobiology?

A three-dimensional representation of a norovirus virion, based on electron microscopic imagery. Should astrobiologists also be considering virions and viruses when looking for life beyond Earth? Credit: CDC/Jessica A. Allen/Alissa Eckert
They are the most abundant form of life on Earth, but viruses — or their seed-like dormant state, known as virions — are outliers in our search for life on other planets. Now, one group of scientists is pushing for astrobiologists to consider searching for viruses beyond Earth more seriously.

By Sarah Wild | SPACE.com

Viruses are mentioned six times in NASA’s 250-page-long current astrobiology strategy, write the authors of a recent paper called „Astrovirology: Viruses at Large in the Universe.“ They call for the study of viruses to be incorporated into extraterrestrial science missions and astrobiological research at home, and have a checklist for the actions needed to put viruses on the interplanetary map.

„Viruses are an integral part of life on Earth as we know it,“ said study co-author Ken Stedman, a virologist at Portland State University’s Center for Life in Extreme Environments. If we are going to be thinking about life on early Earth or ancient or current life on other planets, we need to be thinking about viruses, he said. [6 Most Likely Places for Alien Life in the Solar System]

It has been more than a century since scientists discovered the first virus, and for decades it was known simply as a „very small disease-causing agent.“ Late Nobel laureate Sir Peter Medawar even referred to viruses as „a piece of bad news wrapped up in a protein,“ Stedman and colleagues wrote in the study, which was published in February in the journal Astrobiology.

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Wurzelsymbiose: Brüchige Zweisamkeit

Erbsen gehören zu den Pflanzen, die eine Symbiose mit stickstoffbindenden Knöllchenbakterien eingehen. © Piviso/ pixabay
Die Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien kann Pflanzen einen ökologischen Vorteil verschaffen. Trotzdem ging die Fähigkeit zu dieser Partnerschaft im Laufe der Evolution überraschender Weise mehrfach wieder verloren, wie genetische Analysen zeigen. Auch Vorfahren von heutigen Kulturpflanzen wie Erdbeeren, Brombeeren oder Äpfeln büßten demnach die Fähigkeit zur Symbiose ein. Aber warum?

scinexx

Alle Pflanzen benötigen für ihr Wachstum eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie Stickstoff. Eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien kann ihnen daher einen ökologischen Vorteil verschaffen: Die Bakterien werden von den Pflanzen in speziellen Wurzelknöllchen beherbergt und mit Kohlenstoffquellen versorgt. Dafür gewinnen sie den begehrten Stickstoff aus der Luft und stellen ihn den Pflanzen zur Verfügung.

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Fernes Objekt untermauert Existenz von Planet Neun

Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Astronomen erspähen in großer Entfernung einen Zwergplaneten mit ungewöhnlicher Umlaufbahn

derStandard.at

Astronomen hegen nur mehr wenig Zweifel daran, dass am äußeren Rand unseres Sonnensystems ein bisher unentdeckter Riesenplanet kreist. Die Idee eines „Planet Neun“ kursiert bereits seit Jahrzehnten, doch erst nachdem die beiden US-Astronomen Chad Trujillo und Scott Sheppard 2014 bei einigen Asteroiden im fernen Kuipergürtel ungewöhnliche Umlaufbahnen festgestellt haben, gewann diese These in Fachkreisen an Glaubwürdigkeit.

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Mehr CO2 in der Luft verringert den Nährstoffgehalt von Reis

In Indonesien besteht für viele Menschen die Hälfte ihrer Kalorienzufuhr aus Reis. Hier wird er in Serang zum Trocknen ausgelegt. (Bild: Beawiharta/Reuters)
Zwei Milliarden Menschen auf der Welt ernähren sich hauptsächlich von Reis. Der andauernde hohe Kohlendioxidausstoss macht ihre Ernährung noch prekärer.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Viele Effekte des erhöhten CO2-Gehalts in der Atmosphäre sind mit dem blossen Auge erkennbar, und viele haben mehr oder weniger direkt mit der Ernährung grosser Teile der Weltbevölkerung zu tun: Steigende Temperaturen können die Ertragsmenge verringern, Dürren und Überschwemmungen können Ernten vernichten und Hungersnöte fördern. Um einen anderen Effekt des erhöhten CO2-Gehalts festzustellen, braucht man ein Labor – trotzdem könnte er fatale Auswirkungen auf zwei Milliarden Menschen auf der Welt haben: Mehr CO2 in der Atmosphäre verringert den Gehalt bestimmter wichtiger Nährstoffe in Reis. Ihre Ergebnisse haben Forscher unter anderem aus Japan, den Vereinigten Staaten und Australien jetzt in der Fachzeitschrift «Science Advances» vorgestellt.

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Wie Bienen zu Vegetariern wurden

Bienen ernähren sich vorwiegend vegetarisch. © Pexels/ pixabay
Ernährungsumstellung: Bienen stammen von fleischfressenden Wespen ab. Doch wie konnte es passieren, dass aus einem räuberischen Insekt ein vegetarisch lebendes Tier entstand? Genetische Analysen zeigen: Die Nahrung selbst könnte verantwortlich gewesen sein. Demnach gehen heutige Bienen auf Ahnen einer Gruppe von Grabwespen zurück – Tiere, die ihre Larven mit blütenbesuchenden Insekten füttern. Mit der Beute könnte somit einst auch Pollen ins Nest gelangt sein und die Bienenvorfahren auf den Geschmack gebracht haben.

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Bienen unterscheiden sich nicht nur optisch deutlich von den mit ihnen verwandten Wespen – sondern auch in Sachen Ernährung. Während Wild- und Honigbienen in der Regel von Pflanzennektar und Pollen leben, ernähren sich Wespen alles andere als vegetarisch. Sie machen auch Jagd auf tierische Beute und füttern ihre Larven sogar hauptsächlich mit Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren.

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Phasentrennung in der Ursuppe?

Das Phänomen der Phasentrennung könnte die Bildung der ersten Lebensbausteine ermöglicht haben. © Andreas Battenberg/ TUM
Schützende Tröpfchen: Ein überraschend alltägliches Phänomen könnte die Bildung der ersten Lebensbausteine ermöglicht haben. Denn sie wären in der Ursuppe eigentlich schnell wieder zerfallen. Doch ein Experiment zeigt, dass das nicht sein muss: Der Mechanismus der Phasentrennung könnte den Molekülen den nötigen Schutz geboten haben – solange, bis die ersten Zellen diese Funktion übernahmen.

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Wie entstand das erste Leben auf der Erde? Und wo bildeten sich die ersten Lebensbausteine? Bisher gibt es auf diese Fragen keine eindeutigen Antworten. Einer der Gründe dafür: Viele komplexeren Biomoleküle sind chemisch instabil. Sie bleiben nur dann bestehen, wenn Energie zugeführt wird oder ihre Konzentration künstlich niedrig gehalten wird. In lebenden Organismen sorgt schützende Zellumgebung dafür.

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Der Meteorit, der die grosse Wärme brachte

Image Credit: NASA/Don Davis
Vor 66 Millionen Jahren eliminierte ein Meteoriteneinschlag die Dinosaurier. Die klimatischen Auswirkungen des Einschlags waren noch 100 000 Jahre später spürbar.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Der Einschlag eines Meteoriten vor 66 Millionen Jahren trug nicht nur entscheidend zum Aussterben der Dinosaurier bei. Er führte ausserdem zu Waldbränden, die zahlreichen Vogelarten den Lebensraum nahmen. Ausserdem löste der Einschlag eine langanhaltende Wärmeperiode aus. Das geht aus zwei neuen wissenschaftlichen Studien hervor.

Analyse von Fischknochen

Der Aufprall des Meteoriten von Chicxulub im heutigen Mexiko schleuderte grosse Mengen Staub in die Höhe. Dadurch wurde es dunkel auf der Erde, und die Luft kühlte sich für ein paar Jahre ab. Nachdem sich der Staubschleier verzogen hatte, erwärmte sich die Atmosphäre deutlich: Die Temperatur kletterte auf ein Niveau, das ungefähr fünf Grad Celsius höher war als vor dem Einschlag, und verharrte dort 100 000 Jahre lang. Das schliesst ein Team um Ken MacLeod von der University of Missouri in Columbia aus einer Analyse von Resten fossiler Fischknochen.

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Fastfood-Kost des Vaters wirkt auf den Nachwuchs

Eine Fastfood-lastige Kost des Vaters kann sich auf die Gesundheit seiner späteren Kinder auswirken © bhofack/ thinkstock
Versteckte Spätfolge: Isst der Vater eines Kindes vor der Zeugung viel Fastfood, kann das die spätere Gesundheit des Nachwuchses beinträchtigen. Das legen nun Studien mit Ratten nahe. Demnach verursacht die ungesunde Ernährungsweise Veränderungen am Erbgut der Spermien – und diese werden an das Kind weitergegeben. Das bedeutet: Schon lange vor Geburt eines Kindes prägen die Eltern dessen spätere Gesundheit – auch durch ihre Ernährung.

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Die entscheidenden Weichen für die Gesundheit eines Menschen werden nicht erst ab seiner Geburt gestellt. Mehr und mehr zeigt sich, dass schon Einflüsse im Mutterleib eine wichtige Rolle spielen. So kann eine Belastung der Mutter mit Abgasen, Weichmachern und andern Umweltgiften beim Kind später Verhaltensauffälligkeiten, Übergewicht und Asthma fördern. Doch auch der Vater hat offenbar einen Anteil an dieser „fetalen Programmierung“, wie inzwischen erste Studien belegen.

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Als die Kontinente auftauchten

Die junge Erde war fast ein Wasserplanset, denn ein Großteil der Landmassen tauchte erst vor rund 2,4 Milliarden Jahren aus dem Meer auf. © tunart/ iStock
Plötzliche Hebung: Vor rund 2,4 Milliarden Jahren erlebte unser Planet einen tiefgreifenden Wandel – aus dem Urozean stiegen enorme Landmassen auf. Bisher war unklar, wann und wie schnell diese erste Hebung der Kontinente stattfand. Jetzt legen Analysen von Gesteinsproben nahe, dass dieser Prozess relativ abrupt vonstattenging – und dass er dramatische Veränderungen für Klima und das erste Leben der Erde mit sich brachte, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Noch vor 4,5 Milliarden Jahren war unser Planet eine glühende Kugel aus zähflüssigem Magma ohne Kontinente, Ozeane oder Atmosphäre. Erst allmählich kühlte die Urerde ab und eine feste Kruste entstand. Diese war jedoch noch so dünn, dass erst wenige Landstücke aus dem Wasser der Urmeere hinausragten. Die junge Erde war größtenteils ein Wasserplanet.

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Something Is Sucking Iron Out of Earth’s Crust, and Scientists Think They Know What

Are garnet gemstones behind the case of Earth’s missing iron? Credit: Shutterstock
What makes the Red Planet red? The answer, as Sherlock Holmes might say, is elementary. And that element is iron.

By Brandon Specktor | SPACE.com

The continental crust of Mars is so iron-rich that, over billions of years, surface rocks actually rust when exposed to the meager oxygen in the planet’s atmosphere. The result is a rust-coated planet that appears red, even from Earth.

Earth might rust, too, for that matter, if just a fraction more iron was present in the planet’s continental crust. But something, deep underground, is stealing Earth’s iron.

For decades, scientists have pegged the case of the missing iron on a process involving volcanoes, and a mineral called magnetite that sponges up iron from molten magma pools deep underground. Now, a new paper published May 16 in the journal Science Advances points the finger at a new culprit for Earth’s missing iron. The true thief is not magnetite, researchers from Rice University in Texas say, but a sparkly mineral we all know and love: garnet. [Sinister Sparkle: 13 Mysterious & Cursed Gemstones]

„The accepted wisdom is that magnetite pulls iron from the [magma] melt before the melt rises and gets erupted out at continental [volcano] arcs,“ study author Ming Tang, an assistant professor at Rice University, said in a statement. „Iron depletion is most pronounced at continental arcs, where the crust is thick, and much less so in island arcs, where the crust is thin.“

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Kohlekraft: Stilllegung nutzt der Gesundheit

Werden Kohlekraftwerke stillgelegt, sinkt in ihrem Umfeld die Zahl der Frühgeburten. © Danicek/ thinkstock
Positiver Effekt: Wenn alte Kohlekraftwerke geschlossen werden, profitiert nicht nur das Klima. Auch die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Anwohner bessert sich messbar, wie zwei Studien aus Kalifornien nahelegen. Die Zahl der Frühgeburten im Umfeld von acht Kraftwerken sank dort um 20 bis 25 Prozent, nachdem diese stillgelegt wurden. Zudem wurden auch mehr Kinder lebend geboren, wie die Forscher berichten.

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Über die Stilllegung alter Kohlekraftwerke wird vor allem in Deutschland heftig debattiert. Denn gerade diese Kraftwerke stoßen gemessen an ihrer Stromproduktion besonders viel Kohlendioxid aus und heizen damit den Klimawandel weiter an. Ein großer Teil der weltweiten CO2-Emissionen geht daher heute auf die Nutzung von Kohle zurück. Dass ein Kohleausstieg und ein Umschalten auf weniger CO2-intensive Technologien den Klimaschutz voranbringen kann, hat Großbritannien in den letzten Jahren demonstriert.

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Alarm auf Mallorca: Giftqualle vor Palma gesichtet

Imago
Die Portugiesische Galeere gilt als äußerst giftig. An der Ostküste Spaniens wurden Exemplare dieser Quallenart an Land gespült, worauf Strände in einer Länge von 100 Kilometer gesperrt wurden. Nun gibt es Quallenalarm auch auf Mallorca.

Die Presse.com

Quallen-Alarm kurz vor Sommerbeginn auf Mallorca: Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst giftigen Quallenart Portugiesische Galeere (Physalia physalis) gefunden worden, schrieb der Notdienst der Balearen am Dienstag auf Twitter.

Die Regionalregierung der spanischen Inseln teilte mit, man führe in dieser Sache schon seit Wochen Untersuchungen durch, nachdem Exemplare der Portugiesischen Galeere bereits vor der Küste der Balearen-Inseln Ibiza und Formentera sowie in anderen Bereichen des Mittelmeeres gesichtet worden seien.

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In vielen alkoholfreien Bieren versteckt sich Glyphosat

Die Forscher von Stiftung Warentest haben alkoholfreies Bier getestet – und Rückstände von Glyphosat entdeckt Quelle: dpa-infocom GmbH
In einer aktuellen Auswertung haben Warentester den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in zahlreichen alkoholfreien Bieren entdeckt. Den Geschmackstest gewinnen die Craft-Biere – doch ausgerechnet dort lauert eine zweite Gefahr.

DIE WELT

Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden sich in vielen alkoholfreien Bieren. Das ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest von 20 alkoholfreien Bieren, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Abgesehen von zwei Bio-Bieren fanden die Tester in allen Produkten das umstrittene Pflanzenschutzmittel – in Flensburger Frei und Holsten Alkoholfrei sogar so viel, dass diese im „test“-Qualitätsurteil abgewertet wurden. Immerhin neun Sorten wurden aber insgesamt als „gut“ bewertet.

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Here’s Why Saturn’s Inner Moons Are Shaped Like Ravioli and Potatoes

Saturn’s moon Atlas got its flat, ravioli-like shape from the merging collision of two similar-size bodies, according to new research. Here, Atlas is shown mid-collision. Credit: A. Verdier
The odd shapes of Saturn’s inner moons, which resemble objects ranging from ravioli to potatoes, may be due to mergers of tiny moonlets, a new study finds.

By Charles Q. Choi | SPACE.com

The new finding may help to explain how moons in general may form, researchers said in a new paper describing the work.

The Cassini spacecraft, which studied the ringed planet up close for 13 years, revealed that unlike Earth’s spherical moon, the small moons closest to Saturn had strange, irregular shapes. These odd forms range from Pan’s and Atlas‚ ravioli-like shape to Prometheus‚ resemblance to a combination of Moby Dick, a potato and H. R. Giger’s Alien skull. [Cassini Spacecraft Photographs Saturn’s Strangest Moons]

Previous research had suggested ways in which each of these bizarre moons might have formed. However, until now, researchers did not have an explanation that encompassed the whole range of these unusual shapes, study lead author Adrien Leleu, a dynamicist at the University of Bern in Switzerland, told Space.com.Leleu’s team ran computer simulations to see how the shapes of Saturn’s inner moons might have evolved over time. The powerful effects of Saturn’s gravitational pull were a key influence on these simulations.

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Kein Eis mehr auf der Donau

Die Donau bei Tulcea in Rumänien: Eine winterliche Eisdecke auf dem Fluss ist heute die absolute Ausnahme. © alex78tl/ CC-by-sa 3.0
Die Donau – Europas zweitgrößter Fluss – zeigt klare Symptome des Klimawandels. Denn bis vor rund 70 Jahren fror Unterlauf der Donau im fast jedem Winter wochenlang zu. Seit den 1950er Jahren aber ist eine Eisdecke die absolute Ausnahme geworden, wie die Auswertung von Langzeitdaten belegt. Hinter diesem drastischen Eisschwund steckt vor allem der Anstieg der Wintertemperaturen in Europa, wie Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten.

scinexx

Viele alte Gemälde und historische Aufzeichnungen zeugen davon, dass zugefrorene Flüsse im winterlichen Europa früher keine Seltenheit waren. Das bestätigt auch die Klimaforschung: „Auf der Nordhalbkugel erfahren rund 60 Prozent aller Flüsse signifikante saisonale Effekte in Form von Wintereis“, erklären Monica Ionita vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und ihre Kollegen. Heute jedoch sind solche Winter mit eisbedeckten Gewässern eher selten – so scheint es jedenfalls.

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Todesfälle durch zunehmende Hitzewellen lassen sich verhindern

(Bild: „After the flood“ / Colleen / PD)
Hitzewellen zählen zu den Naturkatastrophen mit den meisten Todesopfern weltweit. Mit dem Klimawandel dürften sie häufiger und intensiver werden – was allerdings nicht unbedingt noch mehr Tote bedeuten muss.

Sascha Mattke | heise online

Steigende Temperaturen weltweit durch menschengemachten Klimawandel würden ohne Gegenmaßnahmen bedeuten, dass noch mehr Menschen bei Hitzewellen ums Leben kommen – dabei sind sie schon heute die Naturkatastrophe mit den meisten Todesopfern weltweit. Forscher mehrerer Institutionen haben sich mit diesem Thema beschäftigt und kommen zu einem relativ beruhigenden Schluss: „An vielen Orten müsste es möglich sein, aktiv zu werden und Anpassungen vorzunehmen“, heißt es in ihrer Anfang Mai in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten Studie. Das berichtet Technology Review online in „Die Gefahren der Hitze„.

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Blutgruppe beeinflusst Durchfall-Risiko

Wie krank eine E. coli-Infektion macht, hängt auch von der Blutgruppe ab. © Eraxion/ thinkstock
Fiese Keime: Menschen mit Blutgruppe A sind besonders anfällig für heftigen Reisedurchfall. Eine Studie zeigt: Diese Personen werden durch bestimmte, in Entwicklungs- und Schwellenländern verbreitete E. coli-Bakterien schneller und schwerer krank. Der Grund ist ein von den Erregern produziertes Protein. Dieses bindet besonders gut an Zuckermoleküle, die nur auf der Oberfläche von Zellen des Typs A vorkommen.

scinexx

Sie machen häufig Kleinkinder in Entwicklungsländern krank und verursachen bei Touristen die typische Reisediarrhoe: Enterotoxische Escherichia coli (ETEC) sind bestimmte Stämme des bekannten Darmbakteriums, die massiven wässrigen Durchfall auslösen können. Über verunreinigte Nahrung oder Trinkwasser befallen sie jedes Jahr Millionen von Menschen – bei zehntausenden verläuft die Infektion tödlich.

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Anti-Aufklärung? Kriegstechnologie?

Grafik: TP

Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird.

Martin Walser

Joachim Paul | TELEPOLIS

„Das Menschenbild des Silicon Valley ist das der Kybernetik, nicht das der Aufklärung“, äußerte der Philosoph Richard David Precht am 16.12.2017 in einem Interview des Magazins Focus anlässlich einer Buchveröffentlichung. Auf die Rückfrage des Interviewers, was das denn bedeute, erläuterte er, dass „die Aufklärung … den Menschen als Individuum“ betrachte, sie seinen Wunsch des Gebrauchs der Freiheit respektiere und ihn auffordere, „die eigene Urteilskraft zu schärfen, damit er als mündiger Bürger zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen“ könne. Allerdings, so führte Precht weiter aus, müsse „dieser Bürger natürlich auch eine Struktur in der Gesellschaft vorfinden, die es ihm ermöglicht, sich mit seinen individuellen Vorstellungen an ihr zu beteiligen.“

Grundlegend anders sei hingegen das Menschenbild der Kybernetik. Es gehe laut Precht davon aus, „dass sich der Mensch seiner Umwelt anpasst“:

Was Lust auslöst, das findet der Mensch gut, und was Unlust auslöst, findet er schlecht. Wenn ich also das Verhalten der Menschen verändern will, dann muss ich – wie bei Tierversuchen im Labor – einfach ihre Umweltbedingungen verändern, indem gezielt andere Lust- bzw. Erfolgsreize gesetzt werden, gewinne ich Einfluss auf das Verhalten der Leute, ohne Rücksicht auf Vorstellungen von individueller Freiheit, Urteilskraft oder Mündigkeit zu nehmen.

Richard David Precht

Der Physiker und Kybernetiker Heinz von Foerster, damals Leiter eines führenden Kybernetik-Instituts, des Biological Computer Lab (BCL) an der University of Illinois, Urbana-Champaign, äußerte sich in seinem Grundsatzreferat „Die Verantwortung des Experten“1 auf der Herbsttagung der American Society for Cybernetics am 19.12.1971 wie folgt:

Der Großteil unserer institutionalisierten Erziehungsbemühungen hat zum Ziel, unsere Kinder zu trivialisieren. … Da unser Erziehungssystem daraufhin angelegt ist, berechenbare Staatsbürger zu erzeugen, besteht sein Zweck darin, alle jene ärgerlichen inneren Zustände auszuschalten, die Unberechenbarkeit und Kreativität ermöglichen. Dies zeigt sich am deutlichsten in unserer Methode des Prüfens, die nur Fragen zulässt, auf die die Antworten bereits bekannt (oder definiert) sind, und die folglich vom Schüler auswendig gelernt werden müssen. Ich möchte diese Fragen als „illegitime Fragen“ bezeichnen.

Heinz von Foerster

Schon beim bloßen Überfliegen der beiden Aussagen fällt auf, dass hier etwas ganz und gar nicht passen will. Der Philosoph deutet Kybernetik als Anpassung und projiziert sie sogleich als Menschenbild auf das Silicon Valley, der Kybernetiker hingegen spricht sich für Unberechenbarkeit und Kreativität aus, mehr noch, später entwickelt er im Nachgang zum kategorischen Imperativ des Aufklärers Kant einen (kybern-)ethischen Imperativ: „Handle stets so, dass die Zahl der Wahlmöglichkeiten größer wird.“

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Fukushima: Wohin mit dem radioaktiven Wasser und der kontaminierten Erde?

3D-Rekonstruktion des Zustands im Reaktor 3. Bild: Tepco
Über eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser und 22 Millionen Kubikmeter Erde müssen entsorgt werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Jahr für Jahr gab es Meldungen, dass sich die Möglichkeiten erschöpfen, kontaminiertes Wasser und andere radioaktiven Materialien von den havarierten Fukushima-Reaktoren noch weiter zu speichern. Ein Tank, der jeweils 1000 Tonnen aufnehmen kann, reiht sich an den anderen auf dem 230.000 Quadratmeter großen Gelände. Hunderte befinden sich hier, mehr Platz gibt es nicht mehr.

Das Problem ist lange bekannt, Tepco, der Betreiberkonzern des Fukushima-AKWs, würde das Wasser am liebsten ins Meer ablassen. Mehr als eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser soll ins Meer abgeleitet werden, hieß es zu Beginn des Jahres. 2018 müsse endliche eine Entscheidung getroffen werden. Obgleich oder weil die Abe-Regierung weiter auf Atomkraft setzt, zögert sie die unpopuläre Entscheidung hinaus. In Japan, aber auch im Ausland würde es einen Aufschrei geben, würde man viele Millionen Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer einleiten.

2011 hat Tepco nach der Katastrophe teilweise dekontaminiertes, aber weiter mit Tritium belastetes Wasser bereits ins Meer eingeleitet. Das wird in allen japanischen Kraftwerken routinegemäß gemacht, aber im Fall von Fukushima, wo sich in drei Reaktoren eine Kernschmelze ereignete, waren die Mengen einfach zu groß, denn es muss das aus den Reaktoren austretende hochradioaktive Kühlwasser, das in diese fortwährend gepumpt werden muss oder über Regen bzw. das Grundwasser eindringt, gereinigt und gespeichert werden.

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