Ethiker: Rackete und Thunberg Heldinnen, aber keine Heiligen

Für den Berliner Ethiker Arnd Pollmann sind die beiden Aktivistinnen Carola Rackete und Greta Thunberg keine Heiligen oder Propheten. Auch frühere Aussagen des Berliner Bischofs diesbezüglich hält Pollmann für falsch.

katholisch.de

Aus Sicht des Berliner Ethikers Arnd Pollmann kann man die Klima-Aktivistin Greta Thunberg und die ehemalige Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete als „Heldinnen“ bezeichnen, aber nicht als „Heilige“. Heldinnen „tun außeralltägliche Dinge, Dinge, die teilweise weit über das hinausgehen, was sogenannte normale Menschen tun und als ihre moralische Pflicht begreifen würden“, sagte er am Montag im Deutschlandfunk.

Heldin oder Autistische Schulschwänzerin?

Dabei gingen sie teilweise ein großes persönliches Risiko ein und zeigten, was Menschen möglich sei, „wo wir selbst dazu in aller Regel zu feige sind. Und ich glaube eben, das trifft auch auf Greta Thunberg oder Carola Rackete zu.“ Allerdings sei dies keinesfalls Konsens, denn sie würden von manchen auch als „autistische Schulschwänzerin“ oder „gesetzlose Verbrecherin“kritisiert.

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Der Erdkern ist „undicht“

Seit 2,5 Milliarden Jahren tritt Kernmaterial in den Erdmantel über, wie nun eine Isotopenstudie nahelegt. © Johannes Gerhardus Swanepoel/ thinkstock

Schleichende Diffusion: Der Erdkern ist offenbar seit rund 2,5 Milliarden Jahren undicht – seither tritt ständig Kernmaterial in den Erdmantel aus. Forscher haben diese „Leckage“ nun anhand veränderter Anteile von Wolfram-Isotopen im Mantelgestein aufgespürt. Die Analysen belegen aber auch, dass der Erdkern in der Frühzeit des Planeten noch dicht war. Das Leck muss demnach durch einen danach einsetzenden Prozess entstanden sein, so die Wissenschaftler.

scinexx

Der Erdkern ist ein ebenso prägender wie rätselhafter Bestandteil unseres Planeten. Erst durch seine Kombination aus festem und flüssigem Eisen bekommt die Erde ihr Magnetfeld, denn die Strömungen im flüssigen äußeren Kern treiben den Geodynamo an. Gleichzeitig liefert die Hitze des Erdkerns die Energie, die Phänomene wie die Plattentektonik, Mantelplumes und den Vulkanismus ermöglichen. Zu den Rätseln des Erdkerns gehört dagegen, wann der feste innere Kern erstarrte.

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Meeresspiegel steigt in der Arktis um 2,2 Millimeter pro Jahr

Der Meerespiegel steigt – das werden künftig auch Städte wie New York City zu spüren bekommen.Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angere

Forscher stellen große regionale Unterschiede fest. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska fand ein Anstieg um zehn Zentimeter in 22 Jahren statt

derStandard.at

Eine Auswirkung des Klimawandels ist, dass der Meeresspiegel steigt, daran gibt es mittlerweile keinen Zweifel mehr – allerdings tut er das nicht überall gleichmäßig. Im Gegenteil: Forscher registrieren regional extreme Unterschiede. Der durchschnittliche Anstieg in der Arktis lag bei 2,2 Millimetern jährlich und damit unter dem globalen Mittel von etwa drei Millimetern pro Jahr, wie nun ein dänisch-deutsches Forscherteam im Fachblatt „Remote Sensing“ berichtet.

Die Forscher der Technischen Universität München (TUM) und der Technischen Universität Dänemark (DTU) entdeckten, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt – teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels hingegen stieg das Meer in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter und damit doppelt so viel wie in der Arktis insgesamt.

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Wie der Klimawandel den Monsun durcheinander wirbelt

Vom Hochwasser betroffene Kinder sitzen neben ihren Habseligkeiten.Foto: dpa

Die Monsunwinde in Südasien forderten in diesem Jahr schon mehr als 270 Todesopfer. Die extremen Regenfälle werden immer unberechenbarer.

Von Joana Nietfeld | DER TAGESSPIEGEL

„Es regnet weiter und alles ist überschwemmt. Die Flüsse haben extremes Hochwasser und laufen über“, berichtet Geeta Lama von Save the Children aus Assam dem Tagesspiegel. Sie ist im Nordosten Indiens, in einer Region, die neben Bangladesch, Pakistan und Nepal besonders stark von den Monsun-Regenfällen betroffen ist. Der Dauerregen verursacht Erdrutsche und lässt Häuser einstürzen, ganze Straßenzüge werden von Schlammlawinen mitgerissen. In Mumbai kamen insgesamt 14 Menschen ums Leben, nachdem am Dienstag ein Gebäude eingestürzt war. Mittlerweile verzeichnen die Behörden über 270 Todesopfer, die Zahlen steigen täglich.

Geeta Lama schildert die Lage: „Mehr als 450 Hilfslager wurden in Assam erbaut und versorgen die Menschen mit Trockennahrung. Allein in Indien sind schätzungsweise 1,7 Millionen Kinder von dem Monsun betroffen. Viele der Regionen sind aber nach wie vor unzugänglich.“ Momentan versuche die Organisation 15000 Kinder in Assam zu erreichen, um sie mit Wasser, Nahrung, Zelten und Medikamenten zu versorgen. Das Risiko, dass Krankheiten und Epidemien ausbrechen könnten, sei extrem hoch.

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7.000 neue Spezies auf der Roten Liste der bedrohten Arten

Die Roloway-Meerkatze zählt heute zu den seltensten Primaten Afrikas. Die IUCN stuft sie als „stark gefährdet“ ein.
Foto: Hans Hillewaert [cc;3.0;by-sa]

Insgesamt hat die Weltnaturschutzunion die Lage von 105.000 Arten untersucht. 28.000 davon sind direkt vom Aussterben bedroht

derStandard.at

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat der Roten Liste 7.000 bedrohte Arten hinzugefügt. In der neuesten Fassung der Roten Liste sind somit 105.000 Arten aufgeführt, von denen 28.000 als direkt vom Aussterben bedroht gelten. „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo“, erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar.

Primaten, Fische und Bäume sind demnach vor allem durch die Rodung der Wälder und Überfischung bedroht. Im Mai hatte der Weltrat für Biodiversität (IPBES) in seinem Bericht gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten schon „in den kommenden Jahrzehnten“ ausgestorben sein könnte, sollte die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht ändern. Die Wissenschafter forderten vor allem „tiefgreifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

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Scham für die Flugscham

Grafik: TP

Ein Gespenst geht nicht nur um in Europa – nein, nicht erneut das Gespenst des Kommunismus, sondern das der Scham. Und anders als beim Kommunismus haben sich auch keine Mächte zur Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet.

Jörg Räwel | TELEPOLIS

Vielmehr ist mittlerweile breite Zustimmung und Wohlwollen nicht nur der Mächtigen z.B. zur „Fridays-for-Future“ Bewegung und damit verbundenen moralischen Ansprüchen zu vermerken. Dies wohl auch, weil eine Kritik der Moral selbst oft moralische Empörung hervorruft. Es ist plausibel geworden, etwa Fleischkonsum zu ächten, hingegen Stolz über den praktizierten Veganismus zu empfinden, sich z.B. der Flugreisen zu schämen, hingegen Achtung ob des vergleichsweise mühsamen und teuren Zugreisens zu ernten.

Im Folgenden geht es nicht um die Sache des gesellschaftlich verursachten, aufgrund seiner Geschwindigkeit bedrohlichen Klimawandels. Wir gehen davon aus, dass dieser wissenschaftlich klar belegt ist. Die wissenschaftlich bewiesene Schädlichkeit des CO2-Ausstoßes, etwa durch individuelle Massenverkehrsmittel, Flugreisen oder durch Massentierhaltung soll nicht in Frage gestellt werden. Hinterfragt werden soll aber die Form des Protests, die offensichtlich Hoffnung in Appelle an individuelle Verantwortlichkeit setzt und davon ausgeht, dass eine moralische, also an Achtung und Missachtung geknüpfte Bewertung individuellen Verhaltens positive Effekte zeitigen könnte.

Doch was ist verwerflich daran, festzustellen, dass dann, wenn wir alle achtsamer mit der Umwelt umgehen, wir alle Ressourcen schonender leben, etwa auf Massentierhaltung verzichten würden, wir alle z.B. unnötige Fernreisen vermeiden, lokale Produkte konsumieren, die Welt zu einem besseren Ort machen würden, den die Menschheit bedrohenden Klimawandel vielleicht sogar abwenden könnten? Liegt die Achtung gebietende Stimmigkeit geforderter Verhaltensweisen nicht auf der Hand?

Verwerflich ist an diesen Forderungen die offensichtlich werdende naive, unrealistische Wahrnehmung der modernen Gesellschaft. Verwerflich ist die dabei zutage tretende, am Thatcherismus angelehnte Vorstellung von „Gesellschaft“, bestehend schlicht aus der Summe individueller, selbstverantwortlicher (bestenfalls Familien verpflichteter) Subjekte:

They are casting their problems at society. And, you know, there’s no such thing as society. There are individual men and women and there are families. And no government can do anything except through people, and people must look after themselves first. It is our duty to look after ourselves and then, also, to look after our neighbours.

Margaret Thatcher

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Es ist diese Anschauung von Gesellschaft, eher noch das Verleugnen gesellschaftlicher Strukturen, die auch andere Formen der Scham plausibilisiert. Etwa die Scham für Arbeitslosigkeit oder für den Empfang von Sozialhilfen („Hartz IV“). Werden gesellschaftliche Phänomene, wie hier etwa die Beeinflussung des Arbeitsmarktes durch Rationalisierung und Automatisierung oder etwa Altersdiskriminierung, unterschätzt oder gar negiert, so bleibt nur individuelle Verantwortlichkeit – und Scham im Angesicht individuellen Scheiterns bis hin zur Selbstverleugnung.

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Die verflixte Hubble-Konstante führt Astronomen an der Nase herum

Der Rote Riese Camelopardalis stösst seine Gashülle ab, nachdem das Helium in seinem Inneren zu fusionieren begonnen hat. (Bild: ESA, Nasa)

Die gemessene Expansionsrate des heutigen Universums ist grösser, als es Extrapolationen erwarten lassen. Eine Gruppe von Astronomen hat jetzt untersucht, ob das an der Messmethode liegen könnte. Ihre Antwort lautet: Jein.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Einem Astronomen muss man nicht erklären, wer Wendy Freedman ist. Die kanadisch-amerikanische Forscherin hatte in den 1990er Jahren mit dem Hubble-Teleskop die Entfernung zu 24 Galaxien gemessen und auf dieser Grundlage einen relativ genauen Wert für die sogenannte Hubble-Konstante ermittelt. Mit dieser Messung beendete Freedman im Jahr 2001 einen jahrzehntelangen Streit darüber, wie schnell das heutige Universum expandiert. Inzwischen gibt es allerdings eine neue Kontroverse um die Hubble-Konstante. Denn die von Freedman und anderen Forschern gemessene Expansionsrate verträgt sich nicht mit der extrapolierten Entwicklung des Universums.

Jetzt meldet sich Freedman erneut zu Wort. In einer Arbeit, die demnächst im «Astrophysical Journal» erscheinen wird, hat eine von ihr geleitete Arbeitsgruppe einen anderen Weg eingeschlagen als vor zwanzig Jahren, um die Expansionsrate des Universums mit dem Hubble-Teleskop zu messen. Das Ergebnis sorgt für Ratlosigkeit. Denn es fällt gewissermassen zwischen Stuhl und Bank.

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Auch Schwebfliegen wandern

Die Hainschwebfliege ist eine von 450 in Deutschland vorkommenden Schwebfliegen-Arten. © Will Hawkes

Vom Festland auf die Insel: Auch Schwebfliegen gehören zu den Zugtieren unter den Insekten. Wie Radarbeobachtungen enthüllen, pendeln jedes Jahr bis zu vier Milliarden dieser Tiere zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland hin und her. Die Schwebfliegen sorgen dadurch für wichtigen Nachschub an Bestäubern und transportieren auch Pollen und Nährstoffe über den Ärmelkanal, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Zugvögel sind nicht die einzigen Tiere, die im Rhythmus der Jahreszeiten um die Welt reisen. Auch manche Fische, Säugetiere und sogar Insekten pendeln alljährlich zwischen ihren Winter- und Sommerlebensräumen. So legt beispielsweise der Monarchfalter auf seinem Weg zwischen Nord- und Südamerika viele tausend Kilometer zurück und auch der Distelfalter oder die Wanderlibelle sind echte Langstreckenflieger.

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Wie kommt (so viel) Quecksilber in den arktischen Fisch?

Die Quecksilber-Belastung von Fischen aus arktischen Seen variiert stark. – (c) imago images / Nature Picture Library (Wild Wonders of Europe / Lundgren via http://www.imago-images.de)

Die Quecksilber-Konzentration von Fischen im Norden Kanadas unterscheiden sich teilweise um das Neunfache voneinander. Die Gründe sind noch unklar, der Klimawandel spielt aber jedenfalls eine Rolle.

Die Presse.com

Die Quecksilber-Belastung von Fischen aus arktischen Seen variiert stark. So wiesen Fische aus sechs Seen im hohen Norden Kanadas je nach Gewässer sehr unterschiedliche Quecksilber-Konzentrationen auf, die sich teilweise um das Neunfache unterschieden, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal „Science of the Total Environment“.

Günter Köck vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat mit Kollegen in einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie nachgewiesen, dass Fische aus arktischen Seen stark mit Quecksilber belastet sind. Bei einem Fünftel der untersuchten Seesaiblings-Populationen vor allem aus Seen in Kanada und Grönland wurden jene Quecksilber-Werte überschritten, bei denen negative Effekte etwa auf die Fortpflanzung auftreten.

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Energie aus dem Knie

Ein biomechanischer Energiesammler erzeugt Strom aus der Kniebewegung beim Gehen und Laufen. © Yuri Arcurs/ iStock

Strom zum Selbermachen: Forscher haben einen „Energiesammler“ entwickelt, der Strom aus der normalen Gehbewegung erzeugt. Dafür muss nur ein dünner Streifen aus speziellem Verbundmaterial seitlich am Knie befestigt werden. Das wechselnde Verbiegen und Entspannen des Streifens produziert dann bis zu 1,6 Milliwatt Strom – ohne dass das Gehen beeinträchtigt wird oder mehr Kraft erforderlich ist, wie erste Tests belegen.

scinexx

Ob Strom aus dem eigenen Schweiß, aus Solarzellen im T-Shirt oder aus der Körperbewegung – Forscher haben inzwischen einige neue Ideen zur tragbaren Energiegewinnnung entwickelt. Diese Technologien sollen künftig kleine Geräte wie Handys, MP3-Player oder Sensor-Armbänder unterwegs mit Strom versorgen und Akkus überflüssig machen. Möglich wird dies durch flexible Elektronik, aber auch durch Materialien, die bei Verformung oder Reibung Strom erzeugen können.

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Mannheim hebt Bußgeld gegen streikende Schüler wieder auf

Die Bußgelder gegen Schüler aus Mannheim, die an „Fridays for Future“- Protesten teilnahmen, sind nun doch vom Tisch.Foto: Georg Wendt/dpa

Rolle rückwärts: Die Stadt Mannheim verzichtet nun doch auf Bußgelder gegen streikende Schüler. Der Grund: Die Schule soll andere Erziehungsmaßnahmen ergreifen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Stadt Mannheim hat vier Bußgeldbescheide gegen Schüler wieder aufgehoben, die während der Schulzeit zu „Fridays for Future“-Protesten gegangen waren. Die Schule hätte andere Maßnahmen als die Bußgelder ergreifen können, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. Das habe eine erneute Prüfung ergeben.

Die Stadt wies darauf hin, dass sie sich jährlich mit rund 300 Bußgeldverfahren wegen Schulschwänzens befasse. Deshalb sei die „Besonderheit“ der klimastreikenden Schüler im Vergleich zum klassischen Schulschwänzen bei der Prüfung zunächst nicht aufgefallen. Die Betroffenen hätten allerdings auch keinen Gebrauch von ihrem Recht gemacht, sich zum Sachverhalt zu äußern. Nach der Aufhebung müssen die betroffenen Familien nun doch nicht die 88,50 Euro zahlen.

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Hautfarben im chromatischen Geplapper

Unscheinbares Genie. Der Octopus vulgaris oder Gemeine Krake.Foto: picture alliance / dpa

Kraken sind die intelligentesten Meeresbewohner. Wie funktioniert ihr Bewusstsein? Und wie verhält es sich zu unserem? Wissenschaftsphilosoph Peter Godfrey-Smith spürt diesen Fragen nach.

Von Charlotte Szasz | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind neugierig, abenteuerlustig und frech. Kraken passen sich schnell an neue Situationen an und haben eine rasche Auffassungsgabe. Laborsituationen jedoch sind ihnen unangenehm. Spüren sie es, beobachtet zu werden, beginnen sie selbst, ihr Gegenüber zu studieren. Sie erkennen Menschen und Situationen sogar wieder. Das geschieht nicht stets zum Vorteil der Forscher. Listig widersetzen sie sich Experimenten und bringen ganze Forschungsvorhaben zum Scheitern, indem sie Versuchslampen ausknipsen, Wissenschaftler attackieren oder einen Versuchsaufbau vernichten.

Die Intelligenz von Kraken bemisst sich nicht an der Fähigkeit, sich besonders sozial zu verhalten, wie es in der Tierpsychologie für viele andere Gattungen behauptet wird. Tatsächlich lassen sich Kraken nur mühevoll auf Reiz-Reaktions-Schemata der klassischen Konditionierung ein. Ihr Trotz veranlasste ungeduldige Forscher in der Vergangenheit oft zu qualvollen Experimenten. Sie setzten Elektroschocks ein, um Nervenströme zu messen, und Sektionen ohne Betäubung: Diese wurden erst vor wenigen Jahren verboten.

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88,50-Euro-Bußgeld für Teilnahme an „Fridays for Future“

Wenn die Kinder zur „Fridays for Future“-Demo gehen, kann es für die Eltern teuer werden. In Mannheim erhielten nun mehrere Familien einen Bußgeldbescheid: Für nur zwei Fehlstunden an einem Tag werden fast 100 Euro fällig.

DIE WELT

Wegen der Teilnahme ihrer Kinder an einer Demonstration der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ haben vier Familien in Mannheim Bußgeldbescheide bekommen. Das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigte am Mittwoch, dass die Eltern jeweils 88,50 Euro zahlen sollen. Nach einem Bericht der Zeitung „Mannheimer Morgen“ geht es um das unentschuldigte Fehlen der Gymnasiasten in jeweils zwei Stunden am 24. Mai.

Einen Antrag auf Befreiung vom Unterricht hatten die Eltern nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht gestellt. Der Klassenlehrer habe sie schriftlich darüber informiert, welche Konsequenzen ein unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht hat. Auch mit den Schülern seien mehrfach Gespräche geführt worden, teilte die Behörde unter Berufung auf Angaben der Schulleitung weiter mit.

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Zecken als Biowaffe? Repräsentantenhaus fordert Aufklärung von Pentagon

Eine mit Blut voll gesogene Zecke: Die Tiere übertragen Borreliose. – APA/dpa/Martin Gerten

Abgeordnete wollen vom Verteidigungsministerium wissen, ob Militär-Experimente zur Verbreitung von Borreliose in den USA geführt haben.

Die Presse.com

Ist das Pentagon in Washington für die Verbreitung von Borreliose in den USA verantwortlich? Experimentierte es mit Zecken und anderen Insekten als biologische Waffen? Das will das US-Repräsentantenhaus vom Verteidigungsministerium wissen. In einem Beschluss, der vergangene Woche verabschiedet wurde, fordert die Abgeordnetenkammer den Generalinspektor des Pentagon auf, zu untersuchen, ob solche Experimente zwischen 1950 und 1975 durchgeführt wurden.

Initiator des Gesetzeszusatzes ist der Abgeordnete Chris Smith. Er habe in Büchern und Artikeln gelesen, dass in Einrichtungen der US-Regierung, unter anderem in Fort Detrick, Maryland, und New York solche Forschungen stattgefunden haben. Er fordert die Ermittler auf, die Ausmaße der Experimente zu beleuchten und, ob infizierte Zecken oder Insekten aus Laboren freigelassen wurden – unabsichtlich oder zu Forschungszwecken. Der Senat muss dem Zusatz noch zustimmen.

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Das Klimabuch: Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken

Das Klimabuch: Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken

Dürre und Hitzewellen, aber auch Kälteeinbrüche, Überflutungen und Starkregen: Die Klimakrise ist zu einem globalen Thema geworden, das niemand mehr ignorieren kann.

Von Esther Gonstalla | scinexx

Gebundenes Buch, 128 Seiten
oekom verlag, 2019
Preis: € 24,00

Hier setzt »Das Klimabuch« an: Mit der Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zur globalen Erwärmung zu leicht verständlichen Infografiken verarbeitet – für alle, die nicht nur begreifen, sondern auch handeln wollen.

Castle Bravo strahlt noch immer

Satellitenaufnahme des vom Castle-Bravo-Test hinterlassenen Kraters im Bikini-Atoll. © NASA/USGS, Landsat 7

Noch immer kontaminiert: 1954 sprengte eine Wasserstoffbombe im Bikini-Atoll einen gewaltigen Krater in die Lagune – den Castle-Bravo-Krater. Jetzt haben Forscher die verbleibende Kontamination dieses Kraters untersucht. Ihr Ergebnis: Bis heute ist Castle Bravo der am stärksten radioaktiv verseuchte Ort der gesamten Marshallinseln. Vor allem Plutonium- und Americiumwerte liegen dort noch immer um das Zehnfache höher als im Rest der ehemaligen Kernwaffen-Testzone.

scinexx

Zwischen 1946 und 1958 führten die USA im Bikini-Atoll und dem benachbarten Enewetak-Atoll insgesamt 64 Kernwaffentests durch. Noch heute sind dadurch viele der Atollinseln so stark radioaktiv verseucht, dass sie auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar bleiben. Der Fallout der Atomwaffentests ist auch mehr als 60 Jahre später noch in der Erdatmosphäre und sogar im Marianengraben messbar.

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Das Geheimnis hinter den Bleispuren in der Arktis

Die Verunreinigung durch Emissionen stieg seit dem Mittelalter um das 250- bis 300-Fache
Quelle: Getty Images/Paul Souders

Pest, Hungersnöte oder Kriege – all das hat Spuren ins Eis von Grönland und Nordrussland hineingeschrieben. Durch Bohrungen wollen Wissenschaftler nun eine Art historischen Fortsetzungsroman schreiben.

DIE WELT

Die Geschichte Europas vom Mittelalter bis zur Gegenwart hat an überraschenden Orten Spuren hinterlassen: So nutzen Wissenschaftler Eisbohrkerne aus Grönland und der russischen Arktis, um die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 1500 Jahre zu rekonstruieren. Dabei zeigen ihnen die Bleiverunreinigungen im abgelagerten Eis, wie sich etwa die Pest, Hungersnöte oder Kriege ausgewirkt haben.

Blei, dessen natürlicher Gehalt in der Umwelt sehr gering ist, wird seit Tausenden von Jahren vom Menschen in die Atmosphäre freigesetzt – von der Münzherstellung im antiken Rom bis hin zur Verbrennung etwa von bleihaltigem Sprit. Mit den Windströmungen verteilen sich diese Emissionen rund um den Globus und setzen sich schließlich auch an Orten wie dem Eisschild in Grönland und anderen Teilen der Arktis ab.

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Taucher filmten Lungenqualle von gewaltiger Größe

Video: Das selten große Exemplar einer Lungenquallen kam den Forschern vor der Küste von Cornwall vor die Linse. BBC News

Normalerweise wird Rhizostoma pulmo allenfalls halb so groß. Das nun im Ärmelkanal beobachtete Tier hatte die Ausmaße eines erwachsenen Menschen

derStandard.at

Schon durchschnittlich große Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) bieten mit ihren annähernd einen Meter durchmessenden Schirmen einen beeindruckenden Anblick. Doch jenes Individuum, das die Biologin Lizzie Daly und der Kameramann Dan Abbott kürzlich vor der Küste von Falmouth in der englischen Grafschaft Cornwall beobachten konnten, überbietet alles, was man bisher von dieser Spezies kennt: Das gewaltige Exemplar war praktisch so groß wie ein erwachsener Mensch.

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A Sunken Soviet Sub Is Raising the Radioactivity of the Norwegian Sea 800,000-Fold. But Don’t Worry.

A remotely operated vehicle (ROV) takes samples from the sunken Soviet sub in the Norwegian Sea. Credit: Stine Hommedal/IMR

A Cold War Soviet nuclear submarine met disaster 30 years ago when it sank in the Norwegian Sea, leading to the deaths of 42 sailors. But instead of lying peacefully at the bottom of the sea, that sub, called the Komsomolets, is leaking radioactive material deep beneath the waves.

By Laura Geggel, Associate Editor | LiveScience

Several samples collected by an underwater robot from and around the sunken sub’s ventilation duct show that it’s leaking high levels of cesium, a radioactive element, according to the Norwegian Institute of Marine Research (IMR). Some of the cesium levels are 800,000 times higher than normal levels in the Norwegian Sea, according to the institute.

However, this radiation does not pose a risk to people or fish, the IMR noted. [Photos: WWII Shipwrecks Found Off NC Coast]

The Soviets launched the 400-foot-long (120 meters) Komsomolets, which means „member of the Young Communist League,“ in May 1983, according to the U.S. Central Intelligence Agency. While the Komsomolets was on patrol in April 1989, a fire broke out on board, leading to the sub’s eventual demise. As the Komsomolets sank, its two nuclear reactors and at least two torpedoes with plutonium-containing nuclear warheads fell to the bottom of the sea.

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Vormenschen: Muttermilch als Notversorgung

Die Mütter der Vormenschenart Australopithecus africanus stillten ihre Kinder rund ein Jahr lang, nutzten ihre Milch aber auch Jahre später noch als Notnahrung für den Nachwuchs .© Juan Ramon Rodriguez Sosa / CC-by-sa 2.0

Schon vor gut zwei Millionen Jahren stillten Vormenschen-Mütter ihre Kinder ähnlich lange wie wir – etwa ein Jahr lang. Doch anders als heutige Kinder bekam der Nachwuchs des Australopithecus africanus auch Jahre nach dem Abstillen immer wieder vorübergehend Muttermilch, wie Zahnanalysen belegen. Offenbar sollte dies Perioden des Nahrungsmangels überbrücken, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Muttermilch ist für Neugeborene überlebenswichtig. Denn der reichhaltige Cocktail an Proteinen, gesunden Fetten und Botenstoffen enthält Substanzen, die das Immunsystem des Kindes stärken, gegen Allergien schützen, seine Darmflora in Schuss halten und seine Hirnentwicklung fördern. Ob und wie lange ein Kind gestillt wird, ist daher für seine spätere Gesundheit enorm wichtig. Gleichzeitig hat der Zeitpunkt des Abstillens auch Auswirkungen auf die Fortpflanzung: Stillt die Mutter früh ab, kann sie schneller wieder schwanger werden.

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