Zum Weltbienentag: So leisten Sie ihren Beitrag gegen das Bienensterben

Schlampige und faule Gärtner sind besser für Bienen, denn diese mögen nicht gemähte Wiesen und Unkraut. Foto: dpa
Felder und Pflanzen soweit das Auge reicht – und doch gibt es dort für Bienen nichts zu holen. Ausgerechnet das Land ist für sie häufig eine Wüste.

Von Jasmin Krsteski | Kölner Stadt-Anzeiger

„Die Bienen leiden unter der industriellen Landwirtschaft“, sagt Iris Pinkepank von der „Honigconnection“. „Der Unkrautvernichter Glyphosat rottet alles aus, was Wild- und Honigbienen lieben. Auf kilometerweiten Maisfeldern gibt es nichts für die Insekten. Die können diese großen Distanzen kaum überwinden, bis da mal wieder was kommt und verbrauchen viel Energie fürs Fliegen.“

Die Honigconnection ist eine Initiative des Kölner Imkervereins. Iris Pinkepank und Stephanie Breil machen damit sozusagen Öffentlichkeitsarbeit für Honig- und Wildbienen. Mit dem Ziel, Menschen darüber aufzuklären, welchen Beitrag sie leisten können, um den Bienen zu helfen.

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The Universe Probably ‚Remembers‘ Every Single Gravitational Wave

Gravitational waves may leave a lasting mark on the universe. (Image: © Shutterstock)
The universe might „remember“ gravitational waves long after they’ve passed.

By Rafi Letzter | SPACE.com

That’s the premise of a theoretical paper published April 25 in the journal Physical Review D. Gravitational waves, faint ripples in space and time that humanity has only in the past few years managed to detect, tend to pass very quickly. But the authors of the paper showed that after the waves pass, they might leave a region slightly altered — leaving behind a sort of memory of their crossing.

These changes, which the researchers termed „persistent gravitational wave observables,“ would be even fainter than the gravitational waves themselves, but those effects would last longer. Objects might be shifted slightly out of place. The positions of particles drifting through space might be altered. Even time itself might end up slightly out of sync, running briefly at different speeds in different parts of Earth. [9 Ideas About Black Holes That Will Blow Your Mind]

These changes would be so minuscule that scientists would barely be able to detect them. The researchers wrote in their paper that the simplest method for observing these effects might involve two people „carrying around small gravitational wave detectors“ — a joke because detectors are quite large.

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Afrikas Geiersterben bedroht die Menschen

foto: beckie garbett via ap Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“, doch sie sind ziemlich nützlich: Geier.
Geier ernähren sich von Aas. Damit sorgen sie dafür, dass sich Anthrax oder Tuberkulose nicht noch weiter verbreiten

Johannes Dieterich | derStandard.at

Sie gelten als Vorboten und als Wegweiser des Todes: Doch nun droht ihnen selbst der Exitus. Fachleute sprechen von einem beispiellosen Geiersterben vor allem in Afrika – mit verheerenden Folgen für die Umwelt und nicht zuletzt für ihren größten Feind, den Menschen.

Naturschützer trafen sich kürzlich in der nigerianischen Hafenstadt Lagos, um die Alarmglocken zu läuten: Sollten die Aasfresser tatsächlich aussterben, muss nach den Worten Muktari Aminu-Kanos, des Generaldirektors der Nigerianischen Naturschutz-Stiftung (NCF), mit wachsenden Seuchengefahren, mit vermehrten Krankheiten und Todesfällen auch unter Menschen gerechnet werden.

Wichtige Funktion

Die Riesenvögel mit dem noch größeren Reputationsproblem – schon Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“ – übernehmen in der freien Wildbahn eine wichtige Funktion: Sie sorgen dafür, dass verstorbene Lebewesen nicht weiter vergammeln und gefährliche Erreger wie Anthrax, Tuberkulose oder Tollwut in die Natur abgeben.

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Der unheimliche Tag, an dem die Welt beinahe unterging

So sahen Zeitgenossen den „Dark Day“ 1780 Quelle: Archiv
Am 19. Mai 1780 wurde es dunkel in Neuengland. Bunte Wolken zogen über Massachusetts. Tiere flohen, Menschen fürchteten sich vor der Apokalypse. Bis heute ist das Phänomen nicht abschließend geklärt.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Es war gegen 10.30 Uhr, als Nathan Read am Harvard College in Cambridge (Massachusetts) eine beängstigende Beobachtung machte. „Eine ungewöhnliche Dunkelheit kam auf und breitete sich ziemlich schnell aus.“ Eine halbe Stunde später war Reads Dozent „Mr. Wigglesworth nicht mehr in der Lage, die Bibel am Fenster zu lesen“. Um 12.21 Uhr fügte er hinzu: „Mr. W. kann Kolumnentitel einer großen Bibel nicht lesen. – Kerzen müssen angezündet werden.“ Und um 12.45 Uhr musste Read feststellen, dass er die Zeiger einer Uhr mit hellem Hintergrund nicht mehr erkennen konnte, obwohl der Raum über drei Fenster verfügte.

Der 19. Mai 1780 ist als Dark Day in die Geschichte Neuenglands eingegangen. In Massachusetts, New Hampshire und Maine verschwand binnen weniger Minuten das Tageslicht und machte einer Dunkelheit Platz, die viele Menschen in Panik versetzte. Beherzte Zeugen wie Professor Samuel Williams vom Harvard College machten sich umgehend daran, das unheimliche Phänomen zu dokumentieren. Danach war die Dunkelheit noch in der Stadt New York und in New Jersey zu sehen, während sie weder in Philadelphia oder in Pennsylvania bemerkt wurde. Die Suche nach den Ursachen dauert bis heute an.

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Radioaktive Geheimnisse über Europa

llustration: Carsten Feig/FAZ
Im Herbst 2017 zog ei­ne rät­sel­haf­te ra­dio­ak­ti­ve Wol­ke über den Kon­ti­nent. Ge­fähr­lich war sie nicht, doch die Su­che nach ih­rer Quel­le ver­lor sich in Russ­land.

Von Piotr Heller | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Tag der Deut­schen Ein­heit 2017 war kein ge­wöhn­li­cher Fei­er­tag für Flo­ri­an Ge­ring. Der Lei­ter des Fach­ge­biets „Ra­dio­lo­gi­sches La­ge­bild“ am Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) er­in­nert sich, noch im Bett ge­le­gen zu ha­ben, als ge­gen acht Uhr mor­gens das Te­le­fon klin­gel­te. Sein Vor­ge­setz­ter Mat­thi­as Zäh­rin­ger war dran. Der lei­tet die Ab­tei­lung Not­fall­schutz am BfS. Am Vor­abend, al­so am 2. Ok­to­ber 2017, hat­ten ihn E-Mails aus For­scher­krei­sen er­reicht: Über Eu­ro­pa ist das ra­dio­ak­ti­ve Iso­top Ru­the­ni­um-106 nach­ge­wie­sen wor­den.

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Ultima Thule gibt erste Geheimnisse preis

Eines der ersten Bilder von Ultima Thule, aufgenommen am 1. Januar 2019 © NASA/ Johns Hopkins University/ Southwest Research Institute
Erkenntnisreicher Besuch: Forscher haben erste Daten des Vorbeiflugs der Raumsonde „New Horizons“ an Ultima Thule ausgewertet. Ihre Analysen bestätigen, dass der Himmelskörper im Außenbereich unseres Sonnensystems eine flache, zweigeteilte Struktur besitzt. Zudem identifizierte das Team Einschlagskrater und Eis auf seiner Oberfläche. Begleiter wie Monde scheint Ultima Thule nicht zu besitzen – ebenso wenig wie eine Atmosphäre.

scinexx

Die NASA-Raumsonde „New Horizons“ flog Anfang des Jahres erstmals an Ultima Thule im sogenannten Kuipergürtel vorbei – einem Himmelskörper, der rund 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt liegt und damit am Rand unseres Sonnensystems. Das Objekt ist der am weitesten entfernte Himmelskörper im Sonnensystem, der jemals von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht wurde und ist für Astronomen von besonderem Interesse.

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Kirche am Tagebau Hambach wird profaniert: Stummer Protest geplant

St. Albanus und Leonhardus in Manheim © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Die katholische Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird profaniert, da sie sich im Abbaugebiet des Braunkohletagebaus befindet. Klimabündnisse wollen mit stillen Aktionen dagegen protestieren.

DOMRADIO.DE

Im Rheinischen Revier wird an diesem Samstag die nächste Kirche für einen Tagebau entweiht. In der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim soll bei der letzten Heiligen Messe nach Kirchenangaben ein Schreiben vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verlesen werden, mit dem die Kirche außer Dienst gestellt und dann nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Abriss nach Umsiedlung

Der Kirchenbau und das Dorf Manheim, in dem bis Ende 2011 noch 1700 Menschen lebten, soll nach Ende der Umsiedlung in wenigen Jahren für den Tagebau Hambach abgerissen werden. Nach der Empfehlung der Kohlekommission, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, gibt es Forderungen, Kirchen und Dörfer zu erhalten.

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«Kunstformen der Natur»: Ausstellung über Ernst Haeckel

„Desmonema annasethe“. Die Tentakel hatten Haeckel an die Haare seiner Frau erinnert. Ernst Haeckel. Scan: Ragesoss. Cleanup: Ilmari Karonen. – Kunstformen der Natur (1904), plate 8: Discomedusae. PD
Schwungvolle Quallen-Tentakel und schillernde Seeanemonen: Eine neue Ausstellung gibt einen Überblick über das kreative Schaffen von Ernst Haeckel. Von Samstag an sind in der Kunstsammlung Jena rund 50 Zeichnungen und 30 Druckgrafiken des Biologen zu sehen.

DIE WELT

Haeckel (1834-1919) baute Ideen von Charles Darwin zu einer speziellen Abstammungslehre aus. Eine Reihe wissenschaftlicher Begriffe wie etwa «Ökologie» gehen auf ihn zurück. In Jena arbeitete er als Professor für Zoologie. Haeckel war aber nicht nur Forscher, sondern auch Künstler – die Zeichnungen seiner Tier- und Pflanzenwelt sind bis heute populär.

Lebewesen – meist aus dem Meer – werden in seinen detailverliebten Zeichnungen zu ornamentalen Kunstwerken.

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Vulkane: Rutschung als Kollaps-Vorbote?

3D-Visualisierung von Ritter Island und des umgebenden Meeresbodens mit den Spuren der Hangrutschung von 1888. © Jens Karstens/GEOMAR
Subtile Vorboten: Die Flanken vieler Inselvulkane wie die des Ätnas rutschen ganz langsam in Richtung Meer – dies könnten bereits Zeichen einer drohenden Katastrophe sein. Denn wie Forscher nun herausgefunden haben, gingen auch dem Kollaps der Ritter Island in Neuguinea im Jahr 1888 langsame Rutschungsbewegungen voran. Erst später kam es dann zu einer großen Abrutschung, die einen katastrophalen Tsunami auslöste.

scinexx

Einige der schlimmsten Tsunamis der Geschichte wurden nicht von Erdbeben ausgelöst, sondern von Vulkanen. Zu ihnen gehören die Bronzezeit-Flut im Mittelmeer nach dem Ausbruch des Santorini-Vulkans, aber auch die 40-Meter-Flutwellen nach der Eruption des Vulkans Krakatau im Jahr 1883. Sie entstanden, als die Hänge des Feuerberges kollabierten und Tonnen von Material ins Meer rutschten. Auch die erneute Eruption dieses Vulkans im Dezember 2018 löste verbunden mit einer Hangrutschung einen Tsunami aus.

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Klimaschutz könnte globale Ernährungssicherheit gefährden

Bewässerung wird oft als Wunderwaffe für die Ernährungssicherheit angesehen, weil man damit auch in Gegenden und Zeiten ohne ausreichend Niederschlag Ertrag produzieren kann. Der Ressourcenaufwand ist aber immens. – GEPA pictures/ PAMMER Franz
Unvorsichtige Maßnahmen für mehr Klimaschutz führen möglicherweise zu mehr Welthunger, warnen Forscher vom IIASA in Laxenburg.

Die Presse.com

Unbedachter Klimaschutz könnte 160 Millionen Menschen weltweit Hunger bringen. Das stellte ein Team um Shinichiro Fujimori vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien fest. Dies könne der Fall sein, berichten sie im Fachmagazin „Nature“ (13. 5.), wenn man sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Also zum Beispiel massiv Biomasse für die Energieherstellung produziert sowie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen aufforstet, aber alles andere außer Acht lässt.

Die Forscher berechneten, dass die Ernährungssicherheit schon durch einen geringen finanziellen Aufwand gewährleistet werden könnte: Dazu müsste man lediglich 0,18 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa in die Agrarförderung für einkommensschwache Länder stecken und Lebensmittelhilfen für durch Hunger gefährdete Bevölkerungen organisieren.

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Wegen Termitenbefall: Kathedrale von Valencia einsturzgefährdet

Bild: © Sergii Figurnyi – stock.adobe.com
Die Kathedrale von Valencia ist in keinem guten Zustand: Termiten haben tragende Balken der Kirche befallen, eine schnelle Renovierung des mittelalterlichen Gotteshauses ist dringend nötig. Ansonsten droht ein „Kollaps“ der Kathedrale.

katholisch.de

Ein Teil der Kathedrale von Valencia ist aufgrund von Termiten einsturzgefährdet. Die „Lonja de los Canónigos“, eine an die Nordostseite der Kathedrale angebaute Tribüne, und die dazugehörige Fassade sind besonders betroffen, berichtete die Zeitung „ABC“ am Dienstag. Durch den Termitenbefall und die aufgrund von Nässe vorhandenen faulen Stellen an den etwa 40 Balken des Renaissance-Anbaus müsse schnell gehandelt werden, sagte der valencianische Dombaumeister Santiago Vila. Ansonsten stehe ein „teilweiser Kollaps“ der Kathedrale bevor.

Die Termitenplage habe man inzwischen unter Kontrolle, dennoch müssten einige der tragenden Balken abgestützt werden, um einen Einsturz zu verhindern, so Vila weiter.

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Warum das Christentum philosophisch Mitschuld am Klimawandel hat

Bild: BR24
Schüler demonstrieren bei „Fridays for Future“ für Klimaschutz, Deutschland diskutiert eine CO2-Steuer: Langsam begreift der Mensch, dass er auf Kosten der Natur lebt. Dass dieses Bewusstsein erst jetzt entsteht, liegt auch am abendländischen Denken.

Rita Homfeldt, Martin Jarde | BR24

Wir sind nichts Anderes als Natur. Doch das hat der Mensch seit langem vergessen. Immer mehr und intensiver werden die natürlichen Ressourcen verbraucht. An die Zukunft unserer Kinder und künftiger Generationen wird nur selten gedacht – und wenn, dann häufig mit einem entschuldigenden Schulterzucken: „Was kann ich denn schon ausrichten?“

Platons Höhlengleichnis ändert Verhältnis von Mensch und Natur

Begonnen hat das bereits in der griechischen Antike, als Platon das Höhlengleichnis formulierte. Dieses hat die ganze Geschichte der Philosophie des Westens geprägt, erklärt Naturphilosoph Andreas Weber: „Das lautet in Kürze: Dass man annehmen muss, dass wir Menschen von der Wirklichkeit so viel mitbekommen, wie in der Höhle Eingesperrte, die durch ein kleines Loch die von einem Feuer auf eine Wand projizierten Schatten von Gestalten sehen. Da ist so eine Idee drin, das wir uns da keine richtige Vorstellung machen können.“

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Bill Nye Brings Out the F-Bombs and a Blowtorch to Talk Climate Change

Science popularizer Bill Nye told viewers of a popular late-night show that Earth is „on [expletive] fire“ while lighting a globe with a blowtorch.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

During his appearance on HBO’s „Last Week Tonight With John Oliver“ on Sunday (May 12), Nye used frank language to talk to millennials about the impacts of global warming on Earth. (Nye’s comments are heavily edited here for language; viewer discretion is advised if you watch the video.)

„By the end of this century, if temperatures keep rising, the average temperature on Earth could go up another 4 to 8 degrees,“ Nye said to Oliver. (Nye was referring to degrees Celsius; the equivalent change in Fahrenheit is roughly 7 to 14 degrees). „What I’m saying is, the planet’s on [expletive] fire.“

He explained that addressing climate change means making tough choices in our daily lives to reduce carbon emissions, which are caused by activities such as driving vehicles or burning coal. These emissions produce greenhouse gases that trap heat in the atmosphere — warming the planet up, causing ocean levels to rise as glaciers melt, and increasing the severity of hurricanes and storms.

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Tropen: Jagddruck gefährdet Säugetiere

In der Hälfte der tropischen Wälder stehen Säugetiere unter Jagddruck. © Ruth Archer/ pixabay
Tierwelt unter Druck: Viele Säugetiere in den Tropen sind durch menschliche Jagdaktivitäten bedroht. Wie eine Studie zeigt, stehen die Populationen in rund der Hälfte der tropischen Wälder unter erheblichem Jagddruck – sogar in geschützten und auf den ersten Blick noch intakten Gebieten. Langfristig drohen dadurch nicht nur empfindliche Folgen für die Tierwelt, warnen die Forscher.

scinexx

Ob zur Holzgewinnung oder um Platz für Siedlungen oder große Monokulturen zu schaffen: Die Abholzung der tropischen Regenwälder ist schlecht für das Klima und nimmt vielen Tieren den Lebensraum. Doch selbst in auf den ersten Blick noch intakten Waldgebieten ist die Tierwelt zunehmend bedroht. Denn viele Spezies werden dort im großen Stil bejagt – oftmals auch illegal.

Wie sehr dieser Jagddruck die Fauna gefährdet, hat jüngst eine Studie von Ana Benitez-Lopez von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen und ihren Kollegen offenbart. Demnach gingen die Vogelpopulationen in einigen bejagten Wäldern um 58 Prozent zurück, die Säugetierzahlen sogar um 83 Prozent. Wie sehr aber wirkt sich die Bejagung insgesamt auf die Säugetierwelt in den Tropen aus?

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Forscher entwickeln programmiertes Ablaufdatum für Genveränderungen

Verfahren kann etwa künstliche Unfruchtbarkeitsgene von Malariamücken mit einem vorprogrammierten Stopp ausstatten

derStandard.at

Mit sogenannten „Gene Drives“ können etwa Unfruchtbarkeitsgene in Moskitos gebracht werden, die Malaria verbreiten, um die Krankheit zu bekämpfen. Der Nachteil einer solchen Maßnahme wäre, dass sich solche kritischen Gene unkontrolliert verbreiten würden. Durch eine Befehlskette, bei der einzelne Glieder nacheinander verschwinden, wäre die Wirksamkeit aber zeitlich und lokal beschränkbar, schlägt ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachblatt „Pnas“ eine Alternative vor.

Genetische Serienschaltung

Derartige „Gene Drives“, also Genantriebe, sorgen dafür, dass sich eine beliebige Erbgutsequenz mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 in der ganzen Population ausbreitet, wie im Labor bei Experimenten mit Hefezellen, Fruchtfliegen und zwei Stechmückenarten gezeigt wurde.

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Warum starben Australiens große Raubtiere aus?

Während Beutellöwe und Beutelwolf ausgestorben sind, hat der „Tasmanische Teufel“ überlebt. Eine bösartige Krebserkrankung macht ihm seit längerem zu schaffen. Bild: dapd
Beutellöwe, Beutelwolf und Beutelteufel bevölkerten einst große Teile Australiens. Ihr Schicksal zeigt, wie die Fleischfresser einst auf dem Kontinent Fuß fassten und untergingen. Eine Spurensuche.

Von Diemut Klärner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Familie der Beutellöwen zählte einst zu Australiens Säugetierfauna. Wie ihr Gebiss verrät, waren ihre Urahnen wohl Vegetarier, die aus unbekannten Gründen Geschmack an Fleisch gefunden hatten. Fast so groß wie ein Löwe, präsentierte sich der Beutellöwe des Pleistozäns – mit wissenschaftlichem Namen Thylacoleo carnifex – als letzter und stattlichster Vertreter dieser karnivoren Beuteltiere.

Als vor etwa 60.000 Jahren erstmals Menschen nach Australien kamen, streifte er dort noch zahlreich umher. Doch schon bevor das Eiszeitalter zu Ende ging, ist er vor etwa 40.000 Jahren ausgestorben. Damals gab es keine heftigen Klimaschwankungen, die als Ursache in Frage kämen.

Wie viele Kollegen halten deshalb auch Wissenschaftler um Christopher Sandom von der Universität Aarhus für plausibel, dass ambitionierte Jäger ihre Hände im Spiel hatten. Welche Rolle dabei indirekte Effekte wie die Dezimierung von Beutetieren und gezielt gelegte Brände spielten, bleibt eine offene Frage.

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Mann taucht elf Kilometer in den Pazifik und findet Müll

Der Forscher Victor Vescovo war mit seinem Spezial-U-Boot DSV Limiting Factor auf dem Grund des Marianengraben unterwegs. (Bild: Atlantic Productions for Discovery Channel/Handout via Reuters)
Ein Forschungsteam ist auf den Grund des Marianengrabens getaucht. Dort, am tiefsten Punkt der Erde, fanden die Forscher «von Menschen gemachten Müll».

Neue Zürcher Zeitung

Ein amerikanischer Abenteurer ist gemäss eigenen Angaben zu einem der tiefsten Punkte der Erde getaucht und hat dort Müll gefunden. Victor Vescovo berichtete am Montag in New York davon, dass er mehrmals in den Marianengraben im Pazifik getaucht sei, unter anderem 10 928 und 10 927 Meter tief. Damit würde es sich nach Angaben der Expedition um die tiefsten Tauchgänge eines Menschen in der Geschichte handeln.

Während einer dieser Touren habe er «zwei Stücke menschlichen Mülls gefunden. Es ist nicht ganz klar, was es war, aber es war sicher von Menschenhand gemacht», sagte der 53-Jährige im Explorers Club in New York. Vescovo ist ein ehemaliger Reserveoffizier der U.S. Navy und der Mitgründer des in Dallas ansässigen Private-Equity-Fonds Insight Equity Holdings.

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Der Mond ist «lebendiger», als man denkt

Der Nasa-Astronaut Buzz Aldrin installiert das erste seismische Experiment auf dem Mond. (Bild: Nasa)
Die Oberfläche des Mondes ist von einem Netz von seismischen Verwerfungen überzogen. Eine neue Auswertung alter Apollo-Daten liefert Hinweise, dass diese Merkmale erst in jüngster Zeit entstanden sind.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Der Mond könnte auch heute noch tektonisch aktiv sein. Das legt zumindest eine neue Auswertung von 28 Mondbeben nahe, die während der Apollo-Missionen aufgezeichnet worden waren. Laut der Analyse ereigneten sich acht der Beben im näheren Umkreis von tektonischen Verwerfungen, die man in den letzten Jahren auf hochaufgelösten Satellitenaufnahmen entdeckt hatte. Das Team um Thomas Watters von der Smithsonian Institution in Washington D. C. folgert daraus, dass die Verwerfungen erst in jüngster Zeit entstanden sind.

Die Daten, die die Forscher nun neu ausgewertet haben, stammen von Seismometern, die von den Apollo-Missionen 12, 14, 15 und 16 auf dem Mond installiert worden waren. Heute sind diese Geräte nicht mehr aktiv. Zwischen 1969 und 1977 zeichneten sie jedoch insgesamt 28 Mondbeben mit einer Stärke zwischen 1,5 und 5 auf.

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Arktis: Faust- oder Völkerrecht?

Eisbrecher Healy (WAGB-20) in der Arktis. Bild: U.S. Coast Guard
Auf dem Polarmeer sind die meisten Seegrenzen umstritten und harren einer Klärung. Gleichzeitig verschärfen die USA den Ton, haben aber die Seerechtskonvention noch immer nicht ratifiziert

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

In der Arktis hat die warme Jahreszeit mit aller Macht begonnen. Das Eis befindet sich auf dem Rückzug, und zwar schneller und weiter als in den allermeisten anderen Jahren seit Beginn der Satellitenmessungen, wie man hier beim US-amerikanischen National Snow and Ice Data Center sehen kann.

Dies ist das Ergebnis und im gewissen Umfang auch die Ursache der Tatsache, dass sich die Arktis im Rahmen der sich ausbreitenden Klimakrise rund doppelt so schnell erwärmt wie der Rest des Planeten. Klimamodelle haben das bereits in de 1980er Jahren nahegelegt und die Messungen seitdem bestätigt.

Entsprechend öffnen sich seit Beginn des aktuellen Jahrzehnts im Spätsommer meist die Seewege entlang der Küsten. Das Eis, das früher eine Passage vom Atlantik in den Pazifik durch die kanadische Inselwelt oder entlang der Küste Sibiriens nahezu unmöglich machte, verschwindet oder wird derart dünn und löchrig, dass es zumindest für entsprechend verstärkte Schiffe keine undurchdringliche Barriere mehr darstellt.

Die Begehrlichkeiten sind groß. Zum einen wäre ein Seeweg durch die Arktis eine erhebliche Abkürzung im Vergleich zu den sonst üblichen Routen. Im Warenaustausch zwischen Ostasien und Europa oder der US-Ostküste könnten erheblich Zeit und Geld gespart werden. Zum anderen verbergen sich unter den flachen Schelfmeeren, die sich insbesondere vor Russlands Küsten ausbreiten, mit großer Scherheit gigantische Lagerstätten von Erdöl und -gas.

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Ein Apfelbäumchen für das Klima

Junge Demonstranten marschieren für das Klima durch Bern. (Bild: Peter Klaunzer / Keystone)
Die Jugendlichen, die gegen den Klimawandel demonstrieren, wissen sehr wohl, dass Probleme nicht über Nacht gelöst werden können. Aber sie fordern, dass endlich damit angefangen wird.

Peter Stamm | Neue Zürcher Zeitung

Es ist trist, was in den vergangenen Wochen in der NZZ zu lesen war. Während überall auf der Welt Jugendliche und Kinder auf die Strasse gingen, um mit viel Humor und Entschlossenheit für ihre und unsere Zukunft zu demonstrieren, hatte die Zeitung dem vor allem eins entgegenzusetzen: Mäkelei. Die Botschaft war immer dieselbe: Wir sind nicht schuld, wir haben nichts falsch gemacht, wir wollen einfach so weitermachen wie bisher. Wenn wir nur klug genug argumentieren, können wir bequem in unseren Positionen verharren, statt uns anzustrengen und Lösungen für Probleme zu finden. Es ist das alte Lied seit vielen Jahren: Erst wird ein Problem verleugnet, dann werden jene kritisiert, die es benennen, und dann sagt man, nun sei es ohnehin zu spät, etwas zu unternehmen.

Demonstrationen sind keine Kolloquien

Roger Köppel meint in einem NZZ-Interview, es sei «eine Anmassung, ein Machtrausch», wenn acht Millionen Schweizer glaubten, sie könnten das Weltklima beeinflussen. Vermutlich ist es auch anmassend, wenn eine Stimmbürgerin glaubt, mit ihrer Stimme die Schweizer Politik beeinflussen zu können? Während Roger Köppel eine «Umweltdiktatur» wittert, schreibt Eric Gujer von einer «Erziehungsdiktatur».

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