Ernst Haeckel als Erzieher

Zeichnung von E. Haeckel
Biologiedidaktiker der Uni Jena geben Reprint der Dodel-Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ mit heraus

Stephan Laudien Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ernst Haeckel (1834-1919) zählt zu den bedeutendsten Gelehrten, die die Universität Jena hervorbrachte. Insbesondere seine Beschreibungen und Darstellungen von Radiolarien und Quallen machten ihn weit über die Saalestadt hinaus bekannt. Hinzu kam sein vehementes Eintreten für die von Charles Darwin entwickelten Evolutionstheorien.

Der „deutsche Darwin“, dessen 100. Todestag im nächsten Jahr ansteht, setzte auch Maßstäbe in der Lehre: Sage und schreibe 96 Semester lang stand Haeckel vor seinen Studenten am Pult. Ein Zeitgenosse Haeckels, Arnold Dodel, gab 1906 die Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ heraus. Jetzt erscheint ein Reprint dieses Buches, angereichert durch ein Vorwort und einen Kommentar von Wissenschaftlern der Universität Jena.

„Dodel beschreibt Ernst Haeckel als innovativ, mutig, humoristisch, liebevoll und kompetent“, sagt Dr. Karl Porges. Der Biologiedidaktiker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) nennt zudem die ausgeprägte Fehlerkultur Haeckels, die den Beifall Dodels fand. Der kritische Umgang mit dem eigenen Werk werde beispielsweise sichtbar an den zahlreichen verbesserten Neuauflagen der Werke Haeckels.

Prof. Dr. Uwe Hoßfeld, der Leiter der AG Biologiedidaktik, ergänzt: „Das sind Attribute, die bis heute einen guten Pädagogen auszeichnen!“ Schon deshalb könne Arnold Dodels Schrift von 1906 als durchaus noch zeitgemäß angesehen werden. Dodels lange vergessene Schrift werfe zudem ein Schlaglicht auf den Menschen Ernst Haeckel, der sonst meist hinter dem Gelehrten verschwinde. Dabei, so Karl Porges, schilderte Arnold Dodel Haeckel kaum aus eigenem Erleben. „Arnold Dodel und Ernst Haeckel waren Kollegen und sie stimmten in vielen Ansichten überein.“ So gehörte Dodel zu den Erstunterzeichnern der Gründung des Deutschen Monistenbundes in Jena 1906, die Haeckel initiiert hatte.

Der Schweizer Botaniker Arnold Dodel (1843-1908) stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Der Sohn eines Bauern wurde zunächst Lehrer, studierte danach und lehrte schließlich Botanik in Zürich. Seinen Beruf als Lehrer habe er nie aus den Augen verloren, sagt Dr. Porges. Auch hier lohne ein Blick nach Jena, gehörte die Stadt an der Saale doch zu den Hochburgen pädagogischer Reformbestrebungen.

Das Buch „Ernst Haeckel als Erzieher“ erscheint zur Ausstellung „100 Jahre Ernst Haeckel. Meilensteine der Evolutionsforschung“, die im Museum für Naturkunde Gera (Nicolaiberg 3) noch bis zum 2. Juni 2019 zu sehen ist. Es kann über das Museum bestellt werden, Telefon 0365 / 52003, E-Mail museum.fuer.naturkunde[at]gera.de. Museumsdirektor Dr. Thomas Hoppe war ebenfalls an der Herausgabe beteiligt.


Bibliographische Angaben:
Arnold Dodel: „Ernst Haeckel als Erzieher“, Reprint der Ausgabe von 1906, Gera 2018, 66 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-00-061230-5.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

apl. Prof. Dr. Uwe Hoßfeld
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3 (Bienenhaus), 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de

Endspurt der Kohlekommission

Bild: stevepb/CC0
Die Energie- und Klimawochenschau: Bürger wollen Klimaschutz, Ministerpräsidenten Strukturhilfe, Schüler den Klimawandel abwenden und Eisbären mehr Eis

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Nun soll es die Bundeskanzlerin also richten. Am Dienstagabend hat Angela die Ministerpräsidenten der Braunkohleländer Sachsen (Michael Kretschmer, CDU), Brandenburg (Dietmar Woidke, SPD), Sachsen-Anhalt (Rainer Haseloff, CDU) und Nordrhein-Westfalen (Armin Laschet, CDU) ins Berliner Kanzleramt einbestellt.

Auf der Tagesordnung steht der Kohleausstieg, den die Länder sich teuer abkaufen lassen wollen. Rainer Haseloff hatte die Forderung von 60 Milliarden Euro in den Raum gestellt. Mit am Tisch werden die beiden Vorsitzenden der Kohlekommission sitzen.

Umweltschützer haben Proteste angekündigt und verweisen auf Meinungsumfragen. Emnid habe ermittelt, dass 68 Prozent der Ostdeutschen befürchten, der Klimawandel könnte in ihrer Region vermehrt zu Dürren und Waldbränden führen. 52 Prozent der Befragten seien der Ansicht, dass die Landesregierungen der Braunkohle-Länder den Klimawandel nicht ernst genug nehmen.

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Evangelische Kirche plant Petition für Tempolimit 130

Bild: © sp4764/Fotolia.com
Am Ende soll es zu einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages kommen: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland kämpft mit einer Petition für das Tempolimit 130 deutschen Autobahnen.

evangelisch.de

Mit einer Petition will sich die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für das Tempolimit 130 auf deutschen Autobahnen einsetzen. Von Aschermittwoch (6. März) an sollen binnen vier Wochen 50.000 Unterschriften für das Anliegen zusammenkommen, wie EKM-Gemeindedezernent Christian Fuhrmann in Magdeburg ankündigte.

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Auf dem Mond wächst jetzt Baumwolle

© CNSA/CLEP, FR. Der Rover „Yutu 2“ auf dem Mond, fotografiert vom Lander „Chang’e 4“.
Die chinesische Mondmission „Chang‘e-4“ hat Saatgut dabei, um zu testen, ob der Anbau von Pflanzen auf dem Mond möglich ist. Nun sprießt ein erster Baumwoll-Samen.

Von Tanja Banner | Frankfurter Rundschau

Anfang des Jahres ist die chinesische Sonde „Chang‘e-4“ auf der Rückseite des Mondes gelandet und hat dort den Rover „Yutu 2“ ausgesetzt. Nachdem die Mission erste Bilder der dunklen Seite des Mondes zur Erde geschickt hatte, berichten beteiligte Wissenschaftler nun von einem ganz anders gelagerten Erfolg: In einem Mini-Biosphären-Experiment ist es den Forschern nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua erstmals gelungen, den Samen einer Baumwollpflanze zum Sprießen zu bringen.

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Antarktis: Eisverlust hat sich versechsfacht

Die Gletscherschmelze in der Antarktis hat weiter an Fahrt aufgenommen, hier ein Blick auf Mount Baldfour und den Flemiong-Gletscher auf der Antarktischen Halbinsel © NASA/ Joe MacGregor
Rapide Schmelze: In den letzten knapp 40 Jahren hat sich der Eisverlust in der Antarktis drastisch erhöht. 1979 lag der jährliche Massenverlust noch bei 40 Milliarden Tonnen, 2017 sind es schon 252 Milliarden Tonnen pro Jahr, wie die bisher umfassendste Massenbilanz des Südkontinents enthüllt. Beunruhigend dabei: Anteil an dieser Eisschmelze haben auch Teile der Ostantarktis – einem bisher als stabil geltenden Gebiet, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Antarktis umfasst die kältesten Orte der Erde, dennoch schmilzt auch im größte Eisreservoir unseres Planeten das Eis. Von den Schelfeisen brechen immer häufiger enorme Eisplatten ab, zuletzt am Larsen-C-Schelfeis. Warmes Tiefenwasser dringt dort durch Kerben im Untergrund weit unter die Gletscherzungen vor. In Teilen der Westantarktis könnte die Eisschmelze deshalb sogar schon unumkehrbar sein, befürchten Forscher.

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Alle Jahre wieder: Frankreich am großen Blackout vorbeigeschrammt

AKW Tricastin. Benji/CC0
In diesem Fall spricht die französische Energie-Regulierungskommission davon, dass auch europaweit die Netzfrequenz deutlich unter 50 Hz gesunken ist

Ralf Streck | TELEPOLIS

Haben Sie davon gelesen, dass das französische und vermutlich auch das europäische Stromnetz am vergangenen späten Donnerstag kurz vor dem Zusammenbruch standen? Vermutlich nicht. Denn darüber wird praktisch nicht berichtet. Lapidar hat am Samstag in einer knappen Erklärung die Energie-Regulierungskommission (CRE) auf den Umstand hingewiesen, dass am vergangenen Donnerstag „gegen 21 Uhr die Frequenz im französischen und europäischen Stromnetz deutlich unter 50 Hz gefallen ist.“ Die CRE erklärt auch, was es bedeutet, wenn die Frequenz deutlich abfällt, denn dann könne es zu „bedeutsamen Ausfällen“, einem „Blackout“, kommen.

Die CRE bezieht sich dabei auf eine Mitteilung des Netzbetreibers RTE, der am Donnerstag die industriellen Großverbraucher im Land dazu aufgefordert hatte, „ihren Verbrauch sofort um mehr als 1500 Megawatt zu senken, um die Netzfrequenz zu erhöhen“. Dank der Reaktion habe man dazu beitragen können, die Netzstabilität in Frankreich und Europa zu sichern, heißt es in der kurzen Erklärung weiter.

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Hitzewelle in Australien: Verwirrte Fledermäuse greifen Menschen an

© dpa, FR Für die Fledermäuse ist das ungewöhnlich heiße Wetter eine Belastung.
Die Hitze in Australien macht nicht nur Menschen zu schaffen. Auch Fledermäuse zeigen sich verwirrt.

Frankfurter Rundschau

Wegen der andauernden Hitze in Australien greifen Fledermäuse dort vermehrt Menschen an. Behörden warnen vor weiteren Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere, wie der Sender ABC berichtete.

Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es nördlich der Metropole Sydney sieben Angriffe von Fledermäusen gegeben. Das sei mehr als je zuvor in einem so kurzen Zeitraum. Bei zwei Tieren sei das dem Tollwuterreger ähnliche australische Fledermaus-Lyssavirus nachgewiesen worden.

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Antibiotika überstehen auch Biogasanlagen

Mit Gülledünger gelangen oftmals auch Antibiotika-Rückstände in die Böden. © August Falkner/ piclease
Keine Lösung für das Resistenzproblem: Das Vergären von Gülle in Biogasanlagen kann darin enthaltene Antibiotika-Rückstände offenbar nicht beseitigen. Dies gilt zumindest für zwei wichtige Wirkstoffgruppen, wie eine Studie zeigt. Demnach taugt diese Form der Vorbehandlung nicht dazu, den Eintrag der Mittel in die Umwelt zu verringern – und damit der Bildung resistenter Keime entgegenzuwirken.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender – und die Landwirtschaft hat einen nicht unerheblichen Anteil daran. Denn durch Gülle aus der Nutztierhaltung gelangen regelmäßig große Mengen Antibiotika-Rückstände in die Umwelt. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich resistente Bakterien entwickeln.

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Am Anfang war das Bit

Bis heute können sich die Gelehrten nicht darauf einigen, was die Quantentheorie eigentlich beschreibt. Liefert sie Informationen über eine Realität, die unabhängig vom Beobachter existiert? Oder ist es der Beobachter, der durch seine Ja-Nein-Fragen erst die Realität erschafft?

Eduard Kaeser | Neue Zürcher Zeitung

Die moderne Quantenphysik ist ein einziges verstörendes Paradox. Sie ist die bisher erfolgreichste Theorie der Materie, aber zugleich die unverständlichste. Sie erklärt eine atemberaubende Breite von Phänomenen – von den Prozessen zwischen Quarks bis zu den Prozessen in Weissen Zwergen und Schwarzen Löchern –, aber es gibt «Interpretationen» der Quantentheorie, als ob es sich um Lyrik handelte.

1926 war eine Art Annus mirabilis in der Geschichte der Quanten. Erwin Schrödinger legte eine neue Formulierung vor, die er Wellenmechanik nannte. Darin führte er eine für das damalige Verständnis eher obskure Wellenfunktion ein, die als theoretisches Beschreibungsmittel für das seltsame Zwitterverhalten von Materie und Licht auf atomarer Stufe dienen sollte: Teilchen verhalten sich unter Umständen wellenförmig und Lichtwellen unter Umständen teilchenförmig. Schrödinger begriff seine Funktion durchaus in einem realistischen Sinn: Sie beschreibt ein reales Substrat – Materiewellen.

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Apokalypsen und ihre Nebenwirkungen

Ob Fegefeuer, Waldsterben, Zersiedelung, Schadstoffe, Ausgrenzung oder Überalterung – die kollektive Angst trägt viele Gewänder. Meistens endet die Beschwörung von Gefahr und Untergang in neuen Abgaben und Regulierungen. Deshalb ist die Bewirtschaftung von gesellschaftlichen Ängsten politisch höchst attraktiv.

Claudia Wirz | Neue Zürcher Zeitung

Eigentlich ist es eine frohe Botschaft: Noch nie ging es uns so gut wie heute. Noch nie hatte der Schweizer Durchschnittsbürger so viel Freizeit und Wohlstand zugleich, noch nie waren seine individuellen Rechte weitreichender, nie zuvor konnte er sich so viel Wohnfläche leisten. Die soziale Sicherheit ist garantiert, die Arbeitslosigkeit tief, die Lebenserwartung hoch, das Bildungssystem bietet alle Möglichkeiten für Entfaltung und sozialen Aufstieg, so man denn will.

Die Kaufkraft ist gehörig, Konsumgüter gibt es in Hülle und Fülle. Reisen in die grosse weite Welt sind eine Selbstverständlichkeit. Die medizinische Versorgung betreut alle auf allerhöchstem Niveau, nicht nur, wenn wir krank sind; mit einer reichen Palette an Vorsorgeuntersuchungen ist auch für die Beschwerdefreien nur das Beste gut genug. Und wenn wir schon bei der Gesundheit sind, die wir uns alle wünschen: Nie waren Produkte im Allgemeinen und Lebensmittel im Besonderen sicherer. Und was für das Essen gilt, trifft auch auf die Arbeitsplätze zu; noch nie gab es so wenige Berufsunfälle wie heute.

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Johanniskraut: Es ist ein Kreuz mit dem Kraut

Dem giftigen Jakobskraut zum Verwechseln ähnlich: Johanniskraut. Bild: Rainer Wohlfahrt
Nicht alles, was die Natur bereithält, ist ein Segen für Mensch und Tier. Auch das viel gelobte Johanniskraut wird regelmäßig zum Streitfall in der Naturheilkunde. Weshalb eigentlich?

Von Jörg Albrecht | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vergangene Woche warnte ich davor, sich sein eigenes Antidepressivum nach schwedischem Vorbild zusammenzumixen, in Form eines alkoholischen Extraktes von Blüten und Blättern des Johanniskrauts. Warum soll der Laie die Finger davon lassen? Weil die Chance nicht gering ist, dass er stattdessen das Jakobskreuzkraut erwischt, das Ende Juni zur selben Zeit blüht und Ersterem zum Verwechseln ähnlich sieht. Jakobskraut enthält erhebliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, welche die Leber schädigen. Als Verunreinigung wurde es bereits in Teemischungen und Wildsalaten entdeckt, auch in Honig wurden seine Inhaltsstoffe gefunden und in Heu, das an Pferde und Rinder verfüttert wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das in anderen Fällen weniger streng ist, fordert in Bezug auf Pyrrolizidine sogar eine „Nulltoleranz“.

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Pazifik: Tiefsee wird kälter statt wärmer

Die pazifische Tiefsee kühlt sich ab – aber warum? © Larry Madin/ Woods Hole Oceanographic Institution
Ozeanisches Paradox: Obwohl die Meere weltweit immer wärmer werden, gilt dies nicht für die pazifische Tiefsee. Das Wasser unterhalb von 2.000 Metern Tiefe wird sogar um 0,02 Grad pro Jahrhundert kälter, wie die vergleichende Auswertung historischer Messungen enthüllt. Der Grund dafür: Der tiefe Pazifik reagiert mit einer Verzögerung von mehreren Jahrhunderten auf Temperaturtrends der Oberfläche – und befindet sich daher zeitlich noch in der „Kleinen Eiszeit“.

scinexx

Die Ozeane sind ein wichtiger Klimapuffer unseres Planeten. Sie nehmen sowohl Kohlendioxid als auch Wärme aus der Umgebung auf und sorgen so für einen klimatischen Ausgleich. Während das Oberflächenwasser dabei relativ schnell auf Umweltveränderungen reagiert, ist dies bei der Tiefsee nicht der Fall: Wegen eines relativ langsamen Wasseraustauschs kann es Jahrhunderte dauern, bis sich Temperaturveränderungen oder CO2-Gehalte auch im Tiefenwasser niederschlagen.

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Laacher See: Eifelvulkan ist noch aktiv

Unter dem Laacher See in der Eifel steigt Magma auf – das bestätigt die anhaltende Aktivität dieses Vulkans © CC-by-sa 4.0
Verborgene Aktivität: Unter dem Laacher See in der Eifel steigt offenbar Magma in die Erdkruste auf. Darauf deuten mehrere niederfrequente Erdbebenserien hin, die Seismologen seit 2013 unter der Eifel registriert haben. Diese Erschütterungen bestätigen, dass dieser Vulkan nicht erloschen ist, sondern nur ruht – und dass sich die Magmakammer unter dem Vulkan allmählich wieder füllt. Ein akutes Ausbruchsrisiko besteht aber nicht, wie die Forscher betonen.

scinexx

So idyllisch der Laacher See in der Eifel heute ist – vor rund 12.900 Jahren war er der Schauplatz eines wahren Vulkan-Infernos. Die explosive Eruption schleuderte 16 Kubikkilometer Material aus der einbrechenden Caldera des Vulkans, die Aschewolken zogen bis nach Schweden und Norditalien. Die Ausbruchstrümmer blockierten zeitweise den Rhein und lösten beim Bruch der Blockade einen verheerenden Tsunami aus.

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250 Jahre Alexander von Humboldt: Leitfigur einer neuen Weltbetrachtung

Humboldt hatte gewaltigen Einfluss auf Dichter und Wissenschaftler in den USA. Seine Büste steht heute am Central Park. Foto: Alamy Stock Photo
Eine Wissenschaft, die mit den Menschen kommuniziert

Von Rüdiger Schaper | DER TAGESSPIEGEL

Humboldt bringt Natur- und Geisteswissenschaft auf exemplarische Weise zusammen. Das entwickelt heute eine starke Anziehungskraft. Es inspiriert Künstler ebenso wie Wissenschaftler. Die Dschungel- und Hightech-Fotografien von Thomas Struth haben etwas Humboldtisches. Es geht ihm, wie er im ersten Band des „Kosmos“ schreibt, um die „tiefere Einsicht in das Wirken der physischen Kräfte“ – und darum, wie sie zusammenhängen. Schließlich: „Alles ist Wechselwirkung“. Er verbindet Emotion und Analyse.

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Code-Name ‚Corona‘: Earliest Spy-Satellite Images Reveal Secrets of Ancient Middle East

By mapping historical spy-satellite images to recent aerial photos, researchers can find historical sites that vanished decades ago. Credit: Center for Advanced Spatial Technologies, University of Arkansas
When the United States launched its first secret „spy satellites,“ in the 1960s, the onboard cameras captured never-before-seen views of Earth’s surface.

By Mindy Weisberger | LIVESCIENCE

Though once used for uncovering critical military secrets of U.S. foes, those now-declassified images recently found a new purpose: providing archaeologists with an important window into the past.

Scientists are using the satellites‘ decades-old photos of the Middle East to reconstruct archaeological sites that disappeared many years ago, erased by urbanization, agricultural expansion and industrial growth, researchers reported in December at the annual meeting of the American Geophysical Union (AGU).

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Grönlands Eis setzt Methan frei

Der Grönländische Eisschild – eine unterschätzte Methanquelle? © Christine Zenino/ CC-by-sa 2.0
Unterschätzte Treibhausgas-Quelle? Der Grönländische Eisschild setzt offenbar tonnenweise Methan frei. Wie Messungen nahelegen, gelangt das potente Treibhausgas während der Tauperiode im Sommer kontinuierlich mit Schmelzwasser an die Oberfläche. Damit könnte der Eisschild erheblich zu den globalen Emissionen des Klimagases beitragen. Ein ähnliches Phänomen sei zudem auch für die Antarktis vorstellbar, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

scinexx

Die Wirkung des Treibhausgases Methan ist rund 20- bis 30-mal so hoch wie die von Kohlendioxid. Neben menschlichen Aktivitäten wie die Erdgasgewinnung oder die Viehzucht tragen auch natürliche Quellen zur Freisetzung dieses hochwirksamen Klimagases in die Atmosphäre bei – zum Beispiel Feuchtgebiete und Sümpfe. Hier entsteht Methan, wenn Mikroorganismen im Boden organisches Material unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzen – und wird dann nach und nach über die Wasseroberfläche freigesetzt.

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Böller lassen Feinstaub-Werte stark ansteigen

© dpa, FR Beim Silvesterfeuerwerk – wie hier in München – steigen die Feinstaubwerte sehr stark an.
Feuerwerk gehört zur Silvesternacht. Doch die Böllerei ist nicht ohne: Der Jahreswechsel bringt eine enorm hohe Feinstaubbelastung.

Von Friederike Tinnappel | Frankfurter Rundschau

Den Zusammenhang zwischen der Explosion von Feuerwerkskörpern und der Feinstaub-Konzentration in der Luft belegen etwa die Daten der Messstation an der Friedberger Landstraße. Dort wurden vor Silvester 13 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Am Silvestertag kletterte der Wert bereits vor Mitternacht auf 22 Mikrogramm – wohl wegen der vielen Knaller, die bereits vor dem Jahreswechsel gezündet wurden, sagte Matthias Muncke vom städtischen Umweltamt am Mittwoch auf Anfrage.

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Wie wir erfolgreich zuhören

In manchen Situationen fällt es uns schwer, unserem Gegenüber zuzuhören. © Agrobacter/ istock
Das Wichtige herausfiltern: Wenn es darum geht, aus einer Vielzahl von Geräuschen eine Stimme herauszufiltern, bestimmt auch die Kommunikation zwischen einzelnen Hirnregionen unseren Hörerfolg. Eine Studie enthüllt: In schwierigen Hörsituationen organisieren sich einzelne Module im Gehirn neu, um besser miteinander kommunizieren zu können. Je stärker diese Umstrukturierung der Hirnmodule, desto leichter fällt es uns offenbar, fokussiert zuzuhören.

scinexx

Ob Straßenlärm, Gesprächsfetzen oder Musik: In einer Umgebung mit vielen Hintergrundgeräuschen nur das wirklich Wichtige herauszufiltern – zum Beispiel die Stimme unseres Gegenübers –, stellt hohe Anforderungen an unser Aufmerksamkeitssystem. Wie gut jemand dazu in der Lage ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

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Elektrifizierung: Enorme Fortschritte

Foto: Bru-nO/CC0
Die Energie- und Klimawochenschau: Von Fortschritt und Fortschrittsängsten, von Preisverfall und Schnäppchenjägern und von einer weiter expandierenden Solarindustrie

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Tageszeitungen, Magazine und Nachrichtensendungen bombardieren ihre Leser und Zuschauer gewöhnlich mit allerlei Unglücken, Katastrophen und Kriegen. Auch in Sachen Klimaschutz und Energiepolitik ist das meist nicht anders. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass es durchaus auch erfreuliche Nachrichten gibt, dass sogar hin und wieder auch über positive Trends berichtet werden kann.

Ein Beispiel dafür sind die Fortschritte in der globalen Elektrifizierung. Noch um das Jahr 2000 waren weltweit über zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung, doch inzwischen sind es weniger als eine Milliarde. Das geht aus Informationen der Internationalen Energie Agentur (IEA) hervor. Indien habe 2018 alle Dörfer elektrifiziert und wolle bis Anfang der 2020er den allgemeinen Zugang zur Stromversorgung überall sicherstellen.

In Asien habe die Elektrifizierung 2017 91 Prozent der Menschen erreicht. Im Jahre 2000 seien es erst 67 Prozent gewesen. In Bangladesch wären vor 18 Jahren erst 20 Prozent der Menschen mit elektrischer Energie versorgt worden, 2017 seien es hingegen bereits 80 Prozent gewesen. In Indonesien – mit seinen bald 270 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten – hätten inzwischen 95 Prozent der Einwohner Zugang zum Netz.

Quo vadis, Afrika?

Derweil liegt Afrika in der Entwicklung noch weit zurück. Erst ab 2014 wurden Fortschritte in der Elektrifizierung schneller als das Bevölkerungswachstum. Daher warten südlich der Sahara über 600 Millionen Menschen – mehr als im Jahre 2000 – weiter darauf, ihre Lebensmittel kühlen, abends bei Licht lesen und arbeiten oder das Handy im eigenen Haus aufladen zu können.

Die IEA vermisst in Afrika jedoch eine weitere Beschleunigung der Elektrifizierung und geht davon aus, dass das Bevölkerungswachstum den Fortschritt auffressen wird. Deshalb werde die Zahl der Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung bis 2030 sogar wieder leicht zunehmen. Allerdings hat die IEA bisher in allen ihren Prognosen der letzten 20 Jahre regelmäßig das Potenzial der erneuerbaren Energieträger unterschätzt.

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Wölfe und Politik – Knallt die Bestie ab!

Wolf in einem Gehege im Biotopwildpark Anholter Schweiz Bild: dpa
Die deutsche Linie ist klar: Wölfe sollen friedlich leben dürfen, während Weidetiere und Menschen vor ihnen geschützt werden. Warum rüttelt Agrarministerin Julia Klöckner an dieser Regelung?

Von Christian Geyer |Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Antwort des Menschen auf die Rückkehr des Wolfs lautet: Wolfspolitik. Das in West- und Mitteleuropa schon einmal ausgerottete und seit zwei Jahrzehnten auch in Deutschland sich wieder vermehrende Raubtier gilt dem Menschen im Parlament als gut und nicht als böse, als ein Artenschutz-Erfolg, der hoch willkommen ist. Wolfspolitik nimmt quer durch die Fraktionen auf europäischer wie nationaler Ebene an, dass nicht der Wolf das Problem ist. Zum Problem wird er demnach erst durch schlechte soziale Bedingungen, durch eine menschliche Umwelt, die es versäumt hat, sich rechtzeitig auf den wilden Wiedergänger einzustellen, mental wie materiell.

In Umkehrung der Behindertenpolitik sagt eine Wolfspoltik, die sich dem „intelligenten Wolfsmanagement“ (der Umweltverband BUND) verpflichtet weiß: Der Wolf braucht weniger Barrierefreiheit, als er sie in einer wolfsmäßig nur unzureichend vorbereiteten Zivilisation derzeit noch genießt.

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