Archiv der Kategorie: Umwelt

Junge Sterne neigen zu Kannibalismus

© NASA, GSFC / SDO / SVS
© NASA, GSFC / SDO / SVS
Sterne sammeln ihre Endmasse nicht stetig an, sondern in einer Serie von gewaltigen Ereignissen – diese sind als starke Helligkeitsausbrüche zu erkennen. Eduard Vorobyov, Astrophysiker an der Universität Wien, hat nun herausgefunden, dass solche Helligkeitsvariationen in Folge von gravitativen Instabilitäten in der massiven, gasreichen Scheibe um Sterne entstehen. Die Resultate erscheinen aktuell in der Fachzeitschrift “Science Advances”.

Stephan Brodicky Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien|idw-online

Sterne entstehen innerhalb einer rotierenden Wolke aus interstellarem Gas und Staub, welche, dank ihrer Eigengravitation, zu stellaren Dichten komprimiert. Bevor eine solche Wolke allerdings den Stern erreicht, sammelt sich ein Großteil ihres Materials in einer zirkumstellaren Scheibe rund um den Zentralstern. Dies ist eine Folge der sogenannten “Drehimpulserhaltung”. Der Transport von Material der Scheibe in Richtung Stern wurde jüngst zu einem der Hauptforschungsgebiete der Astrophysik.

Vor kurzem stellte sich heraus, dass Sterne nicht wie bisher angenommen ihre Masse stetig über einen gewissen Zeitraum ansammeln, sondern dies in einer Reihe an gewaltigen Ereignissen tun. Diese sind bei ihrem Auftreten durch starke Anstiege der Leuchtkraft zu erkennen. “Der junge Stern FU Orionis im Sternbild Orion etwa ist ein Prototyp eines Objekts mit solchen Ereignissen. Er zeigte einen Anstieg seiner Leuchtkraft um einen Faktor 250 über einen Zeitraum von nur einem Jahr”, erklärt Eduard Vorobyov vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.

Er hat bereits vor zehn Jahren gemeinsam mit Shantanu Basu von der University of Western Ontario in Kanada einen möglichen Vorgang aufgezeigt, der diese Helligkeitsanstiege beschreiben könnte. Demgemäß könnten die Helligkeitseruptionen von Fragmentationen durch gravitative Instabilitäten in massiven, gasreichen Scheiben um junge Sterne, gefolgt von der Aufnahme der dichten Gasklumpen des Sternes, verursacht werden.

Vorobyov beschreibt den Prozess der Entstehung von Klumpen in der zirkumstellaren Scheibe sowie deren darauffolgende “Verschlingung” durch den jeweiligen Stern als “Kannibalismus auf astronomischen Skalen”: “Es sind Klumpen, die zu gigantischen Planeten wie Jupiter werden könnten, aber vom Mutterstern aufgesaugt werden”, so der Astrophysiker: “Dies weckt eine interessante Analogie zur griechischen Mythologie, in welcher Chronos, der die erste Generation an Titanen anführte, seine neugeborenen Kinder verschlang.”

Bei der aktuellen Studie kamen hoch entwickelte Instrumente wie das im Optischen und Infraroten beobachtende SUBARU 8,2-Meter Teleskop auf Mauna Kea (Hawaii) zum Einsatz. Mit dessen Hilfe war es zum ersten Mal möglich, die Modellvorhersagen zu prüfen. Das hochauflösende und mit adaptiver Optik ausgestattete Teleskop untersuchte das polarisierte Licht des Objekts. Eine internationale Gruppe von Astronomen um Hauyu Liu vom Institute of Astronomy and Astrophysics in Taipeh konnte die Existenz wesentlicher Komponenten des Modells nachweisen.

“Dies ist ein großer Schritt, wenn wir verstehen wollen, wie sich Sterne und Planeten bilden und entwickeln”, so Vorobyov. “Können wir beweisen, dass ein Großteil der Sterne solche Helligkeitsausbrüche aufgrund von Gravitationsinstabilitäten in der Scheibe vollführen, dann folgt, dass dies auch unsere eigene Sonne im Kindesalter erlebt haben dürfte. Die großen Planeten unseres Sonnensystems könnten glückliche Überlebende der turbulenten Vergangenheit unserer Sonne sein”, erklärt der Astrophysiker abschließend.

Publikation in “Science Advances”
Hauyu Baobab Liu, Michihiro Takami, Tomoyuki Kudo, Jun Hashimoto, Ruobing Dong, Eduard I. Vorobyov, Tae-Soo Pyo, Misato Fukagawa, Motohide Tamura, Thomas Henning, Michael M. Dunham, Jennifer Karr, Nobuhiko Kusakabe, ToruTsuribe: “Circumstellar Disks of the Most Vigorously Accreting Young Stars”. Published online February 5, 2016.

Wissenschaftliche Kontakte
Mag. Dr. Dr. Thomas Posch, Privatdoz.
Institut für Astrophysik
Universität Wien
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
T +43-1-4277-538 00
M +43-664-60277-538 00
thomas.posch@univie.ac.at

Zukunftsforschung: Künstliche Intelligenz wird das All erobern

Image: Michael Whelan/SeriousWonder
Image: Michael Whelan/SeriousWonder
Er hat keine Angst vor superintelligenten Maschinen – Jürgen Schmidhuber ist einer der führenden Forscher in Sachen künstliche Intelligenz. Hier erklärt er seine Zuversicht – und warum das All für Roboter gemacht ist.

Ein Interview von Christian Stöcker|SpON

Künstliche Intelligenz (KI) macht derzeit rasante Fortschritte: Googles Tochterfirma Deepmind etwa hat gerade ein System vorgestellt, das menschliche Profis im Spiel Go schlagen kann, was lange als unmöglich galt. Gleichzeitig warnen Prominente wie der Physiker Stephen Hawking oder Tesla-Gründer Elon Musk vor den Gefahren einer “Superintelligenz”, wie der Oxford-Philosoph Nick Bostrom so eine übermenschliche KI nennt.

Möglich sind die rasanten Fortschritte dank des Wachstums von Rechenleistung und Speicherkapazität, aber auch dank immer besserer Algorithmen. Eine zentrale Rolle spielen auch künstliche neuronale Netze, digitale Konstrukte, die grob der Morphologie menschlicher Gehirne nachempfunden sind. Solche Netzwerke sind lernfähig und schon jetzt vielerorts im Einsatz, von der Sprach- und Bilderkennung bis hin zu automatischen Übersetzungen.

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Abgründig hündisch

Lupus, der Wolf. Genetisch fast identisch mit dem Hund, und doch völlig anders.

Wie jede gute Geschichte über Hunde muss auch diese mit dem Wolf beginnen – Tom Appleton glaubt, dass die Vorfahren der heutigen Haustiere auch als Nahrungsspeicher und Müllbeseitiger domestiziert wurden

Von Tom Appleton|TELEPOLIS

Eigentlich ist es ein bisschen arg blöd, aber als Illustration zur Einstimmung brauchte ich hier ein Bild-Zitat, und dazu bietet sich der Titel dieser australischen Medizinerzeitschrift als durchaus tauglich an. Die Grafik-Firma, die das Heft produziert, sollte eine Story über die Auto-Immun-Erkrankung “Lupus” illustrieren. Also wanderte man in den Zoo, vermutlich in Sydney, fotografierte den nächstbesten amerikanischen Wolf, und mit etwas Photoshopping stand das Tier auch schon im Phantasie-Schnee und blickte — leicht dusselig — in die Welt hinaus.

Doch für meine Zwecke reicht es. So sieht er eben aus — der Wolf, von dem der heutige Hund, in all seiner Vielgestaltigkeit, abstammt.

Darüber hinaus kann uns dieses Bild nun aber auch beim Google-Test helfen. Man gibt die Wörter “North”, “American”, “Indian”, “Dog” ein, und es erscheinen genügend Beispiele für einen Hund — mit den gleichen, aufgestellten, dreieckigen Ohren und dem senkrecht nach unten zeigenden Schwanz, wie dieser Wolf — und mit zudem einer leicht gelblichen Färbung des dicken Pelzes.

Das Interessante an diesem gelben Hund ist nun, dass er genau so aussieht wie der einheimische Hund der Maori in Neuseeland, der unter dem Namen “Kuri” bis 1830 überlebte.

“Kuri”, das sollte man noch hinzufügen, ist ein schwedisches Wort – für “Hund”. Das schottische Wort “cur” für “Hund” — ausgesprochen “kör” — stammt von den Norwegern, die dort einst als Wikinger eingefallen waren. Insofern mag der englische Entdecker Neuseelands, Captain James Cook, im Jahr 1769 gemeint haben, es sei wohl ganz natürlich, dass ein Hund eben “Kuri” hieße.

Andererseits gibt es in der Maori-Sprache noch ein zweites Wort für das gleiche Tier, “Pero”. Das spanische Wort für “Hund” schreibt sich “Perro”, mit Doppel-R. Ist ansonsten aber identisch.

Das hat in der offiziellen Geschichtsschreibung Neuseelands noch nie eine Augenbraue zur Fragezeichenform hochschnellen lassen – vielleicht, weil man die Rechtmäßigkeit des Anspruchs der britischen Krone auf diese Kolonie nicht in Zweifel ziehen wollte.

Und auch heute noch tun sich die Neuseeländer ein bisschen schwer damit, die Geschichte des Kuri zu untersuchen. So stellte die Internetseite stuff.co.nz beispielsweise in einer Story zum Thema “Warum starb der Kuri aus?” fest, der Maori-Hund sei “aus ungeklärten Gründen […] irgendwann im 19. Jahrhundert” ausgestorben. Die Frage, warum das passiert sei, werde nun von zwei Genetikerinnen anhand von Haaren aus Museumspelzen untersucht.

Dabei kann man aus historischen Quellen erfahren, dass der letzte Kuri oder die letzten seiner Art um 1830 zu einer rituellen Mahlzeit verarbeitet wurden.

Obwohl das flauschige Fell dieses Hundes gern als prestigeträchtige Kleidung der Maori-Häuptlinge diente, haben sich — wenn überhaupt — nur wenige ausgestopfte Ganzkörperpräparate erhalten. Im Wellingtoner Te Papa Museum befindet sich ein lächerliches Objekt, das so wirkt, als hätte man ein Tierfell mit etlichen Sofakissen vollgestopft, und dann den Schwanz in Marsupilami-Form hintendran durch die Luft schweben lassen wollen.

Die oben verlinkte stuff-Seite zeigt ein weiteres Tierpräparat, das dem Kuri ähnlich sieht, aber keineswegs echt zu sein braucht. Dafür, dass es an die 200 Jahre alt ist, oder sein müsste, befindet es sich in einem geradezu “unglaublichen” Zustand. Ohne eine genetische Probe hätte ich für dieses Versteigerungsobjekt keinen Pfifferling geboten.

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Geheimnis der Tiefseesocken ist geklärt

Xenoturbella bocki
Xenoturbella bocki
Sie liegen auf dem Meeresgrund wie schlaffe Luftballons oder gebrauchte Kondome. Biologisch waren diese Tiere lange ein Rätsel – bis vier neue Arten gefunden wurden.

Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

1915 holten Biologen aus der Ostsee vor der schwedischen Küste ein merkwürdiges Lebewesen, das sie nicht so recht einzuordnen wussten: Zuerst packten sie die letztlich sogar erst 1949 beschriebene Art Xenoturbella bocki zu den Plattwürmern, später galt sie als sehr einfaches Weichtier und schließlich als Stachelhäuter. Es sieht auch zu merkwürdig aus: Das Tier verfügt nur über eine Körperöffnung, hat weder Augen noch Kiemen, und innere Organe sind mehr oder weniger Fehlanzeige. Wovon es sich ernährt, ist ebenfalls unklar; vermutlich fressen die Meeresbodenbewohner Muscheln und Schnecken, doch das Wie ist unbekannt. Glücklicherweise entdeckten Biologen um Greg Rouse von der University of California in San Diego jedoch weitere Arten dieser Strudelwürmer in mexikanischen und kalifornischen Gewässern, welche die evolutionär wichtige Stammbaumfrage wohl klären.

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Skurril: Urzeit-Antilope mit Dinosaurier-Nase

Der fossile Schädel einer Rusingoryx -Antlilope, gelb markiert ist der Nasenkamm. © Cell Press
Überraschender Fund: In Kenia haben Paläontologen eine Steinzeit-Antilope mit einem auffallenden Nasenkamm entdeckt. Das Ungewöhnliche daran: Eine solche knöcherne Struktur war bisher nur von Dinosauriern bekannt. Bei Säugetieren wurde ein solcher Knochenkamm dagegen noch nie gefunden. Wozu der seltsame Kamm diente, ist unklar, er könnte den Steinzeit-Antilopen aber vielleicht Infraschall-Rufe ermöglicht haben, so die Forscher im Fachmagazin “Current Biology”.

scinexx

Im Osten des Victoriasees in Kenia liegt eine kleine Insel, Rusinga Island. Auf ihr ereignete sich vor rund 18.000 Jahren ein wahres Massaker, wie Ausgrabungen von Paläontologen ergaben. Denn sie fanden dort die durcheinander geworfenen Knochen einer ganzen Herde von urzeitlichen Antilopen, zusammen mit Steinwerkzeugen und zerschlagenen Skelettteilen. Wie genau diese Antilopen, Rusingoryx atopocranion getauft, aussahen, blieb jedoch unklar, weil intakte Schädel fehlten.

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Elektronen reagieren verzögert auf Licht

Optische Attosekundenblitze fangen die Bewegung von Elektronen im Atom ein. © Christian Hackenberger
Physikern ist das bisher Unmögliche gelungen: Sie haben so kurze Laserblitze erzeugt, dass sie sogar die Reaktion von Elektronen auf Licht damit messen können. Ihre Attosekunden-Pulse sind die kürzesten je im sichtbaren Bereich erzeugten. Mit ihrer Hilfe haben die Forscher erstmals nachgewiesen, dass Elektronen auf die Zufuhr von Energie mit einer Verzögerung reagieren. Dieser Anregungsprozess galt bisher als zu schnell um gemessen zu werden, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.

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Es ist eine fundamentale Wechselwirkung von Licht und Materie: Wenn energiereiches Licht auf ein Atom fällt, reagieren dessen Elektronen darauf und springen auf ein höheres Energieniveau – sie werden angeregt. Dieser Prozess bildet die Grundlage für eine Vielzahl von Technologen, von der Fluoreszenzmikroskopie über Röntgenbeugungen bis hin zum Laser. Auch die optische Datenverarbeitung.

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Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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Nadelbäume machen Klimabilanz zunichte

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Europas Wälder sind in den letzten 150 Jahren zwar größer geworden, doch es wurden viele Nadelbäume gepflanzt. Sie halten die Wärme besser am Boden.

Von Roland Knauer|DER TAGESSPIEGEL

Wälder gelten als wirksames Mittel gegen den Klimawandel, denn sie binden große Mengen Kohlenstoff im Holz – so weit, so einleuchtend. Doch auch die Art der Forstwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle. Werden andere Bäume gepflanzt, kann der Klimaschutzeffekt zunichte gemacht werden. Davon berichten Forscher um Kim Naudts vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement in Paris und vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg im Fachblatt „Science“.

Sie haben die Entwicklung der europäischen Wälder seit 1750 genauer analysiert. Damals wurden massenhaft Bäume gefällt. Holz war ein unersetzlicher Rohstoff für Gebäude und Möbel und das wichtigste Brennmaterial. Obendrein brauchte die wachsende Bevölkerung für ihre Ernährung mehr Ackerflächen. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, verlor Europa in den ersten hundert Jahren dieses Zeitraums mit 190 000 Quadratkilometern eine Waldfläche, die mehr als der halben Größe Deutschlands entspricht.

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Tödlicher Kampf zwischen Orang-Utan-Weibchen

Das Orang-Utan Weicbehn Sidony starb nach einem Kampf mit ihrer Artgenossin Kondor und deren “Schläger” © Anna Marzec
Überraschend brutal: Im Regenwald Indonesiens haben sich zwei wilde Orang-Utan-Weibchen einen tödlichen Kampf geliefert. Unterstützt von ihrem männlichen “Bodyguard” biss und schlug eine Äffin ihre Artgenossin so lange, bis diese schwerverletzt am Boden lag. Ein solcher Gewaltausbruch zwischen Weibchen wurde bei diesen Menschenaffen noch nie zuvor beobachtet, wie die Biologen berichten. Auch das “Anheuern” eines männlichen Helfers sei extrem außergewöhnlich.

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Menschenaffen können durchaus aggressiv werden. Davon zeugen Schimpansen, die Rivalen attackieren, gemeinsam Jagd auf andere Affen machen oder gegen konkurrierende Trupps vorgehen. Sogar eine nervende Kameradrohne wurde schon von einer Zoo-Schimpansin attackiert.

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Zulassung für Gentechnik-Lachs

Bild: Technology Review

Zwei Jahrzehnte ließ sich die FDA, die US-Behörde für Lebensmittelsicherheit, Zeit. Jetzt hat sie das erste transgene Tier für den menschlichen Verzehr zugelassen.

Von Hanns-J. Neubert|Technology Review

Dabei handelt es sich um eine genetisch veränderte Variante des beliebten Atlantiklachses. Im Unterschied zu seinen natürlichen Verwandten wächst er doppelt so schnell und erreicht bereits nach eineinhalb statt nach drei Jahren sein Schlachtgewicht von drei Kilogramm.

Um dies zu realisieren, flochten die Entwickler des Turbofisches bei der Firma AquaBounty Technologies in Maynard, Massachusetts, ein Wachstumsgen des Königslachses in seine DNA ein. Zusätzlich stellten sie das Tier unter die Kontrolle eines Regulationsgens aus einer völlig anderen Fischart, die im Englischen “Ocean Pout” heißt. Sie kommt an der Küste Neuenglands vor und ist mit der europäischen Aalmutter verwandt. Dank dieser Kombination wächst das AquAdvantage genannte Tier das ganze Jahr über und nicht nur im Sommer, wie bei Lachsen üblich.

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Frühaufstehen liegt in unseren Genen

Ob wir Frühaufsteher oder Nachteulen sind, bestimmt auch unsere DNA © Bruce Rolff/ thinkstock
15 Gene machen den Unterschied: Ob wir Frühaufsteher oder Nachteule sind, wird auch von unseren Genen bestimmt. Welche dies sein könnten, haben Forscher nun durch DNA-Vergleich bei fast 90.000 Menschen herausgefunden. Demnach unterscheiden sich Morgenmenschen in 15 Genen von ihren länger schlafenden Mitmenschen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications berichten.

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Unsere innere Uhr bestimmt den Tagesrhythmus unseres Körpers: Sie beeinflusst, wann wir müde werden, wann bestimmte Stoffwechselprozesse auf Hochtouren laufen und auch, ob wir Frühaufsteher oder Nachteulen sind. Aber warum quälen sich einige Menschen morgens mühevoll aus dem Bett, während andere schon beim Morgengrauen topfit sind?

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Wendelstein 7-X: Sonnenfeuer mit Wasserstoffplasma entzündet

© IPP Das erste Wasserstoff-Plasma in Wendelstein 7-X. Es hat eine Temperatur von rund 80 Millionen Grad. (Eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto)
In Greifswald ist es gelungen, ein Plasma aus Wasserstoff in der Fusionsanlage Wendelstein 7-X zu zünden. Damit hat der eigentliche wissenschaftliche Betrieb begonnen.

Von Manfred Lindinger|Frankfurter Allgemeine

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald hat ein wichtiges wissenschaftliches Etappenziel erreicht. Heute Nachmittag wurde um 15.35 Uhr in dem ringförmigen Apparat erstmals ein heißes Plasma aus Wasserstoff gezündet. Den symbolischen Startschuss der neuen Phase, der auch den Auftakt für den offiziellen wissenschaftlichen Betrieb der Anlage bedeutet, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich gegeben.

Vom Kontrollzentrum aus ferngesteuert wurde etwas Wasserstoffgas in das Vakuumgefäß von Wendelstein 7-X  eingeleitet. Dann schaltete man für kurze Zeit die Mikrowellenheizung ein, die den Wasserstoff auf 80  Millionen Grad erhitzte. Jubel brach aus unter den im Kontrollraum versammelten Wissenschaftlern und Beobachtern, als auf den Monitoren für einen kurzen Augenblick das helle Leuchten des Wasserstoff-Plasmas zu sehen war, das die in der Anlage installierten Kameras  übertrugen. Von einem starken Magnetfeld eingeschlossen, schwebten die geladenen  Wasserstoffionen des Plasmas  in der Vakuumkammer von Wendelstein 7-X, ohne die Innenwand zu berühren.

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Neue Spur zu großen Kupfer-Vorkommen

Die Chino-Kupfermine in New Mexico liegt über einer der seltenen porphyrischen Kupfer-Lagerstätten. © Marshman/ CC-by-sa 3.0
Aluminium als Signal: Forscher haben eine neue Methode entdeckt, um große, tiefliegende Kupfervorkommen zu finden. Denn diese sehr seltenen, aber begehrten Lagerstätten verraten sich durch erhöhte Aluminiumgehalte im umgebenden magmatischen Gestein. Weil dieses Elementsignal auch in Oberflächennähe über diesen Vorkommen nachweisbar ist, könnte dies künftig das Aufspüren solcher Vorkommen erleichtern, so die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

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Metalle sind für unsere moderne Welt unverzichtbar. Denn Eisen, Kupfer oder die Seltenerd-Metalle sind wichtige Rohstoffe für unsere Technologien. Doch einige Metallrohstoffe werden inzwischen bereits knapp, weil die Lagerstätten entweder spärlich sind oder aber extrem lokal begrenzt vorkommen. Unter anderem deshalb wecken Metallvorkommen in der Tiefsee neue Begehrlichkeiten.

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Pflanzenextrakt hilft gegen HIV und Ebola

Extrakte aus der Zistrose wirken gegen Viren – zumindest in Zellkulturen © Leonora Enking/ CC-by-sa 2.0
Pflanzliche Waffe gegen aggressive Viren: Extrakte der als Heilpflanze bekannten Zistrose könnten künftig gegen HIV- und Ebola-Infektionen zum Einsatz kommen. Sie sind in der Lage, die Viren inaktiv zu machen und ihre Vermehrung zu hemmen – zumindest in Zellkulturen, wie Forscher im Fachmagazin “Scientififc Reports” berichten. Sollte sich dies auch in Tierversuchen bestätigten, könnte dies ein Ansatzpunkt für neue Therapien werden.

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Virale Infektionen sind für Ärzte nach wie vor eine große Herausforderung. Obwohl gegen viele Viren eigentlich medizinische Wirkstoffe zur Verfügung stehen, wird etwa die Therapie von der HIV und Aids immer schwieriger: Gegen herkömmliche Medikamente bilden die Viren zunehmend Resistenzen. Neuartige antivirale Wirkstoffe werden nicht nur aus diesem Grund dringend benötigt. Gegen etliche Viren gibt es bislang noch gar keine zugelassenen Präparate – zum Beispiel gegen Ebola- oder Marburg-Viren.

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Raben können sich in andere hineinversetzen

Raben sind aufmerksame Beobachter – und erkennen, wenn sie selbst auspioniert werden können. © Jana Mueller
Was sieht der andere? Diese Frage können Raben im Geiste beantworten, wie ein Experiment nun belegt. Denn die schlauen Vögel erkennen, wann sie für einen Artgenossen sichtbar sind – selbst wenn dieser hinter einem Guckloch versteckt ist. Das zeigt, dass Raben sich in die Perspektive anderer hineinversetzen können und damit zumindest ansatzweise zu einer sogenannten “Theory of Mind” fähig sind, wie Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.

scinexx

Raben sind äußerst intelligente Vögel: Sie können zählen, verstehen fremde Beziehungen, kooperieren nur mit ehrlichen Artgenossen und verwenden Zeigegesten. Als ein weiterer Beleg für die Intelligenz von Rabenvögeln, aber auch von Schimpansen, gilt die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und beispielsweise die Sichtbarkeit von Futter aus deren Perspektive einzuschätzen.

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Bisphenol A: Ersatzstoff ist genauso schädlich

Zebrafisch-Eier und eine Fischlarve: Sie reagieren auf Bisphenol S ähnlich wie auf Bisphenol A. © Zebrafish Lab/ UCLA
Von wegen harmlos: Auch wenn auf einem Plastikgegenstand “frei von Bisphenol A”steht, kann er gesundheitsschädlich sein. Denn der inzwischen häufig eingesetzte Ersatzstoff Bisphenol S hat ebenfalls eine hormonähnliche Wirkung, wie US-Forscher bei Experimenten mit Zebrafischen feststellten. Der Ersatzstoff löste bei den Fischembryonen die gleichen Folgen aus wie Bisphenol A. Er sei daher keineswegs harmlos, betonen die Forscher im Fachmagazin “Endocrinology”.

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Der Plastik-Zusatzstoff Bisphenol A (BPA) gilt als endokriner Disruptor – als Chemikalie, die hormonähnlich wirkt und deshalb störend in die hormonellen Regelkreise des Körpers eingreift. Bei männlichen Tieren führt die Chemikalie zu einer Verweiblichung, sie kann ihr Verhalten verändern und möglicherweise sogar das Autismus-Risiko von Kindern fördern.

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Why Eradicating Earth’s Mosquitoes To Fight Disease Is Probably a Bad Idea

Image: Tom/Flickr
Image: Tom/Flickr
The Zika virus has been spreading across dozens of major countries, blazing a trail of tragedies and fear. On Saturday, officials with the World Health Organization announced that they feared the outbreak could be a larger threat to global health than the Ebola epidemic.

By Melissa Cronin|MOTHERBOARD

Scientists and politicians are looking for solutions and, as often happens in the midst of the outbreak of any mosquito-born illness, some have brought up an age-old idea: kill every mosquito on Earth. In an article for Slate published Friday, columnist Daniel Engber argued that the total and complete eradication of mosquitoes is our best option for fighting infectious disease.

But what would a world free of mosquitoes look like? Would it be an Earth in which the infectious diseases that plague millions are completely, permanently, and mercifully wiped out? Probably not. In fact, the eradication of an entire species could bring along with it an endless string of unforeseen consequences, one that could possibly be worse for humans than the problems we have now.

“We don’t need to wipe them all out to dramatically reduce the burden of mosquito-borne disease globally.”

The need to deal with the enormous and heartbreaking problem of mosquito-borne illnesses is more urgent than ever. In 2014, Bill Gates famously introduced the mosquito as the “deadliest animal in the world,” citing that mosquito-borne illnesses kill some 725,000 people each year. Malaria alone kills 6 million people every decade. Then there’s Dengue Fever, West Nile virus, chikungunya, and a host of other deadly illnesses, all brought about by tiny, bloodsucking mosquitoes. In fact, mosquitoes, despite not carrying sharp teeth or large body size, are deadly only in their ability to carry and transmit disease.

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Mondphasen beeinflussen Regenfall

Vollmond: Seine Anziehungskraft beeinflusst sogar das Wetter – wenn auch nur sehr wenig. © Brandon Blinkenberg/ freeimages
Der Mond beeinflusst mehr als nur die Gezeiten: Er wirkt sich auch auf die Niederschläge aus, wie Forscher jetzt erstmals nachgewiesen haben. Demnach erhöht der Vollmond den Luftdruck auf der ihm zugewandten Seite der Erde leicht. Das wiederum erhöht die Lufttemperatur in Bodennähe und senkt die Regen-Wahrscheinlichkeit um rund ein Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin “Geophysical Research Letters” berichten.

scinexx

Der Mond übt einen handfesten Einfluss auf unseren Planeten aus: Seine Anziehungskraft bewirkt Ebbe und Flut, dehnt und staucht aber auch das Gestein der Erde. Es liegt daher nahe, dass auch die Atmosphäre der Erde diesen Gezeitenkräften unterworfen ist. Tatsächlich beobachteten Forscher bereits 1847, dass der Luftdruck der Atmosphäre ganz leicht im Rhythmus der Mondphasen schwankt. 1932 stellten Wissenschaftler zudem fest, dass sich auch die Temperatur der bodennahen Luftschichten ein wenig ändert.

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Penis in Bernstein konserviert

Dieser Weberknecht wurde vor 99 Millionen Jahren sozusagen “in Flagranti” beim Sex konserviert. © Naturkundemuseum Berlin / Jason Dunlop
In Flagranti ertappt: Vor rund 99 Millionen Jahren wurde ein Urzeit-Webknecht unsanft beim Sex gestört: Ein Tropfen Baumharz schloss ihn ein und konservierte damit das Spinnentier bis heute in paarungsbereiter Stellung. Deutlich ist der ausgestreckte Penis des Weberknechts im Bernstein zu erkennen. Das belegt, dass diese Tiere schon damals ihre Weibchen direkt begatteten, wie Forscher im Fachmagazin “Science of Nature” berichten. Zudem erlaubt die Penis-Morphologie die Artbestimmung des Weberknechts.

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Bernstein ist im Prinzip nichts anderes als Baumharz, das im Laufe der Zeit zu einer festen, halbtransparenten Masse erstarrt. Dem plötzlichen Tod von Urzeit-Tieren in diesem Harz verdanken wir viele Einblicke in die Lebensweise von urzeitlichen Insekten und Spinnentieren. So wurde frühe Brutpflege ebenso konserviert wie eine Stechmücke mit Blut im Bauch oder eine Spinne beim Angriff.

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Riesen-Gaswolke rast auf Milchstraße zu

Die Smith Cloud würde am Nachthimmel so groß erscheinen wie 30 Vollmonde – sie ist aber nicht direkt sichtbar © Saxton/ Lockman/ NRAO/AUI/NSF/ Mellinger
Auf Kollisionskurs: Eine große Gaswolke bewegt sich auf die Außenbezirke unserer Milchstraße zu. Sie wird in rund 30 Millionen Jahren mit hoher Geschwindigkeit kollidieren und dann einen Ausbruch neuer Sternbildung auslösen. Wie Astronomen nun festgestellt haben, stammt diese Gaswolke aber nicht von außerhalb, sondern wurde einst von unserer Galaxie ausgeschleudert. Warum und wie dies geschah, ist jedoch noch rätselhaft.

scinexx

Unsere Milchstraße ist alles andere als ruhig und statisch: Ihr Schwarzes Loch durchläuft Strahlenausbrüche, Sterne werden aus ihren Bahnen geschleudert und im galaktischen Gas gibt es rätselhafte Störeffekte. Im Außenbereich der Milchstraße rasen zudem gleich mehrere große Gaswolken umher.

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