Umweltministerin verbietet Fleisch und Fisch für ihre Gäste

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Das Ministerium von Barbara Hendricks serviert seinen Gästen seit Februar nur noch vegetarische Speisen. Die Behörde müsse schließlich Vorbild sein. Ernährungsminister Schmidt kritisiert die Regelung.

DIE WELT

Nicht Fisch, nicht Fleisch: Gäste des Bundesumweltministeriums (BMUB) werden auf Anweisung von Ministerin Barbara Hendricks (SPD) seit Anfang Februar nur noch vegetarisch verköstigt. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Demnach erhielten die Abteilungsleiter per E-Mail eine entsprechende Aufforderung. „Dienstleister/Caterer, die Veranstaltungen des BMUB beliefern, … verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte“, zitierte die Zeitung.

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Wie christlich investiert die Kirche?

Bild: tilly
Bild: tilly
Investiert die Kirche ihr milliardenschweres Vermögen in Kohlefirmen oder Ölkonzernen so klimafreundlich, wie Papst Franziskus dies seit Jahren fordert? Das wollte das Recherchenetzwerk Correctiv wissen, erhielt aber keine Antwort. Nun hat Correctiv das mitgliederstarke Erzbistum Köln stellvertretend auf Auskunft verklagt.

KLIMARETTER.INFO

Umwelt- und Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Anliegen von Papst Franziskus. In seiner Umweltenzyklika vom Juni 2015 fordert er unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien. Regierungen und Bürger rief er dazu auf, umweltschädliche Produkte zu boykottieren, um dem Klimawandel entgegenzutreten.

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Pakistan: Das Leugnen wird weitergehen – auch in Europa

Die Anhänger des Sufismus sind den Wahhabis zu kauzig, zu lustig und zu tolerant. Bild: heise.de/TP
Die Anhänger des Sufismus sind den Wahhabis zu kauzig, zu lustig und zu tolerant. Bild: heise.de/TP
In Pakistan kamen bei einem Selbstmordanschlag wieder mehr als 80 Menschen ums Leben, darunter 20 Kinder – Gilbert Kolonko sieht die eigentliche Verantwortung dafür bei Politikern und Generälen

Von Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Vor drei Monaten traf es den Sufischrein von Bilawal Shah Norani, auch dort wartete der Attentäter bis das sufistische Dharmal Ritual begann, und riss dann 52 Menschen mit in den Tod. Davor waren es Anwälte in Quetta. Anfang der Woche eine Demonstration im Herzen von Lahore. Und nun den berühmtesten Schrein Pakistans, den des roten Sufis in Lal Shahbaz Qalandar in der südlichen Region Sindh. Jedes Jahr ist er das Pilgerziel von Millionen Pakistanern. Sie zeigen damit auch, dass es weiterhin der tolerante Sufismus ist, der die meisten Muslime Pakistans prägt.

Premiere Minister Nawaz Sharif, der gerade wegen der Panama-Offshore Konten vor Gericht steht, und die pakistanischen Generäle gaben sofort die üblichen Kondolenz Sätze von sich, dazu, dass man alles tun werde, um den Terror zu besiegen. Bei einer ausgerufenen Fahndung wurden landesweit 25 „Verdächtige“ erschossen.

Die Brutstätten des Terrors in Pakistan und die Umstände die ihnen immer wieder Rekruten zutreiben, sind jedoch weiterhin unangetastet: Die kostenlosen Religionsschulen und die materielle Armut eines großen Teil der Bevölkerung – dazu das staatliche Versagen auch den Ärmsten eine anständige kostenlose Schulbildung zu ermöglichen.

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Forscher wollen Mammut schon bald aufleben lassen

 Wenn es nach dem Wunsch einiger Wissenschaftler geht, soll das Wollhaarmammut schon bald zu neuem Leben erweckt werden (Symbolfoto) © Picture Alliance
Wenn es nach dem Wunsch einiger Wissenschaftler geht, soll das Wollhaarmammut schon bald zu neuem Leben erweckt werden (Symbolfoto) © Picture Alliance
Schon in zwei Jahren könnte es soweit sein: Der haarige, ausgestorbene Vorfahre der Elefanten, dass Wollhaarmammut, könnte auf die Erde zurückkehren. Möglich wird dies, durch eine Revolution in der Gentechnik.

Von Alexander Mayer-Thoene | stern.de

Vor 4000 Jahren verschwand das letzte Wollhaarmammut vom Angesicht der Erde. Heute geht man davon aus, dass die haarigen Vertreter der Elefanten-Familie mit den markanten Stoßzähnen einer Kombination aus Klimaveränderungen sowie der verstärkten Jagd durch Menschen zum Opfer fielen. Doch nun sieht es tatsächlich danach aus, als ob das Wollhaarmammut wiedergeboren werden könnte. Zweifelsfrei wäre dies eine wissenschaftliche Sensation – und auch ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte. Schließlich hat nie zuvor eine Spezies eine andere wieder zum Leben erweckt.

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Pannenserie in Fukushima: Erkundungsroboter in Reaktor 2 blieb stecken

Roboter Sasori (Skorpion). Bild: Tepco
Roboter Sasori (Skorpion). Bild: Tepco
Der Roboter konnte nicht mehr geborgen werden, mit einem anderen Roboter soll im März Reaktor 1 erkundet werden, wo es auch eine Kernschmelze gab

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Eigentlich ist Japan ein Land, das führend in der Robotertechnik ist. Der Staat unterstützt die Entwicklung massiv, zumal Roboter in der noch weitgehend abgeschlossenen und sich gegen Zuwanderung sträubenden vergreisenden Gesellschaft Arbeiten in der Dienstleistungsbranche wie bei der Kranken-und Altenpflege ausführen sollen, für die ohne Einwanderung Personal fehlt (Obergrenze: Japan nimmt bis 2021 höchstens 300 syrische Flüchtlinge auf). Allerdings ist der Einsatz von Robotern im havarierten AKW Fukushima schleppend und von Pannen begleitet.

Am 30. Januar waren nicht mittels eines Roboters, sondern mit einer an einer Teleskopstange befestigen Kamera erste Aufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 gemacht worden, wo sich wie in Reaktor 1 und 3 eine Kernschmelze ereignet hat. Festgestellt wurde dabei erstmals nach 6 Jahren, dass das radioaktive Material aus dem Druckbehälter durchgebrochen ist, vermutlich ein Loch in dem darunter befindliche Gitter für Wartungsarbeiten durchgefressen hat und auf den Boden des Sicherheitsbehälters gefallen ist.

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Lan-Party für die Wissenschaft: Aktivisten sichern Klimadaten vor Trump

Die amerikanische Weltraumorganisation Nasa forscht auch zu Klimaphänomenen wie El Niño. Foto: dpa
Die amerikanische Weltraumorganisation Nasa forscht auch zu Klimaphänomenen wie El Niño. Foto: dpa
Alles sichern, bevor es verschwindet. Das war bis jetzt die Maxime der Studenten, Hacker und Wissenschaftler, die in den letzten Wochen Klimadaten von US-Regierungsseiten gespeichert haben. Ihr nächstes Ziel: Sie wollen vorgenommene Änderungen analysieren und ihr Netzwerk dezentraler ausbreiten.

Von Hanna Gieffers | Greenpeace Magazin

Renee Bell wird seinen Samstag vor dem Laptop verbringen. Zusammen mit 260 anderen Studenten und Mitarbeitern des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Der Mathematikstudent und seine Mitstreiter werden Webseiten speichern, deren Änderungen verfolgen, Leitfäden schreiben. „Viele Wissenschaftler, die vorher nichts mit Umweltfragen zu tun hatten, engagieren sich plötzlich“, sagt Bell. „Auch mir war die Sache zu wichtig ist, um nichts zu tun.“

Was wie eine riesige Lan-Party aussehen wird, ist ein Kampf gegen das Vergessen – und das Löschen von wissenschaftlichen Daten. Allein dieses Wochenende finden in vier US-Städten solche Treffen statt. Dahinter stecken die Organisation „Environmental Data & Governance Initiative“ ( EDGI) und die Plattform „DataRefuge“. Sie helfen, die Ereignisse zu strukturieren und stellen lokalen Aktivisten Software zur Verfügung. Ziel ist es, ein umfassendes Archiv aller Umwelt- und Klimadaten der staatlichen Internetseiten aufzubauen. Neuerdings nutzen die Aktivisten auch Programme, mit denen sie Änderungen auf Webseiten nachvollziehen können. Außerdem wollen sie Leute darin schulen, von überall aus Internetseiten zu durchsuchen, auch wenn das oft eine mühevolle Sisyphusarbeit ist.

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Warum Schlangenbisse immer noch tödlich enden

Die Greifschwanz-Lanzenotter beißt ohne Warnung zu. Das getroffene Gewebe stirbt ab, Gliedmaßen müssen amputiert werden. Foto: imago/Nature Picture Library
Die Greifschwanz-Lanzenotter beißt ohne Warnung zu. Das getroffene Gewebe stirbt ab, Gliedmaßen müssen amputiert werden. Foto: imago/Nature Picture Library
Millionen Menschen kämpfen jährlich mit den schweren Folgen eines Schlangenbisses. Oft fehlt das Gegengift, weil sich für Pharmafirmen die Produktion nicht lohnt.

Von Nicole Simon | Potsdamer Neueste Nachrichten

Wenn der Regen kommt, ist es besonders schlimm. Mit den Wolkengüssen kriecht eine tödliche Gefahr hervor. Der Regen drängt Kobras, Vipern und Mambas aus ihren Verstecken. Jedes Jahr werden rund fünf Millionen Menschen von Schlangen gebissen, rund 100 000 von ihnen sterben. Mehr als dreimal so viele verlieren Gliedmaßen, werden entstellt oder entwickeln andere schwere Behinderungen.

Die meisten Opfer leben in Afrika und Südostasien. Es sind Menschen in ländlichen Gebieten und mittellose Kleinbauern, die ihre Felder noch mit einfachsten Mitteln bewirtschaften. Wer den ganzen Tag mit bloßen Händen Unkraut jätet, mit nackten Füßen das Vieh auf die Felder führt oder Getreide erntet, ist den Tieren schutzlos ausgeliefert. Je ärmer eine Bevölkerung ist, umso wahrscheinlicher wird das tödliche Aufeinandertreffen. Rund ein Viertel der Toten sind Kinder. In den kleinen Körpern ist der Schaden, der das Gift anrichtet, besonders groß.

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Alpen: Bald kein Schnee mehr?

Wird Wintersport in den Alpen künftig noch möglich sein? Und wenn ja, wo? © Ingram Publishing/ thinkstock
Wird Wintersport in den Alpen künftig noch möglich sein? Und wenn ja, wo? © Ingram Publishing/ thinkstock
Schlechte Aussichten für Wintersportler: In Zukunft wird die Schneesaison in den Alpen immer kürzer und spärlicher ausfallen. Skigebiete unterhalb von 1.000 Metern werden bis 2100 so gut wie keinen Schnee mehr haben, in Lagen um 1.500 verkürzt sich die Skisaison um gut ein Vierteljahr, wie eine neue Prognose enthüllt. Selbst effektiver Klimaschutz kann den Schneeverlust nur noch teilweise aufhalten, wie die Forscher berichten.

scinexx

In diesem Jahr haben Wintersportler Glück: Kälte und reichlich Schnee im Januar haben in vielen Skigebieten der Alpen für gute Bedingungen gesorgt. Aber wie lange wird dies angesichts des sich ändernden Klimas noch möglich sein? Schon jetzt schrumpfen die Alpengletscher rapide, weil dieses Gebirge zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen gehört.

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Statistik der Woche: Atomkraft in der Nachbarschaft

Bis 2022 will Deutschland den Atomausstieg schaffen. Doch Atomkraftwerke sind damit immer noch greifbar – zumindest geografisch, wie unsere Infografik zeigt.

Von Mathias Brandt | Technology Review

In Deutschland sind derzeit noch sieben Atomkraftwerke (AKW) mit insgesamt acht Reaktoren am Netz. Der unter dem Eindruck der Reaktor-Katastrophe von Fukushima beschlossene Atomausstieg sieht vor, dass bis 2022 alle Meiler stillgelegt werden – als letzte Emsland, Isar und Neckarwestheim.

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Insektizide machen Wespen geruchsblind

Die Wespe Nasonia vitripennis parasitiert Fliegenpuppen - und ist daher sehr nützlich. © Joachim Ruther
Die Wespe Nasonia vitripennis parasitiert Fliegenpuppen – und ist daher sehr nützlich. © Joachim Ruther
Sensible Nützlinge: Insektizide schaden nicht nur Bienen und anderen Bestäuberinsekten, auch wertvolle Helfer im Pflanzenschutz leiden. Ein Experiment belegt, dass schon kleinste Mengen eines Neonicotinoids die Wahrnehmung von parasitischer Wespen stört. Als Folge finden sie weder ihre Paarungspartner noch die Fliegen, in die sie ihre Eier ablegen, wie die Forscher im Fachmagazin Scientific Reports“ berichten.

scinexx

Neonicotinoide sind schon seit längerem in der Diskussion, drei dieser Insektizide dürfen seit 2013 in der EU nur noch eingeschränkt verwendet werden. Denn es mehren sich die Hinweise darauf, dass diese Substanzen trotz gegenteiliger Beteuerungen der Hersteller Bienen und anderen wichtigen Bestäuberinsekten schaden. So beeinträchtigen sie die Orientierung der Tiere, wirken auf Hummeln wie eine Droge und könnten sogar Mitschuld am Schwund der Singvögel sein.

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Canada’s Melting Glaciers Are Causing Sea Level Rise Around the World

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
The Arctic is warming faster than anywhere else in the world, and its glaciers are melting. Researchers warn that Canada’s Arctic glaciers are shaping up to be a massive contributor to sea level rise, which will be one of the most devastating impacts of climate change.

By Kate Lunau | MOTHERBOARD

Over coming decades, rising sea levels could potentially displace millions of people, cause storm surges, and render swaths of coastal land uninhabitable.

Canada is home to 25 percent of Arctic ice (only Greenland has more). In the paper, published today in Environmental Research Letters, glaciologists from the University of California, Irvine found that the surface melt from ice caps and glaciers in the Queen Elizabeth Islands (in the Canadian Arctic archipelago) grew by 900 percent between 2005 and 2015, from three gigatons up to 30 gigatons per year.

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Rekord-Erosion an US-Westküste

Sturmwellen nahe Santa Cruz in Kalifornien. Im El Niño Winter 2015/2016 war die Erosion der Küsten hier höher als jemals zuvor. © Christine Hegermiller/USGS
Sturmwellen nahe Santa Cruz in Kalifornien. Im El Niño Winter 2015/2016 war die Erosion der Küsten hier höher als jemals zuvor. © Christine Hegermiller/USGS
Vorgeschmack auf kommende Zeiten: Der letzte El Niño hat an der Westküste der USA eine beispiellose Erosion hinterlassen: In Kalifornien erlebten die Strände den schlimmsten Schwund seit Beginn der Messungen. Insgesamt lag die Küstenerosion um 76 Prozent über dem normalen winterlichen Maß, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten. Durch den Klimawandel könnte dies künftig häufiger vorkommen.

scinexx

Das Phänomen El Niño bringt alle zwei bis sieben Jahre das Klima im Pazifikraum durcheinander – so auch im Winter 2015/2016. Sehr schnell zeigte sich, dass dieser El Niño zu den drei schlimmsten der jüngeren Geschichte gehören würde. Bereits kurz nach seinem Beginn verursachte er ungewöhnlich viele Wetterextreme und trieb die Meerestemperatur auf neue Höhen.

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Exoplaneten: Hundert auf einen Streich

Der 8,3 Lichtjahre von uns entfernte Rote Zwerg GJ 411 (Lalande 21185) hat wahrscheinlich doch einen Planeten. © Ricardo Ramirez
Der 8,3 Lichtjahre von uns entfernte Rote Zwerg GJ 411 (Lalande 21185) hat wahrscheinlich doch einen Planeten. © Ricardo Ramirez
Planetenfahndung für Alle: Astronomen haben hundert weitere Exoplaneten entdeckt, darunter einen Planeten um einen sehr nahen Stern: GJ 411 liegt nur gut acht Lichtjahre von uns entfernt. Gleichzeitig veröffentlichten die Forscher gut 60.000 Beobachtungsdaten zu 1.600 Sternen. Sie sind frei zugänglich und sollen es allen ermöglichen, bei der Suche nach extrasolaren Planeten mitzuhelfen.

scinexx

Mehr als 3.500 extrasolare Planeten sind inzwischen bekannt. Nachdem lange Zeit vor allem ferne Gasriesen und eher exotische Welten entdeckt wurden, finden Astronomen nun immer mehr Erdzwillinge auch in unserer unmittelbaren Nähe. Unter ihnen ist unser nächster Nachbar, ein erdähnlicher Planet um den Stern Proxima Centauri, aber auch gleich drei Erdzwillinge um einen 40 Lichtjahre entfernten Zwergstern und eine Supererde um einen 14 Lichtjahre entfernten Roten Zwerg.

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Drohne statt Biene

Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Es ist eine traurige Tatsache: Die Zahl der Bienenpopulationen geht in vielen Teilen der Welt weiter zurück. Noch sind die Gründe für das Massensterben der für die Landwirtschaft so wichtigen Lebewesen nicht abschließend geklärt. Ein Forscherteam aus dem japanischen Tsukuba hat nun aber eine mechanische Alternative zu den Pflanzenbestäubern entwickelt, das sie zumindest teilweise ersetzen könnte.

Von Antonio Regalado | Technology Review

Das Team vom National Institute of Advanced Industrial Science suchte eigentlich nach neuen Verwendungsmöglichkeiten für klebrige Spezialflüssigkeiten aus der Klasse der ionischen Gele, die ungewöhnliche physikalische Eigenschaften aufweisen.

Um ihren „Pollinator“ zu entwickeln, kauften die Wissenschaftler Einsteigerdrohnen von Amazon für rund 100 Dollar und befestigten Flicken aus Pferdehaar an ihrer Unterseite. Nachdem diese mit dem Gel bestrichen wurden, das feucht und ungefähr so klebrig wie Post-It-Notizzettel ist, waren die Fluggeräte bereit zum Einsammeln und Weitergeben von Pollenkörnern.

Erprobt wurde die Technik an japanischen Lilien in den Farben Rosa und Weiß. Die Drohne flog dazu an die männlichen und weiblichen Teile der Pflanzen heran. Das sei das erste Mal, dass eine Drohne eine Blume bestäubt habe, so Projektleiter Eijiro Miyako.

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Umweltgifte selbst im Tiefseegraben

Der Flohkrebs Hirondellea gigas lebt im Marianengraben - und ist eort extrem hoch mit PCB belastet. © Alan Jamieson/ Newcastle University
Der Flohkrebs Hirondellea gigas lebt im Marianengraben – und ist eort extrem hoch mit PCB belastet. © Alan Jamieson/ Newcastle University
Überraschend giftig: Selbst die tiefsten Gräben der Ozeane sind mit Giftstoffen wie PCB und polybromierten Diphenlyethern (PBDE) belastet – und das überraschend stark. Am Grund des Marianengrabens ermittelten Forscher in Krebsen PCB-Werte, die sogar 50-fach höher liegen als im dreckigsten Fluss Chinas. Woher die Schadstoffe stammen und warum ausgerechnet die vermeintlich unberührte Tiefsee so stark belastet ist, bleibt vorerst rätselhaft.

scinexx

Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören zum „dreckigen Dutzend“ der langlebigen organischen Schadstoffe (POP). Diese hormonähnlich wirkenden und krebserregenden Chlorverbindungen sind teilweise seit Jahrzehnten verboten. Dennoch lassen sich diese in der Natur kaum abbaubaren Umweltgifte bis heute im Gletschereis, in Meeressäugern und sogar in Blut und Muttermilch von Menschen nachweisen.

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Dekkan-Trapp: Supervulkan mit doppelter Wurzel

Die Ausbrüche des Dekkan-Trapp in Indien vor rund 66 Millionen Jahren waren eine größten Vulkankatastrophen der Erdgeschichte. © Julian Grondin / thinkstock
Die Ausbrüche des Dekkan-Trapp in Indien vor rund 66 Millionen Jahren waren eine größten Vulkankatastrophen der Erdgeschichte. © Julian Grondin / thinkstock
Doppelter Magmaschub: Die katastrophalen Ausbrüche des indischen Dekkan-Trapp wurden aus gleich zwei vulkanischen Hotspots gespeist. Der Supervulkan erhielt vor rund 66 Millionen Jahren sowohl Magma aus dem Mantelplume, das heute unter der Insel Réunion liegt, als auch aus einem zweiten unter den Komoren, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das lange Rätsel um die Wurzeln des Dekkan-Trapp könnte damit gelöst sein.

scinexx

Der Dekkan-Trapp im Westen Indiens zeugt von einer vulkanischen Katastrophe gigantischen Ausmaßes: Das Gebiet von 600.000 Quadratkilometern Größe ist noch heute mehr als tausend Meter hoch mit erstarrter Basaltlava bedeckt. Als dieser Supervulkan vor rund 66 Millionen Jahren ausbrach, spien unzählige Schlote glühende Lava, Asche und Millionen Tonnen vulkanische Gase, Schwefel und Chlor.

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Darum jammern Männer bei einer Grippe wirklich

 Männer leiden bei einem Infekt besonders stark Quelle: Getty Images/OJO Images RF
Männer leiden bei einem Infekt besonders stark Quelle: Getty Images/OJO Images RF
Mehr als 40.000 Menschen sind in diesem Winter bereits an der Grippe erkrankt. Männer leiden besonders stark, heißt es. Und tatsächlich: Die „Männergrippe“ gibt es wirklich. Forscher haben eine Erklärung.

DIE WELT

Krank von jetzt auf gleich: Die Grippe greift in Deutschland um sich, sorgt für volle Arztpraxen und Ausbrüche in Schulen und Altenheimen. Das Robert-Koch-Institut hatte vor wenigen Tagen die beträchtliche Zahl von 14.000 bestätigten Fällen von Influenza sowie 32 größeren Ausbrüchen innerhalb einer Woche übermittelt. Beides Saison-Höchstwerte.

Insgesamt ist damit die Gesamtzahl der im Labor bestätigten Erkrankungsfälle seit Oktober 2016 auf 43.288 gestiegen. Ausbrüche treffen vor allem Einrichtungen, wo viele Menschen zusammenkommen und sich leicht gegenseitig anstecken können: Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheime.

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New LHC Experiments May Help Explain What Happened to All the Antimatter

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Researchers have seen a baryon decay for the first time, which may help explain why there is far more matter than anti-matter in the universe.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

For every particle in the universe, physicists believe that there should exist an antiparticle with the same mass, but the opposite charge. When a particle and an antiparticle meet, they annihilate one another and are transformed into pure energy. Looking around, though, it’s obvious that most of the antimatter has disappeared and the universe has not been annihilated into pure energy. Although antimatter has been observed in nature, it occurs in far smaller quantities than its twin, which begs one of the most perplexing questions in physics: where did all the antiparticles go? Or to put it another way: why do we exist?

Physicists have been puzzling over this matter-antimatter asymmetry for decades, but new data coming from the Large Hadron Collider beauty (LHCb) experiment may help shed some light on the problem. As reported last week in Nature, physicists at the LHC have observed CP violation in the decay of particles known as baryons and antibaryons for the first time. Although a little more data is needed before it can officially be declared a discovery, these observations may blow open the door for new experiments that will ultimately explain what happened to all the antimatter, and beyond that, why there is something in the universe rather than nothing.

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„Besorgniserregende Sicherheitslage“ in französischen Atomkraftwerken

AKW Cattenom bei Nacht. Cattenom_022.jpg:Bild: Les Meloures/CC BY-SA-1.0
AKW Cattenom bei Nacht. Cattenom_022.jpg:Bild: Les Meloures/CC BY-SA-1.0
Immer wieder gibt es massive Probleme in französischen Atomkraftwerken, wie die Explosion in Flamanville gerade wieder gezeigt hat

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Es ist eigentlich mehr als bezeichnend, wenn sogar der Chef der französischen Atomaufsicht (ASN) kürzlich im Rückblick auf das vergangene Jahr von einer „besorgniserregenden Sicherheitslage“ in französischen Atomkraftwerken gesprochen hat. Noch aussagekräftiger ist, dass M. Pierre-Franck Chevet resümierte, die Lage sei „noch besorgniserregender als zu Beginn des Jahrs 2016“.

Dass es in Flamanville gebrannt hat und es eine Explosion gab, es gerade im grenznahen Cattenom zweimal gebrannt hat, zeigt die dramatischen Zustände in französischen Meilern an.

Der Atompark ist alt, gibt auch Chevet zu, der auch herausstreicht, dass es massive Probleme bei „allen Neubauten“ gibt. Beim Bau des neuen EPR in Frankreich flog am zentralen Sicherheitselement, dem Reaktordruckbehälter, der Skandal um Sicherheitszertifikate auf. Aber auch laufende Meiler haben fatale Probleme, die eigentlich niemand für möglich halten würde.

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Die arktische Tiefsee hat ein Müllproblem

Abfälle belasten etwa auch das Territorium der Eisbären. – (c) APA/AFP/European Geosciences Union (Mario Hoppmann)
Abfälle belasten etwa auch das Territorium der Eisbären. – (c) APA/AFP/European Geosciences Union (Mario Hoppmann)
Seit 2002 beobachten Forscher zwischen Grönland und Spitzbergen den Meeresboden. Das Ergebnis: 2500 Meter unter der Oberfläche finden sich Glas, Plastik und Fischernetze.

Die Presse.com

Wissenschafter warnen vor einer zunehmenden Vermüllung der arktischen Tiefsee. Glas, Plastik und Fischernetze – all das findet sich 2500 Metern unter der Meeresoberfläche. Binnen eines Jahrzehnts stieg die Mülldichte dort stark, wie eine Langzeitmessung der Forscherinnen Mine Banu Tekmann und Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven ergab.

Seit 2002 beobachteten sie an zwei Messpunkten in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen mit einem ferngesteuerten Kamera-System den Meeresboden. Auf 7058 Fotos entdeckten sie dabei 89 Müllteile. Hochgerechnet führte das im Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2014 zu einem Durchschnittswert von 3485 Müllteilen pro Quadratkilometer. Der Höchstwert lag 2014 bei 6333 Müllstücken.

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