„Plötzlich ist der Kreationismus wieder da“

Bärbel Auffermann, Gert Kaiser, und Beate Schneider (v.l.) im Gespräch über das Spannungsfeld von Religion und Wissenschaft. Foto: Alexandra Rüttgen
Interview Bärbel Auffermann, Gert Kaiser und Beate Schneider über Religion und Wissenschaft.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG

Frau Auffermann, Frau Schneider, Herr Kaiser, wann hat sich das Thema „Kreationismus“ erstmals bemerkbar gemacht?

Bärbel Auffermann: Das Thema bewegt uns seit 2009, dem Darwin-Jahr. Seitdem beobachten wir den so genannten Kreationismus.

Gert Kaiser: Und es gibt eine wachsende Tendenz. In den USA gibt es Erhebungen, dass weit mehr Menschen an Gottes Schöpfung glauben als an die Evolution. Diese extremen Glaubensrichtungen wachsen viel, viel schneller als die traditionellen Kirchen. Das ist eine neue Situation für uns hier.

Wie empfinden Sie diesen Zweifel an Wissenschaft?

Kaiser: Plötzlich ist es wieder da, dieses Spannungsverhältnis zwischen Religion und Wissenschaft. Wir meinen, dass man einen gewissen Respekt vor religiösen Gefühlen haben muss, aber dass man die wissenschaftliche Position nicht aufgeben darf.

weiterlesen

What Does David Attenborough Really Think of Darwin?

A casual viewer of nature documentaries—or anyone who hasn’t heard of or seen the film Attenborough wrote called, “Charles Darwin and the Tree of Life”—might surmise that the man was hired to narrate the scripts merely because he’s got a great voice. Photograph courtesy Johann Edwin Heupel / Flickr
The name “David Attenborough” has, to me, always been an enchanting but disembodied voice narrating the hidden struggles and splendors of the natural world.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

In the last few months I’ve seen several of his documentaries (out of the 23 I could count on Netflix) from start to finish—Life, Africa, and Planet Earth. They’re mesmerizing, and some segments can be heart-racing, some distressing, and some morally confusing, as you feel your sympathies tugged in opposite directions (quite often, the offspring of one creature is taken as food to feed the offspring of another). Attenborough doesn’t take sides—the cruelty of necessity in nature is a spectacle he dramatizes neutrally.

What Attenborough doesn’t do in his nature documentaries is discuss Darwin and his theory of natural selection. Sure, every so often he’ll utter the word “evolve”—it’d be cumbersome not to, especially when it’s, say, birds with specialized, elongated beaks that he’s describing. But, watching these shows, you’ll rarely hear him mention genes or sexual selection, even when, for instance, ibex males, with their massive horns, are shown ramming each other in fights for access to females. “Losing one,” he says, “might mean never getting the chance to breed…ever.” Anyone curious to know what effect follows from females only mating with the winners of these contests won’t be gratified with an answer.

“That was the trigger which lead him to these extraordinary thoughts.”

read more

Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Richard Dawkins beantwortet Fragen zum „Darwin-Tag 2015“. Mit optionalen deutschen Untertiteln.

Richard-Dawkins-Foundation

Der Darwin-Tag ist ein internationaler Gedenktag zu Ehren Charles Darwins und wird jährlich am 12. Februar, seinem Geburtstag, begangen. In dieser Serie zum „​Darwin-Tag 2015“ beantwortet Richard Dawkins eine Reihe von Fragen zum Thema Evolution.

Frage Nr. 3: Was wäre die Folge einer unfehlbaren DNA?

Wir präsentieren diese Videos mit optionalen deutschen Untertiteln. Für das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung der Originalvideos bedankt sich die RDF beim Youtube Kanal Blossoming Reason.

Wir waren nie Darwinisten

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Mit dem Hype im Darwin-Jahr 2009 entstand eine eigenartige neue Spezies: Darwinisten, die sich nicht für Biologie interessieren.

Von Thomas Junker | Richard-Dawkins-Foundation

Die eher harmlose Variante kommt erst gar nicht auf die Idee, dass die Evolution im Allgemeinen und speziell die evolutionäre Entstehung der Menschen irgendeine Bedeutung für unser Leben haben könnte. Am anderen Ende des Spektrums gibt es die regelrechten Biologiehasser: Sobald in einer Diskussion mögliche biologische Grundlagen menschlichen Verhaltens angesprochen werden, greifen sie reflexhaft zur Biologismus-Keule. Und dies, bevor überhaupt geklärt ist, ob es eine biologische Erklärung geben könnte und wie weit sie trägt.

Wer dies nicht glaubt, der mache ein einfaches Experiment: Fragen Sie Bekannte in ihrem Umfeld, an der Uni, in den Medien, ob die Erkenntnis, dass die Menschen in der Evolution entstanden sind, eine praktische Bedeutung hat. Ob sie beispielsweise etwas zur Klärung aktueller gesellschaftspolitischer Fragen – der Ehe für Alle, der Geschlechterthematik oder der Migrationsfrage usw. – beiträgt und beitragen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

Kürzlich fiel mir das neue Buch von Andreas Altmann, „Gebrauchsanweisung für das Leben,“ in die Hände. Es liefert eine schöne Illustration für die oben genannte eher harmlose Variante. Gleich zu Beginn seines Vorwortes lässt Altmann keinen Zweifel an seiner Weltanschauung aufkommen: „Ich bin Darwinist, impertinent von seiner Idee der Evolution überzeugt. Dass der liebe Gott dahintersteckt, halte ich für eine Zumutung.“ Im Weiteren erfahren wir, dass es im Buch um Altmanns Suche nach dem Sinn des Lebens, nach einem Sinn für sein eigenes Lebens, geht. Bei C. G. Jung habe er schließlich eine Antwort gefunden, die zugleich „wunderbar irdisch und intelligent“ anmute. In Altmanns Worten: „Sinn macht, wenn ein Mensch das wird, was in ihm angelegt ist.“ Wenn er „wird, was er sein will. Nein: sein soll.“

weiterlesen

Skurril: Pflanze kann zählen

In die Falle gegangen: Fliege in der Venusfliegenfalle © Stefano Zucchinali/ CC-by-sa 3.0
Pflanze mit Zahlengedächtnis: Die fleischfressende Venusfliegenfalle beherrscht simple Mathematik, denn sie kann zählen, wie oft ein Insekt sie berührt. Aus der Zahl dieser Kontakte ermittelt sie, ob sie ihr Fangblatt schließt und auch, wie viel Verdauungssekret sie produzieren muss. Und nicht nur das: Die Pflanze kann sich die Zahl sogar bis zu vier Stunden lang merken, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Dort, wo der Boden karg und die Nährstoffe knapp sind, haben Pflanzen eine ganz besondere Strategie entwickelt: Sie fangen sich ein nahrhaftes Zubrot in Form von Insekten und anderen Tieren. Dafür haben die fleischfressenden Pflanzen raffinierte Methoden entwickelt – von der dreifachen Klebfalle südamerikanischer Taupflanzen über den extrem schnellen Turbosauger des Wasserschlauchs bis hin zur Antihaft-Beschichtung der Kannenpflanze.

weiterlesen

Was Dinoeier über die ausgestorbenen Riesen verraten

Wie warm war es wohl im Körper eines Dinos? Mithilfe von Urzeit-Eierschalen wollen Forscher das nun herausgefunden haben. Die Wasserflasche auf dem Foto dient zum Größenvergleich. © Gerald Grellet-Tinner /University of California, Los Angeles/Nature/dpa
Es hat ihnen zwar nicht das Überleben gesichert: Aber einige Dinos konnten wohl ihre Körpertemperatur gezielt steuern, haben Forscher entdeckt. Den entscheidenden Hinweis lieferten Dino-Eier.

stern.de

Einige Dinosaurier konnten ihre Körpertemperatur möglicherweise aktiv mit Hilfe ihres Stoffwechsels regulieren. Das haben Wissenschaftler bei der Untersuchung von fossilen Dino-Eiern herausgefunden, die etwa 70 bis 80 Millionen Jahre alt waren. Einige der Tiere aus der Kreidezeit waren demnach in der Lage, ihre Körpertemperatur von innen heraus deutlich über die Umgebungstemperatur anzuheben. Die internationale Studie, an der auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt war, ist im Journal „Nature Communications“ erschienen.

weiterlesen

Kreationismusdebatte und der geteilte Darwin

Foto: picture alliance / Mary Evans Pi, aus DIE WELT

Edward O.Wilson:

Die Skeptiker fahren fort, den Glauben zu erhalten, dass die Wissenschaften und Bildung Religion vertreiben können, weil sie meinen, die Religion sei ein Papiertaschentuch an Illusionen.
Heute sind Wissenschaftler und Gelehrte in Gruppen organisiert, wie etwa die American Human Society oder das Institute on Religion, sie geben kleine Zeitungen und Magazine heraus, um Kampagnen zu organisieren, die den christlichen Fundamentalismus, Astrologie und Immanuel Velikowsky in Misskredit bringen sollen. Ihre knackigen, logischen Vorbehalte, einschließlich die gesamte Arroganz der Nobelpreisträger, durchdringen das Problem wie ein Stahlmantel-Geschoss einen Frosch.

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit dem Journalisten Matthias Kamann zum Thema Kreationismus an deutschen Schulen, daraus resultierten Zitate (von mir freigegeben) in einem Artikel der letzten Freitag in DIE WELT, Berliner Morgenpost und Hamburger Morgenpost im politischen Teil der Zeitungen sowie zusätzlich als online-Version erschien, und für einigen Wirbel sorgt. Interessant sind auch die Internet-Reaktionen darauf, die – neben viel Zustimmung und „Teilen“ des Artikels auf verschiedensten Webseiten und in Facebook – auf typische Muster der Ablehnung weisen. Grund genug, eine kleine Doku als Blogeintrag zu verfassen.

Von Reinhold LeinfelderAch Du lieber Darwin!

Hier der Einstieg zum Artikel in DIE WELT (vom 11.4.2013):

Debatte um Kreationismus an Bekenntnisschulen (von Matthias Kamann)

Mehr als Philosophie? Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen will die Naturwissenschaften für religiöse Deutungen öffnen. Wissenschaftler, evangelische Kirche und Schulministerien sind alarmiert.
Reinhold Leinfelder ist kein Gegner des Glaubens. Der Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin plädiert für konfessionellen Religionsunterricht. Und obwohl er in seiner Zeit als Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums (2006 bis 2010) viel mit bibeltreuen Gegnern der Evolutionstheorie stritt, sagt der 56-Jährige: „Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.“
Scharf aber kritisiert er eine „Stellungnahme“ zu „Evolution und Schöpfungslehre“, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden „Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet“, sagte Leinfelder der „Welt“.“ … >> zum ganzen Artikel

Kommentar-Typus: Religion ist insgesamt Ausdruck von Blödheit:

User „Gesunder Menschenverstand“:  „Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.“
Ab da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Religiöse Lehren haben in einem säkularisierten Land nichts, aber auch garnichts im öffentlichen Raum verloren. Sinnvoll wäre es anstatt von Religionsunterricht, verpflichtend für alle ein Fach gemischt aus Ethik und Philosophie einzuführen.

Kommentar-Typus: Evolution ist Religion:

User „Terms“: „Wenn die Evolutionstheorie als Theorie gelehrt würde, wäre das in Ordnung. Wird sie aber nicht. Die Evolution wird gewöhnlich als Tatsache dargestellt. Auch von Wissenschaftlern. Dieses Verhalten ist unwissenschaftlich und Folge von Eitelkeit oder einer Weltanschauung, die ohne „Evolution“ nicht auskommt. Wo ist dann der Unterschied zu „Glauben“?

weiterlesen

Aus dem Spektrum der säkularen Szene

Unter dem Lack der Zivilisation befindet sich immer die Barbarei

Das Jahr 2010 hatte es politisch wirklich in sich. Das Aufkochen der Islamdebatte, angeheizt durch Thilo Sarrazin und Co, brachte das erste Mal nach Ende des zweiten Weltkrieges wieder deutsche Ansichten zu Tage, die man zu Recht von rechtspopulistisch bis rechtsradikal einstufen kann. Was in den letzten Jahrzehnten ausschließlich von den im Verhältnis wenigen und machtlosen Protagonisten der NPD, DVU und den Republikanern zu vernehmen war und allgemein verpönt war, wird in der Bevölkerung mittlerweile selbstbewusst unter dem Motto eines neuen Konservativismus laut vertreten. Damit möchte Mann und Frau sich natürlich nach wie vor von den „Rechtsradikalen“ abgrenzen, die es immer noch zu bekämpfen gilt. Auf das wachsende Bedürfnis, sich wieder gegen das kulturell „Fremde“ abgrenzen zu wollen, folgt nun ein Religionsdiskurs, der absurderweise davon ausgeht, dass es aus historischen Gründen und zur Stärkung des eigenen Nationalbewusstseins auch noch nötig sei, wieder Christ zu sein. Sozusagen als beste Waffe gegen die Ausbreitung bzw. auch zur Eindämmung des Islams.

Weiterlesen „Aus dem Spektrum der säkularen Szene“

Darwin, Kreationismus und Creation


Keine andere wissenschaftliche Idee hat soviele unbegründete Anfeindungen zu ertragen wie die Evolutionstheorie und kein Wissenschaftler soviel unverdiente Verachtung wie Charles Darwin.

128 Jahre nach seinem Tod wird Darwins guter Name täglich von Kreationisten aller Art angegriffen, die Darwin für alles verantwortlich machen, vom Columbine Schulmassaker bis hin zum Holocaust.

Es ist dann richtig erfrischend wenn dieser Tage der Film Creation auf DVD erscheinen wird, soll heißen, wir können den Film endlich sehen. Der Film,  im letzten Jahr nur in einigen augesuchten Filmtheatern gezeigt, erzählt die Geschichte wie Darwin  sich quälte, bei der Entscheidung sein Buch On the Origin of Species zu veröffentlichen. Tatsächlich war es eine folgenschwere Entscheidung, deren Tragweite Darwin genau verstanden hatte, die Auseinandersetzung mit seinem Hauptwerk würde ihn für den Rest seines Lebens verfolgen, in der Tat, lange darüber hinaus.

Creation basiert auf einem Buch von Randal Keynes, Darwins Ur-Ur-Enkel.

Paul Bettany spielt Charles Darwin, und wirklich wiederholt er die Rolle des Naturalisten Stephen Maturin, welche er 2003 im Film Master and Commander: The Far Side of the World spielte.

Seine gefühlvolle schauspielerische Darstellung bringt Darwin zum Leben, als ein Mann, der getrieben von seiner Neugier versucht die natürliche Welt zu verstehen, leidenschaftlich für seine Familie eintritt und tief besorgt darüber ist, wie die Veröffentlichung seiner revolutionären wissenschaftlichen Ideen dies alles beeinflusst.

Dieser Blick auf Darwin als menschliches Wesen ist weit davon entfernt, wie er oftmals von Kreationisten portätiert wird.

Weiterlesen „Darwin, Kreationismus und Creation

Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus

Rezension zu Neukamm, M.; (Hrsg.) (2009) ‚Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus. Darwins religiöse Gegner und ihre Argumentation‘ Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht

(eine überarbeitete Version erschien in Skeptiker 2/2010, 100-102)

Thomas Waschke

Auch 150 Jahre nach dem Erscheinen von Darwins Hauptwerk ist die Kritik an der Evolutionstheorie nicht verstummt. Die naturwissenschaftlich gut ausgebildeten Evolutionsgegner, die hierzulande vor allem in der Studiengemeinschaft Wort und Wissen organisiert sind, greifen die Evolutionstheorie auf zwei Ebenen an. Auf der einen Seite werden Lücken in der Erkenntnis aufgezeigt, die angeblich nur durch übernatürliche Eingriffe geschlossen werden können, woraus dann Forderungen an die Wissenschaftstheorie folgen. Letztendlich geht es um nicht mehr und nicht weniger als um die Deutungshoheit im Bereich der Naturwissenschaften: Ist es statthaft, übernatürliche Mächte in naturwissenschaftlichen Modellen einzusetzen? In einem zweiten Schritt werden diese Wesenheiten dann mit dem Gott einer, meist der christlichen, Offenbarungsreligion, identifiziert. Aus diesem Grund hat die Diskussion auch noch eine eher theologische Ebene (wie soll man sich das Schöpfungshandeln eines Gottes in der Natur vorstellen?), auch wenn das für Naturwissenschaftler wenig relevant sein sollte.

Im Darwin-Jahr 2009 erschien ein Sammelband, dessen Autoren sich das Ziel gesetzt hatten, die Argumentation der religiös motivierten Gegner der Evolutionstheorie (es gibt praktisch keine anders motivierten relevanten Kritiker, welche die moderne Evolutionstheorie ablehnen), zumindest im deutschen Sprachraum, umfassend durch wissenschaftstheoretische und fachwissenschaftliche Argumente zu widerlegen.

Weiterlesen „Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus“

Fossiles Denken bei Christen und Muslimen

Obwohl Adnan Oktars Thesen wissenschaftlich ohne Hand und Fuß sind, haben sie doch einen verheerenden Einfluss auf die türkische Gesellschaft: "Atlas der Schöpfung" von Harun Yahya, alias Adnan Oktar.

Allianz christlicher und muslimischer Kreationisten

Was christliche Evangelikale mit muslimischen Verfechtern des Kreationismus – wie etwa den türkischen Anti-Darwinisten Harun Yahia – verbindet, ist der gemeinsame Kampf gegen den Materialismus und die säkulare Ordnung des Staates.

Von Harald BrandtQuantara.de

„Darwin ist widerlegt. Seine Theorie von der Entstehung der Arten ist falsch. Millionen von Fossilien beweisen, dass sich weder die Tiere noch die Pflanzen seit ihrer Erschaffung durch Allah verändert haben.“ – Das ist die Quintessenz der Botschaft, die der türkische Anti-Darwinist Adnan Oktar in über 200 Büchern, Videos und auf Dutzenden von Webseiten verbreitet.

Unter dem Pseudonym Harun Yahya erschien 2006 der erste Band des „Atlas der Schöpfung“, ein großformatiger, luxuriös gestalteter Bildband, der fast sieben Kilo wiegt und zu Zehntausenden kostenlos an Universitäten, Schulen und Forschungsinstitute in Europa verschickt wurde.

Weiterlesen „Fossiles Denken bei Christen und Muslimen“

Evolution: Geistloser Prozess ohne Richtung und Zweck

Charles Darwin, Daniel Clement Dennett. Bild: Rudolf Maresch

Von Rudolf Mareschtp

Der Philosoph Daniel C. Dennett entzaubert auf pragmatische Art den alteuropäischen Schöpfungsmythos des menschlichen Bewusstseins

Trotz aller Kontroversen um Details ist keine andere wissenschaftliche Theorie empirisch so gut abgesichert wie die Evolutionstheorie, die Synthese aus moderner Genetik und „Darwins gefährlichem Erbe“. Ihre Bedeutung reicht, auch wenn das Roger Penrose oder Stephen J. Gould dementieren, nicht nur weit über die Biologie hinaus. Sie stellt auch den „Sinn des Lebens“ auf ein neues und wesentlich festeres Fundament. Das hindert freilich Kritiker und Gegner nicht, an ihren humanwissenschaftlichen „Lockerungsübungen“ regen Anstoß zu nehmen.

Weiterlesen „Evolution: Geistloser Prozess ohne Richtung und Zweck“

Kreationismus auf dem Vormarsch

Christoph Lammers
Christoph Lammers ©Brightsblog

Hintergrund. Darwins Gegner machen mobil

Von Christoph Lammersjw

Heute, 150 Jahre nach der Erstveröffentlichung von Charles Darwins (r)evolutionärem Hauptwerk »On the Origin of Species« (»Über den Ursprung der Arten«), steht die Evolutionstheorie, trotz aller wissenschaftlicher Belege, immer noch unter Beschuß. Eine wachsende Zahl bibeltreuer Christen sieht sich dazu berufen, einen heiligen Krieg gegen die Vertreter des rational begründeten Weltbildes der Naturwissenschaften zu führen. Lange Zeit galt die Sorge vor einer Rückkehr irrationaler Erklärungsmuster als unbegründet. Inzwischen wächst jedoch die Zahl derer, die sich als Verlierer der Modernisierung sehen und die auf die wachsende Komplexität der Gesellschaft mit Zuwendung zu irrationalen und religiös-fundamentalistischen Ideologien reagieren. Daraus resultierend hat sich der Kreationismus, gemein der Schöpfungsglaube, als derzeit stärkster Widerpart zur wissenschaftlich fundierten Evolu­tionsbiologie in Europa breitgemacht. Die Gefahr, daß wir in ein neues Zeitalter der Gegenaufklärung eintreten, ist nicht von der Hand zu weisen.

Weiterlesen „Kreationismus auf dem Vormarsch“

Darwin und Weltbilder ein Jahr später – gibt es ein Fazit?

Quelle: Ach Du lieber Darwin!

Von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin

Fazit: Selbstbeschränkung und Kooperation

Aus den Diskussionen und Debatten im Darwin-Jahr 2009 kann man vieles lernen. Den Naturwissenschaften ist dringend eine notwendige Selbstbeschränkung anzuraten: Naturwissenschaften sind zuständig für das Verständnis des „Wie funktioniert die Natur“? Wenn sie vom „Zweck“ reden, machen sie keine existenziell sinnhaften Aussagen, sondern sprechen über biologische Funktionen. Naturwissenschaftler sollten auch akzeptieren, dass es noch offene, vielleicht sogar wissenschaftlich nie lösbare Fragen gibt. Aber auch die Religionen sollten Selbstbeschränkung üben. Wo nachgefragt sind sie zuständig für Sinnfragen und „Metaphysik“. Religionen liegen für mich auf anderen Ebenen als Naturwissenschaften und kommen sich deshalb in aller Regel mit den Naturwissenschaften nicht in die Quere.

Weiterlesen „Darwin und Weltbilder ein Jahr später – gibt es ein Fazit?“

Adam und Eva – unsere Vorfahren

Von  Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin

Der SWR produzierte einen aktuellen Beitrag zum Thema Kreationismus, welcher am 19. und 21.11.2009 ausgestrahlt wurde und am 26.11. sowie 3.12.09 vom WDR übernommen wurde.

Der Beitrag ist auf www.planet-schule.de eingestellt und dort folgendermaßen anmoderiert:

„Der Mensch als Krone der Schöpfung, von Gott vor ungefähr 6000 Jahren erschaffen oder das Produkt von Millionen Jahren Evolution? Kreationisten glauben an die Wahrheit der biblischen Schöpfungsgeschichte und lehnen die Evolutionstheorie ab. In den USA pilgern sie ins „Creation Museum“, wo sie ihre Sicht vom Anfang des Lebens bestätigt sehen. In Deutschland bezieht vor allem die Studiengemeinschaft Wort und Wissen Stellung gegen die gängige Lehrmeinung. Christliche Bekenntnisschulen gestalten den Biologieunterricht evolutionskritisch. Warum wird dieses Thema auch noch 150 Jahre nach Charles Darwins „Entstehung der Arten“ so kontrovers diskutiert? An Schauplätzen in Deutschland, Nordamerika und dem Vatikan, beleuchten wir die aktuelle Diskussion pro und contra Evolution, sprechen mit Evolutionsgegnern, Wissenschaftlern und Theologen.“

Weiterlesen „Adam und Eva – unsere Vorfahren“

Warum gibt es Sexualität?

Von Martin KochND

US-Forscher nähern sich einem der großen Rätsel der Biologie

Charles Darwin war nicht nur ein genialer, sondern auch ein bescheidener Forscher. Gelang es ihm nicht, ein Problem im Rahmen seiner Evolutionstheorie zu lösen, gestand er dies freimütig ein. Ein solches Problem stellte sich ihm 1862 in Gestalt der sexuellen Fortpflanzung. Als er bei der Suche nach den letzten Ursachen für deren Vorherrschaft in der Natur nicht so recht vorankam, notierte er: »Die ganze Angelegenheit liegt bisher völlig im Dunkeln.«

Weiterlesen „Warum gibt es Sexualität?“

Design ohne Designer

Flagellenmotor, Quelle: Ach Du lieber Darwin!

Gastbeitrag von Hansjörg Hemminger auf Ach Du lieber Darwin! Dem Blog von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder

Podiumsdiskussion „Design ohne Designer?“ am 24. November 2009 im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart

Die Podiumsdiskussion im Stuttgarter Schloss Rosenstein 150 Jahre nach Erscheinen von Darwins Hauptwerk „On the Origin of Species…“ hatte einen passenden Rahmen. Dort befindet sich die Ausstellung „Der Fluss des Lebens“, in der Darwins Werk und die heutige Evolutionstheorie vorgestellt werden [1]. Unter dem an der Decke aufgehängten Modell eines Finnwals versammelten sich neun Diskutanten und mehrere hundert Zuhörerinnen und Zuhörer, für die der Saal schnell zu klein wurde. Professor Martin Blum (Universität Hohenheim) eröffnete die Diskussion mit einem Überblick über die Erfolgsgeschichte der Evolutionstheorie seit Darwin und stellte klar, dass er (anders als die Vertreter eines „intelligenten Designs“ und einige darwinistische Extremisten) diese Geschichte nicht als einen Angriff auf religiöse Überzeugungen wahrnehmen könne. Er zitierte den Christen und ehemaligen Leiter den „Human Genome Projects“ Francis Collins mit dem Wort, dass es keine seriösen biologischen Forscher mehr gebe, die Zweifel an der Evolutionstheorie hätten.

Weiterlesen „Design ohne Designer“

Die Gottesidee

Der Biologe Prof. Siegfried Scherer ist überzeugt: "Gott kann man weder naturwissenschaftlich beweisen noch widerlegen." Quelle: privat

Happy birthday, Evolutionstheorie – Interview mit einem Kritiker

„pro“-Medienmagazin

pro: Hat Darwin Gott ermordet?

Scherer: Charles Darwin hat sich als junger Mann zum christlichen Glauben bekannt. Zweifel an der Wahrheit des Christentums wurden unter anderem durch Diskussionen mit atheistischen Intellektuellen sowie durch Missstände in der anglikanischen Kirche geweckt. Als seine Lieblingstochter Annie im Alter von 10 Jahren an einer schweren Krankheit starb, war dies wohl der letzte Nagel in den Sarg seines Glaubens an einen gütigen und gerechten Gott. Soweit man das wissen kann, starb Darwin als Agnostiker.

Darwin war ein genialer Wissenschaftler

Weiterlesen „Die Gottesidee“