Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

Neuer Anlauf: Test mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen in Spanien

Die britische Firma Oxitec hat in Spanien erneut einen Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen beantragt. Ein spezielles Genkonstrukt soll die Vermehrung der Schädlinge unterbinden und so die Population drastisch reduzieren. Dieses Konzept wird bereits bei anderen schädlichen Insekten angewandt, etwa bei der Tickermücke, welche die Erreger des Dengue-Fiebers überträgt. Wenn die spanischen Behörden den Antrag genehmigen, wäre es der erste Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Tieren in Europa. – Die Fliege führt derzeit zu erheblichen Ertragsverlusten im Olivenanbau und wird intensiv mit Insektiziden bekämpft.


transGen.de

Die Olivenfliege ist der am meisten gefürchtete Schädling im Olivenanbau. Sie legt ihre Eier in die reifenden Früchte. Die Maden fressen das Fruchtfleisch der Oliven. Lorraine Graney, Bartlett Tree Experts, Bugwood.org

Im Olivenanbau in den Mittelmeerländern müssen regelmäßig große Mengen InsektizideInsektizide gesprüht werden, hauptsächlich zur Bekämpfung der Olivenfliege. Diese Fliege legt ihre Eier auf oder in den Oliven ab und die Larven ernähren sich von dem Fruchtfleisch. Dadurch werden erhebliche Ertragsausfälle verursacht.

Eine Alternative zum teilweise massiven Insektizideinsatz wurde von der britischen Firma Oxitec entwickelt. Sie hat männliche Olivenfliegen gentechnisch so verändert, dass sie ein Gen tragen, das bei weiblichen Fliegen zum Tod führt. Es ist mit einer DNADNA-Sequenz gekoppelt, die bewirkt, dass es nur in weiblichen Organismen abgelesen wird. Dort sorgt es dafür, dass sich ein bestimmtes ProteinProtein im Körper ansammelt, das in zu hohen Mengen tödlich wirkt.

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Egoismus kann tödlich für eine Population sein

Gemeinsam sind wir stark – dieser Ansatz gilt auch in der Evolution. Denn wenn einzelne Mitglieder einer kleinen Populationen kooperieren und so die Ressourcen in ihrem Lebensraum effizienter Ausnutzen, können sie das Überleben der ganzen Population sichern. Im Gegensatz dazu kann Eigennutz tödlich sein und zum Aussterben einer Population führen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man diese Zusammenhänge genauer als bisher simulieren kann.


Max-Planck-Gesellchaft

Das Modell basiert auf der sogenannten Spieltheorie. Mit ihr kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich Menschen verhalten, wenn ihnen ein Gewinn winkt. In einem solchen Szenario können meist unterschiedliche Strategien gewählt werden: man maximiert den eigenen Gewinn auf Kosten aller Mitspieler, oder man erhöht den Gewinn aller Spieler, indem man kooperiert, gibt dadurch aber die Chance auf den eigenen Maximalgewinn auf.

Auch in der Natur gibt es solche Strategien, bei der sich ein bestimmtes Merkmal durchsetzt, das zwar für ein Individuum einen Nachteil bringen kann, für die gesamte Gruppe aber vorteilhaft ist. Die Dynamik solcher Strategien können dementsprechend mit der Evolutionären Spieltheorie beschrieben werden.

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T. rex besaß Zähne wie Steakmesser

Furchteinflößendes Gebiss: Tyrannosaurus rex © David Monniaux/ CC-by-sa 3.0
Von wegen schwacher Biss: Tyrannosaurus rex und andere Raubsaurier konnten problemlos selbst Knochen kacken. Denn ihre Zahnspitzen besaßen eine eingekerbte, besonders scharfe und stabile Schneide. Wie scharfe Steakmesser erleichterte diese den Urzeit-Räubern das Durchtrennen von Fleisch und Knochen. Das ermöglichte es ihnen, selbst große Beute zu erlegen, wie Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten.


scinexx

Der gewaltige Tyrannosaurus rex ist geradezu eine Ikone der Dinosaurier-Ära und gilt als größter Fleischfresser der Kreidezeit. Wie effektiv er aber jagte, ist umstritten. So bescheinigen einige Forscher dem T. rex sogar den stärksten Biss im Tierreich, während andere davon ausgehen, dass die Beißkraft des Urzeitriesen gerade einmal ausreichte, um Jungtiere und Aas zu fressen.

Kirstin Brink von der University of Toronto Missisauga und ihre Kollegen haben nun Beißkraft und Beutefang des T. rex und einiger seiner Zeitgenossen auf andere Weise untersucht: Sie analysierten die Struktur der Zähne dieser Urzeit-Räuber mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops und speziellen Röntgenstrahlen. Dazu fertigten sie Dünnschnitt-Präparate der Zähne von acht verschiedenen Raubsaurier-Arten an, darunter Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus und dem sehr frühen Raubsaurier Coelophysis.

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Wie der Pavianhintern die Sexualtheorien Darwins inspirierte

Entspannt lässt sich ein Pavian im Tierpark Hellabrunn in München von einem Artgenossen entlausen. (picture-alliance / dpa / Frank Leonhardt )
Für den Evolutionsforscher Charles Darwin war die Haut des Menschen ein riesiges Sexualorgan. Ausgangspunkt für diese Theorie seien die pinken Affenhintern der Paviane gewesen, sagt der Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus.


Winfried Menninghaus im Gespräch mit Gesa Ufer|Deutschlandradio Kultur

“Darwin hat sich gefragt: Warum ist der Mensch der einzige größere Primat, ohne Fell?” – so Winfried Menninghaus, Leiter des Max-Planck-Instituts in Frankfurt am Main im Deutschlandradio Kultur. “Und das ist tatsächlich ein Skandal in der Naturgeschichte.” Schließlich gebe nur es wenige andere Lebewesen, die dieses Merkmal der nackten Haut teilten. Der britische Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) sei der Frage nachgegangen, welche Vorläufer es gegeben habe.

Unser Körper als riesiges Sexualorgan

Seine “phantastische witzige Idee”, die Darwin damals kaum zu äußern gewagt habe, war es, die stark hervorgehobenen, nackten analen-genitalen Stellen der Affen zur Erklärung hinzuzuziehen. “Denken Sie an den Pavian, denken Sie an diese sehr indezente Ästhetik”, sagte Menninghaus.

“Darwin dachte in der Tat, die nackte Haut war der Sitz der sexuellen Attraktivität und wir Menschen waren so verrückt, dass wir davon immer mehr haben wollten.”

Deshalb habe der Mensch immer mehr Nacktheit gewählt, bis der ganze Körper auf einmal nackt gewesen sei. Zu dieser Hypothese von Darwin gehöre, dass “unser ganzer Körper ein riesiges Sexualorgan” sei wie diese “pinken Affenhinterteile.”

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Die 58 Millionen Dollar Klage gegen Richard Dawkins

dawkins

Momentan läuft eine Klage gegen Richard Dawkins. Der Kläger, Karl L. Dahlstrom, fordert 58 Millionen US$ von ihm.
2013 schrieb Dahlstrom ein Buch The Organized Universe. In diesem Buch bietet der Autor den “wissenschaftlichen” Beweis, dass es sich bei der Evolutiontheorie um einen Hoax handelt. Zur Überraschung aller, die Experten sind vom Beweis nicht überzeugt.

Man muss Dawkins nicht mögen, seine Art und Weise manche Diskussionen zu führen, Fakt ist, in den letzten Jahrzehnten hat er überzeugend für die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie geworben und diese einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Sein rocking the boat gegen institutionalisierten Glauben, Leugner der Evolutionstheorie, Kreationisten, intelligente Designer sind konkret benannt worden. Und hier liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer.

1989 schrieb Dawkins in der New York Times
“It is absolutely safe to say that if you meet somebody who claims not to believe in evolution, that person is ignorant, stupid or insane (or wicked, but I’d rather not consider that).”

Dahlstrom ist davon überzeugt, dass das “somebody” auf ihn zielt und fühlt sich daher von Dawkins persönlich angegriffen. Zur Erinnerung, Dawkins schrieb das 1989, Dahlstrom sein Buch 2013.

In der Klageschrift, Juni 2015 schreibt Dahlstrom

… Plaintiff Karl L. Dahlstrom not only does not believe in Evolution, but he is the only individual on earth in the history of man that has scientifically disproven Evolution. This makes Karl L. Dahlstrom the number one candidate for Richard Dawkins attack, even though Karl L. Dahlstrom, i.e., the “somebody”, could not be ignorant, stupid, or insane or wicked as scientifically proven by the book, The Organized Universe by Karl L. Dahlstrom with C. Phillip Clegg. Thus, the allegations or accusations/statement that Karl L. Dahlstrom, i.e. “somebody”, who does not believe in Evolution is ignorant, stupid, or insane or wicked is totally incorrect and false with results being a tort or worse against the Plaintiff Karl L. Dahlstrom. Richard Dawkins has caused millions of persons to be prejudiced and biased against Karl L. Dahlstrom and injured his reputation and subjected him to hatred, contempt, ridicule and financial injury from persons not exposed to the truth about Darwinian Evolution and the position Plaintiff Karl L. Dahlstrom has taken on this issue.

Lächerlich ist die höfliche Umschreibung für, in diesem Fall, gerichtsanhängige Idiotie.
Für aktuelle Verluste, Schäden fordert er von Dawkins 8 Millionen US-Dollar. Weitere 50 Millionen als Schadensersatz.
Darüber hinaus wille er eine öffentliche Entschuldigung, und eine Vernichtung aller Veröffentlichungen die dieses Statement enthalten.

Dawkins Antwort, über seine Anwälte:
The statement here, that someone who does not believe in evolution is ignorant, stupid, insane, or wicked, is the equivalent of a financial advisor writing that anyone who buys a car instead of leasing is an idiot. It is hyperbole meant to make a point. It does not rise to a level beyond what is decent and tolerable in a civilized society.”

Ein Auszug, der an Deutlichkeit nicht zu übertreffen ist.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Dawkins ein,”wenn die Evolutionstheorie widerlegt werden sollte, dann wird diese Widerlegung von Experten kommen und nicht von Idioten.”(sinngemäß)

via Friendly Atheist

Urschlange mit vier Beinen entdeckt

Die Hinterbeine der neuentdeckten Urschlange Tetrapodophis amplectus © Dave Martill/ University of Portsmouth
Fangzähne und Stummelbeinchen: In Brasilien haben Forscher erstmals einen Schlangen-Urahn entdeckt, der noch vier Beine besitzt. Das mehr als 100 Millionen Jahre Fossil nutzte diese kurzen Stummel nicht zum Laufen, sondern wahrscheinlich zum Greifen. Ein im Bauch der Urschlange konserviertes Beutetier belegt, dass sie bereits Wirbeltiere jagte und fraß. Die Anatomie des Fossils spricht zudem gegen die Annahme, dass Schlagen einst im Wasser entstanden, wie die Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


scinexx

Schlangen gehören heute zu den artenreichsten Landwirbeltieren – und zu den erfolgreichsten. Denn es gibt kaum einen Lebensraum, den die beinlosen Reptilien nicht für sich erobert haben. “Sie bewohnen Wüsten und Regenwälder, Gebirge und Ozeane”, erklären David Martill von der University of Portsmouth und seine Kollegen. “Trotz ihrer fehlenden Gliedmaßen haben sie eine außergewöhnliche Bandbreite an Bewegungsmethoden entwickelt: Sie kriechen, graben, klettern, schwimmen und gleiten sogar durch die Luft.”

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Mikroben 2.500 Meter unter dem Meeresgrund

Mikroben aus rund 2.000 Metern Tiefe unter dem Elektronenmikroskop © Hiroyuki Imachi/ JAMSTEC
Leben im Keller der Erde: Noch in fast 2.500 Metern Tiefe unter dem Meeresgrund gibt es lebende Mikroben. Das belegen Proben, die Forscher bei der tiefsten Meeresbohrung der Welt entnommen haben. Bei den Mikroben dieser tiefen Biosphäre handelt es nicht um typische Meeresbewohner, sondern um Bakterien, die sonst in Waldböden vorkommen. Sie gelangten wahrscheinlich in die Tiefe, als ihr Wald einst im Meer versank, wie Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


scinexx

Das Leben macht auch vor der steinernen Tiefe der Erdkruste nicht halt – im Gegenteil. Bohrungen haben lebende Bakterien und Archaeen schon aus Basaltgestein hunderte Meter tief unter dem Meeresgrund zutage gefördert. Eine andere Bohrung fand sogar noch Leben in 1.922 Metern Tiefe. Forscher schätzen, dass diese tiefe Biosphäre vermutlich sogar das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde bilden könnte.

Aber wie weit reicht diese Biosphäre in die Tiefe? Um das herauszufinden, hat ein internationales Forscherteam an Bord des japanischen Bohrschiffs Chikyu das bisher tiefste Loch in den Meeresboden gebohrt. 2012 gelang es ihnen, vor der japanischen Küste bis zu 2.466 Meter tief in den Meeresboden vorzudringen und Proben zu gewinnen.

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Das amerikanische Schöpfungs-Paradox

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at
Glauben sehr viele Menschen, dass ein Gott die Menschen geschaffen hat, ist das ein recht verlässliches Anzeichen für Armut. Studien zeigen, dass der so genannte Kreationismus und wirtschaftliche Schwäche oft gemeinsam auftreten. Nur auf ein Land der Welt trifft das nicht zu: die USA. Warum?


Von Rico Grimm|Krautreporter

Es war 1925, da war der englische Forscher Charles Darwin längst ein gefeierter Held der Naturwissenschaft, berühmt für seine „Evolutionstheorie“, begraben neben Königen in der Londoner Westminster Abbey. In diesem Jahr trat das Parlament des amerikanischen Bundesstaates Tennessee zusammen, um seinen Lehrern zu verbieten, etwas anderes als die biblische Schöpfungsgeschichte des Menschen zu unterrichten. Und sie setzten dieses Gesetz auch durch!

Während der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald seinen „Großen Gatsby“ schrieb, die Fords in Detroit an einem Nachfolger für ihr berühmtes erstes Auto-Modell tüftelten und die Wall Street zum mächtigen Zentrum des neuen kapitalistischen Zeitalters aufstieg, zitierten die Autoritäten Tennessees den Lehrer John Scopes vor Gericht, um ihn mit einer Geldstrafe von 100 Dollar zu belegen, weil er lehrte, was bewiesen war: dass der Mensch vom Affen abstammt.

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Die Truthähne unter den Raubsauriern

Mit Zähnen, Klauen und Federn. Wozu der Raubsaurier Flügel brauchte, ist noch rätselhaft. – Abbildung: Chuang Zhao
Richtige Flügel hatten nur kleine Dinos, vermuteten Paläontologen. Nun haben sie in China einen bislang unbekannten Raubsaurier entdeckt, der ein komplexes Federkleid trug und bis zu zwei Meter groß wurde.


DER TAGESSPIEGEL

Nein, fliegen konnte dieses Vogelwesen wohl nicht. Um seinen etwa anderthalb bis zwei Meter großen und 20 Kilogramm schweren Körper in der Luft zu halten, waren seine prächtigen Flügel viel zu schwach. Schließlich wurden sie nur von kurzen Armen getragen. Trotzdem – oder gerade deswegen – fasziniert Forscher das beinahe vollständig erhaltene Skelett einer bisher unbekannten Saurierart: Zhenlyanlong suni. Das Fossil aus dem Nordosten Chinas ist der größte geflügelte Dinosaurier, den man bisher gefunden hat, schreiben Junchang Lü und Stephen Brusatte in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“. Der Fleischfresser lebte vor 125 Millionen Jahren.

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“Agar.io”: Darwinistisches Browserspiel mit Suchtfaktor

foto: screenshot/derStandard.at Umzingelt: Alle wollen den peorg fressen.
Einfaches, aber geniales Spielprinzip macht Spieler zu Jägern und Gejagten in einem


Von Georg Pichler|derStandard.at

Es gibt sie manchmal. Einfache Spiele auf einer Website, die es erlauben in wenigen Sekunden loszulegen und stundenlang Spaß damit zu haben. Games, die trotz simpler Spielmechanik den Ehrgeiz wecken, es immer wieder zu versuchen. “Mini Metro” war etwa so ein Fall. Mehr als hundert GameStandard-Leser haben im Frühjahr 2014 um die effizienteste virtuelle U-Bahn-Linie konkurriert.

Simpel, aber genial, hält es auch “Agar.io”. Auch ohne Anleitung lässt sich das Prinzip des Multiplayer-Games bereits im ersten Anlauf erlernen und entfesselt sodann den Darwinisten in der Spielerseele.

Fressen und Wachsen

Am Anfang war eine Zelle. Eine ziemlich kleine Zelle mit dem Ziel, sich rapide zu vergrößern. Als solche startet man als Abbildung eines farbigen Kreises, dessen Bewegungsrichtung sich durch die Positionierung des Mauszeigers oder (im App-Format) des Fingers festlegen lässt. “Wachstum” lautet die Devise, ermöglicht durch herumliegende Nahrung, die durch bunte Pünktchen symbolisiert wird.

Der Konsum des Futters lässt die Zelle an Masse und Größe gewinnen. Doch es gibt Fressfeinde – im doppelten Wortsinn. Andere Spieler wollen sich ebenfalls an derregelmäßig nachwachsenden Nahrung bedienen, können sich aber auch gegenseitig fressen. Dazu reicht es aus, die eigene Zelle über die des Konkurrenten zu schieben, um diese zu schlucken. Je nach seinem Umfang sorgt das für eine deutlich größere Massezunahme als das Aufsammeln der Futterpünktchen.

Voraussetzung ist allerdings, dass man selbst merklich größer ist als das Opfer. Annähernd gleich große Zellen passieren einander unbeschadet. Ist der Kontrahent der größere, heißt es “Game over”. Im Laufe des eigenen Wachstums erlebt man gleichwohl ein Schicksal als Jäger und Gejagter.

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Die Evolution vor Gericht

Vor 90 Jahren wurde in den USA ein Biologielehrer verurteilt, weil er die Evolutionstheorie lehrte. Bis heute ist Darwin in religiösen Kreisen umstritten.


Von Rolf Maag|20minuten online

John Scopes war bereit, sich verurteilen zu lassen, damit das evolutionsfeindliche Gesetz auf seine Verfassungsmässigkeit geprüft werden konnte. Bild: Bryan College Archives

Anfang 1925 deutete nichts darauf hin, dass John Scopes bald berühmt sein würde. Der 24-Jährige war Football-Coach an der High School von Dayton im Staat Tennessee, unterrichtete aber auch Naturwissenschaften. Mit dem im Schuldienst verdienten Geld wollte er seine eigenen Studien fortsetzen.

Doch im März 1925 verabschiedete das Parlament von Tennessee ein Gesetz, das staatlichen Schulen untersagte, die Evolutionstheorie zu unterrichten (siehe Box). Die Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) suchte in Zeitungsinseraten nach einem Lehrer, der bereit war, gegen das Gesetz zu verstossen. Man hoffte, dass es in einem Prozess als verfassungswidrig eingestuft würde. Einige Geschäftsleute aus Dayton griffen die Idee auf, weil sie die Chance witterten, ihre wirtschaftlich arg gebeutelte Gemeinde durch den Prozess landesweit bekannt zu machen und so neue Investoren anzulocken. Sie wandten sich an Scopes, der sofort zusagte. Am 10. Juli sollte der Prozess beginnen.

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Schwarze Witwen: Paarungserfolg durch Vandalismus

Das Spinnenmännchen entfernt Seide aus dem Netz des Weibchens und wickelt sie in eigene Seidenfäden. © Sean McCann
Ruppige Sitten unter Spinnen: Männchen der Schwarzen Witwe reißen nach der Paarung das Netz des Weibchens ein. Wissenschaftler haben beobachtet, dass die Spinnen so die attraktive Wirkung des Netzes auf Konkurrenten effektiv verringern. Die Weibchen nehmen diesen Vandalismus überraschend gelassen hin – denn sie profitieren ebenfalls davon, wie die Forscher im Magazin “Animal Behaviour” berichten.


scinexx

Die Schwarze Witwe ist berüchtigt: Sie gehört zu den Spinnenarten, deren Biss auch für den Menschen äußerst schmerzhaft ist und in seltenen Extremfällen sogar zum Tod führen kann. Sprichwörtlich geworden ist diese Spinne jedoch für ihr Balzverhalten: Die deutlich größeren Weibchen sollen angeblich die schmächtigeren Männchen nach der Paarung auffressen.

Pheromone als Kontaktanzeige

Tatsächlich geschieht dieser kannibalische Akt nur selten. Es kommt jedoch vor, dass das Männchen einen Biss und sogar schwere Verletzungen davon trägt – aber auch die Männchen lassen sich manchmal mehr von Hunger als von Paarungslust treiben. Die Paarung ist bei der Schwarzen Witwe das Ergebnis eines stundenlangen Balzrituals. Die Weibchen locken dabei die Männchen an, indem sie die Seide ihres Netzes mit Signalstoffen tränken.

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Berlin: Tyrannosaurus Rex “Tristan” im Naturkundemuseum

T-Rex kommt nach Berlin. Foto: Markus Wächter
Ein großer Moment für alle Berliner Saurier-Freunde. Die aus Amerika gelieferten Kisten mit den Schädelknochen eines 70 Millionen Jahre alten Tyrannosaurus Rex wurden im Museum für Naturkunde ausgepackt. Ab Mitte Dezember wird das Skelett von Tristan gezeigt.


Von Karin Stemmler|Berliner Zeitung

Der ganz große Auftritt steht Tristan noch bevor, wenn sein Skelett ab Mitte Dezember in voller Größe im Naturkundemuseum zu sehen sein wird. Am Montag wurde zunächst der Schädel des Tyrannosaurus Rex der Öffentlichkeit präsentiert – allerdings nicht in einem Stück, sondern in rund 50 Einzelteilen. Fein säuberlich in Styropor verpackt, sind die bereits präparierten Knochen per Frachtflug aus Pennsylvania gekommen, um hier in Berlin weiter erforscht und für mindestens drei Jahre dem Publikum gezeigt zu werden.

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Gemütlichkeit ließ Pandas vegan werden

Gut zu erkennen, das Gebiss. Bild: wiḱimedia.org/CC-BY-3.0/J.PatrickFischer
Kaum ein Bär lebt als Vegetarier: Der Magen der Fleischfresser ist darauf nicht besonders gut vorbereitet. Pandas zeigen, wie es trotzdem geht.


Von Jan Osterkamp|Spektrum.de

Ihre Spezialdiät macht Pandabären zu Außenseitern: Wenige andere Tiere aus ihrer räuberischen Bärenverwandtschaft sind zum reinen Vegetarier geworden; und noch weniger schaffen es dabei, sich wie der Riesenpanda (Ailuropoda melanoleuca) nahezu ausschließlich auf die karge Rohkost Bambus zu verlegen. Wie macht ein Bär mit Fleichfressermagen das? Zum einen natürlich, indem er enorme Mengen von Schösslingen und Blättern frisst und eine Reihe von Verdauungstricks erfunden hat. Zum anderen aber auch, weil er im Lauf seiner Evolution gelernt hat, seinen Stoffwechsel noch stärker herunterzufahren als andere Pflanzenfresser. Somit verbraucht und benötigt er weniger Energie, berichten nun Wissenschaftler aus China.

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The Science Of Race, Revisited

Ann Ronan Pictures/Print Collector/Getty Images
There’s no doubt that different groups of people can look very different from one another. But to contemporary anthropologists and sociologists, the notion that there are distinct “races” of human beings, each with its own specific attributes, doesn’t make much sense. 


By David Freeman|The Huffington Post

The same goes for biologists like Stanford University’s Dr. Marcus Feldman, who has done pioneering research on the differences between human populations.

Recently, HuffPost Science posed several questions about race and racism to Feldman. Here, lightly edited, are his answers.

Does the concept of race have any scientific validity? Or have biologists discarded the term?

Many biologists have replaced the term “race” with “continental ancestry.” This is because such a large fraction of the world has ancestry in more than one continent. The result is hyphenated nomenclature, which attempts to specify which continents are represented in one’s ancestry.

For example, our president is as European in his ancestry as he is African. It is arbitrary which of these an observer chooses to emphasize. Obama’s opponents overtly and by implication denigrate him because of his African ancestry. But he is equally European.

How did the concept of race originate?

Probably from Aristotle’s predilection with classification. But more recently with [German physician Johann Friedrich] Blumenbach’s classification in 1775 of the five human races.

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“Die Gier ist älter als der Kapitalismus”

Welche Wirtschaftsform entspricht am ehesten der Natur der Menschen? Hat die Evolution den Kapitalismus befördert? Um eine Antwort zu finden, hat sich Professor Eckart Voland ziemlich lange mit Topmanagern beschäftigt – und mit Affen.


Von Ann-Kathrin Eckardt|Süddeutsche.de

Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)
Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)

Als Professor für Biophilosophie hat Eckart Voland an der Uni Gießen 20 Jahre lang Verhaltensprofile von gefangen gehaltenen Halbaffen untersucht oder die Evolution des Gewissens analysiert. Viele Interviews hat er gegeben, doch bei dieser Anfrage hat er gezögert. Nicht, weil er seit drei Monaten in Rente ist, sondern weil er über den Kapitalismus und die Natur des Menschen reden soll. Mit diesem Thema hat er sich schon mal Ärger eingehandelt. Nach einem Vortrag musste er sich wüst beschimpfen lassen. “Ihr Kapitalismus ist so natürlich wie Polyester” war eine der harmloseren Tiraden. Aber dann hat er doch zugesagt. Gut gelaunt empfängt er in seinem leergeräumten Büro.

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Entdeckt:der Hundertfüßer aus der “Hölle”

Photo credit: Geophilus hadesi. Photo taken in situ in the Lukina jama–Trojama cave system, 980 meters (3,215 feet) below the surface, August 2011. J. Bedek CC-BY 4.0
Eine der tiefsten Karsthöhlen der Welt in Kroatien offenbart eine kleine zoologische Sensation: ein Spitzenraubtier für die Unterwelt.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Höhlen bilden ein ganz eigenes Ökosystem mit einer ganz eigenen Tierwelt, die im Dunkeln haust. Das belegt eine Art, die Biologen um Pavel Stoev von der Croatian Biospeleological Society in den Karsthöhlen des kroatischen Velebit-Gebirges entdeckt und neu beschrieben wurde: Geophilus hadesi, der Hadeshundertfüßer lebt noch in Tiefen von mehr als 1100 Metern unter der Erdoberfläche – was ihn zu einem der am tiefsten lebenden Organismen der Erde macht. Benannt nach dem griechischen Herrscher der Unterwelt kennzeichnen typische Merkmale den Gliederfüßer: Wie viele andere Höhlenbewohner besitzt er keine Augen – die in der Dunkelheit wenig nützen –, dafür aber verlängerte Fühler, mit denen er nach Beute und Hindernissen tastet. Um nicht unvermittelt in den Spalten abzustürzen, weisen seine Füße kräftige Klauen auf, mit denen er sich gut am Gestein festhalten kann. Zudem verfügt er wie seine oberirdisch lebenden Verwandten über Giftdrüsen an den Kieferwerkzeugen, mit denen er Beute fest packen kann.

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Inzest: Weniger risikoreich als gedacht

Rund eine Milliarde Menschen leben in Ländern, in denen Ehen zwischen nahen Verwandten üblich sind. Das kann gesellschaftliche Vorteile haben, birgt aber auch Risiken. In einer Studie wurde jetzt der generelle Einfluss des Verwandtschaftsgrads von Vater und Mutter untersucht, mit durchaus überraschenden Ergebnissen.


Von Volkart Wildermuth|Deutschlandfunk

Die Gene von Mutter und Vater haben weniger Einfluss auf die Kinder als gedacht. (imago / McPHOTO)

Fangen wir mit Charles Darwin an. Der Naturforscher hat nicht nur die Evolutionstheorie ersonnen, sondern sich auch mit Züchtungsversuchen beschäftigt. “Über den guten Einfluss der Kreuzung und die schädlichen Effekte der Inzucht”, lautet eine Kapitelüberschrift in Darwins Buch über Pflanzen- und Tierzucht. Er selbst war davon überzeugt, dass sich diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Das erfüllte ihn sein ganzes Leben lang mit Sorge, denn Darwin hatte Emma Wedgwood geheiratet, seine eigene Cousine. Drei ihrer zehn Kinder sind früh verstorben. Aber das war damals nicht ungewöhnlich. Mit den Mitteln der Genomforschung lässt sich heute der Einfluss der Verwandtschaft der Eltern sehr viel genauer abschätzen.

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Kurios: Spinnen “segeln” auf dem Wasser

Diese Spinne nutzt einen SPinnenfaden als Anker, um nicht unkontrolliert abgetrieben zu werden. © Alex Hyde
Gewiefte Seefahrer: Spinnen sind keineswegs hilflos, wenn sie ins Wasser fallen – ganz im Gegenteil. So strecken einige ihre Beine oder den Hinterkörper wie Segel in die Höhe, um sich vom Wind vorantreiben zu lassen. Andere werfen Spinnennetze aus, um sich an der Wasseroberfläche zu verankern. Wieder andere trippeln mit Hilfe ihrer wasserabweisenden Beine auf der Oberfläche entlang, wie Forscher im Fachmagazin “BMC Evolutionary Biology” berichten.


scinexx

Spinnen haben mehr Bewegungstricks auf Lager als einfach nur zu krabbeln: Einige schlagen Flickflacks, andere nutzen Spinnfäden und sogar kleine Netze, um sich vom Wind verwehen zu lassen. “Diese Verbreitung durch die Luft ist sogar einer der einflussreichsten Mechanismen, mit denen Spinnen große, sogar interkontinentale Distanzen zurücklegen können”, erklären Morito Hayashi von der University of Nottingham und seine Kollegen.

Schon Darwin staunte

“Sogar Darwin berichtete schon über fliegende Spinnen, die Kilometer von jedem Land entfernt auf das Deck der Beagle fielen”, so Hayashi. Doch genau dieser Lufttransport über See sorgte für Rätselraten unter Biologen. Denn für die Spinne ist das Risiko dabei enorm, abzustürzen und dann sozusagen schiffbrüchig auf dem Wasser festzusitzen oder sogar zu ertrinken. Eigentlich wäre damit diese Verbreitungsform viel zu riskant.

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Bakterien-Evolution: Wie die Pest zum Todesbringer wurde

Allein im 14. Jahrhundert starben etwa 50 Millionen Menschen an der Pest. Entstanden ist der Erreger aus einem relativ harmlosen Darmbakterium. Zwei Gen-Veränderungen machten es zum Todesbringer.


SpON

Pesterreger Yersinia pestis, Bild: wikimedia.org/PD

Bis heute ist die Pest nicht abschließend besiegt. Nun haben Forscher genauer untersucht, wie der tödliche Erreger entstanden ist. Wyndham Lathem und seine Kollegen von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago haben die Fähigkeiten verschiedener Erregerstämme verglichen, die Krankheit auszulösen.

Ausgangspunkt war das Darmbakterium Yersinia pseudotuberculosis, das Krankheiten im Verdauungstrakt verursachen kann, ohne einem Säugetier oder dem Menschen wirklich gefährlich zu werden. Aus ihm hat sich das Bakterium Yersinia pestis entwickelt – der Auslöser der lebensgefährlichen Pest. “Jedoch ist nicht bekannt, wann Yersinia pestis die Fähigkeit erwarb, eine fulminante Lungenentzündung zu verursachen”, schreiben die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

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de omnibus dubitandum

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