Verdächtige Spuren eines Ur-Ur-Amerikaners

© Tom Deméré, San Diego Natural History Museum Ein Steinfindling nahe der Knochenfundstelle – nach Überzeugung der Forscher ein Werkzeug der Ur-Ur-Amerikaner.
Wurde die Neue Welt nicht erst von Homo sapiens, sondern hunderttausend Jahre früher von einem Frühmenschen besiedelt? Die Gewaltspuren an den Überresten eines Mammuts erschüttern die Amerikaner.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Die Neue Welt wird von einer archäologischen Sensationsmeldung erschüttert. Wurde der amerikanische Kontinent womöglich von Menschen nicht nur einmal über die Beringstraße erobert, vor fünfzehn bis zwanzigtausend Jahren, wofür es längst klare Belege gibt, sondern zweimal und das schon vor mehr als 130.000 Jahren? Wenn es zutrifft, was Archäologen vom San Diego Natural History Museum in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ berichten, könnte die südkalifornische Ausgrabungsstätte eines Mammuts die gesamte Geschichtsschreibung der Neuen Welt auf den Kopf stellen. Denn vor 130.000 Jahren konnte es unmöglich ein moderner Homo sapiens gewesen sein, der den Weg über Asien und die nördliche Landbrücke zum amerikanischen Kontinent geschafft hatte. Es müsste wohl eine andere Frühmenschenart gewesen sein, die zu jener Zeit nach der ersten Auswanderungswelle aus Afrika den eurasischen Kontinent bevölkert hatte. Das aber lässt sich mit den Funden, die der Chefausgräber Thomas Deméré und seine kalifornischen Kollegen präsentieren, nicht eindeutig zeigen. Menschliche Überreste jedenfalls wurden nicht gefunden.

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Buckelwal-Nachwuchs „flüstert“

Ein Buckelwalweibchen mit ihrem Jungen im Exmouth Gulf in Westaustralien. © Fredrik Christiansen
Flüstern statt Singen: Buckelwale sind für ihre weithin schallenden Gesänge bekannt. Doch wenn die Walweibchen Junge haben, werden sie ganz leise: Mutter und Kind kommunizieren dann nur noch „flüsternd“, teilweise sogar nur über Berührungen, wie Unterwasseraufnahmen erstmals enthüllen. Der Grund für das „Flüstern“: Lautere Rufe könnten Orcas und andere Räuber anlocken – und für die wäre das Walkalb ein willkommenes Fressen.

scinexx

Buckelwale sind Langstrecken-Wanderer: Selbst wenn die Walmütter Nachwuchs haben, ziehen sie tausende Kilometer weit von ihren Winterquartieren in den Tropen bis in die Sommerquartiere in den Polargebieten. Für die Walkälber bedeutet dies: Nach ihrer Geburt in tropischen Meeeresbuchten müssen sie so schnell wie möglich wachsen und fit werden für die lange Reise.

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Weiterentwicklung der Evolutionstheorie?

Eva Jablonka, Marion J. Lamb
Evolution in vier Dimensionen
Aus dem Englischen von Martin Battran und Sabine Grauer

Bei Debatten rund um die Evolutionstheorie kommt das Gespräch heute rasch auf den Kreationismus, also die Auffassung, alle Lebewesen seien durch das Eingreifen eines schöpferischen Gottes in natürliche Vorgänge entstanden.

Von Maren Emmerich | Spektrum.de

Die Verfechter dieser Pseudowissenschaft artikulieren sich in den Vereinigten Staaten dermaßen lautstark, dass sie einen durchaus erheblichen Einfluss auf das Bildungswesen nehmen konnten. In Europa ist der Kreationismus eine Randerscheinung, findet aber Zulauf. Dazu mag beitragen, dass die Synthetische Evolutionstheorie, welche die klassischen Arbeiten von Alfred Russel Wallace und Charles Darwin mit der Genetik und anderen neueren Fachdisziplinen verknüpft, noch etliche Fragen offen lässt, obwohl sie wissenschaftlicher Konsens ist. Evolutionsbiologen arbeiten deshalb daran, die Theorie zu erweitern und die Wissenslücken zu schließen.

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Flores-Mensch: Uralter Ast im Stammbaum

Schädel und Unterkiefer LB1 von Homo floresiensis. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0/FunkMonk
Laut Skelettanalyse ist der mysteriöse „Hobbit“ von der Insel Flores „zu 99 Prozent ein enger Homo-habilis-Verwandter“. Das Ergebnis dürfte einiges an Kopfzerbrechen bereiten.

Von Jan Dönges | Spektrum.de

Wie der mysteriöse, archaisch ausschauende und vor allem auffallend kleinwüchsige Homo floresiensis, dessen Skelettteile Forscher 2003 in einer Höhle auf der Insel Flores fanden, in den Stammbaum der Menschheit einzusortieren ist, dafür stehen drei Theorien im Raum: Erstens könnte es sich um einen erkrankten Homo sapiens handeln; diese Theorie ist inzwischen eindeutig wiederlegt, denn der „Hobbit“ genannte Urmensch ist dafür zu alt. Zweitens könnte es sich um einen Homo-erectus-Verwandten handeln, dessen Unterart durch die begrenzten Ressourcen auf der Insel verzwergte; diese Theorie gilt vielen Forscher als plausibelste. Drittens könnte es sich um einen Verwandten einer noch urtümlicheren Menschenart handeln, die man bislang nur aus Afrika kennt, den Homo habilis; und diese Theorie sei richtig. Das meinen jedenfalls nun Forscher um Debbie Argue von der Australian National University in Canberra.

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Evolutionsbiologie: Leopoldina empfiehlt stärkere Präsenz in Lehrplänen und intensivere Forschung

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Die Evolutionsbiologie ist das übergreifende Erklärungsprinzip der Lebenswissenschaften. Aktuelle Fragen, wie zunehmende Antibiotikaresistenzen, Ausbreitung von Epidemien, neue Zivilisationskrankheiten oder soziale Konfliktlösung können mit evolutionsbiologischen Modellen beschrieben werden. Gemessen an ihrer gewachsenen Bedeutung sollten die modernen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie in Schule und Hochschule stärker vertreten sein. Darauf weist die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Stellungnahme „Evolutionsbiologische Bildung in Schule und Hochschule“ hin, die heute veröffentlicht wurde.

Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Die Evolutionsbiologie liefert Erkenntnisse zum Selbstverständnis des Menschen, zu seinen Interaktionen mit Umwelt und Mitmenschen, ökonomischem Handeln und kultureller Entwicklung. Viele Fragen, zum Beispiel auf welchen Wegen sich Krankheitserreger um die Welt bewegen, wie Bakterien Antibiotikaresistenzen entwickeln oder wie sich Krebszellen im Körper vermehren, lassen sich mit Hilfe der Evolutionsbiologie beantworten. Evolutionsbiologische Modelle zeigen Wege zur Lösung von Interessenkonflikten sowohl innerhalb von sozialen Gruppen, wie auch im ökologischen Kontext. Angesichts dieser in den letzten Jahrzehnten schnell gewachsenen Bedeutung sieht die Leopoldina Nachholbedarf im Umfang, den evolutionsbiologische Inhalte an Schulen und Hochschulen einnehmen, und formuliert dazu Empfehlungen.

Die Stellungnahme empfiehlt zunächst eine genaue Bestandsaufnahme der Situation in Forschung und Lehre und regt an, eine länderübergreifende Koordinierungsgruppe einzurichten. An den Universitäten empfiehlt das Papier, evolutionsbiologischer Forschung und Lehre eine zentralere und interdisziplinärere Rolle zu geben. Für den Schulunterricht befürwortet die Stellungnahme, dass die Evolutionsbiologie als „roter Faden“ des Biologieunterrichtes ab Klasse 5 etabliert wird. Die mitunter abstrakten Konzepte und Modelle sollten im Unterricht mittels anschaulicher Beispiele und Experimente vermittelt werden. Ein bundesweites Rahmen-Curriculum könnte dafür sorgen, dass das Thema Evolution nicht erst am Ende der Schulzeit seinen Platz findet. Die Stellungnahme fordert darüber hinaus, auch in anderen Schulfächern Berührungspunkte deutlich zu machen.

Die Stellungnahme Evolutionsbiologische Bildung in Schule und Hochschule ist Ergebnis einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus den Bereichen Evolutionsbiologie, Fachdidaktik und Schulpraxis.


Weitere Informationen:

http://www.leopoldina.org/de/evolutionsbiologie

Paarungsverhalten – Was für ein toller Kerl

© Picture-Alliance Nicht wie ein Pfau, sondern wie ein V sieht der ideale Männerkörper aus.
Der Evolutionsbiologe Michael Jennions über die Attraktivität der Geschlechter und den „March for Science“.

Von Sonja Kastilan | Frankfurter Allgemeine

Herr Jennions, derzeit wird viel über Geschlechterrollen debattiert. Was kann die Biologie zu dieser Diskussion beitragen?

Wenn man Tiere betrachtet, sind die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen meist sehr klar. Schaut man Fische, Frösche oder Insekten an, finden man sie eigentlich überall. Es wirkt nun mal bei den meisten Arten ein völlig anderer Selektionsdruck auf weibliche oder männliche Tiere. Biologen können über unterschiedliche Verhaltensweisen, Körpergrößen oder sogar Aspekte, die das Gehirn betreffen, sprechen. Man sollte allerdings vorsichtig sein, diese Sichtweise einfach auf den Menschen zu übertragen.

Was können wir über uns selbst lernen, wenn es dabei doch um Fische oder Winkerkrabben geht?

Es wäre sicherlich falsch, spezielle Merkmale in ihrer Bedeutung auf den Menschen zu übertragen, etwa Farbenpracht oder Körpergröße. Will man wissen, was für Menschen attraktiv erscheint, muss man es auch am Menschen herausfinden. Natürlich gibt es Prinzipien, die für mehrere Arten gleichermaßen gelten, weil die natürliche und die sexuelle Selektion unterschiedliche Merkmale für weiblich und männlich begünstigen. Das findet sich auch auf der genetischen Ebene. Vereinfacht ausgedrückt: Ein Gen, dass einen tollen Kerl prägt, würde wohl kein gutes Weibchen ausmachen. Wir sprechen dann von einem „interlocus sexual conflict“. Solche Prinzipien dürften für den Menschen ebenfalls gelten.

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Der Schlüssel zum Ursprung der menschlichen Sprache steckt in der Phonetik des Pavians

Makaken in Taiwan. Foto: CC0 Public Domain

Ist die menschliche Sprache sehr viel älter, als man bisher geglaubt hat? – Teil 3

Zu Teil 1: Die Zunge des Pavians

Zu Teil 2: Was der Affe spricht

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Es klingt unglaublich, nicht wahr? Aber unsere nächsten Verwandten, die Hominiden – Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan – besitzen nicht einmal ein elementares Pidgin. Man kann von ihnen nicht sagen, dass sie uns in spätestens sechs Millionen Jahren sprachlich eingeholt haben werden. Einzig die Bonobos piepsen sich gegenseitig im Befehlston an, in einem elementaren Binärkode, wie eine amerikanische Ampel: „Walk!“, „Don’t Walk!“ – „Tu das. Tu das nicht.“ Und sie verstehen die Message, weil sie die Blicke des Sprechenden deuten können. „Gib mir die Nuss.“ – „Nimm du den Stock dort.“ Das ist immer noch um Etliches weniger als Tarzans berühmtes „Me Tarzan. You Jane.“

Andererseits wiederum taten unsere Wissenschaftler sich schwer damit, ihre Scheuklappen abzuwerfen. 150 Jahre lang weigerten sie sich, den Neandertaler als „Menschen“ anzuerkennen, sie sprachen ihm beharrlich die Sprachfähigkeit ab. Mal fehlte ihm das Zungenbein, bis sich endlich einmal eines fand, in Israel. Dann wieder lag sein Kehlkopf zu hoch, wie bei den Hominiden. Er hätte also gar kein normales Timbre, wie wir es gewohnt sind, aufweisen können; bestenfalls hätte er alles, was er sagte, mit Falsetto-Stimme auf den einen Vokal „E“ reduzieren müssen.

Allan Wilson, der neuseeländisch-amerikanische Genetiker, der die These vom afrikanischen Ursprung aller heute lebenden Menschen entwickelte, vermutete ebenfalls, dass Neandertaler „sprachlos“ gewesen sein müssten. Sie starben aus, meinte er, weil beim Sex zwischen Homo sapiens und Neandertalern sprachlose Kinder gezeugt worden wären, die als „Dorftrottel“ für die nächste Generation sexuell wenig anziehend gewesen sein dürften. Das war durchaus noch die gängige These, als Wilson 1991 starb.

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Ulrich Kutschera über Meinungs-Unfreiheit und fehlende Debattenkultur

Ulrich Kutschera, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ U. Kutschera

Evolutionsforscher und Physiologe Prof. Ulrich Kutschera im KATH.NET-Interview: „Eine Meinungsfreiheit, wie sie im Grundgesetz verankert ist, kann ich derzeit in Deutschland kaum mehr erkennen.“

Von Petra Lorleberg | kath.net

Vor einem Jahr (April 2016) wurde ein angekündigter öffentlicher Vortrag des in Kassel und Stanford (USA) tätigen Evolutionsbiologen Professor Dr. Ulrich Kutschera von der Frauenbeauftragten der Universität Marburg verhindert. Die geplante Präsentation zum Thema „Evolutionstheorien heute“ musste storniert werden, da der streitbare Biologe damals in seinem Fachbuch, „Das Gender-Paradoxon (2016)“ die Geschlechterstudien als universitäre Pseudowissenschaft gekennzeichnet hat. KATH.NET befragte jetzt den Evolutionsforscher zu den Themengebieten „Meinungsfreiheit und deutsche Debattenkultur“ mit Bezug zur Flüchtlingskrise und Gender-Ideologie.

kath.net: Herr Prof. Kutschera, liegt die Diskussionskultur bei uns im Argen?

Prof. Kutschera: Das ist leider der Fall. Offene, faire Diskussionen, wie sie z. B. in den USA üblich sind, gibt es in Deutschland selten. Wir leben hier in einer kleinkarierten Neid-Gesellschaft, in der unabhängige Freidenker mit eigenen Ansichten und konstruktiven Ideen unerwünscht sind. Angepasste, unterwürfige Mitläufer ohne eigenes Profil werden hofiert und vom Staat bedient. Kreative Naturwissenschaftler (insbesondere Biologen) haben keine politische Lobby und sind, als Fachkräfte, auf dem Arbeitsmarkt kaum vermittelbar.

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Dogs Know Your Secrets

Image: MOTHERBOARD
Dog people know this: Dogs figure stuff out. They figure us out. That’s kind of their whole existence—we are their whole existence. Our behavior, our comings and goings, our habits. Dogs learn to communicate and they learn to manipulate. I like to say that my dog is a scientist of me. I’m his subject.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

What, exactly, dogs know is the subject of much debate. We are easier for dogs to study than dogs are for us to study. My own anecdotal experience as a dog owner is a bit biased, obviously. Dogs are also easy to project onto, to imagine as furry four-legged people. But dogs are just dogs, and the essence of dogginess, what it is to be and feel as a dog, is elusive. Try as we might.

A team of researchers at the University of Veterinary Medicine in Vienna has a new paper out in the journal Animal Cognition offering evidence that dogs are able to interpret human behavior for the purposes of uncovering hidden information. They can read us in a way that approaches „theory of mind,“ the ability to attribute mental states—beliefs, intents, desires—to oneself and to others. Having a theory of mind means understanding that others have their own motivations and understandings and that intuiting those motivations and understandings means being able to predict the behavior of those others.

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Gender Studies sind mehr Ideologie als Wissenschaft

Foto: Ruhr-Universität Bochum
Die erste Ausgabe des amerikanischen Magazins „National Geographic“ anno domini 2017 handelt nicht von exotischen Tieren, Ländern oder Völkern, wie es der naturverbundene Leser dieses Magazins erwarten würde. Nein, diesmal geht es nicht um Natur, sondern um die Verabschiedung aus derselben, um, so wird von den Vertreterinnen der Genderstudies behauptet, lupenreine Kultur: nämlich Gender.

Von Axel Meyer | Richard-Dawkins-Foundation

US-Cover zeigt ein neunjähriges Transgender-Mädchen, das “Gender Revolution” symbolisieren soll. Gender? In National Geographic? Chefredakteurin Susan Goldberg schreibt, sie wolle zeigen, „wie Menschen sich auf dem inzwischen breiten Gender-Spektrum einordnen”. Ein Kontinuum von Geschlechtlichkeit? Wirklich?

Die Ansichten über das Geschlecht, also das kulturelle, eben Gender genannt (und zu unterscheiden vom biologischen Geschlecht, Sex genannt), verschieben sich zurzeit schnell und radikal. Es gibt den Genderstudies zufolge nicht nur zwei Geschlechter, es gibt viele. Sie werden mittlerweile in über 50 verschiedene Kategorien eingeteilt, so viele bietet Facebook zumindest seinen Usern zur Selbstbeschreibung an.

Das Thema ist genau darum so heiß, weil es eben um Selbstwahrnehmung, also ums Selbstverständnis, also um Identität geht, versus objektiven naturwissenschaftlichen Kriterien. Die Genderlehre stützt sich auf die Selbstzuschreibung von Menschen: Wirklich ist das, was der einzelne für wirklich erklärt. Darüber hinaus verfügt sie – so die Meinung vieler Biologen – über kaum eine wissenschaftliche Evidenz. Von einer Ideologie zu sprechen, scheint daher legitim. Wer ihre Prämissen in Frage stellt, muss sich vorwerfen lassen, er nehme die Selbstzuschreibung der Menschen und also die Menschen selbst nicht ernst. Nun, er (meist der „Chauvinist“) wird wahlweise des Sexismus, des Rassismus oder der Ignoranz bezichtigt.

Der Genderismus wird seit zwanzig Jahren immer extensiver an westlichen Universitäten gelehrt, dem vermeintlichen Zentrum freien Denkens und Forschens. Der Anspruch ist ein offen normativer, sprich: die Eliten sollen den Gender-Diskurs verinnerlichen und so andere durch ihren Sprachgebrauch bekehren. Spätestens wenn alle Menschen genderlike reden, hat sich die Triftigkeit der Gender-Studies erwiesen: M2F, Polygender, Tman, Twoman, Two*person, Two-split person. Verstehen wir den Menschen wirklich besser, wenn wir ihm mehr als zwei Geschlechter zuordnen?

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Blutprobe im Bernstein

Diese Zecke hat das Blut eingesammelt – und wurde gemeinsam mit den Säuger-Zellen konserviert. © George Poinar
Außergewöhnlicher Fund: In einem 20 bis 30 Millionen Jahre alten Bernstein haben Forscher zum ersten Mal überhaupt konserviertes Blut eines Säugetiers entdeckt. Die Zellen sind mitsamt einer vollgesaugten Zecke in dem erstarrten Baumharz eingeschlossen – und halten eine weitere Überraschung bereit. Denn in dem Blut sind zudem krankmachende Babesien enthalten. Diese Parasiten infizieren noch heute die roten Blutkörperchen von Mensch und Tier.

scinexx

Das zu Bernstein erstarrte prähistorische Baumharz ist eine echte Zeitkapsel. Was einst in ihm eingeschlossen wurde, bleibt über Jahrmillionen konserviert. Ob Giftblume, Vogelflügel oder Dinosaurierschwanz: Die Bernstein-Fossilien öffnen immer wieder ein Fenster in eine vergangene Welt und versorgen Wissenschaftler mit wertvollen Einblicken.

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Oktopusse: Die Aliens sind unter uns

Um Feinde zu verscheuchen, ahmt Wunderpus photogenicus giftige Meerestiere wie etwa Feuerfische nach. (Foto: SILKE BARON; Prilfish / Flickr / CC by 2.0)
Acht Arme, drei Herzen, ein Gehirn bis in die Arme: Sie sind so bizarr, als wären sie Wesen von einem anderen Stern. Zugleich beeindrucken Oktopusse, Kraken und Kalmare durch Feinfühligkeit und Intelligenz.

Von Patrick Illinger | Süddeutsche.de

Acht Arme, manchmal auch zehn, dazu drei Herzen und ein Gehirn, das nicht nur im Kopf steckt, sondern bis in die äußersten Extremitäten verästelt ist. Farbe und Musterung der Haut passen sich in Sekundenbruchteilen der Umgebung an. Knochen haben sie keine, aber ein knackiges Gebiss. Und für die Fortbewegung steht ein Düsentriebwerk zur Verfügung. Braucht es noch mehr anatomische Details, um solche Wesen zweifelsfrei als Aliens zu identifizieren? Als nicht von dieser Welt?

Tatsächlich sind Cephalopoden, zu Deutsch Kopffüßler, und unter ihnen besonders der Oktopus, seit Millionen Jahren feste Bewohner der irdischen Biosphäre. Wer diese Kreaturen nur als Salat beim Griechen kennt oder als Monster aus alten Seefahrergeschichten, wird dem biologischen und philosophischen Phänomen Oktopus nicht gerecht. Es ist, als hätte die Evolution vor Urzeiten zwei Experimente gestartet, das eine führte zum Menschen, das andere zum Tintenfisch. Der letzte gemeinsame Vorfahr beider Spezies muss ein wurmartiger Glibber gewesen sein, der vor 600 oder 700 Millionen Jahren lebte – lange vor der kambrischen Explosion, die erdgeschichtlich als Urknall der Artenvielfalt gilt. Heute existieren Oktopusse in allen Größen, Farben und Formen. Von wenigen Zentimetern bis zu den sieben Metern Spannweite des Pazifischen Oktopus reicht ihre Größenskala. Noch größere Cousins, oft fälschlich als „Riesenkraken“ betitelt, sind tatsächlich Kalmare, deren Anatomie sich vom Oktopus unterscheidet.

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Was ist „Richard Dawkins: Evolution“?

Bild: RDF
Die Kickstarter-Kampagne für „Richard Dawkins: Evolution“ hat am 10. März 2017 begonnen.

Von Rich Stanton | Richard-Dawkins-Foundation

Ich hatte das Glück, mit beiden zusammen zu sitzen, Professor Dawkins und dem Entwickler des Spiels, Gordon Ross, um herauszufinden, was sie tun.

Das Ziel des Spiels ist bescheiden, 50000 Pfund Sterling, aber der Ehrgeiz grandios. Ich begann also mit der Frage, wie ein einzelner Mann, wenn auch mit Hilfe freier Mitarbeiter, etwas in dieser Größenordnung schaffen kann.

„Ursprünglich hatte ich ein probabilistisches Modell vor Augen, ein System etwa so, wie ich mir vorstelle, wie ‚No Man’s Sky‘ funktioniert, prozedural. Aber in unserem Fall haben wir dann doch… wissen Sie, interessanterweise erwähnte Richard sein Buch ‚Climbing Mount Improbable‘. Es ergab sich, dass die Technologie, die wir nutzen, von einem Unternehmen namens ‚Improbable‘ stammt.“

„Die Tests letzte Woche zum Beispiel, Richard würde es bestätigen, die früheren Prototypen, die wir auf dem Desktop laufen hatten, mit einer Population von etwa fünfhundert – wir landeten bei korallenartigen Wesen, fliegenden Kreaturen, allem möglichen, nur von diesem einfachen Startpunkt aus. Und sie evolvierten. So wie wir es bis jetzt machten, evolvierten sie in drei Stunden oder so. Aber jetzt haben wir eine Population von dreißigtausend, die in der ‚Cloud‘ läuft; sie spalten sich ab, migrieren, wandern über große Distanzen, werden isoliert, all diese Dinge. Interessante Effekte zeigen sich, wenn der Populations-Maßstab größer wird.“

Eines frage ich mich – wie wird die Evolution beobachtet? Vermutlich sitzt ihr nicht herum und seht zu, wie Wesen sich paaren und graduell sich verändernden Nachwuchs aufziehen?

„Stell dir ein Massen-Online-Gemeinschaftsspiel vor. Du läufst herum als diese kleinen Roboter, die selbst tatsächlich nicht evolvieren; es ist eher, wie auf einer Safari zu sein, oder Charles Darwin, der Proben sammelt. Wenn du etwas siehst, das dir gefällt, klonst du eine Kopie davon und behältst sie in der Stasis, ‚eingefroren‘.“

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Australien: Tausende Dino-Fußspuren entdeckt

Im Vordergrund sind einige der im australischen Walmadany entdeckten Dinosaurier-Fußspuren zu sehen. © Damian Kelly
„Tanzboden“ der Riesenechsen: In West-Australien haben Paläontologen tausende von Dinosaurier-Fußspuren entdeckt – darunter auch Riesenstapfen von 1,70 Metern Größe. Die 140 bis 127 Millionen Jahre alten Abdrücke stammen von mindestens 21 verschiedenen Dinosaurierarten, darunter sowohl Raubsauriern als auch großen Pflanzenfressern. Damit könnte dies die umfangreichste und vielfältigste Ansammlung von Dinosaurier-Spuren weltweit sein.

scinexx

Neben Skeletten hinterließen die Dinosaurier in vielen Regionen der Erde auch ihre Fußstapfen. Sie blieben konserviert, weil die Riesenechsen über weichen Schlamm liefen, der dann erhärtete und von schützendem Sediment überdeckt wurde. So haben Paläontologen bisher schon Dino-Abdrücke in Arizona und Alaska gefunden, aber auch in Schottland und sogar mitten in Deutschland.

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Wenn die Blume des Obskurantismus blüht

Symbolbild. Bild: hippo by swatts

Vor ein paar Wochen wurde auf der Webseite Dialog Theologie und Naturwissenschaften, der evangelischen Akademie im Rheinland, ein Leitartikel von Michael Blume unter der Überschrift: „Vertragen sich Religion und Evolution“, veröffentlicht.

Blume versucht Schnittmengen von Theologie und Evolutionstheorie auszuloten. Dem Prozess der Evolution ist das völlig egal, vollzieht er sich doch seit hunderten von Millionen Jahren ohne uns. Die Erst-Beschreibung des Prozesses, den Versuch Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, zu interpretieren ist Darwins Werk. Seine Fixierung der Evolutionstheorien.

Charles Darwins Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl ist wohl unstrittig das machtvollste Denkgebilde der letzten 200 Jahre. Die von ihm entwickelten Evolutionstheorien, Entwicklung der Organismen von der einfachen Zelle zum komplexen Organismus und die natürliche Auslese rissen einen Krater in die Gedankenwelt göttlicher Schöpfung. Das imago dei und heute lebende Affen haben gemeinsame Vorfahren. Die metaphorische Schöpfungsgeschichte der Bibel ein Märchen. Der gläubige Darwin wusste die Bedeutung dessen richtig einzuschätzen, er fühlte den scheinbare Mord, seiner Ehefrau musste er wiederholt bestätigen, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht auf die Menschen zutrafen. Auch wenn er in späteren Lebensjahren eine agnostische Position einnahm, Gott wurde von ihm nicht in Frage gestellt. Man könnte es durchaus Darwins Dilemma nennen. Gefangen im Glauben an den Gott der Bibel und den Schöpfungsberichten zeigen die Fakten eine andere Geschichte auf. Die Entwicklung des Lebens, vollzogen durch eine Maschine namens Evolution. Die Evolution ist, wer einigermaßen rational Denken kann, ein Faktum. In den Naturkundemuseen unserer Welt sind Millionen Tatsachen gesammelt und anschaulich, bildend dargestellt. Wir können durch Jahrmillionen der Entwicklungsgeschichte des Lebens wandern. Lücken sind benannt, was wir nicht Wissen als Nichtwissen dargestellt. Verblödete Zeitgenossen argumentieren dergestalt, dass der Teufel all diese gesammelten Fossilien(Fakten) versteckte, um die Sinne der Menschen zu verwirren. Die Erde 6.000 Jahre alt sei und der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Das sind die harten Fälle religiöser Verwirrung.

Unerheblich, welche mentalen Übungen religiöse Menschen unternehmen müssen, um anzuerkennen, dass ihre Weltsicht nicht stimmig mit den Fakten darstellbar ist. Wie religiöse Wissenschaftler evolutionstheoretische Fakten mit ihrem Weltbild in Übereinklang bringen ist deren Problem und muss uns nicht interessieren.

Die Darwinsche Kränkung wirkt fort, das Dilemma ebenso. Frömmler wie Michael Blume versuchen es mit einer Minimax-Strategie. Wenn ich schon nicht gewinnen kann, mach den Gegner, Anti-Theisten, Atheisten, Brights, was auch immer, bei sich jeder bietenden Gelegenheit fertig. Kinder handeln so, derartige Szenarien finden wir im Sandkasten unserer Kindheit, wir können darüber Lachen, Blume nicht. Man möchte meinen den „Leidartikel“ für die Plattform Dialog & Naturwissenschaften hat ein Fellow des Discovery Institutes geschrieben.

Blume kritisiert alles was mit evolutionär attributiert ist. Da es in seinen Argumentation-Rahmen passt erfindet er den Begriff der evolutionären Religionskritik. Nochmal, Darwin ist für ihn gut, da er Gott nicht in Frage gestellt hat. Nun verteidigt er, mit frömmelnder Obskuranz, Darwin gegen die Ungläubigen. Das er sozialdarwinistisch argumentiert ficht ihn nicht an, Minimax-Strategie. Eine saubere Trennung, nämlich den Unterschied von Darwinismus, der aus Darwins Idee eine Ideologie macht und Sozialdarwinismus darzustellen nimmt er nicht vor.

Religionskritiker erhoben dabei den Anspruch, durch die Wissenschaften seien Religionen „widerlegt“ worden und nicht wenige beriefen sich auch gleich auf die Evolutionstheorie, um sozialdarwinistische, rassistische und eugenische Menschenverachtung salonfähig zu machen.Leitartikel von Michael Blume: Vertragen sich Religion und Evolution?

Großzügig unterschlägt er, in bester Manier eines Propagandisten, die Verwerfungen seines Gottesglaubens, historisch allemal.

Blume lässt seinen Geist fließen. Richard Dawkins verzeiht er den Begriff des Gotteswahns nicht. Er findet eloquente Begründungen für das Zusammengehen von Evolutionstheorie und Religion. Dawkins hat ihn zutiefst gekränkt. Er will nicht gotteswahnsinnig sein und schon gar nicht als solcher verstanden werden. Den Argumenten, derer sich Dawkins bedient geht er aus dem Weg, stattdessen formuliert er, durchaus neurotisch, eine evolutionäre Religionskritik, die ebenso evolutionär entstanden ist wie die Religion.
Methodisch ist es nicht neu, was Blume zu bieten hat. Er nimmt Anleihen in der New Age Esoterik. Der „evolutionäre“ Theismus Teilhard de Chardins hat es ihm angetan, jener Jesuit, der selbst am Massensterben einen Anlass zur Freude sah. Das Universum sei ein selbst denkendes Objekt. Es entwickelt sich zum Omega-Punkt, an dem die gesamte Schöpfung, einschließlich der Menschheit, eins mit der Gottheit werden würde. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob am LHC in Genf nicht Bruchstücke exotischer Materie entkommen sind, die mit dem ein oder anderen Religioten in Berührung kamen.

Blume mischt schlechte Geschichte mit fragwürdiger Wissenschaft. Mit seiner Argumentation, dass Wissenschaft für die Vertrauensverluste verantwortlich sei, die sich in Fake News, Verschwörungstheorien und sogenannten postfaktischen Wissen niederschlagen. Seine eigenen, religiös begründeten Weltsichten bezieht er nicht ein. Blume kennt den Plan Gottes und er lässt die armen dummen Menschen teilhaben an seinem Wissen. Die bösen Atheisten, wie Dawkins et al sind in seinem Plan nicht enthalten.

Immanuel Velikovski, Rael, Graham Hancock, Erich von Däniken, Zecharia Sitchin und Michael Drosnin haben in unterschiedlichen Themenbereichen kreationistische Hypothesen formuliert. Blumes Argumentation kommt ca. 20 Jahre zu spät, was ihn nicht daran hindert seine krude Pseudowissenschaft unters Volk zu bringen.

Formulierte Dawkins sinngemäß: „Meme sind kulturelle Information die durch Imitation weitergegeben werden.“ So nennt Blume Meme „virusartige“ Gebilde.

Der christliche Glaube selbst, wie jede Religion, ist ein erfolgreiches Mem. Das bekommt Frömmler Blume nicht in den Kopf. Wenn Gene die Grundbausteine des Lebens sind, sind Meme die Grundbausteine der Kultur. Das war Dawkins Anliegen.  Dass Meme in ihre deskriptiven Begrifflichkeit kritikwürdig sind ist unbestritten.

Blume spricht vom Vertrauensverlust der Wissenschaft, es sind Leute wie er, die Resultate, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sozial interpretieren, dabei völlig außer acht lassen, dass die Naturwissenschaften ein Werkzeug sind um unsere Realität zu erkennen und zu beschreiben. Es ist Sache der Politik aus den Erkenntnissen, wenn notwendig, Gesellschaftsrelevantes umzusetzen. Dass das Anwenden wissenschaftlicher Erkenntnis politisch unerwünscht ist sieht man anhand der Klimapolitik der aktuellen US-Regierung.

Blume unterteilt Menschen in Gruppen von Gläubigen, die eine hohe Reproduktionsrate haben, dass Kinder erst durch Indoktrination zu Gläubigen gemacht werden verschweigt er geflissentlich. Hohe Reproduktionsraten, bei Religiösen, sichern diesen einen evolutionären Überlebensvorteil. Er schwadroniert vom Tod des Atheismus. Atheistische Gesellschaften haben keinen Bestand. Da Atheisten eine niedrigere Reproduktionsrate haben. Was wäre denn, wenn Kindstaufen erst ab der Volljährigkeit möglich wären? Und Eltern ihren Zöglingen die Wahl, das Ob und Wenn einer religiösen Weltsicht überließen. Es gibt nicht wenige, auch Gläubige, die von einer Zwangstaufe reden, da man sich als Kleinkind gegen die Wahl der Eltern nicht wehren könne. Vor allem hat dies nichts mit Evolution zu tun, sondern ist eine sozio-kulturelle Angelegnheit. Signifikant, Blume weiß nicht was Evolution ist. Wenn dem so wäre, warum müssen Kinder getauft werden? Warum muss ein großer Zauber veranstaltet werden, um Kinder christlich, islamisch, jüdisch usw. werden zu lassen? Warum lässt der allmächtige Zausel im Himmel sein Volk nicht gläubig auf die Welt kommen? Man sollte Blume ein Labor geben und ihn ein paar Jahre Gene sequenzieren lassen, vielleicht findet er ja das Gottesgen. Gekennzeichnet mit C-E/K, I, J, H, B usw.

Der Höhepunkt Blumescher Religionssudelei findet sich am Ende. Theologie als Hüter der Wahrheitsfrage(n).

Schon jetzt gehören kirchliche Akademien, Institute und Bildungswerke zu den letzten Orten außerhalb der Hochschulen, an denen überhaupt noch Wahrheitsfragen im weltanschaulichen und interdisziplinären Dialog bearbeitet werden.ebenda

Und hier lässt er die Katze aus dem Sack der ewiggültigen Wahrheiten. Um die geht es ihm. Dass das Evolutionäre keine schlussendlichen Wahrheiten kennt übersteigt seinen Horizont und damit führt er seinen ganzen Leidartikel ad absurdum. Esoterisch-religiöser Stuss, New-Age-Esoterik mit kreationistischer Attitüde.

Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass er an einer Theologie für Alle arbeitet. Sichtbar vermeidet Blume Attribute wie christlich oder islamisch. Vom Kreationismus scheint er sich zu distanzieren, dem Grunde nach ist er selbst ein Anhänger diese obskuranten Weltsicht.  Wir sind gespannt, wenn er den ersten Artikel bei Wort&Wissen veröffentlicht und die ganzheitliche Suche nach der Arche befördert.

„Je größer der Dachschaden um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

Vielleicht entdeckt Michael Blume die Problematik der „evolutionären Homöopathie“ für sich, vielleicht gelingt es ihm das Gedächtnis des Wassers vom Anbeginn bis heute zu entschlüsseln und theologisch zu deuten, den Omega-Punkt dürfte er eh nicht erleben.

 

Muss der Dino-Stammbaum umgeschrieben werden?

Die große Halle im Museum für Naturkunde in Berlin, Quelle: bb
Paläontologische Sensation: Der Stammbaum der Dinosaurier muss vielleicht komplett umgekrempelt werden. Denn neue Fossilanalysen sprechen dafür, dass die beiden bisherigen Hauptgruppen der Dinos – die Vogelbecken- und die Echsenbecken-Dinosaurier – falsch sind. Stattdessen könnten Tyrannosaurus und Co enger mit den Vogelbecken-Dinos verwandt sein als mit den bisher als ihre Schwestergruppe geltenden Sauropoden.

scinexx

Fast 130 Jahre lang schien klar: Die Dinosaurier teilen sich in zwei große Gruppen auf. Auf der einen Seite stehen die Vogelbecken-Dinosaurier – Ornithischia – mit bekannten Vertretern wie dem Triceratops oder Stegosaurus. Die zweite große Gruppe bilden die Saurischia mit ihrem eher echsenähnlichen Becken. Zu ihnen gehören gängiger Lehrmeinung nach sowohl langhalsige, pflanzenfressende Sauropoden wie Brachiosaurus und Brontosaurus als auch räuberische Theropoden wie der berühmte Tyrannosaurus rex.

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Graue Mausmakis: Die kleinsten Primaten der Erde

Die Weibchen der Grauen Mausmakis leben in Gruppen, die Männchen sind hingegen Einzelgänger.Foto: imago/blickwinkel
Ihr Gehirn wiegt nur zwei Gramm, trotzdem sind Mausmakis ziemlich schlau. Mit den riesigen Knopfaugen erkennen sie Beute auch bei wenig Licht.

Von Marcel Kunzmann | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind klein, flauschig – und ihre Körperteile sind für manch Überraschung gut. Im Halbdunkel des Nachttierhauses, versteckt zwischen dicken Ästen, leben die Mausmakis des Berliner Zoos. Während draußen die Sonne hoch am Himmel steht, turnt der Mausmaki munter durchs finstere Kellergehege, immer in dem Glauben, es sei gerade Nacht. Der umgedrehte Tag-Nacht-Zyklus ist vor allem im Interesse der Besucher, denn die kleinen Makis gehen erst nach Einbruch der Dunkelheit auf große Raubzüge: von Blütennektar über Insekten bis hin zu Fröschen steht allerlei auf dem Speiseplan der gefräßigen Äffchen.Mausmakis

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Vorhölle mit Vergnügungspark

Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Im 27 Millionen Dollar teuren Kreationisten-Museum im US-Bundesstaat Kentucky erklären evangelikale Christen ihren Besuchern die Welt. Jetzt wurde in eine 100 Millionen Dollar teure Arche Noah investiert.

Von Sabine Mezler | General Anzeiger

Der Garten Eden liegt in Kentucky, die Arche Noah auch. Und beide haben dieses Jahr etwas zu feiern: das Paradies im Kreationisten-Museum sein zehnjähriges Bestehen, das biblische Schiff – ein 155 Meter langer, 100 Millionen Dollar teurer Nachbau der Arche – den Beginn des ersten richtigen Geschäftsjahres.

Geschaffen wurden beide Attraktionen, die gern auch als „Disneyland für Darwin-Gegner“ bezeichnet werden, von der AiG, der Evangelisten-Gemeinde „Answers in Genesis“ unter der Führung von Ken Ham. Wie der Name schon sagt, nimmt die Organisation die Bibel wörtlich und findet alle Antworten im ersten Buch Mose. Weshalb sie weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um Orte entstehen zu lassen, in denen sie ihre Sicht auf die Welt vermitteln und die Menschen vor den vermeintlichen Irrlehren der Evolutionstheorie bewahren kann.

Am Anfang schuf Ham dazu 2007 das Kreationisten-Museum in Petersburg im US-Bundesstaat Kentucky, um (O-Ton) einen „Gegenpol zu den evolutionsgeschichtlichen Ausstellungen zu bilden, die den Geist gegen die Heilige Schrift und Jesus Christus, den Erschaffer des Universums, verdrehen“.

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Auf dem Weg zum künstlichen Leben

Hefepilze gehören ebenso wie der Mensch zu den eukaryontischen Lebewesen.Foto: Waltraud Grubitzsch/picture alliance/dpa
Forschern ist es gelungen, sechs der 16 Chromosomen der Bäckerhefe nachzubauen. Damit wollen sie testen, welche Bausteine der DNS verzichtbar sind – und so die Gentherapie verbessern.

Von Sascha Karberg | DER TAGESSPIEGEL

Mit Mycoplasma mycoides JCVI 1.0 ist es einem Team um Genomforscher Craig Venter schon 2010 gelungen: eine künstliche Variante eines Bakteriums im Labor zu konstruieren. Jetzt ist das „Synthetic Yeast Genome Project“, das„Synthetic Yeast Genome Project“, auf dem besten Weg, auch das Erbgut einer hoch entwickelten, komplexen Eukaryonten-Zelle zu synthetisieren – aus denen im Prinzip auch der Mensch zusammengesetzt ist.

Während Venter für seine erste künstliche Minizelle nur etwa eine Million DNS-Bausteine zusammenbasteln und in eine Mycoplasmazelle stecken musste, muss das Sc2.0-Konsortium insgesamt zwölf Millionen Bausteine rekonstruieren, die in 16 Chromosomen unterteilt sind. Das erste Chromosom der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae wurde schon 2014 von Jef Boeke vom Institut für Systemgenetik der New York University synthetisiert.

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Evolutionstheologie: 7 Tage Schöpfung ins Genom gequetscht

Bild, theologie-naturwissenschaften.de
Bild, theologie-naturwissenschaften.de

Wie die planvolle Schöpfung eines gütigen Gottes mit den Zufällen der Evolution zu vereinbaren sei, ist die zentrale Fragestellung des vorliegenden Buches von Wolfgang Schreiner. Der Autor ist Professor für Medizinische Computerwissenschaften, also Naturwissenschaftler und zudem „praktizierender Christ“. Diese Wortwahl macht deutlich, aus welchem christlichen Milieu der Autor kommt und er kann daher recht treffend darstellen, welche Probleme sich für ein bestimmtes christliches Selbstverständnis aus der Konfrontation mit den Evolutionsprozessen ergeben, wenn man diese nicht kreationistisch weginterpretieren will. Insofern ist das vorliegende Buch ein sehr ehrliches Buch.

Von Dr. Andreas Losch | Dialog Theologie & Naturwissenschaften

Wenn die evolutionären Genomveränderungen, mit denen sich der erste Teil des Buches befasst, tatsächlich zufällig verlaufen, wäre der Mensch ein Zufallsprodukt, seine Besonderheit in der Natur in Frage gestellt. Wie könnte man dann noch von seiner absichtsvollen Erschaffung durch Gott reden? Und wie lassen sich die vielen negativen Genomveränderungen, die Leiden und Krankheit verursachen, mit der Vorstellung eines gütigen und planenden Gottes zusammendenken? Wäre ein solch „würfelnder“ Gott noch gerecht?

Der Autor möchte den naturwissenschaftlichen Fakten ebenso gerecht werden ebenso wie dem Wortlaut der Bibeltexte, wobei er sich dessen bewusst ist, dass deren spätere Rezeption und Interpretation durchaus zu hinterfragen ist (S. 53). Den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sind die ersten fünf Kapitel des Buches gewidmet, in denen anschaulich auf den Erkenntnisweg der Naturwissenschaften eingegangen und dann recht detailliert der Prozess der evolutionären Genomveränderungen geschildert wird.

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