Teils hunderte Kilometer: Elektrische Felder lassen Spinnen fliegen

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. (Foto: Michael Hutchinson/dpa)
Sie haben keine Flügel, fliegen aber trotzdem: Einige Spinnen lassen sich an Fäden baumelnd über weite Strecken durch die Luft tragen. Der Wind ist dabei wohl nicht das einzige Transportmittel.

n-tv.de

Einige Spinnen können elektrische Felder in der Luft wahrnehmen und sich mit ihrer Hilfe transportieren lassen. Sie spüren die Elektrizität mit winzigen Haaren an ihrem Körper, berichten Forscher der University of Bristol im Fachblatt „Current Biology“. „Wir wissen nicht, ob elektrische Felder nötig sind, um das ‚Luftschiffen‘ der Spinnen zu erlauben“, erläutert Erica Morley. „Wir wissen aber, dass sie dazu ausreichen.“

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. Die Tiere klettern dazu auf eine Anhöhe, etwa eine Blüte, stellen sich auf die Zehenspitzen und recken ihren Hinterleib in die Höhe. Dann bilden sie mehrere Seidenfäden, die sie auffächern, und werden schließlich an ihnen baumelnd in die Luft gehoben. Sie können auf diese Weise hunderte Kilometer überwinden.

Im Altweibersommer fallen häufig die Netze der Baldachinspinnen (Linyphiidae) auf, die sie meist in Bodennähe auf Wiesen spinnen. Die Fäden, an denen sie durch die Luft segeln, sollen einer Erklärung zufolge an die Haare alter Frauen erinnern – daher womöglich der Name Altweibersommer.

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Für eine Gruppe von Affen hat die Steinzeit begonnen

foto: imago/erhard nerger Weißschulter-Kapuzineraffen (Cebus capucinus imitator) sind offensichtlich geschickte Handwerker: Einige Individuen haben gelernt, Nüsse und Muscheln mit Steinen zu knacken.
Überraschenderweise macht der Werkzeuggebrauch bei benachbarten Kapuzineraffen in Panama keine Schule

derStandard.at

Während der Großteil der Menschheit die Steinzeit seit rund 4.000 Jahren hinter sich gelassen hat, sind einige Affenarten gerade dabei, in eben diese einzutreten. Drei Primaten-Populationen waren bisher bekannt, die sich den Alltag durch die Verwendung von Steinwerkzeugen erleichtern: Eine Gruppe von Schimpansen in Westafrika, eine Makakenhorde in Thailand und Kapuzineraffen der Gattung Sapajus in Südamerika. Letztere setzen möglicherweise sogar bereits seit 700 Jahren Werkzeuge aus Stein ein.

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Forscher verwandeln Schmetterling durch das Ausschalten von Genen

foto: william h. piel/antónia monteiro Der afrikanische Schmetterling Bicyclus anynana ohne (links) und mit künstlichen Mutationen (rechts).

Farbe und Beschaffenheit der Flügel eines afrikanischen Schmetterlings werden durch die selben Pigmentgene bestimmt

derStandard.at

Pigmente und die Feinstruktur der Flügel verleihen Schmetterlingen ihre charakteristischen Farben und Muster. Forscher konnten nun zeigen, dass sich die Farbe und die Beschaffenheit der Flügel durch die Manipulation der selben Pigmentgene verändern lassen. Das ermöglicht nicht nur neue Einblicke in die Genetik der Insekten, sondern könnte auch für biotechnologische Anwendungen interessant sein. Die Ergebnisse sind im Fachblatt „Cell Reports“ erschienen.

„Unsere Arbeit zeigt, dass die Farbe und Struktur der Flügelschuppen eng miteinander verbunden sind, weil Pigmentmoleküle auch die Struktur der Schuppen beeinflussen“, sagte Studienleiterin Antónia Monteiro von der National University of Singapore. Für ihre Studie untersuchten Monteiro und Kollegen den in Ostafrika verbreiteten Schmetterling Bicyclus anynana, der üblicherweise braun ist.

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Ulrich Kutschera – Homo-Ehe: Staatlich-kirchliche Zementierung von Fehlverhalten?

Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera im kath.net-Interview über seine Ansichten zu Aussagen u.a. der Kardinäle Marx und Schönborn zur „Homo-Problematik“ – Seine Erfahrungen mit dem vieldiskutierten kath.net-Interview vor einem Jahr

kath.net

Am 5. Juli 2017 ist auf kath.net ein Interview mit dem Titel „Ehe für alle? Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht“ veröffentlicht worden. Der Text war an die Leser des Fachbuchs „Das Gender-Paradoxon“ gerichtet. Die Aussagen des befragten Autors, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, wurden mit großem Interesse aufgenommen und vielfach kommentiert. Allerdings wurden einige seiner kritischen Bemerkungen zum Homo-Adoptionsrecht auch mit negativen Stellungnahmen kommentiert. Wir fragten den Evolutionsbiologen nach den Ereignissen im vergangenen Jahr und seinen Ansichten bzgl. der Aussagen zweier prominenter Katholiken sowie einem Vertreter des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ) zur „Homo-Problematik“.

kath.net: Herr Prof. Kutschera, heute vor einem Jahr (5. Juli 2017) ist bei uns Ihr umstrittenes Interview zur „Ehe für alle“ erschienen, das zu heftigen Attacken gegen Sie geführt hat – wie verliefen die letzten 12 Monate, und wie geht es Ihnen heute?

Prof. Kutschera: Hervorragend! Als Kreationismus-Kritiker bin ich derartiges gewohnt und daher relativ immun gegenüber verbalen Angriffen. Ein weiteres arbeitsreiches Jahr im Dienste der deutschen Wissenschaft liegt hinter mir. Ich konnte, neben der aufwändigen Arbeit an einem neuen Physiologie-Lehrbuch, in Kooperation mit führenden US-Kollegen renommierter Elite-Universitäten eine stattliche Zahl englischsprachiger Publikationen erstellen und veröffentlichen. Hierdurch ist es mir gelungen, mein bereits sehr gutes Ranking bei Research Gate (dem Facebook der Naturwissenschaftler) nochmals nachzubessern – Details würden als Angeberei missverstanden werden. Der Wissenschafts- und Technologiestandort Deutschland lebt von derartigen Leistungen, die nur mit enormem Arbeitsaufwand zu erreichen sind (Überstunden, Urlaubsverzicht) und die Integration in ein harmonisch funktionierendes internationales Biologen-Netzwerk erfordern.

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„Lucys“ Kinder kletterten doch

Die Fußknochen des Vormenschen-Kinds (links) im Vergleich zu einem erwachsenen Australopithecus-Fuß (rechts oben) © Jeremy DeSilva/ Cody Prang
Strikte Zweibeiner? Die Australopithecus-Frau „Lucy“ und ihre Artgenossen liefen wohl doch nicht ausschließlich auf zwei Beinen. Dies legen nun die fossilen Fußknochen eines Kleinkinds dieser Vormenschenart nahe. Die anatomischen Merkmale des Mädchens sprechen dafür, dass es zwar aufrecht gehen konnte – sich aber auch noch kletternd fortbewegte. Zumindest im Kindesalter könnten die Vormenschen demnach verhältnismäßig viel Zeit auf Bäumen verbracht haben.

scinexx

Der Mensch geht aufrecht auf zwei Beinen – ganz anders als seine engsten noch lebenden Verwandten, die Menschenaffen. Doch wann hat sich dieses Alleinstellungsmerkmal entwickelt? Diese Frage wird unter Anthropologen seit jeher intensiv diskutiert. Dabei scheint sich abzuzeichnen, dass die Entstehung des typisch menschlichen Gangs weit in die Evolutionsgeschichte zurückreicht.

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Testosteron steuert Konsumverhalten

Teure Jacke, dicke Zigarre und edler Champagner: Warum konsumieren Männer solche Statussymbole? © Porpeller/ istock
Materielles Imponiergehabe: Ob Rolex-Uhr oder Luxus-Auto – der Hang, sich solche Statussymbole zu kaufen, wird bei Männern vom Testosteronspiegel beeinflusst. Wie eine Studie enthüllt, verstärkt das männliche Sexualhormon das Imponierverhalten und verleitet die Herren der Schöpfung zum Konsum von Luxusgütern. Ähnliche Zusammenhänge sind auch aus dem Tierreich bekannt, wie Forscher berichten: nur dass Tiere mit ihrem Geweih oder ihrem Federkleid angeben anstatt mit ihrem dicken Auto.

scinexx

Während der Paarungszeit ziehen die Männer der Tierwelt eine wahre Show ab: Es geht darum zu zeigen, wer der Schönste, der Stärkste, der Beste ist – und so die Gunst der Weibchen zu erlangen. Zu diesem Zweck trällern Vogel-Männchen etwa Balzgesänge und imponieren Hirsche mit ihrem prächtigen, frisch gewachsenen Geweih.

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Koala: Er schläft 22 Stunden – dann frisst er giftige Blätter

Lecker – aber nur für Koalas Quelle: Getty Images
Koalas sind rätselhaft. Sie ernähren sich von Eukalyptus – der Stoffe enthält, die für die meisten Tiere tödlich wären. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, wie sie das machen.

Von Valentin Frimmer | DIE WELT

Eine Häufung spezieller Detox-Gene in ihrem Erbgut schützt Koalas vor den Giftstoffen in Eukalyptusblättern. Das schlussfolgern Forscher, nachdem sie erstmals das Erbgut der knuffigen Beuteltiere entschlüsselt haben. Es umfasst 26.000 Gene und ist etwas größer als das des Menschen, schreibt das Team um Katherine Belov von der australischen Universität Sydney im Fachmagazin „Nature Genetics“.

Von den genetischen Informationen erhoffen sich die Wissenschaftler Hinweise darauf, wie die Spezies effektiver geschützt und kranke Tiere besser behandelt werden können. „Das Erbgut ist für die Bemühungen, diese biologisch einzigartige Spezies zu erhalten, eine Art Sprungbrett“, sagte Belov.

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Kreationismus in deutschen Grundschullehrplänen

Dass der Kreationismus überall dort blüht, wo fundamentalistische Kräfte walten, ist längst bekannt. Aber nicht nur in Ankara oder Kansas wird jungen Menschen das „Intelligent Design“ vermittelt, in deutschen Grundschulen ist das Unterrichten der Schöpfungsgeschichte die Regel und die Evolutionstheorie die Ausnahme. Die Analyse von über 70 Lehrplänen hält noch andere Überraschungen bereit.

Von Helge Brunswick | hpd.de

Gerade im Grundschulalter stellen Kinder elementare Fragen zu sich und der Welt. Diese Fragen aufzugreifen und in eine Erweiterung des Horizontes und der Erkenntnis zu wandeln, ist Aufgabe einer jeden Lehrkraft. Doch deutsche Grundschulen nutzen diese Chance nicht, wenn es um die Frage geht, woher der Mensch stammt.

Schon rein quantitativ zeigt sich: das Wort „Evolution“ kommt nur in zwei Lehrplänen vor, die „Schöpfung“ ist in über 30 Lehrplänen erwähnt. Die Evolutionstheorie wird, wenn sie denn überhaupt Eingang in den Unterricht findet, nicht dort vermittelt, wo sie hingehört. Kein einziger Sachkundelehrplan in Deutschland nimmt sich dem Thema an.

Der Bock zum Gärtner

Die religiösen Lehrpläne besetzen eine Lücke, die im Sachkundeunterricht klafft. Immerhin: in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und im Saarland werden naturwissenschaftliche Konzepte in ihrer inhaltlichen Aussagekraft biblischen Erzählungen übergestellt. So sei der Schöpfungsmythos „heute nicht mehr als naturwissenschaftliche Aussage zu interpretieren“, wie es im Lehrplan zum Fach „Evangelische Religion“ im Saarland heißt.

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War er Darwins Ideengeber?

Der Geologe Robert Jameson war Darwins Professor – und er verfasste damals bereits Texte zur Evolutionstheorie. © historisch
Von seinem Lehrer inspiriert? Charles Darwin könnte entscheidende Ideen zu seiner Evolutionstheorie schon während seines Studiums in Edinburgh aufgeschnappt haben. Denn wie sich jetzt herausstellt, hat sein damaliger Geologieprofessor schon im Jahr 1826 einen Schlüsseltext zur Evolutionstheorie veröffentlicht – anonym. Erst jetzt hat eine Analyse mittels künstlicher Intelligenz den wahren Autor dieses wegweisenden Artikels identifiziert.

scinexx

Der britische Naturforscher Charles Darwin gilt heute als der Vater der Evolutionstheorie. Sein Werk „The Origin of Species“ – zu deutsch „Die Entstehung der Arten“ – legte den Grundstein für so fundamentale biologische Prinzipien wie den Artbegriff, die Selektion und die Entstehung und Weiterentwicklung von Spezies.

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Pferde erkennen unseren Tonfall

Aufmerksame Zuhörer: Pferde können unsere Gemütslage an unserem Tonfall ablesen. © Ayaka Takimoto
Feines Gespür für die Stimme: Pferde können offenbar nicht nur den emotionalen Gehalt unserer Mimik verstehen – sondern auch unseren Tonfall richtig deuten. Ein Experiment zeigt: Die Tiere reagieren irritiert, wenn sie zum Beispiel ein wütendes Gesicht sehen, aber eine zufriedene Stimme dazu hören. Sie erkennen demnach, dass beide Signale nicht zusammenpassen.

scinexx

Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd ist im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte immer enger geworden. Die Tiere begleiten uns nunmehr seit mindestens 5.000 Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, uns perfekt zu verstehen. So können sie gezielt mit ihren menschlichen Besitzern kommunizieren und sogar den emotionalen Gehalt unserer Mimik erkennen, wie Studien nahelegen.

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Out of Africa oder Multiregionalismus?

Den Neandertaler muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Pumuckl, Pipi Langstrumpf, Sams und dem britischen Außenminister. Rekonstruktion eines männlichen homo neanderthalensis mit Kind, Naturhistorisches Museum, Wien. Bild: Wolfgang Sauber/CC BY-SA-4.0
Teilen wir Europäer mit den Mbuti-Pygmäen aus dem Kongo die gemeinsamen Vorfahren? Sind wir gar eine Promenadenmischung aus Neandertalern und Indern? Sieht fast so aus, wenn es nach einer molekularbiologischen Studien aus China geht

Jörg Albert | TELEPOLIS

Etwa seit den 80er Jahren gibt zwei konkurrierende Erklärungsmodelle zum geografischen Ursprung des modernen Menschen: die multiregionale und die (einmalige) „Out of Africa“-Hypothese.

Im multiregionalen Modell wird die menschliche Evolution als Ergebnis einer Ausdehnung des Homo erectus im frühen und mittleren Pleistozän über Afrika hinaus dargestellt. Danach führte eine lokale Differenzierung zur Entstehung lokaler Bevölkerungen, die schließlich den anatomisch modernen Menschen (anatomically modern humans AMH) in vier unterscheidbare Gruppen (Afrikaner, Europäer, Ost-Asiaten und Australoide) hervorbrachten. Homo war eine einzige Spezies, seit ihre Art vor zirka 2,3 bis 2,8 Millionen Jahren in Fossilien auftauchte.

Unterstützung findet dieses Modell in Ausgrabungen von Fossilien und steinzeitlichen Artefakten. Allerdings fehlt ein schlüssiger molekularbiologisch Nachweis. Autosomale Daten (die ersten 22 Chromosomenpaare des Menschen), die für einen gemeinsamen Vorfahren sprechen, reichen 1,5 Mio. Jahre, aber nicht 2,5 Mio. Jahre zurück. Zusätzlich geht das multiregionale Modell von einer fortlaufenden Vermischung (gene flow) der verschiedenen Menschengruppen aus.

Deutliche Schwierigkeiten bestehen bei diesem Modell in der klaren Trennung zwischen archaischer und moderner weiblicher und männlicher DNA (mtDNA und Y-DNA, das jeweils 23. Chromosomenpaar), das Fehlen archaischer mtDNA und Y-DNA im modernen Menschen und das junge Alter der modernen Y (ca. 100.000 Jahre) und mtDNA (ca. 200.000 Jahre).

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Luigi-Tartufari International Prize für Axel Meyer – Herzlichen Glückwunsch

Prof. Axel Meyer, PH.D., Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz.
Bild: ebenda
Der Konstanzer Biologe Prof. Dr. Axel Meyer erhält den Luigi-Tartufari International Prize der italienischen Nationalakademie

Julia Wandt Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Konstanz

Gerade kehrte er von einem Sabbatical am Radcliffe Institute for Advanced Study an der Harvard University nach Konstanz zurück. Nun wird der Zoologe und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Axel Meyer am 22. Juni 2018 in Rom mit dem Luigi-Tartufari International Prize der italienischen Academia Nazionale dei Lincei ausgezeichnet. Eines der ersten Mitglieder dieser Akademie war der italienische Universalgelehrte Galileo Galilei. Axel Meyer wird er für seine Forschung in den Bereichen Molekular-, Zell und Evolutionsbiologie verliehen. Die italienische Nationalakademie ehrt den Konstanzer Biologen für sein wissenschaftliches Gesamtwerk, für das er bereits vielfach ausgezeichnet wurde.

Axel Meyer zählt zu den weltweit führenden und meistzitierten Experten auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie. Er hat mehrere Jahrzehnte lang gültige Lehrbuchdogmen widerlegt und leistete Pionierarbeit in der Verwendung genetischer Daten in der Evolutionsbiologie. Durch empirische Daten widerlegte das Labor von Axel Meyer das Dogma, dass Artentstehung nur durch geographische Barrieren stattfinden kann. In den Kraterseen Nicaraguas konnte er außerdem zeigen, dass sich die Evolution bei bestimmten Fischarten unabhängig voneinander wiederholt hat. Für dieses Projekt erhielt er einen ERC Advanced Grant des European Research Council (ERC), verbunden mit einer Förderung von 2,5 Millionen Euro.

Durch Verwendung genetischer Daten wurden in der Evolutionsbiologie vergleichende Analysen mit bahnbrechenden Ergebnissen möglich. So konnte Axel Meyer mit genomischen Daten zeigen, dass in den Vorfahren aller Fische eine Verdopplung des gesamten Genoms stattfand und so Fische zunächst doppelt so viele Gene hatten wie Landwirbeltiere, wie zum Beispiel Amphibien, Vögel, Reptilien und Säugetiere – einschließlich dem Menschen. Auf der Grundlage des bislang größten und informationsreichsten Datensatzes, der je analysiert wurde, war er jüngst an der Lösung des Rätsels um die entwicklungsgeschichtlichen Beziehungen zwischen Wirbeltieren beteiligt. Es konnte gezeigt werden, dass Lungenfische näher mit den Menschen verwandt sind als der Quastenflosser oder dass Schildkröten näher mit Vögeln und Krokodilen verwandt sind als mit Eidechsen und Schlangen. Die derzeitige Forschung der Arbeitsgruppe von Axel Meyer versucht eine Brücke zwischen dem äußeren Erscheinungsbild von Arten und deren genetischen Grundlagen zu schlagen, um besser zu verstehen, welche genetischen Unterschiede für Anpassungen und Artunterschiede verantwortlich sind.

Axel Meyer hat in Marburg, Kiel, Miami, Berkeley und Harvard studiert und wurde im Alter von 28 Jahren zum Assistenzprofessor an der State University in New York berufen und dort mit 33 Jahren Associate Professor mit Tenure-Track. Er erhielt Rufe von weltweit führenden Universitäten, bevor er den Ruf auf die Professur in Konstanz als Nachfolger von Hubert Markl im Alter von 36 Jahren annahm. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen – darunter die Carus-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (2009), den Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2000) und ein Guggenheim Fellowship (1996). Den EMBO-Preis der European Molecular Biology Organisation für Kommunikation in den Lebenswissenschaften erhielt er für seine Bemühungen um die verständliche öffentliche Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Inhalte (2007). In allen drei genannten wissenschaftlichen Gesellschaften ist Axel Meyer Mitglied. Das Magazin Cicero nahm ihn in seine Liste von 2007 der 500 wichtigsten Intellektuellen Deutschlands auf.

Die Accademia dei Lincei wurde 1603 in Rom gegründet. Ihr Engagement für die Naturwissenschaften und ihr wissenschaftlicher Ansatz auf der Grundlage der neuen experimentellen Methoden machten sie zur weltweit ersten wissenschaftlichen Akademie. Der Internationale Prof. Luigi Tartufari-Preis wird in den vier Disziplinen Mathematik, Astronomie, Physik und Chemie sowie Molekular-, Zell- und Evolutionsbiologie an italienische und internationale Forscherinnen und Forscher vergeben. Als höchste kulturelle Institution Italiens ist die heutige italienische Nationalakademie offizielle Wissenschafts- und Kulturberaterin des italienischen Staatspräsidenten.

Faktenübersicht:
• Luigi-Tartufari International Prize für den Konstanzer Evolutionsbiologen Prof. Dr. Axel Meyer
• Forschungspreis der italienischen Nationalakademie Academia Nazionale dei Lincei zeichnet das Gesamtwerk des Konstanzer Biologen aus
• Pionierarbeit durch den Einsatz genetischer und genomischer Daten.

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos können im Folgenden heruntergeladen werden:
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Bildunterschrift:
Prof. Dr. Axel Meyer
Bild: Marco Schilling

https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2018/Bilder/Mit_Daten_gegen_…
Bildunterschrift: (v.l.) Andreas Härer, Dr. Julián Torres-Dowdall, Prof. Dr. Axel Meyer und Dr. Melisa Olave.
Bild: Ricardo Rayo

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

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T. rex war kein Zungenakrobat

Wilde Züngelei: So beweglich wie hier dargestellt war die Zunge des T. rex wohl gar nicht. © Spencer Wright
Falsches Bild: Mit gefletschten Zähnen und herausgestreckter Zunge verfolgt der Tyrannosaurus seine Beute. Diese in der Populärkultur durchaus bekannte Darstellung scheint nicht korrekt zu sein. Denn eine Studie zeigt: Wie die meisten Dinosaurier hatte der T. rex ein äußerst kurzes Zungenbein. Dadurch war seine Zunge wie bei heutigen Krokodilen wahrscheinlich ziemlich unbeweglich. Weit herausstrecken konnte er sie somit nicht – ganz anders als etwa die urzeitlichen Flugsaurier.

scinexx

Kein anderer Dinosaurier beflügelt die Fantasie wohl mehr als der Tyrannosaurus rex. Der Mensch ist so fasziniert von diesem König der Kreidezeit-Räuber, dass er ihn immer wieder durch Kunst und Film zum Leben erweckt – der Blockbuster „Jurassic Park“ sei hier nur als eines von vielen Beispielen genannt.

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Irenäus Eibl-Eibesfeldt hielt uns den evolutionären Spiegel vor . . .

Irenäus Eibl-Eibesfeldt (2005). Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Peter Korneffel
. . . und war als einer von wenigen Biologen bereit, den Mund aufzumachen und sich mit der Politik der 68er anzulegen.

Kurt Kotrschal | Die Presse.com

Die Liebe kam mit der Mutter-Kind-Bindung in die Welt. Als dies Irenäus Eibl-Eibesfeldt (IEE) 1970 in seinem Buch „Liebe und Hass“ darlegte, konnte er noch nicht wissen, dass ihn die moderne Biopsychologie spektakulär bestätigen würde: ein Beispiel dafür, dass IEE ein Mann der großen Würfe war, weitsichtig und sicherlich kein Elfenbeintürmler. Ihm in einer Würdigung gerecht zu werden, ist ob der Fülle seiner Verdienste einfach; oder schwierig, wenn dazu nämlich der Platz fehlt.

Sein Lebenswerk wurde in einer Reihe von Nachrufen eingehend gewürdigt, darum konzentriere ich mich hier auf ein paar mir wichtige Punkte. Einer der größten bleibenden Verdienste von IEE ist es sicherlich, dass er den oft krausen Vorstellungen mancher Sozial- und Humanwissenschaftler vom Wesen des Menschen empirische Ergebnisse entgegenstellte. Dass er davon bereitwillig und nahezu missionarisch politisch-gesellschaftliche Schlussfolgerungen ableitete, brachte ihm viel Zustimmung – auch von „falscher“ Seite – und einiges an Kritik ein, nicht immer ganz zu Unrecht.

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Early Earth’s Habitability Could Boost the Chances of Alien Life

An artist’s concept of the early Earth. While still fairly inhospitable compared to today, the early Earth may have had a more moderate climate and ocean temperature and pH than had been thought. Credit: NASA
The conditions on the early Earth have long been a mystery. But researchers from NASA and the University of Washington have now devised a way to account for the uncertain variables of the time, in turn discovering that our planet may have been more temperate long ago than previously thought.

By Joelle Renstrom | SPACE.com

By applying these findings to other rocky planets, the researchers conclude that the timeframe and likelihood of life persisting elsewhere is greater than first thought.

Given that we have no rocks or other material from Earth’s first 500 million years, approximations of conditions on our planet during that time have varied widely. Some picture early Earth as wracked by volcanic eruptions and bubbling with lava, while others envision a world asleep and encased in ice. [7 Theories About the Origin of Life on Earth]

Earth’s 4.5-billion-year history leaves room for many geological phases and „people have used all kinds of different geochemical datasets to get some measure of surface conditions,“ said the study’s lead author, Joshua Krissansen-Totton of the University of Washington.

The researchers focused on the Archean Eon, 4 billion to 2.5 billion years ago, shortly after the formation of Earth’s crust, atmosphere and oceans. It’s also when life likely emerged.

The difficult part is in deducing ocean pH and global temperature, about which estimates fluctuate drastically, from alkaline to corrosively acidic and from minus 13 to 185 degrees Fahrenheit (minus 25 to 85 degrees Celsius).

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DNA: Doch kein eindeutiger Code?!

Der genetische Bauplan aller Lebewesen setzt sich aus Abfolgen vier chemischer Basen zusammen. © Ktsimage/ thinkstock
Translation nach dem Zufallsprinzip: Forscher haben eine Hefeart entdeckt, die eine grundlegende Regel der Genetik auf den Kopf stellt. Denn eine bestimmte Abfolge von DNA-Basen wird bei ihr nicht immer in dieselbe Aminosäure übersetzt. Stattdessen wird im Falle der Basenkombination CTG zufällig zwischen zwei Varianten entschieden. Damit ist diese Hefe das erste bekannte Lebewesen, bei dem die Eindeutigkeitsregel des genetischen Codes ungültig ist.

scinexx

Eigentlich ist die Sache klar: Unsere DNA enthält die Bauanleitung für all das, was uns ausmacht. Dieser genetische Code setzt sich aus Sequenzen vier chemischer Basen zusammen: Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, kurz A, T, C und G. Folgen aus drei Basen-Buchstaben werden in der Zelle jeweils in eine Aminosäure übersetzt – diese Verbindungen sind die Bausteine der für unseren Körper so wichtigen Proteine.

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Das geistige Leben der Bienen

Bild: dpa
Bienen sind besonders kluge Insekten. Der Verhaltensforscher Lars Chittka legt dafür eindrucksvolle Belege vor. Sollte man deshalb von einem Bewusstsein der Bienen sprechen?

Von Wolfgang Krischke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Gehirn der Biene ist nach dem menschlichen das vollkommenste in der gesamten Natur, fand der belgische Schriftsteller Maurice Maeterlinck. Sein „Leben der Bienen“ gehört zu den wenigen Werken des einst gefeierten Literaturnobelpreisträgers, die noch nicht gänzlich in Vergessenheit geraten sind. Zu den Kennern dieses 1901 erschienenen Buchs gehört der Verhaltensforscher Lars Chittka, der zurzeit Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin ist. Er und sein Team haben im Freiland und im Labor der Londoner Queen-Mary-Universität staunenswerte Beobachtungen und Experimente mit Honigbienen und Hummeln gemacht. In ihrem Licht erscheint Maeterlincks Bewunderung für den „Intellekt“ der Bienen weniger abwegig, als sie auf den ersten Blick wirken mag.

Dass Bienen ein hervorragendes Orientierungsvermögen haben und Meister der Staatenbildung sind, ist lange bekannt. Aber die zugrundeliegenden Verhaltensweisen galten bislang als rein instinktiv.

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Vogelfeder und Vogelflug durch die Brille des Kreationismus

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Warum die Kritik an der Evolution scheitert. Ein Kommentar zu: ‚Wort und Wissen‘ Special paper B-17-1

Hansjörg Hemminger | AG EvoBio

Bei dem Ende 2017 erschienenen „Special Paper“ zur Evolution des Vogelflugs handelt es sich um eine Fleißarbeit, die auf 117 Seiten eine Vielzahl von Informationen bietet. Thematisch spannt es den Bogen von der Anatomie und Physiologie der Vogelfeder über historische und neue Hypothesen zur evolutionären Entstehung von Federn und Vogelflug bis zu grundsätzlichen Überlegungen zur Methode der Modellbildung in der biologischen Evolution. Der Zweck des Papiers ist, mit der von WORT UND WISSEN bekannten argumentativen Strategie die Evolution von Vogelfeder und Vogelflug als unwahrscheinlich darzustellen. Die funktionell-morphologischen Zusammenhänge werden in Belege für ihren Kreationismus – genau genommen für „Intelligent Design“ – umgemünzt. Diese Zielsetzung wird bereits in der Einleitung (S.4) formuliert:

 

„Die Möglichkeit einer Schöpfung – einer willentlichen, zielorientierten Hervorbringung durch einen geistbegabten Schöpfer – kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Die Festlegung auf den naturalistischen Ansatz, wonach nur Naturgesetze, Zufall und plausible Randbedingungen in Erklärungen zugelassen, ist wissenschaftstheoretisch nicht zu rechtfertigen und führt zu Zirkelschlüssen. Zahlreiche Befunde im Bau von Federn und in der Fossilüberlieferung sowie das nachhaltige Scheitern naturalistischer Entstehungshypothesen zur Entstehung von Vogelfeder und Vogelflug können als Indizien für einen Schöpfer gewertet werden.“

 

Bemängeln als Grundton

Ein Merkmal der Argumentationsstrategie wird schnell offensichtlich: Eingestreut in die lexikalische Darstellung von Daten, Methoden und Theorien finden sich Bemerkungen dergestalt, dass eine komplizierte Struktur nicht überzeugend evolutionär ableitbar und eine hypothetische evolutionäre Entwicklung nicht zu belegen sei. Die Evolution der betreffenden Strukturen sei deshalb methodisch wie inhaltlich fragwürdig. Manche dieser Anmerkungen sind schon auf den ersten Blick abwegig, wie etwa auf S.32 die Feststellung, dass ein fossil bekannter Dinosaurier wegen seiner beachtlichen Größe „für eine stammesgeschichtliche Verbindung mit Vögeln … völlig ungeeignet“ sei. Diese Behauptung zielt nicht auf die Fakten, sondern auf die Intuition von Laien, die sich eine Abstammungsbeziehung von einem tonnenschweren Theropoden zu einer Blaumeise schwer vorstellen können. Zu fossilen Indizien für die Entstehung der Vogelfeder wird im Fazit JUNKERs gesagt:

„Die größte Vielfalt an unterschiedlichen, z. T. heute nicht mehr vorkommenden Integumentanhängen (Dino-Flaum, bandartige Federn, Konturfedern) ist entgegen der evolutionären Logik gerade zu Beginn der fossilen Überlieferung der betreffenden Formen verwirklicht.“

Sollte der Befund so sein wie behauptet, stünde dem keinerlei evolutionäre Logik entgegen (falls damit theoretische Schwierigkeiten gemeint sind). Er spräche eher für als gegen eine stammesgeschichtliche Ableitung der Vogelfeder von solchen Integumenten.

Unsachgemäße Kritik tritt immer dann gehäuft auf, wenn JUNKER die Hypothese diskutiert, dass der aktive Vogelflug sich bei gleitfliegenden, baumbewohnenden Theropoda entwickelt habe. Da diese Hypothese viel für sich hat (JUNKER zitiert die entsprechende Literatur selbst), wirken die in Tab.2 aufgelisteten Gegenargumente an den Haaren herbeigezogen. Zum Beispiel liest man dort: „Gleitflug ist eher ein gegenüber dem Schlagflug abgeleitetes Verhalten.“ Angesichts der Tatsache, dass es zahlreiche Wirbeltiergruppen gibt, die konvergent zu Gleitfliegern wurden und von denen keine aktiv flugfähige Vorfahren hat, ist diese Aussage mehr als irreführend. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass gleitfähige, kleine Theropoden aktiv fliegende Vorfahren hatten. Die einzige Begründung, die sich im Text findet, lautet, dass sich unter den aktiv fliegenden Vögeln einige Gruppen auf den Gleit- und Segelflug spezialisierten, ohne die aktive Flugfähigkeit aufzugeben. Richtig ist, dass segelfliegende Vögel auch gleiten, das heißt passiv in einem flachen Winkel abwärts segeln können. Von einem aus dem Schlagflug „abgeleiteten“ Verhalten zu sprechen, ist so unsinnig wie zu behaupten, der vierfüßige Gang sei gegenüber dem aufrechten Gang des Menschen ein evolutionär abgeleitetes Verhalten, weil Menschen (wenn es sein muss) sich auch auf allen Vieren fortbewegen können.

JUNKER nimmt dieses Argument selbst nicht ernst, denn ansonsten argumentiert er umgekehrt, nämlich dass sich aus dem Gleitflug der aktive Flug nicht habe entwickeln können. Unter anderem dient dem ein Argument, das lautet: „Bereits Gleitflug benötigt Kontrollmechanismen.“ Dass das Gleiten bestimmte motorische Fähigkeiten erfordert, ist selbstverständlich, die übrigens bereits für Baumbewohner erforderlich sind, die aktive Sprünge im Geäst ausführen. Doch warum sollte ein noch sehr rudimentärer Gleitflug Kontrollmechanismen benötigen, die über das hinausgehen, was bereits im Verhaltensrepertoire der Theropoden angelegt ist? Menschen sind keine Flieger, stammen aber von baumbewohnenden Primaten ab: Sie können problemlos lernen, mit Gleitschirmen und Drachen umzugehen, ohne dass dafür neue Hirnstrukturen nötig wären. Nichts spricht gegen eine Entwicklung von sprungfähigen Baumbewohnern zu Gleitfliegern und, über weitere funktionale Stufen, zum aktiven Flug.

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Raben rufen strategisch um Hilfe

Raben rufen nur dann um Hilfe, wenn es sich lohnt. © Frank Schulenburg/ CC-by-sa 4.0
Geschickt taktiert: Biologen haben einen weiteren Beleg für die hohe soziale Intelligenz von Raben gefunden. Denn wenn die Vögel können bei einem Streit mit Artgenossen sehr genau abschätzen, ob sich ein Hilferuf lohnt. Sind ihre Verwandten oder Partner im Publikum, rufen sie diese herbei. Sind vorwiegend Verbündete des Angreifers präsent, lassen sie dies. Das demonstriere das komplexe Sozialsystem dieser Krähenvögel und ihre erstaunlich fortgeschrittenen sozialen Taktiken, so die Forscher.

scinexx

Raben sind äußerst intelligente Vögel: Sie können zählen, Werkzeuge nutzen und sogar vorausschauend planen. Noch ausgeprägter aber ist ihre soziale Intelligenz. Die in komplexen, sich ständig verändernden Verbänden lebenden Krähenvögel wissen sehr genau, wer welchen sozialen Rang bekleidet und mit wem sich eine Teamarbeit lohnt.

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Pfeilgiftfrösche: mit bunten Farben warnen – und tarnen

Im leuchtend bunten Tarnkleid: der Färberfrosch Dendrobates tinctorius. (Bild: James B. Barnett)
Ihre Haut hat ein grellgelbes Muster auf blauschwarzem Hintergrund: Färberfrösche, die zu den Pfeilgiftfröschen gehören, sind durchaus auffällig. Und trotzdem gut getarnt, wie eine neue Untersuchung zeigt.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Unter Tarnung stellt man sich normalerweise etwas anderes vor als die leuchtend bunten Farben des Färberfrosches (Dendrobates tinctorius). Tatsächlich gilt die bunte Färbung der Pfeilgiftfrösche, zu denen er gehört, gemeinhin als Warnfarbe, mit der die Tiere ihre Giftigkeit signalisieren und so Räuber abschrecken. Doch nun haben Forscher herausgefunden, dass die Knallfarben zumindest des Färberfroschs auch der Tarnung dienen, wie sie in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreiben.

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