7.000 neue Spezies auf der Roten Liste der bedrohten Arten

Die Roloway-Meerkatze zählt heute zu den seltensten Primaten Afrikas. Die IUCN stuft sie als „stark gefährdet“ ein.
Foto: Hans Hillewaert [cc;3.0;by-sa]

Insgesamt hat die Weltnaturschutzunion die Lage von 105.000 Arten untersucht. 28.000 davon sind direkt vom Aussterben bedroht

derStandard.at

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat der Roten Liste 7.000 bedrohte Arten hinzugefügt. In der neuesten Fassung der Roten Liste sind somit 105.000 Arten aufgeführt, von denen 28.000 als direkt vom Aussterben bedroht gelten. „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo“, erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar.

Primaten, Fische und Bäume sind demnach vor allem durch die Rodung der Wälder und Überfischung bedroht. Im Mai hatte der Weltrat für Biodiversität (IPBES) in seinem Bericht gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten schon „in den kommenden Jahrzehnten“ ausgestorben sein könnte, sollte die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht ändern. Die Wissenschafter forderten vor allem „tiefgreifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

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Auch Schwebfliegen wandern

Die Hainschwebfliege ist eine von 450 in Deutschland vorkommenden Schwebfliegen-Arten. © Will Hawkes

Vom Festland auf die Insel: Auch Schwebfliegen gehören zu den Zugtieren unter den Insekten. Wie Radarbeobachtungen enthüllen, pendeln jedes Jahr bis zu vier Milliarden dieser Tiere zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland hin und her. Die Schwebfliegen sorgen dadurch für wichtigen Nachschub an Bestäubern und transportieren auch Pollen und Nährstoffe über den Ärmelkanal, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

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Zugvögel sind nicht die einzigen Tiere, die im Rhythmus der Jahreszeiten um die Welt reisen. Auch manche Fische, Säugetiere und sogar Insekten pendeln alljährlich zwischen ihren Winter- und Sommerlebensräumen. So legt beispielsweise der Monarchfalter auf seinem Weg zwischen Nord- und Südamerika viele tausend Kilometer zurück und auch der Distelfalter oder die Wanderlibelle sind echte Langstreckenflieger.

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Hautfarben im chromatischen Geplapper

Unscheinbares Genie. Der Octopus vulgaris oder Gemeine Krake.Foto: picture alliance / dpa

Kraken sind die intelligentesten Meeresbewohner. Wie funktioniert ihr Bewusstsein? Und wie verhält es sich zu unserem? Wissenschaftsphilosoph Peter Godfrey-Smith spürt diesen Fragen nach.

Von Charlotte Szasz | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind neugierig, abenteuerlustig und frech. Kraken passen sich schnell an neue Situationen an und haben eine rasche Auffassungsgabe. Laborsituationen jedoch sind ihnen unangenehm. Spüren sie es, beobachtet zu werden, beginnen sie selbst, ihr Gegenüber zu studieren. Sie erkennen Menschen und Situationen sogar wieder. Das geschieht nicht stets zum Vorteil der Forscher. Listig widersetzen sie sich Experimenten und bringen ganze Forschungsvorhaben zum Scheitern, indem sie Versuchslampen ausknipsen, Wissenschaftler attackieren oder einen Versuchsaufbau vernichten.

Die Intelligenz von Kraken bemisst sich nicht an der Fähigkeit, sich besonders sozial zu verhalten, wie es in der Tierpsychologie für viele andere Gattungen behauptet wird. Tatsächlich lassen sich Kraken nur mühevoll auf Reiz-Reaktions-Schemata der klassischen Konditionierung ein. Ihr Trotz veranlasste ungeduldige Forscher in der Vergangenheit oft zu qualvollen Experimenten. Sie setzten Elektroschocks ein, um Nervenströme zu messen, und Sektionen ohne Betäubung: Diese wurden erst vor wenigen Jahren verboten.

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Taucher filmten Lungenqualle von gewaltiger Größe

Video: Das selten große Exemplar einer Lungenquallen kam den Forschern vor der Küste von Cornwall vor die Linse. BBC News

Normalerweise wird Rhizostoma pulmo allenfalls halb so groß. Das nun im Ärmelkanal beobachtete Tier hatte die Ausmaße eines erwachsenen Menschen

derStandard.at

Schon durchschnittlich große Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) bieten mit ihren annähernd einen Meter durchmessenden Schirmen einen beeindruckenden Anblick. Doch jenes Individuum, das die Biologin Lizzie Daly und der Kameramann Dan Abbott kürzlich vor der Küste von Falmouth in der englischen Grafschaft Cornwall beobachten konnten, überbietet alles, was man bisher von dieser Spezies kennt: Das gewaltige Exemplar war praktisch so groß wie ein erwachsener Mensch.

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Vormenschen: Muttermilch als Notversorgung

Die Mütter der Vormenschenart Australopithecus africanus stillten ihre Kinder rund ein Jahr lang, nutzten ihre Milch aber auch Jahre später noch als Notnahrung für den Nachwuchs .© Juan Ramon Rodriguez Sosa / CC-by-sa 2.0

Schon vor gut zwei Millionen Jahren stillten Vormenschen-Mütter ihre Kinder ähnlich lange wie wir – etwa ein Jahr lang. Doch anders als heutige Kinder bekam der Nachwuchs des Australopithecus africanus auch Jahre nach dem Abstillen immer wieder vorübergehend Muttermilch, wie Zahnanalysen belegen. Offenbar sollte dies Perioden des Nahrungsmangels überbrücken, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Muttermilch ist für Neugeborene überlebenswichtig. Denn der reichhaltige Cocktail an Proteinen, gesunden Fetten und Botenstoffen enthält Substanzen, die das Immunsystem des Kindes stärken, gegen Allergien schützen, seine Darmflora in Schuss halten und seine Hirnentwicklung fördern. Ob und wie lange ein Kind gestillt wird, ist daher für seine spätere Gesundheit enorm wichtig. Gleichzeitig hat der Zeitpunkt des Abstillens auch Auswirkungen auf die Fortpflanzung: Stillt die Mutter früh ab, kann sie schneller wieder schwanger werden.

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Bildung einer neuen Spezies: 1 + 1 = 3

Der Kleine Entensturmvogel ist Teil einer interessanten evolutionären Dreiceckskonstellation.Foto: Peter Ryan

Forscher stoßen auf besonderen Fall von Hybridisierung bei Sturmvögeln: Durch Vermischung entstandene Art ist sogar erfolgreicher als die Eltern

derStandard.at

Ein internationales Team um den Biologen Juan Masello von der Universität Gießen hat festgestellt, dass die Kreuzung zweier eigenständiger Arten eine völlig neue fortpflanzungsfähige Art hervorbringen kann. Offenbar ist der Kleine Entensturmvogel (Pachyptila salvini) aus der Kreuzung des Taubensturmvogels (Pachyptila desolata) mit dem Großen Entensturmvogel (Pachyptila vittata) entstanden.

Sturmvögel gehören wie Albatrosse – und anders als Möwen – zur Ordnung der Röhrennasen. Allesamt sind sie Meeresvögel mit langen Schwingen und eher kurzen Schwänzen. Die weitverbreiteten Sturmvögel kommen vor allem auf der Südhalbkugel vor und haben dort auch die Antarktis erobert.

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Triceratops-Verwandter lief auf zwei Beinen

Der Auroraceratops ist ein früher Verwandter des Triceratops, anders als dieser lief er jedoch auf zwei Beinen. © Robert Walters

Noch zweibeinig: Forscher haben Fossilien eines frühen Triceratops-Verwandten untersucht – mit spannenden Ergebnissen. Ihre Analysen zeigen, dass der Auroraceratops deutlich kleiner war und weniger imposanten Gesichtsschmuck besaß als sein berühmter Nachfahre. Anders als die gehörnten Dinosaurier aus der späten Kreidezeit scheint dieser Dinosaurier zudem noch auf zwei anstatt auf vier Beinen unterwegs gewesen zu sein.

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Neben dem Tyrannosaurus gehört der Triceratops heute wohl zu den bekanntesten Dinosauriern. Ihn und andere Vertreter der gehörnten Dinosaurier stellen wir uns typischerweise als Nashorn-ähnliche Wesen mit beeindruckenden Hörnern und Nackenschilden vor, die auf vier kräftigen Beinen durch die urzeitliche Welt stapften.

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Ein Dino mit Eidechse im Magen

Auf dem Speiseplan des Microraptors standen offenbar auch Eidechsen. © Doyle Trankina

Am Stück verschluckt: Der gefiederte Raubsaurier Microraptor machte nicht nur Jagd auf Vögel, Säugetiere und Fische. Auch kleine Reptilien standen auf seinem Speiseplan, wie nun ein Fossilfund aus China zeigt. Im Bauchraum des 120 Millionen Jahre alten Fossils haben Forscher eine fast vollständig erhaltene Eidechse entdeckt. Bei dem Opfer handelt es sich sogar um eine bisher unbekannte Art.

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In der frühen Kreidezeit lebten auf unserem Planeten eine Reihe vogelähnlicher Dinosaurier, darunter der Microraptor. Dieser kleine Raubsaurier war in etwa so groß wie ein Falke und besaß ein schillerndes Gefieder. Dank langer Schwungfedern an seinen vier Extremitäten und am Schwanz konnte dieser Fleischfresser wahrscheinlich problemlos längere Strecken gleiten – womöglich ging er sogar aus der Luft auf Beutejagd.

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Nemo will nicht gefunden werden

Nicht einmal im Meer ist man vor der Lichtverschmutzung sicher.Foto: APA/AFP/WILLIAM WEST

Lichtverschmutzung wirkt sich sogar unter Wasser aus: Baby-Clownfische schlüpfen nicht, wenn es zu hell ist

derStandard.at

Die Lichtverschmutzung des Himmels durch künstliche Beleuchtung ist ein wachsendes Problem. Einige Folgerscheinungen leuchten unmittelbar ein – etwa dass Sternwarten in Stadtgebieten nur noch eine stark eingeschränkte Sicht haben oder dass Fluginsekten und Zugvögel in ihrer Navigation gestört werden. Andere Folgen klingen auf den ersten Blick überraschend – wie die, von der nun Forscher der Flinders-Universität im australischen Adelaide berichten.

Das Forscherteam stellte nämlich fest, dass die Lichtverschmutzung sogar Meeresbewohner betreffen kann. Demnach könnte die zunehmende Nachthelligkeit in den Meeresriffen die Fortpflanzungsraten stark beeinträchtigen, wie ein Experiment mit Clownfischen – allgemein bekannt geworden durch den Film „Findet Nemo“ – nahelegt.

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Alte Fichten sind wahre Mutanten

Sitka-Fichten auf Vancouver Island: Bei den Bäumen treten gehäuft sogenannte somatische Mutationen auf. © TJ Watt

Grüne Mutationsmaschinen: In vielen langlebigen Bäumen treten gehäuft sogenannte somatische Mutationen auf. Wie stark diese bei Wachstumsprozessen entstehenden Veränderungen die Genetik der Pflanzen beeinflussen, zeigt nun das Beispiel der Sitka-Fichten. Demnach unterscheidet sich die DNA in der Stammbasis bei alten Bäumen in bis zu 100.000 Stellen von der in der Baumkrone. Diese unglaubliche Mutationsrate könnte eine entscheidende Überlebensstrategie der Bäume sein, wie Forscher berichten.

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Die in Nordamerika heimische Sitka-Fichte (Picea sitchensis) ist die größte Art ihrer Gattung und kann mehrere hundert Jahre alt werden. Wie alle langlebigen Bäume stehen diese Fichten vor einer evolutionären Herausforderung: Sie müssen auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren – trotz Generationszeiten von Jahrzehnten bis Jahrhunderten. Lebewesen, bei denen zwischen zwei Generationen nur eine kurze Zeitspanne liegt, haben es da einfacher. Sie können sich schneller an neue Bedingungen anpassen.

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Kompletter Kiefer von „Riesenwombat“ in Australien gefunden

Während es auf anderen Kontinenten Elefanten und Riesenfaultiere gab, belegte in in Australien das Diprotodon den Spitzenplatz unter der einheimischen Megafauna.
Illustration: REUTERS/University of Melbourne

Die riesigen Diprotodonten starben aus, als die Menschen den Kontinent eroberten

derStandard.at

Ausgrabungen in Australien haben den gewaltigen Kiefer eines Diprotodons, eines ausgestorbenen Riesen-Beuteltiers, freigelegt. Örtliche Behörden fanden den rund 50 Zentimeter langen versteinerten Knochen des auch Riesenwombat genannten Tiers kürzlich in der südöstlichen Region Monaro, wie der Paläontologe Matthew McCurry vom Australischen Museum in Sydney mitteilte.

Das Gebiet im Bundesstaat New South Wales gilt als fossilienreich. Das Diprotodon ist Teil der australischen Megafauna, einer Gruppe sehr großer und schwerer Tiere, die vor Tausenden Jahren auf dem Kontinent lebten. Dazu gehören auch Riesenkängurus und Beutellöwen. McCurry zufolge ist der Kiefer nicht der bedeutendste fossile Diprotodon-Fund. Doch dass er so vollständig ist, sei selten, betonte der Wissenschafter. Das Fundstück stammt demnach von einem Jungtier der pflanzenfressenden Riesen.

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Blutsaugende Fliegen vernichten die Brut von Darwins Finken

Der kleine Baumfink gehört zu den am stärksten von den Parasiten betroffenen Arten auf den Galapagosinseln. – (c) Michael Dvorak

Die Vögel, die Charles Darwin 1835 erstmals auf den Galapagosinseln beobachtete, werden von einem aggressiven Parasiten heimgesucht, der sie in kürzester Zeit ausrotten könnte – auch deshalb, weil sich die Blutsauger evolutionär schneller verändern als ihre Opfer.

Von Wolfgang Däuble | Die Presse.com

Die Fliege kommt, sobald die Küken geschlüpft sind: Sie legt ihre Eier in die Nasenlöcher der Neugeborenen, dort schlüpfen die Larven, die sogleich damit beginnen, den Neugeborenen das Blut aus den Schnäbeln zu saugen. Ab dem zweiten Larvenstadium wandern die Parasiten dann in den dicken, weichen Nestboden, aus dem sie nachts wieder hervorkriechen, um sich an der wehrlosen Vogelbrut zu laben – vergeblich steigen die winzigen Küken übereinander, um den schmerzhaften Stichen zu entgehen. Die Maden saugen sich an ihren Bäuchen fest und lassen nicht eher locker, bis sie sich vollgesogen haben.

„Alle Nester der siebzehn Arten von Darwinfinken sind betroffen“, schildert Sabine Tebbich, Evolutionsbiologin der Abteilung für Kognitionsbiologie der Uni Wien, die dramatische Lage auf den Galapagosinseln. „Die Anzahl der Larven ist extrem hoch, 70, 80 Larven haben wir pro Nest gezählt. Diese Parasiten werden bis zu zwei Zentimeter lang, ein Küken wiegt aber nur ein paar Gramm – das hat keine Chance.“

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We Need Insects More Than They Need Us

Image Credit: NAUTILUS

Inside the world of plastic-eating worms, dung-rolling beetles, and agricultural ants..

By Kevin Dupzyk | NAUTILUS

The interconnection of the world is a wonder. Consider the United States Declaration of Independence, says Anne Sverdrup-Thygeson, a conservation biologist. It was written with the help of a wasp.

In July, 1776, when Timothy Matlack, a clerk with stately penmanship, copied the bold resolution on parchment, he dipped his pen in ink derived from tannins inside galls, tiny pods or growths, formed on trees. Normally trees produce tannins, an astringent chemical, to help fight infection by invading bacteria. The sour tannins also discourage predators from eating a tree’s fruit. Opportunistic wasps land on trees and secrete chemicals that induce the tree to produce a gall. The wasps then use the galls to shelter their larvae until they hatch. Centuries ago, ingenious human chemists came along and discovered that tannins inside tree galls, mixed with iron sulfates and Arabic gum, produced an ink that penetrated paper and wasn’t easily washed away by moisture like previous inks derived from lamp soot.

“The fact that we have all these writings, drawings, and musical sheets—everything from Bedouin writing to Shakespeare to Beethoven symphonies—written in ink induced by a tiny wasp that most people have never seen and never thought of, is really quite amazing,” says Sverdrup-Thygeson.

The tale of gall wasps is one of the many splendors in Buzz, Sting, Bite: Why We Need Insects, a new book by Sverdrup-Thygeson, a professor of conservation biology at the Norwegian University of Life Sciences. It arrives at an auspicious time, as scientists and writers are increasingly drawing attention to the potential for a collapse of insect populations around the world. Sverdrup-Thygeson illuminates the ecological role of insects and challenges the common notion that some insects are useful and the rest are pests. She studied history before biology and brings a historian’s eye to her work.

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Gewalt ist so alt wie die Menschheit

Die Schädelfrakturen rühren vermutlich von einem Schlag mit einer Keule her. (Bild: Senckenberg)

Der 33 000 Jahre alte Schädel eines Frühmenschen weist zahlreiche Frakturen auf. Jetzt haben Forscher mit forensischen Methoden gezeigt, dass der Mann Opfer eines Verbrechens wurde.

Neue Zürcher Zeitung

Forscher haben nach mehr als 30 000 Jahren die Todesumstände eines modernen Frühmenschen aufgedeckt. Die Senckenberg-Wissenschafterin Katerina Harvati und ein internationales Forschungsteam führen die Verletzungen an dem Schädel des Mannes auf eine Gewalttat zurück.

Zwei kleine Narben und eine grössere Fraktur verlaufen über den 33 000 Jahre alten Frühmenschen-Schädel, der in der rumänischen Cioclovina-Höhle gefunden wurde. Das altsteinzeitliche Fossil gilt als eines der ältesten Vertreter der modernen Europäer. Bisher war davon ausgegangen worden, dass die Frakturen an dem Fossil erst nach dem Tod durch Verwitterungsprozesse entstanden waren.

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„Dinokiller“: Flechten als Gewinner

Flechten gehörten offenbar zu den Gewinnern des „Dinokiller“-Einschlags. © Jen-Pan Huang

Nutznießer der Katastrophe: Nicht nur Pilze, auch einige Flechten gingen offenbar als Gewinner aus dem Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren hervor. Wie Analysen nahelegen, profitierten vor allem größere Flechten mit blattartigen Strukturen von dem „Dinokiller“-Einschlag. Sie erlebten nach diesem für einen Großteil der Lebewesen katastrophalen Ereignis eine regelrechte Blütezeit – und konnten ökologische Nischen besetzen, die durch ausgestorbene Pflanzen freigeworden waren.

scinexx

Vor rund 66 Millionen Jahren ereignete sich eine der bekanntesten Katastrophen der Erdgeschichte: Als damals ein Asteroid auf unserem Planeten einschlug, besiegelte dies nicht nur das Schicksal der Dinosaurier. Der „Dinokiller“-Einschlag löste ein Massensterben aus, dem auch frühe Vögel, Insekten und eine Vielzahl anderer Tiere und Pflanzen zum Opfer fielen.

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Der Riesenvogel von der Krim

Der Riesenvogel war wohl flugunfähig, aber ein schneller Läufer. (Foto: dpa)

  • Russische Wissenschaftler haben Überreste eines riesigen frühzeitlichen Vogels entdeckt.
  • Die Funde in einer Höhle auf der Halbinsel Krim weisen darauf hin, dass das straußenähnliche Tier vor 1,8 Millionen Jahren lebte und fast eine halbe Tonne wog.
  • Bislang sind solche Riesenvögel nur aus Madagaskar, Neuseeland und Australien bekannt.

Süddeutsche Zeitung

Forscher haben in einer Höhle auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer Überreste eines riesigen frühzeitlichen Vogels entdeckt. Das straußenähnliche Tier sei mindestens dreieinhalb Meter groß gewesen und habe schätzungsweise 450 Kilogramm gewogen, erläuterten Experten von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Das sei fast dreimal so schwer wie ein heute lebender Afrikanischer Strauß und so schwer wie ein Eisbär.

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Die komplexe Sprache der Bienen

Ausdruckstanz: Bienen kommunizieren auf sehr komplexe Art und Weise. Bild: dpa

Mehr als nur Summen und Tänzeln: Bienen sind sehr soziale und gesprächige Insekten. Ein Biologe spricht sogar von der komplexesten Kommunikation von Nicht-Primaten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Christoph Grüter deutet durch die Scheibe eines Beobachtungskastens auf eine Biene. Das Tier hat gelbe Pollen am Hinterleib und bewegt sich hektisch in der krabbelnden Masse des Volkes im Bienenstock. „Das ist der Schwänzeltanz“, erklärt der Biologe der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Damit informiere es, wo es eine lohnenswerte Nahrungsquelle gefunden habe. Grüter vom Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie erforscht das in vielerlei Hinsicht noch immer rätselhafte Sozialverhalten der gelb-schwarzen Tierchen.

Insgesamt 16 Bienenvölker hat der in der Schweiz geborene Grüter unter seinen Fittichen, sie sind verteilt auf mehrere Stellen auf dem Mainzer Uni-Campus. Auf bis zu 50.000 Tiere kommt ein Volk, wie der Biologe erzählt. Er setzt in Mainz auf die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica). Die sei bei Imkern beliebt, weil sie nicht aggressiv sei. Zu seinem tierischen Forschungsfeld kam Grüter einst, weil er Spanisch lernen wollte. Für einen Job landete er in einem Bienenlabor in Argentinien und das Thema ließ ihn nicht mehr los.

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Kapuzineraffen: Werkzeuge schon vor 3.000 Jahren

Die Kapuzineraffen im brasilianischen Capivara-Nationalpark nutzen Steine, um Nüsse zu knacken– und das schon seit 3.000 Jahren, wie sich nun zeigt.© Tiago Falotico / CC-by-sa 4.0

Steinzeit auf Affenart: Der Mensch ist nicht mehr das einzige Wesen mit einer langen Werkzeug-Tradition. Denn schon vor rund 3.000 Jahren nutzten auch Kapuzineraffen Steinwerkzeuge – sie knackten damit Nüsse und Samen, wie Ausgrabungen in Brasilien enthüllen. Und wie beim Menschen veränderten die Affen ihre Steinwerkzeuge im Laufe der Zeit. Dies sei der erste Beleg für einen solchen langfristigen Wandel der materiellen Kultur bei einem nichtmenschlichen Wesen, berichten die Forscher.

scinexx

Die Rückenstreifen-Kapuziner ((Sapajus libidinosus) im Capivara-Nationalpark in Brasilien sind als geschickte Werkzeugnutzer bekannt: Sie verwenden Steine, um Cashewnüsse zu knacken, um zu graben oder um Rivalen und Paarungspartner mit lauten Schlaggeräuschen zu beeindrucken. Bei ihren Schlägen von Qarzit-Brocken auf den Felsuntergrund produzieren die Affen sogar Abschläge, die denen unserer Vorfahren verblüffend ähneln, wie kürzlich eine Studie enthüllte.

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Antivegane Religioten

Colin Goldner, ©brightsblog

Und schon wieder erschien ein Artikel auf dem hpd, der sich um das Thema „Veganismus“ dreht. Sehr zum Missfallen all jener Leserinnen und Leser, die es lieber sähen, wenn der hpd bei seinen „Kernthemen“ bliebe, sich also mit Atheismus, Religionskritik, Trennung von Staat und Kirche und dergleichen befasste, anstatt in nachgerade sektenhaft anmutendem Glaubenseifer vegane Ernährung zu einer Art Ersatzreligion zu stilisieren.

Colin Goldner | hpd.de

Ich selbst, der ich vor knapp einem Jahr in einem Artikel „Vegan Religion?“ eben diesen Vorwurf aufgriff und dabei in einem Nebensatz erwähnte, seit gut 25 Jahren vegan zu leben, musste mich von einem Leserbriefschreiber belehren lassen, dass die „eifrigsten Veganverfechter“, zu denen er offenbar auch mich zählt, „nicht wahrhaben wollen oder können, dass ihre Ideologie deutliche Züge einer missionarischen Heilslehre zeigt“; ganz abgesehen davon, dass „all die hier immer wieder auftauchende penetrante Werbung in veganer – und somit in letzter Konsequenz inhumaner – Sache nervt.“ Anderweitig erboste sich ein Leser, dass schon wieder „Veganismus“ thematisiert werde, obwohl doch kürzlich erst „massenhaft dagegen Einspruch erhoben wurde, dass ein dem Rationalismus verpflichtetes Forum ständig dafür mißbraucht wird, für eine sektenähnliche Minderheit Propaganda zu machen“. Echt jetzt? Der hpd als Plattform für eine Art Vegansekte, die in penetrant-missionarischer Manier Propaganda macht für ihre irrational-inhumane Minderheitensache?

In der Tat scheinen die Artikel Daniela Wakoniggs, Armin Pfahl-Traughbers, Falko Pietschs und anderer zum Thema „Veganismus“ einen Nerv zu treffen, was sich nicht zuletzt an der jeweils überdurchschnittlich hohen Zahl an Leserzuschriften zeigt, die die Redaktion erreichen; einschließlich einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Beschwerden, dass ausgerechnet in einem säkularen Medium wie dem hpd (quasi-)religiös besetzte Unsinnsthemen wie „Veganismus“ – oder in weiterem Sinne: Beiträge zu Tier- Arten-, Natur- und Klimaschutz – sich breitmachten.

Beyond Meat

Als hpd-Autor Sebastian Hackauf unlängst über den Megahype berichtete, den der rein pflanzliche „Beyond Meat“-Burger in den USA auslöste – ein fleischloses Burger-Pattie, das in Aussehen, Textur und Geschmack von echtem Fleisch kaum mehr zu unterscheiden ist – beklagte sich einer der Dauerleserbriefeschreiber darüber, auf hpd immer wieder parareligiös verkleisterte oder schlicht antihumanistische Veganpropaganda lesen zu müssen, nach dem Motto: „Werdet gefälligst vegan oder wir unterstützen euch nicht mehr! Unterstützt gefälligst die Tierrechte oder wir unterstützen keine Menschenrechte mehr! Wer Tiere nutzt, ist ein Nazi!“

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„Narluga“: Wenn das Einhorn des Meeres ein Techtelmechtel mit dem Weissen Wal der Arktis hat

Die Schädel eines Narwals (a), eines Belugas (c) und jener des nun beschriebenen Mischlings zwischen den beiden Arten (b). (Bild: Mikkel Høegh Post / Natural History Museum of Denmark)

Sie sehen mindestens so unterschiedlich aus wie Braun- und Eisbären: der weisse Beluga-Wal und der graufleckige Narwal mit seinem Stosszahn. Doch genauso wie es sogenannte Pizzlys gibt, haben Forscher nun genetische Beweise für einen «Narluga» gefunden, eine Kreuzung aus den beiden genannten Walarten.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Erlegt wurde der einfarbig graue Wal bereits Mitte der 1980er Jahre. 1990 entdeckte ein Forscher dann seinen Schädel – auf dem Dach eines Hauses in der Diskobucht im Westen Grönlands, wie er und ein Kollege in einer Fachzeitschrift berichten. Der Waljäger erinnerte sich, dass das Tier ungewöhnlich war: Es habe ausgesehen wie eine Kombination aus Narwal und Beluga – beides Arten, die in der Bucht vorkommen, sich aber ganz deutlich unterscheiden. Während der Beluga beispielsweise Zähne hat und rein weiss ist, besitzen lediglich die Bullen der graufleckigen Narwale so gut wie nur einen einzigen voll entwickelten Zahn: einen langen, geraden, in sich gedrehten Stosszahn.

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