Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

“Der Fisch in uns” – 3sat bietet Evolution für Einsteiger

Neil Shubin, Bild: wikimedia.org

DFB-Pokal und keine Alternativen? Von wegen. Wenn die Großen dem Fußball nur olle Kamellen entgegensetzen, schlägt die Stunde der Kleinsender.


Von Andreas Böhme|WAZ

Die Materie ist komplex, zuweilen gar kompliziert. Zum Glück kennt der Mann, der zum Thema spricht, sich aus. Neil Shubin heißt er, ist Professor für Evolutionsbiologie und Anatomie an der University of Chicago.

Viele Bücher hat er geschrieben, noch mehr Vorträge gehalten und auch Dokus für das Fernsehen gedreht. Drei davon zeigt 3sat Mittwoch und Donnerstag. Die erste heißt “Der Fisch in uns”.

Shubin sucht. Nicht nach Nadeln im Heuhaufen, das wäre zu einfach. Shubin sucht, was die Wissenschaft „Brückentiere“ nennt. Tiere sind das, die von einer Art zur anderen verbinden.

Eine Sisyphusarbeit, denn: „Über 99 Prozent aller biologischen Arten, die jemals gelebt haben, sind ausgestorben“, erzählt der Wissenschaftler, „ nur ein sehr kleiner Teil von ihnen ist in Form von Fossilien erhalten geblieben, und von diesen wird wiederum nur ein sehr kleiner gefunden.“

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Intelligenzbestien

Juliane Bräuer Klüger als wir denken  Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014 19,99 €

Juliane Bräuer
Klüger als wir denken
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014
19,99 €

Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Diese Frage, mit der Juliane Bräuer ihr Buch über die tierische Intelligenz einleitet, gehört in der Tat zu den spannendsten in der Biologie. Traute man “der Kreatur” jahrhundertelang intellektuell so gut wie nichts zu, zeigen die Ergebnisse der vergleichenden Kognitionsforschung, zu welch erstaunlichen Leistungen Tiere fähig sind. Der Titel bringt die Botschaft des Buchs auf den Punkt: Sie sind “klüger als wir denken”.


Von Andreas Jahn|Spektrum.de

Bräuer ist Biologin und forscht am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Sie gliedert ihr Werk in zwei Teile. Im ersten geht es darum, wie Tiere ihre physikalische Umwelt wahrnehmen. Der umfassendere zweite behandelt die soziale Kognition, also die Fähigkeit, mit anderen Individuen zu interagieren.

Die Autorin formuliert provokante Kapitelüberschriften wie “Nur Menschen denken logisch”, “Nur Menschen haben eine Sprache” oder “Nur Menschen helfen einander” – um diese Behauptungen dann zu widerlegen. Meist beginnen die Kapitel mit einem szenischen Einstieg (“Stellen Sie sich vor …”); im Anschluss daran befasst sich Bräuer mit zahlreichen Studien aus der Verhaltensforschung.

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Evolution des Menschen: Ein Gen sorgt für mehr Gehirn

Die Abbildung zeigt die Großhirnrinde eines Mausembryos. Die Zellkerne sind blau gefärbt und tiefer liegende Nervenzellen sind in rot zu erkennen. Unter dem Einfluss des menschenspezifischen Gens ARHGAP11B haben sich auf der rechten Hirnhemisphäre Faltungen in der Großhirnrinde gebildet. Quelle: MPI f. molekulare Zellbiologie und Genetik

Schimpanse und Mensch gleichen sich mehr, als man denkt. Zumindest aus genetischer Sicht. Denn fast 99 Prozent unseres Erbgutes sind mit dem unserer tierischen Verwandten identisch. Der winzige Rest macht jedoch den entscheidenden Unterschied aus: im Laufe der Evolution hat sich das menschliche Gehirn um das Dreifache vergrößert und somit unsere kognitiven Fähigkeiten ausgebildet. Forscher vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun die genetischen Ursachen für diesen Entwicklungssprung genauer untersucht. Dabei entdeckten sie ein Gen, dass nur im Menschen vorkommt und die Auffaltung der Großhirnrinde ankurbelt. Über das in Hirn-Stammzellen aktive Gen berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Science (2015, Online-Veröffentlichung).

biotechnologie.de

Das Team um den Dresdner Max-Planck-Forscher Wieland Huttner ist seit langem den Geheimnissen der menschlichen Gehirnevolution auf der Spur. Mit ihrer aktuellen Studie können die Max-Planck-Forscher nun erneut eine Wissenslücke schließen. Dieses Mal waren sie den genetischen Veränderungen auf der Spur, die im Laufe von Jahrmillionen das menschliche Gehirnwachstum ausgelöst haben. „Uns fiel auf, dass das Gen ARHGAP11B insbesondere in den sogenannten basalen Hirn-Stammzellen aktiv ist. Diese Zellen sind für die Expansion der Großhirnrinde im Laufe der Evolution besonders wichtig“, erklärt Marta Florio, die den Hauptteil der Untersuchungen in Huttners Team durchführte.

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Archaeopteryx’ Urvogel-Thron wackelt

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Der Status des Archaeopteryx als Urvogel gerät ins Wanken. Davon unbenommen bleibt seine Schlüsselrolle beim Übergang von Dinosauriern zu Vögeln.


By Ewen Callawey|Spektrum.de

Mit Merkmalen von Dinosauriern und Vögeln galt der Archaeopteryx bisher als Urvogel schlechthin. Diesen Kultstatus machen ihm nun Rivalen mit ganz ähnlichen Merkmalen streitig. Noch thront er aber über allem, und bei der Jahresversammlung 2014 der Society of Vertebrate Paleontology in Berlin schmückte sein Bild sogar die Biergläser.

Die etwas simple Vorstellung von einem einzigen Urvogel musste inzwischen zwar der Theorie von einem keineswegs geradlinigen Übergang der Dinosaurier zu den Vögeln weichen. Doch dank neuer Funde und verbesserter Methoden bleibt die Bedeutung des Archaeopteryx ungebrochen. “Die Archaeopteryx-Forschung schöpft gerade wieder neuen Atem”, sagt der Paläobiologe Martin Kundrat von der schwedischen Universität Uppsala, der an der Organisation des Symposiums im November beteiligt war.

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Ken Ham Says Evolution Is An ‘Anti-God Religion’

Image: INQUISITR/Mark Lyons/Getty Images

Ken Ham, infamous creationist and president of the Christian group Answers in Genesis, recently released a scathing blog piece on evolution and atheism. In his article, Ham described evolution as an instrument of Satan and as an “anti-God religion.”


INQUISITR

Ham’s latest diatribe on evolution was prompted by a recent viral video produced by the YouTube channel misterdeity, which prominently featured atheist and biologist Richard Dawkins. In the video, Dawkins and Brian Dalton, playing the role of Mr. Deity, discussed the latter’s apparent inconsistencies with his creation.

One segment, which particularly enraged many believers who saw the skit, featured Richard Dawkins saying, “You know, it seems to me that if you really want to be useful, you could do us all a favour and simply vanish. The whole of your precious creation was made by evolution and you didn’t have to lift a finger to help it along. You’re completely redundant, not just lazy. Even if you weren’t lazy, there’d be nothing for you to do. And what’s more, we have science now, making you completely unnecessary.”

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Dueling legislation in Scotland

Image: ncse.com

As a result of a controversy over creationist encroachments in the public schools in South Lanarkshire, Scotland, and a petition to the Scottish parliament to ban the teaching of creationism as scientifically credible, there are now dueling motions about creationism in the Scottish parliament.


National Center for Science Education

Motion S4M-12148, lodged on January 23, 2015 and entitled “Crackdown against Creationism,” “congratulates South Lanarkshire Council on taking decisive action to prevent the teaching of creationism in schools by introducing new guidance; condemns any promotion of creationism in publicly funded schools, including the reported distribution of creationist books at Kirktonholme Primary School; believes that creationism should not be presented as a scientific theory and viable alternative to the established theory of evolution, and supports the Society of Biology and the Scottish Secular Society position in opposing the teaching of creationism in the classroom.”

The “decisive action” to which the motion refers was the adoption of what the Glasgow Herald (January 23, 2015) described as “a raft of new rules for non-denominational schools including criminal records checks for chaplains and the insistence that teachers should be present during visits by religious groups” as well as “guidance to ensure homophobic or creationist teaching is barred.” The new rules were adopted after it was discovered in 2013 that young-earth creationist material — books published by Apologetics Press entitled How Do You Know God is Real? and Exposing the Myth of Evolution — was distributed to students at Kirtonholme Primary School.

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Ist Evolution, wenn man grösser wird?

Große Mördermuschel, Bild: 365entdeckungen.de

Forscher untersuchen «Cope’s Regel»: Werden Tiere im Verlauf ihrer evolutionären Entwicklung tatsächlich immer grösser? Die Studie bringt spannende Ergebnisse.


Von Christoph Bopp|AARGAUER ZEITUNG

Wenn etwas stört an der schönen Evolutionstheorie, ist es das Wort «Zufall». Dass Gott das alles nicht mit einem Kraftakt in sieben Tagen hingekriegt hat, kann man mittlerweile hinnehmen. Aber der hartnäckige Kreationist kann sich nicht damit abfinden, dass – laut Darwin – der Zufall seine Hand im Spiel haben soll. Darwin hat verkündet: Die Evolution geschieht durch Mutation und Selektion und Mutationen entstehen zufällig. Die Selektion merzt dann die nicht brauchbaren Varianten aus. Die Bestangepassten übernehmen schliesslich das Feld.

Diese Vorstellung der Evolution, die «blind» herumtappt, leuchtet vielen nicht ein. Diese schöne, so wohlorganisierte Welt mit den vielen bunten Tieren und Pflanzen soll dem blinden Zufall zu verdanken sein? Da muss doch irgendein Gestaltungswille am Werk sein. Und wenn wir es nicht mehr mit «Gott» machen dürfen, nennen wir diesen Willen halt «Intelligent Design» und lassen ihn wirken.

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The ‘paleo diet’ is pseudoscience

Depiction of a man from the stone age (Shutterstock)

Reconstructions of human evolution are prone to simple, overly-tidy scenarios. Our ancestors, for example, stood on two legs to look over tall grass, or began to speak because, well, they finally had something to say. Like much of our understanding of early hominid behavior, the imagined diet of our ancestors has also been over-simplified.


The Conversation|Raw Story

Take the trendy Paleo Diet which draws inspiration from how people lived during the Paleolithic or Stone Age that ran from roughly 2.6 million to 10,000 years ago. It encourages practitioners to give up the fruits of modern culinary progress – such as dairy, agricultural products and processed foods – and start living a pseudo-hunter-gatherer lifestyle, something like Lon Chaney Jr. in the film One Million BC. Adherents recommend a very specific “ancestral” menu, replete with certain percentages of energy from carbohydrates, proteins and fats, and suggested levels of physical activity. These prescriptions are drawn mainly from observations of modern humans who live at least a partial hunter-gatherer existence.

But from a scientific standpoint, these kinds of simple characterizations of our ancestors’ behavior generally don’t add up. Recently, fellow anthropologist C. Owen Lovejoy and I took a close look at this crucial question in human behavioral evolution: the origins of hominid diet. We focused on the earliest phase of hominid evolution from roughly 6 to 1.6 million years ago, both before and after the first use of modified stone tools. This time frame includes, in order of appearance, the hominids Ardipithecus and Australopithecus, and the earliest members of our own genus, the comparatively brainy Homo. None of these were modern humans, which appeared much later, but rather our distant forerunners.

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2015 Could be Bad Year for Coral Reefs

Photo: Ellmax Photos

It looks like 2015 is shaping up to be a bad year for coral reefs.
The National Oceanic and Atmospheric Administration warned this week that warm waters in the tropical Pacific and Indian Oceans spark widespread coral bleaching across the world this year – making it the third time in less than a decade that this has occurred.


By Michael Casey|CBSNews/The Daily Catch

Reefs are one of the world’s most important ecosystems, supporting more species than any other marine environment including 4,000 fish species. They are also a crucial to sustaining many coastal communities that thrive on the $375 billion a year reaped through diving, fishing and tourism.

Bleaching is akin to coral cancer. It occurs when corals are stressed by changes in conditions such as temperature, light or nutrients. They respond by expelling the symbiotic algae living in their tissues, causing them to turn white. Without the algae, the coral loses its major source of food and often can’t survive.

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Wie aus Marienkäfern gelähmte Zombies werden

Allurus lituratus, Brackwespe, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Was Brackwespen mit den Käfern anstellen, gehört ins Reich des Horrors: Die Larven fressen sich durch den Körper der Käfer und lassen sich von ihnen beschützen


Von Klaus Taschwer|derStandard.at

Wie Parasiten ihre Opfer manipulieren, zählt zu den grausigeren, aber eben auch besonders faszinierenden Erfindungen der Evolution. Da wäre etwa jene tropische Pilzart, die Ameisen dazu bringt, wie ferngesteuert auf Bäume zu klettern. Oben angekommen wächst dann aus dem Kopf des Opfers der Fruchtkörper eines neuen Pilzes, der luftige Höhen bevorzugt und genau deshalb die Ameisen nach oben klettern lässt.

Oder man denke an die einzelligen Protozoen der Art Toxoplasma gondii, die Mäusen die Angst vor Katzen nehmen, damit sie in deren Verdauungssystem gelangen können. Auch hier ist augenscheinlich eine Manipulation des Gehirns am Werk. Noch ein wenig grausamer, aber nicht immer tödlich, ist die Zombiefizierung, die Schlupfwespen der Art Dinocampus coccinellae Marienkäfern angedeihen lassen. Und auch hier scheint nach neuesten Erkenntnissen Gedankenkontrolle eine entscheidende Rolle zu spielen.

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„Selbstverständlich sind Pflanzen intelligent“

Kentia PalmeDie Theorie von der „vegetativen Intelligenz“ wird von dem Neurobiologen Stefano Mancuso jetzt auch in einem neuen großartigen Buch vertreten.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Herr Mancuso, Sie haben in Ihrem Labor Pflanzen derselben Spezies ein paar Meter voneinander entfernt aufgestellt und der einen Pflanze Wasser entzogen…
Nicht nur Wasser. Wir haben ihr in anderen Experimenten Sauerstoff oder Mineralien entzogen. Interessant war, dass die Pflanze in allen Fällen der Nachbarpflanze offenbar mitteilte, dass jetzt Wasser, Sauerstoff oder etwas anderes knapp werde. Jedenfalls hat die Pflanze, die von dem, was der anderen fehlte, Überfluss hatte, den nicht etwa ausgegeben. Nein, sie fing an, die entsprechenden Vorräte dessen zu sparen, das wir doch nur der Nachbarin entzogen hatten. Wohl in der Erwartung, dass es auch bei ihr demnächst knapp werden würde.

Sie haben keine Ahnung, wie die Pflanzen kommunizieren?
Doch. Die Kommunikation fand in diesem Fall, da ja die Wurzeln nicht miteinander in Kontakt treten konnten, über Düfte statt. Sogenannte Biogenic Volatile Organic Compounds (BVOC). Das sind sehr flüchtige organische Verbindungen. Wir wissen inzwischen, dass bei diesen Mitteilungen von den Millionen solcher BVOCs etwa zwanzig eine Rolle spielen. Wir gehen heute auch davon aus, dass wir am Ende nicht auf ein einziges Signal kommen werden, sondern wir werden auf verschiedene Kombinationen stoßen.

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Darwin-Tag: “die Alternativen zur Evolutionstheorie” – kognitive Dissonanzen

kreationismusAm 12. Februar ist Darwin-Tag. Am Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie gedenken Forscher weltweit der wissenschaftlichen Arbeit Charles Darwins. Seine Lehre hat viele Zweifel und Gegenströmungen überdauert. Trotzdem existieren alternative Auffassungen mit teilweise kruden, aber auch erstaunlichen Ideen.


Von Christian Flierl|Web.de

Der bekannteste Gegenentwurf zur Evolutionstheorie ist der Kreationismus. Die Anhänger dieser Lehre stützen sich auf die Berichte im biblischen Buch Genesis. Sie glauben wortwörtlich an die göttliche Schöpfung in sechs Tagen, die Erschaffung der Frau aus einer Rippe Adams und ein Alter der Erde von ein paar tausend Jahren. Die Existenz von Dinosauriern, die die Bibel nicht erwähnt, erklären sich die Kreationisten so: Gott habe ihre Knochen vergraben, um uns Menschen im Glauben zu testen. Dinos hätte es demnach also nie gegeben.

Für die meisten Europäer hören sich diese Thesen abstrus und widersprüchlich an. In den USA glauben laut einer Umfrage des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2014 jedoch 42 Prozent der Bevölkerung an die Schöpfung – das sind fast 134 Millionen Menschen.

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Wie Homo sapiens zum Gemüsefan wurde

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Eine kleine Veränderung im Erbgut erlaubte unseren Ahnen, von ganz besonderer Kraftnahrung zu profitieren: Dank zwei mutierter Gene schmeckten Pflanzenknollen nicht mehr bitter.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Dass sich der moderne Mensch von Afrika aus über die ganze Welt ausbreiten konnte, wird meist seinem großen Gehirn zugeschrieben. Aber auch zahlreiche vermeintliche Kleinigkeiten haben das “Gesamtpaket” Homo so überaus erfolgreich gemacht. Zum Beispiel seine Ernährung. Denn wie Forscher um George Perry von der Pennsylvania State University jetzt berichten, verlor der Mensch im Laufe seiner Entwicklung zwei Geschmacksrezeptoren, die Knollengemüse bitter schmecken lassen.

Diese Bitterrezeptoren hindern unter anderem heutige Schimpansen, aber vermutlich auch Australopithecus, daran, von den nahrhaften Wurzeln zu profitieren. Unsere Vorfahren hingegen konnten die stärkehaltigen Pflanzenknollen mit der Zeit immer besser als Energielieferant ausbeuten.

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“Gregor Mendel war kein Fälscher”

Gregor Mendel, Bild: science.orf.at

Vor 150 Jahren, am 8. Februar 1865, hat Gregor Mendel eine Studie veröffentlicht, die ihn postum berühmt machen sollte. Der amerikanische Wissenschaftshistoriker Sander Gliboff dekonstruiert in einem Interview einige Mythen, die über den Brünner Mönch und Erbsenzüchter erzählt werden.


Interview: Robert Czepel|SCIENCE ORF.at

Dass er dereinst Daten gefälscht haben könnte – wie Forscher vermuteten – hält Gliboff für sehr unwahrscheinlich: “Mendel war ein ehrlicher Mann.”

Die Revolution im Klostergarten hatte jedenfalls einen leisen Beginn. Der “Vater der Genetik” war weder Darwinist noch wusste er etwas über die Existenz der Gene.

science.ORF.at: Warum ist Mendel heute noch wichtig? Wie sehen Sie seine wissenschaftshistorische Rolle?

Sander Gliboff: Es gibt einen Mythos, der Gregor Mendel begleitet: Es heißt, er sei ein Mann gewesen, der seiner Zeit voraus war und im Jahr 1865 die grundlegenden Prinzipien der Genetik entdeckt habe – in dieser Darstellung ist das 20. Jahrhundert einfach eine Fortführung dessen, was Mendel mit seiner Entdeckung angestoßen hat.

Aber die Geschichte ist komplizierter. Mendels historische Leistung besteht darin, zwei unterschiedliche Wege, über Vererbung nachzudenken, zusammengeführt zu haben. Mendel war einerseits Pflanzenzüchter, aber er hat sich dem Thema auch über die Theorie genähert. Ob wir Mendel heute noch lesen müssen, ist für mich nicht so eindeutig. Die Genetik hat sich zur Molekulargenetik weiterentwickelt – sie hat mit Mendels Denken nur mehr wenig zu tun.

Immerhin verdanken wir Mendel die Erkenntnis, dass das Erbgut eine körnige Struktur hat. Es besteht aus Genen, wie wir heute sagen.

Ja, natürlich. Allerdings war Mendel sehr vage, wenn es um die Frage nach dem Aufbau des Erbguts ging. Es ist nicht klar, ob er beim genetischen Material an Partikel dachte. Das ist eine Leseweise, die meiner Meinung nach erst im 20. Jahrhundert entstanden ist.

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Ältestes lebendes Fossil entdeckt

In diesem 1,8 Milliarden Jahre alten Gestein fanden die Forscher fossile Zwillinge von heute lebenden Schwefelbakterien. © Schopf et al. /UCLA

Ein echter Evolutions-Verweigerer: Forscher haben eine Meeresmikrobe entdeckt, die sich in gut zwei Milliarden Jahren Erdgeschichte nicht verändert hat. Die in der Tiefsee vorkommenden Schwefelbakterien gleichen heute noch ihren fernen Vorfahren von vor 2,3 Milliarden Jahren. Auf den ersten Blick scheint dies der Evolutionstheorie zu widersprechen, doch tatsächlich bestätigt sie diese sogar, wie die Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” erklären.


scinexx

Den Anfang der Geschichte machte vor kurzem der Fund von 2,3 Milliarden Jahre alten fossilen Bakterien in einer Gesteinsformation in Westaustralien. Diese lebten damals im noch eher sauerstoffarmen Meeresboden des Urozeans und gewannen ihre Energie unter anderem aus der Umwandlung von Schwefelverbindungen.

Fossile Zwillinge

Jetzt haben William Schopf von der University of California in Los Angeles und seine Kollegen in der gleichen Gegend eine weitere fossile Mikrobe dieser Art entdeckt, die erst 1,8 Milliarden Jahre alt ist. Noch verblüffender aber: Beide fossilen Bakterien haben heute noch lebende Nachkommen, die ihnen wie ein Zwilling gleicht. Dieses Schwefelbakterium kommt ist erst vor wenigen Jahren im sauerstoffarmen Sediment der Tiefsee vor der Küste Chiles entdeckt worden.

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E. O. Wilson: I’m not an atheist but religion should be eliminated

Biologist E O Wilson says religion should be eliminated.(Ragesoss)

Renowned biologist E. O. Wilson has said we should eliminate religions for the sake of human progress, as they are “dragging us down”.


By Hannah Osborne|International Business Times

In an interview with New Scientist, Wilson was speaking about his latest book The Meaning of Human Existence, in which he questions religion, how humanity looks for common cause, our behaviour and our impact on the environment.

He said his next book, in which he plans to deal with where we are going as a species, looks at how we have been destroying Earth in a way that people have not fully realised “like the death of a thousand cuts”.

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Künstlich verlängertes Leben heißt nicht auch gesünderes Leben

© Bob Goldstein / CC-by-SA-3.0 CC BY-SA

© Bob Goldstein / CC-by-SA-3.0
CC BY-SA

Gentechnisch veränderte Fadenwürmer leben doppelt so lange wie ihre normalen Artgenossen. Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt das nicht.


Von Jan Osterkamp|Spektrum.de

An Fadenwürmern testen Forscher gerne die Ursachen und Folgen von extremer Langlebigkeit. Dabei machen Forscher seit den Anfängen der Forschung vor Jahrzehnten erstaunliche Fortschritte: So züchteten sie zum Beispiel durch das gentechnische Ein- und Ausschalten verschiedener Regulatorgene und der Manipulation von Signalwegen verschiedene Wurmlinien, die eine deutlich verlängerte Lebenserwartung haben. Klar war aber auch schon seit einiger Zeit, dass ein langes Leben für Würmer nicht umsonst zu haben ist: So sind sie etwa dem Stress in freier Wildbahn weniger gut gewachsen.

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Graphic Novel “Evolutionsbiologie”

Image: Volkswagenstiftung

Anlässlich des Abschluss-Symposiums der Förderinitiative “Evolutionsbiologie” vom 7. bis 9. Juli 2014 entstand die Graphic Novel “Evolutionsbiologie – Die Vielfalt einer Förderinitiative”. Exemplarisch stellt das Heft einige der rund 120 zwischen 2005 und 2014 geförderten Forschungsprojekte vor


Volkswagenstiftung-Evolutionsbiologie: Die Vielfalt einer Förderinitiative

Die Evolutionsbiologie ist die Grundlage für unser Verständnis der Entwicklung des Lebens in seiner schier unvorstellbaren Vielfalt. Doch während Anfang dieses Jahrtausends die evolutionsbiologische Forschung und Lehre weltweit boomten, lag das Fach hierzulande nahezu brach. Die VolkswagenStiftung entschied daher im Jahr 2005, eine Evolutionsbiologie-Initiative ins Leben zu rufen. Mit rund 20 Millionen Euro hat sie seither weltweit und interdisziplinär mehr als 120 Projekte ermöglicht. Einige davon werden hier beispielhaft vorgestellt.

Graphic Novel “Evolutionsbiologie”(pdf)

Schimpansen planen bei Werkzeugauswahl voraus

Bei der Auswahl des Hammers berücksichtigen Schimpansen auch den Ort, wo sie die Nüsse knacken. © MPI f. evolutionäre Anthropologie/ Giulia Sirianni

Das passende Werkzeug zur richtigen Gelegenheit: Schimpansen gehen bei der Auswahl ihrer Werkzeuge zum Nüsseknacken durchaus mit Bedacht vor. So bevorzugen sie normalerweise harte und schwere Steine, wählen aber bei längeren Transportwegen eher leichtes Werkzeug, berichtet ein internationales Forscherteam. Dies verdeutlicht die komplexen kognitiven Fähigkeiten, die unsere nächsten Verwandten besitzen.


scinexx

Dass Schimpansen regelmäßig Werkzeuge benutzen und beispielweise mit Stöcken Termitenhügel aufbrechen, ist schon lange bekannt. Seit fast 30 Jahren wissen Forscher auch, dass manche Populationen dieser nächsten Verwandten des Menschen auch Nüsse knacken: Sie legen die Nuss auf einen Stein, eine harte Wurzel oder den Ast eines Baumes, die als “Amboss” dienen, und schlagen mit einem Stück Holz oder einem Stein, dem “Hammer”, darauf.

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How The War On Science Affects Us All

science_beliefIt’s become fashionable for politicians to say that they aren’t scientists.  While invariably, these are statements of fact, they are curious nonetheless.  Certainly, when it comes to issues of finance or war, we don’t see elected officials lining up to say, “I’m not an economist” or “I’m not a soldier.”

By Greg Satell|FORBES

It is science that separates the kook from the professional.  People who talk about aliens in flying saucers are usually written off as lunatics. Yet serious scientists are able to attract public and public funding for the search for extraterrestrial intelligence (SETI) looking for alien life.

On the surface, the term “scientific” seems to be a fairly arbitrary distinction.  After all, both alien hunters and SETI scientists are both engaged in a search for truth, but the difference is that the work of scientists, when properly done, is reproducible and testable and that makes all the difference.  Science matters not because of its greater truth, but its lesser solipsism.

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