Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

The Humanness of Death

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Image: ​Richard Cassan/Flickr

I’ve got some bad news: You’re going to die. Well, probably; thanks to the new wave of immortality innovation, you might not.


By Ryan Haupt|MOTHERBOARD

So what happens if we ditch our biological bodies for technological ones that don’t face the limitations of organic DNA and death? Technological evolution has the potential to decouple us from death and other basic biological constraints, which would allow us to move forward with the group instead of waiting to become obsolete and, well, dead. This is probably a good thing, but also a potentially terrible thing too.

If you have offspring, that offspring isn’t you. They have some of your DNA and some of your partner’s in a new combination that adds variation to the population at large. This is how evolution works—it’s not like X-Men or Pokemon, where an individual can evolve in their own lifetime. Evolution acts on the population, not the person.

I think this is the greatest tragedy of evolution. It doesn’t happen to each of us; it happens to all of us. And the only way for the whole to progress is for you, me, and everyone else to eventually be left behind.

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Aubrey de Grey argues that aging is a disease that can be cured, which relies on the technological form of evolution, not the biological one.

Überraschung im Mikrobiom der Yanomami

Die Yanomami leben weitgehend isoliert von der westlichen Zivilisation © Cmacauley/ CC-by-sa 3.0

Vielfältig und resistent: Die Bakterien im Körper der Yanomami sind so artenreich wie bei keinem zuvor analysierten Menschen – ein Hinweis darauf, wie stark unsere westliche Lebensweise unsere mikrobiellen Mitbewohner verändert hat. Überraschend auch: Das isolierte Amazonasvolk trägt bakterielle Resistenzen selbst gegen modernste synthetische Antibiotika, obwohl sie nie in Kontakt mit der modernen Medizin waren, wie Forscher im Fachmagazin “Science Advances” berichten.


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Jeder von uns trägt mehr Mikroben im Körper als eigene Zellen. Die meisten dieser Mitbewohner sind nicht nur harmlos, sie sind auch essenziell für unsere Gesundheit. Sie beeinflussen unser Immunsystem, helfen bei der Verdauung und beeinflussen vermutlich sogar, was wir essen. Auch für die Weitergabe von Resistenzen an Krankheitserreger spielt die Darmflora eine wichtige Rolle.

Isoliertes Amazonasvolk

Bei jedem von uns ist das Mikrobiom durch typische Einflüsse der Zivilisation wie industriell hergestellte Lebensmittel und die Einnahme von Antibiotika und anderen Medikamenten geprägt. “Aber wie stark sich das menschliche Mikrobiom durch unseren westlichen Lebensstil verändert hat, war bisher unbekannt”, erklären Jose Clemente von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai Hospital in New York und seine Kollegen. Um das herauszufinden, haben sie nun erstmals das Mikrobiom der Yanomami analysiert.

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Die Evolution wiederholt sich doch

Evo-Devo oder: Der gelenkte ZufallWieso suchen seit 250 Millionen Jahren immer wieder Landbewohner den Weg zurück ins Meer, und warum ähneln sie sich am Ende so sehr? Die Antwort auf diese Rätsel, behauptet eine aktuelle Studie, sei auch aktuell von Relevanz.


Von Frank Patalong|SpON

Die Evolution, wird oft behauptet, verläuft immer anders. Tatsächlich findet sie neue Lösungen, wenn das gebraucht wird. Doch gar nicht einmal so selten wählt sie auch bewährte Pfade, wenn sich das anbietet, wie eine aktuelle, im Fachblatt “Science” veröffentlichte Studie eindrucksvoll zeigt: Diese sogenannte konvergente Evolution, ist häufiger, als man vermutet. Entwicklungen laufen dabei unabhängig voneinander ab, finden aber mehr oder minder identischen Lösungen.

So wie beim Myoglobin, das mit Lungen atmendenden Wirbeltieren lange Aufenthalte unter Wasser erlaubt: Es bindet Sauerstoff und gibt ihn sukzessive an das Muskelgewebe ab.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

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Geist schärfte sich früh: An Steinen

Pfeilspitzen, Bild: horsa122.de

Viel früher als bisher gedacht wurden Werkzeuge hergestellt: vor 3,3 Mio. Jahren. Damit wurden auch die Grundlagen der Sprache gelegt, Experimente zeigen es.


Von Jürgen Langenbach|Die Presse

In einem stimmten Charles Darwin und Friedrich Engels, der in seinem Lesehunger auch die Evolutionstheorie verschlungen hatte, völlig überein: Engels nannte es 1876 bündig den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“; Darwin formulierte 1871 im „Descent of Man“ präziser: „Aus einem Feuerstein auch nur das einfachste Werkzeug zu schlagen, braucht eine perfekte Hand“, und „die Struktur der Hand mag in dieser Hinsicht mit der des Vokalorgans“ verglichen werden; dazu passt dann wieder ein Vermutung Engels': „Beim Herstellen von Werkzeugen hatten sie einander etwas zu sagen.“

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Knochenfresser-Wurm(Osedax) ist älter als gedacht

Osedax-Würmer an einem Walknochen © Nick Higgs

Der bizarre Osedax-Wurm existierte schon in der Kreidezeit – und damit lange bevor es seine heutige Leibspeise gab: die Knochen von toten Walen. Das belegen nun Fraßspuren dieses Wurms in 100 Millionen Jahre alten Knochen eines Meeressauriers. Damit ist Osedax nicht nur älter als bisher angenommen, die Funde zeigen auch, dass die Würmer ihren Speiseplan flexibel anpassten, wie Forscher im Fachmagazin “Biology Letters” berichten.


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Die erst 2004 entdeckten Osedax-Würmer sind reichlich bizarr: Sie besitzen weder Augen, Mund noch Darm und auch ihre Fortpflanzung ist ziemlich seltsam. Lebensraum und Leibspeise zugleich sind für sie die Knochen vergammelter Walkadaver, die auf den Grund des Meeres hinabgesunken sind. Dort ragt ihr Kopfende mit den Kiemenanhängen aus den Knochen heraus, ihr wurzelartig verzweigtes Hinterende ist dagegen tief im Inneren des Knochens verankert. Symbiotische Bakterien helfen ihnen dabei, die organischen Bestandteile des Knochenmaterials herauszulösen und zu verdauen.

Doch seit wann es diese eigentümlichen Würmer gibt, blieb bisher unklar. Zwar stammen die ältesten fossilen Belege aus 30 Millionen Jahre alten Knochen eines Urzeitwals. Genetische Analysen sprechen aber dafür, dass Osedax sich schon viel früher entwickelt haben könnte – entweder vor rund 45 Millionen Jahren oder sogar schon vor 125 Millionen Jahren. Wann genau, blieb bisher unklar.

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Neandertaler misshandelten ihre Toten

Postmortale Schnittspuren auf den Oberschenkelknochen des Neandertaler-Kindes © M.D. Garralda et al.

Nicht gerade pietätvoll: In Frankreich haben Archäologen Neandertaler-Überreste entdeckt, die nach dem Tod systematisch zerstückelt und geschlagen wurden. Auch von anderen Fundstellen in Europa sind solche posthumen Misshandlungen bekannt. Ob dies als Teil eines Rituals geschah oder es von Kannibalismus unter den Neandertalern zeugt, ist bisher allerdings rätselhaft.


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Lange Zeit war umstritten, ob die Neandertaler ihre Toten in besonderer Weise bestatteten oder sie einfach irgendwo ablegten. Doch in den letzten Jahren häuften sich die Hinweise auf echte Begräbnisse, vor allem durch Funde im französischen La Chapelle-aux Saints. Dort liegen die Skelette in Gruben, die vermutlich eigens für ihre Bestattung gegraben wurden, um sie vor Tieren und der Witterung zu schützen.

Doch eine neue Analyse von Funden in der Nähe von Marillac-le-Franc im Südwesten Frankreichs werfen nun ein anderes Licht auf die Bestattungs-Gepflogenheiten der Eiszeitmenschen. María Dolores Garralda von der Universität von Bordeaux und ihre Kollegen untersuchten die Knochen von zwei Neandertaler-Erwachsenen und einem Kind, die vor rund 57.000 Jahren an diesem Ort lebten.

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Das Gehirn als Geschichtenerzähler

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Wenn wir Entscheidungen treffen, scheint unser Gehirn den Augenblick der eigentlichen Entscheidung vom Moment der bewussten Rationalisierung zu trennen. Es ist, so als gäbe es uns doppelt: einmal als schnelle Entscheidungsinstanz, das andere Mal als langsames Bewusstsein unserer Taten. Die zeitliche Entkopplung zwischen beiden Prozessen kann manchmal überraschend sein. Bei Deutungskonflikten bastelt sich das Gehirn eine passende Rationalisierung zurecht.


Von Raúl Rojas|TELEPOLIS

Philosophen beschäftigen sich seit jeher damit, die Welt gedanklich auf Fundamentalprinzipien zurückzuführen, sogar wenn die Argumentation kontraintuitiv klingt. So behauptete der griechische Philosoph Parmenides, Bewegung gäbe es nicht, weil Bewegung der Übergang von Nicht-Sein in Sein ist. Da aber das Sein bereits ist, gibt es eben keine Bewegung. Mit Parmenides freundschaftlich verbunden erfand Zeno geistreiche Paradoxien, um die Unmöglichkeit der Bewegung theoretisch zu untermauern. Die Legende will, dass Diogenes dem Zyniker Zeno stumm widersprach, indem er einfach im Raum auf und ab ging.

So ist es auch mit dem freien Willen, der Frage aller Fragen in der westlichen Philosophie. Seit langem hört man aus der neurophilosophischen Ecke, den freien Willen gäbe es nicht, da unbewusste Prozesse unsere Handlungen im Voraus bestimmen. Wir wollen unbewusst etwas, bevor wir überhaupt wissen, dass wir es wollen. Als Antwort auf diese kühne These würde vielleicht Diogenes ein paar Runden um den Neurophilosophen drehen und ihn fragen, welcher unbewusste Prozess ihn zu einer solch merkwürdigen Handlung anstifte.

Der Satz: “Den freien Wille gibt es nicht” enthält jedoch ein Körnchen Wahrheit, wenn man versteht, was Neurophilosophen damit meinen. Dabei beziehen sie sich nicht auf eine deterministische Welt, in der ein Laplace’scher Dämon aktiv wäre, d.h. eine Intelligenz, die im Kenntnis aller Kräfte und Zustände aller Teilchen, die Welt im Voraus vollends berechnen könnte: “Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren Augen.”[1] Die Neurophilosophen reden vielmehr über das Zusammenspiel im Gehirn von bewussten und unbewussten Prozessen, eine Kombination, die manch frappierende kognitive Illusion hervorruft.

Metzingers Ego-Tunnel

Der Mainzer Philosoph Thomas Metzinger erläutert in seinem Buch “Der Ego-Tunnel” warum wir die Welt um uns nur als Schatten wahrnehmen.[2] Wir erfassen die Welt durch unsere Sinneseindrücke – dies bedeutet, dass alle “Messungen”, die wir über unsere sensorischen Organe erhalten, zur Deutung an das Gehirn weitergeleitet werden. Dort wird eine Art “virtuelle Realität” zusammengesetzt, die die Realität draußen widerspiegelt, ohne dass beide identisch wären. Es findet eine Dimensionsreduktion statt.

Ein bekanntes Beispiel sind Farben. Aus drei Netzhaut-Farbsignalen für grün, blau und rot wird in der neuronalen Verarbeitung eine breite Palette von mentalen Farben generiert, die wir alle problemlos “sehen” können, die aber keine triviale Entsprechung in der Welt haben (z.B. als eindeutige Wellenlängen von Licht). Auch wenn die Außenbelichtung umgestellt wird und die von den Objekten reflektierten Wellenlängen sich ändern, sehen wir durch die vom Gehirn erzeugte “Farbkonstanz” weiterhin dieselben subjektiven Farben. Es wäre doch sehr irritierend, wenn eine Frucht im Schatten eine andere Farbe als im Tageslicht hätte. Und obwohl Messgeräte zeigen können, dass das reflektierte Licht tatsächlich eine neue spektrale Zusammensetzung hat, sieht das Auge keinen Unterschied. Diese partielle “Blindheit” für die Szenenbeleuchtung (die Dimensionsreduktion) bringt den evolutiven Vorteil einer Weltkonstanz.

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Darwin’s Classic Monster: The Parasitoid Wasp

Image: Franz Vanoosthuyse/MOTHERBOARD

Have you been watching Fortitude? Probably not, huh. Despite being the best thing on TV this past winter/spring, the show hasn’t gotten a whole lot of public appreciation/fanfare. It’s among the the more uniquely creepy not-quite science-fictions I can remember and its frozen-over horror comes courtesy of one of nature’s very real demons. While the Walking Dead chases after zombie mythology and metaphor, Fortitude goes straight to the real fucking walking dead, which exist in nature courtesy of what can only be described as actual monsters:parasitoid wasps.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

In fairness, nature has a whole lot of genuine monsters: ​zombie ant fungus, ​ticks, hookworms, fire ants. I could go on. But only one of those monsters was sufficiently horrid enough for Charles Darwin to find it as evidence against the existence of god (well that and cats playing with mice, but wasps have grotesquerie going for them). This is Darwin’s almost-full quote regarding the conflict between divinity and waspery, from ​a letter written to the pioneering botanist Asa Gray:

With respect to the theological view of the question: This is always painful to me. I am bewildered. I had no intention to write atheistically, but I own that I cannot see as plainly as others do, and as I should wish to do, evidence of design and beneficence on all sides of us. There seems to me too much misery in the world. I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created the Ichneumonidae with the express intention of their feeding within the living bodies of caterpillars …

So, yes, that’s the business of a parasitic wasp, which is actually a large collection of wasp families with somewhat different behaviors and preying on somewhat different victims (though all of them insects … so far). An adult female wasp will lay her eggs within a host through a process known as ovipositing. This will be done via her ovipositor, which is, yes, her stinger. The eggs will grow and develop into larvae, which will feed on their host from the inside-out. Somewhere along the way the host will actually die or be kept in a state very near death until, finally, the little wasp spins a cocoon around and-or within its host, eventually emerging as a proper, normal-seeming wasp.

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This Is the Most Complete ‘Terror Bird’ Ever Discovered

Llallawavis scagliai specimen. Credit: M. Taglioretti and F. Scaglia

For tens of millions of years, South American ecosystems were dominated by an extraordinary family of predators known as phorusrhacids—or terror birds, as they are aptly nicknamed.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

These formidable flightless carnivores bore a striking resemblance to meat-eating dinosaurs and ultimately, shared the same fate. About two million years ago, terror birds vanished from the planet, and only fragmentary skeletons from this exotic group have been recovered.

That’s what makes the discovery of a new species of terror bird—dubbed Llallawavis scagliai—so exciting. Over 90 percent of this animal’s remains were recovered from a beach near the Argentinian resort town of Mar del Plata, making it by far the most complete skeleton of a terror bird ever found. The specimen is described in a comprehensive study published in the most recent Journal of Vertebrate Paleontology.

“The discovery of this species reveals that terror birds were more diverse in the Pliocene than previously thought,” said paleontologist Federico Degrange, the lead author of the study, in a statement. “It will allow us to review the hypothesis about the decline and extinction of this fascinating group of birds.”

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Saure Ozeane schuld an Mega-Massenaussterben

Am Übergang des Perm zur Trias starben 90 Prozent der Meeresbewohner und rund 70 Prozent der Arten an Land aus. © Dmitry Bogdanov / CC-by-sa 3.0

Saurer Tod: Schuld am größten Massenaussterben der Erdgeschichte war eine drastische Versauerung der Meere. Denn vor 252 Millionen Jahren sackte der pH-Wert der Ozeane plötzlich ab und tötete damit einen Großteil der Wasserbewohner, wie Forscher im Fachmagazin “Science” berichten. Wenig beruhigend: Die Rate der damaligen Versauerung – wenn auch nicht ihr Ausmaß – war mit der heutigen vergleichbar.


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Am Übergang vom Zeitalter des Perm zur Trias erhielt das Leben auf unserem Planeten einen herben Dämpfer. Denn damals, vor rund 252 Millionen Jahren, starben auf einen Schlag rund 96 Prozent der Arten im Meer und 70 Prozent allen Lebens an Land aus – und das in zwei Schüben innerhalb von nur 60.000 Jahren. Was dieses schlimmste Massenaussterben der Erdgeschichte jedoch auslöste, ist bis heute unklar.

Fahndung im Sedimentgestein

Es gibt einige Indizien dafür, dass gewaltige Vulkanausbrüche im Sibirischen Trapp die Katastrophe verursachten. Sie setzten enorme Mengen vulkanischer Gase frei, die das Klima veränderten und die Meere versauern ließen. Ein weiterer Schuldiger könnte eine Massenvermehrung methanproduzierende Bakterien gewesen sein, auch darauf gibt es Hinweise.

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DARPA Wants to Make a Computer Program that Evolves for 100 Years

matrix_2_1The most fearsome specter brandished by the “artificial intelligence will ​enslave us all” crowd is the computer program that can adapt. Not only would such software’s core function evolve and change, but it could survive both new and crumbling physical infrastructure.


By Jordan Pearson|MOTHERBOARD

This week, the Defense Advanced Research Agency (DARPA) published a request for proposals on how to design software than can do exactly this. Not just for 10 or 20 years, when much of today’s technology will surely be obsolete, but for a century. The program is known as BRASS—Building Resource Adaptive Software Systems.

When Florida is underwater and California is a desert dystopia, BRASS programs will live on. When the personal computer and the smartphone are distant, archaic memories; when our bodies interface with machines; when our thoughts become data inputs; BRASS programs will adapt with us.

“100 years from now, I wouldn’t dare to guess where technology will be at that point,” said Steen Rasmussen, head of the University of Denmark’s Center for Fundamental Living Technology. “At that point, technology today will likely have melded with biology. This would be something that has all the advantages of both of those regimes.”

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Der Brontosaurus kehrt zurück

Brontosaurus excelsus gehört offenbar doch zu einer eigenen Gattung © thinkstock

Gute Nachricht für alle Dinosaurier-Fans: Nach gut 100 Jahren der “Verbannung” aus der wissenschaftlichen Sprache kehrt der Brontosaurus zurück. Denn Paläontologen haben den Fall im Kontext neuer Fossilienfunde noch einmal aufgerollt. Sie kommen zu dem Schluss: Der Brontosaurus ist doch eine eigene Gattung und nicht bloß eine Apatosaurus-Art. Damit könnte die berühmte “Donnerechse” ihr Comeback erleben.


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Den Brontosaurus kannte früher jedes Kind – er stand geradezu ikonisch für die langhalsigen Riesen-Dinosaurier. Seine Geschichte begann im Jahr 1877, als der Paläontologe Othniel Charles Marsh bei Ausgrabungen im Westen der USA das unvollständige Skelett eines langhalsigen, ziemlich großen Dinosauriers fand. Er taufte ihn Apatosaurus ajax, die “täuschende Echse”.

Die “Donnerechse” wird berühmt

Zwei Jahre später stieß das Grabungsteam bei Como Bluff in Wyoming auf ein weiteres, noch größeres Skelett. Aufgrund der Größenunterschiede entschied sich Marsh, den neuen Dino einer eigenen Gattung zuzuordnen: Brontosaurus excelsus – die “noble Donnerechse”. Das Fossil wurde rekonstruiert und als erstes Sauropoden-Skelett überhaupt im American Museum of Natural History in New York ausgestellt.

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Mikroben gibt es selbst in giftigem Vulkangas

Tückisch: Das aus Löchern an Vulkanen austretende Gas ist unsichtbar. Hier hat es gerade eine Fackel erstickt – daher der Rauch. © USGS

Leben im Extrem: Selbst dort, wo giftiges Vulkangas aus dem Untergrund strömt, gibt es Leben. Denn an solchen Mofetten haben Forscher nun ganze Gemeinschaften von Mikroorganismen entdeckt. Sie zehren vom austretenden Kohlendioxid und bilden so die Grundlage für ein eigenes kleines Ökosystem – direkt im vulkanischen Gasstrom.


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Dort, wo im Untergrund ein Vulkan schlummert, treten oft vulkanische Gase über kleine Öffnungen aus dem Boden aus. Kohlendioxid und schwefelhaltige Dämpfe machen diese sogenannten Mofetten nicht gerade zu einer lebensfreundlichen Umgebung – im Gegenteil: Rund um solche Mofetten werden regelmäßig tote Vögel, Mäuse und andere Kleintiere gefunden und nur wenige Pflanzen können dem „giftigen Atem” der schlafenden Vulkane trotzen.

Wie lebensfeindlich sind die Mofetten?

Im 19. Jahrhundert forderten die Vulkangase sogar Todesopfer: Im Kloster Maria Laach in der Vulkan-Eifel starben zwischen 1864 und 1888 insgesamt 17 Ordensbrüder im Schlaf. “Den Mönchen wurde wahrscheinlich das Kohlendioxid zum Verhängnis, das am Ostufer des Laacher Sees in großen Mengen aus dem Boden austritt und sich immer wieder in dem Gebäude ansammeln konnte”, erläutert Kirsten Küsel von der Universität Jena die mysteriöse Serie von Todesfällen.

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Ein neuer Zeitgenosse für “Lucy” und Co

Skelett von Little Foot in der Höhle von Sterkfontein © 120 / V. Mourre / CC-by-sa 3.0

Überraschung im Menschen-Stammbaum: Vor gut 3,5 Millionen Jahren gab es mehr Vormenschenarten als bisher gedacht. Denn nach einer neuen Datierung ist das Australopithecus -Fossil “Little Foot” aus Südafrika gut eine Million Jahre älter als gedacht. Er ist damit kein Nachfahre des Australopithecus afarensis, sondern ein zu einer anderen Art gehörender Zeitgenosse. Wie genau die Verwandtschaftsbeziehungen dieser Arten waren, muss nun geklärt werden, so das Forscherteam in “Nature”.


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1997 machten Paläontologen in der Höhle von Sterkfontein in Südafrika einen aufregenden Fund: Im Kalkstein der Höhle stießen sie auf die verstreuten Knochen eines Australopithecus – eines der Vormenschen, aus denen sich später die ersten Vertreter der Gattung Homo entwickelten. Der Fund entpuppte sich als das bisher vollständigste Skelett eines Australopithecus – kompletter noch als “Lucy”, das berühmte Skelett eines gut drei Millionen Jahre alten Australopithecus afarensis, das 1974 im Afar-Dreieck Äthiopiens entdeckt wurde.

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Theologisches zur Evolutionstheorie

Nein Danke. Brauchen wir nicht.  Image. Godless Atheists/FB

Nein Danke. Brauchen wir nicht.
Image. Godless Atheists/FB

Die Evolutionstheorie hat ein entscheidendes Diktum: Der Mensch darf nicht mehr sein wie er früher war.


Von Alexander Görlach|The European

Für was die Evolution alles herhalten muss: Wir paaren uns miteinander, weil wir am Anderen angeblich körperliche Merkmale wahrnehmen, die auf einen gesunden Nachwuchs hinweisen und auf einen Erzeuger, der durch entsprechend hohe Wangenknochen beispielsweise den Eindruck bei der Frau hinterlässt, besonders treu Mutter und Nachwuchs zur Seite zu stehen.

Wie oft hört man, dass die Frühphase des Homo sapiens als Erklärung für Verhalten in der Gegenwart herangezogen wird. Wir sind zwar religiösen Quellen gegenüber skeptisch, doch aus der Bibel der Evolutionslehre zitieren wir gerne. Wobei wir nicht direkt auf die Evolutionsschrift verweisen, sondern aus ihren „theologischen Auslegungen“. Es verhält sich so ein bisschen wie der Koran sich zur Sunna des Propheten verhält. Die Heilige Schrift selber ist unantastbar, was sie bedeutet, wird für den Gläubigen am Leben des Propheten deutlich. Die Geschichten, die sich um seine Existenz ranken, sind entscheidender Ratgeber für den Alltag Gläubiger.

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Körperwuchs: Warum sind Holländer die größten?

Bild: maxxus.de

Menschen werden seit zwei Jahrhunderten immer größer. Dies aber nicht überall gleich schnell: Holländer haben US-Amerikaner zum Beispiel rasant überholt. Warum weiß niemand.


Von Jan Osterkamp|Spektrum.de

Die Statistik lügt nicht und sagt: Niederländer sind gerade die größten Menschen der Welt. Allerdings nur derzeit – vor 200 Jahren zählten sie sogar noch zu den kleinsten Europäern. Diese Entwicklung verblüfft auch Evolutionsbiologen, denn was exakt förderte bei unseren Nachbarn an der Nordsee einen enormen Größenschub von rund 20 Zentimetern in den zurückliegenden zwei Jahrhunderten? Offenbar gesellen sich dort groß und groß zumindest gerne und erfolgreich, meinen Forscher nun: Hochgewachsene Männer und Frauen haben zusammen mehr Kinder als kleinere Menschen, errechneten Gert Stulp von der London School of Hygiene and Tropical Medicine und liefern damit immerhin einen Ursache, wenn auch keine Erklärung.

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Alexander von Humboldt wird überschätzt

Alexander von Humboldt Gemälde von Joseph Stieler, 1843 Bild: wikimedia.org/PD

Der Naturforscher hatte eine rückständige Idee von Wissenschaft. Deshalb sollte das Humboldt-Forum umbenannt werden.


Von Hartmut Wewetzer|DER TAGESSPIEGEL

Alexander von Humboldt genießt in Deutschland höchste Verehrung. Unter den Wissenschaftlern strahlt hierzulande nur Einsteins Stern heller. Der Naturforscher, Entdecker, Sachbuchautor, preußische Gesandte und Salonlöwe Humboldt (1769 bis 1859) gilt als eine Art Universalgenie und Ökologe der ersten Stunde, als Gegner der Sklaverei, Weltbürger und Vorzeigedeutscher. Gefeiert wurde er als „zweiter Columbus“, „Wissenschaftsfürst“ und „neuer Aristoteles“, Wikipedia zelebriert ihn als „Weltwissenschaftler“.

Selbst das Internet soll Humboldt vorausgedacht haben, weil er extrem vernetzt war und zehntausende Briefe schrieb (heute wären das vermutlich Millionen von E-Mails und Tweets).

Geht’s nicht etwas kleiner? Versuchen wir es mal. Mit seiner Südamerika-Expedition von 1799 bis 1804 hat der junge Humboldt Geschichte geschrieben. Mit ihr rückte er Amerika ins Rampenlicht des alten Europa. Länder wie Mexiko, Brasilien und Kuba verdanken Humboldt einen Teil ihres Selbstbewusstseins. Die Reise machte ihn zu einem Superstar seiner Zeit.

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Ein winkender Nanoroboter aus DNA

DNA ist ein gut geeigneter Baustein für Nanoroboter und -maschinen. © C. Hohmann / NIM

Ein Roboter mit beweglichen Armen, ein Buch, das sich öffnet und schließt und ein schaltbares Zahnrad – auf den ersten Blick scheint dies nichts Besonderes. Doch diese Objekte sind winzig klein und bestehen aus DNA. Mit Hilfe einer neuen Methode haben deutsche Forscher diese auf neue Weise flexiblen Nanoroboter konstruiert – und bereiten so den Weg für anwendbare Nanomaschinen mit beweglichen Teilen.


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Der Trend in der Nanotechnologie geht hin zu Bauteilen, die sich selbstorganisiert zusammensetzen und die sich zudem durch möglichst einfach steuern lassen. Neben Minimotoren oder sogar einem Nano-Düsenantrieb aus Metall nutzen Forscher dabei vor allem Biomoleküle wie die DNA als Baumaterial. Denn ihre fast schon automatische Paarung komplementärer Basenbausteine sorgt von allein dafür, dass sich die Erbgutstränge miteinander verbinden.

Neue “Klebstoff” macht Nanomaschinen beweglicher

Allerdings: “Wenn man mit DNA-Basenpaaren baut, erhält man stabile Bindungen, die aber schwer wieder zu lösen sind”, erklärt Hendrik Dietz von der TU München. “Bisher musste man deshalb dynamische, also bewegliche Strukturen sehr einfach gestalten, um mit möglichst wenig Basenpaaren auszukommen.” Dietz und sein Team haben nun jedoch einen neuen DNA-“Klebstoff” gefunden, der komplexere und beweglichere Nanomaschinen möglich macht.

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