Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

Horizontaler Gentransfer bei Stabschrecken

Kaum zu erkennen ist diese zweigähnliche malaysische Stabschrecke (Phobaeticus serratipes). © Christoph Seiler
Überraschende Übernahme: Im Erbgut von Stabschrecken haben Forscher die Bauanleitung für ein Enzym entdeckt, das normalerweise nur Bakterien besitzen. Sie vermuten daher, dass das Insekt diese Gene einst von seinen Darmbakterien übernommen und ins eigene Genom eingebaut haben muss. Ein solcher horizontaler Gentransfer galt bisher im Tierreich als extrem selten – könnte aber in der Evolution eine größere Rolle gespielt haben als bisher angenommen.

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Viele Pflanzenfresser – von der Kuh bis zur Termite – sind für die Verdauung harten Pflanzenmaterials auf die Mithilfe von Bakterien angewiesen. Denn die Mikroben verfügen über Enzyme, die das schwer abbaubare Pflanzenmaterial zersetzen können, beispielsweise Pektinasen, die die stabilen Zucker in den Zellwänden der Pflanzen zerlegen. „Um derartige Symbionten beherbergen zu können, haben Pflanzenfresser in der Regel Blindsäcke und ähnliche Erweiterungen im Magen-Darm-Trakt entwickelt“, erklärt Sven Bradler von der Universität Göttingen.

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Die Gender-Ideologie als Gesellschaftskrebs

Bild: RDF
Die „Bundeszentrale für politische Bildung“ (bpb) wird vom Steuerzahler unterhalten und sollte eigentlich objektive Sachinformationen an ihre Leserschaft, bevorzugt Schüler und junge Studenten, vermitteln.

Von Ulrich Kutschera | Richard Dawkins-Foundation

Mit dem Winter 2015/16-Heft Nr. 57 des bpb-Magazins ›Fluter‹ hat dieses Journal aber leider seine Kompetenz überschritten und dazu beigetragen, dass die widersinnige Gender-Ideologie ein weiteres Mal unkritisch-naiv unter das Schülervolk gebracht worden ist.

Bereits im Editorial schreibt der Herausgeber, dass die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, mit den entsprechenden Geschlechterrollen, nicht naturgegeben, sondern nur eine „machtvolle Erzählung“ seien. Diese, von Evolutionsbiologen wie Charles Darwin offengelegte „vermeintlich natürliche Ordnung der Geschlechter“ sei in der Regel von Menschen konstruiert und mit gesellschaftlicher Macht verbunden. Weiterhin sei das Geschlecht leider „heteronormativ gedacht“: Homosexuelle und Transgender seien früher ignoriert und ausgeschlossen worden, wird behauptet. Nach Verweisen auf die Gleichberechtigung als Verfassungsgut, den Feminismus und die Geschlechtergerechtigkeit wird dem Leser „viel Spaß“ gewünscht.

Als erstes Highlight der Fluter-Gender- Story folgt ein Gespräch mit der Geschlechter- Forscherin Sabine Hark. Hier offenbart sich diese Ideologin in geradezu peinlicher Offenheit. Die Frage, was sie in ihrem Job als bekannteste Gender-Forscherin Deutschlands tagtäglich zu tun hat, antwortete die Sozialwissenschaftlerin wie folgt: »Ich vermittle den Studierenden, dass Geschlecht eine Kategorie ist, mit der wir die Gesellschaft ordnen. Wir haben alle eine Vorstellung von Geschlecht, davon, wie Frauen und Männer so sind, aber wo kommt das Wissen her? Was sind die historischen Kontexte? Welche sozialen und ökonomischen Konsequenzen hat das? Darum geht es in der Geschlechterforschung.«

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Ken Ham Really Doesn’t Understand Science

Ken Ham, Quelle: Answers Outreach
Ken Ham, Quelle: Answers Outreach
In 2014, popular science communicator Bill Nye “debated” creationist Ken Ham in a live webcast on YouTube. The event went pretty much as expected; Nye presented levelheaded evidence that science works, that evolution is real, and the Universe is very old, while Ham used bad logic, cherry-picking, and blatant twisting of scientific claims.

By Phil Plait | slate.com

At the time (and still today) I think Nye made the right decision to participate in the event. Ham runs the Answers in Genesis ministry, and also the Creation Museum in Kentucky, and is well-known for his outrageous statements. It might seem silly to elevate the debate by paying any attention at all to Ham, but that ignores the fact that polls consistently show that half of the American population believes in some form of creationism.

We ignore this at our own peril.

Debating creationists is slippery. When your opponent doesn’t have to adhere to facts or logic, it’s tricky to find traction. My friend Zach Weinersmith once wrote that it’s not that most creationists are anti-evolution, it’s that they’re anti-some distorted version of it told to them by their pastors.

He’s completely correct. That became even clearer to me when, shortly after the debate, BuzzFeed posted an article called “22 Messages From Creationists to People Who Believe in Evolution”. It was clear from the questions asked that the creationists involved had no idea about how evolution—even science itself—worked. The questions were universally based on false premises, a distortion of the science that made it actually pretty easy to answer those supposedly “gotcha” queries.

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Erwartungen beeinflussen Schmerzempfinden

Wie sehr schmerzt es? Je nach Erwartung bewerten Männer Schmerzen anders © thinkstock/ DAJ
Schmerzlindernde Wirkung: Werden Männer mit der Information versorgt, dass sie Schmerzen besser ertragen können als Frauen, wirkt sich das prompt aus – sie bewerten Hitzereize dann als weniger unangenehm. Umgekehrt funktioniert der Effekt aber auch, wie ein Experiment zeigt: Wer denkt, Frauen hätten eine höhere Schmerztoleranz, kann Schmerzen weniger gut aushalten als ohne diese Erwartung.

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Unsere eigenen Erwartungen sind machtvolle Manipulateure: Sie beeinflussen, wie wir andere Menschen wahrnehmen, wirken sich auf unsere Leistungen aus – und sind der Grund dafür, dass es den Placebo-Effekt gibt. „Der Placebo-Effekt funktioniert gerade bei der Behandlung von Schmerzen oft sehr gut“, sagen Wissenschaftler um Katharina Schwarz von der Universität Würzburg.

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Bei der Darmflora mischen auch die Gene mit

Welche Bakterien sich in unserem Darm besonders wohlfühlen, das entscheiden auch die Gene mit. © thinkstock
Vererbte Bakteriengesellschaft: Nicht nur die Ernährung und andere Umweltfaktoren bestimmen, welche Mikroben sich in unserem Darm besonders wohlfühlen. Auch die Gene spielen eine Rolle dabei, wie Forscher berichten. Sie konnten zeigen: Bestimmte genetische Unterschiede zwischen zweieiigen Zwillingen spiegeln sich in der Darmflora der Geschwister wider.

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Die Bakterienlandschaft im Darm ist bei jedem Menschen verschieden. Im Laufe unseres Lebens bestimmen unter anderem unsere Ernährung und unsere Umwelt, welche Mikroben sich im Darm ansiedeln. Der Grundstein für die Darmflora wird jedoch bereits bei der Geburt gelegt: Die ersten Bakterienspezies, die den Darm eines Neugeborenen besiedeln, stammen aus dem Geburtskanal der Mutter – sie vererbt damit einen Teil ihres Mikrobioms an das Kind.

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Wie die Evolution Männer und Frauen dirigiert

Leichte Beute. Die Existenz des Pfaus widerspricht auf den ersten Blick den Gesetzen der Evolution.Foto: picture alliance / dpa
Charles Darwin erkannte, worauf die Geschlechterunterschiede beruhen. Seine Theorie hat sich bestätigt, trotz Kritik aus der Genderforschung.

Ein Kommentar von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

Warum unterscheiden sich Mann und Frau? Wer dieser Frage nachgeht und sie nicht gleich als „falsch“ einstuft, weil die Geschlechter angeblich nur sozial erwünschte Rollen spielen und alle Unterschiede (bis auf die biologischen) gesellschaftlich bedingt sind, der stößt auf die Theorie der sexuellen Auslese. Sie geht auf Charles Darwin zurück, den Begründer der Evolutionstheorie. Darwin bereitete der prächtige Pfauenschwanz Kopfzerbrechen. Der konnte eigentlich unmöglich die Überlebenschancen vergrößern. Er verbrauchte Ressourcen, machte die Tiere unbeweglich und auffällig und so zu einer leichten Beute. Der Pfauenschwanz verstieß gegen elementare Regeln der von Darwin formulierten Theorie der natürlichen Auslese – die Natur müsste den Blender längst ausgemustert haben.

Darwins geniale Lösung: Der Pfau vermehrte sich nicht trotz, sondern wegen seines Federschmucks. Die Theorie der sexuellen Auslese (Selektion) war geboren. Je makelloser der Radschlag, umso größer die Erfolgschancen bei den Pfauenweibchen. Im Zentrum des Gedankengebäudes steht die fundamentale Ungleichheit der Keimdrüsen. Sie produzieren bei weiblichen Tieren die großen, wenigen Eizellen und bei männlichen die kleinen, vielen Spermien. Ein Unterschied mit Folgen. „Billige“ Spermien werben um „kostbare“ Eizellen. Männchen investieren in die Balz und konkurrieren untereinander, Weibchen kümmern sich um die Brutpflege. Männchen mit mehr Partnerinnen haben mehr Nachkommen, bei Weibchen gilt das nicht.

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Meeresssaurier mit bizarrem Hammerkopf entdeckt

Auf den ersten Blick sieht Atopodentatus nicht ungewöhnlich aus, doch sein Kopf und seine Lebensweise sind es. © Y. Chen/ IVPP
Hammerkopf und Meißelzähne: Paläontologen haben in China 240 Millionen Jahre alte Fossilien eines bizarren Meeresreptils entdeckt. Sein Maul war ähnlich breit ausgezogen wie der Kopf eines Hammerhais und trug vorne einen ganzen Kamm aus meißelartige Zähnen. Räuberisch war dieser Meeressaurier aber nicht – im Gegenteil: Er weidete mit dem Zahnkamm Algen vom Meeresgrund ab und ist damit der älteste bekannte Pflanzenfresser unter den Meeressauriern.

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Vor rund 240 Millionen Jahren waren Reptilien die Herrscher der Ozeane. Mehrere Meter lange Ichthyosaurier jagten im Urzeitmeer nach Beute, halbaquatische Nothosaurier glitten elegant durch flache Küstengewässer und der acht Meter lange Thalattoarchon saurophagis schreckte sogar vor Angriffen auf gleichgroße Meeressaurier nicht zurück.

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David Attenborough: Er macht uns Staunen über die Wunder der Welt

© dpa Kesser Käfer? Nicht ganz. Der Baumhummer, mit dem Sir David Attenborough gerade Bekanntschaft schließt, gehört zur Ordnung der Gespensterschrecken.
Für die Briten ist er ein nationaler Schatz, mit seinen Beiträgen in der BBC setzt er Maßstäbe. Nun wird der Naturfilmer David Attenborough neunzig. Er gibt ein Beispiel für ein gelungenes Leben.

Von Gina Thomas | Frankfurter Allgemeine

Wenn es heute noch jemanden gibt, der das Gründungsideal der BBC verkörpert – nämlich zu bilden, zu unterhalten und zu informieren –, dann ist es David Attenborough. Sechs Jahrzehnte lang hat er es verstanden, seine Passion für die Natur in ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Fernsehsendungen zu vermitteln. Seine Dokumentationen über die Rätsel der Organismen unseres Planeten sind Maßstab und Vorbild für das Genre des Naturfilms. Durch ihn haben Zuschauer dank Zeitrafferaufnahme oder dem 3D-Film nicht nur die Evolutionsgeschichte als wundersames Spektakel erlebt. Ohne belehrend oder salbadernd zu sein, hat Attenborough mit sachlicher Begeisterung das Bewusstsein für das prekäre Gleichgewicht zwischen dem Menschen und seiner Umwelt geweckt.

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Von Geburt an helle?

Karl-Friedrich Fischbach, Martin Niggeschmidt Erblichkeit der Intelligenz Verlag: Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016 ISBN: 9783658112387
Karl-Friedrich Fischbach, Martin Niggeschmidt
Erblichkeit der Intelligenz
Verlag: Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016
ISBN: 9783658112387

Über die Erblichkeit von Intelligenz wird viel geredet. Doch was davon ist wissenschaftlich stichhaltig, was bloße Mutmaßung – und wer argumentiert hier aus welchen Beweggründen?

Von Arne Baudach | Spektrum.de

In ihrem kompakt gehaltenen Sachbuch erläutern der Neurogenetiker Karl-Friedrich Fischbach und der Journalist Martin Niggeschmidt das aus der quantitativen Genetik stammende „Erblichkeitsmodell“. Dabei räumen sie kräftig mit Mythen und Falschaussagen auf. Der Band richtet sich – den Kriterien der „essentials“-Reihe entsprechend – sowohl an interessierte Laien als auch an Fachleute; kurz an alle, die sich in diesem Spezialgebiet der Intelligenzforschung auf den neuesten Stand bringen möchten. Diesem Anspruch werden die Verfasser gerecht.

Fischbach und Niggeschmidt beleuchten zunächst die Grundlagen des Erblichkeitsmodells, wobei ihre Ausführungen für nicht Vorgebildete zugegeben sehr anspruchsvoll sind. Nach der knappen Einführung in die einschlägige Mathematik lassen die Autoren ihre Leser aber nicht mit den Gleichungen allein. Vielmehr erläutern sie diese an anschaulichen Beispielen und Grafiken. Elegant erklären sie sperrige Begriffe wie „genotypischer Varianzanteil“ oder „Heritabilität“.

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Das Mikrobiom der Erde

Das Mikrobiom der Erde ist deutlich vielfältiger als bisher gedacht. Durch diese Diversität spielen Bakterien, Pilze & Co. bei sehr vielen Prozessen auf der Erde eine wesentliche Rolle.

Von Martin Kugler | Die Presse.com

Praktisch die ganze Welt ist dicht besiedelt mit Mikroorganismen. Selbst in so lebensfeindlich scheinenden Regionen wie der Antarktis, der Atacamawüste oder in fossilem Grundwasser in mehreren Kilometern Tiefe sprießen Archaeen, Bakterien, Cyanobakterien, Pilze usw. Wie viele Arten das Mikrobiom der Erde umfasst, weiß niemand (die Zahl hängt auch davon ab, wie man eine Art definiert). Sicher ist jedenfalls, dass man die Vielfalt bisher deutlich unterschätzt hat. Mikroorganismen verfügen über immens viele Mechanismen, wie sie in verschiedenen Biotopen überleben können – man kennt bei Weitem nicht alle, auch deshalb, weil nur ein Bruchteil der Arten im Labor kultiviert werden kann. Durch genetische Untersuchungen werden laufend neue Arten entdeckt, vor allem im Boden. Aktuell finden sich in den Listen der Ökologen mehr als fünfeinhalb Millionen Arten, Forscher der Indiana University veröffentlichten diese Woche eine Hochrechnung, laut der es mehr als 100 Milliarden Mikroorganismenarten geben könnte (PNAS, 2. 5.).

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Woher die Europäer kommen

Vorstellung vom Aussehen der Steinzeit-Menschen, deren Erbgut in der Studie analysiert wurde. Grafik: Stefano Ricci, Università degli Studi di Siena
Vorstellung vom Aussehen der Steinzeit-Menschen, deren Erbgut in der Studie analysiert wurde. Grafik: Stefano Ricci, Università degli Studi di Siena
Paläogenetiker beweisen, dass heutige Europäer keine direkten Nachfahren der ersten anatomisch modernen Menschen sind, die vor 45.000 Jahren den Kontinent erreichten.

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Vor zehn Jahren herrschte in der Ur- und Frühgeschichte noch ein klares Bild der Geburt der Europäer: Der eigentliche Ur-Europäer war der Neandertaler, der bereits seit mehr als hunderttausend Jahren den Kontinent bevölkerte, als vor rund 40.000 Jahren die ersten Homo sapiens zuwanderten. Der Neandertaler überlebte das Zusammentreffen viele tausend Jahre lang, verschwand aber am Ende vollständig.

Der anatomisch moderne Mensch übernahm den Kontinent und vermischten sich in den Jahrtausenden danach mit einigen späteren Zuwanderern. Das war das Bild, dass sich aus den archäologischen Funden ergeben hatte, und 2006 galt es im Jubiläumsjahr des Homo neanderthalensis vor allem das überholte Bild in der Öffentlichkeit zu revidieren (vgl. Neues vom wilden Mann).

Aber dann kamen die Paläogenetiker und mischten alles auf, ihr Einblick ins Erbgut unserer Vorfahren wirbelt den menschlichen Stammbaum gehörig durcheinander. Jetzt legt eine große internationale Forschergruppe nach und zeigt, dass die ersten Einwanderer keine direkten Urahnen heutiger Europäer sind. Eine enge Verwandtschaft besteht dagegen mit den Menschen im Nahen Osten. David Reich, Professor an der Harvard Medical School, erklärt:

Vor dieser Arbeit hatten wir nur einen statischen Blick auf die ersten 30 000 Jahre der Geschichte des modernen Menschen in Europa. Jetzt können wir damit beginnen zu sehen, wie die Menschen in dieser Periode gewandert sind und sich miteinander vermischt haben.

Why Did the Genetic Code of All Life on Earth Suddenly Stop Evolving?

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com
All life on Earth exists thanks to a universal genetic code. This biological rulebook tells our cells how DNA should be translated into life-supporting proteins, without which we couldn’t survive.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Even though the genetic code commands a seemingly immeasurable number of organisms, it also binds us all together as descendents of a shared ancestor—a lingua franca for life.

Yet for all of its diverse and essential properties, the genetic code is static. For some reason unknown to scientists, approximately 3 billion years ago it simply stopped growing. Instead of expanding to encode new combinations of amino acids, and potentially new life, it stagnated at its current size and function. But a new study published today in the journal Science Advances offers an explanation for the genetic code’s mysterious evolutionary limit.

A team of geneticists from the Institute for Research in Biomedicine and the Centre for Genomic Regulation discovered that several billion years ago, the genetic code reached a point of self-preservation. Namely, it could continue evolving and risk mutating the building blocks of life it was responsible for creating, or it could remain limited, albeit functional.

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Spinnen praktizieren Oral-Sex

Darwin-Rindenspinnen praktizieren Oral-Sex: Das kleinere Männchen speichelt wiederholt die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. © Gregorič et al
Rarität im Tierreich: Biologen haben eine madegassische Spinnenart bei einer extrem ungewöhnlichen Sexpraktik ertappt: dem Cunnilingus. Vor, während und nach der Paarung speichelt das Männchen dabei mehrfach die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. Wozu dieser Oralsex dient, ist bisher rätselhaft. Möglicherweise verschafft die Spinnenspucke den Spermien des Männchens Vorteile oder signalisiert seine Fitness, mutmaßen die Forscher im Fachmagazin“Scientific Reports“.

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Spinnen sind für ihre rabiaten Paarungs-Sitten berüchtigt: Häufig fressen die Weibchen ihre Partner nach dem Sex einfach auf, in anderen Fällen wehrt das Männchen Rivalen ab, indem es das Netz des Weibchens zerstört oder ihr sogar nach der Paarung die Kopulationsorgane verstümmelt. Umso erstaunlicher, dass Biologen nun bei den Spinnen eine Sex-Praktik entdeckt haben, die man bisher nur von Säugetieren kannte: den Oral-Sex.

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Und geheiligt werde die Willkür

Bild: RDF
Gender-Ideologen machen den Fehler, dass sie „Mann“ und „Frau“ rein kulturell verstehen. Zunächst einmal unterscheiden sich Männer und Frauen jedoch biologisch. Kulturelle Studien sind legitim, müssen aber von biologischen Grundlagen ausgehen.

Von Andreas Müller | Richard Dawkins-Foundation

Es gibt auch Frauen mit XY-Chromosomen. Das teilte man mir vor kurzem mit. Und ich Naivling meinte, Männer hätten XY-Chromosomen und Frauen XX-Chromosomen. Das Phänomen der XY-Frauen erklärt sich allerdings durch eine partielle oder komplette Testosteronblockade, zum Beispiel bei Fehlen des TDF-Proteins. Mit anderen Worten ist das nicht normal. Eine biologische Fehlfunktion führt zu diesem seltenen Phänomen der XY-Frauen. Das ist kein Vorwurf an die XY-Frauen oder an XX-Männer, es ist einfach so. Und dieses „die Dinge sind, wie sie sind“, die wissenschaftlich erkundbaren Tatsachen der Realität, drohen der politischen Korrektheit und dem Relativismus geopfert zu werden.

Es ist sinnvoll, „männlich“ und „weiblich“ biologisch zu definieren und voneinander abzugrenzen. Bereits Charles Darwin setzte sich in seinem „Ursprung der Arten“ mit dem Problem der zahlreichen Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle in der Natur auseinander. Er schrieb, es sei manchmal schwierig, Arten eindeutig voneinander zu unterscheiden. Manche Forscher betrachteten eine Lebensform als Art, andere nur als Rasse. Und trotz der Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle leugnen Biologen nicht, dass es Arten gibt.

Doch genau das ist die Tendenz unseres Zeitgeistes. An die Stelle der Unterscheidung – wozu klar definierte Begriffe dienen – tritt die Gleichmacherei. Letzten Endes sind dann aber nicht alle Menschen gleich, sondern alles ist gleich. Und somit ist alles nichts Bestimmtes. Ist es ein Mann? Ist es eine Frau? Warum nicht etwas dazwischen, warum nicht beides zugleich? Letztlich ist dann alles im Grunde nichts.

„An die Stelle der Unterscheidung tritt die Gleichmacherei.“

Die Kritiker meiner Artikel über Transgender sehen sich dem Problem ausgesetzt, dass sie im Namen der heiligen politischen Korrektheit, des gesegneten Relativismus, in die Richtung argumentieren: Es gibt keine Geschlechter. Wenn sie nämlich einräumen, dass es voneinander abgrenzbare Geschlechter gibt, dann kann sich nicht jeder einfach als „Frau“ oder „Mann“ definieren, weil er sich besser dabei fühlt. Schließlich müssen ihrer Weltanschauung zufolge auch biologische Frauen „eigentlich“ Männer sein dürfen und andersherum.

„Alles fließt“, wie Heraklit es ausdrückte. Mit anderen Worten gibt es keine Kontinuität und somit keine Attribute und somit keine Entitäten und somit – gibt es gar nichts. Ein Mann ist demzufolge nicht von Natur aus ein Mann, weil er natürliche männliche Eigenschaften einfach ablegen oder sie wegoperieren lassen kann. Und gibt es keine männlichen Eigenschaften, so gibt es auch keine Männer – wodurch sollen sich diese ohne Eigenschaften schließlich auszeichnen? Und wir können uns jede Diskussion über das gar nichts, was übrigbleibt, ersparen, alleine schon deshalb, weil wir dieser Logik zufolge selbst auch nicht existieren. Oder gibt es etwa doch Frauen und Männer?

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Überraschender Fund in den Fußspuren von Laetoli

Diese Grafik zeigt die digital getrennten Abdrücke der zweiten Fährte von Laetoli © Bournemouth University
Prähistorische Spuren: Die ältesten Fußspuren unserer Vorfahren könnten nicht nur von drei, sondern sogar von vier Individuen stammen. Indizien dafür haben britische Forscher entdeckt, als sie mit Hilfe modernster Forensik-Software die überlagerten Abdrücke trennten und analysierten. Dabei zeigte sich, dass sie von vier verschiedenen Personen stammen könnten. Ihre virtuelle Auftrennung macht es nun erstmals möglich, mehr über diese prähistorischen Wanderer zu erfahren.

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Die Fußabdrücke von Laetoli im Norden Tansanias sind weltberühmt, denn sie sind das älteste Zeugnis eines aufrechtgehenden Vormenschen: Schon vor rund 3,6 Millionen Jahren wanderten hier Vertreter des Australopithecus afarensis über den mit vulkanischer Asche bedeckten Grund. Neuere Analysen dieser 1976 von der Anthropologin Mary Leakey entdeckten Spuren belegen zudem, dass die Zeitgenossen der berühmten Vormenschenfrau „Lucy“ schon einen erstaunlich modernen Gang besaßen.

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Darwins Streiter

Darwin statt Kreuz. Die Bücher von Richard Dawkins (75) kreisen um die Ideen des Begründers der Evolutionstheorie.Foto: Aus dem Buch
Biologe, Autor und Atheist: Der streitbare und umstrittene Richard Dawkins hat seine Memoiren vorgelegt.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

1976 brachte ein junger Wissenschaftler von der Universität Oxford die Welt der Biologie in Unordnung. Seine Name: Richard Dawkins. Mit seinem ersten Buch, dem er den provokanten Titel „Das egoistische Gen“ gab, löste der 35-Jährige ein bis heute nachhallendes geistiges Beben aus. Und bis heute ist Dawkins jemand, der keine lauwarmen Reaktionen zulässt. Man kann ihn lieben oder hassen, ist für oder gegen ihn – gleichgültig lässt er kaum jemanden. „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich ein Langweiler bin“, hat Dawkins dazu mit dem ihm eigenen Sarkasmus bemerkt. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag ist nun seine Autobiografie unter dem Titel „Die Poesie der Naturwissenschaften“ auf Deutsch erschienen.

„Das egoistische Gen“ ist eigentlich eine Abrechnung mit der Idee der Gruppenselektion. Also der Vorstellung, dass die Ebene der Gruppe eine wichtige Bühne ist, auf der sich die Evolution, die Entwicklung der Lebewesen, abspielt. Die natürliche Auslese (Selektion), der Motor der Evolution, begünstigt demnach Gruppen von Organismen. Der Einzelne tritt hinter dem Kollektiv zurück.

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Wo der Kult beginnt

Schimpansen-Ritual (Foto: MPI-EVA PanAf/Chimbo Foundation)
  • Schimpansen zeigen Rituale, deren Sinn sich Wissenschaftlern noch nicht erschließt.
  • Manche werfen mit Steinen auf Bäume, andere zeigen „Regen-“ oder „Wasserfall-Tänze“.
  • Einige Forscher halten dies für mögliche Hinweise auf den Ursprung von Religiosität.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Für die meisten Strenggläubigen ist klar: Überirdische Wesen sind in der Vergangenheit auf die eine oder andere Weise in Kontakt mit Menschen getreten, haben sich als Götter offenbart oder – wie viele Mythen besagen – ins Weltgeschehen eingegriffen.

Die alternative Erklärung ist: Religiosität hat sich im Rahmen der Evolution des Menschen entwickelt. Nicht Götter haben den Menschen erschaffen, sondern es war umgekehrt. Irgendwann sind demnach unsere Vorfahren auf die Idee gekommen, dass hinter unbegreiflichen Vorgängen göttliche Mächte stecken. Spätestens seit der Steinzeit vor etwa 120 000 Jahren sprechen jedenfalls Grabbeilagen sowohl bei Neandertalern als auch beim Homo sapiens immerhin für Bestattungsrituale.

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“Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?”

Image: Frans de Waal/FB
Image: Frans de Waal/FB
Tomorrow (Monday: 25 April, 2016) will be the official pub date of my book “Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?” This means that the English version is, or should be, in the stores and that if you order the book from an internet provider, it will be shipped to you right away. Many translations are either coming out or in the works, while the UK edition will appear early September, 2016, in London.

By Frans de Waal | Facebook

It has been a long journey from writing to production to having the book available, and I appreciate all of the patience of those who wanted to read it right away. If you have read the book and liked it and wish to promote it, one great way is to put a glowing review on the Amazon.com website. Amazon ratings and reviews do matter. Another way, of course, is the good-old word-of-mouth method of recommending the book to others.
Several reviews of the book have already appeared in print or on the internet, and I am sure many more will follow in the coming days and weeks. There is even a placement on the “best new books” list of, yes, People magazine. It is also on Publisher’s Weekly tip sheet. The New York Times published an extract as well as a book review, as did Slate.com. Science Friday did a radio interview on the book on April 22nd – you can listen to it here. In the meantime in the Netherlands, the book entered within days the top ten of non-fiction books.
The key message that animals are a lot smarter than science has given them credit for is likely to resonate. The book pays ample attention to the history of my field, including the question why it has taken so long to reach this conclusion. We stand at the beginning of a new way of looking at animal intelligence. The present generation of scientists focuses on the animals themselves rather than on the tired old question of what makes humans special. The book’s goal is to make new knowledge accessible. The first reviews indicate that everyone thinks it is fun to read.

Schöpfung: Wieviel Evolution darfs denn sein?

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Dieser Vortrag war eine intellektuelle Herausforderung: Den Tag mit einigen erbaulichen Gedanken über Religion und die Entstehung der Welt langsam ausklingen zu lassen, war nicht möglich. Dafür gab es umso mehr zu erfahren.

SBÜ |Onetz

Mit Professor Dr. Wolfgang Schoberth hatte der Freundeskreis Evangelische Akademie Tutzing einen bekannten Geisteswissenschaftler geladen, der religiöse und philosophische Gedanken auf einem sehr hohen Niveau vortrug. Wer die gedanklichen Reise zu Evolution und Schöpfung dennoch mitmachte, wurde belohnt.

Schoberth ist Theologe, Philosoph und Soziologe an der Universität in Erlangen. So beleuchtet er die biblische Schöpfungsgeschichte und die naturwissenschaftlichen Evolutionstheorien aus verschiedensten Blickwinkeln. Mit Verweis auf die naturwissenschaftlichen Erklärungen der Entstehung von Erde und Weltraum stellte er die Frage: „Hat sich die biblische Vorstellung, dass Gott die Quelle allen Ursprungs ist, erledigt?“ Ähnlich auch die Frage: „Wo ist noch Raum für einen aktiv handelnden Gott?“

Glaube an Gott obsiegt

Dass beim Theologen Schoberth am Ende der Glaube an Gott als Schöpfer der Welt obsiegt, überrascht zwar nicht. In seinen Überlegungen, auf dem Weg dahin, liegt jedoch der eigentliche Erkenntniswert. Erster zentraler Gedanke zur Frage, ob Schöpfungsglaube oder Evolutionstheorie die Entstehung unseres Universums erklärt, lautet: „Solange die beiden Sichtweisen innerhalb eigener Logik- und Systemgrenze bleiben, gibt es keinen Konflikt.“

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Babys der Riesen-Dinos waren frühreif

Das Jungtier des Rapetosaurus war bei seinem Tod nur etwa hundegroß. © R. Martin und K. Curry Rogers
Exakte Miniatur-Kopie: Die Jungtiere des 15 Meter langen Dinosauriers Rapetosaurus waren offenbar erstaunlich frühreif, wie der Fund eines noch sehr kleinen Jungtiers zeigt. Denn dieses nur knapp bis zu unseren Knien reichende Dino-Baby hatte bereits die gleichen Körperproportionen wie seine riesenhaften Eltern. Das spricht dafür, dass diese Sauropoden bereits kurz nach dem Schlupf schon sehr selbstständig waren, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.

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Sie waren die größten Landtiere unseres Planeten: Pflanzenfressende Titanosaurier wie der 60 Tonnen schwere Dreadnoughtus, der bis zu 40 Meter lange Argentinosaurus oder der immerhin noch 15 Meter lange Rapetosaurus waren echte Giganten. Doch wie ihr Nachwuchs aussah und vor allem, wie er es schaffte, auf eine so gewaltige Größe heranzuwachsen, war aus Mangel an Fossilien unbekannt – bis jetzt.

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