Ramelow: Investition ins Reformationsjubiläum hat sich gelohnt

Bodo Ramelow, Bild: FB

In einer guten Woche geht das Reformationsjubiläum zu Ende. Kirche und Staat haben ein Jahr lang an die Bedeutung der Reformation erinnert – und dabei auch viel Geld investiert. Das sei gut angelegt worden, sagt Thüringens Ministerpräsident Ramelow.

evangelisch.de

Vor dem Finale des 500. Reformationsjubiläums haben Vertreter von evangelischer Kirche und Staat sich zufrieden mit dem Ablauf des Festjahres gezeigt. „Die Thüringer Bilanz jedenfalls ist sehr positiv“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er verteidigte dabei auch den den Einsatz von Steuermitteln. Die in den vergangenen Jahren innerhalb der Lutherdekade ausgegebenen 65 Millionen Euro seien „kein Staatsgeld für innere Kirchenangelegenheiten gewesen“, sondern Mittel für den Denkmalschutz und Investitionen in die Infrastruktur an den Originalstandorten, sagte er. Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) blickt auf ein in seinen Augen gelungenes Erinnerungsjahr zurück.

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„Der Islam gehört zu Europa!“

Gefangenen-Lager Wünsdorf, erste Moschee in Deutschland Museum Europäischer Kulturen/Otto Stiehl
Was ist typisch Alte Welt? Wie fühlt sich europäische Gemeinschaft an? Der Historiker Christopher Clark wollte das herausfinden und ist durch die EU gereist

Von Teresa Pfützner | DIE WELT

Brexit, Streit über die Flüchtlingspolitik, Wiedererstarken von Nationalismus – es scheint nicht gut zu stehen um die Einheit Europas. Der australische Historiker Sir Christopher Clark („Die Schlafwandler“) ist für das ZDF mehrere Monate durch die Länder gereist und hat sich auf Spurensuche begeben: Was eint und was teilt uns? Sechs Teile von „Europa-Saga“ sind ab diesem Sonntag zu sehen.

Christopher Clark, geboren 1960 in Sydney, studierte unter anderem 1985 bis 1987 an der FU Berlin. Er lehrt Neuere Europäische Geschichte an der Universität von Cambridge, England.

DIE WELT:

Heinrich Mann hat gesagt: „Das übernationale Gemeinschaftsgefühl der Europäer ist reine Erfindung der Dichter.“ Wie haben Sie das auf Ihrer Reise durch den Kontinent für die „Europa-Saga“ erlebt: Ist das europäische Gemeinschaftsgefühl Dichtung oder Wahrheit?

Christopher Clark:

Wahrheit. Auch, wenn Wahrheiten sich oft aus der Dichtung ergeben, jedes Nationalgefühl und jede Identität sind schließlich konstruiert. Ein starkes europäisches Gefühl habe ich besonders bei Menschen zwischen 18 und 25 Jahren erlebt, ob in den Niederlanden, Spanien oder sogar Griechenland – ich dachte, dort wären die Menschen von der EU traumatisiert! Auch in Kiew habe ich ein positives Europabild erlebt. Für sie ist Europa aber eher ein Traumbild, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Selbst ist die Schöpfung

„Desmonema annasethe“. Die Tentakel hatten Haeckel an die Haare seiner Frau erinnert. Ernst Haeckel. Scan: Ragesoss. Cleanup: Ilmari Karonen. – Kunstformen der Natur (1904), plate 8: Discomedusae. PD

Ernst Haeckel machte Biologie zur Zeichenkunst: Jetzt leuchten seine Discoquallen so prächtig wie nie

Von Michael Pilz | DIE WELT

Ernst Haeckel hatte recht. In seiner Serie „Kunstformen der Natur“, die zwischen 1899 und 1904 erschienen, schrieb er zu seinen Bildern: „Die Natur erzeugt in ihrem Schoße eine unerschöpfliche Fülle von wunderbaren Gestalten, durch deren Schönheit und Mannigfaltigkeit alle vom Menschen geschaffenen Kunstformen weitaus übertroffen werden.“ Haeckel warb im Morgengrauen der Moderne für den Teil der Schöpfung, den die Aufklärung vom Menschlichen getrennt hatte. Wenn er die Staatsquallen wie Rokoko-Koketten zeichnete, die Kalkschwämme wie Kathedralen und die Strahlentierchen wie Skulpturen von vollkommener Symmetrie, verschwanden alle Dualismen. Aus Natur wurde Kultur. Geist und Materie wurden eins.

Alles war eins bei Haeckel, auch Leben und Werk: An seinem 30. Geburtstag im Jahr 1864, als ihm die bedeutsame Cothenius-Medaille für seine wissenschaftlichen Verdienste angeheftet wurde, starb seine Frau Anna Sethe. Es war wohl der Blinddarm, jenes rätselhafte evolutionäre Erbe. Haeckel, der die Lehren Darwins volkstümlich ins Deutsche übersetzt und auf den Menschen ausgeweitet hatte, fuhr in seiner Trauer nach Italien. In einem Gezeitentümpel stieß er auf eine noch unentdeckte Scheibenqualle. Er nannte sie Desmonema annasethe, zeichnete ihre Tentakel wie das goldene Haar seiner verstorbenen Frau und kleidete sie in türkisfarbene Rüschen.

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Wenn Medikamente töten statt heilen

In Afrika werden Medikamente meist von Strassenhändlern ohne pharmazeutische Ausbildung verkauft. (Bild: Xaume Olleros / Bloomberg)
Etwa ein Drittel der in Afrika verkauften Arzneimittel ist wirkungslos oder sogar giftig. Meist kommen die Fälschungen aus China oder Indien. Der Handel ist hochlukrativ und schwierig einzudämmen.

Von David Signer | Neue Zürcher Zeitung

30 bis 40% der Medikamente im subsaharischen Afrika gelten als gefälscht. Das heisst, dass beispielsweise jede dritte Tablette entweder wirkungslos oder sogar gefährlich ist. Nirgendwo sonst ist das Problem so gravierend. In Asien und Russland geht man von einem Anteil von 10 bis 20% gefälschter Medikamente aus, in Nordamerika und Europavon 1%. Das sind grobe Schätzungen, die auf den Funden von Zoll und Polizei beruhen.

Lukrativer als Drogenhandel

In Afrika werden die Medikamente meist von ambulanten Händlern auf der Strasse verkauft. Selbstverständlich verfügen diese über keine pharmazeutische Ausbildung. Selbst wenn das Arzneimittel also echt ist, kann die Einnahme riskant sein. Wenn der Kunde beispielsweise über Kopfweh klagt, gibt ihm der Verkäufer im besten Fall ein Aspirin aus seinem Bauchladen, im schlimmeren Fall ein Malariamittel oder ein Antibiotikum, mit einer willkürlichen Dosierung. Gerade das «wilde» Verschreiben von Antibiotika ist im Hinblick auf Resistenzbildung besonders gefährlich, nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch für die Allgemeinheit.

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Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers entdeckt

Zum Reformationsjubiläum: Schautafel mit dem Bildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.. ©DPA
Der Ablasshandel war Martin Luther ein Graus. In seinen 95 Thesen übte er massive Kritik an der Praxis der Kirche. Doch jetzt hat eine Forscherin einen Ablassbrief gefunden. Er lautet auf den Namen des Reformators.

Frankfurter Allgemeine

In der spanischen Nationalbibliothek ist ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthersaufgetaucht. Die Direktorin des Weserrenaissance-Museums in Lemgo, Vera Lüpkes, entdeckte das Schriftstück in Madrid bei Recherchen für eine Ausstellung, wie sie dem Kölner „Domradio“ sagte. Luther, der später den Ablasshandel der Kirche erbittert bekämpfte, hatte den Brief als Mönch im Erfurter Augustinerkloster gekauft. Dort hatte der berühmte Ablassprediger Johann Tetzel (1465 bis 1519) 1508 gepredigt. Seine Ansprachen stellten später den Anlass für Luthers 95 Thesen („Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“) dar, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

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„Vogel- und Insektensterben“: Die industrielle Landwirtschaft als Quelle des Übels?

Foto: Christian Fischer / CC BY-SA 3.0
Zwei Studien bekräftigen dringende Argumente für eine „Agrarwende“

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zwei Studien bestärken die Befürworter einer „Agrarwende“ mit Material zu den Stichworten „Vogelsterben“ und „Insektensterben“, die sich, wie sich vor allem bei letzterem schon im Sommer gezeigt hat, gut für Dramatisierung und Polemik eignen.

Sie eignen sich aber auch für ernstzunehmende politische Argumente. Die Frage wird sein, ob es die Grünen etwa in den Koalitionsverhandlungen schaffen, gute Konzepte in Richtung einer maßvolleren, ökologischeren Landwirtschaft aufzustellen.

Es gab eine Reihe von Beobachtungen, die aufgrund von weniger toten Insekten auf der Windschutzscheibe oder im Rotorblattgetriebe von Modellflugzeugen auf ein allgemeineres, größeres Schwund-Phänomen schlossen, und dies zum Beispiel im Sommer eine Debatte hineinbrachten, die um das Bienen- oder Schmetterlingssterben kreiste und auf Zusammenhänge mit der Landwirtschaft zielte.

„Bis zu 80 Prozent weniger Insekten“ wurde zu einem Wahlkampfthema der Grünen, wie dies Peter Mühlbauer an dieser Stelle im Juli beschrieb. Es war viel Polemik im Spiel und den Kritikern der Grünen fiel es leicht, auf die Unwissenschaftlichkeit oder methodischen Fehler hinter der Behauptung aufmerksam zu machen.

Die Grundlage für die Behauptung sei keineswegs eine neue deutschlandweite Studie“, wie von einem Kommunikationsexperten argumentiert wurde, sondern Beobachtungen eines „Vereins von Hobbyforschern in Krefeld“ an ganzen zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch.

Die Polemik ist unübersehbar, der Schluss einfach: Da der „Hobby-Entomologie“ auf die Frage, ob sich die „beiden Messpunkte problemlos auf ganz Deutschland hochrechnen“ ließen, mit „natürlich nicht“ antwortete, war die Sache als aufgeblähtes Wahlkampfgerede ab getan. Die beeindruckende Zahl ist nicht belegt, schloss der Kommunikationsexperte Hasso Manfeld und riet in seinem Meedia-Beitrag dazu, besser zu recherchieren. Seine Referenz war ein Artikel der FAS über die Untersuchungen der Insektenforscher.

Inzwischen sieht die Wochentagsausgabe der Frankfurter Zeitung die Sache erheblich anders: „Das Insektensterben in Deutschland ist ganz offensichtlich nicht die Erfindung einzelner Insektenliebhaber oder Entomologen Vereine“, steht am Anfang eines Artikels, der die Studie unter Leitung von Caspar A. Hallmann von der Radboud-Universität zum Thema hat.

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Israel: Bundesregierung genehmigt U-Boot-Verkauf

INS Dolphin der Israelischen Marine, U-Boot der Dolphin-Klasse. Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0 – shlomiliss
Die deutsche Regierung hat nach Informationen des SPIEGEL dem umstrittenen Verkauf von drei U-Booten an Israel zugestimmt – allerdings unter strengen Auflagen: Erst wenn alle Korruptionsermittlungen eingestellt sind, wird geliefert.

SpON

Am Donnerstag einigten sich Kanzleramt, Auswärtiges Amt und das Verteidigungsministerium darauf, ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) mit der israelischen Regierung zu unterzeichnen, das sich ungewöhnlich scharf gegen Korruption richtet. Grund sind Bestechungsvorwürfe gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sowie Berater und Vertraute des israelischen Regierungschefs.

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Saurierschädel unter Neutronenbeschuss

Mithilfe von Neutronenstrahlen können Wissenschaftler in Garching verschiedene Objekte durchleuchten, etwa den Schädel eines Cistecephalus. (Foto: Michael Laaß/OH)
Den Forschungsreaktor in Garching nutzen Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fachrichtungen. Beim Tag der offenen Tür der TU an diesem Samstag kann man die Anlage besichtigen.

Von Gudrun Passarge | Süddeutsche.de

Wie gut hörten Therapsiden, die vor 230 Millionen Jahren lebten, und welche Materialmischung bewirkt, dass Batteriezellen eine längere Lebensdauer haben? Es sind Fragen wie diese, die Wissenschaftler im GarchingerForschungsreaktor (FRM II) mithilfe von Neutronenstrahlen zu beantworten versuchen. Jährlich etwa 1000 Forscher aus aller Welt nutzen den Reaktor für ihre Messungen.

„Neutronen durchdringen jedes Material mühelos“, sagt der wissenschaftliche Leiter des FRM II, Winfried Petry, „sie können damit wirklich Licht ins Dunkel bringen. Völlig zerstörungsfrei.“ Beim Tag der offenen Tür der TU am Samstag, 21. Oktober, bekommen Besucher die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Technik und der Forschung im Reaktor zu machen.

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The Puerto Rican Island the US Military Destroyed Has Been Forgotten After Hurricane Maria

Image: Dennis M. Rivera PichardoThe Washington Post via Getty Image
„Currently, people in Vieques are struggling to survive. That needs to be a priority.“

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Vieques, a small and vibrant Puerto Rican island, was once described to me like this: „Puerto Rico is a colony of the United States,“ I was told. „Vieques is a colony of Puerto Rico.“

Technically, Vieques is a municipality, or locally governed unit of Puerto Rico. The scenic island, with its white beaches and aquamarine waters, is situated eight miles off the mainland. Tourists know Vieques for its „biobay,“ a stretch of coastline that glows with microscopic plankton each night. The island’s national wildlife refuge, which is home to 190 bird species, was visited by 70,000 people last year; a testament to its natural beauty.

But Vieques harbors another, toxic history; one that chronicles a struggle for Puerto Ricans‘ civil rights amid environmental exploitation. And now, after Hurricane Maria, the island is once again fighting to be heard.

„The damage they have caused to Vieques is irreparable. We deserve to, at least, work toward the development of our island: building schools, better roads, equipment, and medicine for our hospital, and to have dialysis and maternity services,“ Vicente Rosario, who was born and raised on Vieques, and has family there, told me.

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Pariser Erklärung – Vorwärts in die Vergangenheit

Europas ist von einem falschen Selbstverständnis bedroht. Ein einseitiges Verständnis von Freiheit, Multikulturalismus und Fortschrittsglaube entfernen die europäischen Nationen von ihrem Wesen.

kath.net

Ein Gruppe Gelehrter und Intellektueller aus mehreren europäischen Ländern hat ein Manifest veröffentlicht, in der sie vor einem „falschen Europa“ warnt und die wesentlichen Grundprinzipien des „wahren Europa“ skizziert (siehe Link am Ende des Artikels).

Europa sei gegenwärtig von einem „falschen Verständnis seiner selbst“ bedroht. Dies sei von einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ geprägt, der „den wahren Quellen der menschlichen Würde“ gegenüber blind sei. Dazu gehören die christlichen Wurzeln Europas, die von den „Schirmherren des falschen Europa“ ignoriert oder gar abgelehnt würden. Tugenden wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit und Wohltätigkeit seien christlichen Ursprungs.

Die Unterzeichner bekennen sich zu einem Europa als „Gemeinschaft von Nationen“ mit eigenen Sprachen, Traditionen und Grenzen. Zusätzlich habe sich eine europäische Identität herausgebildet, die besonders durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege gestärkt worden sei. Europa sei eine „Einheit in der Vielfalt“. Europäische Weltoffenheit sei untrennbar mit der Anerkennung „der Vaterlandsliebe und der staatsbürgerlichen Treue“ verbunden. Die Unterzeichner lehnen einen „falscher Universalismus, der historische Selbstvergessenheit und Ablehnung des Eigenen verlangt“, ab.

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Möglicher Standort für Basis: Kilometerlange Höhle auf dem Mond gefunden

(Bild: JAXA)
Japanische Forscher haben dank einer inzwischen zerstörten Sonde eine bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. In solch einer Höhle könnten Astronauten eine geschützte Basis errichten.

Von Martin Holland | heise.de

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hat eine mutmaßlich bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. Wie die Forscher nun mitteilten, wären solche Höhlen von großem Wert nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für eine mögliche Kolonisierung des Mondes. Unter der Oberfläche des Mondes könnten nicht nur Gesteinsproben gefunden werden, die von äußeren Einflüssen relativ unberührt werden. Astronauten könnten dort eine Basis bauen, die vor Strahlung, Mikrometeoriten und den immensen Temperaturunterschieden geschützt wäre. Die Höhle liegt im Gebiet der sogenannten Marius-Hügel und wurde nun in Daten der Selene-Mission vom Bodenradar an Bord der Sonde Kaguya gefunden.

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Europa: Säbelzahnkatzen noch vor 28.000 Jahren

Dieses Kiefer einer Säbelzahnkatze wurde in der Nordsee gefunden – und ist erst 28.000 Jahre alt. © Natural History Museum Rotterdam
Spannender Fund: Noch vor 28.000 Jahren könnten unsere Vorfahren in Europa Säbelzahnkatzen gejagt haben – oder von ihnen gefressen worden sein. Denn die eiszeitlichen Raubkatzen starben bei uns gut 200.000 Jahre später aus als bisher angenommen. Das bestätigen nun Analysen eines vor der holländischen Nordseeküste gefundenen Fossils. Warum die Säbelzahnkatzen in Europa ausstarben und wann genau, ist damit wieder offen.

scinexx

Mächtige, ungewöhnlich starke Pranken, dolchartige Eckzähne und ein tödlicher Biss: Säbelzahnkatzen gehörten zu den furchterregendsten Raubtieren der Eiszeit. Während jedoch die Gattung Smilodon auf dem nordamerikanischen Kontinent noch bis zum Ende der Eiszeit vor rund 12.000 Jahren überlebte, starben die Homotherium-Säbelzahnkatzen Europas schon hunderttausende Jahre früher aus – so dachte man jedenfalls bisher.

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Weltberühmt und doch vielleicht nur Fake – wie so vieles im Christentum

If I had a hammer: Ferdinand Pauwels ‚Luthers schlägt die Thesen an‘ von 1871/72. © WARTBURG-STIFTUNG EISENACH/FAZ.net
Touristen aus der ganzen Welt drängten sich in diesem Reformationsjubiläumsjahr andächtig vor Wittenbergs berühmtester Tür, unzählige Fotos und Selfies entstanden mit dem weltweit bekannten Eingangsportal im Hintergrund.

Von Markus Geiler | EKD

Dabei ist die Bronzetür an der Wittenberger Schlosskirche mit den aufgeprägten 95 Thesen Martin Luthers gar kein Original. Nach einem Brand der hölzernen Kirchentür stiftete Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die neue Thesentür zum 375. Geburtstag Luthers am 10. November 1858. Und auch an ihrer legendären Rolle bestehen große Zweifel.

Ausgerechnet ein Katholik verwies den Urknall des Protestantismus ins Reich der Legenden. Der Anschlag der 95 Thesen durch den Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche habe so nie stattgefunden, schrieb der katholische Kirchenhistoriker und Luther-Biograf Erwin Iserloh 1961 in seiner Abhandlung „Luthers Thesenanschlag, Tatsache oder Legende?“.

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Angst vor Spinnen ist uns angeboren

Kaum einer wird nicht nervös bei dem Gedanken, eine Spinne, und sei sie noch so harmlos, könne auf seinem Arm hochkrabbeln. © Shutterstock
Pfui Spinne: Die Angst vor Spinnen und Schlangen ist uns offenbar angeboren. Experimente zeigen: Schon sechs Monate alte Babys reagieren gestresst bei dem Anblick der Tiere – lange bevor sie diese Reaktion gelernt haben können. Demnach muss die Abneigung gegenüber diesen potenziell gefährlichen Tiergruppen einen evolutionären Ursprung haben. Vermutlich konnte sie sich entwickeln, weil Reptilien und Spinnentiere bereits seit Jahrmillionen mit dem Menschen und seinen Vorfahren koexistieren.

scinexx

Schlangen und Spinnen rufen bei vielen Menschen Angst und Ekel hervor. Auch hierzulande wird wohl kaum einer nicht bei der Vorstellung nervös, eine Spinne könne sein Hosenbein hochkrabbeln. Diese Abneigung ist streng genommen unbegründet. Schließlich gibt es bei uns fast keine Spinnen oder Schlangen, die dem Menschen gefährlich werden können.

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Latente Fingerabdrücke können nicht zur zweifelsfreien Identifizierung verwendet werden

Bild: Metrónomo/CC BY-SA-4.0
Ein von der AAAS, der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft, in Auftrag gegebener Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Daktyloskopie keine wissenschaftliche Grundlage für Rechtssicherheit besitzt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Seit fast 120 Jahren werden Täter anhand ihrer Fingerabdrücke überführt. Die Daktyloskopie gilt als zuverlässige biometrische Identifizierung. In Deutschland wurde sie 1903 eingeführt, 1952 wurde mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs der Beweiswert der Daktyloskopie im Strafverfahren uneingeschränkt anerkannt. In den USA werden seit 100 Jahren Fingerabdrücke als Beweismittel verwendet, auch für Todesstrafen. Weiterhin ist der Fingerabdruck weltweit eine der am meisten verwendeten forensischen Methoden zur Identifizierung von Personen.

Umstritten war der Fingerabdruck als Beweismittel immer einmal wieder. Jetzt sät ein Bericht einer von der American Association for the Advancement of Science (AAAS) eingesetzte Arbeitsgruppe neue Zweifel. Danach sei wissenschaftlich nicht haltbar, dass sich mit Fingerabdrücken nur eine einzige Person identifizieren lässt. Danach dürften sie eigentlich auch vor Gericht nicht als unbezweifelbares Beweismittel zur Identifizierung einer einzigen Person verwendet werden.

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JUDENHASS IN FRANKREICH: Die Täter machen es wie die Nazis

Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen. ©AFP
Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Eine 65 Jahre alte Frau wurde gefoltert, aus dem Fenster geworfen, der Täter wusste, dass sie Jüdin war und schrie, er wolle sein Volk rächen.“ Eine Stunde hatte der Mörder Sarah Halimi gequält, es geschah im April dieses Jahres in Paris: „Zwei Monate lang wurde nur in den jüdischen Medien darüber berichtet. In den Zeitungen gab es keine Recherchen und keine Reportagen, niemand hat die Nachbarn befragt, welche die Rufe ‚Allahu Akbar‘ gehört hatten.“

So beschreibt Elisabeth Badinter das barbarische Verbrechen, das Schweigen der Medien wie der Politiker darüber haben sie gleichermaßen erschüttert. Die Philosophin und Feministen, deren Bücher „Die Mutterliebe“ und „Ich bin Du“ weltweit Bestseller waren, hat im Nachrichtenmagazin „L’Express“ einen Aufruf zum Kampf gegen den Antisemitismus in Frankreich veröffentlicht. „Das Attentat im jüdischen Supermarkt ‚Hyper Cacher‘“, ergänzt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, das 2015 im Zusammenhang mit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ verübt wurde, „ist im Begriff, aus der kollektiven Erinnerung zu verschwinden.“

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Rekordmessung erweitert Kenntnisse über Antimaterie

foto: stefan sellner/riken Penningfallensystem zur Messung des magnetischen Moments des Antiprotons am BASE-Experiment am Cern.
Magnetisches Moment des Antiprotons so genau wie nie zuvor bestimmt

derStandard.at

Einer neuen Messmethode ist es zu verdanken, dass das BASE-Experiment am Teilchenforschungszentrum CERN bei Genf seinen eigenen Rekord gebrochen hat: Die Physiker konnten das magnetische Moment des Antiprotons um den enormen Faktor 350 genauer messen als bei der zuvor genauesten Messung, deren Ergebnisse sie Anfang des Jahres vorgestellt hatten.

Beim vorherigen hatten die Forscher die Messgenauigkeit nur um den Faktor sechs verbessern können. Die neue Methode beruht auf simultanen Messungen an zwei Antiprotonen, welche die Forschenden in zwei sogenannten Penning-Fallen einfingen. In diesen Teilchenfallen lassen sich geladene Teilchen – oder in diesem Fall Anti-Teilchen – für präzise Messungen ihrer Eigenschaften festsetzen und speichern.

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Evolution : „Der Mensch als solcher wird zwangsläufig verschwinden“

Auch der Homo sapiens entwickelt sich weiter. © Mads Perch/Getty Images, Montage ZEIT ONLINE
Seit Jahrmillionen entwickelt sich Leben auf der Erde. Kreucht es andernorts auch? Ein Gespräch über irdische Evolution – und das Ende der Menschheit

Von Alina Schadwinkel | ZEIT ONLINE

Die Evolution kennt kein Halten. Seit mehr als vier Milliarden Jahren gibt es auf der Erde Leben und von der ersten Sekunde an hat es sich rasant entwickelt – darauf deuten Fossilienfunde bislang hin. Von plumpen Einzellern ging es über Bakterien und Viren zu größeren Organismen, zu Pflanzen und noch komplizierteren Lebewesen wie Tier und Mensch. Da stellen sich unseren Lesern die Fragen: Wieso kam es überhaupt zu dieser Entwicklung? Woher hat die Evolution ihre Motivation? Und wenn es auf der Erde möglich war, muss es dann nicht irgendwo anders im Universum weitere Lebensformen geben? Mit Forschern haben wir im Liveblog Antworten auf diese Fragen gesucht.

Die junge Erde – sie war völlig anders als der blaue Planet, den wir heute kennen. Es seien extreme Zeiten mit hohen Temperaturen gewesen, die die Entwicklung von Leben begünstigt hätten, erklärte die Biologin Anna Müllner. Sie ist eine von drei Bloggerinnen der Wissenschaftsplattform SciLogs, die sich am zweiten Tag unserer Serie Die großen Fragen an die Wissenschaft gestellt hat. Auch die Zoologin Bettina Wurche und die Planetenforscherin Ludmila Carone haben versucht, Antworten auf die Fragen unserer Leser zu finden.

Charles Darwins Theorien haben bis heute Bestand

Müllner führte zu Beginn der Diskussion weiter aus: „Die Teilchen, aus denen wir bestehen, sind sehr komplex und die Begebenheiten damals haben beschleunigt, dass diese Komplexität bestehen konnte – einfach weil alles so hoch herging“. Es sei ein bisschen, als wäre unsere Erde damals in der Pubertät gewesen. „Da sind ja auch Jugendliche gerne sehr kreativ.“

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In Deutschland gibt es ein „regelrechtes Vogelsterben“

Vor allem Allerweltsvögel wie der Star sind vom Vogelsterben betroffen Quelle: dpa/London News Pictures via ZUMA/Keith Morris
Der Naturschutzbund spricht von einem regelrechten Vogelsterben. Vor allem die „Allerweltsvögel“ kämpfen um ihr Überleben. Einen Schuldigen hat der Nabu auch schon gefunden.

DIE WELT

In dieser Woche warnten Forscher bereits davor, dass es in Deutschland immer weniger Insekten gebe. Nun weisen Naturschützer auf einem Rückgang der Vögel hin.

Denn nach Berechnungen des Naturschutzbundes (Nabu) geht die Zahl der Vögel in Deutschland deutlich zurück. Binnen zwölf Jahren seien 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Das sei ein Minus von 15 Prozent.

Lachmann wertete den Angaben zufolge Bestandsdaten der Jahre 1998 bis 2009 aus, die die Bundesregierung 2013 an die EU meldete. Bislang hätten jedoch die Entwicklungen bei einzelnen Arten im Fokus gestanden – und nicht die Summe. Neuere Zahlen werden erst 2019 erwartet.

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Waren die Wikinger vom Islam beeinflusst?

Die Muster auf diesem Seidenband könnten arabische Schriftzeichen darstellen. © Annika Larsson
Fremde Kultur: Forscher haben arabische Schriftzeichen auf Begräbniskleidung von Wikingern entdeckt. Die mit Silbergarn auf Seidenbänder gestickten Muster stellen ihren Analysen zufolge Wörter wie Allah und Ali dar und haben demnach einen deutlichen Bezug zum Islam. Das könnte bedeuten, dass sich die Nordmänner von der fremden Kultur aus dem Orient beeinflussen ließen.

scinexx

Vor rund tausend Jahren dominierten die Wikinger weite Teile Nordeuropas und besiedelten als erste Europäer sogar das ferne Grönland. Obwohl die Nordmänner vor allem für ihre kriegerischen Raubzüge gefürchtet waren, unterhielten sie auch ein ausgedehntes Handelsnetz. Bei ihren Geschäften in Europa und im Orient tauschten die Händler Güter wie Honig, Bernstein, Felle und Waffen gegen Silber, Gewürze, Rüstungen und Seide.

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