Archiv der Kategorie: Geschichte

“Der Fisch in uns” – 3sat bietet Evolution für Einsteiger

Neil Shubin, Bild: wikimedia.org

DFB-Pokal und keine Alternativen? Von wegen. Wenn die Großen dem Fußball nur olle Kamellen entgegensetzen, schlägt die Stunde der Kleinsender.


Von Andreas Böhme|WAZ

Die Materie ist komplex, zuweilen gar kompliziert. Zum Glück kennt der Mann, der zum Thema spricht, sich aus. Neil Shubin heißt er, ist Professor für Evolutionsbiologie und Anatomie an der University of Chicago.

Viele Bücher hat er geschrieben, noch mehr Vorträge gehalten und auch Dokus für das Fernsehen gedreht. Drei davon zeigt 3sat Mittwoch und Donnerstag. Die erste heißt “Der Fisch in uns”.

Shubin sucht. Nicht nach Nadeln im Heuhaufen, das wäre zu einfach. Shubin sucht, was die Wissenschaft „Brückentiere“ nennt. Tiere sind das, die von einer Art zur anderen verbinden.

Eine Sisyphusarbeit, denn: „Über 99 Prozent aller biologischen Arten, die jemals gelebt haben, sind ausgestorben“, erzählt der Wissenschaftler, „ nur ein sehr kleiner Teil von ihnen ist in Form von Fossilien erhalten geblieben, und von diesen wird wiederum nur ein sehr kleiner gefunden.“

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Sagenumwobene “Stadt des Affengotts” im Dschungel entdeckt

illu.: university of houston Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

illu.: university of houston
Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

600 bis 1000 Jahre alte Überreste vermutlich Teil einer versunkenen Zivilisation


derStandard.at

Seit Jahrhunderten kursieren Legenden von der “Stadt des Affengotts”, die von der Zeit vergessen im mittelamerikanischen Regenwald verborgen liegen soll. Abenteurer und Glücksritter wollen immer wieder von spektakulären weißen Ruinen gehört haben. Einheimische kennen sie als “Weiße Stadt” oder “Ort des Kakaos”, in der sich einst die präkolumbischen Ureinwohner vor den spanischen Konquistadoren versteckt hatten – eine Art Garten Eden, aus dem jene, die ihn betraten, niemals mehr zurückkehrten.

Nun hat ein internationales Wissenschafterteam in Honduras die praktisch unberührten Überreste dieser sagenumwobenen Dschungelstadt entdeckt – mehr noch: Es scheint, als handelt es sich in Wirklichkeit um die Ruinen einer ganzen untergegangenen Zivilisation.

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Größtes Radioteleskop der Welt im Bau

Bild: Heise.de

Fernab von Störquellen baut Südafrika das gigantische “Square Kilometer Array”, um in den Weltraum zu horchen.


Von Leonie March|Technology Review

Schon die Landschaft wirkt nahezu außerirdisch: karges, weites Niemandsland, so weit das Auge reicht. Ebenso spärlich wie die Vegetation ist in der Halbwüste Karoo im Nordwesten Südafrikas auch die Besiedelung – was die Gegend zu einem perfekten Ort für Radioastronomen macht, wie Willem Esterhuyse lächelnd erklärt. Fernab von Störquellen wie Elektrosmog, Luft- oder Lichtverschmutzung leitet der Ingenieur von der nationalen Forschungsstiftung Südafrikas den Bau der riesigen Radioteleskopanlage MeerKAT, dem Vorläufer des noch gigantischeren “Square Kilometer Array” – ein Projekt der Superlative, das dem gebürtigen Südafrikaner, wie er selbst eingesteht, regelmäßig den Schlaf raubt.

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Satzungsänderung: Sudetendeutsche verzichten auf “Rechtsanspruch auf die Heimat”

Fahne der Sudetendeutschen (ohne Wappen). Bild: wikimedia.org/PD

Seit 70 Jahren fordern aus dem heutigen Tschechien vertriebene Deutsche ihre Heimat zurück – bis jetzt: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat ihre Satzung geändert. Die Regierung in Prag zeigt sich erleichtert.


SpON

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft fordert nicht länger die “Rückgabe” ihrer früheren Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes beschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Demnach zielen die Verbandszwecke nicht mehr darauf, nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmtes Eigentum zurückzuerhalten. Gestrichen ist auch das Ziel, den “Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen”.

Die sogenannten Sudetendeutschen lebten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in den Randgebieten des heutigen Tschechiens. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu Österreich-Ungarn und in der Zwischenkriegszeit zur neugegründeten Tschechoslowakei.

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Wahlkampf auf Türkisch: AKP-Kandidaten posieren in osmanischem Gewand

Einige AKP-Kandidaten glauben, die Wähler im historischen Gewand überzeugen zu können. (Screenshot Hürriyet)

Erst vor einigen Wochen sorgten 16 Krieger in Erdoğans Präsidentenpalast für internationale Schlagzeilen. Nun versuchen einige AKP-Abgeordnete offenbar auf diesen Zug aufzuspringen. Auf Wahlplakaten präsentieren sie sich in historischen Gewändern und hoffen nun auf die gleiche Aufmerksamkeit.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die bevorstehenden Parlamentschaftswahlen in der Türkei treiben bei einigen AKP-Kandidaten offenbar seltsame Blüten. In ihren Kampagnen treten sie derzeit in traditionellen Kleidungsstücken wie Herrscher aus längst vergangenen Zeiten auf. Derartige Bilder hatten Ende Januar jedoch schon einmal für viel Spott und Häme in den Sozialen Netzwerken gesorgt.

Die türkische Zeitung Hürriyet hat einige Beispiele aus den ungewöhlichen Wahlkampf-Bemühungen im osmanischen Stil zusammengetragen. Sie zeigt etwa den AKP-Kandidaten Osman Yavuz und seine Kampagne mit dem Titel „Alle gemeinsam, Neue Türkei“. Yavuz wurde in der zentralanatolischen Provinz Konya nominiert. Überzeugen will er nun durch das Tragen eines Börk. Dabei handelt es sich um eine Kopfbedeckung, wie sie einst seldschukische Krieger sowie die ersten osmanischen Sultane des 14. Jahrhunderts getragen haben. Erst vor kurzem brachte das TV dieses Kleidungsstück den Türken wieder näher, so das Blatt.

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Intelligenzbestien

Juliane Bräuer Klüger als wir denken  Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014 19,99 €

Juliane Bräuer
Klüger als wir denken
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014
19,99 €

Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Diese Frage, mit der Juliane Bräuer ihr Buch über die tierische Intelligenz einleitet, gehört in der Tat zu den spannendsten in der Biologie. Traute man “der Kreatur” jahrhundertelang intellektuell so gut wie nichts zu, zeigen die Ergebnisse der vergleichenden Kognitionsforschung, zu welch erstaunlichen Leistungen Tiere fähig sind. Der Titel bringt die Botschaft des Buchs auf den Punkt: Sie sind “klüger als wir denken”.


Von Andreas Jahn|Spektrum.de

Bräuer ist Biologin und forscht am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Sie gliedert ihr Werk in zwei Teile. Im ersten geht es darum, wie Tiere ihre physikalische Umwelt wahrnehmen. Der umfassendere zweite behandelt die soziale Kognition, also die Fähigkeit, mit anderen Individuen zu interagieren.

Die Autorin formuliert provokante Kapitelüberschriften wie “Nur Menschen denken logisch”, “Nur Menschen haben eine Sprache” oder “Nur Menschen helfen einander” – um diese Behauptungen dann zu widerlegen. Meist beginnen die Kapitel mit einem szenischen Einstieg (“Stellen Sie sich vor …”); im Anschluss daran befasst sich Bräuer mit zahlreichen Studien aus der Verhaltensforschung.

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Religion und Krieg: “Kriegstreibende Aussagen verurteilen”

religion_warDer Religionswissenschaftler Hartmut Zinser untersucht in seiner neuen Studie die Kriegspotenziale der Religionen. Er fordert eine Entpolitisierung der Religion und spricht sich dafür aus, dass die Glaubensrichtungen mit ihrer Geschichte selbst ins Gericht gehen und kriegstreibende Aussagen verurteilen.


Hartmund Zinser im Gespräch mit Andreas Main|Deutschlandradio Kultur

Andreas Main: Hartmut Zinser, Sie sprechen von einem “Kriegspotenzial der Religionen”. Was macht Religionen potenziell zu Kriegstreibern?

Hartmut Zinser: Religionen geben Antwort auf die Frage, wie soll sich leben, was darf ich tun, was darf ich nicht tun und was kann ich erhoffen. Die Antworten unterscheiden sich. Damit entstehen Differenzen. Ferner – Religionen bilden moralische und solidarische Gemeinschaften mit bestimmten Regeln wie etwa: “Du sollst nicht töten!”, “Du sollst nicht lügen!”, “Du sollst nicht rauben und stehlen!”. Aber diese Regeln gelten in der Regel nur für die Religionsgemeinschaft selbst. Nur wenige Religionen haben daraus universale Lehren gemacht. Dadurch wird ein Innen und Außen bestimmt – nämlich die, die zur Religion dazugehören und solche, die nicht dazugehören. Für die, die nicht dazugehören, gelten die moralischen Einschränkungen nicht, so dass man über auch durchaus mal herfallen kann, einen Kopf kürzer schlagen kann oder sie ausrauben kann. Und das haben leider auch alle Religionen gemacht. Oder genauer sollte ich sagen: Das haben Kriegsführer mit allen Religionen gemacht und mit Unterstützung aller Religionen.

Main: Es gibt also das Wir – und es gibt die anderen. Welche Religionen haben das größte Kriegspotenzial, welche sind am wenigsten bellizistisch?

Zinser: Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich eigentlich auch gar nicht richtig beantworten kann. Christentum und Buddhismus lehren grundsätzlich Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit, haben aber im langen Verlauf ihrer Geschichte Kriege nicht vermeiden können – und zwar in unterschiedlicher Form. Zunächst, sie behaupten immer, sie verteidigen sich. Dann gab es Missionskriege – nicht so selten, wie man das sich wünschen würde. Zumindest wurde von den staatlichen Instanzen, den Königen, verlangt, dass sie die Mission schützen sollten. Denn die Menschen sollten erdulden müssen, dass sie missioniert werden. Dann gab es aber auch – und da wird es nun richtig verheerend – die Kreuzzüge, die Sie schon genannt haben, in denen die Beteiligung am Krieg, das Morden und Töten – und ich sage es ganz bestimmt und so prononciert – zu einer religiösen Handlung wurde, mit der man Ablass und das ewige Leben und Himmelreich erwirbt. Andere Religionen, wie zum Beispiel die antiken römischen und griechischen Religionen kannten Kriegsgötter, unter deren Schutz der Krieg gestellt war. Athene in Griechenland und Mars in Rom und viele andere mehr, oder Murugan in Indien. Und sie haben also kein ausgebildetes Kriegsrecht entfaltet, sondern Kriege wurden als Normalität betrachtet. Er gehörte einfach zum Leben dazu, und man musste sich damit einrichten und hat sich damit eingerichtet. Dann gibt es noch Religionen, die durchaus Beschränkungen haben für das Kriegführen – wie der Islam, zugleich aber doch eine umfangreiche Lehre über das Töten im Krieg entfaltet und entwickelt haben. Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es durch die Geschichte geht, sind diese Lehren auch immer wieder in allen Religionen angewandt worden. Es ist dann nur eine Frage der Situation und der Zeit, wann und ob eine Gruppe meint, jetzt zu den Waffen greifen zu müssen und religiös rechtfertigt, dass sie Krieg führen darf und kann.

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9 things you think you know about Jesus that are probably wrong

Jesus illustration gst / Shutterstock.com

Jesus has been described as the best known figure in history, and also the least known. If you mentioned the name “Jesus” and someone asked Jesus who, you might blink. Or laugh. Even people who don’t think Jesus was God mostly believe they know a fair bit about him. You might be surprised that some of your most basic assumptions about Jesus are probably wrong.


By Valerie Tarico|Alternet/Raw Story

We have no record of anything that was written about Jesus by eyewitnesses or other contemporaries during the time he would have lived, or for decades thereafter. Nonetheless, based on archeological digs and artifacts, ancient texts and art, and even forensic science, we know a good deal about the time and culture in which the New Testament is set. This evidence points to some startling conclusions about who Jesus likely was—and wasn’t.

1. Married, not single. When an ancient papyrus scrap was found in 2014 referring to the wife of Jesus, some Catholics and Evangelicals were scandalized. But unlike the Catholic Church, Jews have no tradition of celibacy among religious leaders. Jesus and his disciples would have been practicing Jews, and all great rabbis we know of were married. A rabbi being celibate would have been so unusual that some modern writers have argued Jesus must have been gay. But a number of ancient texts, including the canonical New Testament, point to a special relationship between Mary Magdalene and Jesus. The Gospel of Phillip says, “[Jesus] loved her more than all the disciples, and used to kiss her often on her mouth.”

2. Cropped hair, not long. Jewish men at the time of Christ did not wear their hair long. A Roman triumphal arch of the time period depicts Jewish slaves with short hair. In the Apostle Paul’s first letter to the Corinthians, he addresses male hair length. “Does not nature itself teach you that if a man wears long hair, it is degrading to him?” (1 Corinthians 11:14 NRSV). During the 1960s, conservative Christians quoted this verse to express their disgust against the hippy movement and to label it anti-Christian.

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IS-Terroristen zertrümmern antike Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Die IS-Terroristen haben im Norden des Iraks einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.


derStandard.at

Experten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine “Ikone der altorientalischen Bildkunst”, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. “Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.” Die Figur ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebenten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Es gehörte zur Befestigung von Ninive, dem Zentrum des assyrischen Reiches.

Schmuggel

Bis zu hundert syrische Kunstwerke soll die IS-Terrormiliz “The Times” zufolge nach Großbritannien geschmuggelt haben, um damit neue Gelder zu lukrieren. Kriminalisten und Archäologen warnen davor, dass die geraubten Gegenstände, darunter Gold- und Silbermünzen sowie Tonwaren, in London verkauft werden.

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Frankreich: Zwischen Dschihad und Front National

Tatort Friedhof: geschändete Gräber vergangene Woche im elsässischen Sarre-Union ©dpa

Der islamistische und der rechtsextreme Hass verunsichern die jüdische Gemeinschaft


Von Nina Schönmeier|Jüdische Allgemeine

Sie schrien »Heil Hitler« und spuckten auf jüdische Symbole. Vier Wochen nach dem Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris verwüsteten fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren 250 Gräber auf dem jüdischen Friedhof in der elsässischen Ortschaft Sarre-Union. Die Tat war kein dummer Jungenstreich, und die Jugendlichen wählten den Friedhof nicht zufällig aus. Dies bestätigt der ermittelnde Staatsanwalt Philippe Vanier: »Auch wenn die Betroffenen die antisemitische Motivation ihrer Tat zunächst bestritten, tritt sie klar zutage.«

Niemand randaliere »zufällig« auf einem jüdischen Friedhof – »und schon gar nicht, wenn man die Gegend kennt, weil man in der Nähe wohnt«, sagt Pierre Levy, der Regionalvorsitzende des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich (CRIF). Jacques Wolff, einer der wenigen Juden in Sarre-Union, ist entsetzt von der Tat: »Vandalismus hat es hier schon mehrmals gegeben, aber es ist das erste Mal, dass so viele Gräber umgestürzt und zerstört wurden.« Er merkt an, dass die Täter auch einen Gedenkstein für die Opfer der Schoa zerstört haben. »Ich bin sehr betroffen, mein Vater kam in Auschwitz ums Leben.«

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Dänen verehrten jahrhundertelang falschen Schädel

Lucius I., Phantasiedarstellung in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Bild: wikimedia.org/PD

Jahrhundertelang verehrten die Katholiken im dänischen Roskilde den Schädel des Heiligen Lucius. Doch jetzt steht fest: Der Kopf kann dem Heiligen gar nicht gehört haben. Wer aber liegt dann in dem Reliquienschrein?


Von Angelika Franz|SpON

Als in den 1100er Jahren die letzten Steine in den Dom zu Roskilde – den Vorgängerbau des heutigen romanisch-gotischen Backsteindoms – gesetzt wurden, fehlte den Bewohnern der dänischen Stadt nur noch eines: ein Schutzheiliger. Also schickten sie zwei Stiftsherren auf den Weg nach Rom, sie sollten dort nach geeigneten Reliquien suchen.

Als die beiden Kanoniker Rom erreicht hatten, so die Legende, erschien einem von ihnen des Nachts der Heilige Lucius im Traum. Er wolle Schutzpatron Roskildes sein bis ans Ende der Zeit, ließ er den frommen Mann wissen. Am nächsten Tag gingen die beiden mit der Erlaubnis des Papstes zur Kirche Santa Cecilia in Trastevere. Dort ruhten auch die Knochen des 254 verstorbenen Papst Lucius. Ihn zu finden, war nicht schwer: Hell leuchtete ihnen der Schädel entgegen, verheißungsvoll in das durch die Kirchenfenster einfallende Sonnenlicht getaucht.

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Gigant des jungen Kosmos entdeckt

Ein Quasar – das durch ein aktives, supermassereiches Schwarzes Loch hell leuchtende Zentrum einer Galaxie © ESO / Kornmesser

Astronomen haben das größte Schwarze Loch und die hellste Strahlenquelle des frühen Universums entdeckt. Der Quasar leuchtet 420 Billionen Mal so hell wie die Sonne, sein Schwarzes Loch dieses Quasars ist 4.000 Mal massereicher als das in unserer Milchstraße. Wie so massereiche Objekte relativ kurz nach dem Urknall entstehen konnten, ist bisher unklar, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Quasare – quasistellare Objekte – sind aktive Galaxien, in deren Zentrum ein supermassereiches Schwarze Loch Materie verschluckt und dabei enorme Mengen Strahlung aussendet. Dass es solche kosmischen Leuchtbarken schon im frühen Universum gab, belegen die rund 40 bisher entdeckten sehr alten Quasare. Durch die Ausdehnung des Universums hat ihr Licht eine Rotverschiebung von mehr als 6, sie liegen mehr als 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Um noch mehr solcher Quasare zu finden, haben Xue-Bing Wu von der Universität Peking und seine Kollegen Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) und des WISE-Satelliten der NASA mit Hilfe neuer Auswertungsmethoden durchsucht.

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Holocaust leugnen: Verbot aufheben?

Der Autor des weltbekannten Comics „Maus“ plädiert dafür, das Verbot der Holocaust-Leugnung abzuschaffen – und findet Unterstützer Foto: Chris Anthony Diaz | CC-BY / Pantheon Books

In Deutschland ist das Leugnen des Holocaust unter Strafe gestellt. Der jüdische Cartoonist Art Spiegelman plädiert dafür, den entsprechenden Paragraphen abzuschaffen. Der Journalist Alan Posener unterstützt ihn in einem Beitrag in der Tageszeitung Die Welt.


pro Medienmagazin

Der Zeichner Art Spiegelman wurde weltberühmt durch seinen Comic-Roman „Maus“, in dem er die Erfahrungen seiner Eltern in Nazi-Deutschland und den Konzentrationslagern verarbeitete. Für das Buch erhielt der Amerikaner 1992 den Pulitzer-Preis. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte der Sohn polnisch-jüdischer Eltern Anfang des Jahres, man sollte das Verbot der Holocaust-Leugnung abschaffen. „Das Problem ist, dass Verbieten nicht unbedingt hilft. Die Meinungen wandern dann nur ab in den Untergrund und finden andere Ausdrucksformen“, so Spiegelman.

Im Paragraph 130 des deutschen Strafgesetzbuches steht im Absatz 3: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung (…) in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“ Spiegelman plädiert dafür, den Paragraphen abzuschaffen. „Die Antwort auf etwas Dummes sollte immer etwas Kluges sein. Obwohl ich eigentlich kein Optimist bin, glaube ich, dass sich das Wahre am Ende durchsetzt, wenn man alle Ansichten zulässt.“ Im Falle von Holocaust-Leugnern würde es zwar „sehr schmerzhaft“ sein, sagte der Künstler in der Zeit, Ausgabe 5/2015. In seinem Herzen schimpfe er auf die Nazis. „Aber wenn man Holocaust-Leugnung unter Strafe stellt, verschwindet diese Haltung ja nicht. Es gibt immer noch die gleichen verrückten Faschisten, die nur darauf warten, endlich sagen zu dürfen: Damals wurden nur acht Leute umgebracht, und die Öfen waren zum Brotbacken!“

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Archaeopteryx’ Urvogel-Thron wackelt

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Der Status des Archaeopteryx als Urvogel gerät ins Wanken. Davon unbenommen bleibt seine Schlüsselrolle beim Übergang von Dinosauriern zu Vögeln.


By Ewen Callawey|Spektrum.de

Mit Merkmalen von Dinosauriern und Vögeln galt der Archaeopteryx bisher als Urvogel schlechthin. Diesen Kultstatus machen ihm nun Rivalen mit ganz ähnlichen Merkmalen streitig. Noch thront er aber über allem, und bei der Jahresversammlung 2014 der Society of Vertebrate Paleontology in Berlin schmückte sein Bild sogar die Biergläser.

Die etwas simple Vorstellung von einem einzigen Urvogel musste inzwischen zwar der Theorie von einem keineswegs geradlinigen Übergang der Dinosaurier zu den Vögeln weichen. Doch dank neuer Funde und verbesserter Methoden bleibt die Bedeutung des Archaeopteryx ungebrochen. “Die Archaeopteryx-Forschung schöpft gerade wieder neuen Atem”, sagt der Paläobiologe Martin Kundrat von der schwedischen Universität Uppsala, der an der Organisation des Symposiums im November beteiligt war.

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Bombardierung Dresdens: „Pyro-Technik ist kein Verbrechen“

Blick vom Turm der Kreuzkirche auf die durch die Luftangriffe zerstörte Innenstadt Dresdens. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de

Viel Kritik hat ein Bild ausgelöst, das der sächsische Nachwuchspolitiker Johann Dulig (SPD) in einem sozialen Netzwerk geteilt hat. Darauf ist ein britischer Bomber abgebildet, der seine Fracht abwirft.


kath.net

Darunter ist das zerstörte Dresden zu sehen. Dazwischen steht: „Pyro-Technik ist kein Verbrechen!!! Deutsche Kurven abfackeln!!!“ Mit dem mittlerweile gelöschten Bild habe er dagegen protestieren wollen, dass „alte und neue Nazis“ den 13. Februar – den Jahrestag der Zerstörung der sächsischen Landeshauptstadt – vereinnahmen wollen, erklärte Dulig. Dresden sei eben auch eine Täterstadt gewesen, so der 20-Jährige, der im Vorstand des SPD-Unterbezirks Meißen sitzt. Er ist der älteste Sohn des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD). Die Jugendorganisation der „Alternative für Deutschland“, die „Junge Alternative“, forderte den Rücktritt des Meißener Kreisrats. „Dieses Verhalten von Johann Dulig ist menschlich und politisch betrachtet in höchstem Maße verwerflich“, schreiben die Landesvorsitzende Franziska Schreiber und der Meißener Kreisvorsitzende Peter Baier in einer Erklärung. Mit diesen Aussagen würden Zehntausende ziviler Todesopfer und deren Angehörige entwürdigt. Darüber hinaus seien solche Aussprüche gewaltverherrlichend und bekräftigten Duligs offensichtliche Nähe zum linksradikalen Milieu.

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Der Schwarze Tod kam aus Asien – mehrfach

Spätmittealterliche Darstellung des Schwarzen Todes © historisch

Tödliche Fernwirkung: Das Klima in Asien war schuld an den immer wiederkehrenden Pest-Epidemien in Europa. Immer dann, wenn dort die Nagetiere – und ihre Flöhe – dank günstigem Klima florierten, kam es 15 Jahre später in Europa zu einem Pestausbruch. Kamelkarawanen dienten dem Pesterreger dabei als “Taxi”, um die gut 4.000 Kilometer nach Westen zu überwinden, wie Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” beichten.


scinexx

Die Pest war über Jahrhunderte als der Schwarze Tod in Europa gefürchtet. Immer wieder lösten Ratten und ihre Flöhe als Überträger neue Epidemien aus. Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis stammt ursprünglich aus Asien, über die Seidenstraße gelangte es im frühen 14. Jahrhundert nach Europa. Dort etablierte er sich dauerhaft in den hiesigen Rattenpopulationen – so dachte man jedenfalls bisher.

Freispruch für Europas Ratten

Boris Schmid von der Universität Oslo und seine Kollegen machten sich deshalb auf die Suche nach den Auslösern der alten Pest-Epidemien. Sie analysierten dafür Daten von mehr als 7.700 historischen Pestausbrüchen und glichen sie mit Klimadaten aus Baumringen aus dieser Zeit ab. Ihre Hypothese: Immer dann, wenn ein günstiges Klima herrschte und sich die Nagetiere erst massenhaft vermehrten, dann aber ihre Population zusammenbrach, folgte ein Pestausbruch. Denn die Rattenflöhe gingen dann aus Mangel an Wirten vermehrt auf den Menschen über.

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Happy Birthday to the ‘Greatest Public Health Experiment in History’

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

At its mid-1900s peak, the polio virus typically made its move during the warm summer months, spreading mostly via feces, but sometimes spit and snot. It was known as a disease of children, like the measles or mumps, and it infected whole towns at a time. Ninety percent of those infected wind up with zero symptoms, another few percent will experience mild, general symptoms of viral infection, and the rest will suffer lifelong disability or death.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The polio worst-case is rare as a percentage, but the pre-vaccine omnipresence of the infection—epidemics were common, especially in the first-world—made paralytic polio not so much a rarity. It was a terrifying everyday reality, a public health crisis with a brutal signature of deformity and death. In 1952, there were 21,000 paralytic cases.

The historian William O’Neil wrote that, “Paralytic poliomyelitis (its formal name) was, if not the most serious, easily the most frightening public health problem of the postwar era.” Every year the situation seemed to get worse, and paralytic polio eventually became the number one killer of children among communicable diseases.

The virus mostly haunts the digestive system, multiplying in the intestines and, later, the bloodstream and lymph nodes. In around one percent of cases, it makes the jump into the nervous system, spreading via nervous fibers into the meninges tissues surrounding the brain and, possibly, into the brain itself. This advanced progression is usually considered to be dumb luck and, unlike the neutrotropic rabies virus, entering the brain offers the poliovirus no particular advantage.

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Ken Ham Says Evolution Is An ‘Anti-God Religion’

Image: INQUISITR/Mark Lyons/Getty Images

Ken Ham, infamous creationist and president of the Christian group Answers in Genesis, recently released a scathing blog piece on evolution and atheism. In his article, Ham described evolution as an instrument of Satan and as an “anti-God religion.”


INQUISITR

Ham’s latest diatribe on evolution was prompted by a recent viral video produced by the YouTube channel misterdeity, which prominently featured atheist and biologist Richard Dawkins. In the video, Dawkins and Brian Dalton, playing the role of Mr. Deity, discussed the latter’s apparent inconsistencies with his creation.

One segment, which particularly enraged many believers who saw the skit, featured Richard Dawkins saying, “You know, it seems to me that if you really want to be useful, you could do us all a favour and simply vanish. The whole of your precious creation was made by evolution and you didn’t have to lift a finger to help it along. You’re completely redundant, not just lazy. Even if you weren’t lazy, there’d be nothing for you to do. And what’s more, we have science now, making you completely unnecessary.”

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“Die türkische Flagge in Syrien weht jetzt an einem anderen Ort”

Screenshot von der Ansprache Davutoğlus Bild: heise.de

Mit einem ansehnlich großen Militärkonvoi, der gestern Nacht in syrisches Territorium eindrang, veranschaulichte die Türkei wie beweglich die Grenzen gegenwärtig im Kerngebiet des Nahen Ostens sind. “Bevor die türkische Flagge an dem einen Ort niedergeholt wurde, wehte sie schon andernorts in Syrien”, erklärte Premierminister Davutoğlu dem türkischen TV-Publikum. Es ging um den Umzug eines Mausoleums, für den laut Nachrichtenagenturen 572 Elitesoldaten, etwa 40 Panzer und Dutzende weitere gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt wurden.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Ein großer Aufwand für ein Symbol: Ziel der Militäroperation in Syrien war das Mausoleum von Suleiman Shah, der als Großvater des Gründers Osmans des gleichnamigen Reiches gilt. Er soll Anfang des 13.Jahrhunderts im Euphrat, in Nordsyrien, etwa 30 Kilometer von der türkischen Grenzen entfernt, ertrunken sein. Die Grabstätte Suleiman Shahs, die bereits schon einmal, infolge des Bau der Tabqa-Talsperre im Jahr 1974, verlegt wurde, hat bedeutenden Wert für die Türkei. Der derzeitige Präsident Erdoğan ist bekannt dafür, dass er den Glanz der großen Vergangenheit des Osmanischen Reiches besonders schätzt.

In einem Abkommen aus dem Jahr 1921 mit Frankreich wurde der Türkei die staatliche Hoheit über die Grabstätte zugestanden: das Recht, dort die türkische Flagge zu hissen und Wachsoldaten aufzustellen. Bis der sogenannte “Islamische Staat” die Wiederherstellung eines Kalifats mit militärischen Mitteln bekundete und sein Herrschaftsgebiet in Nordsyrien ausdehnte, interessierte diese Sonderregelung aus fernen Zeiten nur einen beschränkten Kreis. Erst im Frühjahr 2014 wurde eine größere Öffentlichkeit darauf aufmerksam, als “radikale Gruppen in Syrien der Türkei mit Angriffen auf den Suleiman Shah Schrein drohten“.

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Dueling legislation in Scotland

Image: ncse.com

As a result of a controversy over creationist encroachments in the public schools in South Lanarkshire, Scotland, and a petition to the Scottish parliament to ban the teaching of creationism as scientifically credible, there are now dueling motions about creationism in the Scottish parliament.


National Center for Science Education

Motion S4M-12148, lodged on January 23, 2015 and entitled “Crackdown against Creationism,” “congratulates South Lanarkshire Council on taking decisive action to prevent the teaching of creationism in schools by introducing new guidance; condemns any promotion of creationism in publicly funded schools, including the reported distribution of creationist books at Kirktonholme Primary School; believes that creationism should not be presented as a scientific theory and viable alternative to the established theory of evolution, and supports the Society of Biology and the Scottish Secular Society position in opposing the teaching of creationism in the classroom.”

The “decisive action” to which the motion refers was the adoption of what the Glasgow Herald (January 23, 2015) described as “a raft of new rules for non-denominational schools including criminal records checks for chaplains and the insistence that teachers should be present during visits by religious groups” as well as “guidance to ensure homophobic or creationist teaching is barred.” The new rules were adopted after it was discovered in 2013 that young-earth creationist material — books published by Apologetics Press entitled How Do You Know God is Real? and Exposing the Myth of Evolution — was distributed to students at Kirtonholme Primary School.

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