Archiv der Kategorie: Geschichte

Geheimnis der Tiefseesocken ist geklärt

Xenoturbella bocki
Xenoturbella bocki
Sie liegen auf dem Meeresgrund wie schlaffe Luftballons oder gebrauchte Kondome. Biologisch waren diese Tiere lange ein Rätsel – bis vier neue Arten gefunden wurden.

Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

1915 holten Biologen aus der Ostsee vor der schwedischen Küste ein merkwürdiges Lebewesen, das sie nicht so recht einzuordnen wussten: Zuerst packten sie die letztlich sogar erst 1949 beschriebene Art Xenoturbella bocki zu den Plattwürmern, später galt sie als sehr einfaches Weichtier und schließlich als Stachelhäuter. Es sieht auch zu merkwürdig aus: Das Tier verfügt nur über eine Körperöffnung, hat weder Augen noch Kiemen, und innere Organe sind mehr oder weniger Fehlanzeige. Wovon es sich ernährt, ist ebenfalls unklar; vermutlich fressen die Meeresbodenbewohner Muscheln und Schnecken, doch das Wie ist unbekannt. Glücklicherweise entdeckten Biologen um Greg Rouse von der University of California in San Diego jedoch weitere Arten dieser Strudelwürmer in mexikanischen und kalifornischen Gewässern, welche die evolutionär wichtige Stammbaumfrage wohl klären.

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Skurril: Urzeit-Antilope mit Dinosaurier-Nase

Der fossile Schädel einer Rusingoryx -Antlilope, gelb markiert ist der Nasenkamm. © Cell Press
Überraschender Fund: In Kenia haben Paläontologen eine Steinzeit-Antilope mit einem auffallenden Nasenkamm entdeckt. Das Ungewöhnliche daran: Eine solche knöcherne Struktur war bisher nur von Dinosauriern bekannt. Bei Säugetieren wurde ein solcher Knochenkamm dagegen noch nie gefunden. Wozu der seltsame Kamm diente, ist unklar, er könnte den Steinzeit-Antilopen aber vielleicht Infraschall-Rufe ermöglicht haben, so die Forscher im Fachmagazin “Current Biology”.

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Im Osten des Victoriasees in Kenia liegt eine kleine Insel, Rusinga Island. Auf ihr ereignete sich vor rund 18.000 Jahren ein wahres Massaker, wie Ausgrabungen von Paläontologen ergaben. Denn sie fanden dort die durcheinander geworfenen Knochen einer ganzen Herde von urzeitlichen Antilopen, zusammen mit Steinwerkzeugen und zerschlagenen Skelettteilen. Wie genau diese Antilopen, Rusingoryx atopocranion getauft, aussahen, blieb jedoch unklar, weil intakte Schädel fehlten.

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Elektronen reagieren verzögert auf Licht

Optische Attosekundenblitze fangen die Bewegung von Elektronen im Atom ein. © Christian Hackenberger
Physikern ist das bisher Unmögliche gelungen: Sie haben so kurze Laserblitze erzeugt, dass sie sogar die Reaktion von Elektronen auf Licht damit messen können. Ihre Attosekunden-Pulse sind die kürzesten je im sichtbaren Bereich erzeugten. Mit ihrer Hilfe haben die Forscher erstmals nachgewiesen, dass Elektronen auf die Zufuhr von Energie mit einer Verzögerung reagieren. Dieser Anregungsprozess galt bisher als zu schnell um gemessen zu werden, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.

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Es ist eine fundamentale Wechselwirkung von Licht und Materie: Wenn energiereiches Licht auf ein Atom fällt, reagieren dessen Elektronen darauf und springen auf ein höheres Energieniveau – sie werden angeregt. Dieser Prozess bildet die Grundlage für eine Vielzahl von Technologen, von der Fluoreszenzmikroskopie über Röntgenbeugungen bis hin zum Laser. Auch die optische Datenverarbeitung.

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Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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Nadelbäume machen Klimabilanz zunichte

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Europas Wälder sind in den letzten 150 Jahren zwar größer geworden, doch es wurden viele Nadelbäume gepflanzt. Sie halten die Wärme besser am Boden.

Von Roland Knauer|DER TAGESSPIEGEL

Wälder gelten als wirksames Mittel gegen den Klimawandel, denn sie binden große Mengen Kohlenstoff im Holz – so weit, so einleuchtend. Doch auch die Art der Forstwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle. Werden andere Bäume gepflanzt, kann der Klimaschutzeffekt zunichte gemacht werden. Davon berichten Forscher um Kim Naudts vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement in Paris und vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg im Fachblatt „Science“.

Sie haben die Entwicklung der europäischen Wälder seit 1750 genauer analysiert. Damals wurden massenhaft Bäume gefällt. Holz war ein unersetzlicher Rohstoff für Gebäude und Möbel und das wichtigste Brennmaterial. Obendrein brauchte die wachsende Bevölkerung für ihre Ernährung mehr Ackerflächen. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, verlor Europa in den ersten hundert Jahren dieses Zeitraums mit 190 000 Quadratkilometern eine Waldfläche, die mehr als der halben Größe Deutschlands entspricht.

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Vogelspinne bekommt den Namen von Johnny Cash

Aphonopelma johnnycashi – diese neuentdeckte Vogelspinne ist nach Johnny Cash benannt © Chris Hamilton
Country-Sänger als Spinnenpate: Künftig wird eine große, schwarze Vogelspinne den Namen des berühmten Sängers Johnny Cash tragen: Aphonopelma johnnycashi. Denn sie erinnert nicht nur in ihrer Farbe an den “Man in Black”, Forscher entdeckten sie zudem ganz in der Nähe des Folsom Gefängnisses in Kalifornien – und dieses hat der Sänger in einem Lied verewigt. Die neue Vogelspinne ist dabei nur eine von insgesamt 14 neuentdeckten Vogelspinnen-Arten.

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Wer glaubt, neue Arten lassen sich nur in entlegenen Gebieten entdecken, der irrt. Zwar stoßen Biologen natürlich auch im tiefsten Regenwald oder in der Tiefsee auf unbekannte Tiere und Pflanzen, aber selbst vor unserer Haustür entpuppen sich manche Wesen plötzlich als neue Art.

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Tödlicher Kampf zwischen Orang-Utan-Weibchen

Das Orang-Utan Weicbehn Sidony starb nach einem Kampf mit ihrer Artgenossin Kondor und deren “Schläger” © Anna Marzec
Überraschend brutal: Im Regenwald Indonesiens haben sich zwei wilde Orang-Utan-Weibchen einen tödlichen Kampf geliefert. Unterstützt von ihrem männlichen “Bodyguard” biss und schlug eine Äffin ihre Artgenossin so lange, bis diese schwerverletzt am Boden lag. Ein solcher Gewaltausbruch zwischen Weibchen wurde bei diesen Menschenaffen noch nie zuvor beobachtet, wie die Biologen berichten. Auch das “Anheuern” eines männlichen Helfers sei extrem außergewöhnlich.

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Menschenaffen können durchaus aggressiv werden. Davon zeugen Schimpansen, die Rivalen attackieren, gemeinsam Jagd auf andere Affen machen oder gegen konkurrierende Trupps vorgehen. Sogar eine nervende Kameradrohne wurde schon von einer Zoo-Schimpansin attackiert.

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Neuer Antisemitismus: Der deutsche Hafen ist nicht mehr sicher

Neues Leben. Die Synagoge in der Rykestraße in Prenzlauer Berg wurde 2007 wieder eingeweiht. – Foto: picture-alliance/ dpa
Nach dem Ende der Sowjetunion kamen viele Juden nach Deutschland. Nun schwindet die Erinnerung an den Holocaust. Und mit den muslimischen Migranten wächst der Antisemitismus – auch auf deutscher Seite.

Von Sonja Margolina|DER TAGESSPIEGEL

Vor 25 Jahren hat die deutsche Regierung beschlossen, Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion als Kontingentflüchtlinge im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion nach Deutschland einreisen zu lassen. Dieses Refugium zeigt heute Risse. Angesichts der anhaltenden Fluchtwelle aus arabischen Staaten und des damit importierten Antisemitismus fühlen sich Juden nicht mehr sicher. Manche machen sich Gedanken über eine Auswanderung, diesmal aus Deutschland.

Deutschland war nicht das einzige Land, das nach dem Ende des Kalten Krieges Juden offenstand. Sie konnten mühelos nach Israel, aber auch in die USA ziehen, die sie seit den 70er Jahren bevorzugt aufnahmen. Die Vorstellung, dass Juden nun ins „Land der Täter“ zurückkehren wollten, sorgte in Israel und in den zionistischen Organisationen weltweit für Empörung.

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Theodor Lessing: “Alle Geschichte ist Lüge”

“Der Mensch ist mehr als sein Zahn”, sagt einer der Kritiker des historischen Anspruchs der Evolutionsbiologen. (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)
Im 2014 gegründeten Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte hocken keine Historiker zwischen Bücherregalen, sondern Genetiker im Labor. Mit Hilfe der Evolutionsbiologie soll Geschichte neu geschrieben werden. Klassischen Historikern gefällt das gar nicht – das wurde bei einer Tagung in Darmstadt deutlich.

Von Ludger Fittkau|Deutschlandradio Kultur

Die Historiker fühlen sich von Genetikern und Evolutionsbiologen herausgefordert. Denn seit zwei Jahren gibt es in Jena das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. Dort leitet Wolfgang Haak eine Forschungsgruppe mit dem Namen “Molekulare Anthropologie”. Haak erläuterte diesen Forschungsansatz auf dem Darmstädter Podium den skeptischen Geschichtswissenschaftlern am Beispiel von Genanalysen, die sein Team aus Jahrtausende alten menschlichen Überresten gewann. Es geht um Ähnlichkeiten und Unterschiede im Erbgut der Jäger und Sammler gegenüber den ersten Ackerbauern:

“Es hat sich da herausgestellt basierend auf den genetischen Analysen, dass die Jäger und Sammler sich ganz deutlich von den Früh-Bauern unterscheiden in ihrer genetischen Zusammensetzung. Die Jäger und Sammler haben eine genetische Komponente, die ist sehr homogen, egal wo wir schauen in Europa. Die spanischen Jäger und Sammler sehen so aus wie die südskandinavischen. Eine Probe, die wir aus Luxemburg hatten, sieht sehr ähnlich aus wie die aus Russland.”

“Der Mensch ist mehr als sein Zahn”

Die Früh-Bauern wiederum hätten teilweise andere Gene, lauten die Laborergebnisse der Jenaer Evolutions-Biologen. Nur: Was sagt uns das konkret über die Ereignisse dieser historischen Epoche oder gar die Entwicklung der gesamten Menschheitsgeschichte? Die Historiker auf dem Darmstädter Podium warnten vor biologischen Determinismus.Jörg Feuchter, Mittelalter-Historiker der Berliner Humboldt-Uni:

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“Die islamische Welt lebt in völliger Sünde”

Analphabetismus, wenig Bildung: Die muslimische Welt sei in einem schlimmen Zustand, klagt ein einflussreicher Prediger aus Tunesien. Er zieht deshalb erstaunliche Schlussfolgerungen.

DIE WELT

In Tunesien ist Abdelfattah Mourou ein einflussreicher Mann: Der Rechtsanwalt ist Mitgründer der islamistischen Partei Ennahdha und Vizepräsident des Parlaments in Tunis. Der 67-Jährige ist aber auch ein Islamgelehrter, und in dieser Funktion hielt er am 1. Januar dieses Jahres als Gast in einer amerikanischen Moschee eine erstaunliche Predigt.

Die muslimische Gemeinschaft sei in einem erschreckenden Zustand, sagte Mourou im islamischen Zentrum von Paterson im US-Bundesstaat New Jersey. Er rief die amerikanischen Muslime dazu auf, als Vorbilder für einen modernen Islam zu dienen und der Religion “neue Hoffnung” einzuimpfen.

In seiner Predigt, die von der unabhängigen Organisation The Middle East Media Research Institute (MEMRI) auf Video aufgezeichnet und aus dem Arabischen übersetzt wurde, nahm Mourou Bezug auf das “goldene Zeitalter” des Islams im frühen Mittelalter, in dem die Wissenschaften unter der Herrschaft der Kalifen florierten. “Sieben Jahrhunderte lang lieferte der Islam der Menschheit Wissen und Weisheit”, sagte Mourou. “Wo sind das Wissen und die Weisheit der Muslime heute geblieben?”

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Verjüngungskur lässt Mäuse länger leben

Verjüngt und fit: Durch Zerstörung seneszenter Zellen verhalfen Forscher Mäusen zu einem Drittel längeren Leben © Tiripero/ thinkstock
Es klingt fast zu schön um wahr zu sein: Forschern ist es gelungen, das Leben von Mäusen um ein Drittel zu verlängern und die Tiere auch physiologisch zu verjüngen. Gelungen ist dies durch die Zerstörung alter, ruhiggestellter Zellen in den Geweben der Mäuse. Diese seneszenten Zellen könnten an vielen Alterserscheinungen mit schuld sein, so die Wissenschaftler im Fachmagazin “Nature”. Ob diese Verjüngungskur jedoch auch beim Menschen funktioniert, muss sich erst noch zeigen.

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Das Altern beginnt in unseren Zellen. Sie produzieren bei der Teilung häufiger Fehler und die zelleigenen Reparaturmechanismen lassen nach. Als Gegenmittel hat der Körper die Seneszenz entwickelt: Er legt diese Zellen still und verhindert, dass sie sich weiter teilen. “Diese zelluläre Seneszenz ist ein Mechanismus gegen Krebs, spielt aber auch für das Altern und altersbedingte Krankheiten eine Rolle”, erklären Darren Baker vom Mayo Clinic College of Medicine in Rochester und seine Kollegen.

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Michelangelo litt unter Arthrose

Michealangelos Hände in zwei zeitgenössischen Portraits: Deutlich sind Deformationen und Schwellungen zu erkennen. © historisch
Der große Künstler Michelangelo hat für seinen Schaffensreichtum wahrscheinlich die Gesundheit seiner Hände geopfert. Denn wie Mediziner anhand von zeitgenössischen Portraits herausgefunden haben, litt der Künstler an fortschreitender Arthrose. Die intensive, anstrengende Arbeit an Fresken und Skulpturen hat diesen Verschleiß von Knochen und Gelenken gefördert. Gleichzeitig aber sorgte die ständige Beanspruchung dafür, dass die Hände nicht steif wurden.

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Der Bildhauer, Maler und Dichter Michelangelo Buonarroti gilt bis heute als einer der ganz Großen der Kunstgeschichte. Seine Fresken in der Sixtinischen Kapelle in Rom, darunter die berühmte “Erschaffung Adams” sind weltbekannt. In seinen Werken nutzt er komplexe dreidimensionale Perspektiven, stellt Bewegungsabläufe dynamisch dar und greift auf mathematisch-ästhetische Grundprinzipien wie den Goldenen Schnitt zurück.

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Wendelstein 7-X: Sonnenfeuer mit Wasserstoffplasma entzündet

© IPP Das erste Wasserstoff-Plasma in Wendelstein 7-X. Es hat eine Temperatur von rund 80 Millionen Grad. (Eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto)
In Greifswald ist es gelungen, ein Plasma aus Wasserstoff in der Fusionsanlage Wendelstein 7-X zu zünden. Damit hat der eigentliche wissenschaftliche Betrieb begonnen.

Von Manfred Lindinger|Frankfurter Allgemeine

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald hat ein wichtiges wissenschaftliches Etappenziel erreicht. Heute Nachmittag wurde um 15.35 Uhr in dem ringförmigen Apparat erstmals ein heißes Plasma aus Wasserstoff gezündet. Den symbolischen Startschuss der neuen Phase, der auch den Auftakt für den offiziellen wissenschaftlichen Betrieb der Anlage bedeutet, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich gegeben.

Vom Kontrollzentrum aus ferngesteuert wurde etwas Wasserstoffgas in das Vakuumgefäß von Wendelstein 7-X  eingeleitet. Dann schaltete man für kurze Zeit die Mikrowellenheizung ein, die den Wasserstoff auf 80  Millionen Grad erhitzte. Jubel brach aus unter den im Kontrollraum versammelten Wissenschaftlern und Beobachtern, als auf den Monitoren für einen kurzen Augenblick das helle Leuchten des Wasserstoff-Plasmas zu sehen war, das die in der Anlage installierten Kameras  übertrugen. Von einem starken Magnetfeld eingeschlossen, schwebten die geladenen  Wasserstoffionen des Plasmas  in der Vakuumkammer von Wendelstein 7-X, ohne die Innenwand zu berühren.

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Neue Spur zu großen Kupfer-Vorkommen

Die Chino-Kupfermine in New Mexico liegt über einer der seltenen porphyrischen Kupfer-Lagerstätten. © Marshman/ CC-by-sa 3.0
Aluminium als Signal: Forscher haben eine neue Methode entdeckt, um große, tiefliegende Kupfervorkommen zu finden. Denn diese sehr seltenen, aber begehrten Lagerstätten verraten sich durch erhöhte Aluminiumgehalte im umgebenden magmatischen Gestein. Weil dieses Elementsignal auch in Oberflächennähe über diesen Vorkommen nachweisbar ist, könnte dies künftig das Aufspüren solcher Vorkommen erleichtern, so die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

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Metalle sind für unsere moderne Welt unverzichtbar. Denn Eisen, Kupfer oder die Seltenerd-Metalle sind wichtige Rohstoffe für unsere Technologien. Doch einige Metallrohstoffe werden inzwischen bereits knapp, weil die Lagerstätten entweder spärlich sind oder aber extrem lokal begrenzt vorkommen. Unter anderem deshalb wecken Metallvorkommen in der Tiefsee neue Begehrlichkeiten.

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Altägyptische Totenbarke im Wüstensand entdeckt

Blick auf den Fundort der altägyptischen Totenbarke in Abusir © L. Jirásková/ Tschechisches Institut für Ägyptologie
Eine echte Rarität: Archäologen haben in der altägyptischen Totenstadt Abusir eine 4.500 Jahre alte Totenbarke entdeckt. Unter dem Wüstensand begraben blieb das 18 Meter lange Schiff ungewöhnlich gut konserviert. Das Spannende daran: Typischerweise wurden solche Barken damals nur königlichen Toten als Grabbeigabe mitgegeben. Wem diese Totenbarke gehörte, bleibt aber vorerst rätselhaft.

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Das unweit von Kairo gelegenen Abusir war zur Zeit des alten Reichs eine der wichtigsten Totenstädte der ägyptischen Eliten. 14 Pyramiden markieren die Grabstätten von Angehörigen der fünften Dynastie, außerdem existieren zahlreiche Gräber von höheren Würdenträgern und Priestern. In einem Teil der Nekropole haben Archäologen zudem die Überreste einiger Mastabas ausgegraben – rechteckigen Steinbauten mit schrägen Wänden, die als die Vorläufer der Pyramiden gelten.

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Raben können sich in andere hineinversetzen

Raben sind aufmerksame Beobachter – und erkennen, wenn sie selbst auspioniert werden können. © Jana Mueller
Was sieht der andere? Diese Frage können Raben im Geiste beantworten, wie ein Experiment nun belegt. Denn die schlauen Vögel erkennen, wann sie für einen Artgenossen sichtbar sind – selbst wenn dieser hinter einem Guckloch versteckt ist. Das zeigt, dass Raben sich in die Perspektive anderer hineinversetzen können und damit zumindest ansatzweise zu einer sogenannten “Theory of Mind” fähig sind, wie Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.

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Raben sind äußerst intelligente Vögel: Sie können zählen, verstehen fremde Beziehungen, kooperieren nur mit ehrlichen Artgenossen und verwenden Zeigegesten. Als ein weiterer Beleg für die Intelligenz von Rabenvögeln, aber auch von Schimpansen, gilt die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und beispielsweise die Sichtbarkeit von Futter aus deren Perspektive einzuschätzen.

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Coca-Cola zahlte Millionen an deutsche Gesundheitsforscher

Coca-Cola: Umstrittene Finanzierung von Forschung und Wissenschaft (Foto: Caballero-Reynolds/Bloomberg)
  • Der Coca-Cola-Konzern und seine Stiftung haben in den vergangenen Jahren in Deutschland Forschung und Projekte im Bereich Gesundheit, Ernährung und Bewegung mit etwa 7,5 Millionen Euro gefördert.
  • Zuletzt hatte der Konzern zugegeben, in den USA mehr als hundert Millionen Dollar für “Gesundheitspartnerschaften” und Kooperationen gezahlt zu haben.

Von Markus Balser, Uwe Ritzer|Süddeutsche.de

Es war einmal die berühmteste und coolste und lange meistbeworbene Marke der Welt. Die Beatles hingen früh an der Flasche, Genosse Fidel Castro fand Gefallen am Getränk des Klassenfeindes. Die Coca-Cola-Mixtur galt Jahrzehnte als Rezept zum Geld verdienen. Allein in Deutschland verkauft der Konzern jährlich fast vier Milliarden Liter seiner Limonaden.

Doch auch solche Zahlen täuschen nicht darüber hinweg: Die Brause steckt in der Krise. Sogar die Amerikaner trinken seit Jahren immer weniger davon. In anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Die Zeiten sind schlecht vor allem wegen der immer heftigeren Gesundheitsdebatten um die zuckerhaltigen Getränke des Konzerns. Die Diskussion über Werbeverbote und Limonadensteuern lässt Umsätze sinken. Das öffentliche und politische Bewusstsein für Gesundheit wächst.

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Temple of Dendur’s Lost Colors Brought to Life at the Met

A digital projection at the Metropolitan Museum of Art shows what the Temple of Dendur may have looked like in its original form more than 2,000 years ago. Credit Brian Harkin for The New York Times
As depicted in popular culture, ancient Egypt is awash with the color beige. A trip to the Metropolitan Museum of Art would seem to reflect that notion: The Temple of Dendur, with its weatherworn sandstone, could fit in naturally with the earth tones of “Aida” or “The Mummy.”

By Joshua Barone|New York Times

But Egyptologists know that this temple, like many others of the ancient world, was painted with vivid colors and patterns. In “Color the Temple,” a marriage of research and projection-mapping technology, visitors to the Met can now glimpse what the Temple of Dendur may have looked like in its original, polychromatic form more than 2,000 years ago.

The Met’s MediaLab has installed a projector that fills in the temple’s carvings with color. Through March 19, one section of the structure’s south side is on view: a scene of the Roman emperor Augustus, dressed as a pharaoh and making an offering to the deities Hathor and Horus. Because the sun would wash out the projector’s light (the gallery has floor-to-ceiling windows), the scene is illuminated on Friday and Saturday evenings, when the Met offers extended hours.

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Gewinner mogeln mehr

Sieger in einerm Wettbewerb mogeln hinterher mehr © Bananastock/ thinkstock
Siege machen unehrlich: Wer in einem Wettbewerb siegt, handelt danach eher unehrlich als die Verlierer. Für das vermehrte Mogeln reicht es sogar schon aus, wenn man sich an vergangene Siege nur erinnert, wie ein Experiment israelischer Forscher belegt. Der mögliche Grund dafür: Der Sieg löst ein Gefühl der Überlegenheit und ein Anspruchsdenken aus, das wiederum die Übertretung von Regeln leichter macht.

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Lügen und Schummeln sind in unserer Gesellschaft verpönt – eigentlich. Das aber ändert nichts daran, dass fast jeder von uns in bestimmten Situationen schon einmal gelogen hat. Dabei gibt es in puncto Ehrlichkeit zwischen den Geschlechtern durchaus Unterschiede und auch bestimmte Berufe und Karriere-Positionen scheinen die Unehrlichkeit zu fördern.

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„Der IS braucht keinen Grund, um uns zu töten!“

Foto: Krudewig/Stadt
Der Zeichner und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly (Mitglied des Kuratoriums der Giordano-Bruno-Stiftung) wurde am vergangenen Donnerstag für seine kulturellen Verdienste mit dem Jan-Wellem-Ring der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Richard Dawkins-Foundation

In seiner Dankesrede rief Tilly, der im vergangenen Jahr u.a. durch seinen “Charlie-Hebdo-Wagen” für Schlagzeilen sorgte, dazu auf, die offene Gesellschaft mit noch mehr Mut, Menschlichkeit und Humor zu verteidigen. Wir dokumentieren nachfolgend Auszüge aus dieser Rede, die, wie gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon erklärte, “die Haltung der Giordano-Bruno-Stiftung zur Debatte um Islamismus und Fremdenfeindlichkeit auf den Punkt brachte und die fundamentalen Unterschiede verdeutlichte, die zwischen rationaler Aufklärung und reaktionärer Propaganda bestehen”.

(…) Das seit Monaten omnipräsente Flüchtlingsthema hat zu einer extremen Polarisierung geführt. Wir müssen erleben, wie sich breite Teile der Gesellschaft vom demokratischen Konsens verabschieden. Im Umfeld von AfD und Pegida wird offen das “System” infrage gestellt, die Medien werden als “Lügenpresse” diffamiert, paranoide Weltbilder und Verschwörungstheorien vergiften das gesellschaftliche Klima, ganze Bevölkerungsteile katapultieren sich selbst in ein wahnwitziges Paralleluniversum ohne jeden Realitätsbezug.

Sehr anschaulich bewies das vor wenigen Tagen die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, als sie davon faselte, dass unsere Kanzlerin demnächst nach Südamerika ins Exil vertrieben werden wird, genau wie das Ehepaar Honecker. Und der große Held dieser Freunde der wahren Meinungs- und Pressefreiheit ist – ausgerechnet – der russische Autokrat Wladimir Putin.

Dagegen wäre prinzipiell nichts einzuwenden. Eine konstruktive Streitkultur ist das Lebenselixier jedes demokratischen Willensbildungsprozesses. Schlimm ist aber, mit welchem Hass, mit welchem Mangel an Maß, Besonnenheit und Menschlichkeit dieser Kampf geführt wird. Die Lynchstimmung, die den Medien und der Politik gerade in großen Teilen des deutschen Ostens entgegenschlägt, ist alarmierend. Vor wenigen Monaten konnte man diese Leute noch als Spinner belächeln. Doch die Silvesternacht in Köln und die damit einhergehenden kläglichen Vertuschungsversuche haben jetzt mitgeholfen, aus einer Minderheitenposition ein schnell wachsendes Massenphänomen zu machen. Die AfD liegt in aktuellen Umfragen bundesweit bei unglaublichen 13 Prozent.

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