Die schleichende Veränderung des „Zwarten Piet“

Sinterklaas mit Zwarte Pieten in einer Grundschule in Emmen, 2012. Bild: wikipedia.org/CC BY 2.0 – Alias 0591
Seit Jahren diskutieren die Niederländer, wie der Nikolausgehilfe „Zwarte Piet“ zu schminken sei, um nicht Anstoß zu erregen. An diesem Samstag findet der nationale Einzug in Zaandijk statt – Demonstrationen wohl inklusive.

DOMRADIO.DE

Mit seinem Stab steht der Sinterklaas vorn auf dem Boot und winkt den Kindern zu, während er durch die niederländischen Grachten schippert. Um ihn herum tanzen, singen und scherzen Hunderte „Zwarte Pieten“. Die Frage, ob und wie sie geschminkt werden, erregte in den vergangenen Jahren immer wieder die Gemüter. Kritiker halten das Bild des „Zwarten Piet“, der traditionell als Schwarzafrikaner dargestellt wird, für rassistisch.

Der wichtigste Tag der Vorweihnachtszeit

Für die Niederländer ist der Einzug des Nikolaus der wichtigste Tag der Vorweihnachtszeit. Jedes Kind kennt ihn und seinen Gehilfen. Von Anfang November bis Anfang Dezember wird jeden Abend ein „Sinterklaasjournaal“ im öffentlich-rechtlichen Sender NTR ausgestrahlt. Höhepunkt des Nikolausfests ist der „Pakjesavond“ (Geschenkabend) am 5. Dezember.

weiterlesen

„Die SA Jesu Christi“

Das Eingangsportal des 1934 eingeweihten Martin-Luther-Hauses in Köln-Marienburg zierten zwei überlebensgroße Reliefs des Bildhauers Willy Meller: links Martin Luther mit Rose und Kreuz, rechts ein SA-Mann mit NS-Hoheitszeichen. Der Reformator an der Seite eines Nazi.

Von Anne Burgmer | Kölner Stadt-Anzeiger

Es gibt unzählige Beispiele aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die belegen, wie häufig im nationalsozialistischen Deutschland Bezug auf Luther genommen wurde.

Das Ausmaß hat den Historiker Ulrich Prehn, Kurator der Ausstellung „Überall Luthers Worte…“, die nun im NS-Dokumentationszentrum zu sehen ist, überrascht. Prehn und seine Kollegen legen dar, dass sich diese Beschäftigung sowohl von staatlicher also auch von kirchlicher Seite durch die gesamten braunen Jahre zieht. „Luther hat eine viel größere Rolle in dieser Zeit gespielt, als ich dachte“, so Prehn.

weiterlesen

Ein- und Ansichten eines Vernunftmenschen und eines Forschers aus Leidenschaft

Richard Dawkins, Screengrab
Rezension zu Richard Dawkins: Forscher aus Leidenschaft – Gedanken eines Vernunftmenschen

Von Uwe Lehnert | Richard-Dawkins-Foundation

Die Rede ist von Richard Dawkins – Evolutionsbiologe, Aufklärer und Religionskritiker. In seinem 1976 erschienenen Buch »Das egoistische Gen« vertrat er die provozierende These, dass wir allein von unseren von Generation zu Generation weitergegebenen Genen gesteuert werden und dass alle biologischen Organismen vor allem dem Überleben und der Unsterblichkeit der Erbanlagen dienen. Dawkins klärte uns aber darüber auf, dass wir aufgrund der inzwischen gewonnenen Einsichten in den naturgesteuerten Ablauf diesem Gen-Schicksal dennoch nicht hilflos ausgeliefert seien. Spätestens mit dem Erscheinen seines weltweit verbreiteten Buches »Der Gotteswahn« wurde er auch einer großen Öffentlichkeit als vehementer Religionskritiker bekannt. »Der Gotteswahn« ist eine leidenschaftliche Streitschrift gegen das Irrationale, Fortschrittsfeindliche und Zerstörerische der Religionen. Dawkins gilt seither als einer der bekanntesten Vertreter des sog. Neuen Atheismus.

Man darf gewiss ohne Übertreibung sagen, dass Richard Dawkins einer der einflussreichsten gegenwärtigen Intellektuellen ist. Nach einer sehr fruchtbaren Phase als Wissenschaftler und Forscher, die 1967 in Berkeley/USA begann, übernahm er 1995 an der Universität Oxford eine »Professur für die Förderung des Wissenschaftsverständnisses in der Öffentlichkeit« (Professor of the Public Understanding of Science). Eine wohl einmalige Einrichtung in der internationalen Wissenschaftslandschaft, die die Informationsdefizite in der Gesellschaft in Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnisse beseitigen helfen soll. Diese Kluft an Einsichten besteht zwischen dem wissenschaftlichen und aufgeklärten Denken einer gesellschaftlichen Minderheit und dem durch Unwissen, Aberglauben und kompromissloses Festhalten an religiösen »Wahrheiten« gekennzeichneten Verhalten einer großen Mehrheit. Im Jahr 2008 zog sich Dawkins aus Altersgründen aus dem akademischen Betrieb zurück. Als Vortragender und Autor zu wissenschaftlichen, speziell evolutionsbiologischen, aufklärerischen, religionskritischen sowie politischen Themen ist er dennoch bis heute aktiv geblieben.

Das nachfolgend zu würdigende Buch umfasst 41 Aufsätze und Vorträge aus 40 Jahren wissenschaftlicher und publizistischer Tätigkeit, meist mit aktualisierenden Nachworten versehen, wobei die neueren Texte überwiegen. Die Herausgeberin Gillian Somerscales hat zusammen mit Dawkins die Texte ausgewählt, thematisch gruppiert und jeweils einleitend mit klugen und hilfreichen Kommentierungen versehen.

Teil I ist überschrieben mit: »Wert(e) der Wissenschaft«. Im Beitrag »Die Werte der Wissenschaft und die Wissenschaft der Werte« meint Dawkins mit Blick auf die Wissenschaftler: »Grundlage ihres Berufes ist die Überzeugung, dass es so etwas wie eine objektive Wahrheit gibt, die über kulturelle Unterschiede hinausgeht; wenn demnach zwei Wissenschaftler die gleiche Frage stellen, gelangen sie unabhängig von ihren vorgegebenen Überzeugungen, ihrer kulturellen Herkunft und innerhalb gewisser Grenzen auch ihrer Fähigkeiten zu der gleichen Antwort.« (S. 31f)

Während Teil I davon handelt, was Wissenschaft ist, befasst sich Teil II: »All ihre gnadenlose Pracht« damit, wie Wissenschaft betrieben wird. Es folgen ausführliche, gut verständliche Betrachtungen zur Wirkungsweise der Evolution, wobei übliche Missverständnisse geduldig geklärt werden. Es schließt sich eine Würdigung des Beitrags von Alfred Russel Wallace, eines Zeitgenossen Darwins, zur Entwicklung der Evolutionstheorie an. Erwähnt wird, dass Darwin und Wallace trotz der brisanten Konkurrenzsituation eine freundschaftliche Beziehung entwickelten. Bei aller Schönheit der Ergebnisse der Evolution macht Dawkins – wie schon in Teil I – darauf aufmerksam, dass Evolution eine höchst »blutige Angelegenheit« ist. »Die läuferische Eleganz von Geparden und Gazellen wurde auf beiden Seiten mit einem gewaltigen Blutzoll und dem Leiden unzähliger Vorfahren erkauft.« (S. 44) Neues und angepassteres Leben baut auf dem Töten und Fressen der weniger angepassten und damit unterlegenen Individuen auf. Zahllose Vorläufer beispielsweise von Antilopen oder Gazellen mussten sterben, um heutige Antilopen und Gazellen sich entwickeln zu lassen, die genügend schnell sind, um eine Überlebenschance zu haben, wenn sie von den fleischfressenden Geparden oder Löwen gejagt werden.

weiterlesen

Frankreich untersucht, warum in manchen Regionen ungewöhnlich viele Kinder ohne Arme zur Welt kamen

Eine Hebamme hält ein neugeborenes Kind im Arm (Symbolbild). (Bild: Gaetan Bally / Keystone)
In drei Regionen Frankreichs sind innert kurzer Zeit auffallend viele Kinder mit Missbildungen an Armen und Händen geboren worden. Die Suche nach den Gründen ist in einem ersten Anlauf erfolglos verlaufen. Auf öffentlichen Druck hin werden die Fälle nun neu untersucht.

Nina Belz | Neue Zürcher Zeitung

Dem acht Jahre alten Sohn von Mélanie und Jonathan Vitry fehlt die rechte Hand. Ryan ist so geboren worden, doch warum, wissen seine Eltern bis heute nicht. Die Ärzte schlossen laut der Mutter genetische Gründe ebenso aus wie den Einfluss von Drogen oder Medikamenten. Mélanie Vitrys Schwangerschaft verlief unkompliziert, die Missbildung wurde erst bei der Geburt entdeckt. In Frankreich werden durchschnittlich 150 Kinder pro Jahr mit derartigen Missbildungen geboren. Doch Ryans Schicksal hat seit ein paar Wochen landesweit Aufmerksamkeit erhalten, weil der Sender France 2 darüber berichtete. Die Journalisten hatten einen Bericht der regionalen Meldestelle für Missbildungen (Remera) ausgewertet, der zwar aus dem Jahr 2014 stammt, aber angeblich lange als vertraulich galt.

weiterlesen

Römisch-katholische Selbstwaschanlage

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Die Religion des Klerikalismus kennt keine Schamgrenzen: Auch im Franziskus-Pontifikat hält der Vatikan offenbar am Plan fest, Pius XII. selig zu waschen

Peter Bürger | TELEPOLIS

Die frühen Christen werden in der biblischen Apostelgeschichte als „Leute des Weges“ vorgestellt. Unter Berufung auf Jesus von Nazareth kann Kirche lediglich ein Mittel sein, „um den Armen eine gute Nachricht der Befreiung zu bringen und zerbrochene Herzen zu heilen“. Die durch das letzte Konzil in Rom nur halbherzig überwundene Häresie des Klerikalismus hat hingegen aus der Kirche stets einen Selbstzweck und Fetisch gemacht, ein Anbetungsobjekt.

In diesem Programm „Kirche als Religion“ sind Priesteranbetung und Priesterselbstanbetung weit verbreitet. Der Papstkult des 19. Jahrhunderts schreckte beispielsweise nicht davor zurück, den Bischof von Rom als „Dritte Inkarnation Gottes“ zu feiern.

Unter solchen Vorzeichen wurde aus den „Leuten des Weges“ das unfreie Fußvolk einer hierarchischen Kirchenpyramide, die bis heute nur aus Männern besteht. Der ausgewachsene Kirchenfürst handelte stets nach der Devise: „Ich bin der Herr, mein Gott“. Allen Mitgliedern des auserwählten Priesterstandes bescheinigte der Katechismus eine sakramentale Wesensverwandlung, die nie mehr erlöschen kann.

Diese Ideologie ließ sich freilich nur aufrechterhalten durch eine systematische Verdrängung von Versagen. Dass Priester in nicht wenigen Fällen das genaue Gegenteil des christlichen Auftrags praktizierten, indem sie die Herzen von Kindern und anderen Schutzbefohlenen zerbrachen, durfte nicht zur Sprache kommen.

Ganz analog zur systematischen Verschweigung und Vertuschung von sexueller Gewalt vollzieht sich der Umgang mit historischem Versagen in Krisenzeiten. Die Religion des Klerikalismus hat die Kirche mehr als einmal in der Geschichte zur passiven Zuschauerin oder Kollaborateurin werden lassen, wo ihr Auftrag Widerstand erfordert hätte.

weiterlesen

PKK zu Unrecht auf EU-Terrorliste

Bild. tagesschau.de
Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist zu Unrecht auf der EU-Terrorliste geführt worden. Die Vermögenssperre war nicht ausreichend begründet. Das urteilte das EU-Gericht. Konkrete Auswirkungen hat das Urteil aber nicht.

tagesschau.de

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK ist zwischen 2014 und 2017 zu Unrecht auf der EU-Terrorliste geführt worden. Das EU-Gericht erklärte die zugrundeliegenden Beschlüsse der EU-Staaten wegen Verfahrensfehlern für nichtig. Nach Ansicht des Gerichts hat der Rat der Mitgliedstaaten in notwendigen Verordnungen und Beschlüssen nicht hinreichend begründet, warum er die PKK auf der Liste führt.

weiterlesen

Kritik an schleppender Aufarbeitung der Kolonialzeit

Afrika-Aktivisten und Wissenschaftler fordern von Bund und Ländern eine baldige Aufarbeitung deutscher Gräueltaten während der Kolonialzeit. Yonas Endrias, Vize-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, betonte am Donnerstag bei einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion im Bundestag: „Es geht nicht um Geld, es geht um Würde.“

evangelisch.de

Entscheidend seien die Anerkennung der Verbrechen, zum Beispiel gegen Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama im heutigen Namibia, und historische Gerechtigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte vor hundert Jahren müsse integriert werden in Kultur und Bildung, müsse an den Schulen gelehrt werden. Endrias sprach sich zudem für ein Mahnmal aus.

Der Leiter Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, Jürgen Zimmerer, kritisierte, dass es in Deutschland zwar eine Debatte gebe, „aber keinen Mut“. Entschuldigungen von Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten stünden aus. Heftige Kritik äußerten er und andere Redner am Afrika-Beauftragten der Bundesregierung Günter Nooke (CDU).

weiterlesen

Unter den Phlegräischen Feldern bei Neapel könnte sich Unheil zusammenbrauen

Auch in «ruhigen» Zeiten dampft und zischt es auf den Phlegräischen Feldern bei Neapel. (Bild: Christian Jungeblodt/laif)
Gesteinsanalysen erhellen das Verhalten des vulkanischen Gebiets bei Neapel. Sie deuten darauf hin, dass der Supervulkan auf den nächsten Ausbruch zusteuern könnte.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Das vulkanische Gebiet der Phlegräischen Felder bei Neapel entwickelt sich so, dass es womöglich zu einem neuen grossen Ausbruch kommen wird. Wann sich dieser ereignen wird, ist allerdings ungewiss. Das berichten Forscher aus der Schweiz, Wales und Italien jetzt im Wissenschaftsmagazin «Science Advances». Das Team um Francesca Forni und Olivier Bachmann von der ETH Zürich hat Gesteine aus der Region untersucht und zusätzlich berechnet, wie sich das Magma mit der Zeit verändert hat.

Gewaltige Eruptionen in grauer Vorzeit

Die Phlegräischen Felder sind für gewaltige Eruptionen bekannt. Vor 39 000 Jahren wurden bei einem heftigen Ausbruch riesige Wolken aus Asche und Gesteinsbrocken in die Höhe geschleudert, die bis zu hundert Meter dicke Ablagerungen in der Region hinterlassen haben. Das Magmareservoir unter dem vulkanischen Gebiet entleerte sich damals so stark, dass der Boden grossflächig nachgab.

weiterlesen

Meteoritenkrater in Grönland entdeckt

Der Einschlagskrater liegt unter dem Eis des Hiawatha-Gletschers im Nordwesten Grönlands. ©The Natural History Museum of Denmark
Gewaltiger Impakt: Forscher haben in Grönland die Spuren eines gewaltigen Meteoriteneinschlags entdeckt. Unter dem Eis eines Gletschers im Nordwesten der Insel liegt ein Krater von rund 31 Kilometern Durchmesser verborgen. Das dafür verantwortliche Geschoss aus dem All muss den Analysen zufolge mindestens einen Kilometer groß gewesen sein – und könnte für das Leben auf unserem Planeten gravierende Folgen gehabt haben. Wann der Meteorit genau auf der Erde einschlug, ist allerdings noch unklar, wie das Team im Fachmagazin „Science Advances“ berichtet.

scinexx

Wie alle inneren Planeten des Sonnensystems war auch die Erde im Laufe ihrer Geschichte wiederholt das Ziel von Asteroiden und Meteoriten. Diese Geschosse aus dem All brachten wahrscheinlich wichtige Lebensbausteine wie Kohlenstoff und Wasserstoff auf unseren Planeten, lösten aber auch globale Katastrophen aus – zum Beispiel den Untergang der Dinosaurier. Von diesen folgenreichen Einschlägen zeugen heute noch immer zahlreiche Krater.

weiterlesen

Sleep Paralysis – A Personal Odyssey into an Apparently Paranormal Experience

Image: Skeptic.com
Skeptics are familiar with different sleep anomalies that help explain the various psychological experiences that people have that are often attributed to supernatural, paranormal, or even extraterrestrial causes.

Byy Heidi Love | Skeptics

Hypnagogic (just after falling asleep) and hypnopompic (just before waking up) hallucinations, for example, occur in the fuzzy borderlands between wakefulness and sleep, when our conscious brain slips into unconsciousness as we fall asleep or transition into wakefulness. Reality and fantasy blur and people report seeing and hearing things that are not actually there, such as speckles, lines, geometric patterns, representational images, and voices and sounds. Lucid dreams are stronger still, and consist of dreams in which the sleeping person is aware that they are asleep and dreaming, but can participate in and alter the dream itself. Sleep paralysis is a type of lucid dream in which the dreamer is generally not aware they are dreaming but rather they perceive themselves to be awake and in their bed. They also feel paralyzed, have difficulty breathing, feel pressure on the chest and often sense the presence of a being in the room with them. Additionally, they sometimes feel themselves floating, flying, falling, or leaving their body, with an emotional component that includes an element of terror, but sometimes also excitement, exhilaration, rapture, or sexual arousal.

I have had many such experiences myself, and now that I am a skeptic I can look back upon them with some reflective hindsight and provide here a first-hand account of what it is like to have a lucid dream under sleep paralysis. First, by way of background, I am a 44-year old white female, a first generation American raised by a working-class single, German immigrant mother. I was raised Mormon, although today I consider myself an open minded, highly inquisitive, skeptical, critically thinking agnostic who is pro-science.

I stopped believing in Mormonism (if I ever really did believe) sometime in my early teens. In my early 20s I got involved in political activism (hardcore lefty), fueled by youthful passion and idealism and intent on changing the world. During that time until my very early 30s I tended to believe in conspiracy theories, pseudoscience and all sorts of woo, including alien abductions. Yet I also had a deep skeptical streak and a fairly well developed inquisitiveness that made me question everything and seek deeper understanding.

read more

Historiker: Vatikan sah Lenin zunächst als Chance

Der Vatikan und Lenin – unvereinbar, sollte man denken. Doch ein italienischer Historiker hat nun mit ganz anderen Erkenntnissen überrascht: Der Heilige Stuhl sah den russischen Revolutionär zunächst als Chance.

katholisch.de

Nach Einschätzung des italienischen Historikers und Priesters Roberto Regoli hat der Vatikan die Oktoberrevolution der kommunistischen Bolschewiki 1917 in Russland zunächst als Chance gesehen. Man habe die Revolution unter Führung von Wladimir Illjitsch Lenin „als eine goldene Gelegenheit“ betrachtet, um in Russland, in dem der Katholizismus traditionell einen schweren Stand hatte, Religionsfreiheit zu erreichen. „Erst mit der Zeit erkennt Rom, dass das nur fromme Hoffnungen waren“, sagte Regoli am Dienstag dem vatikanischen Informationsdienst „Vatican News“. Regoli äußerte sich vor Beginn eines Kongresses des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften und der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

weiterlesen

How Life Could Help Atmospheric Tides Slow a Planet’s Rotation


An oxygenated Earth is vital for the evolution of complex life.
Credit: NASA
Resonating oscillations of a planet’s atmosphere caused by gravitational tides and heating from its star could prevent a planet’s rotation from steadily slowing over time, according to new research by Caleb Scharf, who is the Director of Astrobiology at Columbia University. His findings suggest that the effect is enhanced for a planet with an atmosphere that has been oxygenated by life, and the resulting „atmospheric tides“ could even act as a biosignature.

By Space.com, staff

Tides can distort a planet’s mass, which in turn affects its rotation. We’re most familiar with gravitational tides, which on Earth we feel from the gravity of the Moon and the Sun. These gravitational tides create bulges as Earth spins, and the Moon and Sun tug on those bulges, slowing the spin.

By contrast, atmospheric tides, sometimes called thermal or solar tides, occur when sunlight heats the surface and air on Earth’s daytime side. That heating shifts the atmosphere’s mass from the hottest point to cooler points on the planet. As with gravitational tides, atmospheric tides cause bulges that are vulnerable to gravitational pulls. Those bulges subtly change the shape of Earth’s atmosphere, stretching it from a sphere to something slightly less symmetrical and more elliptical. Scharf suggests imagining a „handle“ on Earth, and that forces pulling on the atmospheric handle can then help speed up or slow down the planet’s rotation. [Watch Earth Spin Through a Full Year in This Spectacular Time-Lapse Video]

read more

Kelten: Köpfe als Trophäen

Harzspuren in diesen Schädelknochen beweisen es: Die Kelten balsamierten die Köpfe ihrer Opfer ein. © CNRS/ Ghezal et al.
Grausiges Ritual: Siegreiche Kelten brachten aus der Schlacht oft die Köpfe ihrer Feinde mit und balsamierten diese ein – diese schaurige Überlieferung aus antiken Schriften haben Archäologen nun tatsächlich bestätigt. An einer keltischen Fundstätte entdeckte Schädelfragmente weisen demnach nicht nur Merkmale auf, die auf eine gezielte Entfernung des Gehirns hindeuten. In den Knochen finden sich auch chemische Rückstände von erhitztem Harz – einem gängigen Mumifizierungsmittel.

scinexx

Die Kelten bevölkerten während der Eisenzeit ganz Europa: Die zahlreichen unterschiedlichen Stämme und Stammesverbände dieser Kultur breiteten sich von Anatolien bis nach Irland aus. Die vom griechischen Begriff „keltoi“ abstammende Bezeichnung für diese Volksgruppen lässt sich mit „die Tapferen“ oder „die Kühnen“ übersetzen. Doch so wohlwollend diese Bezeichnung auch klingen mag, die römischen und griechischen Geschichtsschreiber waren auf die Kelten gar nicht gut zu sprechen.

weiterlesen

Der Antijudaismus der Klassiker

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin erinnert an die rund 6 Millionen Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Dass die systematische Verdrängung des Judentums eine wesentliche Ursache des Mordes an den europäischen Juden war, ist die These des Buches von Bernd Witte, der auch Goethe und Schiller in Haft nimmt. Foto: afp
Bernd Wittes Analyse der Verdrängung der jüdischen Tradition durch die Begeisterung für die griechische Antike.

Von Micha Brumlik | Frankfurter Rundschau

„Es gibt drei Hügel“ – so der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss 1950 in Heilbronn, „von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.“

Damals, 1950, war noch nicht in Abwehr des Islam vom „jüdisch-christlichen Abendland“ die Rede, weshalb Theodor Heuss auch „Golgatha“, den Ort der Kreuzigung Jesu erwähnte und nicht den „Zion“, der für Kultur und Glaube des Judentums steht.

Bernd Witte nimmt Goethe und Schiller in Haft

Dass die systematische Verdrängung des Judentums und seines Glaubens an einen transzendenten, Weisung gebenden Gott eine wesentliche Ursache des Mordes an sechs Millionen europäischer Juden durch den Nationalsozialismus war, ist die bestens begründete Generalthese eines soeben erschienen Buches. Der Düsseldorfer Germanist Bernd Witte, seines Zeichens Herausgeber der gesammelten Werke des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, nimmt die jüngst bekannt gewordenen „Schwarzen Hefte“ Martin Heideggers mitsamt ihren antisemitischen Passagen zum Anlass für eine weitreichende These: will er doch nicht weniger nachweisen, als „dass Heideggers Denken, das bis heute noch immer von vielen Intellektuellen als Höhepunkt der Philosophie des 20. Jahrhunderts angesehen wird, nach 1933 nur eine epigonale und politisch aktualisierte Fortführung der Tradition des deutschen Idealismus und seines Antijudaismus ist …“

weiterlesen

Roger Penrose On Why Consciousness Does Not Compute

Image: NAUTILUS
Once you start poking around in the muck of consciousness studies, you will soon encounter the specter of Sir Roger Penrose, the renowned Oxford physicist with an audacious—and quite possibly crackpot—theory about the quantum origins of consciousness.

By Steve Paulson | NAUTILUS

He believes we must go beyond neuroscience and into the mysterious world of quantum mechanics to explain our rich mental life. No one quite knows what to make of this theory, developed with the American anesthesiologist Stuart Hameroff, but conventional wisdom goes something like this: Their theory is almost certainly wrong, but since Penrose is so brilliant (“One of the very few people I’ve met in my life who, without reservation, I call a genius,” physicist Lee Smolin has said), we’d be foolish to dismiss their theory out of hand.

Penrose, 85, is a mathematical physicist who made his name decades ago with groundbreaking work in general relativity and then, working with Stephen Hawking, helped conceptualize black holes and gravitational singularities, a point of infinite density out of which the universe may have formed. He also invented “twistor theory,” a new way to connect quantum mechanics with the structure of spacetime. His discovery of certain geometric forms known as “Penrose tiles”—an ingenious design of non-repeating patterns—led to new directions of study in mathematics and crystallography.

The breadth of Penrose’s interests is extraordinary, which is evident in his recent book Fashion, Faith and Fantasy in the New Physics of the Universe—a dense 500-page tome that challenges some of the trendiest but still unproven theories in physics, from the multiple dimensions of string theory to cosmic inflation in the first moment of the Big Bang. He considers these theories to be fanciful and implausible.

read more

Mustafa Kemal Atatürk: Übervater der Türken

Atatürk in the 1930s, Bild: Wikipedia.org/PD

Vor 80 Jahren starb der Mann, der aus den Trümmern des Osmanenreichs die moderne Türkei schuf. Atatürks rücksichtlose Reformen sollten die Einheit bringen – und spalten bis heute.

Von Theodor Kissel | Spektrum.de

Der Aufstieg des Mustafa Kemal Pascha zum »Atatürk«, zum Vater der Türken, begann mit einer gewaltigen Fehleinschätzung. Es war kein anderer als der Sultan des Osmanischen Reichs selbst, Mehmed VI., der den Weltkriegshelden und Sieger von Gallipoli zu Hilfe rief, um Unruhen in Anatolien niederzuschlagen. Der Sultan jenes Reichs also, das zu den Verlierern des Ersten Weltkriegs gehörte und dessen Überreste Kemal dereinst hinwegfegen und durch ein modernes Staatswesen ersetzen sollte.

weiterlesen

Die Kirche und die Kriegslust von 1914

„Gott mit uns“ stand 1914 auf den Fahnen und Gürteln der deutschen Soldaten. Als sie in den Ersten Weltkrieg zogen, war die evangelische Kirche ein Teil der begeisterten Massen – 100 Jahre später ist das kaum denkbar. Der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies spricht über den langen Weg des Protestantismus hin zu einem kritischen Verhältnis zu Krieg und Militär.

Thomas Schiller | evangelisch.de

Nach dem Beschluss zur Mobilmachung am 1. August stimmten tausende Menschen, die vor das Berliner Schloss geströmt waren, „Nun danket alle Gott“ an. War damals noch Protestantismus gleichzusetzen mit Patriotismus?

Markschies: Religion ist ja nie so einfach zu trennen von anderen Dimensionen menschlichen Lebens. Zur Religion gehörten auch damals nicht nur der Sonntagsgottesdienst und die Kasualien wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung. Sie umfasste die Gesamtwirklichkeit des Lebens – und damit auch das patriotische Leben vieler Deutscher. Insofern implizierte Protestantismus auch ganz selbstverständlich Patriotismus.

Die Masseneuphorie der ersten Kriegstage ist als „Augusterlebnis“ in die Geschichte eingegangen. Welche Rolle spielte dabei die Kirche?

Markschies: Die Kirche war in vorderster Front bei der Erweckung des Nationalbewusstseins mit dabei – wie andere gesellschaftliche Kreise auch. Sie war zugleich ein selbstverständlicher Teil der euphorisierten Massen und hat mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln diese Euphorisierung noch befördert – mit Predigten beispielsweise. So wurde etwa die Neutralität Belgiens zur „quantité négligeable“, zur vernachlässigbaren Größe, erklärt. Der renommierte Berliner Theologe Reinhold Seeberg hat bis 1918 die These vertreten: Wenn man im Zuge der „Verteidigung des Vaterlandes“ einen belgischen Soldaten erschießt, vollstreckt man das Werk der Nächstenliebe Christi an ihm.

weiterlesen

Der Nachhall des Ersten Weltkriegs

Bild: tagesschau.de
Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Es war ein Krieg, dessen Auswirkungen über Europas Grenzen hinausreichten – und bis heute spürbar sind.

Von Ute Spangenberger | tagesschau.de

In Frankreich und in Großbritannien ist der morgige 11. November ein Feiertag. Er erinnert an das Ende des Ersten Weltkriegs. „Armistice“ oder „Remembrance Day“ heißt dieser Tag – im Gedenken an den Waffenstillstand am 11. November 1918.

Die Briten nennen ihn auch „Poppy Day“. „Poppy“ heißt auf Deutsch Mohnblume. Seit dem Ersten Weltkrieg steht der Klatschmohn als Symbol für das Erinnern an die gefallenen Soldaten. In den Schützengräben, auf den aufgeschütteten Soldatengräbern blühte damals der Mohn, rot wie das Blut der Soldaten.

Das Trauma der Niederlage

In Deutschland ist der 11. November kein Feiertag. „Die Niederlage im Ersten Weltkrieg ist das Trauma der Deutschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen“, beschreibt der Historiker Professor Andreas Rödder.

Bis heute – denn der Krieg hat in den Ländern Europas ganz unterschiedliche Erinnerungen hinterlassen. Und die politischen und territorialen Folgen beschäftigen uns immer noch.

weiterlesen

Südamerika: Steinzeitliche Überraschungen

Ausgrabungen in der Höhle Lapa do Santo in Brasilien – hier wurden mehrere Skelette aus der Zeit vor rund 10.000 Jahren gefunden. © André Strauss
Verworrene Wurzeln: Die Frühgeschichte Südamerikas ist komplexer als bisher angenommen. Denn nach der ersten Besiedlung folgten mindestens zwei weitere, zuvor unbekannte Einwanderungswellen, wie DNA-Analysen enthüllen. Überraschend auch: Der genetische Einfluss der nordamerikanischen Clovis-Kultur reichte entgegen bisherigen Annahmen bis weit nach Südamerika hinein, wie Forscher in gleich zwei Fachartikeln in „Science“ und „Cell“ berichten. Sie liefern auch Neues über die Herkunft der rätselhaften „Paläoamerikaner“.

scinexx

Die Besiedlung des amerikanischen Kontinents wirft bis heute Fragen auf. Klar scheint, dass die ersten Menschen vor 20.000 bis 15.000 Jahren aus Asien über die Beringstraße ins arktische Nordamerika kamen. Doch ob diese Einwanderung einmalig oder in mehreren Wellen geschah und auf welcher Route diese ersten Indianer weiter nach Süden zogen, ist umstritten. Rätselhaft ist auch, warum einige prähistorische Tote eher europäisch aussehen, andere dagegen eher Südseebewohnern oder Aborigines ähneln. Schon in der Frühgeschichte Nordamerikas klaffen große Wissenslücken, doch die Entwicklung im Süden des Kontinents lag bisher fast völlig im Dunkeln.

weiterlesen

Auf neue Super-Antibiotika zu warten, ist tödlicher Leichtsinn

Gegen Bakterien wie das Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wirken die meisten Antibiotika nicht mehr. (Bild: Kari Lounatmaa / Keystone)
Weniger Antibiotika in der Tierhaltung, gnadenlose Hygiene in Spitälern: Ja, es ist immer dieselbe Leier, was im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen zu tun ist. Aber alles andere hilft nichts, und die Lage ist ernst.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Alle Jahre, ja eigentlich alle Monate wieder hören und lesen wir es: Resistenzen gegen Antibiotika sind auf dem Vormarsch. Unwillkürlich fürchtet man, bei der nächsten bakteriellen Lungenentzündung oder Harnwegsinfektion nicht mehr mit wirksamen Gegenmitteln behandelt werden zu können. Aber ehrlich gesagt tritt auch ein Gewöhnungseffekt ein. Ah ja, Tausende von Infektionen und Toten in Europa wegen antibiotikaresistenter Keime. Weiss man doch! Doch es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Zahlen zu werfen, die diese Woche für die Schweiz sowie für Europa veröffentlicht worden sind.

Erstmals wurden für die Schweiz belastbare Zahlen und nicht nur Schätzungen präsentiert. Laut dem Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen starben 2015 an Infektionen durch antibiotikaresistente Bakterien 276 Menschen.

weiterlesen