Krebs: Auslöser für Metastasen entdeckt?

Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Waffe gegen wandernde Krebszellen? Krebstumore benötigen offenbar bestimmte Fette, um Metastasen zu bilden. Denn einige ihrer Zellen tragen spezielle Fettsäure-Rezeptoren, mit deren Hilfe sie an Energie gelangen. Erhalten krebskranke Mäuse eine besonders fettreiche Kost, verstärkt dies ihre Metastasenbildung. Blockiert man dagegen diese Andockstellen, geht die Metastasierung deutlich zurück, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Diese Erkenntnis könnte nun neue Ansätze für Therapien liefern.

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Für Krebspatienten ist meist die größte Angst, dass der Tumor bereits gestreut hat und Metastasen nun auch andere Organe befallen. Das passiert, wenn sich einzelne Krebszellen aus dem Zellverband lösen, über Blut- oder Lymphbahnen auf Wanderschaft gehen und dann in anderes Gewebe eindringen. Dort können sie sich ansiedeln, teilen und auf diese Weise Tochtergeschwulste des ursprünglichen Tumors bilden.

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Agaplesion gAG: Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

agaplesion_unternehmen_logoMan kann es die Konfessionalisierung des Gesundheitswesen nennen. Der Staat, die Kommunen ziehen sich in der Fläche aus der gesundheitlich-medizinischen Sorge zurück. Diese Zurückziehen geht mit der Übertragung des Sorge-und Vorsorge-Prinzips an konfessionelle Träger einher. Sofern der Bürger Mitglied des Klubs der konfessionell tätigen Gesundheitseinrichtungen ist dürfte kein Widerspruch entstehen. So ist es aber nicht. Die Regel, der Gesetzgeber überträgt vormundschaftliche Rechte an religiös gebundene Institutionen. Im Falle des Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über sich selbst, über ihren Körper tritt die gesetzlich fixierte Entmündigung. Frauen wird das Recht abgesprochen, selbstbetreffende Entscheidungen zu verwirklichen. Menschenrechte, einschließlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, geregelt im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz trifft für Frauen nicht zu. Man spricht ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Schwangerschaft ab.
Einhergehend mit der Tatsache, dass der Staat Funktionen seiner selbst an religiöse Einrichtungen des Sozial-und Gesundheitswesens abgibt tritt die Situation ein, dass pfäffische Entscheidungsträger zum Vormund von Frauen gekürt werden. Völlig außer acht lassend, dass kirchliche Institutionen nur im Rahmen ihren religiösen Auftrags tätig werden können. Mit anderen Worten, sie haben außer sich selbst, niemanden moralische, ethische und legale Vorschriften zu machen.

Nichts anderes ist im Landkreis Schaumburg passiert. Ein neues Krankenhaus wird gebaut, es gibt reichlich Steuergelder für den konfessionellen Träger der Einrichtung, hier also die Agaplesion gAG. Gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft (Abkürzung gAG) ist

  • eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft,
  • ein Unternehmen, dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO),
  • ein Unternehmen, das in Teilen von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit ist.

Die Bezeichnung „gemeinnützige“ AG ist eine steuerrechtliche Besonderheit, mit der auf eine gemeinnützige Ausrichtung der AG hingewiesen werden soll. Entsprechen Satzung und tatsächliche Geschäftsführung den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts der Abgabenordnung, wird die Gesellschaft von bestimmten Steuern ganz oder zum Teil befreit.
Wikipedia

20 Aktionäre, Stiftungen, diakonische Rechtssubjekte, alle gut evangelisch, kein säkularer, weltanschaulich neutraler Aktionär involviert. Umsatz 2015 1,1Mrd. Euro, 6.300 Krankenhausbetten. Bezahlt aus den Kranken-und Pflegekassenbeiträgen der Patienten. Im Aufsichtsrat der gAG 18 Personen, davon zwei Frauen. Die Männer, Pfarrer, Pastoren, Staatsminister a.D.
Gesellschaftliche Kompetenz wurde in die Hände von Menschen gelegt, die ihren religiösen Obskurantismus ganz im Sinne Luthers, sola scriptura, allein durch die Schrift, auf die Allgemeinheit übertragen und im Landkreis Schaumburg gibt es keine Wahlfreiheit mehr. Das macht Angst, solcher Einrichtung möchte man nicht seine Gesundheit anvertrauen. Salafistische Christen, die über eine Milliarde Euro, im Jahr, umsetzen. Dort praktizierenden Ärzten, die ihre bigotte Moral an Abtreibungen festmachen kann man eigentlich nur mit tiefsten Misstrauen begegnen. Ein Vertrauensverhältnis von Patient – Arzt ist etwas anderes.
Beschäftigt man sich mit den Zahlen fallen andere Strukturen ins Auge. Die Sterbehilfe wurde in Deutschland vehement gegen Privatisierung verteidigt. Es war und ist schlicht ein Totschlag-Argument, dass Sterbehilfe-Vereine nicht im Sinne ihres Statuts wirksam werden können. Hochgerüstete Palliativ-Medizin, Hospize in Einrichtungen der Kirche müssen Umsatz erwirtschaften, also, genau das, was man den Sterbehilfe-Vereinen vorwirft wird praktisch realisiert. Sterbehilfe-Vereine stören das Geschäft. Unter dem Deckmantel Lebensschutz, der Bewahrung der Schöpfung werden Wettbewerber staatlich aus dem Markt geschmissen und die Monopolstellung der Krankenhauskonzerne gesichert. Politik bringt dann den Satz, dass Subsidiaritätsprinzip habe sich bewährt.
Die Würde des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, formuliert und legalisiert im Zuge der Aufklärung, werden durch Staat und Kirche unterminiert.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

„Stadt ohne Juden“ wird dank Crowdfunding restauriert

''Stadt ohne Juden'' im Filmarchiv in Wien / Bild: (c) APA/AFP (JOE KLAMAR)
‚Stadt ohne Juden“ im Filmarchiv in Wien / Bild: (c) APA/AFP (JOE KLAMAR)
Der Stummfilm von 1924 auf fragilem Nitrofilm ist eine „Vorahnung der Vertreibung der Juden“. Vergangenes Jahr wurden verloren geglaubte Szenen entdeckt.

Die Presse.com

Das Filmarchiv Austria hat wenige Tage vor Ende seiner Crowdfunding-Kampagne zur Restaurierung von „Die Stadt ohne Juden“ die Zielsumme von 75.500 Euro erreicht. Bis Mittwochnachmittag sind knapp 76.400 Euro von 635 Unterstützern für die Basissicherung des österreichischen Stummfilms von Hans Karl Breslauer aus dem Jahr 1924 eingegangen. Die Initiative läuft noch bis Samstagabend.

Im Oktober 2015 waren verloren geglaubte Szenen des Schlüsselwerks auf einem Pariser Flohmarkt gefunden worden. Gedreht wurde er nach einer Romanvorlage des jüdischen Schriftstellers Hugo Bettauer.

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The Earth’s Poles Have Lost Enough Ice to Cover Texas Four Times

Image: Antarctica, from NASA’s Operation IceBridge
Image: Antarctica, from NASA’s Operation IceBridge
As if 2016 wasn’t rough enough, climate scientists recently discovered parts of Antarctica have now melted. The polar continent’s ice shelf had been spared from rising global temperatures until this year.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

Ice shelves in Antarctica had generally remained steady, and even grew, despite the steady collapse of ice up north in the Arctic. But this year, researchers recorded ice receding at both the northern and southern poles, according to the U.S. National Snow and Ice Data Center in Colorado.

In fact, the center recorded that the Arctic and Antarctic combined had shrunk 3.8 million square kilometers below the 1981-2010 average ice cover as of Dec. 4, which is enough ice to cover all of Texas four-and-a-half times.

Antarctica alone shrunk about 2 million square kilometers, according to data from the center, from its 1981-2010 average as of November—but the center’s research shows it could gain 0.4 percent of its mass back per decade from certain parts of the continent refreezing as usual. The Arctic shrunk about 2.3 million square kilometers during that time, and it’s on track to diminish 5 percent per decade.

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Raubkunst-Debatte: Provenienzforscher wehren sich

© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
Die Lust am Skandal treibt die Berichterstattung zur Raubkunst-Debatte voran, wie das Beispiel München zeigt. Jetzt wehren sich die Forscher gegen eine Aufmerksamkeit, der alle Differenzierung verdächtig ist.

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine

Anfang Oktober erstattete der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) dem Landtag Bericht über die Bemühungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen um Identifikation und Restitution nationalsozialistischer Raubkunst. Im Zentrum standen die „Überweisungen aus Staatsbesitz“, Gegenstände aus der Konkursmasse der Staatspartei, aus der NSDAP-Zentrale einerseits, aus Sammlungen hoher Funktionäre andererseits. Gemäß alliierter Verfügung gingen sie damals ins Eigentum des Freistaats über, der sie auf seine Museen verteilte. Was die Museen nicht haben wollten, wurde verkauft.

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Dienstwagen mit katholischer- und evangelischer Kohlendioxid-Emission

Bild: energiedialog-wasserburg.de
Bild: energiedialog-wasserburg.de

Fahrzeuge bei Protestanten haben insgesamt einen geringeren CO2-Ausstoß als bei Katholiken – Besonders klimaverträglich fahren Bischof Oster/Passau, die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Bosse und Erzbischof Schick/Bamberg

kath.net

Die deutschen Kirchenleiter sind umwelt- und klimafreundlicher unterwegs als in den vergangenen Jahren. Das ergab die sechste Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Wie sie am 6. Dezember in Berlin mitteilte, hat sich der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Dienstwagen bei Protestanten seit 2011 von 169 auf 123 Gramm pro Kilometer und bei den Katholiken von 174 auf 129 Gramm pro Kilometer verringert. Im Vergleich zu 2015 habe es aber nur eine geringe Verbesserung gegeben, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Seine Organisation empfahl deswegen verstärkte Anstrengungen, sowohl den Ausstoß an Klimagasen deutlich zu senken als auch auf Dieselantriebe zu verzichten.

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„Naive Russophilie“

 Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Nur ausgemachte Optimisten können behaupten, dass es zur Zeit um Europa und die EU besonders gut bestellt ist. Allerdings stimmt die Kritik daran auch nicht froh. Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie, der unlängst das Buch Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co. veröffentlicht hat.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Leggewie, Sie untersuchen in Ihrem Buch die Schriften von so unterschiedlichen wie sich widersprechenden Typen wie den Rechtsradikalen Breivik, den Islamisten al-Suri und den Nationalbolschewisten Dugin: Was eint diese Menschen – und repräsentieren sie eine politische Einstellung, die von vielen Menschen heutzutage in Bezug auf Europa geteilt wird?

Claus Leggewie: Al-Suri ist nicht Dugin ist nicht Breivik, die Protagonisten kommen aus ganz unterschiedlichen Traditionen und führen nicht denselben Kampf. Doch eint sie dasselbe Feindbild: Europa als normative Ordnung, gemeinsamer Markt und demokratische Union. Machen wir ein Gedankenexperiment: Würde man die drei in eine Zelle sperren, sie gingen sich wohl an die Gurgel.
Aber bei eventuellen Nacht-Gesprächen, wenn die Aufseher dazwischengegangen wären, entdeckten sie dann erstaunliche Gemeinsamkeiten: Erstens die Wiedereinführung der Leitkategorie des Raumes in die Politik, also eine geopolitische Rehabilitierung der Nation beziehungsweise des Imperiums (orthodoxes Eurasien, islamisches Kalifat, christliches Abendland) gegen die laufende Vergesellschaftung über Märkte und supranationale Organisationen.
Zweitens das Denken in Zivilisationen mit scharfen, zum Teil blutigen Rändern. Drittens die Rechtfertigung von politischer Gewalt. Viertens – und vor allem – die Resakralisierung der Politik, gegen die von der Aufklärung bewirkte Entzauberung der Welt; die seit der Neuzeit aufgerichtete, segensreiche Trennmauer zwischen Religion und Politik wollen christliche Fundamentalisten, Russisch-Orthodoxe und Salafisten gleichermaßen einreißen.
Schließlich fünftens die Etablierung autokratischer Herrschaftsformen mit charismatischen Führergestalten, die sich über Plebizitäre akklamieren lassen. Das fügt sich in eine lange Welle des Autoritarismus, die in den 1970er Jahren einsetzt und heute einen ersten und hoffentlich letzten Höhepunkt erreicht.

Darf ein Alkoholiker Sterbehilfe bekommen?

© Screenshot/BBC Marcel Langedijk: „Es ist nicht so, dass wir in Holland reihenweise Alkoholiker umbringen.“
© Screenshot/BBC Marcel Langedijk: „Es ist nicht so, dass wir in Holland reihenweise Alkoholiker umbringen.“
In den Niederlanden hat ein 41 Jahre alter Familienvater legal eine Giftspritze bekommen, weil er alkoholkrank war. Hätte es einen anderen Ausweg gegeben? Sein großer Bruder begleitete ihn bis aufs Sterbebett. Er sagt: Wir haben alles versucht.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Der 14. Juli 2016 war ein wunderschöner Tag in den Niederlanden, die Sonne schien, es war heiß, Marcel Langedijk aus Amsterdam verließ zusammen mit seinem 41 Jahre alten Bruder Mark am frühen Morgen das Haus. „Das ist also mein letzter Morgen“, sagte Mark. Zusammen tranken die Brüder ein Glas ihres Lieblingsweines, dann gingen sie zu einer Ärztin und rauchten dort eine letzte gemeinsame Zigarette.

Die Ärztin erklärte Mark Langedijk den weiteren Ablauf: Die erste Flüssigkeit, die sie ihm gleich spritzen werde, sei eine Salzlösung. Die zweite ein starkes Schlafmittel. Und die dritte sorge dafür, dass sein Herz aufhöre zu schlagen. Dann kam die Frage: „Sind Sie sich hundertprozentig sicher?“ Die beiden Brüder weinten, am Tag davor hatte sich Mark Langedijk von seinen beiden Söhnen verabschiedet, seine feuchten Augen mit „Heuschnupfen“ erklärt. Jetzt sagte er: „Ja.“ Wenig später war er tot.

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Erdrotation verändert sich – anders als gedacht

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Planetare Überraschung: Unsere Erde rotiert immer langsamer, doch dieser Bremseffekt ist schwächer als bisher gedacht. Demnach verlängern sich unsere Tage pro Jahrhundert nur um 1,78 statt um 2,3 Millisekunden, wie eine Studie enthüllt. Diese Erkenntnis ist nicht nur wichtig für Astronomie und Weltzeit, sie spricht auch dafür, dass es Prozesse geben muss, die dem Bremseffekt des Mondes entgegenwirken, erklären die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society A“.

scinexx

Unser 24-Stunden-Tag leitet sich aus der Erdrotation ab – eine Umdrehung entspricht einem Tag. Doch diese Rotation bleibt nicht immer gleich: Sie wird allmählich langsamer, zudem eiert die Erde dabei ein wenig. Ursache dafür sind vor allem die Gezeitenkräfte zwischen Erde und Mond. Dadurch benötigt die Erde im Laufe eines Jahrhunderts 2,3 Millisekunden länger für eine Umdrehung – so dachte man jedenfalls bisher.

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Flechtheim-Erben verklagen den Freistaat Bayern in den USA

 Michael Hulton, Großneffe des Kunsthändlers Alfred Flechtheim, vor einem Foto seines Großonkels. (Foto: dpa)
Michael Hulton, Großneffe des Kunsthändlers Alfred Flechtheim, vor einem Foto seines Großonkels. (Foto: dpa)
Die Erben des jüdischen Kunsthändlers erheben Anspruch auf acht wertvolle Gemälde, die zum Bestand der Bayerischen Gemäldesammlungen gehören. Neue US-Gesetze könnten ihnen helfen.
 

Von Catrin Lorch | Süddeutsche.de

Die Erben des Kunsthändlers Alfred Flechtheim haben den Freistaat Bayern und die Bayerischen Gemäldesammlungen vor einem amerikanischen Gericht verklagt. Sie erheben Anspruch auf acht wertvolle Gemälde, die zum Bestand der Sammlungen gehören und werfen dem bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle vor, sich einer gütlichen Einigung zu verweigern.

Die Klage wurde beim Bundesbezirksgericht für New York Süd eingereicht. Der deutsche Anwalt der Familie, Markus H. Stötzel, sagte der SZ, dass sich in der Vergangenheit Gerichte in den USA nur in Ausnahmefällen für zuständig erklärten. Allerdings ändere sich in den USA gerade die Gesetzeslage. So werde wohl in dieser Woche von Republikanern und Demokraten ein Gesetz verabschiedet, das die Zuständigkeit in Raubkunst-Fällen weiter fasst.

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Trotz „rechter Kampagne“: Weiter Staatsgeld für Amadeu-Antonio-Stiftung

Die Amadeu-Antonio-Stiftung engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus - in der rechten Szene eckt sie...Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa/picture alliance
Die Amadeu-Antonio-Stiftung engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus – in der rechten Szene eckt sie…Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa/picture alliance
Die Junge Union fordert, dass die Amadeu-Antonio-Stiftung vom Verfassungsschutz überprüft wird. Das Bundesinnenministerium aber steht zu deren Förderung.

Von Matthias Meisner | DER TAGESSPIEGEL

Der Antrag C 32 auf dem Essener Bundesparteitag der CDU birgt Zündstoff – auch wenn wohl nicht über ihn abgestimmt wird: Der Bundesvorstand der Jungen Union (JU) fordert darin, die staatliche Förderung der Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS) zu stoppen und sie „auf Basis der getätigten Aussagen ihrer Vertreter und öffentlichen Kundgaben“ vom Verfassungsschutz überprüfen zu lassen. Seit Jahren engagiert sich die Stiftung gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Mit Blick auf den Einsatz von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und auch der Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Hass im Internet (Hatespeech) fordert der CDU-Nachwuchs: „Die Kundgabe von Äußerungen, welche durch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt sind, darf nicht von staatlichen Stellen oder im Auftrag staatlicher Stellen ohne juristische Überprüfung zensiert werden“.

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Kindesmissbrauch: Als das Jugendamt Pädophile zu Pflegevätern machte

 Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Beste Absichten: Der Berliner Senat brachte in den 70ern auf Empfehlung eines renommierten Pädagogen Straßenkinder bei vorbestraften Päderasten unter. Jetzt beginnt endlich die Aufarbeitung.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Es war ein Experiment. War es gut gemeint? „Diese Leute“, sagte er 1981 bei einer Fraktionsanhörung vor FDP-Bundestagsabgeordneten, „haben diese schwachsinnigen Jungen nur deswegen ausgehalten, weil sie eben in sie verliebt, verknallt und vernarrt waren.“

„Schwachsinnig“ und nur erträglich, wenn man in sie „verknallt“ war – so beschrieb der Berliner Sexualwissenschaftler Helmut Kentler die Jungen, die wie viele andere Kinder und Jugendliche Ende der 60er-Jahre auf West-Berlins Straßen unterwegs waren und mit denen er ein besonderes Experiment durchgeführt hatte. Er hatte sie bei „Pflegevätern“ untergebracht, die wegen Pädophilie bereits vorbestraft waren.

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Europas letzte Hexe: Warum die „höllische Nell“ ins Gefängnis musste

Bild: helenduncan.org.uk
Bild: helenduncan.org.uk
Sie beschwor die Geister von Toten – und wurde als Hochstaplerin entlarvt. Helen Duncan war die letzte Frau, die in Europa 1944 wegen Hexerei inhaftiert wurde. Die Schottin machte sogar Geheimdienstler nervös.

SpON

Winston Churchill schäumte vor Wut. Das Schreiben an seinen Innenminister am 3. April 1944 enthielt weder Anrede noch Gruß und war mit hellroter Tinte unterzeichnet: „Was hat dieser Prozess den Staat gekostet?“, fragte der britische Premier und befahl: „Schicken Sie mir einen Bericht, warum sich ein moderner Gerichtshof auf das Hexerei-Gesetz von 1735 berufen konnte.“

Der „veraltete Blödsinn“, der Churchill derart in Rage versetzte, war eines der absurdesten Gerichtsverfahren des 20. Jahrhunderts: Am 3. April 1944 wurde die Schottin Helen Duncan wegen Hexerei zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ort des Prozesses: Old Bailey, der Zentrale Strafgerichtshof in London.

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The United States Is Not an Apocalyptic Wasteland, Explains Steven Pinker

Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein
Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein

Donald Trump’s rise to power was driven in part by an apocalyptic narrative according to which, in a phrase, you are in grave danger. This is consistent with many people’s intuitions about the world, given the ongoing threat of global terrorism, the US’s slow recovery from the Great Recession, and a sense that the Washington establishment is corrupt and doesn’t care about the average citizen’s needs.

By Phil Torres | MOTHERBOARD

Is Trump’s apocalypticism right? Are we living in an exceptionally dangerous period of human history? Are these the desperate times that call for desperate measures?

According to the Harvard cognitive scientist Steven Pinker, the answer is a resounding No. In his 2011 book The Better Angels of Our Nature, Pinker presents a mountain of evidence showing that violence has been declining for millennia—a trend that has continued through the twentieth century and up to the present. For example, since World War II there have been no major wars between the world’s great powers, a phenomenon dubbed the “Long Peace,” and Pinker argues that the end of the Cold War inaugurated a “New Peace” that’s marked by a worldwide decline of “organized conflicts of all kinds—civil wars, genocides, repression by autocratic governments, and terrorist attacks.”

But will this trend continue in a post-Trump, post-truth world? Pinker is clear in Better Angles that it might not—for instance, there could be accessible “weapons of total destruction” (WTDs) that precipitate a global catastrophe, or authoritarian demagogues that misuse and abuse their political power. To understand what Trump’s victory means for America and, even more, what it means for the future of civilization, I contacted Pinker via email.

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Außerirdisches Leben auf Braunen Zwergen?

In der Atmosphäre von Braunen Zwergen und Gasplaneten könnte es durchaus schwebende Mini-Aliens geben. © scinexx
In der Atmosphäre von Braunen Zwergen und Gasplaneten könnte es durchaus schwebende Mini-Aliens geben. © scinexx
Schwebende Heimat: In der Atmosphäre kühler Brauner Zwerge könnte es außerirdisches Leben geben. Denn in ihrer Gashülle gibt es eine habitable Zone mit Nährstoffen, milden Temperaturen und vielleicht sogar Wasserwolken, wie Forscher berichten. Ihre Simulation ergab: In dieser Zone könnten winzige schwebende Lebewesen vorkommen und auch lange genug überleben. Sogar unsere nächsten Nachbarn im All könnten demnach belebt sein.

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Braune Zwerge gelten als gescheiterte Sterne: Weil ihre Masse für eine Zündung der Kernfusion nicht ausreichte, sind sie oft nicht wärmer als ein Gasplanet. Allein in unserer kosmischen Nachbarschaft gibt es gleich mehrere solcher kühlen Braunen Zwerge, ein Zwergenpaar liegt nur 6,5 Lichtjahre von uns entfernt, ein weiterer Brauner Zwerg, WISE 0855-0714, hat sogar Minusgrade auf seiner Oberfläche und liegt 7,2 Lichtjahre entfernt.

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Gefährliches Waffenklimpern in der Ägäis

Die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Nikos Kotzias. Foto: W. Aswestpopoulos/heise.de/tp
Die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Nikos Kotzias. Foto: W. Aswestpopoulos/heise.de/tp
Provokationen zwischen beiden traditionellen Erzfeinden, Griechenland und Türkei, machen einen bewaffneten Zwischenfall möglich

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Die beiden traditionellen Erzfeinde, Griechenland und Türkei, eint ein gemeinsames Problem. In beiden Staaten sind die Wirtschaftsaussichten düster. Griechenlands Probleme sind chronisch. Die von der Kreditgebertroika obstruierte Lösung des Schuldenproblems, die stetige, durch „Reformen“ genannte Steuererhöhungen in Kombination mit Renten- und Gehaltskürzungen am Leben gehaltene Rezession und die politische Misswirtschaft sind für die Griechen nichts Neues.

Auf der anderen Seite des Bosporus dagegen ist die Situation eher ungewohnt. Beide Regierungen spielen das Spiel gegenseitiger Provokationen in einer Art durch, die einen bewaffneten Zwischenfall möglich machen.

Moralisch können sich die Griechen hierbei in der Rolle des Gerechten fühlen, geht die Aggression doch vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan aus. Ein ums andere Mal provoziert er und beschwört sogar Grenzkorrekturen zu Gunsten der Türkei herbei. Erdogans Expansionsgelüste wurden zum Leidwesen der Griechen lange seitens EU und NATO ignoriert.

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Todesfälle bei wichtiger neuer Krebstherapie

So genannte Immuntherapien sollen Menschen retten, deren Krebs anders nicht mehr zu besiegen ist. Mehrere Todesfälle bei einer klinischen Studie werfen jetzt jedoch Fragen über ihre Zukunft auf.

Von Emily Mullin | Technology Review

Der Tod von zwei Patienten in einer klinischen Studie wirft Fragen über die Zukunft von so genannten Immuntherapien gegen Krebs auf. Bei diesem Ansatz soll das Immunsystem der Patienten den Krebs selbst bekämpfen, und er galt bislang als sehr viel versprechend.

Kurz vor dem Thanksgiving-Feiertag hatte Juno Therapeutics die Aussetzung seiner Studie an Patienten mit akuter lymphoblastischer Leukämie bekannt gegeben, nachdem zwei ihrer Teilnehmer gestorben waren. In diesem Jahr waren bereits zuvor drei Teilnehmer derselben Studie gestorben. Trotzdem forschen andere Gruppen weiter an der neuen Medikamentenklasse, die bei manchen Patienten mit tödlichen Krebsarten enormes Potenzial verspricht.

Bei der so genannten CAR-T-Therapie entnehmen Wissenschaftler den Patienten T-Zellen und verändern sie außerhalb des Körpers genetisch so, dass sie, nachdem sie den Patienten wieder zugeführt wurden, Krebszellen erkennen und angreifen. Wenn sie von den Aufsichtsbehörden zugelassen werden, könnten diese Therapien das Leben von Patienten retten, die auf die derzeit verfügbaren Therapien nicht ansprechen.

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Neue Todeszone im Indischen Ozean

Schiffe auf dem Golf von Bengalen: Dass unter Wasser eine Todeszone liegt, sieht man dem Meer nicht an. © Shahidul Hasan Roman / CC-by-sa 3.0
Schiffe auf dem Golf von Bengalen: Dass unter Wasser eine Todeszone liegt, sieht man dem Meer nicht an. © Shahidul Hasan Roman / CC-by-sa 3.0
Kein Leben mehr: Im Golf von Bengalen haben Forscher eine neue „Todeszone“ entdeckt. In Wassertiefen unterhalb 100 Meter gibt es dort kaum mehr Sauerstoff im Wasser – und auch kein Leben. Nur noch winzige Reste des Atemgases verhindern, dass dort eine weitere Folge solcher Todeszonen auftritt: Die Freisetzung großer Mengen Stickstoffgases durch anaerobe Bakterien. „Der Golf steht an einem Kipppunkt“, warnen die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“.

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In immer mehr Meeresgebieten der Erde breiten sich sauerstoffarme Zonen aus – „Todeszonen“, in denen Meerestiere nicht mehr leben können. Solche Gebiete gibt es unter anderem im Schwarzen Meer, im Golf von Mexiko, mitten im Atlantik, aber auch in der Ostsee. Ursache des Sauerstoffmangels ist meist eine Kombination aus Überdüngung, geringem Wasseraustausch und Wärme.

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Die Wahrheit jagt den Weihnachtsmann

Freigiebiger Bischof. Die Legende vom Nikolaus basiert auf einer historischen Begebenheit.Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Freigiebiger Bischof. Die Legende vom Nikolaus basiert auf einer historischen Begebenheit.Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Kinder haben ein Recht auf den Mann mit dem roten Mantel – egal ob Weihnachtsmann oder Nikolaus. Ein Kommentar.

Von Adelheid Müller-Lissner | DER TAGESSPIEGEL

Wenn ausgerechnet in einer Familiensendung zur Adventszeit der Weihnachtsmann madiggemacht wird, dann ist der Ärger groß. Solches geschah am ersten Advent beim beliebten „Märchenrätsel“ des RBB. Die Moderatorin fragte Kinder im Studio, ob sie in den Schränken nach von ihren Eltern versteckten Weihnachtsgeschenken suchen würden, enttarnte damit den Weihnachtsmann als Schwindel – und erntete prompt heftige Proteste erzürnter Erziehungsberechtigter.

Mit ihrem Hang zu Entzauberung und Ehrlichkeit steht die RBB-Moderatorin nicht allein. In der britischen Medizinerzeitschrift „Lancet Psychiatry“ erörtern die Psychologen Christopher Boyle und Kathy McKay die Frage, ob Eltern ihre Kinder anlügen dürfen. Aufgehängt ist das Ganze an der Geschichte vom Weihnachtsmann. Denn werden nicht ausgerechnet kurz vor dem Fest der Liebe die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft systematisch mit zweifelhaften Informationen gefüttert? Boyle und McKay sorgen sich um das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern. „Alle Kinder werden herausfinden, dass sie jahrelang systematisch angelogen wurden, und das könnte sie auf die Frage bringen, welche anderen Lügen ihnen aufgetischt wurden“, schreiben sie.

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Gysi will zu einer Luther-These predigen

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Prominente predigen von Januar bis Oktober 2017 in Speyer über reformatorische Grundfragen und ihre heutige Bedeutung.

evangelisch.de

Bei der Reihe „9,5 Thesen“ werde jeweils am zweiten Sonntag im Monat eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens im Gottesdienst der protestantischen Gedächtniskirche über Glaubens- und Gewissensfragen sowie das Verhältnis zu Freiheit, Leistung, Geld und Gott sprechen, teilte die pfälzische Landeskirche am Montag mit. Darunter sind der Linken-Politiker Gregor Gysi (7. Mai) zur These „Ich muss immer besser werden!?“ und die Kabarettistin Alice Hoffmann alias Vanessa Backes (9. Juli) zu „Nicht ohne Bibel!?“.

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