How Long Could Humans Live If All Diseases Were Cured?

Image: Dean Hochman/Flickr
Unfortunately it’s a very big „if.“

By Corin Faife | MOTHERBOARD

For a while now, the most common causes of death around the world have been relatively constant, albeit varied depending on place: heart disease and respiratory illness rank high in the list regardless of country, while in some parts of the developing world infectious diseases like malaria and HIV/AIDS take a larger toll.

But what if, in some as-yet undiscovered medical breakthrough, these conditions and all other causes of physical infirmity could be cured? How long would we live, if the only way we died was when an accident or injury befell us?

According to a calculation by statistics website Polstats.com the answer is a respectable 8,938 years on average: long enough that humans born in the Neolithic period would still be alive today.

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Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Kenyan fossil casts (Chip Clark, Smithsonian Human Origins Program); Dmanisi Skull 5 (Guram Bumbiashvili, Georgian National Museum).
Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren, auch wenn dort keine Skelettüberreste vorhanden sind
Dr. Harald Rösch Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten „fischten“ sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen. In Höhlensedimenten aus vier Fundstätten fanden die Forscher Neandertaler-DNA, sogar in Schichten und Fundstätten, in denen keine Knochenfunde gemacht wurden. Zusätzlich fanden sie in Ablagerungen aus der Denisova-Höhle in Russland Erbgut vom Denisova-Menschen. Dank der neuen Erkenntnisse können Wissenschaftler jetzt herausfinden, wer die ehemaligen Bewohner vieler archäologischer Ausgrabungsstätten waren.

Indem wir die genetische Zusammensetzung unserer ausgestorbenen Verwandten, der Neandertaler, und deren asiatischer Cousins, der Denisova-Menschen, erforschen, können wir auch unsere eigene evolutionäre Geschichte näher beleuchten. Doch es gibt nur wenige Fossilien von Urmenschen, von denen nicht alle für genetische Untersuchungen verfügbar oder geeignet sind. „Wir wissen, dass einige Bestandteile von Sedimenten DNA binden können“, sagt Matthias Meyer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Deshalb haben wir untersucht, ob das Erbgut von Urmenschen in den Ablagerungen archäologischer Fundstätten überdauern kann.“

Dazu kooperierte Meyers Team mit einem Netzwerk von Forschern, die in sieben Höhlen in Belgien, Frankreich, Kroatien, Russland und Spanien Ausgrabungsarbeiten betreiben. Die von ihnen gesammelten Sedimentproben waren zwischen 14,000 und mehr als 550,000 Jahre alt. Für die Entnahme und Analyse von Fragmenten mitochondrialer DNA – also aus den „Kraftwerken“ der Zelle – benötigen die Forscher nur winzige Mengen an Sediment-Material. Das so gewonnene Erbgut konnten sie zwölf verschiedenen Säugetierfamilien zuordnen, darunter auch ausgestorbenen Arten wie dem Wollhaarmammut, dem Wollnashorn, dem Höhlenbär und der Höhlenhyäne.

Anschließend suchten die Forscher in den Proben ganz gezielt nach Urmenschen-DNA. „Erste Ergebnisse ließen uns vermuten, dass die meisten Proben das Erbgut zu vieler anderer Säugetierarten enthielten, um darin Spuren menschlicher DNA zu entdecken“, sagt Viviane Slon, Doktorandin am Leipziger Max-Planck-Institut und Erstautorin der Studie. „Also änderten wir unsere Herangehensweise und nahmen bei unserer Analyse ganz speziell DNA-Fragmente menschlichen Ursprungs ins Visier.“ Neun Proben aus vier Fundstätten enthielten genug Urmenschen-Erbgut für weitere Untersuchungen: Acht Sedimentproben enthielten mitochondriale DNA von einem oder mehreren Neandertalern und eine Probe enthielt Denisova-DNA. Die meisten Proben stammten aus archäologischen Schichten oder Stätten, in denen Wissenschaftler zuvor keine Knochen oder Zähne von Neandertalern gefunden hatten.

„Anhand von DNA-Spuren im Sediment können wir nun an Fundorten und in Gebieten die Anwesenheit von Urmenschen nachweisen, wo dies mit anderen Methoden nicht möglich ist“, sagt Svante Pääbo, Direktor der Abteilung für Evolutionäre Genetik am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Ko-Autor der Studie. „Die DNA-Analyse von Sedimenten ist also eine äußerst nützliche archäologische Untersuchung, die zukünftig routinemäßig durchgeführt werden könnte.“

Sogar Sediment-Proben, die jahrelang bei Zimmertemperatur eingelagert waren, enthielten noch DNA. Eine Untersuchung dieser und anderer frisch ausgegrabener Ablagerungen aus Fundstätten, die keine menschlichen Überreste enthalten, wird Wissenschaftlern künftig weitere wertvolle Einblicke über die ehemaligen Höhlenbewohner und unsere gemeinsame genetische Geschichte geben.

Originalveröffentlichung:
Viviane Slon, Charlotte Hopfe, Clemens L. Weiß, Fabrizio Mafessoni, Marco de la Rasilla, Carles Lalueza-Fox, Antonio Rosas, Marie Soressi, Monika V. Knul, Rebecca Miller, John R. Stewart, Anatoly P. Derevianko, Zenobia Jacobs, Bo Li, Richard G. Roberts, Michael V. Shunkov, Henry de Lumley, Christian Perrenoud, Ivan Gušić, Željko Kućan, Pavao Rudan, Ayinuer Aximu-Petri, Elena Essel, Sarah Nagel, Birgit Nickel, Anna Schmidt, Kay Prüfer, Janet Kelso, Hernán A. Burbano, Svante Pääbo, Matthias Meyer
Neandertal and Denisovan DNA from Pleistocene sediments
Science, 27. April 2017

Kontakt:
Dr. Matthias Meyer
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-509
E-Mail: mmeyer@eva.mpg.de

Viviane Slon
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-159
E-Mail: viviane_slon@eva.mpg.de

Sandra Jacob
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-122
E-Mail: jacob@eva.mpg.de

Max Webers These vom Zusammenhang zwischen Protestantismus und Kapitalismus

Wann immer über das Verhältnis von Religion und Wirtschaft diskutiert wird, fällt früher oder später der Name Max Weber.

Von Tobias Straumann | Neue Zürcher Zeitung

Der berühmte deutsche Soziologe behauptete in seinem Aufsatz «Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» (1905), dass der zu seiner Zeit auffällige Zusammenhang zwischen konfessioneller Zugehörigkeit, Kapitalbesitz und Unternehmertum nicht zufällig sei.

Vor allem der Calvinismus sei wirtschaftsfreundlicher als der Katholizismus, weil sein theologischer Kern eine Verwandtschaft mit der Kultur des modernen Kapitalismus aufweise. Indem er die Gläubigen dazu anhalte, fleissig und sparsam zu sein und beruflichen Erfolg als Ausdruck von göttlicher Gnade zu betrachten, leiste er einem Leistungsgedanken Vorschub, der auch dem kapitalistischen Unternehmertum eigen sei. So wie der Unternehmer den Gewinn immer wieder reinvestiere, um sich im Wettbewerb zu behaupten, müsse sich der gläubige Calvinist im Berufsleben immer wieder bewähren, um zu erfahren, ob er von Gott auserwählt sei (doppelte Prädestinationslehre).

Max Weber zitiert den Puritaner Benjamin Franklin

Um seine Beobachtung zu illustrieren, zitiert Weber aus einem Werk des amerikanischen Puritaners Benjamin Franklin: «Bedenke, dass die Zeit Geld ist; wer täglich zehn Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht, oder auf seinem Zimmer faulenzt, der darf, auch wenn er nur sechs Pence für sein Vergnügen ausgibt, nicht dies allein berechnen, er hat neben dem noch fünf Schillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen.» Für Weber ist die Empfehlung Franklins im Kern religiös begründet, aber zugleich förderlich für das Erreichen des materiellen Erfolgs.

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Erasmus: Ohnmacht des Humanismus

Hans Holbein d. J. malte Erasmus von Rotterdam (1466–1536) mehrfach, hier 1523. Foto: epd/akg-images
Aus der Frühgeschichte der Aufklärung: In diesen Tagen vor 500 Jahren klagt Erasmus von Rotterdam vehement den Krieg an.

Von Christian Thomas | Frankfurter Rundschau

Im Frühjahr 1517 konnte man glauben, dass die politischen Eliten Europas ein Einsehen haben: „Von nun widmet Euch in gemeinsamen Konzilen dem Studium des Friedens.“ War der Gedanke, weil er als Klage ziemlich pathetisch formuliert war, falsch?

Einlenken, so der fromme Wunsch, sollten kirchliche Würdenträger, sollten weltliche Funktionsträger, sie sollten sich einlassen auf einen Friedenskongress, angefangen mit dem Papst. Doch von dem musste sich der Antikriegsschriftsteller sagen lassen: „Du begreifst diese Dinge nicht.“ Damit war der Krieg gemeint, der dem Pontifex ein realpolitisches Anliegen war. War der Krieg deswegen richtig?

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Sohn eines Predigers

Bild. RDF
Können Sie sich vorstellen, was es heißt, von den fundamentalistischen Eltern zu Hause beschult und dann zu Liberty „Universität“ geschickt zu werden, um Ihre Ausbildung abzurunden?

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Können Sie sich vorstellen, in einer Welt zu leben, in der das alleinige Argument für oder gegen eine Sichtweise ein Bibelzitat ist? Und das einzige Gegenargument ist ein anderes Bibelzitat? Wie fühlt es sich an, so gehirngewaschen zu werden, dass „Jedes Wort in der Bibel ist wörtlich zu verstehen“ in Ihrem Kopf genauso einen axiomatischen Status wie „die Parallelen überschneiden sich nicht“ hat? So gehirngewaschen zu sein, dass es Ihnen nicht in den Kopf kommt zu fragen, wer eigentlich die Bibel geschrieben hat und welches Fachwissen die Verfasser hatten, um das zu behaupten, was sie niedergeschrieben haben? So gehirngewaschen zu sein, dass Sie nicht mal für einen Augenblick über Millionen andere Menschen auf der Welt nachdenken, die andere heilige Bücher haben und an diese mit denselben (fehlenden) Begründungen genauso stark glauben? Können Sie sich vorstellen eine Kindheit in einer unerschütterlichen Überzeugung zu verbringen, dass Ihr geliebter Großvater auf einem Spieß in der ewigen Hölle geröstet wird (neben den Katholiken), und dass Sie sich auf dem gleichen Weg befinden werden, wenn Sie nicht aufpassen?

So verlief das frühe Leben von Timothy Short und ich beende diese Lektüre, erfüllt von Bewunderung für seinen intellektuellen Mut, sich von diesem vergifteten Unsinn loszulösen und ein Atheist zu werden. Ein glücklicher und erfüllter Atheist, der niemals aufgehört hat, seine fundamentalistischen Eltern zu lieben und sogar eine Zuneigung für Jerry Falwell, den berüchtigten Begründer der Liberty, aufrechterhält. Seine Autobiografie ist eine faszinierende Lektüre, weil der Autor seinen Leser tief in die Gedankenwelt eines fundamentalistischen Wahnsinnigen hineinführt, und das Gefühl vermittelt, in eine seltsame, fremde Welt hineinzutreten, wo Vernunft verpönt, Beweise gefürchtet und Wissenschaft tatkräftig verunglimpft werden. Auch fesselnd ist die Insider-Geschichte der Liberty „Universität“ mit ihrer unheimlich repressiven Prüderie und ihrem institutionalisierten System der Überwachung des Privatlebens der Studenten.

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Fall NSU: „Verschwörungstheorie“ – Ein substanzloser Begriff hat Konjunktur

Bild: heise.de/tp
Im NSU-Komplex geraten die Vertuscher und ihre Beihelfer zusehends in die Defensive – und in Panik

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Die Bundesanwaltschaft ist am zehnten Jahrestag des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter den zahlreichen Verschwörungstheorien, die zum Fall Kiesewetter kursieren, entschieden entgegengetreten.

Bayrischer Rundfunk, 25.4.2017: Aufräumen mit Verschwörungstheorien

Es gibt noch offene Fragen im Fall NSU, man hätte sie gerne geklärt. Umso ärgerlicher ist es, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine krude Story vorgesetzt zu bekommen, die nicht zur Erkenntnis, sondern geradewegs hinein in den Dschungel der Verschwörungstheorien führt.Süddeutsche Zeitung, 24.4.2017: Wenn das Böse zu banal ist

Anlass der Schimpfereien mit dem unvermeidbaren Rückgriff auf den Begriff Verschwörungstheorie: Die TV-Dokumentation der Fernsehjournalisten Clemens und Katja Riha über den ungeklärten Polizistenmord von Heilbronn, ausgestrahlt am 24. April in der ARD. In dem Stück, das muss erwähnt sein, taucht auch der Autor dieses Textes auf.

Eine Theorie, um damit anzufangen, hat solange ihre Berechtigung, so lange sie nicht widerlegt ist. Nennt sich „Falsifizierungs“-Methode und ist unter anderem mit dem Namen des Wissenschaftstheoretikers Karl Popper verbunden. „So what“ also: Wer meint, da vertrete jemand eine Theorie, die nicht haltbar ist, soll sie doch widerlegen, dann ist sie vom Tisch. Was soll das Gezeter?

Im Fall des NSU-Komplexes wäre das allerdings zu viel des Guten, denn für einen qualifizierten Theorienstreit fehlt den Verschwörungstheorie-Kritikern die Substanz. Sie belassen es durchgängig bei der schlichten Behauptung, die dann mangels Argumenten umso lauter vertreten wird. Zum anderen geht es gar nicht um Theorien, weil nämlich gar keine aufgestellt werden, sondern um journalistische Arbeit, um Fragen, die nicht gestellt werden sollen.

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Evangelikale und Trump – Beten für Mr. President

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Am Wochenende ist Donald Trump 100 Tage im Amt. Das evangelikale Milieu, das seine Wahl stark unterstützt hat, ist noch immer von ihm begeistert. Vor allem diejenigen, die nicht regelmäßig sonntags in die Kirche gehen, hoffen auf ihn. Er liefert ihnen eine neue Wahrheit.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

Knapp zwei Wochen, nachdem er das Amt des Präsidenten übernommen hatte, wandte sich Donald Trump zum ersten Mal ganz direkt an all jene, denen er hauptsächlich sein Amt verdankt. Der Anlass: das jährliche sogenannte Gebetsfrühstück in Washington, zu dem mehrere tausend Besucher kommen. Darunter viele Honoratioren.

Es war eine gute Gelegenheit, um das zu verkaufen, was er am besten zu inszenieren versteht. Sich selbst und seine Popularität im rechten politischen Spektrum. Er erinnerte daran, dass er eine erfolgreiche Fernsehshow aufgegeben hatte, um in den Wahlkampf zu ziehen. Ersetzt wurde er von einem Hollywood-Schauspieler, der als Gouverneur von Kalifornien eine politische Laufbahn eingeschlagen hatte – von Arnold Schwarzenegger. Und was geschah?

„Die Quoten sanken in den Keller. Eine totale Katastrophe. Ich würde gerne für Arnold beten, wollen wir?“

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Wann ist Kritik an Israel antisemitisch?

Israelische Sicherheitskräfte in Bethlehem.Foto: AFP
Israel das Existenzrecht zu verweigern ist laut dem Chef der Uno eine „moderne Form des antijüdischen Hasses“. Die inhaltliche Konfrontation mit Israel wird für Diplomaten eine wachsende Herausforderung. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Wenn der neue UN-Generalsekretär Antonio Guterres es notwendig findet, Maßnahmen gegen Antisemitismus zu ergreifen, wie er es soeben angekündigt hat – was ist das? Ein Warnsignal, das nicht überhört werden sollte. Denn Diplomat Guterres hat von Amts wegen einen Überblick über die Lage in Welt. Und da erstarkt der Antisemitismus wieder.

Der Chef der Uno nennt es beispielsweise auch eine „moderne Form des antijüdischen Hasses“, Israel das Existenzrecht zu verweigern. Aber es gibt noch mehr, und hier kann bei der Beurteilung helfen, dass Experten sich vor Jahren schon auf eine „Working Definition of Antisemitism“ geeinigt haben; sie ist vom „European Monitoring Center on Racism and Xenophobia“ vorgelegt worden.

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Antarktis: Geheimnis des Blutfalls gelöst

Der Blutfall am Ende des antarktischen Taylor-Gletschers speit immer wieder rotes, salziges Wasser. © Erin Pettit
Blutrotes Wasser: Forscher haben die Frage geklärt, woher das seltsam rote Wasser des antarktischen Taylor-Gletschers stammt. Radaraufnahmen enthüllen, dass das Salzwasser nicht unter dem Gletscher fließt, sondern durch verzweigte Kanäle im Gletschereis selbst. Diese leiten das Wasser von einem sechs Kilometer entfernten subglazialen Reservoir bis zur Gletscherzunge. Flüssig bleibt das Wasser dabei nur durch eine spezielle Kombination von Bedingungen.

scinexx

Der berühmte Blutfall sorgt schon seit seiner Entdeckung im Jahr 1911 für Aufsehen. Denn immer wieder tritt an der Zunge des Taylor-Gletschers in der Ostantarktis blutrotes, salziges Wasser aus dem weißen Eis aus – scheinbar aus dem Nichts. Tatsächlich färbt sich das Wasser erst bei Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft so rot – der Sauerstoff oxidiert offenbar das im Wasser enthaltene Eisen.

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Verdächtige Spuren eines Ur-Ur-Amerikaners

© Tom Deméré, San Diego Natural History Museum Ein Steinfindling nahe der Knochenfundstelle – nach Überzeugung der Forscher ein Werkzeug der Ur-Ur-Amerikaner.
Wurde die Neue Welt nicht erst von Homo sapiens, sondern hunderttausend Jahre früher von einem Frühmenschen besiedelt? Die Gewaltspuren an den Überresten eines Mammuts erschüttern die Amerikaner.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Die Neue Welt wird von einer archäologischen Sensationsmeldung erschüttert. Wurde der amerikanische Kontinent womöglich von Menschen nicht nur einmal über die Beringstraße erobert, vor fünfzehn bis zwanzigtausend Jahren, wofür es längst klare Belege gibt, sondern zweimal und das schon vor mehr als 130.000 Jahren? Wenn es zutrifft, was Archäologen vom San Diego Natural History Museum in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ berichten, könnte die südkalifornische Ausgrabungsstätte eines Mammuts die gesamte Geschichtsschreibung der Neuen Welt auf den Kopf stellen. Denn vor 130.000 Jahren konnte es unmöglich ein moderner Homo sapiens gewesen sein, der den Weg über Asien und die nördliche Landbrücke zum amerikanischen Kontinent geschafft hatte. Es müsste wohl eine andere Frühmenschenart gewesen sein, die zu jener Zeit nach der ersten Auswanderungswelle aus Afrika den eurasischen Kontinent bevölkert hatte. Das aber lässt sich mit den Funden, die der Chefausgräber Thomas Deméré und seine kalifornischen Kollegen präsentieren, nicht eindeutig zeigen. Menschliche Überreste jedenfalls wurden nicht gefunden.

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Kim bei Nordkorea-Manöver: Hunderte Artilleriegeschütze feuern Richtung Meer

Quelle: AP/KRT
Anlässlich des 85. Jahrestags der Gründung seiner Armee hat Nordkorea in der Hafenstadt Wonsan Hunderte Geschütze aufgefahren. Nun liegen Bilder von der groß angelegten Militärübung vor.

DIE WELT

Inmitten wachsender Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel hat Nordkoreas Volksarmee am Dienstag massive Schießübungen abgehalten. Nun liegen die Bilder der bisher wohl größten Machtdemonstration Pjöngjangs vor. Anlass war der 85. Jahrestag der Gründung der Armee des Landes.

Die Übung fand in der Hafenstadt Wonsan statt. Machthaber Kim Jong-un überwachte das Militärspektakel, an dem nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap 300 bis 400 Artilleriegeschütze beteiligt waren.

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Buckelwal-Nachwuchs „flüstert“

Ein Buckelwalweibchen mit ihrem Jungen im Exmouth Gulf in Westaustralien. © Fredrik Christiansen
Flüstern statt Singen: Buckelwale sind für ihre weithin schallenden Gesänge bekannt. Doch wenn die Walweibchen Junge haben, werden sie ganz leise: Mutter und Kind kommunizieren dann nur noch „flüsternd“, teilweise sogar nur über Berührungen, wie Unterwasseraufnahmen erstmals enthüllen. Der Grund für das „Flüstern“: Lautere Rufe könnten Orcas und andere Räuber anlocken – und für die wäre das Walkalb ein willkommenes Fressen.

scinexx

Buckelwale sind Langstrecken-Wanderer: Selbst wenn die Walmütter Nachwuchs haben, ziehen sie tausende Kilometer weit von ihren Winterquartieren in den Tropen bis in die Sommerquartiere in den Polargebieten. Für die Walkälber bedeutet dies: Nach ihrer Geburt in tropischen Meeeresbuchten müssen sie so schnell wie möglich wachsen und fit werden für die lange Reise.

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Veganer glauben, moralisch überlegen zu sein. Sind sie das auch?

Fleisch, unverpackt: der Schlachthof in Oensingen. (Bild: Simon Tanner / NZZ)
Es gibt viele gute Gründe, kein Fleisch zu essen. Veganer glauben sie zu kennen und erklären sie zu moralischen Prinzipien. Schaut man genauer hin, entdeckt man lediglich Widersprüche und Paradoxien in ihrer Haltung.

Von Damiano Cantone | Neue Zürcher Zeitung

Im Jahre 1924 hörte der vierzehnjährige Donald Watson von einem Augenblick auf den anderen damit auf, Fleisch zu verzehren. Angeekelt von der Gewalt, die Tieren in jener Fabrik angetan wurde, in der er aufgewachsen war, machte er aus seinem Entschluss seinen Lebenssinn. So wurde Watson zu einem Aktivisten für die Tierrechte und prägte 1944 den Begriff «vegan» (indem er die ersten und die letzten Buchstaben von «vegetarian» zusammenzog). Damit beschrieb er einen Lebensstil, der konsequent jede Form der Ausbeutung von Tieren ablehnt.

Die Veganer übertrumpfen in der Tat die Vegetarier in der Konsequenz ihrer Haltung. Sie verzichten auf jedes Nahrungsmittel tierischen Ursprungs (also auch auf Milch, Honig und Eier) und ebenso auf jede andere Nutzniessung von Tieren. Der Veganismus hat eine stetige Verbreitung in unseren Gesellschaften erlebt, in den letzten zehn Jahren besonders akzentuiert. Die Regale der Supermärkte füllen sich mit veganen Produkten, vegane Restaurants spriessen wie Pilze aus dem Boden, und längst wird darüber diskutiert, ob Mensen zwingend ein veganes Menu anbieten müssen.

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Cassini: Das „große Finale“ beginnt

Zwischen dem Saturn und seinem innerstem Ring hindurch: Die Raumsonde Cassini beginnt heute mit diesem riskanten Manöver. © NASA/JPL
Gewagtes Finale: Die NASA-Raumsonde Cassini beginnt heute den letzten und gefährlichsten Teil ihrer Mission. Sie fliegt erstmals zwischen dem Saturn und seinem innersten Ring hindurch – einem bisher völlig unerforschten Gebiet. Bei der Passage durch die nur 2.400 Kilometer große Lücke kommt die Raumsonde den Ringplaneten so nah wie noch nie zuvor. Bis zu ihrem endgültigen Ende soll Cassini dieses riskante Manöver 22 Mal durchführen, um so ganz neue Einblicke in diese turbulente Planetenumgebung zu liefern.

scinexx

Schon jetzt gehört Cassini zu den erfolgreichsten Raumsonden überhaupt: Seit ihre Ankunft am Saturn im Jahr 2004 hat sie unzählige wertvolle Informationen über den Planeten, seine Ringe und Monde geliefert. Ihr verdanken wir das Wissen um hydrothermale Quellen und einen Ozean unter dem Eis des Saturnmonds Enceladus, über Canyons, Eisvulkane und Seen auf dem Titan.

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PM’s ultimatum to Germany causes ‘serious harm’ to ties, Herzog warns

Opposition leader Zionist Union chairman Isaac Herzog at the party faction meeting, March 20, 2017. (Hadas Parush/Flash90)
Opposition lawmakers lambaste Netanyahu’s demand that Berlin’s top diplomat cancel meetings with rights groups

The Times of Israel staff

Opposition leader Isaac Herzog warned Monday that Prime Minister Benjamin Netanyahu was dealing a heavy blow to Israel’s relationship with “a true friend,” after the premier threatened to boycott a meeting with German Foreign Minister Sigmar Gabriel if he meets with two Israeli rights groups during his visit to the country.

“Netanyahu is fleeing the playing field,” Herzog said on Twitter. “Netanyahu’s ultimatum to the German foreign minister seriously harms Israel’s ties to Europe’s largest economy and a true friend of Israel.” He called on the prime minister to meet with Gabriel “and present him with the Israeli position, without fear of one organization or another.”

Herzog added that whatever the outcome of the diplomatic standoff, he would be meeting with Gabriel Tuesday to “present my positions and Israel’s positions, to strengthen ties and uphold Israel’s reputation.”

Gabriel arrived in Israel earlier in the day to participate in Holocaust Remembrance Day events and was set to hold talks with Netanyahu on Tuesday. During his time in Israel, the German minister also planned to meet publicly with two prominent left-wing Israeli rights organizations, B’Tselem and Breaking the Silence, both of which have been accused by the government in the past of working to undermine Israel’s legitimacy by lobbying international forums.

This prompted Netanyahu’s office to issue the ultimatum, according to a Monday report by Channel 2 news.

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In the Future, the Holocaust Is Just Another Hologram

USC Shoa Foundation
The last living Holocaust survivors are dying. Can technology keep their testimonies alive?

By Emanuel Maiberg | MOTHERBOARD

Pinchas Gutter tells me that when he was eight years old, the Nazis put him and his family on a train from their home in Łódź, Poland to the Warsaw ghetto. They stayed there for two years before they were taken to the Majdanek concentration camp, where every member of his family was murdered in the gas chambers. Only he survived.

I press a button, lean into the microphone and tell him: „I don’t believe the gas chambers existed.“

Gutter sits there and listens to me patiently. He crossfades from an idle animation to his response.

„To someone who has spent five years in hell—a living witness—[people who say] that this did not happen…I believe that they are just as bad as the perpetrators,“ he said. „Every one of them should be taken to a court of law because they are in contempt of humanity itself.“

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Wie Spinnen Entfernungen messen

Die Wolfsspinne nutzt die zwei äußeren kleinen Augen an der Kopfvorderseite zur Messung von Entfernungen. © João Coelho / CC-by-2.0
Acht Augen sind besser als zwei – zumindest bei Spinnen. Neue Forschungen zeigen, dass Wolfsspinnen ihre vier Augenpaare für unterschiedliche Aufgaben einsetzen, eines davon ist für die Distanzmessung verantwortlich. Als Wissenschaftler im Experiment dieses Augenpaar verschlossen, fanden die Spinnen nur mit Mühe den Rückweg zum Nest – obwohl die übrigen sechs Augen noch aktiv waren.

scinexx

Spinnen sind nicht nur wichtige „Aufräumer“ und Prädatoren in den Nahrungsnetzen der Natur, sie haben für den Beutefang auch eine Vielzahl raffinierter Strategien entwickelt. Das Spektrum reicht von besonders harten Beißklauen und komplexen Netzbauten bis hin zu versteckten Fallen und der Fähigkeit zu schnellen Sprints bei der Verfolgung ihrer Beute.

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Der Nil wird unberechenbarer

Der Nil ist Lebensader und Wasserlieferant für mehr als 400 Millionen Menschen. © Bionet/ gemeinfrei
Lebensader im Ausnahmezustand: Der Klimawandel macht die Pegel des Nils immer unberechenbarer. Die jährlichen Schwankungen der Wassermenge könnten schon in den nächsten Jahrzehnten um 50 Prozent stärker werden, wie Klimaforscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten. Dies erschwert die Wasserversorgung für die Millionen Flussanrainer, die auf den Nil und seine Quellflüsse angewiesen sind.

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Der Nil ist nicht nur der längste Fluss der Erde, er ist auch die wichtigste Lebensader für Ägypten, und seine südlichen Nachbarn. „Das Nilbecken wird von rund 400 Millionen Menschen in elf Ländern bewohnt“, erklären Mohamed Siam und Elfatih Eltahir vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Ein Großteil der Wirtschaft in diesen Ländern hängt direkt von der Bewässerungs-Landwirtschaft ab – und damit vom Wasser des Nils.

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Zentralrat der Juden fordert Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.Foto: dpa
Viele alte Ressentiments gegen Juden seien längst wieder aktiviert, meint Schuster in einem Gastbeitrag. Er fordert einen Ansprechpartner im Kanzleramt.

DER TAGESSPIEGEL

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert eine gezieltere Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland. „Denn wir spüren: Viele alte Ressentiments gegen Juden sind längst wieder aktiviert“, schreibt Schuster in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Ein Antisemitismus-Beauftragter, der im Bundeskanzleramt angesiedelt sein sollte, sollte nachhaltig die Entwicklungen und die Umsetzung der Bekämpfungsstrategien im Blick behalten“, fordert Schuster. „Er oder sie könnte Ansprechpartner und Frühwarnsystem in einem sein.“

Der Zentralrat der Juden habe schon 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise vor einem „importierten Antisemitismus“ gewarnt, schreibt Schuster weiter. Durch den am Montag vorgestellten Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus fühle man sich bestätigt. „Ein vergleichsweise hohes Maß an antisemitischen Einstellungen sowie große Wissenslücken über den Holocaust stellen die Experten bei den geflüchteten Menschen fest“, so Schuster. Für den Zentralrat der Juden bedeute dies „in keinem Fall, Muslime pauschal zu verurteilen oder gar Flüchtlinge abzuweisen“.

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Wie man einen Menschen „human“ hinrichtet

Der Mediziner Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814) plädierte für einen „humanen“ Strafvollzug Quelle: picture-alliance / Leemage
Zwei Mediziner, ein Klavierbauer und ein Henker machten sich 1792 daran, die Todesstrafe „schmerzfrei“ zu machen. Heraus kam eine Maschine, „die nicht die Hand des Menschen mit einem Mord befleckt“.

Von Florian Stark | DIE WELT

Dass der Beruf des Henkers Erfahrung erfordert, musste beizeiten Maria Stuart erleiden. Als die Ex-Königin von Schottland 1587 das Schafott in Schloss Fotheringhay bestieg, brauchte der Scharfrichter drei Axtschläge, um Marias Kopf endlich vom Körper zu trennen. Der erste Schlag hatte den Hinterkopf getroffen, der zweite nicht alle Muskelfasern am Hals durchtrennt. Erst der dritte Schlag wurde dem Todesurteil gerecht. Obwohl das Köpfen bis ins 19. Jahrhundert hinein als „humanste“ Hinrichtungsart galt – zumindest im Verhältnis zum Vierteilen, Pfählen oder Verbrennen – , war es doch stets mit erheblichen Risiken für den Delinquenten verbunden.

Das wollte die Französische Revolution ändern. Der erste, dem im April 1792 die höchst zweifelhafte Möglichkeit eröffnet wurde, eine „schmerzfreie“ Exekution zu erfahren, war Nicolas Jacques Pelletier. Der notorische Straßenräuber war sieben Monate zuvor festgenommen worden, nachdem er einem Passanten in der Pariser Rue Bourbon-Villeneuve nicht nur die Brieftasche gestohlen, sondern ihn auch anschließend mit Stockhieben malträtiert hatte. Im März hatte die Nationalversammlung die Guillotine als neue Hinrichtungsmethode beschlossen. Wie sie funktionierte, sollte dem staunenden Publikum am Beispiele Pelletiers auf dem Place de Grève vorgeführt werden.

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