Archiv der Kategorie: Geschichte

Grab des berühmten Philosophen Aristoteles entdeckt

Aristoteles-Büste, römische Kopie, nach einer Skulptur des Bildhauers Lysippos, Rom, Palazzo Altemps 8575. Bild: wikimedia.org/PD

Der Grieche Aristoteles zählt zu den bedeutendsten Denkern der Menschheit. Ein Archäologe findet „starke Indizien“dafür, dass ein Grabmal in Nordgriechenland die Asche des Philosophen barg.

Von Florian Stark | DIE WELT

Es gibt nur wenige Menschen, die das Denken der Nachgeborenen in ähnlicher Weise geprägt haben: Ohne den griechischen Philosophen Aristoteles (384–322) wären Logik und Staatstheorie, Dichtkunst und Ethik, Naturwissenschaften und Wissenstheorie in anderen Bahnen verlaufen. Neben seinem Lehrer (und Kontrahenten) Platon schuf er das Fundament der abendländischen Philosophie.

Man muss diese Fallhöhe im Hinterkopf haben, um die Anmerkung des griechischen Archäologen Kostas Sismanides in angemessener Weise würdigen zu können. Der teilte am Rande eines Aristoteles-Kongresses in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki mit, dass er möglicherweise das Grab des Aristoteles gefunden habe: „Starke Indizien sprechen dafür, dass wir das Grab gefunden haben“, zitiert ihn das griechische Staatsfernsehen (ERT).

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Martin Luthers Skandalbuch: „Von den Juden und ihren Lügen“

Bild: RDF
Seit 2008 feiert die Evangelische Kirche Deutschlands die „Lutherdekade“ und wird nicht müde, das Konterfei des Reformators bei jeder Gelegenheit zu präsentieren. Dabei hat sie allerdings ein erhebliches Problem: der Reformator war der wirkmächtigste Judenhasser bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Richard Dawkins-Foundation

Unter seinen judenfeindlichen Hetzschriften sticht sein Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ von 1543 in makabrer Weise hervor. Darin entwickelte er sein berüchtigtes Sieben-Punkte-Programm zur Beseitigung des Judentums in Deutschland, das knapp 400 Jahre später von den Nationalsozialisten bereitwillig kopiert und ergänzt wurde:

  • Verbrennen ihrer Synagogen
  • Zerstörung ihrer Häuser und Zwangsunterbringung wie Zigeuner
  • Wegnahme ihrer religiösen Bücher
  • Lehrverbot für Rabbiner bei Androhung der Todesstrafe
  • Aufhebung der Wegefreiheit
  • Zwangsenteignung
  • Zwangsarbeit

Hatte der Philosoph Karl Jaspers also Recht, als er bemerkte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern“? Das „Meisterwerk“ des Reformators macht in bedrückender Weise deutlich, dass religiöse und nichtreligiöse Elemente seines Judenhasses nicht von einander zu trennen sind.

Bernd P. Kammermeier (Filmproduzent) stellt die Neuausgabe dieses Skandalbuches (erstmals in heutigem Deutsch) vor, das er gemeinsam mit Karl-Heinz Büchner, Reinhold Schlotz und Robert Zwilling im Alibri Verlag herausgegeben hat. Dabei wird auch auf die fatale Rolle des gefeierten Reformators bei der Verbreitung der Judenfeindschaft in Europa und seine furchtbare Wirkung bis in die jüngste Vergangenheit des Dritten Reiches hingewiesen.

Die vier Herausgeber zeigen, dass Luthers Antisemitismus – in Theologenkreisen euphemistisch „Antijudaismus“ genannt – keineswegs rein theologisch begründet ist, sondern – untrennbar miteinander verwoben – auch rassistische Merkmale aufweist. Das scheint besonders bedenklich angesichts der Feierlichkeiten um den Reformator im nächsten Jahr, dem Höhepunkt der „Lutherdekade“, die mit 150 Mio. € – größtenteils aus dem allgemeinen Steueraufkommen – zelebriert wird.

Wo:
Haus der Wissenschaft
Sandstr. 4/5
DE-28195 Bremen

Wann:
Freitag, 10. Juni 2016, 19:00 Uhr
(Einlass 18:00 Uhr)

Eintritt frei (Voranmeldung erwünscht, aber nicht erforderlich)
Kontakt: joerg@richarddawkins.net

Menschengemachte Wolkenkühlung geringer als gedacht

Moleküle aius den Ausdünstungen von Bäumen erweisen sich als verblüffend effektive Wolkenkeime. © CERN
Waldiger Kühleffekt: Der Mensch hat die Wolkenbildung offenbar weniger stark beeinflusst als gedacht. Denn schon vor Beginn der industriebedingten Emissionen wirkten Ausdünstungen von Bäumen als effektive Wolkenkeime. Das aber bedeutet, dass auch der Kühleffekt der Wolken auf das Klima damals vielleicht kaum geringer war als heute, berichten Forscher in gleich zwei Artikeln im Fachmagazin „Nature“.

scinexx

Aerosole und andere Schwebstoffe gelten als große Unsicherheitsfaktoren im Klimasystem. Denn einige von ihnen, darunter Ruß, heizen die Atmosphäre zusätzlich an, andere aber können die Bildung von abschirmenden und kühlenden Wolken fördern – wie es beispielsweise für die Schwefelgase aus Vulkanausbrüchen und auch einige menschliche Emissionen gilt. Klimaforscher gingen daher davon aus, dass eine vermehrte Wolkenbildung durch die Luftverschmutzung den Klimawandel lange Zeit eher gebremst hat.

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Physicist Brian Greene just told Colbert how the world will end

When we get all caught up thinking about the zombie apocalypse, the robot revolution, or something a little more realistic, like say, an antibiotic-resistant superbug that could seriously wipe millions of us out, we’re talking small-time ‚end of the world‘ stuff. Robots might rise up against us and destroy humanity forever, but the world will keep on spinning, and the Solar System will still have eight planets (sorry Pluto).

science alert

But nothing is forever, no matter how many billions of years you’ve existed, and theoretical physicist Brian Greene just demonstrated to Colbert exactly how our home planet will come to a fiery end once and for all.

Now, we don’t want to alarm you or anything, but at some point, our Sun is going to run out of fuel, collapse in on itself, and destroy everything in its enormous vicinity.

If you have kids, that’s something you maybe want to give the delicate ‚birds and the bees‘ treatment to when it comes time to explain that little nugget of truth to them, lest they end up like one of Louis CK’s daughters, when he decided to marvel at the incredible, flaming violence of it all:

„She started crying immediately, crying bitter tears for the death of all humanity… and now she knows all of those things: she’s gonna die, everybody she knows is gonna die, they’re gonna be dead for a very long time, and then the Sun’s gonna explode. She learned that all in 12 seconds, at the age of seven.“

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Motivation und Selbstprogrammierung

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Im Magazin der letzten „Zeit“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Die Kraft der Gedanken, wie man sich glücklicher und gesünder denkt“ von Ilka Piepgras. Im Kern befasst sich der Artikel mit einer Theorie zur Willensbildung und Motivation. Es gilt in der Psychologie als unstrittig, dass wir durch unser Unterbewusstsein mehr oder weniger Stark beeinflusst werden. Man kann sich fragen, wie weit das überhaupt mit der Konzeption eines akausalen Willens vereinbar ist: Das ist aber nicht unser Problem!

Föderation des Determinismus

I. Interessant ist aber, wie man sich dies zu Nutze machen kann: In dem Artikel werden verschiedene Studien aufgeführt, nach der bereits geringfügige suggestive Einwirkungen einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Menschen hatten. So sollen sich angeblich Probanden nach dem Lösen eines Kreuzworträtsels mit altersassoziierten Begriffen wie „schwerhörig“, „grau“ und „Hautfalten“ nach Lösen des Rätsels langsamer bewegt haben, als die Vergleichsgruppe mit einem normalen Kreuzworträtsel. Auch sollen Senioren, die man in ein Umfeld von 20 Jahren zuvor versetzte und unter entsprechende Anforderungen stellte – nicht altersgerechte Anforderungen – in kurzer Zeit beweglicher geworden sein, mit besseren Werten der Seh- und Hörfähigkeit sowie mit einem besseren Abschneiden bei Intelligenztests.
Man mag das Ausmaß solcher Suggestionen in Frage stellen, für uns selbst können wir daraus lernen: Wir können etwas Bestimmtes nur schaffen, wenn wir es uns zumuten. Und: Der Mensch passt sich an die Anforderungen an. Wer sich nicht mehr bewegt, dessen Muskeln schwinden und ähnlich ist dies möglicherweise auch mit geistiger Leistungsfähigkeit.
Tests an Studenten haben gezeigt, dass ihr Abschneiden bei Intelligenztests nach einem mehrwöchigen Strandurlaub ohne geistige Anforderungen deutlich abnimmt.

Selbst wenn wir meinen, dass man Wünsche, Ziele und Problemlösungen nur mit purer Willensanstrengung erreichen kann (dagegen will ich überhaupt gar nicht argumentieren) und auch wenn man andererseits vielleicht alle kausalen Abläufe für zwingend hält, so gehört es doch auch zum Kausalverlauf, derartige suggestive Wirkung zu erkennen: Wer diesen Zusammenhang erkennt, kann ihn auch nutzen, indem man das eigene Umfeld und die Anforderungen an die eigene Person so anpasst, dass die Wirkung auf sich selbst zu den Wünschen hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten entspricht, die man zur Erreichung der eigenen Ziele benötigt.

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Resistenz gegen Notfall-Therapie auch in USA nachgewiesen

Eine Indikatorkulturplatte zum Nachweis von resistenten Bakterien.Foto: Daniel Karmann/dpa
Erstmals ist der „Super“-Erreger auch in den USA festgestellt worden. Das Bakterium ist gegen jedes Antibiotikum resistent.

DER TAGESSPIEGEL

In Deutschland bereits nachgewiesene und gegen das Notfall-Antibiotikum Colistin resistente Bakterien sind nun auch in den USA aufgetaucht. Das für die Resistenz verantwortliche Gen mcr-1 sei in einer Bakterienprobe einer 49-Jährigen aus Pennsylvania entdeckt worden, schreiben Forscher im Fachblatt „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“. Colistin kommt zum Einsatz, wenn verbreitete Antibiotika nicht mehr helfen.

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Was lebt in unserer Nase?

Unsere Nase beherbergt eine ganz individuelle Lebenswwelt von Bakterien. © Photo.com/ thinkstock
Wimmelndes Leben: Jeder Mensch trägt in seiner Nase eine eigene kleine Lebenswelt mit sich herum. Denn die Mikroben der Nasenhöhle sind bei jedem individuell verschieden, wie deutsche Forscher ermittelt haben. Dennoch gibt es einander ähnliche Untergruppen der Nasenflora. Das Wissen um diese Gruppen könnte künftig die medizinische Behandlung erleichtern.
 

scinexx

Wir sind nie allein: Überall in und auf uns leben Mikroben, ob im Darm, auf unserer Haut oder sogar in der Luft um uns herum. Die Zusammensetzung dieses Mikrobioms verrät dabei einiges über uns, unsere Gesundheit und unsere Lebensweise, selbst der Staub in unseren Wohnungen trägt diese persönliche und verräterische Signatur.

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Schrödingers Katze in zwei Kästen gleichzeitig

Schrödingers Katze ist in zwei Kästen gleichzeitig lebendig oder tot – die quantenphysikalische Entsprechung dieses Zustands haben nun US-Phsiker realisiert. © Michael S. Helfenbein/ Yale University
US-Physiker haben erstmals eine neue, exotische Variante von „Schrödingers Katze“ erzeugt. In ihr befinden sich Photonen nicht nur im Zustand der quantenphysikalischen Überlagerung, zwei solche räumlich getrennten Photonengruppen sind gleichzeitig auch miteinander verschränkt. Schrödingers Katze ist damit in zwei Boxen gleichzeitig entweder lebendig oder tot, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ erklären. Der Sinn dahinter: Über solche Verknüpfungen könnten Quantencomputer fehlersicherer und korrigierbar werden.

scinexx

Schrödingers Katze ist wohl die berühmteste Veranschaulichung des quantenphysikalischen Phänomens der Überlagerung. In diesem Gedankenexperiment von 1935 wird eine Katze zusammen mit einem durch radioaktiven Zerfall freigesetzten Gift in einen Kasten gesperrt. Solange der Kasten geschlossen bleibt, weiß man nicht, ob sie lebt oder stirbt – sie ist damit im Prinzip beides, solange man nicht den Kasten öffnet und nachsieht.

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Stonehenge, Easter Island, Venice: Climate Change Will Destroy Human History

Moai at Ahu Tongariki, Rapa Nui. Image: Flickr/travelwayoflife
Moai at Ahu Tongariki, Rapa Nui. Image: Flickr/travelwayoflife
Climate change has become a battle for the future of human life on Earth. But as we set our sights on the imminent challenges ahead, it can be easy to lose track of our past.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Cultural heritage sites are beacons of our remarkable legacy as a species. They’re as diverse and complex as humanity itself, which is why UNESCO has designated 802 of them as worthy of protection. But as temperatures and sea levels continue to rise, these treasured places are in danger of disappearing forever.

An international team of scientists, anthropologists, and economists have identified 31 cultural and natural UNESCO World Heritage sites across 29 countries that are directly threatened by climate change. Among these are the Neolithic structures of Stonehenge, the towering moai on Rapa Nui (Easter Island), Venice’s historic architecture, and even the United States’ own Statue of Liberty.

The coalition’s troubling findings were detailed in a joint report released today by UNESCO, the United Nations Environment Program (UNEP), and the Union of Concerned Scientists (UCS).

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Britische Neo-Nazis schänden KZ Buchenwald

Screenshot Twitter bb
Screenshot Twitter bb
Im KZ Buchenwald starben während der NS-Zeit mehr als 56.000 Häftlinge. Heute ist das ehemalige Lager ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Britische Neo-Nazis haben die Würde des Ortes einem Medienbericht zufolge aufs Gröbste verletzt. Der Staatsschutz fahndet nun nach ihnen.
 

FOCUS ONLINE

Wie „bild.de berichtet, hätte sich der Zwischenfall im sogenannten Leichenkeller des ehemaligen Krematoriums veröffentlicht. Der genaue Zeitpunkt der Aufnahme sei unbekannt, jedoch wurde es am 20. Mai auf dem Twitter-Konto der britischen Neo-Nazi-Gruppe „National Action“ veröffentlich.

Im Leichenkeller, heißt es weiter bei „bild.de“, seien zur NS-Zeit Leichen gesammelt und dann per Aufzug in den Verbrennungsraum gebracht worden. Weitere 1100 Personen seien damals in diesem Raum getötet worden – sie wurden an Wandhaken erdrosselt. Diese hätten die Engländer auf dem Foto markiert und darin mit dem Hinweis „Meat hook“ (Englisch: Fleischhaken) versehen.

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Bundestagsdebatte zu Armeniergenozid: Türkischer Druck befürchtet

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Der Deutsche Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden – Auch Vatikan ist stark interessiert am Ausgang des Votums

kath.net

Die Kurdische Gemeinde Deutschland sieht den Versuch einer „türkischen Lobby“, in der Frage der Anerkennung des Armeniergenozids der Jahre 1915-1918 Einfluss auf die Bundestagsabgeordneten zu nehmen, die jetzt darüber beraten. Ihr liege ein gemeinsames Schreiben unter anderem der Berliner Türkischen Gemeinde und der türkischen Botschaft vor, in dem in Deutschland lebende türkischstämmige Bürger aufgerufen würden, in der Armenierfrage auf jeden Bundestagsabgeordneten Einfluss zu nehmen, so die Kurdische Gemeinde am Mittwoch in Gießen.
Zwischen 1915 und 1918 waren im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier, Pontusgriechen, Assyrer und Aramäer ermordet worden. Der Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden.

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Das Recht auf Luthers Seite

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Dreißig Jahre früher, und es hätte keine Reformation in Deutschland gegeben: Erst der „Ewige Landfriede“ von 1495, der das Gewaltmonopol dem Staat überschrieb und Fehden zwischen regionalen Herrschern an das Reichsgericht verwies, gab den Fürsten die notwendige Eigenständigkeit, mit der der sächsische Kurfürst Friedrich den geächteten Martin Luther schützen konnte.

Von Marcus Mockler | EKD

Davon ist der Tübinger Rechtsprofessor Martin Heckel überzeugt. Der 86-jährige, vielfach ausgezeichnete Staats- und Kirchenjurist hat eine 700-seitige Studie über rechtliche Voraussetzungen und Konsequenzen der Reformation verfasst.

Als Luthers Lehren 1521 auf dem Wormser Reichstag verworfen und er selbst für vogelfrei erklärt wurde, brachten ihn Soldaten des Kurfürsten heimlich in Sicherheit auf die Wartburg. Luther hatte schon zuvor appelliert, dass ein Konzil über seine Sache entscheiden sollte. Dahinter steckte einerseits die Überzeugung, dass ein solches Gremium fairer mit seiner Kritik am Ablasshandel umgehen würde als macht- und geldgierige Regenten. Es war aber auch juristisch ein kluger Schachzug, denn dieser Appell konnte aufschiebende Wirkung haben. Das heißt: So lange nicht endgültig über Luthers Thesen entschieden war, durfte der Bann an ihm nicht vollstreckt werden.

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Experten besorgt über sinkende Zahl von Menschenaffen

Themenbild.
Themenbild.

Illegaler Handel mit den Wildtieren, Konflikte und industrielle Landwirtschaft sind die größten Bedrohungen.

 

Die Presse.com

Die weltweit sinkende Zahl von Menschenaffen bereitet Experten zunehmend Sorge. Illegaler Handel mit den Wildtieren, Konflikte und industrielle Landwirtschaft seien die größten Bedrohungen für die Tiere, erklärte Douglas Cress vom Great Apes Survival Partnership (GRASP) auf der zweiten Umweltversammlung in Kenias Hauptstadt Nairobi am Mittwoch.

Auch Wilderer, die die Affen jagen, um ihr Fleisch zu verkaufen, sowie Ebola seien eine Gefahr für die Tiere, hieß es bei dem Treffen. In einigen Regionen Afrikas leben demnach nur noch einige hundert Tiere.

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Horizontaler Gentransfer bei Stabschrecken

Kaum zu erkennen ist diese zweigähnliche malaysische Stabschrecke (Phobaeticus serratipes). © Christoph Seiler
Überraschende Übernahme: Im Erbgut von Stabschrecken haben Forscher die Bauanleitung für ein Enzym entdeckt, das normalerweise nur Bakterien besitzen. Sie vermuten daher, dass das Insekt diese Gene einst von seinen Darmbakterien übernommen und ins eigene Genom eingebaut haben muss. Ein solcher horizontaler Gentransfer galt bisher im Tierreich als extrem selten – könnte aber in der Evolution eine größere Rolle gespielt haben als bisher angenommen.

scinexx

Viele Pflanzenfresser – von der Kuh bis zur Termite – sind für die Verdauung harten Pflanzenmaterials auf die Mithilfe von Bakterien angewiesen. Denn die Mikroben verfügen über Enzyme, die das schwer abbaubare Pflanzenmaterial zersetzen können, beispielsweise Pektinasen, die die stabilen Zucker in den Zellwänden der Pflanzen zerlegen. „Um derartige Symbionten beherbergen zu können, haben Pflanzenfresser in der Regel Blindsäcke und ähnliche Erweiterungen im Magen-Darm-Trakt entwickelt“, erklärt Sven Bradler von der Universität Göttingen.

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How Supermassive Black Holes Kill Off Old Galaxies

Image: Cheung et al
Image: Cheung et al
Galaxies get old and die. This is natural. Existing stars within an aging galaxy will eventually become dim and cool, while the galaxy itself—and the other galaxies it’s likely to merge with over time—will become diffuse and disordered. The dying galaxy will stop producing new stars in a process known as „quenching.“

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Galaxy quenching is a fairly mysterious subject. It happens when a particular galaxy has its supplies of cold gases shut off. No more cold gas, no more star formation. What’s weird is that galaxies appear to quench much earlier than should be expected given their gas supplies, which means that they don’t just run out. Something interferes instead—either the galaxy’s cold gas reserves are blocked (a process known as „strangulation“), or those supplies are ejected from the galaxy by some awesome force.

This awesome force has been theorized to be the presence of a supermassive black hole, and computer simulations have supported this idea. Now, as described in a paper published Wednesday in Nature, astrophysicists led by the University of Tokyo’s Edmond Cheung have used real-world spectroscopic observations to map the motions of ionized gas across a distant near-dormant galaxy nicknamed Akira.

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China: 5.000 Jahre alte Bierbrau-Werkstatt entdeckt

Bier ist keine europäische ERfindung: Auch die Chinesen brauten schon vor rund 5.000 Jahren den Gerstensaft. © Givaga/ thinkstock
Steinzeitliche Braukunst: Schon vor rund 5.000 Jahren beherrschten die Chinesen die Kunst des Bierbrauens. Das belegen Funde von Brau-Utensilien und Maische-Rückstände bei Ausgrabungen in Nordchina. Überraschend dabei: Die chinesischen Braumeister nutzten nicht nur komplexe Brauverfahren, sie verwendeten für ihre Rezepte auch ungewöhnliche Zutaten wie Wurzeln und ein asiatisches Süßgras.
 

scinexx

Die Herstellung alkoholischer Getränke durch Fermentation hat eine lange Tradition: Schon vor gut 4.000 Jahren tranken die Sumerer einen vergorenen Getreidesaft, im Süden Ägyptens wurde vor rund 2.000 Jahren Bier als Medizin gegen Infekte konsumiert und die Gallier sind für ihre Liebe zum Gerstensaft berühmt.

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Affe frisst Fledermaus

Eine Meerkatze im Gombe-Nationalpark in Kenia nagt einen Fledermaus-Knochen ab. © Felix Angwella / Gombe Hybrid Monkey Project
Auf frischer Tat ertappt: Meerkatzen pflücken nicht nur Früchte von den Bäumen, sie greifen sich auch dort ruhende Fledermäuse und fressen sie. Dieses bisher bei Affen unbekannte Verhalten haben Forscher nun erstmals in zwei Nationalparks in Kenia beobachtet und gefilmt. Das Fressen von Fledermäusen könnte auch erklären, wie Ebolaviren und andere Erreger von Fledermäusen auf Affen übertragen werden, mutmaßen die Wissenschaftler im Fachmagazin „EcoHealth“.

scinexx

Dass Affen keineswegs nur Vegetarier sind und auch andere Tiere jagen und fressen, ist schon seit einigen Jahren bekannt. So jagen Schimpansen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste sogar regelmäßig Colobus-Stummelaffen und teilen ihr Fleisch mit Angehörigen ihrer Gruppe. Männchen sind dabei besonders eifrige Fleischesser.

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Lichtteilchen: Und sie kollidieren doch!

Wenn Bleikerne im LHC dicht aneinander vorbeifliegen, kann es dabei zu Photonenkollisionen kommen. © IFJ PAN
Das Unmögliche wird nachweisbar: Noch nie wurde bisher beobachtet, dass zwei Lichtteilchen kollidieren und dann auseinanderschießen können wie zwei Billardkugeln. Doch jetzt haben Physiker herausgefunden, dass diese extrem seltenen und exotischen Ereignisse im Teilchenbeschleuniger am CERN ablaufen – und damit entgegen bisherigen Annahmen schon bald nachgewiesen werden könnten.

scinexx

Der gängigen Theorie nach sind die Photonen des Lichts Einzelgänger: Sie besitzen keine Masse und beeinflussen sich auch nicht gegenseitig. Zwei Laserstrahlen können sich deshalb kreuzen, ohne merklich gestreut zu werden. Inzwischen weiß man jedoch, dass es bestimmte Bedingungen gibt, unter denen Photonen über Quantenprozesse doch miteinander interagieren.

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Bob Dylan: „Na ja, ich bin ein wahrer Gläubiger“

Bob Dylan auf dem Azkena Rock Festival, 26. Juni 2010. Bild. wikimedia.org/CC BY 2.0

Einer der größten Musiker der Gegenwart wird 75. Seit über 50 Jahren prägt er die Musik. Unzählige Künstler haben seine Lieder gespielt und sich von ihm inspirieren lassen. Auch Religion spielt für Bob Dylan eine Rolle – als Motiv und Thema seiner Werke, und bisweilen auch als Motiv seines Lebens.

Von Felix Neumann | katholisch.de

Geboren wird Bob Dylan als Robert Allen Zimmerman in Duluth/Minnesota in eine jüdischen Familie – Nachfahren jüdischer Immigranten aus Odessa. Sehr religiös war er allerdings nicht, wichtiger war die Musik. Unter dem neuen Namen Bob Dylan in New York feiert er nur ein Fest, Weihnachten, sagt seine damalige Freundin Suze Rotolo über ihn.

Religiöse Motive sind für sein Werk trotzdem wichtig – als eine von vielen Quellen des anspielungsreichen Gewebes seiner Motive neben dem Stoff des „Great American Songbooks“, jener Sammlung der goldenen Ära der frühen amerikanischen populären Musik, neben der Literatur und neben der Mythologie. Gospel, Blues und Folk prägten den frühen Dylan, sein Debutalbum schließt mit „See That My Grave Is Kept Clean“ von Blind Lemon Jefferson, der in den 20ern aus dem Gospel den Texas Blues entwickelte. Das Album endet mit den Worten „Well my heart stopped beating and my hands turned cold / Now I believe what the Bible told.“ („Mein Herz hat aufgehört zu schlagen, meine Hände sind kalt / Jetzt glaube ich, was in der Bibel steht.“)

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Klima: Auch der April auf Rekordniveau

Foto: AFP Korallenbleiche wird vor allem durch Hitzestress verursacht. Die Temperaturen am größten Korallenriff der Welt sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen
Foto: AFP Korallenbleiche wird vor allem durch Hitzestress verursacht. Die Temperaturen am größten Korallenriff der Welt sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen
Wenn es so weitergeht, wird 2016 erneut einen Wärmerkord aufstellen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Der April ist im globalen Mittel erneut einer der wärmsten je gemessenen Monat seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, wie die Daten des Goddard Institute for Space Studies der NASA (GISS) zeigen. Demnach lag der Monat um 1,11 Grad Celsius über dem April-Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980. Die GISS-Wissenschaftler stellen das fest, in dem sie den Mittelwert der sogenannten Temperaturanomalien messen. Das sind die lokalen Abweichungen vom jeweiligen Mittelwert für eine bestimmte für alle Stationen geltende Referenzperiode. Das GISS nimmt dafür die Jahre 1951 bis 1980.

Mit Anomalien zu rechnen, hat unter anderem den Vorteil, dass diese über erheblich größere Entfernungen repräsentativ sind als Schwankungen in der absoluten Temperatur, die leicht durch eher lokale Effekte beeinflusst wird.

Am GISS werden außerdem die Stationsdaten daraufhin überprüft, ob sie in der Nähe von Städten liegen. Solche Daten zeigen oft einen Trend, der die sogenannte urbane Erwärmung widerspiegelt, das heißt, eine langsame Zunahme der Temperatur als Folge des Wachstums der Städte, die in die Nachbarschaft der Messstationen vorrücken und für ein wärmeres Mikroklima sorgen. Entsprechende Datensätze werden von der Analyse der globalen Temperatur ausgeschlossen.

Wie dem auch sei, der vergangene April war der siebte Monat in Folge, in dem die Anomalie über einem Grad Celsius lag. Oder in anderen Worten: Ginge es in den nächsten Monaten so weiter, würde 2016 bereits über ein Grad wärmer als die Jahrzehnte zwischen 1951 und 1980 sein. Mit 1,33 Grad Celsius hatte der Februar 2016 die bisher höchste beobachtete Anomalie.

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