Archiv der Kategorie: Geschichte

LHC Cern: Wiesel gegen 66KV-Transformator

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
  • Ein Wiesel hat am Kernforschungszentrum Cern einen Kurzschluss verursacht.
  • Durch den Stromausfall musste der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC seinen Betrieb einstellen.
  • Das Tier ist tot – der LHC in Reparatur.

Süddeutsche.de

Ein Wiesel hat im Europäischen Kernforschungszentrum Cern nahe Genf eine der komplexesten Maschinen der Welt außer Gefecht gesetzt. Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) habe seinen Betrieb eingestellt, nachdem das Tier am Freitag für einen Stromausfall gesorgt habe, sagte Cern-Sprecher Arnaud Marsollier.

Der Wiesel sei an einen 66-Kilovolt-Transformator geraten und habe dadurch einen Kurzschluss ausgelöst. Der Wiesel ist tot – und nur noch wenig von ihm übrig, sagte Cern-Sprecher Arnaud Marsollier dem Rundfunksender BBC.

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Aufklärung macht Arbeit

Vor dreißig Jahren erschien in Frankreich der bahnbrechende Essay „Die Niederlage des Denkens“. Darin warnte der Philosoph Alain Finkielkraut vor einer Nationalisierung der Werte und warb für mehr Universalismus. Eine Wiedervorlage zur Flüchtlingskrise

Von Tilman Krause | DIE WELT

Wo einer herkommt, ist natürlich immer interessant. Aber wo einer hingeht, kann auch ganz aufschlussreich sein. Wenn er denn hingeht, weggeht. Wenn er sich aus vorbewussten Prägungen befreit. Wenn er denn das Unwissen oder um mit Kant zu sprechen: die Unmündigkeit hinter sich lässt und zu einem autonomen Individuum wird. Denn das ist ja beileibe nicht selbstverständlich.

Vieles hindert einen heute an dieser Arbeit am eigenen Ich. Die Macht der Religionen oder antidemokratische Regime spielen dabei zumindest in unseren Breiten keine übermäßig große Rolle mehr. Aber auch die Spaßgesellschaft setzt andere Prioritäten und legt vor allem darauf Wert, dass wir konsumieren. Und das turbokapitalistische Zeitalter der Globalisierung, in das wir eingetreten sind, bevorzugt ebenfalls ein Menschenbild, in dem das autonome Individuum, um es vorsichtig zu sagen, nicht geradezu ein Wunschkind darstellt. Mobilität und Verfügbarkeit sind wichtiger.

Gegner des Autonomiepostulats können sich dabei auf allerhand antiaufklärerische Strömungen berufen, die bisweilen weit in die Geschichte zurückgehen. Sie zu kennen, kann daher nicht von Nachteil sein, wenn man Werte wie Freiheit, Vernunft, Gerechtigkeit auf seine Fahnen schreibt.

Das mag sich auch Alain Finkielkraut gedacht haben, als er vor dreißig Jahren seinem französischen Publikum mit der Studie „Die Niederlage des Denkens“ eine geistesgeschichtliche Spurensuche vorlegte, die sich gewaschen hatte. Gewaschen deshalb, weil sich der Autor, der schon damals zu den bekanntesten „neuen Philosophen“ zählte, die seit Ende der Siebzigerjahre die marxistischen Meisterdenker abzulösen begannen, sich mit so ziemlich allen damals in Kurs stehenden publizistischen Lagern anlegte.

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Altägyptisches Amulett am Tempelberg entdeckt

Das Amulett mit einem Teil der Kartusche von Pharao Thutmosis III. © Temple Mount Sifting Project
Zufallsfund am Tempelberg: Ein zwölfjähriges Mädchen hat in Jerusalem ein altägyptisches Pharao-Amulett entdeckt. Der 3.200 Jahre alte Fund verbarg sich in einer alten Geröllhalde mit Erde und Schutt vom Tempelbau. Auf dem altägyptischen Anhänger ist die Kartusche des Pharao Thutmosis III. zu erkennen, einem der wichtigsten Herrscher des Neuen Reichs.

scinexx

Die Täler rund um die Altstadt von Jerusalem sind mit Überresten alter Gemäuer, Gräber, aber auch mit Bauschutt des Tempelbaus übersäht. Gerade im Geröll südlich des Tempelplateaus finden Archäologen immer wieder Jahrtausende alte Schätze, darunter einen Goldschatz, der einst von vor den Persern flüchtenden Bewohnern dort vergraben wurde.

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Ozeane: Klimawandel macht Sauerstoff knapp

Im Golf von Mexiko herrscht schon jetzt Sauerstoffmangel, der Klimawandel wird dies verstärken. © NASA/GSFC, MODIS
Todeszonen im Ozean: Spätestens ab 2030 droht größeren Meeresgebieten ein klimabedingter Sauerstoffschwund. Die Erwärmung wird dann die Aufnahme des Atemgases ins Meerwasser messbar behindern, wie Forscher anhand von Simulationen ermittelt haben. Knapper wird der Sauerstoff dann vor allem in tropischen Meeresgebieten, hier macht sich der klimabedingte Sauerstoffschwund trotz natürlicher Schwankungen deutlich bemerkbar.

scinexx

Schon jetzt existieren am Grund einiger Meeresgebiete sauerstoffarme „Todeszonen“, darunter auch in der Ostsee und im Atlantik. Doch durch den Klimawandel könnte sich das Sauerstoffproblem der Ozeane erheblich ausweiten. Zum einen, weil wärmeres Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen kann, zum anderen, weil die Durchmischung der verschiedenen Wasserschichten erschwert wird.

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Rätsel um kosmisches „Geisterteilchen“ gelöst?

Ausbruch eines aktiven Galaxienkerns: Bei einem solchen Ereignis könnte auch das Neutrino „Big Bird“ entstanden sein. © NASA
Astronomen ist es gelungen, die Herkunft eines kosmischen Neutrinos aufzuklären – zum ersten Mal überhaupt. Denn bisher war die Quelle dieser extrem energiereichen „Geisterteilchen“ unbekannt. Jetzt scheint das Rätsel gelöst. Denn das im Dezember 2012 registrierte Neutrino „Big Bird“ entstand offenbar bei einem dramatischen Ausbruch in einer fernen aktiven Galaxie, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

scinexx

Neutrinos sind die schnellsten, leichtesten und kontaktscheuesten unter den Elementarteilchen, denn sie gehen nur äußerst selten eine Wechselwirkung mit anderer Materie ein. Entsprechend schwierig ist es, diese „Geisterteilchen“ nachzuweisen, die in der Sonne, in der Erde und Atmosphäre, aber auch in kosmischen Quellen entstehen. Erst 2013 gelang es dem Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis erstmals, kosmische Neutrinos nachzuweisen.

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Länger leben durch längeres Arbeiten?

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Bild: Perscheid/FB
Arbeit macht langlebig – so scheint es zumindest. US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die im Alter länger arbeiten, auch länger leben. Je später die Pensionierung lag, desto später starben die Studienteilnehmer. Jedes Jahr mehr an Arbeit senkte dabei das Risiko vorzeitig zu sterben um immerhin elf Prozent, wie die Forscher berichten. Das bestätige die Annahme, dass ein aktives Leben körperlich und geistig fit halte.

scinexx

Wir werden heute nicht nur immer älter, die meisten von uns sind auch im Alter noch deutlich fitter als noch unserer Vorfahren vor rund 100 Jahren. Bis heute ist jedoch nur in Teilen bekannt, welche Faktoren einige Menschen einen besonders langen, gesunden Lebensabend beschert. Klar scheint, dass neben einer genetischen Veranlagung auch die Lebensweise und Ernährung eine Rolle spielt.

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Humanoid Robot Diver Visits an Ancient Shipwreck for Its Maiden Voyage

OceanOne. Image: Frederic Osada and Teddy Seguin/DRASSM
OceanOne. Image: Frederic Osada and Teddy Seguin/DRASSM
In the autumn of 1664, Louis XIV of France, also known as the Sun King, was expecting his flagship vessel La Lune to return to French shores from its latest expedition to North Africa. But the ship was in bad shape when it came to port in Toulon, and despite some slapdash repairs, it collapsed and sunk offshore on November 6, resulting in the deaths of over 700 passengers.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Embarrassed by the debacle, Louis downplayed the tragedy, and eventually La Lune and its victims receded from living memory. But you know what the Sun King didn’t count on? The fact that some 352 years later, a badass humanoid aquanaut robot named OceanOne would dive down to La Lune to shine a light on the long-lost wreckage.

Designed and built by roboticist Oussama Khatib and his team at Stanford University, OceanOne is the first underwater robot capable of bimanual dexterous manipulation, meaning it can grasp and hold stuff with its hands, just like a human. As an added futurist bonus, the robot is piloted by a sophisticated guidance system that allows researchers to virtually guide its motions with their own physical movements, safely above water.

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Gewalt und Religion: Der Mensch ist schuld

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Ob Religionen zur Gewalt anstacheln, wird derzeit auf vielen Podien erörtert. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften traf sich eine besonders illustre Expertenrunde zur Diskussion. Auch die fand zu keiner einfachen Antwort. Aber immerhin erfuhren die Zuhörer, warum das Geld für Sozialprogramme besser in die Spree gekippt werden sollte.

Von Cornelius Wüllenkemper | Deutschlandfunk

Ist Brutalität ein Wesensmerkmal des Monotheismus, und nicht nur eine extremistische Entgleisung fanatischer Glaubensanhänger? Mit dieser These hatte der Heidelberger Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann für Aufsehen gesorgt. Dem Theologen und Kirchenhistoriker Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, widerspricht: Religion könne grundsätzlich Gewalt ebenso entfachen wie eindämmen. Sie spiegle nur den Umgang mit Gewalt in einer Epoche. Assmanns steile Thesen in der Debatte über „Religion und Gewalt“ sind für Markschies einzig der Beweis dafür, wie Religion heute diffamiert werde.

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Erste „Wortkarte“ unseres Gehirns

Ein neuer Hirnatlas zeigt erstmals, wo unser Gehirn welche Wörter verarbeitet. Für mehr als 10.000 Wortbedeutungen kann man direkt erkennen, welche Areale aktiv werden. Demnach aktivieren Wörter mit eher sozialer Bedeutung beispielsweise andere Hirnareale als Farbwörter, Ortsangaben oder Zahlen. Das gesamte semantische Netzwerk überzieht jedoch das gesamte Gehirn, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Dank moderner bildgebender Verfahren weiß man heute, dass Sprache in unserem Gehirn mehr Areale aktiviert als nur die beiden bekannten Sprachzentren der linken Hirnhälfte. Stattdessen ist ein ganzes Netzwerk daran beteiligt, die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln. Doch wie die Arbeit innerhalb dieses Netzwerks verteilt ist und wo welche Bedeutungen verarbeitet werden, blieb weitgehend unbekannt.

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Überraschender Fund in den Fußspuren von Laetoli

Diese Grafik zeigt die digital getrennten Abdrücke der zweiten Fährte von Laetoli © Bournemouth University
Prähistorische Spuren: Die ältesten Fußspuren unserer Vorfahren könnten nicht nur von drei, sondern sogar von vier Individuen stammen. Indizien dafür haben britische Forscher entdeckt, als sie mit Hilfe modernster Forensik-Software die überlagerten Abdrücke trennten und analysierten. Dabei zeigte sich, dass sie von vier verschiedenen Personen stammen könnten. Ihre virtuelle Auftrennung macht es nun erstmals möglich, mehr über diese prähistorischen Wanderer zu erfahren.

scinexx

Die Fußabdrücke von Laetoli im Norden Tansanias sind weltberühmt, denn sie sind das älteste Zeugnis eines aufrechtgehenden Vormenschen: Schon vor rund 3,6 Millionen Jahren wanderten hier Vertreter des Australopithecus afarensis über den mit vulkanischer Asche bedeckten Grund. Neuere Analysen dieser 1976 von der Anthropologin Mary Leakey entdeckten Spuren belegen zudem, dass die Zeitgenossen der berühmten Vormenschenfrau „Lucy“ schon einen erstaunlich modernen Gang besaßen.

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Neandertaler: Wurde ihnen Opportunismus zum Verhängnis?

Schädel eines Homo sapiens und eines Neandertalers im Vergleich © Hairymuseummatt/ CC-by-sa 2.0
Vorsprung durch Technik: Die Ernährung könnte eine entscheidende Rolle für das Verschwinden der Neandertaler gespielt haben. Denn wie Zahnanalysen belegen, waren die Eiszeitmenschen in puncto Speiseplan Opportunisten – sie aßen, was grad da war. Der Homo sapiens dagegen war unabhängiger von den Umweltbedingungen, denn er nutzte vermehrt Werkzeuge, um selbst schwer zugängliche Nahrung zu erbeuten.

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Die Neandertaler waren mehr als 250.000 Jahre lang die dominierende Menschenart in Europa. Doch vor rund 40.000 Jahren war plötzlich Schluss: Während aus Afrika unsere Vorfahren nach Europa einwanderten, schwand die Population unseres eiszeitlichen Vetters und er starb aus. Warum, ist bis heute rätselhaft.

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Darwins Streiter

Darwin statt Kreuz. Die Bücher von Richard Dawkins (75) kreisen um die Ideen des Begründers der Evolutionstheorie.Foto: Aus dem Buch
Biologe, Autor und Atheist: Der streitbare und umstrittene Richard Dawkins hat seine Memoiren vorgelegt.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

1976 brachte ein junger Wissenschaftler von der Universität Oxford die Welt der Biologie in Unordnung. Seine Name: Richard Dawkins. Mit seinem ersten Buch, dem er den provokanten Titel „Das egoistische Gen“ gab, löste der 35-Jährige ein bis heute nachhallendes geistiges Beben aus. Und bis heute ist Dawkins jemand, der keine lauwarmen Reaktionen zulässt. Man kann ihn lieben oder hassen, ist für oder gegen ihn – gleichgültig lässt er kaum jemanden. „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich ein Langweiler bin“, hat Dawkins dazu mit dem ihm eigenen Sarkasmus bemerkt. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag ist nun seine Autobiografie unter dem Titel „Die Poesie der Naturwissenschaften“ auf Deutsch erschienen.

„Das egoistische Gen“ ist eigentlich eine Abrechnung mit der Idee der Gruppenselektion. Also der Vorstellung, dass die Ebene der Gruppe eine wichtige Bühne ist, auf der sich die Evolution, die Entwicklung der Lebewesen, abspielt. Die natürliche Auslese (Selektion), der Motor der Evolution, begünstigt demnach Gruppen von Organismen. Der Einzelne tritt hinter dem Kollektiv zurück.

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Erster Blick in einen extraterrestrischen See

Ligeia Mare ist der zweitgrößte See des Saturnmonds Titan. © NASA/JPL-Caltech/ ASI/Cornell
Flüssiges Methan und organischer Schlamm: NASA-Raumsonde Cassini hat neue Überraschungen vom Saturnmond Titan geliefert. Der zweitgrößte See des Mondes besteht demnach tatsächlich aus fast reinem Methan, statt wie zuvor angenommen aus Ethan. Zudem entdeckte die Sonde mit Hilfe von Radarmessungen, dass sich am Grund des erstaunlich tiefen Sees eine dicke Schlammschicht aus organische Ablagerungen befindet.
 

scinexx

Der Saturnmond Titan ist einzigartig im Sonnensystem, denn er besitzt ein dynamisches, verblüffend erdähnliches Klimasystem: Es gibt Vulkane, Regen, Wolken und eisbedeckte Seen – allerdings enthalten sie kein Wasser, sondern flüssige Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan. Unter der eisigen Oberfläche des Mondes verbirgt sich zudem wahrscheinlich ein salziger Ozean.

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Käse: Milben als Aromabringer

Ein Laib Milbenkäse – er sieht auf den ersten Blick ganz harmlos aus. © Dundak (Ivo Bauer), wikipedia / CC-by-sa 3.0
Wimmelndes Leben im Käse: Der Würchwitzer Milbenkäse ist berühmt – nicht nur für seine winzigen tierischen Produzenten, sondern vor allem wegen seines ungewöhnlichen Zitrusaromas. Jetzt haben Forscher herausgefunden, was dem Käse diesen Geschmack verleiht: Es ist ein Abwehrsekret der Milben, das sie versprühen, wenn der Käse zerteilt oder angeschnitten wird.

scinexx

Wenn Milben einen Käse befallen, gilt er normalerweise als verdorben. Nicht so beim Würchwitzer Milbenkäs“: Dieser wird bei der Herstellung absichtlich mit tausenden dieser winzigen Spinnentiere versetzt. Die Milben leben dann mehrere Monate auf dem Käse und verzehren neben dem für sie als Futter zugesetzten Roggenmehl auch kleine Käseanteile. Ihr Speichel wiederum regt die Fermentation des Käses an und unterstützt so dessen Reifung.

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Steinmeier gibt Akten über Sekte „Colonia Dignidad“ frei

Colonia Dignidad heute. / Bild: (c) AFP (Claudio Reyer)
Das Material wäre noch bis zu zehn Jahre unter Verschluss geblieben. Die deutsche Diplomatie habe zu wenig für die Opfer getan, sagt Steinmeier.

Die Presse.com

Das deutsche Auswärtige Amt gibt seine Akten über die berüchtigte frühere Deutschen-Siedlung „Colonia Dignidad“ in Chile vorzeitig für die Öffentlichkeit frei. Dies kündigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagabend in Berlin an. Normalerweise wäre das Material noch bis zu zehn Jahre unter Verschluss geblieben. Zugleich gab Steinmeier zu, dass die deutsche Diplomatie zu wenig unternommen habe, um den Opfern der „Colonia Dignidad“ zu helfen.

Die etwa 350 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago gelegene Siedlung war Anfang der 1960er-Jahre von deutschen Auswanderern gegründet worden. Ihr Anführer Paul Schäfer schuf dort eine Art Sekte. Ohne seine Erlaubnis durfte niemand das mit Stacheldraht abgeriegelte Gelände verlassen. Während der chilenischen Militärdiktatur (1973-1990) wurde dort auch gefoltert.

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Gedächtnis der Pflanzen enträtselt?

Verhelfen Prionen der Ackerschmalwand und anderen Pflanzen zu ihrem Gedächtnis? © Suisetz/ CC-by-sa 3.0
US-Forscher könnten dem rätselhaften Gedächtnis der Pflanzen auf die Spur gekommen sein: Sie haben erstmals entdeckt, dass sich bestimmte Pflanzenproteine in Prionen umwandeln können. Diese Moleküle können nicht nur Informationen speichern und übertragen, sie beeinflussen auch Anlagerungen im Erbgut – und könnten so die Basis des Pflanzengedächtnisses bilden, so die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

scinexx

Pflanzen haben nach gängiger Lesart kein Gehirn, keine Nerven und können schon gar nicht denken. Aber trotzdem scheinen diese vermeintlich gefühl- und bewusstseinslosen Wesen eine Art Gedächtnis zu besitzen. Sie merken sich beispielsweise vergangene Kälteperioden und richten ihren Blühzeitpunkt danach und die fleischfressende Venusfliegenfalle kann sogar zählen und sich das Ergebnis merken.

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This VR Tour of Chernobyl Eerily Compares Scenes Before and After the Fallout

This Tuesday marks the 30th anniversary of the Chernobyl disaster, which remains the worst nuclear accident in history. On April 26, 1986, the plant’s infamous reactor four experienced a spike in power that sparked a catastrophic meltdown. Thirty-one people were killed during the event itself, and radiation poisoning has since affected millions of people within the massive fallout zone.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

In the decades since, the power plant has been abandoned to ruin and reclamation by the surrounding wilderness, as has its host city of Pripyat, which has made the region a popular destination for adventurous tourists. But soon, anyone with a VR headset will be able to explore the eerie landscape thanks to the Chernobyl VR Project, an immersive virtual tour currently being developed by Polish game development company The Farm 51.

The development team acquired scientific permits to explore and film areas off limits to the public

The game is set for release this June on Oculus Rift, but the team released a sneak peek of the graphics and design for the 30th anniversary. With 360-degree views and ghostly apparitions of life before the fallout, the new trailer offers a chilling look at Chernobyl, past and present.

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Das Glück liegt in den Genen

Unser Erbgut beeinflusst, wie glücklich wir sind – zumindest zum Teil © thinkstock
Vererbtes Glück: Wer mit seinem Leben zufrieden ist und sich glücklich fühlt, könnte das seinem Erbgut verdanken. Denn die Neigung zu einer positiven Einstellung liegt auch in den Genen, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Genetics“ berichten. Sie fanden drei Genvarianten, die mit diesem Persönlichkeitsmerkmal zusammenhängen – und zwei, die die Entstehung von Depressionen begünstigen könnten. Doch keine Angst: Ein Großteil unseres Lebensgefühls hängt auch von der Umwelt und eigenen Erfahrungen ab.

scinexx

Familie, Gesundheit, Geld und Erfolg – all das kann einen Menschen glücklich und zufrieden machen. Doch selbst unter den gleichen Voraussetzungen sind manche Menschen leichter zufrieden zu stellen als andere. Sie scheinen das Leben besser genießen zu können. Diese Unterschiede in der Persönlichkeit entstehen einerseits durch Umwelteinflüsse, also durch alles, was uns im Leben widerfährt. Doch auch die Gene spielen eine Rolle dabei.

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Und ewig strahlt das Plutonium

A radioactive sign hangs on barbed wire outside a cafÈ in Pripyat.
Bild: VOA, Public Domain
Vor genau 30 Jahren ereignete sich im ukrainischen Tschernobyl, nördlich von Kiew und unweit der weißrussischen Grenze, der bis dahin folgenschwerste Unfall in der Geschichte der zivilen Atomenergienutzung. Der damals erst seit drei Jahren im Betrieb befindliche Reaktor 4 des dortigen Atomkraftwerks sollte zur jährlichen Revision herunter gefahren werden und geriet dabei völlig außer Kontrolle.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Eine Mischung aus Bedienungsfehlern der Mannschaft und einem problematischen Design des Reaktors vom Typ RBMK, so 2002 die Nuclear Energy Agency der OECD in einer Übersichtsdarstellung, führte dazu, dass es schließlich zu einer sehr raschen Entwicklung von Wasserdampf kam und der dadurch entstehende Druck den Reaktorbehälter sowie das Dach des Gebäudes wegsprengte.

Die Explosion und die danach einsetzenden Brände schleuderten radioaktives Material hoch in die Atmosphäre, wodurch die leichteren Bestandteile in den folgenden Wochen zum Teil über mehrere 1.000 Kilometer transportiert werden konnten. Schwere Partikel, darunter auch Splitter der Brennstäbe mit den darin enthaltenen Spaltprodukten wie Plutonium gingen in einem Umkreis von einigen Dutzenden Kilometern in der Ukraine und im Südosten Weißrusslands runter.

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Geschichte des deutschen Glaubenskrieges: „Wir Deutsche sind Kinder von Gotteskriegern“

Von: Febriwandy Meala‎. Atheist Nexus/FB
Von: Febriwandy Meala‎. Atheist Nexus/FB
Der Historiker Tillmann Bendikowski hat eine Geschichte des deutschen Glaubenskrieges seit der Reformation geschrieben. Der Streit zwischen Katholiken und Protestanten um den wahren Glauben habe die politische Kultur des Landes dauerhaft verseucht, sagt er. Ein Gespräch über katholische Dickschädel, protestantische Längsschädel und religiösen Rassismus bis heute.

Tillmann Bendikowski im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: 1517 war der Thesenanschlag Luthers, sieben Jahre später begannen die Bauernkriege. Was hatte dieser Krieg mit dem Christentum zu tun?

Tillmann Bendikowski: Eine gute Frage. Aus heutiger Sicht wenig. Viel interessanter ist: Für Martin Luther war das Ganze ein ziemliches Missverständnis, was die Bauern dort auf die Schlachtfelder trieb. Das hatte er nicht gewollt. Tatsächlich hatte der Krieg etwas mit dem Christentum und mit Luther zu tun. Man hatte das neue Evangelium genommen, um den sozialen Problemen der Zeit mit Gewalt zu begegnen. Da ist Religion aus Luthers Sicht schlicht falsch verstanden worden.

Florin: Das ist eine ähnliche Argumentation wie heute, wenn gesagt wird: Der Krieg des IS hat nichts mit dem Islam zu tun.

Bendikowski: Ja, und die Frage ist immer: Wer ist schuld? Ist es der Glaube, die Religion, das Konzept von Religion, oder sind es die Menschen, die verstehen wollen oder vielleicht auch missverstehen? Eine alte Streitfrage, die wir so nicht lösen können.

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