Archiv der Kategorie: Geschichte

„Affen haben ein Recht auf sich selbst“

Karsten Brensing, Bild: greenpeace magazine

Ein Orang-Utan hat am Montag versucht, aus dem Duisburger Zoo auszubrechen – und wurde erschossen. Im Interview spricht der Verhaltensforscher Karsten Brensing über die Legitimität der Zoohaltung von Menschenaffen.

Interview Julia Huber|greenpeace magazine

Der Orang-Utan „Nias“ hat am Montag einen Fluchtversuch aus dem Duisburger Zoo mit dem Leben bezahlt. Er schlüpfte durch ein Oberlicht des Affengeheges, traf auf einen Artgenossen, lief durch den Zoo und versuchte, über den Außenzaun nach draußen zu klettern. Um zu verhindern, dass der panische Affe auf eine nahegelegene Straße läuft, wurde er von einem Zoomitarbeiter erschossen. Ein Betäubungsschuss hätte den Orang-Utan nicht stoppen können, erklärte die Zooleitung, da die Wirkung erst nach zehn Minuten eingesetzt hätte. Wie konnte es so weit kommen?

Der Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Autor Dr. Karsten Brensing kämpft seit Jahren dafür, dass intelligente Tiere wie Menschenaffen gerecht behandelt werden.

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Physicists Discover “Hidden Chaos” Lurking Everywhere

 Nicolas Desprez (Wikimedia/Creative Commons)
Nicolas Desprez (Wikimedia/Creative Commons)
It appears that the standard tools used to identify chaotic signatures might be missing lots of hidden chaos — especially in systems that seem like they’re not chaotic at all.

By Jennifer Ouellette|GIZMODO

Chaos theory is famously associated with so-called “strange attractors,” marked by a telltale butterfly-wing shape (see above). But according to a new paper by two University of Maryland mathematicians, sometimes chaos looks more like “a strange repeller,” or something else entirely.

“Scientists talk a lot about chaos and they don’t agree exactly on the [mathematical] definition,” Brian Hunt, one of the co-authors, told Gizmodo. So when the journal Chaos asked him and his UMD collaborator, Edward Ott, to write something for its 25th anniversary, he jumped at the chance to to come with a broader definition of chaos — a kind of universal signature, if you will — that would provide a handy mathematical tool for ferreting out where chaos might be hiding in previously unsuspected areas.

When scientists talk about something being “chaotic,” they don’t mean it in the colloquial sense of being completely random. They mean that the system is so incredibly sensitive to early initial conditions that, as it evolves over time, it does so in unpredictable ways, obscuring the underlying rules of order. The classic example is the “butterfly effect”: a buttery flaps its wings in Brazil and causes a tornado in Texas. This is in sharp contrast to a simple linear system – say, the swinging pendulum on a grandfather clock — where if you know a few key variables at any given point in time, it’s a fairly trivial matter to predict how the system will behave. Tell me what’s happening now, and I can use the laws of physics to tell you what will happen next, or what happened before. Those kinds of system are deemed “deterministic.”

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Saturn: Ring-Sonderling gibt Rätsel auf

Die Ringe des Saturn in voller Pracht © NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute
Seltsame Abweichungen: Einer der Hauptringe des Saturn verhält sich überraschend anders als der Rest. Teile des A-Rings kühlten im Planetenschatten langsamer ab, wie Daten der Raumsonde Cassini belegen. Das deutet daraufhin, dass die eisigen Ringpartikel hier kompakter, größer und erheblich jünger sind als im Rest der Saturnringe. Warum, ist bisher unklar. Möglicherweise aber zerbrach hier erst vor wenigen Millionen Jahren ein Mond.

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Man könnte meinen, die Ringe des Saturn wären inzwischen so gut untersucht, dass kaum mehr Überraschungen zu erwarten sind. Doch der Ringplanet belehrt uns immer wieder eines Besseren. So entdeckten Forscher 2009 den dünnen, aber gigantischen Phoebe-Ring um den Saturn und überraschend weit aus der Ringebene herausragende Buckel bei den bereits bekannten Ringen. 2014 zeigten sich zudem auffallende Turbulenzen am Außenrand des A-Rings, die auf die Geburt eines neuen Minimondes hindeuten könnten.

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New law implies thermodynamic time runs backwards inside black holes

The new area law states that the area of a future holographic screen (the solid blue line in [a]) is always increasing in one direction, while the area of a past holographic screen (the solid blue line in [b.]) is always increasing in a different direction. Credit: Bousso and Engelhardt. ©2015 American Physical Society
Black holes are known to have many strange properties, such as that they allow nothing—not even light—to escape after falling in. A lesser known but equally bizarre property is that black holes appear to “know” what happens in the future in order to form in the first place. However, this strange property arises from the way in which black holes are defined, which has motivated some physicists to explore alternative definitions.

By Lisa Zyga|PHYS.ORG

In a new paper published in Physical Review Letters, Raphael Bousso, a professor at the University of California, Berkeley, and Lawrence Berkeley National Laboratory, and Netta Engelhardt, a graduate student at the University of California, Santa Barbara, have reported a new area law in general relativity that is based on an interpretation of black holes as curved geometric objects called “holographic screens.”

“The so-called teleology of the black hole event horizon is an artifact of the way in which physicists define an event horizon: the event horizon is defined with respect to infinite future elapsed time, so by definition it ‘knows’ about the entire fate of the universe,” Engelhardt told Phys.org. “In general relativity, the black hole event horizon cannot be observed by any physical observer in finite time, and there isn’t a sense in which the black hole as an entity knows about future infinity. It is simply a convenient way of describing black holes.”

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Syrien-Flüchtlinge: Was machen die reichen Golfstaaten?

Icon “Flüchtlinge”: http://www.lekealderfoundation.org, Lizenz: CC-BY-3.0, Grafik: TP
Saudi-Arabien, Kuweit, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar nehmen keine Flüchtlinge auf. Sie könnten mit ihren Kapazitäten allerdings viele aufnehmen

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dass sich Saudi-Arabien und Katar – auch wenn dies deren Regierungen offiziell bestreiten mögen – in den syrischen Krieg einmischen, mit Geld und Waffen, ist mehr als ein “offenes Geheimnis”. So unterstützt zum Beispiel Saudi-Arabien dschihadistische Milizen wie Ahrar al-Sham, die Verbindungen zu al-Qaida hat.

Aus dem Ziel, den syrischen Präsidenten Baschar-al-Assad von seiner Position zu entfernen und einen Regime-Change herbeizuführen, haben die Golfstaaten nie ein Hehl gemacht. Wenn es um die Konsequenzen des von ihnen unterstützten Krieges geht, um die geschätzt 4 Millionen Flüchtlinge, die bisher aus Syrien ausgereist sind, halten sich reichen Golfstaaten jedoch bedeckt. Sie geben Geld, wie das UNHCR berichtet.

Flüchtlinge nehmen sie aber nicht auf. Auf der UNHCR-Webseite kann sich der Leser über die Zahl von 133 Refugees und 88 Asylsuchende wundern, die als “statistischer Schnappschuss” für Katar notiert werden. Wie sich die Zahl zusammensetzt, woher die Flüchtlinge stammen, geht aus den erklärenden Anmerkungen nicht hervor.

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Europa verliert seinen fruchtbaren Boden

Erosion bedroht besonders Ackerflächen: Mit dem Regen geht viel Boden verloren. © Wikimedia Commons / Katharina Helming (CC BY-SA 1.0)
Wir verlieren den Boden unter den Füßen: Durch Erosion gehen in Europa jedes Jahr 970 Millionen Tonnen Boden verloren – genug, um ganz Berlin einen Meter hoch zu bedecken. Wissenschaftlern zufolge sind besonders die offenen Ackerflächen schutzlos gegenüber der Erosion: Der Boden schwindet dort viel schneller, als er sich regenerieren kann. Die Forscher empfehlen darum dringend effektivere Schutzmaßnahmen.

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“So sicher wie der Boden, auf dem wir stehen” ist ein Sprichwort, das möglicherweise überdacht werden muss. Bereits Anfang des Jahres zeigte der Bodenatlas 2015, dass wir mehr Boden bebauen und verbrauchen, als wir langfristig zur Verfügung haben. Der Klimawandel gefährdet den Boden ebenfalls und könnte große Flächen in karges Land verwandeln. Dabei sind wir auf fruchtbaren Boden angewiesen: Bereits jetzt müssen wir viele Lebensmittel nach Deutschland importieren, weil wir andernfalls doppelt so viel Anbaufläche bräuchten, wie tatsächlich vorhanden ist.

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Franz Josef Strauß und die Kirche: Streng katholisch, aber stets streitlustig

Bild. picture alliance/dpa
Religion ist nicht Politik und umgekehrt – so lautete das Credo von Franz Josef Strauß. Streng katholisch erzogen, behielt er in seinem politischen Wirken den Menschen als Ebenbild Gottes im Blick. Über kirchliche Würdenträger schimpfte er allerdings mehr als einmal. Nur mit einem Kardinal verstand er sich glänzend.

Von Martin Jarde|BR.de

“Mündige Laien”: Hitzige Debatten um das Verhältnis zur Kirche

“Ich bekenne mich zum Recht und zur Pflicht der Kirche … die kirchlichen Normen sind für uns wesentliche Orientierungspunkte, die der Politiker nicht außer Acht lassen darf, das heißt aber noch lange nicht … dass die Kirchen den Politikern unmittelbare Vorschriften machen sollten, die zu befolgen seien”

Franz Josef Strauß

So könnte man das politische Glaubensbekenntnis von Franz Josef Strauß zusammenfassen. 1988 erinnerte er auf der Jubiläumssitzung aus Anlass der CSU-Parteigründung vor 40 Jahren daran, dass es zu Beginn harte Auseinandersetzungen über die Rolle der Kirche in der Partei gab. Schließlich habe sich die Auffassung durchgesetzt, so Strauß, dass “wir als mündige Laien in eigener Verantwortung unsere Entscheidung zu treffen haben”.

Dieser Linie blieb er sein Leben lang treu: Vor allem bei der Atompolitik legte sich der Vollblutpolitiker mehr als einmal mit der Kirche an. Als der damalige Kölner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Joseph Kardinal Höffner, vor der Kernenergie warnte – sie gar als “ethischen Irrweg” bezeichnete wurden viele Unionspolitiker, daunter auch Helmut Kohl, sehr kleinlaut. Nicht so Franz Josef Strauß: Entgegen der zurückhaltenden Bonner Sprachregelung teilte der fromme Bayer mit, seine Eminenz habe keine Ahnung, wovon er rede. Die Bemerkungen zur Kernenergie seien deshalb auch nicht weiter wichtig.

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Baumwelt: Unser Planet hat drei Billionen Bäume

Wie dicht stehen die Bäume in diesem Wald? © Clara Row
Planet der Wälder: Auf der Erde gibt es mehr als drei Billionen Bäume – das ist das Ergebnis der ersten globalen “Volkszählung” von Buche, Kiefer und Co. Damit kommen auf jeden Menschen 422 Bäume, das sind achtmal mehr als bisher angenommen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten. Allerdings: Seit Beginn der menschlichen Zivilisation haben wir schon fast die Hälfte des einstigen Baumbestands abgeholzt.

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Ob in den Tropen, in gemäßigten Breiten und sogar bis in den hohen Norden: Bäume gibt es fast überall auf der Erde. In Satellitenbildern lässt sich auch messen, wo überall Wälder existieren. Doch wie dicht die Bäume darin stehen und wie viele Bäume es sind, ließ sich bisher nur ansatzweise schätzen. “Wenn man Leute bittet, das zu schätzen, wissen sie nicht einmal, in welcher Größenordnung sie anfangen sollen”, erklärt Erstautor Thomas Crowther von der Yale University in New Haven.

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Seepferdchen-Väter: Mehr als “ein bisschen schwanger”

Ein neugeborenes Dickbauchseepferdchen verlässt die Bruttasche seines Vaters. © Rudie Kuiter, Aquatic Photographics
Rollentausch im Tierreich: Männliche Seepferdchen übernehmen die Schwangerschaft in noch größerem Ausmaß als gedacht. Sie tragen den Nachwuchs nicht nur in ihrer Bauchtasche herum, sondern versorgen ihn dort auch mit Nährstoffen. Selbst auf genetischer Ebene ähnelt diese Seepferdchen-Schwangerschaft derjenigen des Menschen, berichten Wissenschaftler. Dies bietet hervorragende Einblicke darin, wie sich die Schwangerschaft im Tierreich entwickelt hat.

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Seepferdchen sind einzigartig im Tierreich: Bei ihnen ziehen die Männchen nicht nur die Jungen auf, sie übernehmen auch gewissermaßen die Schwangerschaft. Nachdem sie bei der Paarung die Eier des Weibchens befruchtet haben, tragen sie diese in einer Bauchtasche mit sich und brüten sie aus. Nach einer Tragezeit von 24 Tagen verlassen die Embryos schließlich die Bruttasche.

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Warum Weiße nie “Neger” sagen sollten

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann löste mit der Verwendung des Begriffs eine Debatte aus, die sich auch positiv entwickeln könnte. (Foto: dpa)
  • Innenminister Herrmann sagt, das Wort “Neger” gehöre nicht zu seinem Sprachgebrauch. Die Afrikanistin Marianne Bechhaus-Gerst hält die Talkshow-Szene hingegen für “entlarvend”.
  • Die Geschichte des Begriffs ist die der rassistischen Unterdrückung. Wer ihn verwendet, rechtfertigt aus Sicht des Historikers Sebastian Jobs Unterwerfung und Gewalt.
  • Die Aufregung um die Äußerung des bayerischen Innenministers könnte einen Bewusstseinswandel in Deutschland andeuten.

Von Sophie Rohrmeier|Süddeutsche.de

Afrikanistin hält Talk-Show-Szene für “entlarvend”

Auch wenn man die viel diskutierte Talkshow “Hart aber fair” am Montagabend gesehen hat und einmal dem bayerischen Innenminister glauben möchte, dass er den Satz “Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger” rein ironisch und als Konter auf einen zuvor gesendeten Einspieler verwendet habe: Das Wort geht Joachim Herrmann ganz locker über die Lippen. Lächelnd sagt er es, er scheint sich über sein Beispiel zu freuen. Die Empörung aber ist groß. Zu Recht, sagen Wissenschaftler, denn: Wer nicht schwarz ist, kann das Wort nur rassistisch verwenden.

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Algen formten Schneeball-Erde

Weiße Murmel: Vor rund 700 Millionen Jahren glich die Erde einem Schneeball – die Entsteheung eukaryotischer Algen könnte ein Grund dafür gewesen sein. © iStock / MihailUlianikov
Unerwartete Mittäter: Einzellige Algen könnten mitverantwortlich für eine der Schneeball-Epochen der Erde sein. Sie kühlten die Erde ab, indem sie viel mehr Wolken entstehen ließen, vermuten deutsche Wissenschaftler. Die Wolken reflektierten wärmendes Sonnenlicht ins All, bis die Erde fast vollständig vereiste, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Geoscience” beschreiben. Der Mechanismus funktioniere auch heute noch – aber eine weitere Schneeball-Erde sei in unserer Zeit unmöglich.

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Die Erde hat sich in ihrer Vergangenheit bereits mehrmals in einen Schneeball verwandelt: Während der Zeit des Cryogeniums vor 720 bis 636 Millionen Jahren war sie kein blauer, sondern ein weißer Planet. Die Ozeane gefroren teilweise zu Eis, die Landmassen verschwanden unter Schneedecken, und selbst in Äquatornähe herrschte Winter.

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Die Evolution von Glauben und Moral

Im Verhalten der Bonobos erkennt der Primatenforscher Frans de Waal mögliche Vorformen der Religiosität. (picture-alliance / dpa / Benjamin Beytekin)
Schimpanse, Ratte oder Elefant: Sozial lebende Tiere haben natürlicherweise das Bedürfnis, gut miteinander auszukommen. Warum darin der Schlüssel zu moralischem Verhalten liege, erläutert der niederländische Zoologe Frans de Waal in seinem Buch “Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote”.

Von Susanne Billig|Deutschlandradio Kultur

Wenn es in Strömen gießt, kauern Schimpansen sich unter das Blätterdach des Dschungels und setzen ihr schlecht gelauntes “Regengesicht” auf. Doch manchmal packt sie ein heiliger Furor: Dann springen sie mit gesträubtem Fell von den Bäumen und stampfen aufrecht auf zwei Beinen umher – bis der Regen verschwindet.

Auch das neueste Buch des niederländischen Zoologen Frans de Waal quillt von Geschichten aus der Tierwelt über: Schimpansenmütter, die ihre Kinder jahrelang aufwendig durch die Kindheit lotsen. Ratten, die auf Futter verzichten, um Artgenossen aus der Patsche zu helfen. Bonobos, die stundenlang neben einem gestorbenen Mitglied ihrer Gruppe ausharren, sichtlich von dessen Tod erschüttert. Und wer weiß – vielleicht soll der Regentanz ja Naturgewalten beschwören?

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Erste Antineutrino-Karte der Erde

Dies ist die erste Karte der Antineutrino-Ausstrahlung unseres Planeten © National Geospatial-Intelligence Agency/ AGM2015
Auch die Erde glüht – wenn man sie im Licht der Antineutrinos sehen könnte. Denn der radioaktive Zerfall im Inneren erzeugt einen stetigen Strom dieser Antiteilchen. Eine erste Weltkarte dieser irdischen Antineutrino-Strahlung haben Forscher jetzt im Fachmagazin “Scientific Reports” vorgestellt. Sie gibt Aufschluss über das Brennstoff-Budget unseres Planeten, zeigt aber auch, wo aktive Kernreaktoren auf der Oberfläche zusätzliche Antineutrinos erzeugen.

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Tief im Inneren liegt der Wärmeofen der Erde, hier heizen die aus der Frühzeit übrig gebliebene Hitze und der radioaktive Zerfall von Elementen unseren Planeten auf. Beim sogenannten Betazerfall wandelt sich ein Proton in ein Neutron um und gibt dabei ein Elektron und ein Antineutrino ab. Weil diese Antiteilchen Materie genauso mühelos durchdringen können wie ihre Gegenparts, die Neutrinos, strömen ständig Antineutrinos aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche und hinaus ins All.

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Riesiger Urzeit-Seeskorpion entdeckt

So könnte der Seeskorpion Pentecopterus decorahensis ausgesehen haben. © Patrick Lynch/ Yale University
Gigant der Urmeere: Paläontologen haben in den USA die Fossilien eines riesigen, 460 Millionen Jahre alten Seeskorpions entdeckt. Das räuberische Gliedertier wurde bis zu 1,70 Meter lang und trug vier mit spitzen Klauen besetzte Fangarme am Vorderkörper. Die zuvor unbekannte Art ist der älteste jemals gefundene Seeskorpion und der größte Vertreter dieser Tiergruppe im Ordovizium, wie die Forscher im Fachmagazin ” BMC Evolutionary Biology” berichten.

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Die ersten Herrscher der urzeitlichen Meere waren große, räuberische Gliedertiere. Schon vor gut 500 Millionen Jahren bevölkerten die bis zu 1,209 Meter großen Anomalocariden die Ozeane, urzeitliche Krebsvorfahren siebten Plankton aus dem Wasser und auch der älteste Vorfahre der Spinnentiere jagte damals bereits nach Beute.

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Austern sind Norovirus-Reservoir

Rohe Austern gelten als Delikatesse, doch Vorsicht: Die Schalentiere sind ein Reservoir des unangenehmen Norovirus. © FreeImages.com / Simon Wong
Delikatessen als Infektionsrisiko: Wer rohe Austern liebt, kann sich leicht Noroviren einhandeln. Denn Schalentiere dienen dem Virus als Reservoir, wie chinesische Wissenschaftler herausgefunden haben. Fast alle von kontaminierten Austern ausgelösten Epidemien des Virus gehen demnach auf Virenstämme zurück, die ursprünglich aus dem Menschen stammen. Austern und auch andere Muscheln sollte man daher nur gut durchgegart verspeisen, raten die Forscher.

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Noroviren sind hartnäckig und unangenehm: Sie verursachen beim Patienten Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem sind sie äußerst ansteckend und können sich rasend schnell ausbreiten. Übertragen werden sie vor allem durch den Menschen: Ausscheidungen, ungewaschene Hände und kontaminierte Lebensmittel sind die häufigsten Ansteckungsrouten. Vor allem Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime sind durch Norovirus-Epidemien gefährdet.

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Plastikmüll bedroht bald alle Meeresvögel

Diese Plastikteile steckten im Verdauungstrakt eines toten Seevogels. © Britta Denise Hardesty
Tod durch Plastik – dieses Schicksal könnte bis 2050 fast allen Meeresvögeln drohen. Denn wie Forscher ausrechneten, werden 99 Prozent aller Seevogelarten dann mehr oder weniger regelmäßig Kunststoffpartikel oder -objekte verschlucken. Besonders stark betroffen sind schon heute Vogelarten im Pazifik und an der Grenze zum Südpolarmeer, wie die Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” berichten.

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Schon jetzt verseucht unser Plastikmüll die Meere bis in die entlegensten Gebiete hinein: Selbst in der Tiefsee und in küstenfernen Gebieten der Ozeane haben Forscher Reste von Fischernetzen, Plastiktüten oder Mikroplastik-Partikel nachgewiesen. Mehr als fünf Billionen Kunststoffpartikel schwimmen weltweit in den Meeren.

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Fahndung auf der Autobahn: Tigermücke gesucht

Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta, syn. Aedes albopictus) Bild: wikimedia.org/PD
In Katalonien werden Autos durchsucht, um die Ausbreitung der gefährlichen Mücke zu verhindern, die schon in Deutschland angekommen ist

Von Ralf Streck|TELEPOLIS

Die gefährliche Tigermücke breitet sich über Spanien weiter nach Nordeuropa aus. Die Klimaveränderungen bereiten auch ihr den Weg. Als Transportmittel benutzen die Mücken auch das Auto, wie spanische Wissenschaftler vermuten. Die Mücken fahren scheinbar als blinde Passagiere mit, denn eigentlich bleibt sie während ihres Lebens innerhalb eines Umkreises von 500 Metern. In Spanien wurde die Mücke, die unter anderem sowohl den Dengue- als auch den Chikungunya-Virus übertragen kann, erstmals 2004 in der katalanischen Metropole Barcelona festgestellt.

Von dort aus breitet sie sich seither über die gesamte Mittelmeerküste aus. Der Nachweis gelang auch mit “Tigatrapp”. Mit der Handyanwendung konnten im ganzen Land Orte der Fortpflanzung festgestellt werden. Die Gesundheitsbehörde von Barcelona bläst längst zur Jagd auf die “mosquitos tigre”. Über das Projekt “Atrapaeltigre” (Fange die Tigermücke) werden auch die Daten der Handy-App ausgewertet. Die Wissenschaftler haben darüber hinaus auch festgestellt, dass bei der Ausbreitung der gefährlichen Tigermücke die Autobahn A-7 an der Mittelmeerküste eine enorme Bedeutung hat.

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Poet der Medizin ist tot

(Luigi Novi / Wikimedia Commons)

Anlässlich des Todes von Oliver Sacks bringen wir nochmal die Rezension seiner bewegenden und spannenden Autobiografie “On the move: Mein Leben”, die Ende Mai erschienen ist.

Von Veronika Szentpetery|Technology Review

Der britische Neurologe und gefeierte Buchautor Oliver Sacks ist am Sonntag in New York an Krebs gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. In seinen Büchern beschrieb er verständlich und mitfühlend Fallbeispiele für neurologische Krankheiten. Patienten waren für ihm nie bloße Diagnosen, sondern Lehrer, die die Medizin voranbrachten.”Es ist kein Zufall, dass viele der Eigenschaften, die Oliver Sacks zu einem brillanten Schriftsteller gemacht haben, ihn auch zu einem hervorragenden Arzt machten: seine scharfsinnige Beobachtungsgabe und Hingabe für Details, ein tiefes Mitgefühl und intuitives Verständnis für die endlosen Rätsel des menschlichen Gehirns und für die vertrackten Verbindungen zwischen Körper und Geist“, schreibt die New York Times. Die Süddeutsche Zeitung sekundiert: „Mit den Fallgeschichten, die witzig und einfach geschrieben sind, stellt Sacks die eigene Normalität immer wieder infrage. ‚Eine winzige Hirnverletzung, und wir geraten in eine andere Welt’, erklärte er einst.”

“Sie sind eine Gefahr für das Labor. Warum kümmern Sie sich nicht um Patienten – da werden Sie weniger Schaden anrichten.” Das Urteil seiner Vorgesetzten klingt zynisch, sollte sich für den Jung-Neurologen Oliver Sacks aber als goldrichtig erweisen. Gerade hat der schusselige Forscher sein Notizbuch auf der Stadtautobahn verloren, weil er es nicht ordentlich auf dem Motorradgepäckträger befestigt hatte. Darüber hinaus sind ihm auch Proben des Nervenbaustoffs Myelin im Labor abhandengekommen.

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The Moon Is Going to Look Insane on September 27

Image: NASA Goddard/YouTube
Image: NASA Goddard/YouTube
Skywatchers have been treated to a lot of spectacular celestial shows this year, from a total solar eclipse to an unusually radiant Perseids shower.

By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

Bu on the night of September 27, a rare astronomical event known as a Supermoon Lunar Eclipse is set to overshadow them all. This confluence of a total lunar eclipse with a supermoon—like the one that graced the skies this past weekend—only occurs about once every few decades. According to this handy NASA explainer, the last one appeared in 1982.

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Fehlgeleitete Galileo-Satelliten für Forschungsmission freigegeben

Galileo-Satellit. Bild: timeandnavigation.si.edu
Als im August 2014 bekannt wurde, dass die Galileo-Satelliten 5 und 6 nicht die vorgesehene Höhe erreichten, erkannte Claus Lämmerzahl, geschäftsführender Direktor des Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen, darin sofort einen möglichen Glücksfall für seine Forschungen zu Einsteins Relativitätstheorie. Inzwischen hat er vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Genehmigung und Unterstützung für sein „scientific recycling“-Projekt erhalten und beginnt im Oktober 2015 mit der wissenschaftlichen Auswertung der Galileo-Daten.

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Falsche Umlaufbahn

„Milena“ und „Doresa“ waren ursprünglich dafür konzipiert, die Erde in 23.000 Kilometern Höhe zu umkreisen und als Teil des europäischen GPS-Systems hochpräzise Navigationsdaten zu liefern. Aufgrund von eingefrorenen Treibstoffleitungen auf der russischen Trägerrakete SOJUS wurden die beiden Satelliten statt auf der geplanten Kreisbahn auf einer elliptischen Umlaufbahn ausgesetzt und sind folglich für diesen Zweck nicht mehr geeignet.

Da ihr Abstand zur Erde regelmäßig zwischen 17.500 und 25.000 Kilometern variiert, lassen sich die von den Satelliten gespeicherten Zeitdaten allerdings hervorragend zur Untersuchung der sogenannten gravitativen Rotverschiebung verwenden. Die Rotverschiebung ist eine der zentralen Vorhersagen der von Albert Einstein vor 100 Jahren aufgestellten Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie besagt, dass Gravitation – in diesem Fall die Erdanziehungskraft – die Zeit beeinflusst. Das bedeutet, dass eine Uhr, die an der Spitze eines hohen Turms angebracht ist, aufgrund der dort schwächeren Gravitation schneller läuft als eine Uhr am Fuße desselben Turms.

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