Archiv der Kategorie: Geschichte

Schleswig-Holstein: Tiefbraune Talare und priesterliche Spitzel

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de

Die evangelische Kirche im Norden will ihre NS-Vergangenheit aufarbeiten und beauftragte dazu einen Wissenschaftler. Dessen Recherchen ergaben ein verheerendes Bild.

Von Dieter HanischND

Ein Buch über den Umgang der Evangelischen Kirche im Norden mit der nationalsozialistischen Vergangenheit schlägt derzeit in Schleswig-Holstein hohe Wellen. Im Zuge seiner Recherchen für das rund 350-seitige Werk ist der Autor Stephan Linck zudem auf eine enge Zusammenarbeit zwischen hohen Kirchenfunktionären und dem Verfassungsschutz gestoßen.

Bei seinen Forschungen über die Geschichte der Landeskirchen in Nordelbien in der Zeit zwischen 1945 bis 1965 befasste sich Linck mit der Frage, inwieweit in das NS-Regime eingebundene Kirchenleute auch nach 1945 in der Kirche aktiv waren. Der Kieler Historiker spürte diverse Beispiele für fortwährenden Antisemitismus, personelle Verstrickungen mit dem Ungeist des Dritten Reiches und Spitzeldienste auf. Überwachung, Misstrauen, politische Vorgaben sowie Vorurteile gehörten demnach während des Kalten Krieges zum Innenleben des Kirchenapparates.

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Vatikan will Schattenseiten der Kirche beleuchten

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Die Geschichte kann auch heute noch eine Lehrerin sein, besonders der Blick auf den tragischen Ersten Weltkrieg kann uns das lehren. Das sagte Papst Franziskus an diesem Samstag zu den in Audienz empfangenen Mitgliedern des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften.

Radio Vatikan

Die Institution feiert ihr 60-jähriges Bestehen, 1954 hatte Papst Pius XII. das Komitee gegründet. In seiner Ansprache griff der Papst weit zurück, auf die Einsichten des Philosophen, Rhetors und Politikers Marcus Tullius Cicero:

„Der berühmte Satz Ciceros in seiner Schrift „De Oratore“, der Auszugsweise vom seligen Papst Johannes XXIII., einem leidenschaftlichen Historiker, bei der Eröffnung des Konzils zitiert wurde, hat immer noch seine Gültigkeit: „Historia vero testis temporum, lux veritatis, vita memoriae, magistra vitae“, das Studium der Geschichte stellt wirklich einen der Wege der leidenschaftlichen Suche nach der Wahrheit dar, die seit jeher die Seele des Menschen durchzieht. In ihren Studien und Lehren befassen sie sich mit der Kirche auf dem Weg durch die Zeit, mit ihrer glorreichen Geschichte der Verkündigung, ihrer Hoffnung, ihren täglichen Kämpfen, den im Dienst hingegebenen Leben, dem ermüdenden Durchhalten. Aber sie befassen sich auch mit der Untreue, den Verleugnungen, den Sünden.“

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Hatte Jesus eine Frau? Umstrittenes Papyrus ist echt

Papyrus-Fragment "Evangelium der Ehefrau Jesu" (Bild: Karen L. King/HDS)

Papyrus-Fragment “Evangelium der Ehefrau Jesu” (Bild: Karen L. King/HDS)

Wissenschaftler in den USA haben ein Papyrusstück, das 2012 unter dem Namen „Evangelium der Frau Jesu“ vorgestellt wurde, analysiert. Ihr Ergebnis: Das Schriftstück dürfte tatsächlich sehr alt und keine Fälschung sein.

ORF Religion – Michael Weiß

Das vier mal acht Zentimeter große Stück Papyrus hatte nach seiner Präsentation durch die Historikern Karen L. King von der Harvard Divinity School für Aufregung in wissenschaftlichen und kirchlichen Kreisen gesorgt. In koptischer Sprache sind darauf Satzteile zu lesen, die möglicherweise darauf schließen lassen, dass Jesus mit einer Frau zusammenlebte. „Jesus sagte zu ihnen: ‚Meine Frau …‘“ ist das wichtigste derartige Textfragment, „sie wird in der Lage sein, meine Jüngerin zu sein“ ein weiteres.

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Siehe auch: Hatte Jesus eine Ehefrau

Safranski hält Heidegger für einen Antisemiten

ruediger-safranski-106~_v-image512_-6a0b0d9618fb94fd9ee05a84a1099a13ec9d3321Schriftsteller Rüdiger Safranski sagt über den Philosophen Heidegger, er sei ein «Denker, von dem wir noch stärker, als das bisher möglich war, nun bemerken müssen, dass in sein philosophisches Denken Antisemitismus eingeflossen ist».

kath.net

Osnabrück (kath.net/KNA) Der Schriftsteller Rüdiger Safranski (Foto) sieht den Philosophen Martin Heidegger (1889-1976) als Antisemiten. In einem Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch) sagte der Autor, Heidegger sei ein «Denker, von dem wir noch stärker, als das bisher möglich war, nun bemerken müssen, dass in sein philosophisches Denken Antisemitismus eingeflossen ist».
Safranski hat mit dem Buch «Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit» jüngst ein Standardwerk über den Philosophen vorgelegt. Die als «Schwarze Hefte» bezeichneten Denktagebücher des international stark rezipierten Philosophen, die seit ihrem Erscheinen für eine neue Debatte um Heidegger gesorgt haben, enthielten keinerlei Hinweis auf die dramatischen Unterdrückungs- und Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten.

«Von brennenden Synagogen, von der Deportation der Juden oder von Konzentrationslagern, von der Zerstörung der Demokratie oder anderem Gräßlichen ist gar nicht die Rede. Privat wird ihn das beschäftigt haben, aber all diese Themen hält er nicht für einen würdigen Gegenstand philosophischen Nachdenkens», sagte Safranski. Dies zeige bei aller raumgreifenden metaphysischen Spekulation «eine unglaubliche Verengung und einen Mangel an Empathie».

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Toleranz statt Sex – Grüner Schleichweg für geschlechtliche Vielfalt im Unterricht

BawueSchüler in Baden-Württemberg sollen lernen, was sexuelle Vielfalt ist. Klerikale Gruppen toben. Nun nimmt Grün-Rot einen Schleichweg.

taz

STUTTGART taz | Rosa oder Blau, so sieht Kindererziehung für die rund 600 Teilnehmer der dritten Demonstration gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg aus. Mit Luftballons in Rosa oder Blau zogen sie am vergangenen Wochenende wieder durch Stuttgart, geschützt von 500 Polizisten. Sie wollen ihre Kinder schützen vor dem Monster „Frühsexualisierung“, das in schleimigem Grün auf ein Demoschild gemalt war. Seit drei Monaten tobt der Protest, weil an baden-württembergischen Schulen ab 2015 „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gelehrt werden soll.

Bislang hielt die Landesregierung selbstbewusst dagegen. Am Dienstag nun die Überraschung: Grün-Rot rückt davon ab, dass „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ als Querschnittsthema in allen Fächern in den Bildungsplan aufgenommen werden soll. Die Regierungskoalition präsentiert dafür jedoch eine neue Idee: Die bislang fünf Leitprinzipien im Bildungsplan sollen in Leitperspektiven umbenannt und um eine sechste Leitperspektive ergänzt werden.

Deren Titel lautet „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“. Unter dieser Überschrift soll Toleranz nicht nur gegenüber homosexuellen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen gelehrt werden, sondern auch gegenüber der sozialen Herkunft, Religion, Kultur oder Ethnie von Menschen. Ob das nun Schwächung oder Stärkung der ursprünglich geplanten Erziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt ist, wird unterschiedlich ausgelegt.

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Archäologe: Jesus starb an Astgabel, nicht am Kreuz

Bild: public domain

Bild: public domain

Geht es nach einem italienischen Forscher, starb Jesus an einem Y-förmigen Kreuz. Die Echtheit des Beweisstücks ist jedoch umstritten.

Südwest Presse

Eine Studie stellt das klassische Bild der Kreuzigung mit seitlich an einen Querbalken genagelten Armen in Frage. Jesus Christus starb demnach mit über den Kopf hochgereckten Armen und nicht in der bislang angenommenen T-Form. Anders lässt sich nach Auffassung des italienischen Archäologen Matteo Borrini der Verlauf der Blutspuren auf dem Turiner Grabtuch nicht erklären.

Borrini wollte wissen, ob die Blutflecken der linken Hand tatsächlich vom Handrücken ausgehen konnten, wenn die Hände des Gekreuzigten sich in waagerechter Position zum Körper befanden. Der Chemiker Luigi Garlaschelli von der Universität Pavia testete zu diesem Zweck verschiedene Kreuzigungspositionen, bei denen Blut aus einer Kanüle in jeweils unterschiedlicher Höhe ausfloss. Nur wenn die Hände oberhalb des Kopfes angenagelt wurden, wäre das Blut aus den Wundmalen wie auf dem Grabtuch über die Ellenbogen abgeflossen, verkündete der italienische Archäologe von der Universität Liverpool das Ergebnis bei einem Kongress für Gerichtsmedizin in Seattle.

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Ersten Weltkrieg: Juden sollten Stimmung für Deutschland machen

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs thematisierten viele Rabbiner in ihren Kriegspredigten die lange Verwurzelung des Judentums in Deutschland. Hier eine Thora und der Davidstern. colourbox

Während des Ersten Weltkriegs hofften die Juden, sich besser in Deutschland integrieren zu können. Erst sah es so aus, als sollte das gelingen. Selbst die Juden in Nachbarländern wollte das deutsche Heer für sich gewinnen – aus strategischen Gründen.

Von Michael BrennerFOCUS ONLINE

Wie viele deutsche Intellektuelle verkündete auch der Marburger Philosophieprofessor Hermann Cohen, der prominenteste deutsch-jüdische Denker jener Tage, zu Beginn des Kriegs seinen Stolz darauf, diese heroische Stunde erleben zu dürfen. Cohen hatte viel dazu beigetragen, Immanuel Kants Philosophie wieder populär zu machen und sich für die Durchdringung klassischer Bildung eingesetzt: „Jeder deutsche Mensch muss seinen Schiller und seinen Goethe bis zur Innigkeit der Liebe kennen und in Geist und Herz tragen.“ In seinem Aufsatz „Deutschtum und Judentum” lobte er die Symbiose zwischen deutscher und jüdischer Kultur und wies auf die Gemeinsamkeit der sittlichen Werte hin.

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M.Brumlik: Inflationärer Gebrauch der Begriffe Antisemitismus und Rassismus

Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler und Publizist, Uni Frankfurt a.M.) © Heinrich-Böll-Stiftung @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Sind die Begriffe Antisemitismus und Rassismus durch ihren inflationären Gebrauch konturlos geworden? Dieser Meinung ist jedenfalls der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik. Auf einer Fachtagung in Köln referierte er über die Chancen und Grenzen der Erziehungsarbeit.

MiGAZIN

Gesellschaftliche Werte und Bezugspunkte ändern sich mit der Zeit. Die Frage „War dein Opa Nazi oder nicht?“ bietet für rassismus- und antisemitismuskritische Bildungsarbeit in Deutschland kaum noch Anknüpfungspunkte, denn familiäre Bezüge zum Nationalsozialismus sind mittlerweile so gut wie passé. Das sagte der emeritierte Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik auf einer Fachtagung in Köln.

Brumlik arbeitet jetzt als Senior-Advisor am Zentrum für jüdische Studien Berlin/Brandenburg. Er stellte die These auf, die Begriffe Antisemitismus und Rassismus seien durch ihren inflationären Gebrauch konturlos geworden: „Wir müssen uns bemühen, diese Begriffe noch einmal zu schärfen vor dem Hintergrund einer globalisierten Gesellschaft, in der die Sensibilität für Ungerechtigkeiten aller Art deutlich gewachsen ist.“

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Evolution: Wie das Leben laufen lernte

Dreidimensionale Bewegungsanalyse eines grünen Leguans am Computer: Virtuelle Knochenmodelle werden auf die echten Röntgenschatten angepasst, um komplexe Bewegungsabläufe exakt zu erfassen.Foto: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard

Dreidimensionale Bewegungsanalyse eines grünen Leguans am Computer: Virtuelle Knochenmodelle werden auf die echten Röntgenschatten angepasst, um komplexe Bewegungsabläufe exakt zu erfassen.Foto: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard

Eine Fährte in die Vergangenheit: Bionik als Schlüssel zum Verständnis, wie die Welt vor 300 Millionen Jahren auf die Beine kam

idw-Pressemitteilung

Ein Blick, weit zurück in der Zeit: Der Thüringer Wald im Perm, lange bevor die ersten Dinosaurier auf der Bildfläche erscheinen. Im Uferbereich eines Gewässers hinterlässt eine rund einen Meter lange Echse ihre Fußabdrücke. Und damit einen Schatz für die Wissenschaft. „Dass Fährten versteinern und sich über einen solch langen Zeitraum erhalten, ist an sich noch nichts Ungewöhnliches“, stellt der Zoologe und Evolutionsbiologe Dr. John A. Nyakatura fest. „Doch das wirklich Außergewöhnliche an dieser Spur ist: Wir können sie einem Skelettfund zuordnen. So wissen wir, wie jenes Tier aussah, das seine Fußabdrücke damals im Schlamm hinterließ.“

Jena, 300 Millionen Jahre später: Gefördert von der Daimler und Benz Stiftung macht sich Postdoktorand Nyakatura mit einem Team junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daran, das Bewegungsprinzip von Orobates pabsti, so der lateinische Name der Echse, zu entschlüsseln. „Mithilfe eines biometrischen Roboters können wir die Fortbewegung dieses Schlüsselfossils rekonstruieren. Die Verwendung einer neuartigen Laufmaschine liefert uns dabei nicht nur Erkenntnisse über das untersuchte Exemplar, sondern wir können aus unseren Forschungen auch allgemeingültige Prinzipien zur Evolution der Bewegung bei Landwirbeltieren ableiten.“

Ein Schlüsselfossil ist die thüringische Echse deshalb, weil sie noch vor der stammesgeschichtlichen Abzweigung von Dinosauriern, Schlangen, Schildkröten und Synapsiden (woraus sich schließlich die Säugetiere entwickelten) steht. Bislang diagnostizierten Paläontologen anhand von erkennbaren Muskelansatzstellen an Skeletten oder den Proportionen von Extremitäten ausgestorbener Tierarten, wie diese sich fortbewegten. Doch derartige Einschätzungen besaßen oft subjektiven Charakter und waren durch Vorannahmen beeinflusst. Nyakaturas Team hingegen integriert bei seiner aktuellen Untersuchung mehrere neuartige methodische Ansätze. Zunächst unterziehen die Jenaer Forscher verschiedene heute lebende Tiere einer eingehenden Bewegungsanalyse. Mit Hilfe einer europaweit einzigartigen digitalen Hochgeschwindigkeits-Röntgenanlage am Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Universität Jena werden dabei feinste skelettale Bewegungen sichtbar gemacht, die sonst unter Haut und Muskeln verborgen bleiben.

Sehr genau untersucht wurden etwa die motorischen Fähigkeiten eines Rippenmolchweibchens der Gattung Pleurodeles waltl („Lotte“ lebt im Aquarium des Instituts und begleitet das Forschungsprojekt von Beginn an). Ihr Bewegungsmuster kann der Salamander-Roboter „Pleurobot“ bereits exakt imitieren. Entwickelt wurde „Pleurobot“ von Dr. Konstantinos Karakasiliotis im BioRob Labor der École Polytechnique Fédéral in Lausanne. Nyakatura betont: „Mit den Mitteln, die mir durch das Stipendium der Daimler und Benz Stiftung zur Verfügung stehen, entwickeln wir nun gemeinsam mit unserem Schweizer Kollegen einen neuen Roboter, der exakt die Spuren erzeugt, die auch Orobates vor 300 Millionen hinterließ. Wir können so durch gezielte experimentelle Veränderungen am neuen Orobates-Roboter Kenntnisse darüber erlangen, welche Bewegungen der Echse überhaupt tatsächlich möglich waren – und welche nicht. Und es lassen sich diejenigen Kräfte messen, die beim Gehen auf den Untergrund übertragen wurden und Drehmomente berechnen, die in den Gelenken wirksam waren. Unser Ziel ist es, den ständigen und bis heute andauernden Wandel des Lebens nachvollziehbar zu machen.“

Durch diese neue interdisziplinäre Kombination verschiedener wissenschaftlichen
Methoden sowie durch die exakte Wiederholbarkeit und Abwandlung der Experimente beim den Einsatz des neuen Roboters sind künftig Form-Funktions-Zusammenhänge erkennbar, wie sie allein bei der Untersuchung von Skeletten ausgestorbener Tierarten bislang nicht möglich waren.

Eine Bilddatenbank mit hochauflösenden Fotos zum Forschungsprojekt finden Sie unter

http://www.daimler-benz-stiftung.de/cms/presse/presse-informationen.html

Die Bildunterschriften sowie der Copyright-Vermerke sind unterlegt.

Rückfragen bitte an:
Dr. Johannes Schnurr
Presse und Medien
Tel.: 0 62 03-10 92 0
mobil: 0176-216 446 92
E-Mail: schnurr@daimler-benz-stiftung.de

Daimler und Benz Stiftung
Impulse für Wissen – die Daimler und Benz Stiftung verstärkt Prozesse der Wissensgenerierung mithilfe zielgerichteter Stimuli. Sie konzentriert sich auf die Förderung junger Wissenschaftler, fachübergreifende Kooperationen sowie Forschungsinhalte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Ihr jährlicher Förderaufwand beträgt derzeit etwa drei Millionen Euro. Mit einem Vermögen von rund 125 Millionen Euro zählt die operativ tätige Stiftung zu den großen wissenschaftsfördernden Stiftungen Deutschlands.

Wissenschaftler sammelt Belege für biblische Belagerung Jerusalems

Niederlage Sanheribs vor Jerusalem (nach der Bibel), Peter Paul Rubens, 1. Hälfte 17. Jahrhundert, Bild: wikimedia.org

Eine Gruppe von Wissenschaftlern um den Mainzer Alttestamentler Isaac Kalimi hat historische Belege für die in der Bibel beschriebene Belagerung Jerusalems durch den Assyrer-König Sanherib gesammelt. Die Auswertung archäologischer Funde, antiker assyrischer Inschriften und einer Vielzahl schriftlicher Berichte zeige gewisse Übereinstimmungen mit dem Bibelbericht, sagte Kalimi am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

evangelisch.de

So seien die jüdischen Tributzahlungen an Sanherib in verschiedenen Quellen erwähnt. “Es gibt aber auch Widersprüche zwischen Archäologie und biblischem Text”, sagte Kalimi. Der Assyrer-König belagerte Jerusalem im achten Jahrhundert vor Christus. Im Alten Testament wird der dritte Feldzug Sanheribs, der seine Truppen bis Jerusalem führte, an mehreren Stellen erwähnt (2. Buch der Könige 18-19, Jesaja 36-37), die Ereignisse werden als Sieg des Königreichs Juda interpretiert.

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HAPPY 80TH BIRTHDAY Dr. Jane Goodall

jane_godall

Die schwierige Existenz der Katholiken in England

guy-fawkes-maskKatholik in England – das ist über Jahrhunderte eine schwierige Existenz gewesen, die sich letztlich erst unter der 62-jährigen Regentschaft von Königin Elizabeth II. zum Besseren wendete. Nicht nur, dass die “Papisten” schon seit der Reformation auf der Insel nicht mehr gelitten waren. Guy Fawkes, ein katholischer Fanatiker aus York, versuchte 1605 das britische Parlament und die Herrschaft von König Jakob I. mit zwei Tonnen Schwarzpulver in die Luft zu jagen.

Von Alexander Brüggemannkatholisch.de

Das Attentat des 5. November, die sogenannte Pulverfass-Verschwörung gegen die Unterdrückung der Katholiken, misslang – und hatte doch schwerwiegende Folgen: Englands größte Minderheit stand fortan unter dem Verdacht des Landesverrats. Erst in den vergangenen Jahrzehnten ist es ihr gelungen, sich einen Platz in der britischen Gesellschaft zurückzuerobern.

Papisten sind von der Thronfolge ausgeschlossen

Reich und mächtig war die Kirche im englischen Mittelalter, wie man bis heute an ihren monumentalen Kathedralbauten sehen kann. Doch mächtiger noch war König Heinrich VIII. Er brach 1533 mit dem Papst in Rom, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. Kirche – das hieß in England fortan anglikanisch. Bis heute schließt ein Gesetz aus dem Jahr 1701, der sogenannte Act of Settlement, jeden von der Thronfolge aus, der “die päpstliche Religion bekennt oder einen Papisten heiratet”.

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Mönche als Experten in der Molekularbiologie

Vince Ebert, Bild: wikimedia.org

Die Auswirkungen der Naturwissenschaften auf unser Leben sind gewaltig – doch mit den Forschern will eigentlich niemand etwas zu tun haben. Kein Wunder, dass Wissenschaftler dem Land den Rücken kehren.

Von Vince EbertDIE WELT

Naturwissenschaftler haben in der heutigen Zeit ein eher schlechtes Image – fast vergleichbar mit Attentätern oder Amokläufern. Die Allgemeinheit findet den Job total spannend, gleichzeitig will aber keiner etwas mit denen zu tun haben, die ihn ausüben.

Wenn ich auf einer Party erzähle, dass ich Vorlesungen in Kernphysik besucht habe, dann glauben die Leute sofort, ich würde in meinem Hobbykeller Plutonium anreichern. Das stimmt natürlich, aber was ist daran so schlimm?

Gründe für dieses Imageproblem gibt es viele. In Filmen oder in der Literatur wird der Wissenschaftler seit jeher als gefährlicher Psychopath dargestellt, der sich als Gott aufspielt: Dr. Faustus bei Goethe, Dr. Frankenstein bei Mary Shelley, oder Dr. Brinkmann in der Schwarzwaldklinik.

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Der Neandertaler in unserem Stoffwechsel

Neandertaler, Bild: wikimedia.org

Fettabbau der Europäer ist stark durch Gene der ausgestorbenen Verwandten geprägt.

derStandard.at

Seit nicht allzu langer Zeit liegt das gesamte Erbgut des Neandertalers entschlüsselt vor. Das wiederum macht es möglich, nach jenen genetischen Spuren zu suchen, die Sexualkontakte zwischen den Neandertalern und unseren eigentlichen Vorfahren in der europäischen Bevölkerung hinterlassen haben.

Erst vor wenigen Wochen kamen gleich zwei Studien zum Schluss, dass Neandertaler-Gene den Vorfahren moderner Menschen wahrscheinlich dabei geholfen hatten, sich an die kühlere Umgebung außerhalb Afrikas anzupassen. Demnach ist Neandertaler-Erbgut in heutigen Europäern und Ostasiaten insbesondere an jenen Stellen vorhanden, an denen Wachstum und Ausgestaltung von Haut und Haaren geregelt werden.

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Noah: “Gott, was ein Bombast!

Russell Crowe als Noah im Angesicht der Sintflut | © Paramount Pictures

Autorenfilmer Darren Aronofsky bringt die Noah-Geschichte als Fantasy-Blockbuster ins Kino. Damit ist er nur der erste von etlichen Bibelverfilmern, die folgen werden.

Von Oliver KaeverZEIT ONLINE

Der Mann ist Jude und Atheist. Er inszeniert verstörende Filme um Drogenabhängige (Requiem For A Dream), alternde Gladiatoren (The Wrestler) und psychotische Balletttänzerinnen (Black Swan). Er hat ein Kind mit der Schauspielerin Rachel Weisz, war aber nie mit ihr verheiratet. Darren Aronofsky ist für evangelikale Kreise in den USA ein rotes Tuch. Und dann das: Ausgerechnet dieser posterboy des New Yorker Intellektuellen verfilmt die biblische Geschichte von Noah, Sintflut und Arche. Warum? Weil er, wie er dem britischen Guardian anvertraute, schon als 13-Jähriger so von der Geschichte fasziniert war, dass er mit einem Gedicht darüber einen Schulwettbewerb gewann. Seine damalige Lehrerin Mrs. Fried bekam jetzt sogar eine Nebenrolle in dem 130 Millionen Dollar teuren Blockbuster.

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