Australien: Mensch gegen Riesenwombat

 Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Einst bewohnten gigantische Tiere den australischen Dschungel – wie viel Schuld tragen Jäger und Sammler an ihrem Verschwinden?

Von Ali Vahid Roodsari | Süddeutsche.de

Die Erde zittert, auf der Suche nach Nahrung marschiert ein zwei Tonnen schwerer Wombat durchs Gebüsch. Eine sieben Meter lange Eidechse kriecht aus Angst eilig davon. Eine Schildkröte, so groß wie ein Volkswagen, zieht zum Schutz den Kopf in den Panzer.

So ähnlich könnte eine Szene im australischen Dschungel vor rund 45 000 Jahren ausgesehen haben. Damals bevölkerten noch riesige Tiere – genannt Megafauna – den Kontinent. Irgendwann verschwanden aber die großen Verwandten der heutigen Echsen, Wombats und Schildkröten. Als Grund verdächtigten Forscher bisher den Klimawandel, aber eine neue Studie zeigt: Der Mensch ist wahrscheinlich schuld. (Nature Communications)

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Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Sonnensturm: Wie schlimm wären die Folgen?

Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alls 100 bsi 200 Jahre einmal die Erde © NASA
Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alle 100 bis 200 Jahre einmal die Erde
© NASA
Folgenreiches Blackout: Sollte ein starker Sonnensturm die Erde treffen, könnten die Folgen schlimmer sein als bisher gedacht. Allein in den USA könnten bis zu zwei Drittel der Bevölkerung von Ausfällen des Stromnetzes und der Telekommunikation betroffen sein, wie Forscher ermittelten. Die finanziellen Folgen für Wirtschaft und Infrastruktur beziffern sich auf acht bis gut 40 Milliarden US-Dollar – täglich.

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Ausbrüche gewaltiger Plasmawolken auf der Sonne sind nichts Ungewöhnliches. Die meisten dieser Sonnenstürme erreichen jedoch unsere Erde nicht oder werden von den magnetischen Schutzschilden unseres Planeten abgefangen. Doch fällt ein Sonnensturm besonders stark aus und ist er noch dazu unserem Magnetfeld entgegengesetzt gepolt, kann er zu einer echten Gefahr werden.

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Viren sprechen miteinander

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Viren von Bakterien unterhalten sich darüber, ob sie ihren Wirtszellen schnell den Garaus machen sollen oder nicht. Diese Art der Kommunikation war bisher noch nie belauscht worden.

Von Jan Osterkamp | Spektrum.de

Bakterien befallende Viren können einander mitteilen, auf welchem Weg sich je nach Umweltbedingungen die Übernahme einer Wirtszelle am ehesten lohnt. Diese Art der Kommunikation hatten Wissenschaftler den Zellparasiten bisher nicht zugetraut, weshalb sie wohl bis dato auch völlig übersehen wurde. Nun soll untersucht werden, ob nicht nur Bakteriophagen, sondern auch andere Viren – etwa solche des Menschen – ähnliche Signale austauschen. Träfe dies zu, so könnte man den Erregern vielleicht in Zukunft auf bisher unbeschrittenen Wegen entgegentreten.

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Warum Alzheimer-Patienten die Orientierung verlieren

Feuermuster einer Zelle aus der
Feuermuster einer Zelle aus der „mental Map“ des Gehirns, dem entorhinalen Cortex. Diese Zellen werden bei ALzheimer von Tau-Proteinen zerstört. © Karen Duff/ Columbia University Medical Center
„Mental Map“ gestört: Forscher haben untersucht, warum viele Alzheimer-Patienten ihren Orientierungssinn verlieren. Dabei zeigte sich: Nicht die Amyloid-Plaques, sondern die fädigen Tau-Proteine sind am Ausfall des neuronalen „GPS“ schuld. Denn diese fehlgefalteten Proteine bilden sich besonders früh im entorhinalen Cortex, dem Sitz der „mental Map“ unseres Gehirns. Diese neue Erkenntnis könnte sowohl bei der Diagnose als auch der Therapie von Alzheimer hilfreich sein, so die Forscher im Fachmagazin „Neuron“.

scinexx

Es gilt als eines der typischen Symptome der Alzheimer-Demenz: Betroffene verirren sich immer häufiger selbst in bekanntem Gebiet und finden beispielsweise den Weg nach Hause nicht mehr. Rund drei von fünf Patienten sind von solchen Orientierungsstörungen betroffen. Schon länger vermuten Forscher, dass dieses Phänomen von Schäden im hirneigenen Navigationssystem ausgelöst wird.

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Thüringer Verfassungsschutz prüft Beobachtung Höckes nach umstrittener Rede

Das Logo von
Das Logo von „Alternative für Deutschland“ (AFD), bearb. MiG
Nach der umstrittenen Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke wird vor einem weiteren Rechtsruck der Partei gewarnt. Der Thüringer Verfassungsschutz will Höckes Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal prüfen.

MiGAZIN

Die Kritik an Thüringens AfD-Vorsitzendem Björn Höcke nach dessen Dresdner Rede reißt nicht ab. Wissenschaftler warnten am Donnerstag vor einer zunehmenden Radikalisierung der Partei. Höckes Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal riefen auch den Thüringer Verfassungsschutz auf den Plan: Die Behörde prüft eine Beobachtung des umstrittenen Politikers.

Höcke hatte am Dienstagabend bei einem Auftritt in Dresden mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin beklagt, die Deutschen seien „das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“. Deutschland befinde sich im Gemütszustand „eines total besiegten Volkes“.

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„Yolocaust“ : Touristen, die auf Toten tanzen

Shapira: Höcke soll sich das mal anschauen und reflektieren, was er da in Dresden so über Erinnerungskultur gesagt hat. Foto: screenshot
Shapira: Höcke soll sich das mal anschauen und reflektieren, was er da in Dresden so über Erinnerungskultur gesagt hat. Foto: screenshot
Der Berliner Autor und Satiriker Shahak Shapira entlarvt das Verhalten von Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin und erntet viel Aufmerksamkeit

Frankfurter Rundschau

Der Berliner Autor und Satiriker Shahak Shapira (28) hat mit einer entlarvenden Website über das Verhalten von Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin einen Internet-Hit gelandet. Die Seite „Yolocaust.de“ sei am Mittwochmittag online gegangen und in den ersten zwölf Stunden mehr als 500 000 mal aufgerufen worden, teilte Shapiras Agentin am Donnerstag mit. Das Wort „yolocaust“ setzt sich aus dem Hashtag YOLO (You Only Live Once/Du lebst nur einmal) und Holocaust zusammen.

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Elite Scientists Have Told the Pentagon That AI Won’t Threaten Humanity

DARPA's ACTUV uncrewed submarine tracker. Image: DARPA
DARPA’s ACTUV uncrewed submarine tracker. Image: DARPA
A new report authored by a group of independent US scientists advising the US Dept. of Defense (DoD) on artificial intelligence (AI) claims that perceived existential threats to humanity posed by the technology, such as drones seen by the public as killer robots, are at best “uninformed”.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Still, the scientists acknowledge that AI will be integral to most future DoD systems and platforms, but AI that could act like a human “is at most a small part of AI’s relevance to the DoD mission”. Instead, a key application area of AI for the DoD is in augmenting human performance.

Perspectives on Research in Artificial Intelligence and Artificial General Intelligence Relevant to DoD, first reported by Steven Aftergood at the Federation of American Scientists, has been researched and written by scientists belonging to JASON, the historically secretive organization that counsels the US government on scientific matters.

Outlining the potential use cases of AI for the DoD, the JASON scientists make sure to point out that the growing public suspicion of AI is “not always based on fact”, especially when it comes to military technologies. Highlighting SpaceX boss Elon Musk’s opinion that AI “is our biggest existential threat” as an example of this, the report argues that these purported threats “do not align with the most rapidly advancing current research directions of AI as a field, but rather spring from dire predictions about one small area of research within AI, Artificial General Intelligence (AGI)”.

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„ACAB“ ist keine persönliche Beleidigung für Polizisten

 Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
  • Beamte hatten die Jogginghose mit der Aufschrift „ACAB“ (alle Polizisten sind Bastarde) 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern entdeckt und den Besitzer angezeigt.
  • Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.
  • Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

Von Susi Wimmer | Süddeutsche.de

Es war ein Sachse, der die bayerische Polizei eines Besseren belehrt hat: Der 33-jährige Leiharbeiter Christian B. aus der Kleinstadt Mügeln bei Leipzig ging sogar bis vors Bundesverfassungsgericht, kämpfte vier Jahre lang – und wurde nun vom Landgericht München frei gesprochen. Der Richter stellte – gestützt auf das Urteil der Verfassungsrichter – fest, dass die Hose des Angeklagten, auf dessen Hinterteil die Buchstaben „ACAB“ prangten, nicht automatisch eine persönliche Beleidigung für Polizisten darstelle. „ACAB“ steht für „all cops are bastards“ („alle Polizisten sind Bastarde“). Beamte eines Unterstützungskommandos (USK) hatten die Jogginghose 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern vor der Fröttmaninger Arena entdeckt und den Mann angezeigt. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

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This Soft Robot Squeezes the Heart to Pump Blood

Image: Science Translational Medicine
Image: Science Translational Medicine
For heart failure patients, a new soft robot may soon be able to help by compressing the heart and coaxing it to beat.

By Madison Margolin | MOTHERBOARD

Scientists at Harvard University and the Boston Children’s Hospital are developing a customizable soft robot that fits around the heart and supports its natural pumping, according to a Science Translational Medicine report. The device is safer than the more existing devices we have right now.

„[The heart] is already beating, but not pumping much, [so] the device is beating with it, compressing and twisting with it,“ Ellen Roche, former PhD student at Harvard and the soft robot paper’s first author, told Motherboard. „[The soft robot] gives [the heart] extra power to squeeze and twist and eject the blood. It’s basically massaging it from the outside with a perfectly synchronized motion.“

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Judenbücherstreit: „Verbrennt nicht, was ihr nicht kennt …“

Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Anfang des 16. Jahrhunderts, wenige Jahre vor Luther kam es zu einem Intellektuellen-Disput: der sogenannte Judenbücherstreit. Johannes Pfefferkorn, vom Juden- zum Christentum konvertiert, forderte, jüdische Schriften sollten verbrannt werden. Der Hebraist Johannes Reuchlin konterte. Flugschriften entstanden – und das neue Medium Buchdruck erstmals offensiv genutzt.

Von Kirsten Serup-Bilfeldt | Deutschlandfunk

Ein geselliger Abend unter Freunden. Im Schein unzähliger Kerzen schimmern Pokale mit Wein, tragen Diener Schüsseln mit Braten und Körbe mit Früchten und Gebäck herein. Schließlich will man dem deutschen Gast den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen.

Reuchlins Interesse an der hebräischen Sprache wird geweckt

An diesem Herbstabend des Jahres 1490 hat sich im gastlichen Haus des Philosophen Pico della Mirandola in Florenz eine kleine Schar illustrer Gäste eingefunden. Unter ihnen der Grieche Elia Del Medigo, der in Florenz Philosophie lehrt und ein Deutscher – der Doktor Johannes Reuchlin aus Tübingen. Für den ist diese italienische „Bildungsreise“ die Erfüllung eines langgehegten Wunsches.

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Viel zu warm

Die US-Wetter- und Klimabehörde wählte dieses Bild zur Veranschaulichung der Erwärmung. Bild: NOAA
Die US-Wetter- und Klimabehörde wählte dieses Bild zur Veranschaulichung der Erwärmung. Bild: NOAA
Die Energie- und Klimawochenschau: Von globalen Temperaturrekorden, einer kälteempfindlichen Atomstromversorgung in Frankreich, Kohleausstiegsplänen in Deutschland, Quecksilber in Energiesparlampen und chinesischen Kraftwerksruinen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Nun bestätigen es auch die US-Wissenschaftsbehörden NASA und NOAA sowie die Weltmeteorologieorganisation WMO, dass 2016 das bisher wärmste Jahr in der Geschichte der Temperaturaufzeichnungen war.

Wie kürzlich berichtet sind europäische Wissenschaftler mit anderen Datensätzen zum gleichen Schluss gekommen. Die WMO geht davon aus, dass 2016 bereits um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau lag.

In den Daten des Goddard Institut for Space Studies der NASA ist 2016 das dritte Jahr in Folge, das einen neuen Temperaturrekord aufstellt. Das ist in der bis 1880 zurückreichenden Zeitreihe eine bisher einmalige Häufung von Rekorden. Dabei waren auch die Marken, um die die vorherigen Rekorde übertroffen worden sowohl 2015 als auch 2016 in der Summe besonders hoch.

Die globale Mitteltemperatur lag 2016 immerhin um eine Viertel Grad Celsius über der von 2014, die ihrerseits bis dahin ein Rekord gewesen war.

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Sixty Percent of the World’s Primates Are Threatened with Extinction

Kein Bankster! sieht nur so aus (CC-by-sa/2.0 von Wilfried Berns)
Kein Bankster! sieht nur so aus (CC-by-sa/2.0 von Wilfried Berns)

Primates are humans’ closest relatives, and according to a new study, we’re systematically wiping them off the face of the planet.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

The vast study, authored by 31 leading experts in primates and conservation, found that 60 percent of all non-human primate species are threatened with extinction due to destructive human activities. The most significant impact is habitat destruction caused by tearing down forests to expand farm fields, logging, and hunting. The researchers found that, without action to find more sustainable solutions, we’re at risk of losing more than half of our closest relatives within decades.

“It is daunting and, if you ask me, it’s hard to imagine we’re not going to witness the extinction of many taxa in the next 10 to 20 years,” said Eduardo Fernandez-Duque, an anthropologist at Yale University and one of the co-authors of the study, which was published Wednesday in Science Advances. “It’s going to happen.”

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Kolosse am Ende der Welt

Wie in einem „Star Wars“-Film. In diesen Modulen der Polarstation Halley VI leben britische Forscher mit ihrem Gerät.Foto: British Antarctic Survey/promo
Wie in einem „Star Wars“-Film. In diesen Modulen der Polarstation Halley VI leben britische Forscher mit ihrem Gerät.Foto: British Antarctic Survey/promo
In der Antarktis bricht eine riesige Eismasse ab. Forscher der britischen Polarstation Halley VI müssen umziehen. Das sieht aus wie in einem Star-Wars-Film.

Von Joachim Budde | DER TAGESSPIEGEL

Es ist Hochsommer in der Antarktis, aber so wie die Sonne mit jedem Kalendertag etwas Richtung Horizont sinkt, kommt für die Besatzung der britischen Antarktisstation Halley VI der Tag, an dem sie das ewige Eis verlassen. Denn in sechs Wochen beginnt der Winter und es legt sich für ein halbes Jahr Nacht über das Brunt-Schelfeis.

Jedes Jahr verlassen die meisten Forscher und Techniker die Station. Eigentlich sollte auch dieses Jahr eine Rumpfbesatzung von 16 Leuten den Winter über dort bleiben. Doch diesen März räumt die britische Polarforschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS) die Station komplett. Der Grund: Das ewige Eis hat sich an dieser Stelle als vergänglicher entpuppt als angenommen. Große Risse haben die Verantwortlichen in Cambridge zu diesem Schritt veranlasst.

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Zum Affen gemacht: Wie eine atheistische Stiftung Stimmung gegen Muslime macht

Themenbild.
Themenbild.

Die Mehrheit der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens lehnt die Evolutionstheorie ab. Das zumindest behauptet die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung. Doch die Studie, die das beweisen soll, genügt selbst keinen wissenschaftlichen Standards.

Von Fabian Köhler | IslamiQ

Wächst an unseren Universitäten eine Generation muslimischer Kreationisten im Lehrergewand heran? Lehren muslimische Pädagogen demnächst, die Entstehung des Menschen durch Lehm und Rippe anstatt durch Mutation und Selektion? Lernen unsere Kinder im Biologieunterricht bald die koranische Schöpfungsgeschichte anstatt der Mendelschen Gesetze?

Diesen Eindruck kann bekommen, wer dieser Tage auf islamfeindlichen Seiten in Sozialen Netzwerken unterwegs ist. Auslöser ist eine Meldung der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung (GBS). „Mehrheit der muslimischen Lehramtsstudenten bestreitet die Evolution“, schrieb diese vergangene Woche auf ihrer Website und viele Medien schrieben ab. Einer Befragung unter Lehramtsstudenten zufolge sollen 60 Prozent der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist“. Sogar 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten würden die  Evolutionstheorie gleich ganz ablehnen.

Von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ spricht der Vorsitzende der GBS Michael Schmidt-Salomon auf der Website der Stiftung: Wer die Evolutionstheorie ablehne, habe „keinen universitären Abschluss verdient“, schreibt der Philosoph dort und fordert, muslimische Lehramtsstudenten nicht weiter „auf wehrlose Kinder loszulassen“. [https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/muslime-evolution].

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Warum sich „weibliche Gene“ stärker mischen

Hamletbarsche sind Zwitter und können zugleich Vater und Mutter ihrer Nachkommen sein. Die Gene ihrer Eizellen werden dabei stärker durchmischt als die ihrer Spermien. (Bild: © O. Puebla)
Hamletbarsche sind Zwitter und können zugleich Vater und Mutter ihrer Nachkommen sein. Die Gene ihrer Eizellen werden dabei stärker durchmischt als die ihrer Spermien. (Bild: © O. Puebla)

Ein Hamletbarsch kann Vater und Mutter seiner Nachkommen sein – eine Eigenschaft, die Forschern hilft aufzuklären, warum Gene in einem Geschlecht – meistens dem weiblichen – oft stärker rekombiniert werden. Demnach halten diese unterschiedlichen Rekombinationsraten besonders egoistische Gene im Zaum. Die Rekombination ist eine wichtige Triebfeder der Evolution.

Von Dr. Kerstin Mehnert, Dr. Harald Rösch | LABOR PRAXIS

Ob Pflanze oder Tier – beim Übergang von einer Generation zur nächsten werden die Gene neu gemischt, bevor sie auf Ei- und Samenzellen verteilt werden. In der Regel werden die Gene in den Keimzellen des Elternteils mit unterschiedlichen Geschlechtschromosomen, meistens also dem männlichen Organismus, jedoch weniger oder gar nicht gemischt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön haben zusammen mit Kollegen vom Helmholtz Zentrum für Meeresforschung in Kiel, der Universität Kiel und dem Smithsonian Tropical Institute in Panama eine mögliche Ursache für dieses Phänomen gefunden. Dazu analysierten sie die Rekombinationsraten eines ungewöhnlichen Modellorganismus: des aus der Karibik stammenden Schwarzen Hamletbarsches Hypoplectrus nigricans.

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Völkermord an Herero und Nama: Welche Mitschuld trägt die Evangelische Kirche?

Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa - Friedrich Rohrmann)
Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (picture-alliance / dpa – Friedrich Rohrmann)
Vertreter der namibischen Herero und Nama haben eine Klage gegen Deutschland angestrengt. Sie fordern Reparationszahlungen für die zwischen 1904 und 1908 begangenen Verbrechen der wilhelminischen Kolonialmacht. Der Völkermord beschäftigt auch die Evangelische Kirche. Wie viel Mitschuld haben Missionare, evangelische Geistliche und die kirchliche Institutionen?

Von Carsten Dippel | Deutschlandfunk

Schon 1842 zogen Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft nach Namibia, das dann 1884 als Deutsch-Südwestafrika Kolonie des Deutschen Reiches wurde. In ihrer Missionsarbeit standen sie in unmittelbarem Kontakt zu der sehr heterogenen Bevölkerung des afrikanischen Landes. Sie waren aber immer auch eng verbunden mit der Kolonialmacht. Später waren die christlichen Missionare, wie auch die kirchlichen Amtsträger der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Gemeinde, Zeugen eines unvorstellbaren Verbrechens, denen Schätzungen zufolge annähernd 90.000 Menschen zum Opfer fielen. Vor dem Hintergrund dieser historischen Erfahrung sieht sich die Evangelische Kirche im Rheinland bis heute in besonderer Weise in der Verantwortung, sagt die Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

„Weil wir sehen, dass die Auswirkungen der Kolonialzeit bis heute spürbar und erfahrbar „sind. Die Kombination der kolonialen Besetzung des Landes, die dann überging in die Apartheidzeit, führt dazu, dass bis heute in einem Land, das eigentlich reich sein könnte an Rohstoffen und Landwirtschaft, die Bevölkerung der Bevölkerungsgruppen die damals in dem Krieg auch involviert war, bis heute unter der Armutsgrenze leben. Das können wir einfach in der Partnerschaft nicht akzeptieren und müssen daran arbeiten.“

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Jesus‘ Schmuddelkinder

 

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“
Albert Schweitzer

Die christlichen Amtskirchen in deutschen Landen bemühen sich Distanz zum neo-nazistischen, christlichen Schmuddelkind AfD(Alternative für Deutschland) zu schaffen. Sie bestimmen wer Christ ist. Genau das steht ihnen nicht zu. Taufe, Konfirmation/Kommunion, kirchliche Trauung und Beerdigung sichern den Bestand des Fanklubs Jesus Christus. Ganz wichtig in dieser Hinsicht ist die personale Beziehung der Betroffenen zum untoten Jesus. Zwiegespräche mit ihm sichern diese Beziehung und sind wichtig für das Werden des Christen. Leicht erkennbar, Amtskirche kann einem Christen das Christsein nicht absprechen, das ist Sache Gottes. Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert, das Jüngste Gericht soll über ihn entscheiden. Und so wird es mit all jenen passieren, deren sich die Kirchen heute so schämen, den Rassisten, Rechtspopulisten, Fremdenfeinden und radikalen Extremisten. Der christliche Alleinvertretungsanspruch der Kirchen lässt diese Leute wie die fette Krätze am Bein kleben.
Hoher christlicher Schöpfungsgrad sichert die Pfründe der Kirchen, die Allgemeinheit bezahlt. Auch für den Judenhass eines Martin Luthers. Selbiger ist der Kulminationspunkt christlicher Entwicklung, praktisch umgesetzt durch den Katholiken Adolf Hitler und seiner Verbrecherbande. Es wird ein Mann gefeiert, der in seiner Weltsicht viel extremer daher kommt als die Raubritter des „christlichen Abendlandes“ der AfD. Luther war Extremist. Sein Frauenbild barbarisch. Frauen haben die Pflicht zum Gebären.

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“Martin Luther

Bei solchen Sprüchen, und es gibt weitaus schlimmere, fragt man sich, wie Feministinnen den Reformator hochleben lassen können.

Das Bemühen der Kirchen um Distanz zur Alternative für Deutschland ist bigott. Man feiert auf der einen Seite Luthers Reformation des Glaubens, versucht Positives zu okkupieren und vermeint das Negative auf den Müll der Geschichte entsorgen zu können. Scheibenweise Vereinnahmung eines Mannes der heute im Knast sitzen würde.

„Darum ehrt auch Gott das Schwert mit so hohen Worten, dass er es seine eigene Ordnung nennt (Römer 13, 1) und nicht will, dass man sage oder denke, die Menschen hatten es erfunden und eingesetzt. Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Und so segnete er den Krieg.

Einigung in der Wannsee-Villa über die „Endlösung der Judenfrage“

Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nur ein einziges Protokoll der berüchtigten Wannsee-Konferenz 1942 ist erhalten geblieben. Eher zufällig 1947 in Berlin gefunden, ist es die schockierende Blaupause zum industriellen Massenmord an Millionen Juden im Osten Europas.

Von Dirk Baas | MiGAZIN

Das einzig erhaltene Dokument überdauerte in einem verblassten rosafarbenen Pappdeckel mit der Beschriftung „Endlösung der Judenfrage“. Die handgeschriebene Zeile war mit einem grünen Buntstift unterstrichen, erinnerte sich Zeitzeugin Betty Nute in einem Interview im Jahr 2002. Die Britin war im Frühjahr 1947 in Berlin-Lichterfelde dabei, als das offizielle Protokoll der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 entdeckt wurde.

Gefunden wurde das 15-seitige Schriftstück von Kenneth Duke. Der Brite war Mitglied einer alliierten Kommission, die sich einst durch Berge von Schriftstücken wühlte, erzählte die Übersetzerin. Die Besatzer sichteten im Gebäude der Telefunken GmbH eingelagerte Akten der Deutschland-Abteilung des Auswärtigen Amtes. Dabei sei Duke „in einem riesigen Stapel auf das Protokoll gestoßen“ – die 16. von insgesamt 30 maschinengeschriebenen Ausfertigungen der belastenden Akte.

Nur NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop benutzte einen grünen Stift, „da war ich gleich alarmiert“, berichtete Nute im Gespräch mit dem „Spiegel“.

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Amerika: Besiedelung schon 10.000 Jahre früher?

Schnittspuren an einem Knochenstück aus einem rund 24.000 Jahre alten Pferdekiefer. Er wurde in Alaska entdeckt. © Bourgeon et al. / PLOS ONE, CC-by-sa 4.0
Schnittspuren an einem Knochenstück aus einem rund 24.000 Jahre alten Pferdekiefer. Er wurde in Alaska entdeckt. © Bourgeon et al. / PLOS ONE, CC-by-sa 4.0
Spannender Fund: Die Vorfahren der Indianer könnten Amerika fast zehntausend Jahre früher erreicht haben als bisher gedacht. Hinweise darauf liefern nun bis zu 24.000 Jahre alte Klingenspuren an Tierknochen. Diese wurden in einer Höhle im Norden Alaskas entdeckt – und damit auf Höhe der ehemaligen Landbrücke über die Beringstraße. Dort herrschte selbst während der Eiszeit ein milderes Klima, das den frühen Einwanderern das Überleben ermöglichte, wie die Forscher im Fachmagazin „PLoS ONE“ berichten.

scinexx

Klar ist: Die Vorfahren der amerikanischen Ureinwohner wanderten aus Asien nach Nordamerika ein – wahrscheinlich über die damals noch existierende Landbrücke über die Bering-See. Wann diese erste Besiedlung stattfand, ist jedoch strittig. Archäologische Funde in Florida und in Argentinien belegen, dass es schon vor mindestens 14.500 Jahren Menschen auf dem amerikanischen Kontinent gab. Doch der eisfreie Korridor von der Beringstraße ins Innere Nordamerikas war erst vor rund 12.500 Jahren passierbar. Möglicherweise zogen die ersten Indianervorfahren daher entlang der Westküste Amerikas nach Süden.

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