This Freaky 100-Million-Year-Old Wasp Was Named for David Bowie

Archaeoteleia astropulvis. Image: Dr. Elijah J Talamas
One day, you’re relaxing on a Cretaceous tree chillin’ with some dinos. The next day, you’re trapped in amber for 100 million years.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

t’s been over a year since pop superstar David Bowie passed away, but his legacy lives on through memorials, fan tributes, and now, Cretaceous wasps trapped in amber.

That’s right: A new species of extinct wasp that lived alongside the dinosaurs 100 million years ago has been dubbed Archaeoteleia astropulvis, with the second word being a Latinized version of „Stardust.“

In a paper describing the new species, published Wednesday in the open access Journal of Hymenoptera Research, entomologists said the name „commemorates the late David Bowie alter ego, Ziggy Stardust,“ while also referring „to the ancient source of the atoms that form our planet and its inhabitants.“

While this female holotype doesn’t have the „snow-white tan“ or „cat from Japan“ qualities that are laid out in the song „Ziggy Stardust,“ I think even Bowie would agree that she is adequately freaky.

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Shocking photos show how Britain and America used to sterilise ‚undesirable‘ people

The facial characteristics of a Tibetan man are measured in 1938 (Photo: Public Library/News Dog Media)
Before the horrors of the Holocaust there were supporters of ‚cutting out‘ certain traits across the world

By Tom Davidson | Mirror

Photos have emerged which show the horrific heyday of the Eugenics movement where „undesirable“ people in Britain, America and parts of Europe were sterilised.

Decades before the atrocities of Nazi Germany, eugenics, where „desirable“ human traits were sought out, had advocates across the world.

Following the publishing of Charles Darwin ’s ‚On the Origin of Species‘ in 1859 a craze of eugenics spread through Britain, Europe and the United States.

Supporters of eugenics enjoyed success in the early 20th century and claimed traits such as dwarfism, deafness and even minor defects like a cleft palate could be wiped out of the gene pool.

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A convicted criminal named Albert Smit has his head measured in Netherlands in 1896 (Photo: Public Library/News Dog Media)

Antisemitismus mit Ansage

© DPA „Zensur auf Arte“, titelte die „Le Monde“ zum Beschluss des Senders, die Dokumentation über Antisemitismus nicht zu zeigen.
Dass die Antisemitismus-Doku nun in Frankreich gezeigt wurde, war überfällig. Doch dass sich Arte nicht zu einer eigenen Bearbeitung durchringen konnte, ist eine Bankrotterklärung.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Die Anstrengungen von Luc Rosenzweig und eines guten Teils der deutschen Presse haben sich bezahlt gemacht“, freute sich das Magazin „Causeur“ auf seiner Homepage ein paar Stunden vor der Ausstrahlung. Auf drei Seiten hatte der langjährige Deutschland-Korrespondent von „Le Monde“ in der Monatszeitschrift über den Film „Auserwählt und ausgegrenzt“ berichtet, unter dem Titel: „Zensur auf Arte“. Dass der europäische Kultursender den Dokumentarfilm klammheimlich aus dem Programm genommen hatte, war in Paris zuvor offensichtlich niemandem aufgefallen.

Man kann das mit dem ursprünglichen Sendedatum nach dem ersten Durchgang der Präsidentenwahl erklären. Man muss aber auch die Frage nach dem französischen Umgang mit dem „neuen“ Antisemitismus in Zeiten der Terrors – der zunächst ausschließlich jüdische Tote gefordert hatte – und der Islamisierung in den Banlieues stellen.

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Bundesanwaltschaft, BKA und LKA sabotieren NSU-Ausschuss

Bild: heise.de/tp
Sicherheitsbehörden behandeln Landtag von Baden-Württemberg wie rechtlosen Bittsteller – Immer noch wird ermittelt – nur was genau?

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

NSU-Aufklärung 2017 live – dabei geht es weniger um die Taten und Täter, als um diejenigen, die aufklären sollten und nicht wollen.

Die Ermittlungsbehörden Bundesanwaltschaft (BAW), Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalamt von Baden-Württemberg (LKA) behindern fortgesetzt die Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) des Landes. Das reicht bis zu Demütigungen. Doch der Ausschuss hat sich das selber zuzuschreiben. Er unterwirft sich seit zweieinhalb Jahren der Exekutive und deren Regeln. Die jüngste Sitzung lieferte dazu gleich drei Beispiele. Sie zeigen nebenbei, dass wir uns nach wie vor mitten im Skandal befinden und die Sicherheitsbehörden Teil davon sind.

Thema des Baden-Württemberg-Ausschusses ist der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter vom April 2007 in Heilbronn – der letzte der zehn Morde, die dem NSU zugeschrieben werden. Die BAW behauptet, die Täter seien allein Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen. Haltbar ist das nicht. Dennoch stützt der Ausschuss in Stuttgart die Sicht der Karlsruher Behörde. Er meint aber, es müsse Unterstützer gegeben haben. Die sucht er seit Monaten in Neonazi-Kreisen des Landes.

Nach wie vor gibt es eine Reihe von offenen Spuren im Fall Heilbronn, die einen anderen Tatablauf nahelegen. Eine wurde jüngst von dem ARD-Magazin Report Mainz und vom Stern veröffentlicht. Danach waren am Tattag, dem 25. April 2007, bis kurz vor dem Anschlag auf die zwei Polizeibeamten um 14 Uhr Handys von zwei Islamisten am Tatort Theresienwiese eingeloggt.

Der U-Ausschuss in Stuttgart weiß das seit Dezember 2015, doch erst aufgrund der aktuellen Berichterstattung wurde er jetzt aktiv. Vom Generalbundesanwalt (GBA) erbat er Ermittlungen zu den Handynummern. Der lehnte postwendend ab, wie der PUA-Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) öffentlich mitteilte: Laut GBA gebe es keine Hinweise auf Verbindungen zu islamistischen Kreisen. Das sei eine bloße Vermutung und nicht durch Tatsachen gestützt.

Die obersten Ermittler der Bundesrepublik verteidigen ihre Zwei-Täter-Theorie ohne Rücksicht auf Widersprüche und andere Erkenntnisse. Beispiel eins der Aufklärungsblockade seitens der Behörden.

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Zerstörte Kulturdenkmäler – im Namen der Religion

Palmyra: Ein russischer Soldat entfernt Minen, die IS-Milizen in der historischen Stätte gelegt haben. Quelle: dpa
Der Schaden ist mit Geld nicht zu bezahlen: Religiöse Fanatiker zerstören immer wieder bedeutenden Zeugnisse längst vergangener Kulturen. Ein trauriger Überblick.

Märkische Allgemeine

 Die Bilder gingen um die Welt: Im März 2001 zerstörten die radikalislamistischen Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. Im Tal von Bamiyan sprengten sie die 53 beziehungsweise 35 Meter hohen Kulturdenkmäler, die aus dem 6. Jahrhundert stammen. Nicht das einzige Beispiel für Kulturvandalismus im Namen der Religion. Eine Übersicht:

Palmyra: Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zertrümmert in der syrischen Oasenstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, 2015 unter anderem den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel, Turmgräber sowie den Triumphbogen und Teile des römischen Theaters. Der IS hatte Palmyra erstmals im Mai 2015 eingenommen und viele einzigartige Denkmäler gesprengt. Im März 2016 haben syrische Truppen mit Hilfe der russischen Luftwaffe die Stadt zurückerobert – bis der IS im Dezember 2016 wieder die Oberhand gewann.

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Risiken und Nebenwirkungen erweiterter DNA-Analysen

Bild: heise.de/tp
In Freiburg wurde über Gefahren und Chancen einer Technik debattiert, nach der schnell im Rahmen spektakulärer Kriminalfälle gerufen wird

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Morde an der Freiburger Studentin Maria L. im vergangenen Oktober und der Joggerin Carolin G. im vergangenen November im nahen Endingen haben die Gemüter nicht nur in Südwestdeutschland erregt. Seither tobt eine Debatte über erweiterte DNA-Analysen. Die hat über Bundesratsinitiativen aus Baden-Württemberg und Bayern längst den Weg nach Berlin gefunden. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) lässt nun einen Entwurf erarbeiten. Die Chancen der neuen Technologien werden aber meist völlig überschätzt und die Risiken unterschätzt, wenn sie in der erregt geführten Debatte überhaupt wahrgenommen werden. Auf einem Symposium wurde das Thema ausführlich kürzlich in Freiburg debattiert. Die Justizminister von Bund und Ländern werden auf ihrer Konferenz am Mittwoch und Donnerstag beraten.

Natur- und Sozialwissenschaftler, Kriminalisten, Juristen, Datenschützer und Anthropologen kamen kürzlich in Freiburg zusammen, um eine „Qualitätsoffensive“ zu starten. Denn tatsächlich ist die Debatte oft von unrealistischen Vorstellungen geprägt, die von der US-Serie CSI geprägt zu sein scheinen. Gerne wird so getan, als habe man damit ein objektives Allheilmittel zur Verbrechensaufklärung zur Hand. „Die Möglichkeiten werden deutlich überschätzt, die Risiken dagegen massiv unterbewertet“, erklärt deshalb auch Prof. Dr. Anna Lipphardt, die am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie forscht, gegenüber Telepolis.

Mit ihrer Schwester Prof. Dr. Veronika Lipphardt gehört sie zu den Initiatorinnen des Symposiums. Beide gehören einer multidisziplinären Wissenschaftlergruppe Freiburg, Berlin, Basel und Newcastle an, die sich gegen eine vorschnelle, nicht regulierte Einführung erweiterter DNA-Analysen in der Forensik wendet, aber sich nicht grundsätzlich dagegen stellt. Aber zu viele wissenschaftliche, rechtliche und ethische Fragen seien offen, für die es eine breit aufgestellte Expertise von Wissenschaftlern und Praktikern brauche. Wünschenswert wäre beispielsweise „ein Konzept für eine wissenschafts- und praxisübergreifende Initiative“ um zunächst „Regulierungs- und Qualitätsstandards für den möglichen Einsatz“ zu formulieren, erklären die Forscherinnen gegenüber Telepolis.

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Bekannte Gesichter wirken fröhlicher

Wie fröhlich wirken diese Gesichter? © Bowie15/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn ein Gesicht wahrnimmt, hängt nicht nur von seinen objektiven Merkmalen ab. Experimente von US-Forschern zeigen: Entscheidend ist auch, ob uns die Gesichtszüge vertraut oder unbekannt sind. Demnach bewerten wir den emotionalen Ausdruck von bekannten Gesichtern tendenziell positiver als von fremden: Dasselbe Lächeln wirkt dann mal mehr, mal weniger fröhlich.

scinexx

Ob am Frühstückstisch, im Büro, beim Einkaufen oder auf dem Fernsehbildschirm: Jeden Tag schauen wir unzähligen Menschen ins Gesicht. Die Fähigkeit, das Antlitz von Mitmenschen wiederzuerkennen und zu unterscheiden ist für unser Sozialverhalten enorm wichtig. Kein Wunder also, dass unser Gehirn eigene Zentren für die Gesichtserkennung besitzt und bestimmte Gesichter sogar in jeweils eigenen Neuronen abgespeichert werden.

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‘Devastating’ survey shows huge loss of Israel support among Jewish college students

Fern Oppenheim, the co-founder of Brand Israel Group, presents a recent report, ‚Sounding the Alarm: The American-Israeli Relationship,‘ June 20, 2017. (Amanda Borschel-Dan/Times of Israel)
Brand Israel Group raises the alarm on a widening gap in the US between older supporters and the increasingly pro-Palestinian next generation.

By Amanda Borschel-Dan | The Times of Israel

More than a decade ago, a diverse focus group of Americans was asked to describe a typical Italian house. Words like “lush, food, cooking, maternal, welcoming” quickly rolled of the tongue. The same group was asked about an Israeli home and a very different vibe was described: “concrete, strict, ultra-religious, middle-aged ultra-Orthodox men.”

This 2005 focus group was commissioned to explore the underlying image of Israel in the American psyche. The unanimous perception was a conflict-driven country filled with religious fundamentalists.

Not exactly a country they were keen on visiting — or supporting.

The loose consortium of volunteer marketing and advertising executives who commissioned the study now falls under the Brand Israel Group (BIG) rubric. While each member of this heterogeneous Mad Men coalition had his or her own reasons for wishing to change Americans’ innate view of Israel, for Fern Oppenheim, co-founder of Brand Israel Group, her tipping point came after the September 11, 2001, World Trade Center attacks.

The child of Holocaust survivors, Oppenheim said she awoke from her sense of Jewish security that day. “I never thought I’d smell smoke living in New York,” she said in Jerusalem this week.

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3D-Drucker für die synthetische Biologie

Venters Konverter oder Drucker. Bild: Venter/nature biotechnology
Craig Venter stellt einen 3D-Drucker vor, der digitale Daten in Biopolymere verwandelt, aus denen Organismen hergestellt werden können

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Craig Venter ist einer der Pioniere der synthetischen Biologie, der die Erfindung neuen biologischen Lebens mit allen möglichen Mitteln vorantreiben will. Jetzt hat Venter, der durch den Wettlauf zur Entzifferung des menschlichen Genoms weltweit bekannt wurde, weil er dies mit seinen Methoden schneller und billiger als das internationale Humangenomprojekt war (Speed matters), eine Maschine vorgestellt, mit der sich angeblich biologische Bausteine wie Gensequenzen oder Proteins ausdrucken lassen.

Venter hatte mit seinem Institut bereits 2003 im Rahmen seines Minimalgenomprojekts den ersten künstlichen Virus zusammengebaut. Die Vision war, ein Grundgerüst herauszufinden, das lebens- und reproduktionsfähig ist, und es dann mit beliebigen Eigenschaften bzw. Genen als Arbeitsmaschine für alle möglichen Zwecke nach dem Baukastenprinzip aufzurüsten. 2007 gelang es, das Genom eines Bakteriums in ein anderes einzubauen und dort zu „booten“. 2008 soll gelungen sein, das erste Genom eines Bakteriums herzustellen oder zu reproduzieren bzw. reengineeren.

Unklar ist oft, wie viel Bluff hinter diesen Entwicklungen steckt, Venter ist auch ein begnadeter Verkäufer seiner Ideen, kann Investoren überzeugen und seine Artikel in den wichtigsten Wissenschaftsmagzinen wie Science unterbringen. „Dies ist der erste selbst-replizierende Organismus auf der Erde, der einen Computer als Eltern hat“, verkündete Venter 2010.

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So beschimpften Münchner um 1900 arme Flüchtlinge

Der Schlawiner als Schnorrer: Ein Schweizer Hotelier legt König Peter I. von Serbien die unbezahlte Rechnung vor, als dieser nach dem Balkankrieg 1912 in Skopje/Üsküb einzieht. Zeichnung von Ragnvald Blix aus dem „Simplicissimus“ Quelle: picture alliance / akg-images/akg-images
Flüchtlinge soll man nicht Flüchtlinge nennen, weil das abwertend sei, fordern heute viele Gutmeinende. Dabei benutzen sie selbst ganz ahnungslos ein altes fremdenfeindliches Schimpfwort.

Von Matthias Heine | DIE WELT

Über die korrekte Bezeichnung derjenigen, die vor Gewalt und Armut nach Europa fliehen, wird seit Jahren gestritten. Linke Sprachwächter möchten am liebsten das Wort Flüchtling ausmerzen, weil die Nachsilbe -ling einen abwertenden Beiklang habe. Sie arbeiten heute mit der Konstruktion Geflüchtete, wenn sie nicht gleich das aus dem Englischen übernommene Wort Refugee benutzen. Ihren rechten Widersacher haben auf solche Korrektheiten reagiert, indem sie nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht das gehässige Wort Rapefugee, ein Portmanteauwort aus Rape (Vergewaltigung) und Fugee (Kurzform für Refugee) bildeten.

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Warum Schimpansen an der Grenze patrouillieren

Symbolbild: Ein Schimpanse. – (c) AFP (GUILLAUME SOUVANT)
Sie sind soziale Primaten wie wir – aber worauf baut ihre Moral? Und kennen sie Mitgefühl?

Die Presse.com

Wie hilfsbereit sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich? Und wenn sie einander helfen, tun sie’s aus Mitgefühl oder aus Berechnung? Das ist schon bei Menschen nicht leicht zu entscheiden, im Fall der Schimpansen sind die Wissenschaftler uneins. Vor allem Forscher um Michael Tomasello – bekannt für Arbeiten über Spiegelneuronen – neigen dazu, den Schimpansen die Empathie abzusprechen: 2016 erklärten sie in Nature Communications (20. 12.), dass die Affen ihresgleichen weder helfen noch schaden wollen, das sei ihnen schlicht egal.

Aber offenbar merken sie sich, wenn ihnen ein Artgenosse geholfen hat – und belohnen die Hilfe später. Das zeigten die Forscher um Tomasello, indem sie die Schimpansen vor die Wahl stellten, sich selbst und einen Kollegen oder nur sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Sie entschieden sich für die altruistische Variante, auch wenn sie ihnen einen Nachteil brachte, wenn dieser Kollege ihnen davor geholfen hatte.

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700 Jahre Enklave Avignon

Das historische Zentrum rund um den Papstpalast. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Jean-Marc Rosier
Kardinal Poupard feiert Gottesdienst in der Päpste-Stadt – Avignensisches Papsttum endete 1377, als Papst Gregor XI. nach Aufforderung durch Hl. Katharina von Siena in Rom eintraf

kath.net

Papst Franziskus hat Kardinal Paul Poupard, Präsident-Emeritus des Päpstlichen Rates für Kultur, als seinen Sondergesandten zu den Gedenkfeiern an den 700. Jahrestag der Konstituierung der „Enclave des papes“ (Enklave der Päpste) in Avignon ernannt. Höhepunkt der Feiern im „Babylon des Papsttums“ ist ein Gottesdienst in der dortigen Kathedrale am Fest des Hl. Johannes des Täufers (24. Juni). Das Gedenken, das vom 23. bis 25. Juni stattfinden wird, markiert den Jahrestag des Dekrets von Papst Johannes XXII. (1316-1334), in dem er schreibt, dass er von Avignon aus über die Kirche herrschen würde. Begonnen hatte das Avignon-Papsttum bereits im Jahre 1309, als Papst Clemens V. seine Kurie in die südfranzösische Stadt verlegte.

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Salafismus und die „Gier nach Reinheit“

Manchmal vermag es Glauben in den Wahn zu leiten: Salafismus gilt als eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islams. Im Bild: Gläubige bei einer Predigt im einer Moschee in Beirut. (Foto: dpa)
Jeans-Verbot, willkürliche Koran-Auslegung und die Lehre vom „wahren Islam“. Das Buch „Die Salafisten“ erläutert trittsicher ein religiöses Phänomen.

Von Simon Wolfgang Fuchs | Süddeutsche.de

Deutschland ist längst ein begriffliches Einwanderungsland. Arabisch-islamische Ausdrücke wie Dschihadist, Salafist oder Wahhabit haben sich erstaunlich mühelos in den Duden integriert. Die dahinterliegenden Konzepte zu benennen oder gar auseinanderzuhalten, fällt jedoch selbst Spezialisten schwer. Es ist daher ein Glück für die deutschsprachige Öffentlichkeit, dass sich Rüdiger Lohlker, Professor für Islamwissenschaften an der Universität Wien, in seinem neuen Buch „Die Salafisten“ als trittsicherer Erläuterer dieses religiösen Phänomens erweist. Mit seiner klaren Meinung hält der Autor dabei nie hinter dem Berg. Für ihn ist der Salafismus in all seinen Spielarten bedenklich, da er einem friedlichen Zusammenleben und respektvollen Miteinander entgegenwirkt.

Lohlker geht es darum, die salafistische Selbstsicht als einzig authentische Version des Islam konsequent zu hinterfragen. Er unterstreicht die Verwandtschaft des Salafismus mit anderen modernen religiösen Bewegungen wie dem Pietismus, die in ähnlicher Weise die Rolle der Gemeinschaft betonen und den direkten, unverstellten Zugang zu den Textquellen suchen.

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Die Angst der Wissenschaft vor Trump

Aus Sorge um die Freiheit der Forschung demonstrieren Wissenschaftler weltweit, wie hier in Amsterdam, gegen den US-Präsidenten Donald Trump. (Foto: imago/Paulo Amorim)
Forscher fürchten Zensur und Eingriffe der US-Regierung. Eine engagierte Professorin aus Pennsylvania versucht nun, sensible Daten in Sicherheit zu bringen – bevor es zu spät ist.

Von Roman Deininger | Süddeutsche.de

Man werde übrigens zu dritt sein beim Gespräch, sagt Bethany Wiggin, „aber keine Sorge“, der Überraschungsgast werde einem gefallen. „Er ist sehr kompetent bei unserem Thema.“ Das Thema ist Wissenschaft und Politik, oder präziser: die Angst der amerikanischen Forscher vor dem Präsidenten Donald Trump.

Wiggin, Mitte vierzig, blonde Haare, Jeansjacke, ziemlich cool für eine Professorin, eilt über den Campus der University of Pennsylvania: „Ben wartet auf uns.“ In einem schattigen Eck bleibt sie vor einer Bronzestatue stehen, die lebensgroße Skulptur eines Mannes, der lesend auf einer Parkbank lümmelt: „Darf ich vorstellen: der ehrenwerte Benjamin Franklin.“

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Das Grundgesetz lässt grüßen

© F.A.Z. Der „deutsche Gruß“ verlieh Hitler die Wirkungsmacht einer göttlichen Instanz. Davon war auch die Symbolik des Sports betroffen – hier sind die Sieger im Großen Preis von Deutschland 1939 zu sehen.
Der Hitlergruß war keineswegs ein Gruß, sondern ein Angriff auf die Menschenwürde. Er militarisierte die Selbstdarstellung der Individuen und erzeugte eine magische Illusion.

Von Boris Holzer | Frankfurter Allgemeine

Die Eigenheiten einer Epoche lassen sich an großen Ereignissen und Personen ablesen, aber auch an Veränderungen des Alltags. In seinem nun in einer erweiterten Neuauflage erschienenen Buch über den „deutschen Gruß“ zeigt der Soziologe Tilman Allert eindrucksvoll, wie gesellschaftliche Zäsuren sich in unscheinbaren Alltagshandlungen niederschlagen. Gegenstand der Studie ist der Hitlergruß, der sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ebenso schnell verbreitete, wie er mit dem Ende ihres Regimes verschwand.

Die alltägliche Begrüßung wird kaum mehr als bewusst ausgeführte Handlung erfahren und daher in ihrer sozialen Bedeutung oft unterschätzt. In der Reduktion sozialer Wechselwirkung auf ein kommunikatives Angebot und dessen Erwiderung ist sie „das kürzeste Stück Gesellschaft“ und Anfang für weiteren Austausch. Der Gruß fungiert, so Allert, als „Türöffner der Kommunikation“. Er stiftet eine gemeinsame Gegenwart der Beteiligten, etabliert eine Verpflichtung zur Wechselseitigkeit und leitet eine mögliche gemeinsame soziale Beziehung ein.

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Feige Universitäts-Oberhäupter „gegrillt“ für lahme Verteidigung der Wissenschaft

Hermann Hauser, Bild. RDF
Hermann Hauser: „Leute, die alternative Fakten anerkennen, sind sehr lautstark, also müssen wir Feuer mit Feuer bekämpfen, aufstehen und sagen, dass sie falsch liegen und dumm sind.“

Von Ellie Bothwell | Richard-Dawkins-Foundation

Der Pate des „Silicon Fen“ in Cambridge nannte Europas Universitäts-Oberhäupter „Feiglinge“; aus seiner Sicht haben sie dabei versagt, in einer „postfaktischen“ Gesellschaft für die Wissenschaft einzustehen.

Hermann Hauser, ein Unternehmer, der Acorn Computers und die Beteiligungskapital-Firma Amadeus Capital Partners mitgegründet hatte, sagte Times Higher Education, es würde höchste Zeit, dass wir als Europäer Stellung beziehen gegen Kräfte, die sich in ihre nationalen Kämmerchen zurückziehen.

„Wir müssen einstehen für Wissenschaft und gegen Pseudowissenschaft“ sagte er.

Kürzlich tadelte der in Österreich geborene Innovator den Präsidenten der École Polytechnique, Jacques Biot, für seine sehr sachte Antwort auf die Frage, wie Frankreich vom politischen Klima in den Vereinigten Staaten profitieren könne.

Während der Fragerunde nach seiner Grundsatzrede beim „THE Innovation & Impact Summit“ in Hongkong sagte Professor Biot, er wolle die antiwissenschaftliche Rhetorik in den USA nicht in einen wettbewerblichen Vorteil für seine Institution und die französische Hochschulbildung verwandeln.

Er sprach einen Tag nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, sein Land würde vom Pariser Übereinkommen zurücktreten; er sprach im Gefolge des Aufrufs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an amerikanische Klimawandel-Forscher, nach Frankreich zu kommen.

Dr. Hauser antwortete: „Ich denke, Sie sind tatsächlich ein wenig feige. Hier haben wir den Fall, dass ein Führer der Welt ein Klimawandelleugner ist, und ich glaube, es ziemt sich für uns, für den Rest der Welt einzustehen und zu sagen ’nun, wenn eure Nation (die USA) nicht versteht, wie wichtig es ist, das Festland zu schützen, dann kommt nach Europa, wir werden dafür eintreten‘.“

Später, als THE fragte, ob viele europäische Universitäts-Oberhäupter Feiglinge seien, sagte Dr. Hauser: „Ja, aus guten historischen Gründen“ und fügte hinzu „besonders Deutschland ist ein Feigling“.

Er sagte, das Land leide noch unter der Tatsache, dass es vor dem und während des zweiten Weltkrieges versuchte, „sehr dominant zu werden“.

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Können Menschen ohne Religion leben?

Der renommierte Ethnologe Thomas Hauschild wird neuer Hans-Blumenberg-Gastprofessor am Exzellenzcluster – Vortragsreihe zur „Unvermeidbarkeit von Religion“ – Auftakt am 26. Juni über süditalienische Religiosität jenseits gängiger Klischees
Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Ob die Existenz von Religionen unvermeidbar ist, fragt der neue „Hans-Blumenberg-Gastprofessor“ Prof. Dr. Thomas Hauschild in einer öffentlichen Vortragsreihe am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. In den Vorträgen ab Montag, 26. Juni, will der renommierte Ethnologe untersuchen, „ob menschliche Kollektive letztlich ohne Religion leben können.“ Religionen beeinflussen nach Einschätzung des Wissenschaftlers „nach Jahrzehnten der Säkularisierung“ die Politik wieder so stark, dass sich die Frage nach ihrer Unvermeidbarkeit stelle. Der Wissenschaftler, der Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist, plädiert vor diesem Hintergrund für Religionsforschung, die die subjektive Erfahrung religiöser Menschen ernst nimmt, ohne die Basis wissenschaftlicher Neutralität zu verlassen.

Zum Auftakt der Vortragsreihe präsentiert der Wissenschaftler Ergebnisse aus rund 30 Jahren ethnologischer Feldforschung zu religiösen Praktiken in Süditalien. Hauschild will „gängige Klischees über süditalienische Religiosität korrigieren: In Mitteleuropa gilt sie oft als urtümlicher ‚Glaube‘ oder aber als zynische Verweltlichung einer aus dem Vatikan vorgegebenen bürokratischen und politischen Religion“. Tatsächlich lasse sich das religiöse Alltags- und Festleben der Süditaliener „allenfalls mit dem erweiterten Religions- und Kulturbegriff der Ethnologie und der evolutionären Anthropologie in Deckung bringen“. Die Vorlesung trägt den Titel „Kat’holos in Süditalien. Kirche und staatliche Politik im Stresstest der gelebten Religion“. Es folgen zwei Vorträge, zum Fetischismus im kolonialen Melanesien und in der künstlerischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts sowie zu Schamanismus und Neurobiologie im deutschen Vormärz. Die Vorträge sind vom 26. Juni bis 10. Juli 2017 montags von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Hörsaal JO 1, Johannisstraße 4 in Münster zu hören.

„Religionen besetzen Terrain zivilgesellschaftlichen Handelns“

Der Sprecher des Exzellenzclusters, der Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, unterstreicht, Thomas Hauschild sei „ein Ethnologe mit originellen Ideen“. Durch seine breit gestreuten Forschungsinteressen könne er „in besonderer Weise inspirierend für die interdisziplinären Forschungsarbeiten am Exzellenzcluster wirken.“ Die Ergebnisse seiner Feldforschungen und historischen Analysen seien für viele Fächer am Exzellenzcluster von hohem Interesse. „Das bietet Chancen für neue Wege des wissenschaftlichen Denkens über religiöse Sinnformen und Praktiken.“ Zu den Forschungsschwerpunkten des Blumenberg-Gastprofessors zählen die Unvermeidbarkeit von Religion, Geisterkulte, religiöse Reserven in imperialen Konsumgesellschaften und Religion bei IS- und Al-Qaida-Terroristen.

Hauschild hebt in seiner Forschung die Bedeutung „materialistischer Erklärungen für Religion, die naturwissenschaftliche und soziologische Argumente einbeziehen“ hervor. Diese seien umso wichtiger, so der Ethnologe, als „sie heute durch postmoderne Kritik und religiöse Selbstverständigung zunehmend verunsichert werden.“ Sie sollten aber innerhalb einer staatlichen Gemeinschaft „ohne allzu viel Reibung“ neben den Religionen bestehen können. „Es fragt sich, ob das gelingt, denn die Religionen besetzen mit ihren Empfindlichkeiten zunehmend das Terrain zivilgesellschaftlichen Handelns.“

Buch über Erscheinungen und Geisterkulte

Während seines Aufenthaltes in Münster arbeitet der Forscher an einem Buch über Erscheinungen und Geisterkulte. Darin will er „das Wissen über historisch-spezifische, soziale und politische Bedingungen der Geisterseherei abwägen gegen den Einfluss rudimentärer biologischer Universalien, also des ‚Hereinragens einer Geisterwelt in die unsere‘, wie es etwa der deutsche Dichter und Arzt Justinus Kerner beschrieb.“

Thomas Hauschild, 1955 in Berlin geboren, war zuletzt Professor für Ethnologie und vergleichende Kultursoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Fellowships und Gastprofessuren führten ihn unter anderem an das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien, das Wissenschaftskolleg zu Berlin und das Internationale Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar. Thomas Hauschild hat zahlreiche, viel beachtete Publikationen vorgelegt, darunter „Hexen“, „Der böse Blick“, „Magie und Macht in Italien“ (2002), „Ritual und Gewalt“ (2008), und „Weihnachtsmann – Die wahre Geschichte“ (2012).

Weitere renommierte Forscher erwartet

In den kommenden Semestern werden weitere renommierte Forscherinnen und Forscher aus wechselnden Disziplinen auf die Hans-Blumenberg-Gastprofessur berufen. Der erste Hans-Blumenberg-Gastprofessor war im Sommersemester 2016 der Bochumer Historiker Prof. Dr. Lucian Hölscher, der sich in Münster mit dem Reformationsjubiläum 2017 und der protestantischen Frömmigkeitskultur in Deutschland befasste. Im Wintersemester 2016/2017 folgte der Würzburger Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Horst Dreier, der am Exzellenzcluster die Herausforderungen des säkularen Verfassungsstaates untersuchte. Die britische Religionssoziologin Prof. Dr. Linda Woodhead ging, ebenfalls im laufenden Sommersemester, als Hans-Blumenberg-Gastprofessorin der Frage nach, inwieweit Konfessionslosigkeit die „neue Religion“ ist. (dak/vvm)

Hans Blumenberg – Namensgeber der Gastprofessur am Exzellenzcluster

Der renommierte Münsteraner Philosoph Hans Blumenberg (1920-1996) war von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1985 Professor an der Universität Münster. Mit seinen Veröffentlichungen trug er wesentlich zur Neubestimmung des Ortes der Neuzeit in der geschichtswissenschaftlichen und philosophischen Diskussion bei. Er stellte die damals vorherrschende Säkularisierungsthese in Frage, nach der theologische Deutungsmuster aus dem Mittelalter über den Umbruch zur Neuzeit hinweg im modernen Staat fortwirken. Im Hauptwerk „Die Legitimität der Neuzeit“ plädiert Blumenberg dafür, die Entstehung der Neuzeit als Akt der humanen Selbstbehauptung gegen die theologischen Absolutheitsansprüche spätmittelalterlichen Denkens zu interpretieren. Auf diese Weise nahm er, in kritischer Absetzung von den Philosophen Carl Schmitt (1888-1985) und Karl Löwith (1897-1973), entscheidenden Einfluss auf die Säkularisierungsdebatte in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Dabei trug er auch zur Theorie der historischen Periodisierung und zur Theorie der Moderne bei.

Der Philosoph befasste sich in seinen begriffs-, geistes- und philosophiegeschichtlichen sowie in seinen anthropologischen Studien auch mit der Interpretation von Mythen und Metaphern. So stellte er anekdotische und essayistische Betrachtungen über das Motiv des Löwen an. Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff greift dieses Motiv in ihrem Roman „Blumenberg“ auf. Der Wissenschaftler war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz, des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Mitglied der Senatskommission für Begriffsgeschichte und Mitgründer der Forschungsgruppe „Poetik und Hermeneutik“. Als junger Mann hatte er das Studium der Katholischen Theologie 1940 abbrechen müssen, da er im Nationalsozialismus mit Blick auf die Familie seiner Mutter als „Halbjude“ galt. Er studierte dann Philosophie, Germanistik und Klassische Philologie. (exc/vvm)

 

Hitze bedroht 75 Prozent der Weltbevölkerung

Ab 37 Grad Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wird es für den menschlichen Körper kritisch… © Tomwang112/ thinkstock
Tödliche Hitze: Geht der Klimawandel so weiter, werden knapp 75 Prozent der Weltbevölkerung bis 2100 regelmäßig lebensbedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein, wie Klimaforscher prognostizieren. Betroffen sind besonders die Tropen, aber auch große Metropolen in den gemäßigten Breiten. Das Beunruhigende: Selbst bei drastischem Klimaschutz steigt die Zahl der exponierten Menschen auf rund die Hälfte der Weltbevölkerung an, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ prognostizieren.

scinexx

Dass mit dem Klimawandel auch die Hitzewellen zunehmen werden, ist nichts Neues: Schon jetzt häufen sich in vielen Regionen der Erde die Wärmerekorde und „Jahrhundertsommer“. In 50 Jahren könnten solche Wetterextreme sogar zur Regel werden. Forscher prognostizieren, dass die zunehmende Hitze weite Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas unbewohnbar machen könnte.

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Wie viel NSDAP steckt in der AfD?

© ULLSTEIN; DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM/S. AHLERS Alternative für Deutschland: Ein Wahlplakat der Nationalsozialisten zur Reichtstagswahl 1932
1932 steigt die NSDAP in freien Wahlen von einer rechtsextremen Splitterpartei zur stärksten Kraft auf. Waren die Nationalsozialisten – was Mitglieder und Wähler betrifft – wirklich Ausdruck eines „Extremismus der Mitte“?

Von Jürgen W. Falter | Frankfurter Allgemeine

Es ist richtig: Adolf Hitler ist nicht durch Wahlen an die Macht gekommen. Aber ohne die rasanten Wahlerfolge der NSDAP, die ihren Stimmenanteil von 2,6 Prozent im Jahr 1928 auf 37,4 Prozent im Juli beziehungsweise 33,1 Prozent im November 1932 steigern konnte, hätte Reichspräsident Hindenburg den Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Keiner anderen deutschen Partei zuvor oder danach ist es in so kurzer Zeit gelungen, von einer unbedeutenden Splitterpartei zu der mit Abstand stärksten Parlamentspartei aufzusteigen.

Obwohl die AfD sicherlich nicht mit den Nationalsozialisten gleichgesetzt werden kann und sie zumindest anfänglich eine demokratisch orientierte, fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehende Partei war, können Vergleiche der Wählerschaft beider Parteien doch unter verschiedenen Gesichtspunkten erkenntnisfördernd sein. Unterschiede, möglicherweise aber auch Gemeinsamkeiten werden erkennbar.

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Wir sind einzigartiger als wir glauben

Bild: 4ever.eu
Einflussreiche Unterschiede: Dass sich das Erbgut von Mensch zu Mensch unterscheidet, ist nichts Neues. Eine Studie zeigt nun jedoch: Der Einfluss dieser genetischen Variationen scheint weitaus stärker zu sein als bisher angenommen. Denn durch sie unterscheiden sich die Proteine zweier Menschen im Mittel um 20.000 Bausteine – und diese Varianten beeinflussen die Funktion dieser Eiweiße erheblich, wie die Simulationen der Forscher offenbaren.

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Unsere genetische Betriebsanleitung umfasst drei Milliarden Buchstaben und würde ausgedruckt einige Bücher füllen. Dennoch passt sie bequem in die kleinste Einheit unseres Organismus: in unsere Zellen. Dort dient die DNA als Bauplan, nach dem Aminosäuren zu Proteinen zusammengesetzt werden – biologische Moleküle, die im menschlichen Körper für Stoffwechsel, Wachstum und Regeneration sorgen. Ohne sie würde keine einzige unserer Zellen funktionieren.

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