Archiv der Kategorie: Geschichte

Antibiotic-Resistant Bacteria Were Around a Long Time Before Our Antibiotics

bacteria

Image: CDC

Long before techno-humans had whipped up their first batches of penicillin, antibiotic resistance was already under development within the human gut. This is the implication, anyway, of recently discovered antibiotic resistance genes within the bacterial flora of a South American tribe that, until 2009, had never had contact with the outside world, let alone its antibiotics.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

These findings come courtesy of researchers at Washington University St. Louis, led by pathologist Gautam Dantas, and are published in the current issue of Science Advances.

In question is a tribe of Yanomami Amerindians who’ve gone without outside contact for some 11,000 years, remaining in isolation thanks to a remote region of southern Venezuela known as the High Orinoco, a vast 80,000 square-kilometer tract of jungle marked by bottomless river valleys and soaring mountains. In 2008, the group’s village was spotted by a military helicopter and, in 2009, a Venezuelan Ministry of Health mission arrived at the site. To protect the privacy and security of the tribe, the location and name of the village are being kept secret. Only one of the two dozen or so authors behind the current paper actually visited the site.

read more

Die Jagd nach neuen Elementarteilchen

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN

Der weltgrößte Beschleuniger am Cern in Genf jagt wieder nach neuen Elementarteilchen. Dieses Mal ist es eine Art Partnersuche. Denn Physiker gehen davon aus, dass jedes Standardteilchen ein Pendant besitzt. Das würde vieles erklären – auch die mysteriöse dunkle Materie im Universum.


Von Frank Grotelüschen|Berliner Zeitung

Der 4. Juli 2012 zählt zu den Sternstunden der Physik. Damals gab Cern-Direktor Rolf Heuer bekannt, der Large Hadron Collider (LHC) in Genf habe das ersehnte Higgs-Teilchen gefunden. Doch damit ist die Mission des weltweit größten Beschleunigers noch nicht beendet. Nach einem zweijährigen Umbau läuft der 27-Kilometer-Ring nun mit nahezu doppelter Energie wieder an. Den Wissenschaftlern soll er erneut Glücksmomente bescheren – wenn er eine höchst exotische, bislang unentdeckte Teilchengattung aufspürt: Susy-Teilchen könnten erklären, was hinter der rätselhaften dunklen Materie steckt, und warum die Milchstraße überhaupt zusammenhält.

Mit der Higgs-Entdeckung war das derzeitige Theoriegebäude der Physik, das Standardmodell, komplett. In diesem Puzzle bildete das Higgs den letzten noch fehlenden Baustein, denn es hilft den anderen Elementarteilchen dabei, zu ihrer Masse zu kommen. Damit hatte der LHC eines seiner beiden Ziele erreicht. Noch dazu erhielten Peter Higgs und François Englert, die den Higgs-Mechanismus in den 60er-Jahren ersonnen hatten, im Jahr 2013 den Nobelpreis für Physik. Das andere Ziel des LHC steht noch aus: der Vorstoß zu einer neuen, bislang hypothetischen Physik. Denn das Standardmodell ist nicht perfekt. Insbesondere vermag es nicht zu erklären, was hinter der ominösen dunklen Materie steckt, die es überall im Kosmos zu geben scheint, und die ganz offenbar die Galaxien zusammenhält wie ein unsichtbarer Klebstoff.

weiterlesen

Braune Esoterik: Von Dethlefsen bis Osho

Sektenführer Bhagwan grüsst seine Anhänger (1984). Foto: Keystone

Letzte Woche schrieb ein Kommentator in diesem Blog zum Thema «Religiöse Fanatiker destabilisieren die Welt», Kriege und das Töten seien «gerechtfertigt, wenn damit die göttliche Ordnung (Ethik) wieder hergestellt wird».


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Ein Satz, der unverkennbar von einem Esoteriker stammt. Ein Satz auch, der die Geisteshaltung vieler spiritueller Sucher ausdrückt. Eine Aussage, die zeigt, was gern kaschiert wird oder vergessen geht: Manche Ideen der modernen Esoterik haben eine braune Schlagseite, und radikale Anhänger pflegen ein faschistoides Gedankengut.

Verhängnisvoll dabei ist, dass Esoterik in der breiten Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Die moderne Spiritualität gilt als sanfte Diszplin und Gegenkonzept zu unserer techniklastigen Umwelt und dem unmenschlichen Wirtschaftssystem. Esoterik als sanfte Alternative zur Welt der gnadenlosen Verdinglichung. Dass sich unter dem Mäntelchen einer modernen Spiritualität eine radikale Ideologie versteckt, erfährt nur, wer sich nicht blenden lässt.

weiterlesen

Chaim Miller: »Ich bereue nicht einen Schuss«

Chaim MIller, © screenshot JA

Chaim Miller über sein Leben als Nazi-Jäger, Rache an SS-Männern und Schuldgefühle


Von Philipp Peyman Engel|Jüdische Allgemeine

Herr Miller, können Sie sich noch an den ersten NS-Verbrecher erinnern, den Sie aufgespürt und getötet haben?
Hören Sie, ich bin zwar 93 Jahre alt, aber so etwas vergisst man nicht. Meinen ersten SS-Mann habe ich direkt nach Kriegsende 1945 in Italien ermordet. Es war ein Nazi aus meiner Heimatstadt Wien, der während der Schoa besonders schlimm gewütet hatte. Damals war ich Soldat bei der Jüdischen Brigade in der britischen Armee. Als ich ihn entführt und im Wald mit seinen Taten konfrontiert hatte, gab er sofort alles zu. Es schien für ihn eine Erleichterung gewesen zu sein, endlich mit jemandem darüber zu sprechen, was er getan hatte.

Wie ging es dann weiter?
Ich verkündete ihm sein Urteil. Er schaufelte eine Grube aus und kniete sich brav hin – pflichtbewusst bis in den Tod. Noch bevor er den Knall hören konnte, war er tot.

weiterlesen

Die Evolution wiederholt sich doch

Evo-Devo oder: Der gelenkte ZufallWieso suchen seit 250 Millionen Jahren immer wieder Landbewohner den Weg zurück ins Meer, und warum ähneln sie sich am Ende so sehr? Die Antwort auf diese Rätsel, behauptet eine aktuelle Studie, sei auch aktuell von Relevanz.


Von Frank Patalong|SpON

Die Evolution, wird oft behauptet, verläuft immer anders. Tatsächlich findet sie neue Lösungen, wenn das gebraucht wird. Doch gar nicht einmal so selten wählt sie auch bewährte Pfade, wenn sich das anbietet, wie eine aktuelle, im Fachblatt “Science” veröffentlichte Studie eindrucksvoll zeigt: Diese sogenannte konvergente Evolution, ist häufiger, als man vermutet. Entwicklungen laufen dabei unabhängig voneinander ab, finden aber mehr oder minder identischen Lösungen.

So wie beim Myoglobin, das mit Lungen atmendenden Wirbeltieren lange Aufenthalte unter Wasser erlaubt: Es bindet Sauerstoff und gibt ihn sukzessive an das Muskelgewebe ab.

weiterlesen

Dodo Käßmann: „Die Reformation ist eine wichtige Wurzel der Aufklärung!“

Margot-KässmannDie Bedeutung der Reformation für die Aufklärung war das Thema eines Besuches der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, in Kaliningrad (ehemals Königsberg).


EKD

Auf Einladung des deutschen Generalkonsulats informierte sich Margot Käßmann am vergangenen Montag und Dienstag über die Situation lutherischer Christen in Russland und berichtete über die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums. In diesem Zusammenhang bestehe großes Interesse an Martin Luthers sprachschöpferischer Kraft. „Das reformatorische Thema ,Freiheit und Verantwortung’ ist in Kaliningrad hochaktuell“, sagte Käßmann.

Auf einer Podiumsdiskussion über „Die geistige Freiheit des Individuums“ diskutierte Käßmann mit dem Historiker Solomon Ginsburg, dem Germanisten Wladimir Gilmanow und dem Philosophen Andrej Silber. Sie alle betonten den engen Zusammenhang zwischen der Reformation und der Aufklärung. Das Erbe Martin Luthers sei prägend für den in Königsberg wirkenden Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) gewesen. „Das Wagnis der Freiheit, das Luther gezeigt hat, das Erleben der zugesagten Freiheit und Freiheit als Bindung und Verantwortung sind Antriebsfedern für das aufgeklärte Denken“, erklärte Margot Käßmann.

weiterlesen

Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

weiterlesen

Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

weiterlesen

Vatikan will kein „Hickhack“ mit Erdogan

Papst Franziskus feiert eine Messe mit dem armenischen Kirchenoberhaupt Karekin II. im Vatikan (12. April)APA/EPA/ANSA/Giorgio Onorati

Der Vatikan will sich nach Worten seines Sprechers Federico Lombardi nicht auf ein „Hickhack“ mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einlassen. Papst Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.


religion.ORF.at

„Wenn es von türkischer Seite Reaktionen gab, nehmen wir das zur Kenntnis“, sagte Lombardi mit Blick auf die Papst-Schelte durch Erdogan am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan – mehr dazu in Erdogan: Papst redet „Unsinn“ in Armenierfrage. Man werde aber „aus der Sache keinen Streitfall“ machen, so der Jesuit. Lombardi bekräftigte am Mittwoch, man werde inhaltlich nicht zurückrudern. Der Vatikan habe in dieser Frage „eine sehr präzise und konsequente Linie“. Im Übrigen sei „sonnenklar“, dass Franziskus lediglich einen früheren vatikanischen Sprachgebrauch aufgegriffen habe.

So habe Franziskus in seiner Predigt am Sonntag ausdrücklich auf eine gemeinsame Erklärung seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005) und des armenischen Kirchenoberhaupts Karekin II. bezogen, die ebenfalls den Begriff Völkermord benutze. Zudem habe Franziskus positiv auf „den Wunsch nach Versöhnung und Dialog zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk“ verwiesen, so der Sprecher.

weiterlesen

Geist schärfte sich früh: An Steinen

Pfeilspitzen, Bild: horsa122.de

Viel früher als bisher gedacht wurden Werkzeuge hergestellt: vor 3,3 Mio. Jahren. Damit wurden auch die Grundlagen der Sprache gelegt, Experimente zeigen es.


Von Jürgen Langenbach|Die Presse

In einem stimmten Charles Darwin und Friedrich Engels, der in seinem Lesehunger auch die Evolutionstheorie verschlungen hatte, völlig überein: Engels nannte es 1876 bündig den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“; Darwin formulierte 1871 im „Descent of Man“ präziser: „Aus einem Feuerstein auch nur das einfachste Werkzeug zu schlagen, braucht eine perfekte Hand“, und „die Struktur der Hand mag in dieser Hinsicht mit der des Vokalorgans“ verglichen werden; dazu passt dann wieder ein Vermutung Engels': „Beim Herstellen von Werkzeugen hatten sie einander etwas zu sagen.“

weiterlesen

When to Nuke an Asteroid That’s Heading Toward Earth (and When Not to)

A NASA animation of a gravity tractor. Image: ​NASA

The best way to protect Earth against asteroids is to be prepared. That’s why scientists at the fourth International Academy of Astronautics (IAA) Planetary Defe​nse Conference this week are taking part in a simulated asteroid attack to discuss the best methods to take on incoming asteroids.


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

Methods up for discussion include the gravity tra​ctor and the ion ​beam shepherd, which would both deflect an asteroid out of Earth’s way, as well as the more contentious and high-impact method of nuclear explosives.

“The gravity tractor and the ion beam shepherd are the subtle, slow-moving methods,” co-chairman of the conference Richard Tremayne-Smith told me over the phone. He explained that these were the best methods if you wanted to make adjustments to an asteroid’s flight path, and had a period of around ten to 20 years to do that in.

The gravity tractor is like a spacecraft, which flies next to the asteroid it wants to nudge off course for several months or years. It gradually pulls the asteroid out of the orbit it was in by a slight gravitational pull. The ion beam shepherd generates a beam of quasi neutral plasma from its engine, and uses the momentum of ​impin​ging propellant ions rather than gravity to deflect the asteroid away from Earth.

read more

Botschafter: Türkei will Beziehungen zum Vatikan nicht abbrechen

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

«Wir wollen unsere Botschaft nicht schließen», sagte der türkische Botschafter beim Heiligen Stuhl, es sei klar, dass die Aussage des Papstes Auswirkungen auf das türkisch-vatikanische Verhältnis habe.


kath.net

Die Türkei will ihre diplomatischen Beziehungen zum Vatikan trotz des scharfen Protests gegen die Äußerung von Papst Franziskus über den Völkermord an den Armeniern aufrechterhalten. «Wir wollen unsere Botschaft nicht schließen», sagte der türkische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Aydin Adnan Sezgin, der italienischen Tageszeitung «Il Messaggero» (Mittwoch) in einem Interview. Es sei klar, dass die Aussage des Papstes Auswirkungen auf das türkisch-vatikanische Verhältnis habe, so der Diplomat. Es gebe jedoch auch weiterhin Raum, um «der Diplomatie neuen Atem zu geben». Der Papst hatte die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich am Sonntag in einer Gedenkmesse als «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts» bezeichnet.

Christliches Totengedenken schließt auch schuldig Gewordene ein

Bild: ADL

Bild: ADL

Christliches Totengedenken schließt auch jene mit ein, “von denen man weiß oder vermutet, dass sie schuldig geworden sind oder Verbrechen begangen haben”: Darauf wies der katholische Militär-Ordinariatskanzler und Bischofsvikar Harald Tripp bei einer Tagung in der Landesverteidigungsakademie am Dienstag in Wien hin. Gerade die offenkundige Schuld könne ein Grund sein, Gott in besonderer Weise um Barmherzigkeit zu bitten. Beim christlichen Totengedenken geht es nach den Worten Tripps nicht um eine Ehrung bestimmter wichtiger Verstorbener und auch nicht um “politische Positionierung”. Diesbezügliche Missverständnisse gelte es zu vermeiden, plädierte der Vertreter der Militärdiözese für eine offene und öffentliche Diskussion.


kathweb

Tripp äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen einer Veranstaltung des Instituts für Religion und Frieden unter dem Titel “Kriege richtig erinnern? Aktuelle Fragen religiöser und militärischer Gedenkkultur”.

Wie alle Menschen gedenken Christen zunächst der Toten, die sie gekannt und geliebt haben bzw. denen sie zu Dank verpflichtet sind, sagte Tripp laut einer Aussendung der Militärdiözese. Zugleich sei christliches Gedenken aber immer auf alle Toten hin offen, “weil aus christlicher Sicht alle Menschen eine Familie bilden und Gott der Gott aller Menschen ist”.

Zur jüngsten Entfernung der umstrittenen Gedenktafel an Alexander Löhr in der Wiener Stiftskirche im vergangenen Herbst sagte Tripp, dass der gesamte Eingangsbereich unter Einbeziehung der Militärseelsorge und namhaften Historikern neu gestaltet werde.

Anpassung an herrschende Ideologie

Der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin verwies in der Diskussion auf die große Gefahr der Vereinnahmung des Totengedenkens durch Politik und Ideologie. Wie umkämpft dieses Thema sei, zeigten die Zerstörung von Denkmälern, die nicht zur aktuell herrschenden Ideologie passen. Denkmäler würden oft auch mit politischen Symbolen aufgeladen.

weiterlesen

 

Knochenfresser-Wurm(Osedax) ist älter als gedacht

Osedax-Würmer an einem Walknochen © Nick Higgs

Der bizarre Osedax-Wurm existierte schon in der Kreidezeit – und damit lange bevor es seine heutige Leibspeise gab: die Knochen von toten Walen. Das belegen nun Fraßspuren dieses Wurms in 100 Millionen Jahre alten Knochen eines Meeressauriers. Damit ist Osedax nicht nur älter als bisher angenommen, die Funde zeigen auch, dass die Würmer ihren Speiseplan flexibel anpassten, wie Forscher im Fachmagazin “Biology Letters” berichten.


scinexx

Die erst 2004 entdeckten Osedax-Würmer sind reichlich bizarr: Sie besitzen weder Augen, Mund noch Darm und auch ihre Fortpflanzung ist ziemlich seltsam. Lebensraum und Leibspeise zugleich sind für sie die Knochen vergammelter Walkadaver, die auf den Grund des Meeres hinabgesunken sind. Dort ragt ihr Kopfende mit den Kiemenanhängen aus den Knochen heraus, ihr wurzelartig verzweigtes Hinterende ist dagegen tief im Inneren des Knochens verankert. Symbiotische Bakterien helfen ihnen dabei, die organischen Bestandteile des Knochenmaterials herauszulösen und zu verdauen.

Doch seit wann es diese eigentümlichen Würmer gibt, blieb bisher unklar. Zwar stammen die ältesten fossilen Belege aus 30 Millionen Jahre alten Knochen eines Urzeitwals. Genetische Analysen sprechen aber dafür, dass Osedax sich schon viel früher entwickelt haben könnte – entweder vor rund 45 Millionen Jahren oder sogar schon vor 125 Millionen Jahren. Wann genau, blieb bisher unklar.

weiterlesen

Zwei Greifswalder Radiologen stellen sich der Geschichte in Israel

Tod durch Röntgenstrahlen – Aufarbeitung der NS-Vergangenheit
bringt bedrückende Fakten an die Öffentlichkeit

Der Präsident der Deutsche Röntgengesellschaft e.V. und Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie an der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Norbert Hosten, sowie der Stellvertretende Institutsdirektor PD Dr. Michael Kirsch haben am Dienstag, dem 14. April in Tel Aviv eine Ausstellung zur Geschichte der Radiologie in der Zeit des Nationalsozialismus eröffnet. Prof. Jacob Sosna, Präsident der Israelischen Röntgengesellschaft, hat die Exposition öffentlich vorgestellt.

idw-Informationsdienst Wissenschaft

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Ausstellungseröffnung fand in der Universität von Tel Aviv statt. Der Termin wurde gewählt, weil am Tag darauf der bedeutendste jüdische Gedenktag, der jährliche Holocaust Memorial Day, in Israel eingeläutet wird. Ab 18.00 Uhr ruht das öffentliche Leben und am Donnerstag (16. April) erinnern Sirenen im ganzen Land und alle Menschen in der Öffentlichkeit stehen für eine Schweigeminute still.

Im Jahr 2010 beauftragte die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG) die Medizinhistorikerin Dr. Gabriele Moser von der Universität Heidelberg mit der Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Röntgengesellschaft in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO) trat im Hinblick auf die gemeinsame Vergangenheit diesem Projekt im Jahr 2012 bei. Nach ersten Veröffentlichungen in Fachpublikationen und Präsentationen auf Fachkongressen soll diese Ausstellung einen Gesamtüberblick über das Thema geben und nun auch ein breiteres Publikum erreichen. Zeitgleich wird der wissenschaftlich aufbereitete Rückblick auch erstmals in Deutschland, ab heute im Deutschen Röntgenmuseum in Remscheid gezeigt.

„Die Ergebnisse zeigen die deprimierenden Realitäten der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland in einem erschreckenden Ausmaß, das kaum begreifbar ist aus unserer heutigen Sicht“, sagte Prof. Norbert Hosten in Israel. „Es ist wichtig, dass wir uns unserer Geschichte und unserer Verantwortung stellen.“ Hosten bedankte sich bei Prof. Jacob Sosna für seine Unterstützung, die eine Ausstellung direkt in Israel ermöglicht hatte.

Die weitreichenden Forschungen im Rahmen des Projekts zeichnen den verbrecherischen Einsatz der Röntgenstrahlung im Dienste nationalsozialistischen Rassenwahns nach und dokumentieren wissenschaftliche Karrieren. Sie umfassen aber auch die oftmals schwierige Bergung von Biografien verfolgter und ermordeter Radiologen zwischen 1933 und 1945. Eines der schlimmsten Kapitel betrifft die Zwangssterilisation durch Strahlenbehandlung. Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 5. Dezember 1933 schaffte die „rechtliche“ Grundlage für Verbrechen an insgesamt etwa 360.000 Menschen, die in den zwölf Jahren der Nazidiktatur unfruchtbar gemacht wurden. Zur Sterilisierung mit Röntgen- und/oder Radiumbestrahlung waren 150 Ärzte zugelassen. Von den insgesamt 360.000 Zwangssterilisierten sind etwa zwei Prozent durch Strahlenbehandlung unfruchtbar gemacht worden. Die Ausstellung dokumentiert diese medizinischen Grausamkeiten auch an Überlebenden. Die Ausstellung ist digitalisiert worden und somit im Internet zweisprachig frei zugänglich (http://www.drg.de/de-DE/1476/radiologie-im-nationalsozialismus).

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie
Direktor: Prof. Dr. med. Norbert Hosten
Neubau Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-69 60
E hosten@uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald

Holocaust und Vatikan: Ein Schuldbekenntnis ist überfällig

Papst Pius XII.: Der Todeszug verließ die Ewige Stadt in Richtung Auschwitz ohne päpstlichen Widerstand. Foto: REUTERS

Ein vatikanisches Schuldbekenntnis zum Schweigen über die Shoa und eine Vergebungsbitte für die Diplomatie Pius XII. sind überfällig. Davon aber ist im Vatikan keine Rede.


Von Klaus Kühlwein|Frankfurter Rundschau

Siebzig Jahre nach dem Ende der Shoa wäscht der Vatikan immer noch seine Hände in Unschuld. Zu bedauern gebe es nichts – im Gegenteil. Pius XII. habe so viele Juden gerettet wie kein anderer und er habe seine Stimme erhoben gegen den Vernichtungswahn der Nazis. Er sei einer der großen Gerechten dieser Welt. Für den Vatikan ist klar: Alle Angriffe auf den mittlerweile verehrungswürdigen Pius XII. seien haltlos und oft nur boshaft – meist beides zusammen.

War das Schweigen der Kirche zur Judenvernichtung ein Fehler? Ist sie mitschuldig geworden, weil sie abseits stand bei der großen Judenjagd in Europa? Mittlerweile sehen das die deutschen, die österreichischen und noch mehr die französischen Oberhirten so. Es gibt viele selbstkritische Äußerungen zur eigenen Vergangenheit. Und die Weltkirche, der Vatikan? Fehlanzeige! Dort weist man eigenes Versagen oder gar Mitschuld weit von sich: Einzelne Katholiken vor Ort haben gefehlt, wir nicht! – so das Credo.

weiterlesen

Neandertaler misshandelten ihre Toten

Postmortale Schnittspuren auf den Oberschenkelknochen des Neandertaler-Kindes © M.D. Garralda et al.

Nicht gerade pietätvoll: In Frankreich haben Archäologen Neandertaler-Überreste entdeckt, die nach dem Tod systematisch zerstückelt und geschlagen wurden. Auch von anderen Fundstellen in Europa sind solche posthumen Misshandlungen bekannt. Ob dies als Teil eines Rituals geschah oder es von Kannibalismus unter den Neandertalern zeugt, ist bisher allerdings rätselhaft.


scinexx

Lange Zeit war umstritten, ob die Neandertaler ihre Toten in besonderer Weise bestatteten oder sie einfach irgendwo ablegten. Doch in den letzten Jahren häuften sich die Hinweise auf echte Begräbnisse, vor allem durch Funde im französischen La Chapelle-aux Saints. Dort liegen die Skelette in Gruben, die vermutlich eigens für ihre Bestattung gegraben wurden, um sie vor Tieren und der Witterung zu schützen.

Doch eine neue Analyse von Funden in der Nähe von Marillac-le-Franc im Südwesten Frankreichs werfen nun ein anderes Licht auf die Bestattungs-Gepflogenheiten der Eiszeitmenschen. María Dolores Garralda von der Universität von Bordeaux und ihre Kollegen untersuchten die Knochen von zwei Neandertaler-Erwachsenen und einem Kind, die vor rund 57.000 Jahren an diesem Ort lebten.

weiterlesen

Anthropozän: Zeitalter des Menschen

Menschheitsspuren. Staudämme verändern das Antlitz der Erde – und nicht nur optisch. Sand und andere Sedimente werden aufgehalten und ganze Landschaften verändert. – Foto: AFP

Der Mensch verändert die Erde enorm – Grund genug, gleich eine neue geologische Epoche auszurufen? Das Für und Wider wird hart diskutiert.


Von Richard Monastersky|Spektrum.de

Nachdem fast alle Dinosaurier aus dem Naturhistorischen Museum in Washington DC abtransportiert sind, wirkt die Fossilienhalle ziemlich leer. Langsam schlendert der Paläobiologe Scott Wing durch den Raum, der mit seinen dunkel gestrichenen Wänden wie eine tiefe Höhle wirkt. Wing arbeitet mit einem ganzen Team an der 45 Millionen Dollar teuren Neugestaltung der Ausstellungsfläche der Smithsonian Institution. Zur Neueröffnung der Räume im Jahr 2019 werden hier nicht nur die vergangenen Erdzeitalter mit den üblichen Exponaten wie Tyrannosaurus rex und Triceratops geboten – ein ganzer Bereich soll dann speziell der Spezies gewidmet sein, die derzeit die Erde beherrscht. “Die Besucher sollen sich ihrer Rolle auf der Welt bewusst werden: Der Mensch verändert sie nämlich stärker, als viele meinen”, sagt er.

Die neue, etwas provokante Ausstellung gilt dem Anthropozän, jenem kurzen Abschnitt in der langen Erdgeschichte, in dem der Mensch zur treibenden geologischen Kraft wurde. Allein durch den Bergbau wurden mehr Sedimente verschoben, als alle Flüsse der Erde je geschafft haben. Homo sapiens verursachte die Erderwärmung, ließ die Meeresspiegel ansteigen, zerstörte die Ozonschicht und bewirkte die Versauerung der Ozeane.

weiterlesen

Humans Have Been Hacking Their Bodies for Thousands of Years

The oldest prosthetic. Credit: Jon Bodsworth

Body hacking seems like a modern technological concept, buoyed on by advances in robotic prosthetics, brain-computer interfaces, and cyborgian literary themes. But the integration of non-human hardware into the body is actually among humanity’s most primordial obsessions, and it has dominated our imaginations for tens of thousands of years.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

For starters, take the “Lion Man of the Hohlenstein Stadel,” thought to be the oldest zoomorphic sculpture ever found. It was carved about 40,000 years ago in Germany, and depicts a human body casually topped off with lion’s head.

Concept pieces like this seem to indicate that our early ancestors were as restless about the limitations of the human body as we are today, and enjoyed beta-testing wildly imaginative hybrid species in their artwork and stories.

To that point, the Lion Man is far from the only zoomorphic figure that pops up in prehistoric artwork. From bison-men to the bizarre, multi-animal mashup known as the Sorcerer, pushing the limits of the human body—if only conceptually—has been a preoccupation of our species for a very long time.

read more

Geschürte Hysterie über (russische) U-Boote vor der Küste Schwedens?

Der schwedische General Anders Grenstad muss zurückrudern. Bild: forsvarsmakten.se

Schwedens Armee muss einräumen, dass es sich bei einem mutmaßlichen U-Boot um ein ziviles Schiff handelte, beharrt aber weiter darauf, Mitte Oktober eines ausgemacht zu haben


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Was war es letztes Jahr für eine Aufregung, als angeblich am 17. Oktober und danach noch zweimal in den Schären vor der Küste Stockholms ein Objekt gesichtet worden war, das für ein U-Boot gehalten wurde – natürlich für ein russisches. Das schwedische Militär bezeichnete die Berichte als “sehr glaubwürdig” und sprach davon, man habe “Unterwasseroperationen” beobachtet (Schweden: Steckt hinter der verdächtigen “Unterwasseroperation” Russland?). Bis Ende Oktober wurde mit großem Aufgebot mit Kriegsschiffen, Minensuchbooten und Hubschraubern nach dem vermeintlichen U-Boot gesucht. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Zur selben Zeit hatte die schwedische Regierung beschlossen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Kurz nachdem die erste Suche abgeblasen worden war, wurde eine zweite Suche gestartet, weil von hatte Ex-Oberstleutnant Sven-Olof Kviman wieder ein mögliches U-Boot gesehen worden war. Die Geschichte entwickelte sich wie die Jagd nach dem Ungeheuer von Loch Ness.

weiterlesen