Ersatz für „Hitlerglocke“ in Rheinland-Pfalz eingeweiht

Einweihung einer neuen Glocke in der Wendelinuskapelle © Andreas Arnold (dpa)

Die neue Glocke der Wendelinuskapelle im Landkreis Südliche Weinstraße ist mit einem Festgottesdienst eingeweiht worden. Sie ist der Ersatz für die sogenannte Hitlerglocke, die wegen Aufschrift und Hakenkreuz abgehängt wurde.

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Wolfgang Volz vom Vorstand des Heimatvereins St. Wendelinus läutete am Sonntag in Essingen den neuen Klangkörper.

Die alte Glocke von 1936 trägt unter anderem die Aufschrift „Als Adolf Hitler Schwert und Freiheit gab dem deutschen Volk, goß uns der Meister Pfeifer Kaiserslautern“ und ein Hakenkreuz. Sie ist künftig in einem Museum untergebracht. Die neue Glocke trägt die Inschrift „Einer ist euer Meister, Christus; ihr aber alle seid Brüder“, ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium. Diese Worte standen auf einer Glocke, die einst im Turm hing, während des Zweiten Weltkriegs aber eingeschmolzen wurde.

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Der Erdkern ist „undicht“

Seit 2,5 Milliarden Jahren tritt Kernmaterial in den Erdmantel über, wie nun eine Isotopenstudie nahelegt. © Johannes Gerhardus Swanepoel/ thinkstock

Schleichende Diffusion: Der Erdkern ist offenbar seit rund 2,5 Milliarden Jahren undicht – seither tritt ständig Kernmaterial in den Erdmantel aus. Forscher haben diese „Leckage“ nun anhand veränderter Anteile von Wolfram-Isotopen im Mantelgestein aufgespürt. Die Analysen belegen aber auch, dass der Erdkern in der Frühzeit des Planeten noch dicht war. Das Leck muss demnach durch einen danach einsetzenden Prozess entstanden sein, so die Wissenschaftler.

scinexx

Der Erdkern ist ein ebenso prägender wie rätselhafter Bestandteil unseres Planeten. Erst durch seine Kombination aus festem und flüssigem Eisen bekommt die Erde ihr Magnetfeld, denn die Strömungen im flüssigen äußeren Kern treiben den Geodynamo an. Gleichzeitig liefert die Hitze des Erdkerns die Energie, die Phänomene wie die Plattentektonik, Mantelplumes und den Vulkanismus ermöglichen. Zu den Rätseln des Erdkerns gehört dagegen, wann der feste innere Kern erstarrte.

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Meeresspiegel steigt in der Arktis um 2,2 Millimeter pro Jahr

Der Meerespiegel steigt – das werden künftig auch Städte wie New York City zu spüren bekommen.Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angere

Forscher stellen große regionale Unterschiede fest. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska fand ein Anstieg um zehn Zentimeter in 22 Jahren statt

derStandard.at

Eine Auswirkung des Klimawandels ist, dass der Meeresspiegel steigt, daran gibt es mittlerweile keinen Zweifel mehr – allerdings tut er das nicht überall gleichmäßig. Im Gegenteil: Forscher registrieren regional extreme Unterschiede. Der durchschnittliche Anstieg in der Arktis lag bei 2,2 Millimetern jährlich und damit unter dem globalen Mittel von etwa drei Millimetern pro Jahr, wie nun ein dänisch-deutsches Forscherteam im Fachblatt „Remote Sensing“ berichtet.

Die Forscher der Technischen Universität München (TUM) und der Technischen Universität Dänemark (DTU) entdeckten, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt – teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels hingegen stieg das Meer in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter und damit doppelt so viel wie in der Arktis insgesamt.

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Can Neuroscience Understand Free Will?

Perhaps free will won’t forever be an issue philosophers mull over for a lifetime. Whatever the result, there’s always the ironic answer to the question of whether we have free will: “Of course we do. We have no choice.” Screengrab via The Good Place / YouTube

In The Good Place, a cerebral fantasy-comedy TV series, moral philosophy gets teased. On YouTube, the show released a promotional video, “This Is Why Everyone Hates Moral Philosophy,” that gets its title from a line directed at Chidi, a Senegalese professor of moral philosophy who suffers from chronic indecision: The pros and cons of even trivial choices have long paralyzed him.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

We see him, as a precocious boy, urged to get on with picking teammates for a soccer game. Flustered, Chidi explains, “I have to consider all the factors: athletic strategies, the fragile egos of my classmates, and gender politics! Should I pick a girl as a gesture toward women’s equality, or is that pandering? Or do I think it’s pandering because of my limited male point of view? I’m vexed!” The kids waiting to play shake their heads, facepalming. A friend later insists he “fix his brain.” An M.R.I., courtesy of a neuroscientist named Simone, shows he’s fine. “Wow, there are actual answers here—data you can observe, and learn from,” Chidi says. “Yeah, man! Science is all about getting answers,” Simone replies. “You philosophers can spend your entire life mulling over a single question. That’s why everyone hates moral philosophy professors.” Both of them chuckle and she adds, “No offense.”

This is mock-hate, born of love. Before Mike Schur, the show’s creator, started shooting scenes, he paid a visit to the UCLA moral philosopher Pamela Hieronymi for insight. She’s interested in the sort of control humans have over our intentions and emotions, and how it might differ from control over our actions. Her favorite thought experiment comes from a 1983 paper, “The Toxin Puzzle,” by Gregory Kavka. A delightful head-scratcher, it invites you to imagine that an eccentric billionaire has offered you a deal: If you merely intend to drink a toxin tonight, at midnight, that will make you painfully ill for a day, he will wire you a million dollars—it’ll be in your bank tomorrow morning. A sophisticated and reliable brain scanner will determine whether you really formed the intention to imbibe the toxin. After you have the funds in your bank account, you’re free to decide not to drink it. An easy way to become a millionaire, no? Just intend to drink it for the scanner and, once you have the cash, switch your intention.

The sense of freedom we have to act on our moral understanding is regulated and vulnerable, and can break.

This is absurd, of course, and that’s Kavka’s point: We don’t have that sort of control over ourselves. If you intend to drink it (for the sake of the scanner) but also intend, later, to not drink it (to avoid the sickness), you’re really intending to not drink it. Our intentions are only “partly volitional,” Kavka says. “One cannot intend whatever one wants to intend any more than one can believe whatever one wants to believe. As our beliefs are constrained by our evidence, so our intentions are constrained by our reasons for action.” The sense that you have of being in control, of having free will, is just that—a sense. And it can break.

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Der Kümmeltürke ist in Wirklichkeit Deutscher

Kümmelblüte – (c) imago/CHROMORANGE (CHROMORANGE / Weingartner)

Dass etwas getürkt ist, kommt nicht daher, dass Türken besonders kreativ im Fingieren wären.

Erich Kocina | Die Presse.com

Warum gibt es eigentlich die Redewendung, dass etwas getürkt ist, wenn von einer Manipulation die Rede ist? Nun, die Annahme, dass Türken besonders kreativ im Fingieren wären, steckt nicht dahinter. Eigentlich eher umgekehrt, wenn man einen möglichen Deutungsversuch betrachtet. So kursiert die Geschichte, dass 1895 bei der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal) im Hafen von Kiel Vertreter aller seefahrenden Nationen zu einem Galadinner geladen waren. Sobald einer ankam, wurde die Nationalhymne des entsprechenden Landes gespielt. Doch als ein türkisches Schiff landete, stellte die Kapelle fest, dass man die Hymne nicht kannte – also spielte man, da auf der Flagge ein Halbmond zu sehen war, „Guter Mond, du gehst so stille“. Daraus soll sich die militärische Wendung „einen Türken bauen“ entwickelt haben.

Eine andere Erklärung rührt vom sogenannten Schachtürken her – einem Gerät, das im frühen 18. Jahrhundert für Aufsehen sorgte. Eine Puppe in türkischer Tracht spielte scheinbar von selbst und unter mechanischem Knarren gegen echte Gegner Schach. Allein, im Inneren verbarg sich keine Maschine, sondern ein professioneller Schachspieler. Und somit, liegt die Vermutung nahe, war der Automat eben getürkt.

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Vatikan-Rätsel um vermisstes Mädchen: Experten entdecken «Tausende» von Knochen

Experten öffnen am Samstag das sogenannte Beinhaus auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. (Bild: DTM MS / Vatican Media Handout)

1983 verschwand die damals 15 Jahre alte Tochter eines Vatikan-Dieners. Seitdem ranken sich um ihren Verbleib Verschwörungstheorien. Nun könnte ein Knochenfund neue Erkenntnisse bringen.

Neue Zürcher Zeitung

Der Vatikan will mit einem neuen Anlauf das Rätsel um ein vor 36 Jahren verschwundenes Mädchen lösen: Ein Expertenteam entdeckte am Samstag «Tausende» von Knochen auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. Anhand dieser Überreste soll nun nicht nur geklärt werden, ob es die Überreste verschwundenen Tochter eines Vatikan-Dieners, Emanuela Orlandi, sind. Gesucht wird mittlerweile auch nach den Gebeinen zweier adeliger Frauen, die auf dem Friedhof bestattet worden sein sollen.

Um den Verbleib Orlandis ranken sich seit Jahren Verschwörungstheorien. Die damals 15-Jährige verschwand 1983 nach dem Besuch einer Musikschule. Auf der Suche nach ihr hatte der Vatikan Mitte Juli zwei Gräber auf dem deutschen Pilgerfriedhof Campo Santo Teutonico öffnen lassen: Von Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Doch überraschenderweise waren die beiden Gräber leer.

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7.000 neue Spezies auf der Roten Liste der bedrohten Arten

Die Roloway-Meerkatze zählt heute zu den seltensten Primaten Afrikas. Die IUCN stuft sie als „stark gefährdet“ ein.
Foto: Hans Hillewaert [cc;3.0;by-sa]

Insgesamt hat die Weltnaturschutzunion die Lage von 105.000 Arten untersucht. 28.000 davon sind direkt vom Aussterben bedroht

derStandard.at

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat der Roten Liste 7.000 bedrohte Arten hinzugefügt. In der neuesten Fassung der Roten Liste sind somit 105.000 Arten aufgeführt, von denen 28.000 als direkt vom Aussterben bedroht gelten. „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo“, erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar.

Primaten, Fische und Bäume sind demnach vor allem durch die Rodung der Wälder und Überfischung bedroht. Im Mai hatte der Weltrat für Biodiversität (IPBES) in seinem Bericht gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten schon „in den kommenden Jahrzehnten“ ausgestorben sein könnte, sollte die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht ändern. Die Wissenschafter forderten vor allem „tiefgreifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

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Kassel: 10.000 Gegendemonstranten empfangen 120 Rechte

Kundgebung in Kassel – imago images / Eibne

Rechtsextreme marschierten in Kassel auf, um gegen eine „Instrumentalisierung“ des Verbrechens an Walter Lübcke zu protestieren.

Die Presse.com

Rund 10.000 Menschen haben am Samstag in Kassel gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen demonstriert. Die Kundgebung der Rechten fiel wesentlich kleiner aus, rund 120 von ihnen versammelten sich auf einem Platz außerhalb der Innenstadt. Sie protestierten gegen eine angebliche mediale Vorverurteilung im Zusammenhang mit der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Trotz eines Großaufgebotes der Polizei kamen sich Rechtsextreme und Gegendemonstranten zeitweise bis auf wenige Meter nahe. Flaschen flogen, es gab Gerangel mit Einsatzkräften. Laut Polizei wurden 31 Personen zeitweise fest- oder in Gewahrsam genommen.

Seit den Morgenstunden war die nordhessische Stadt in einer Art Ausnahmezustand: Busse und Bahnen hatten in der Innenstadt den Betrieb eingestellt. Die Polizei kontrollierte an Bahnhöfen, Teile der Stadt waren gesperrt. Das Stadtbild beherrschten die Gegendemonstranten, ein Bündnis gegen Rechts hatte zu zahlreichen Veranstaltungen aufgerufen und zog bereits vor Ankunft der Rechten mit 3.000 Menschen durch Kassel.

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Mit Strom das Gehirn ankurbeln

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project

Die Gehirnleistung ist von elektrischen Frequenzen im Kopf abhängig – US-Forscher zeigen, wie die Stimulierung von Theta-Wellen das Denken verbessern könnte

Christian Wolf | der Standard.at

Ein Orchester funktioniert nur, wenn alle Mitglieder im gleichen Takt fein aufeinander abgestimmt miteinander spielen. Auch im menschlichen Gehirn ist sehr vieles eine Sache des guten Timings. Es kann allerdings vorkommen, dass einzelne Hirnregionen untereinander aus dem gemeinsamen Takt geraten. Das hat unerwünschte Folgen. Oft ist es auch eine Altersfrage. Bekanntlich lässt mit den Lebensjahren auch das Gedächtnis nach. Betroffen vom Alterungsprozess ist sehr oft das Arbeitsgedächtnis. Dieses System im Gehirn hält, ähnlich wie der Arbeitsspeicher eines Computers, diejenigen Informationen präsent, die im Moment benutzt werden.

Älteren Menschen fällt es schwerer, Informationen kurzzeitig im Gedächtnis zu behalten. Sie haben etwa Schwierigkeiten, sich die Zwischensummen beim Kopfrechnen zu merken oder eine Telefonnummer kurzfristig im Gedächtnis zu behalten, bevor sie sie niederschreiben. Einer Theorie zufolge hängt das Nachlassen des Erinnerungsvermögens im Alter genau damit zusammen, dass Hirnregionen, die an Gedächtnisleistungen beteiligt sind, nicht mehr optimal untereinander koordiniert und synchron aktiv sind. Damit können sie auch nicht mehr so gut kommunizieren.

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Suche nach Orlandi im Vatikan geht weiter – keine neuen Erkenntnisse

Bild: © katholisch.de

Bei der Suche nach der vor 36 Jahren verschwundenen Schülerin Emanuela Orlandi sind auf dem deutschen Friedhof im Vatikan zwei weitere Gräber geöffnet worden. Dabei seien Überreste gefunden worden, die nun untersucht werden müssten.

katholisch.de

Eine neuerliche Suche im Vatikan nach der vor 36 Jahren verschwundenen Schülerin Emanuela Orlandi ist am Samstag ohne Zwischenergebnis unterbrochen worden. Wie Vatikansprecher Alessandro Gisotti mitteilte, brachte die Öffnung von zwei unterirdischen Gebeinkammern im deutschen Priesterkolleg Campo Santo Teutonico am Petersdom Überreste zutage, die einer ersten Begutachtung unterzogen wurden. Auf Anordnung der vatikanischen Staatsanwaltschaft würden die morphologischen Analysen der Funde kommenden Samstag fortgesetzt, hieß es. Die Bergung und die ersten Untersuchungen dauerten den Angaben zufolge sechs Stunden.

Die Nachforschungen sollen Licht in das Schicksal der jungen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi bringen, die am 22. Juni 1983 vom Musikunterricht nicht nach Hause zurückgekehrt war.

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Auch Schwebfliegen wandern

Die Hainschwebfliege ist eine von 450 in Deutschland vorkommenden Schwebfliegen-Arten. © Will Hawkes

Vom Festland auf die Insel: Auch Schwebfliegen gehören zu den Zugtieren unter den Insekten. Wie Radarbeobachtungen enthüllen, pendeln jedes Jahr bis zu vier Milliarden dieser Tiere zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland hin und her. Die Schwebfliegen sorgen dadurch für wichtigen Nachschub an Bestäubern und transportieren auch Pollen und Nährstoffe über den Ärmelkanal, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Zugvögel sind nicht die einzigen Tiere, die im Rhythmus der Jahreszeiten um die Welt reisen. Auch manche Fische, Säugetiere und sogar Insekten pendeln alljährlich zwischen ihren Winter- und Sommerlebensräumen. So legt beispielsweise der Monarchfalter auf seinem Weg zwischen Nord- und Südamerika viele tausend Kilometer zurück und auch der Distelfalter oder die Wanderlibelle sind echte Langstreckenflieger.

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Mittelalter: Sergius wird Papst – der Beginn der „Pornokratie“ im Vatikan

Im 10. Jahrhundert geht es im Vatikan wenig christlich zu: Es ist die Zeit der Pornokratie zwischen der Inthronisierung von Sergius III. im Jahr 904 und der Absetzung von Johannes XII. im Jahr 963. Es geht um Macht und Einfluss. Außerdem spielen zwei Mätressen eine entscheidende Rolle.

Deutschlandfunk Nova

Als Karl der Große im Januar 814 stirbt, setzen Nachfolgekämpfe innerhalb der karolingischen Dynastie ein. Der stabilisierende Einfluss des römischen Kaisertums in Italien und im Vatikan geht zu Ende und ein Vakuum entsteht.

In der Folge geht es im Vatikan wenig christlich zu: Päpste kämpfen um Macht und Einfluss auf weltliche Entscheidungen. Mächtige italienische Familien versuchen, Kandidaten auf den Heiligen Stuhl zu bringen, die ihnen nahe stehen.

Der Einfluss von Theodora und Marozia

Zwischen 904 und 963 herrscht die sogenannte Pornokratie im Vatikan. Es ist die Zeit zwischen der Inthronisierung von Sergius III. als Papst im Jahr 904 und der Absetzung von Johannes XII. im Jahr 963.

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Wenn Gedenken zur Performance verkommt

Bild: Kein & Aber

Yishai Sarids Roman „Monster“ ist ein fiktionaler Bericht an den Direktor von Yad Vashem. Das Buch schlägt einen Bogen vom Holocaust zur politischen Gegenwart – und rechnet bitterböse mit der israelischen Erinnerungskultur ab.

Von Lena Bopp | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was bedeutet die Erinnerung an den Holocaust den wenigen, die noch leben? Und was macht sie mit denen, die Erinnerung lernen? Yishai Sarid antwortet darauf in seinem Buch „Monster“, das vor allem Leser in Israel im Blick hat, wo diese Erinnerung ein identitätsstiftendes Merkmal ist, mit fast bösartiger Klarheit: Die Erinnerung hält jeden gefangen, und sie macht alle wahnsinnig.

Gleich zu Beginn gesteht der namenlose Ich-Erzähler, er habe in seinem Leben eigentlich etwas anderes vorgehabt und sei in die Holocaust-Forschung nur „aus pragmatischen Gründen“ gelangt. Zur Diplomatenausbildung hatte ihn das Außenministerium nicht zugelassen, und den Job als Iran-Experte für den militärischen Nachrichtendienst wollte er nicht. Als Historiker, so wurde ihm signalisiert, blieben ihm damit nur die Holocaust-Studien – ganz so, als könne es für Historiker, die sich mit etwas anderem beschäftigen, in Israel kein Auskommen geben. Bald bietet der junge Doktorand auch Führungen durch die Gedenkstätte Yad Vashem an. Später kommen Touren durch die Konzentrationslager in Polen hinzu, die rasch zu seiner vornehmlichen Beschäftigung werden, weil sie ihn und seine kleine Familie ernähren. Als Guide von Schülergruppen, denen er in Polen die Maschinerie der Vernichtung erläutert, vergehen seine Jahre.

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Metronom unseres Gehirns entdeckt?

Was hält unser Gehirn im Gleichtakt? © image jungle/ istock

Neuronaler Taktgeber: Wissenschaftler haben Neuronen entdeckt, die als „Metronom“ unseres Gehirns fungieren könnten. Diese Taktgeber scheinen neuronale Prozesse in Einklang zu bringen und so die koordinierte Verarbeitung von Sinnesreizen zu ermöglichen. Bei Mäusen verbessert die gleichmäßige Aktivität der Metronom-Zellen die Wahrnehmung von Berührungsreizen, wie das Team berichtet. Weitere Studien müssen nun zeigen, ob es ähnliche Taktgeber auch im menschlichen Gehirn gibt.

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Unser Gehirn ist sekündlich zahlreichen unterschiedlichen Reizen ausgesetzt. Wie schafft es das Denkorgan, all diese Signale koordiniert zu verarbeiten? Neurowissenschaftler vermuten schon länger, dass dies durch eine Art Metronom gelingt – einen Taktgeber oder Synchronisator, der neuronale Signale aus unterschiedlichen Bereichen des Gehirns in Einklang bringt und so unter anderem die Verarbeitung sensorischer Reize koordiniert.

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75 Jahre Hitler-Attentat: „Kirchen haben grandios versagt“

Reichsmarschall Hermann Göring (helle Uniform) und der Chef der ‚Kanzlei des Führers‘, Martin Bormann (l.), begutachten die Zerstörung im Raum der Karten-Baracke im Führerhauptquartier Rastenburg, wo Oberst Stauffenberg am 20. Juli 1944 eine Sprengladung zündete, mit der Absicht Hitler zu töten – APA/dpa/Heinrich Hoffmann/UPI

„Christlicher Widerstand kam von Einzelpersonen, aber nicht von der Amtskirche“, mahnt Historiker Wolfgang Benz zur Vorsicht im Umgang mit der Rolle des Glaubens beim Widerstand gegen den Diktator.

Die Presse.com

Am 20. Juli 1944 versuchte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. Doch der Umsturzversuch deutscher Offiziere scheiterte, der Diktator überlebte leicht verletzt. Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden hingerichtet. Das offizielle Deutschland wird am Samstag im Berliner Bendlerblock, der Hinrichtungsstätte der Attentäter, der damaligen Ereignisse gedenken. Schon vorab meldete sich der Berliner Historiker Wolfgang Benz zu Wort – und zwar mit äußert kritischen gegenüber der Kirchen.

Man sollte die Rolle des Glaubens beim Widerstand gegen Hitler nicht überbewerten, betonte Benz: „Die beiden Kirchen haben grandios versagt – christlicher Widerstand kam von Einzelpersonen, aber nicht von der Amtskirche“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ laut Kathpress anlässlich des 75. Jahrestags des Hitler-Attentats.

Zugleich warnte der Historiker vor einer Verklärung der Tat: „Ich sehe es mit einem gewissen Unbehagen, wenn zum 20. Juli ausschließlich an Stauffenberg erinnert wird und die kleine Gruppe um ihn, die unendlich spät, zu spät, nur noch eine symbolische Tat begangen hat.“ Es gehe gerade heute im Sinne des „demokratischen Erbes“ darum, den ganzen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den Blick zu nehmen: „Die Konservativen haben bislang immer vor allem den militärischen Widerstand in den Blick genommen, der aber ganz spät kam.“

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Gericht erlaubt Aufmarsch von Rechten in Kassel

Mitglieder und Sympathisanten der Partei „Die Rechte“ dürfen am Samstag am Kasseler Hauptbahnhof aufmarschieren. Eine Beschwerde der Stadt Kassel gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts sei zurückgewiesen worden, teilte der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) am Freitag in Kassel mit.

evangelisch.de

Der Stadt sei es nicht gelungen deutlich zu machen, dass mit der Versammlung der Rechten eine Verunglimpfung des Andenkens an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) verbunden und die öffentliche Ordnung gefährdet sei. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. (AZ: 2 B 1532/19)

So könnten am 20. Juli, dem 75. Gedenktag des Attentats auf Adolf Hitler, in Kassel Rechtsextreme und Gegendemonstranten aufeinander treffen.

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Kellers 200. Geburtstag: Atheismus zur Verschönerung der Welt

Älter geworden, nahm er Abschied von den Freuden des dramatisch üblen Endes: Gottfried Keller Bild: Picture-Alliance

Schreibfaul, streitlustig und an der Schwelle zur Moderne: Zum zweihundertsten Geburtstag von Gottfried Keller, dem Entschleuniger des Erzählens.

Von Jochen Hieber | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Immer öfter geht es gut aus. In Gottfried Kellers erzählerischen Hauptwerken, den beiden Fassungen des Romans „Der grüne Heinrich“ und den zehn Novellen der zweibändigen Sammlung „Die Leute von Seldwyla“, überwiegen das gelinde und das glückliche Ende. In die biographische Reihe gebracht: Je älter der Autor wird, desto abholder ist er dem traurigen, gar tragischen Finale.

Er ist Mitte dreißig, als zwischen 1853 und 1855 die erste Version des „Grünen Heinrichs“ in vier Bänden erscheint – und auf ein doppeltes Desaster hinausläuft. Heinrich, ein nach sieben Jahren gescheitert aus der Fremde heimkehrender Kunstmaler, begegnet, kaum ist die Heimat in Sicht, dem Trauerzug für die tote Mutter und stirbt kurz danach an gebrochenem Herzen und seiner Sohnesschuld. Diesen „zypressendunklen Schluss“ hat Keller rasch bedauert. Er war der Hauptgrund für die lange erwogene Revision des Romans, die aber erst ein Vierteljahrhundert später verwirklicht wurde. Jetzt trifft Heinrich die Mutter zwar schon auf dem Sterbebett, aber noch bei Bewusstsein an. Nach ihrem Tod wird er selbst noch Jahrzehnte vor sich haben, dabei ein kleines Staatsamt versehen und bei getrennter Behausung ein vertrautes Zusammensein mit der um einiges älteren Jugendliebe Judith erfahren.

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Cern liefert neue Ergebnisse zum Higgs-Boson

Kandidaten für das Higgs-Boson, die Atlas-Experimenten am Cern entstammen. Das schwer fassbare Boson zerfällt rasch in zwei Elektronen (grün) und zwei Myonen (rot).Illustr.: ATLAS/CMS/CERN

Jenes Teilchen, das Materie Masse verleiht, steht nach wie vor im Visier von Partikelphysikern. Kommende Upgrades am Cern könnten weitere Ergebnisse liefern

derStandard.at

Dass Elementarteilchen eine Masse besitzen, ist unter anderem dem sogenannten Higgs-Teilchen zu verdanken, benannt nach dem britischen Physiker Peter Higgs. Nach dessen Theorie, die er bereits in den 1960er-Jahren skizzierte, erhalten Teilchen (außer dem Higgs-Boson selbst) ihre Masse durch die Wechselwirkung mit dem allgegenwärtigen Higgs-Feld.

Seit dem Nachweis dieses Partikels am Kernforschungszentrum Cern bei Genf vor rund sieben Jahren, der Peter Higgs den verdienten Nobelpreis bescherte, werden diese merkwürdigen Wechselwirkungen intensiv erforscht. Dank höherer Energien im Teilchenbeschleuniger und noch mehr Teilchenkollisionen konnten Cern-Forscher die Eigenschaften des Higgs-Teilchens mittlerweile genauer ergründen als je zuvor. Von den aktuellen Ergebnissen berichteten sie nun bei einer Konferenz in Belgien.

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Israelische Archäologen entdecken 1200 Jahre alte Moschee in der Negev-Wüste

Die Moschee mit einer runden Gebetsnische sei vermutlich von den Bauern in der Region genutzt worden, sagten die Archäologen. (Bild: Anat Rausiuk / Handout / Epa)

Israelische Archäologen haben laut eigenen Angaben die Überreste einer mindestens 1200 Jahre alten Moschee in der Negev-Wüste im Süden des Landes entdeckt. «Eine kleine, städtische Moschee – datiert ins 7. oder 8. Jahrhundert – ist ein seltener Fund auf der ganzen Welt, besonders aber in dem Gebiet nördlich von Beerscheva», teilten die Ausgrabungsdirektoren, Jon Seligman und Shahar Zur, für die israelische Altertumsbehörde am Donnerstag mit. Kein vergleichbares Gebäude sei in dem Gebiet bisher entdeckt worden.

Neue Zürcher Zeitung

Die Überreste der Moschee wurden in der Beduinenstadt Rahat gefunden. Die rechteckige, nach oben offene Moschee mit einer runden Gebetsnische sei vermutlich von den Bauern in dem Gebiet genutzt worden, hiess es von den Archäologen. Das Gebäude sei in Richtung Mekka ausgerichtet gewesen.

Während der Ausgrabungen seien zudem ein Bauernhof aus dem 6. oder 7. Jahrhundert entdeckt worden sowie eine kleine Siedlung aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Diese habe aus Häusern mit Wohnzimmern, Innenhöfen, Lagerräumen und Feuerstätten für die Essenszubereitung bestanden.

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Rote Riesen vertiefen Rätsel um kosmische Expansion

Ein bestimmtes Stadium von Roten Riesensternen lässt sich als Messlatte für die kosmische Expansion nutzen. Der über sie ermittelte Wert für die Hubble-Konstante sorgt nun für Überraschung. © NASA

Zwischen den Stühlen: Astronomen haben das Tempo der kosmischen Expansion erstmals mithilfe von Roten Riesen ermittelt – und ein überraschendes Ergebnis erzielt. Denn ihr neuer Wert für die Hubble-Konstante liegt zwischen den mittels Supernovae und Cepheiden einerseits und der kosmischen Hintergrundstrahlung andererseits ermittelten Werten. Das wirft nun neue Fragen darüber auf, was hinter dieser rätselhaften Diskrepanz steckt.

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Klar ist: Unser Universum dehnt sich aus – und diese Expansion hat sich in den letzten Milliarden Jahren sogar noch beschleunigt. Doch das genaue Tempo der kosmischen Ausdehnung ist strittig – und damit auch der Wert der Hubble-Konstante – einem der Grundpfeiler unseres kosmologischen Standardmodells. „Die Hubble-Konstante ist der Parameter, der den Maßstab, die Größe und das Alter des Kosmos setzt“, erklärt Wendy Freedman von der University of Chicago.

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