Archiv der Kategorie: Geschichte

Vatikan: Türkei verhindert Messe des Papstes in Armenien

Während des Ersten Weltkriegs starben Hunderttausende armenische Christen im Osmanischen Reich. – EPA

Die Türkei hat laut einem Bericht der türkischen Zeitung Vatan einen Gottesdienst des Papstes in Armenien zum hundertsten Jahrestag der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg verhindert.


Radio Vatikan

Statt des von Armenien vorgeschlagenen Gedenkgottesdienstes in Eriwan am 24. April sei nun eine Messe nach armenischem Ritus im Vatikan am 12. April geplant, meldete die Zeitung am Montag. An der Messe im Petersdom nehmen die zwei obersten Würdenträger der Armenisch-Apostolischen Kirche teil. Es handelt sich um den Patriarchen Karekin II. und Catholicos Aram I.

Das Nein des Heiligen Stuhls zum armenischen Vorschlag sei nach Einsprüchen des türkischen Botschafters beim Vatikan, Mehmet Pacaci, zustande gekommen, berichtet die Zeitung.

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Heidegger Antisemitismus: Es denkt ja keiner mehr

Martin Heidegger (1889-1976). Foto: dpa

Fortgesetztes Streiten, und jetzt steht offenbar eine neue Runde bevor: Ist die Philosophie Heideggers noch zu retten?


Von Dirk Pilz|Frankfurter Rundschau

Und noch einmal 500 Seiten Heidegger. Band 97 der Gesamtausgabe, „Anmerkungen I – V (Schwarze Hefte 1942 – 1948)“. Sehr viel über das „Geschwätz“ allerorten und die „heute Stil gewordene Angst vor dem Denken“, über die „machenschaftliche“ Technik, über die Demokratie („Deckname für den planetarischen Schwindel“) – und über den Nationalsozialismus. Das ist nicht überraschend.

Vor einem Jahr erschienen die ersten drei Bände dieser „Schwarzen Hefte“, benannt nach der Farbe des Einbandes: Notizen Heideggers in schwarzen Kladden. Die Gesamtausgabe ist keine historisch-kritische, keine, die Streichungen, Ergänzungen und Änderungen dokumentiert, sondern eine „Ausgabe letzte Hand“. Sie wurde noch vor Heideggers Tod 1976 begonnen, und er wollte gern, dass diese „Schwarzen Hefte“ die Gesamtausgabe abschließen. Sie waren ihm besonders wichtig, um 1970 hat er sie noch einmal genau durchgesehen.

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Kometen haben Merkur völlig eingerußt

MESSENGER image of Mercury. Credit: NASA/JHU/AP​L/CIW

MESSENGER image of Mercury. Credit: NASA/JHU/AP​L/CIW

Merkur ist dunkler als der Erdmond – doch keiner weiß warum. Jetzt zeigt sich: Schuld ist wohl Kohlenstoff.


Von Lars Fischer|Spektrum.de

Merkurs Oberfläche reflektiert weit weniger Licht als die des Erdmondes, doch niemand weiß warum P;- dem innersten Planeten fehlen jene Eisenminerale, die viele andere Himmelskörper eindunkeln. Dieses lange ungelöste Rätsel hat nun ein Team um Megan Bruck Syal vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien vermutlich gelöst. Nach den Ergebnissen der Forscherin sind Mikrometeoriten verantwortlich – kleine Bruchstücke von Kometen, die in großen Mengen auf Merkur niederrieseln und dabei sehr viel dunklen Kohlenstoff auf die Oberfläche bringen. Laut Bruck Syal macht dieser Ruß bis zu sechs Prozent des Oberflächenmaterials aus.

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Experiments show that impact material is significantly darkened when impacts occur in the presence of complex organics. Credit: NASA/Ames/Brown Univers​ity

China’s Mysterious Stone Circles May Have Been Used For Sacrifice

Stone circles in the Gobi desert, one km north of Flaming Mountains, in Northwest China’s Xinjiang Uygur autonomous region. About 200 stone circles of varying sizes and styles have been found in a 20,000-square-meter area. Experts speculate the circles were sacrificial sites.[Photo/CCTV Weibo]

Mysterious stone formations found in China’s Gobi Desert may have been built thousands of years ago by sun-worshipping nomads who used them for sacrifice, a local expert has announced. 


By Ed Mazza|The Huffington Post

About 200 of the circular formations have been found near Turpan City in the northwestern part of the country, China Daily reported.

Although they had been known to locals, especially those from the nearby village of Lianmuqin, the formations were first discovered by archaeologists in 2003. Some began to dig under the stones to search for graves. China’s CCTV reported that no graves have been found, and local government has stepped in to stop the digging to protect the sites.

Now one archaeologist has said he believes the circles were used for sacrifice.

Across Central Asia, these circles are normally sacrificial sites,” Lyu Enguo, a local archaeologist who has done three studies at the circles, told CCTV.

Dr. Volker Heyd, an archaeologist at the University of Bristol, told MailOnline that similar circles in Mongolia were used in rituals.

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Ein winkender Nanoroboter aus DNA

DNA ist ein gut geeigneter Baustein für Nanoroboter und -maschinen. © C. Hohmann / NIM

Ein Roboter mit beweglichen Armen, ein Buch, das sich öffnet und schließt und ein schaltbares Zahnrad – auf den ersten Blick scheint dies nichts Besonderes. Doch diese Objekte sind winzig klein und bestehen aus DNA. Mit Hilfe einer neuen Methode haben deutsche Forscher diese auf neue Weise flexiblen Nanoroboter konstruiert – und bereiten so den Weg für anwendbare Nanomaschinen mit beweglichen Teilen.


scinexx

Der Trend in der Nanotechnologie geht hin zu Bauteilen, die sich selbstorganisiert zusammensetzen und die sich zudem durch möglichst einfach steuern lassen. Neben Minimotoren oder sogar einem Nano-Düsenantrieb aus Metall nutzen Forscher dabei vor allem Biomoleküle wie die DNA als Baumaterial. Denn ihre fast schon automatische Paarung komplementärer Basenbausteine sorgt von allein dafür, dass sich die Erbgutstränge miteinander verbinden.

Neue “Klebstoff” macht Nanomaschinen beweglicher

Allerdings: “Wenn man mit DNA-Basenpaaren baut, erhält man stabile Bindungen, die aber schwer wieder zu lösen sind”, erklärt Hendrik Dietz von der TU München. “Bisher musste man deshalb dynamische, also bewegliche Strukturen sehr einfach gestalten, um mit möglichst wenig Basenpaaren auszukommen.” Dietz und sein Team haben nun jedoch einen neuen DNA-“Klebstoff” gefunden, der komplexere und beweglichere Nanomaschinen möglich macht.

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A Compilation of Neil deGrasse Tyson’s Best Arguments and Comebacks

Here’s a compilation of Neil deGrasse Tyson‘s best arguments and comebacks. (I could watch this all day.)


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Image: Friendly Atheist

Religiöse Toleranz im Alten Ägypten

Die Symbole Halbmond, Menora und Kreuz schmücken im Bode-Museum in Berlin eine Wand auf dem Weg zur Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil”. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Es geht auch friedlich: Die Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil” im Berliner Bode-Museum zeigt das alltägliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. In Ägypten ging es bis zum Mittelalter dabei erstaunlich tolerant zu.


Von Rocco Thiede|Deutschlandradio Kultur

Abraham, der Urvater und Archetypus für den Glauben an den einen Gott ist Titelgeber der Ausstellung “Ein Gott” im Berliner Bode-Museum. Er ist das Bindeglied zwischen Judentum, Christentum und Islam. Friederike Seyfried leitet seit 2009 als Direktorin das Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ägyptologin ist eine der Kuratorinnen des über fünf Jahre geplanten Ausstellungsvorhabens. Frau Seyfried erläutert, wie es zur Ausstellungsidee “Ein Gott –Abrahams Erben am Nil: Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter kam:

Das Christentum in Ägypten existiert nicht ohne den Islam und beide existieren nicht ohne das Judentum. Da die Geschichte der drei Offenbarungsreligionen am Nil eine der längsten gemeinsamen Geschichten hat, haben wir uns überlegt, wir wollen eine Ausstellung machen, aber zu allen drei Religionen.”

Der Titel der Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben” ist ganz bewusst gewählt und Programm. Das unterstreicht auch Friederike Seyfried:

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Dark Matter Is Dark Even to Other Dark Matter

Image: NASA

Dark matter’s claim to fame is that it doesn’t interact very well with regular matter. Thanks to the electromagnetic force, we here in the world of normal matter get to experience photons and electrons as light and electricity, but dark matter misses out. This is the whole problem with directly detecting the stuff, which would seem to mostly just interact via gravity. As such, dark matter might be viewed as a ghost universe unto itself, mingling but never “touching.”


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

New observations courtesy of NASA’s Hubble Space Telescope and Chandra X-ray Observatory offer an interesting twist to our (typical) conceptualization of dark matter. It seems that it doesn’t even interact with itself, at least in terms of exchanging momentum. This is to say that if you fire a dark matter cannonball at a dark matter wall, the ball will just sail on through. It’s not the most unexpected thing, but it allows physicists to now add new additional constraints to dark matter models, offering a clearer picture of what the stuff even is (or should be).

The new NASA results are published in the current issue of Science. They’re based on observations of colliding galactic clusters, where enormous amounts of dark matter are found mingling with individual galaxies, stars, and huge clouds of gas. These clusters offer a natural laboratory for astronomers to study interactions between dark matter and regular matter via gravitational lensing, which is the main way that dark matter makes itself visible.

“Specifically, what these collisions reveal is dark matter’s interaction “cross-section,” which is a measurement of attenuation, or how much resistance a material puts up against another material (how easily the cannonball travels through the wall). The astronomers were able to come up with a self-interaction cross-section for galactic dark matter by tracing the behavior of 72 different galactic clusters, which are visible to Hubble and Chandra from many different angles and at different times.

The basic idea is that as a galaxy cluster collides with another galaxy cluster, their respective constituent stars shouldn’t slow down very much as gas clouds offer low resistance to stars, while the stars themselves are spaced so far apart that collisions would be rare enough to not offer much of a barrier. (The star component of galactic clusters would have a very small interaction cross-section.) Meanwhile, dueling colliding gas clouds would interact, basically grinding to a halt (a very large interaction cross-section).

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​Read more: “Does the Sun Have a Heart of Dark Matter?

Die Raumsonde Gaia – beispiellos und beispielhaft

Die Raumsonde Gaia, derzeit im Lagrange-Punkt 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bild: Esa/Heise.de

Das vielleicht wichtigste Teleskop im Weltraum wird bald erste Ergebnisse liefern. Die Menge und Qualität von Sternpositionen bis weit in die Milchstraße, aber auch darüber hinaus, verspricht einzigartig zu sein. Aber auch methodisch könnte die Raumsonde zeigen, wie gute Wissenschaft funktioniert.


Von Alexander Unzicker|TELEPOLIS

Auch in der Astronomie ist das Einfachste oft das Beste. Das Beobachten der Sternparallaxe, eine kleine Winkelverschiebung der Position durch Änderung des Beobachterstandpunkts, ist die verlässlichste Entfernungsmessung der Astronomie. Was das menschliche Auge intuitiv beim Stereosehen verarbeitet, hat die Raumsonde Gaia (Ursprung: Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik) zu technischer Perfektion gebracht – wobei sie als “Augenabstand” den Durchmesser der Erdbahn verwendet.

Natürlich muss man für große Distanzen im Kosmos auf andere Methoden zurückgreifen, zum Beispiel um uns die typischerweise Milliarden Lichtjahre Entfernung der Galaxien erkennen zu lassen. Jedoch sind alle anderen Methoden von Annahmen abhängig, die sich in der Geschichte der Astronomie oft schon als dramatisch falsch herausgestellt haben – so unterschätzte Edwin Hubble, der Pionier der Kosmologie, die Größe des Universums fast um den Faktor zehn.

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Genetik: Der Genschatz der Isländer

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island ist eine wahre Fundgrube für Genetiker: Eine homogene Gruppe, lange von der Außenwelt abgeschottet. Die Entschlüsselung des isländischen Genoms soll helfen, Risiken früh zu erkennen und neue Heilmethoden zu finden.


Moderator Dominik Schottner|DRadio Wissen

Die Isländer sind ein überschaubares Volk. Auf einer Fläche so groß wie Bayern, leben rund 300.000 Menschen. Nicht mehr als in Bielefeld, Augsburg oder Chemnitz. Rund sechs Jahrhunderte lang blieben die Isländer unter sich. Das führte dazu, dass die Menschen nah miteinander verwandt sind und der Genpool recht homogen ist.

“Es gab ein riesiges Experiment von Inzucht auf der Insel. Das hatte keine schlimmen Folgen, aber vergleichsweise sind die Isländer viel enger miteinander verwandt als hier in Deutschland.”

Michael Lange, Wissenschaftsjournalist

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Martin Heidegger: Deutsche Angst vor dem Geist der Schwarzen Hefte

Lieber nicht zu nahe rangehen an das philosophische Untier! Martin Heidegger bei einer Diskussion in Tübingen 1961 Foto: picture alliance / IMAGNO/Franz

Mit jedem nachgelassenen Tagebuch wird der Philosoph Martin Heidegger ein bisschen nationalsozialistischer. Nun soll sein Lehrstuhl abgeschafft werden. Ein Unsinn, gegen den Tausende protestieren.


Von Hannah Lühmann|DIE WELT

Manchmal ist es, als wäre Heidegger gar nicht gestorben, sondern heimlich hier geblieben, um den Leuten auf die Nerven zu gehen. Wahrscheinlich spukt sein grundsätzlich eher missgelaunter Geist in irgendeinem Existenzwinkel der Welt herum und freut sich bei jeder neuen Debatte heimlich darüber, dass ihm so viel Aufmerksamkeit zuteil wird. Er freut sich, wenn die Leute seine nachgelassenen Tagebücher, die sogenannten “Schwarzen Hefte”, auf Antisemitismus abklopfen, und er freut sich, wenn sie herauszufinden versuchen, ob seine Philosophie nun in ihrem Wesen nationalsozialistisch ist oder nicht.

Er freut sich, denn er steht immer noch im Mittelpunkt, und außerdem versteht sowieso niemand, was er verstanden hat, nämlich alles.

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Kindesmissbrauch: Setzt sich Gewalt in der Familie fort

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Werden geprügelte Kinder später selbst oft zu prügelnden Eltern und misshandeln den eigenen Nachwuchs? Jein, sagen nun Forscher, die Betroffene 30 Jahre lang begleitet haben.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Dass Kinder, die daheim regelmäßig Opfer von häuslicher Gewalt werden, später zu Eltern heranwachsen, die ihren eigenen Nachwuchs ebenfalls häufiger misshandeln, ist eine weit verbreitete Annahme. Tatsächlich ist bisher aber unklar, wie groß der Einfluss solcher bedrückenden Kindheitserfahrungen tatsächlich ist. Während manche Forschungsarbeiten darauf hinweisen, dass Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, fanden andere keinen Effekt. Ein neues Licht auf dieses Thema wirft nun eine Studie, die Wissenschaftler um Cathy Widom von der City University of New York im Fachmagazin “Science” veröffentlichten. Ihre aufwändige Langzeituntersuchung demonstriert: Die Antwort auf die Frage, ob Opfer später tatsächlich häufiger selbst zu Tätern werden, hängt vermutlich auch entscheidend davon ab, wen man fragt.

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This Mysterious Object Survived a Face-Off with a Black Hole

VLT images of G2 at peribothron. Credit: ESO/A. Eckart

Strange things are afoot at the Milky Way’s galactic center, and astronomers are watching the drama unfold.
New images released today by the European Southern Observatory reveal that against all odds, a gigantic dust cloud known as G2 has survived its closest approach with our galaxy’s supermassive black hole—which suggests it might be more than a simple dust cloud. These images were taken with the ESO’s Very Large Telescope (VLT) in Chile, and they provide the most detailed look at G2 ever produced.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

t turns out that G2 has emerged from its encounter not only intact, but barely fazed.

This is definitely not what astronomers expected to happen. When G2 was first identified as a gas cloud in 2011, it was taken for granted that the galactic core would rip it to shreds when it reached peribothron—the term for an object’s closest approach with a black hole.

Multiple research teams were assembled to watch the carnage unfold over the summer of 2014. There were expectations of cosmic “fireworks” erupting as G2 was consumed by the ravenous core, and anticipation about capturing the first approach of what was considered a “doomed” gas cloud.

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Mars-Rover Curiosity findet “brauchbaren” Stickstoff

Aus Einzelbildern zusammengesetztes “Selfie” von Curiosity auf dem Mars. Die kleinen grauen Punkte unten links sind Probebohrungen im Marsboden. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Weiterer Lebensbaustein auf dem roten Planeten: Curiosity hat eine für Lebewesen nutzbare Form von Stickstoff auf dem Mars gefunden. Nitrate kommen im Gestein und im Staub des Mars offenbar großflächig verteilt vor. Der Fund stützt zwar die Annahme, dass der Mars in der Vergangenheit ein lebensfreundlicher Planet war – allerdings stammen die Stickstoffverbindungen höchstwahrscheinlich nicht aus biologischen Prozessen, erläutern Wissenschaftler in den “Proceedings of the National Academy”.


scinexx

Stickstoff ist ein entscheidendes Element für alle bekannten Lebewesen: Er dient als einer der Grundbausteine für größere Moleküle wie DNA und RNA, in denen unsere gesamte genetische Information gespeichert ist. Stickstoff ist außerdem Teil des Rückgrats der Proteine, die von Muskeln bis Haaren unseren Körper bilden und fast alle biochemischen Reaktionen darin regulieren.

Auf der Erde kommt Stickstoff reichlich in der Atmosphäre vor, und auch auf dem Mars ist das gasförmige Element häufig. Allerdings gibt es bei diesem Stickstoff für Lebewesen ein Problem: Im molekularen Stickstoff (N2) sind zwei Atome so stabil miteinander verbunden, dass sie kaum mit anderen Molekülen reagieren. Für biochemische Prozesse ist N2 damit praktisch unbrauchbar. Der Stickstoff muss erst in nutzbare Formen überführt werden.

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Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Menschliche Intelligenz ist “kein Zufall”

intelligent_designWar die Entstehung von menschlichem Leben auf der Erde blanker Zufall oder etwas, das passieren musste? Darüber sind sich Evolutionsbiologen bis heute nicht einig. Der britische Forscher Simon Conway Morris glaubt nicht an eine zufällige Entwicklung von Intelligenz – und hält es für wahrscheinlich, dass sie sich auf anderen Planeten wiederholt hat.


Interview: Theresa Aigner|science.ORF.at

Warum haben wir dann aber noch keinerlei Beweise für die Existenz von außerirdischem Leben? Diese Fragen diskutiert der Paläobiologe von der Universität Cambridge heute an der Akademie der Wissenschaften in Wien – und vorab in einem science.ORF.at-Interview.

science.ORF.at: Die Entwicklung von intelligentem Leben auf der Erde war in Ihren Augen kein Produkt verschiedener Zufälle, sondern etwas, das passieren musste. Warum?

Simon Conway Morris: Das Leben auf der Erde hat sehr unterschiedliche Formen. Wir haben Bäume, Giraffen und Blauwale sowie tausende andere Pflanzen, Tiere und Pilze. Wenn man all das ein bisschen genauer betrachtet, zeigen sich immer wieder die gleichen biologischen Arrangements. Das nennt man “konvergente Evolution”.

Ein bekanntes Beispiel ist die Ähnlichkeit zwischen einem menschlichen Auge und dem eines Oktopus. Sie haben evolutionär zwar ganz unterschiedliche Ursprünge, dennoch sind sie sich sehr ähnlich. Konvergente Evolution bedeutet, dass sich Nervensysteme, Intelligenz oder die Fähigkeit Werkzeuge zu bauen, immer wieder an unterschiedlichen Stellen unabhängig voneinander entwickelt haben.

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Luthers Antijudaismus war kein Randthema

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Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg bezeichnet Luthers Antisemitismus als eine belastende Hypothek für die lutherischen Kirchen.


kath.net

Der Antijudaismus Martin Luthers (1483-1546) ist nicht lediglich ein „Randthema“ in der Theologie des Reformators gewesen. Zu diesem Ergebnis ist die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gekommen. Sie tagte vom 14. bis 17. März in Meißen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die theologische und politische Relevanz von Luthers Schriften über die Juden. Nach Ansicht der Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg (Berlin) stellen sie eine belastende „Hypothek“ für die heutigen lutherischen Kirchen dar. Sie müssten sich daher kritisch mit Luthers Äußerungen zu den Juden auseinandersetzen.

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“Beautiful Mind” John Nash erhält Abelpreis

John Forbes Nash, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Bekannt wurde er der Öffentlichkeit durch den Film “A Beautiful Mind”, nun erhält Nash gemeinsam mit Louis Nirenberg einen der prestigeträchtigsten Mathematikpreise.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Die Mathematiker John Forbes Nash von der Princeton University und Louis Nirenberg vom Courant Institute of Mathematical Sciences der New York University werden in diesem Jahr mit dem Abelpreis geehrt. Das gab jetzt die Norwegische Akademie der Wissenschaften bekannt. Die prestigeträchtige Auszeichnung – mitunter auch als der “Mathematik-Nobelpreis” bezeichnet – ist mit rund 700 000 Euro dotiert und gilt neben der Fields-Medaille als höchste Auszeichnung im Bereich der Mathematik.

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How the Artifacts ISIS Destroyed Are Being Digitally Reconstructed

In February, video footage emerged appearing to show ISIS fight​ers destroying artefacts at the Mosul Museum in Iraq. Figures in the video pushed over statues and took sledgehammers to the museum’s ancient relics.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

Since then, a project has been underway to restore these artefacts of cultural heritage—digitally.

P​roject Mosul is gathering images of the destroyed pieces to make 3D digital versions of them. Ultimately, it wants to put together a whole virtual museum to remember the lost treasures.

Matthew Vincent and Chance Coughenour are both part of a European project called ITN​-DC​H, or Initial Training Network for Digital Cultural Heritage: Projecting our Past to the Future, which is all about documenting and heritage digitally.

A crowdsourced image of the Mosul Museum facade. Image: ​Project Mosul​

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Der Krieg gegen Persien führte zum Sieg des Islam

Der oströmische Kaiser Justinian I. (um 482–565, hier in der Mitte seiner Hofleute und Generäle) konnte noch einmal weite Teile des Imperiums unter seiner Herrschaft vereinen Foto: picture-alliance / Helga Lade Fo

Nach dem Untergang des Römischen Reichs versuchten drei Herrscher, ein ähnlich mächtiges Imperium zu errichten. Der britische Historiker Peter Heather erklärt, warum zwei von ihnen scheiterten.


Von Berthold Seewald|DIE WELT

Der 21. März des Jahres 630 war ein großer Tag für die allerchristlichen Nachfahren der Caesaren. Kaiser Herakleios konnte das Heilige Kreuz, die wichtigste Reliquie der Christenheit, wieder in der Stadt aufstellen, in der Jesus einst den Tod gefunden hatte. Denn Jerusalem war wieder befreit von den Truppen des iranischen Großkönigs Chosrau II., der bis vor die Tore Konstantinopels vorgedrungen war.

Nach beinahe 60 Jahren Krieg hatte Byzanz scheinbar endgültig über den ewigen Feind im Osten, die Sassaniden, triumphiert. Der ganze Orient, vom Kaukasus über den Euphrat bis zum ersten Nilkatarakt, war wieder unter der Herrschaft vereint. (Ost-)Rom schien so mächtig zu sein, wie es zur Zeit des Augustus gewesen war.

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