Was einen Terroranschlag von einem Amoklauf unterscheidet

Einschusslöcher in der Scheibe eines Autohauses. Hier endete 2009 der Amoklauf von Winnenden, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen tötete. (Foto: dpa)
Wenn ein Muslim Zivilisten ermordet oder verletzt und dabei „Allahu Akbar“ ruft, dann ist er Terrorist. Oder vielleicht schwer gestört? So ganz einfach lässt sich das nicht unterscheiden.

Analyse von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Terroranschlag oder Amoklauf, Massenmord, School Shooting, Attentat, Anschlag oder Rache – die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, wie schwierig es inzwischen ist, die richtigen Begriffe für verschiedene Taten zu finden.

Als eine Gruppe von Al-Qaida-Mitgliedern 2001 vier Passagierflugzeuge entführte und in die Türme des World Trade Centers und ins Pentagon steuerte – eine weitere Maschine stürzte in Pennsylvania ab -, war die Sache klar: Terror. Genauso war es bei fast allen großen Anschlägen davor und für lange Zeit danach. In der Regel standen dahinter Mitglieder von organisierten Gruppen mit einer extremistischen politischen oder religiösen Agenda.

Schwieriger wird es dagegen, wenn einzelne Personen, die nicht Mitglieder einer Terrororganisation oder -gruppe zu sein scheinen (sogenannte Lone Actors oder Lone Wolves), Anschläge oder Attentate verüben. Die französischen Behörden etwa haben nur vage Verbindungen zwischen dem Massenmörder von Nizza, Mohamed Lahouaiej Bouhlel, und dem sogenannten „Islamischen Staat“ gefunden. Der 32-Jährige war offenbar labil, aggressiv, eine gestörte Persönlichkeit. Er hatte sich innerhalb kurzer Zeit radikalisiert und wurde von der Terrororganisation erst im Nachhinein als „Soldat des Islamischen Staates“ bezeichnet.

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Pflanzen können Metalle aus verseuchten Böden ziehen

Viel verseuchtes Gelände: Bergbauregion in Neukaledonien Foto: Privat / Neubauer (1)
Claude Grison ist eine gefragte Forscherin. Die französische Chemikerin kennt sich aus mit Pflanzen, die besonders viele Schwermetalle aufnehmen. In verseuchten Böden bewirken sie einiges.

Badische Zeitung

An der Wand stehen Plastikboxen voller getrockneter Blätter oder Pulvertütchen. Beschriftet sind die Behälter mit Pflanzen- und Ländernamen wie Neukaledonien, Gabun, China, Kreta. Aufgeklebte Fotos von den Blüten lassen erahnen, wie schön diese Pflanzen aussahen, bevor sie getrocknet ihre weite Reise zu Claude Grison angetreten haben.

Die französische Chemikerin steht im weißen Kittel in ihrem Labor im Norden von Montpellier. Sie nimmt einige der getrockneten Blätter in die Hand und schwärmt von ihnen.

„Diese Pflanzen sind wirklich außergewöhnlich“, sagt die 56-Jährige. Denn sie sind hart im Nehmen. Sie wuchsen auf belasteten Bergbauhalden, alten Industriebrachen, in verseuchten Gruben. An Stellen in aller Welt, von denen man dachte, dass dort nie mehr etwas sprießen würde. Wenn Grison diese Pflanzen bei ihren lateinischen Namen nennt, klingt das fast so, als würde sie einen Zauberspruch aufsagen: „Grevillea exul exul“ oder „Sedum plumbizincicola“ etwa.

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Confessions of a Former Apocalypse Survival Guide Writer

Covers from several survival and prep guides available on Amazon.
The first time I bid on a freelance job to ghostwrite a doomsday survival guide, I was only asked one question: Did I have experience writing for middle-aged Republican men? I told the client that I had experience writing for a wide variety of ages and political affiliations, which was noncommittal enough to be true.

By Christopher Moyer | MOTHERBOARD

The client said, “Sounds good, bro.”

We were off to the races.

It was 2009, and a surprisingly high number of people thought society might collapse in 2012, on or around December 21, in accordance with a supposed doomsday prediction in the Mayan long count calendar. (Unsurprisingly, this was not a view held by many scholars of Mesoamerican culture.) The film 2012, which concerns itself with the same subject matter, came out the same year. This was to be the basis for our apocalypse guide, my first. I’d just quit my full-time job and wanted to try my hand at ghostwriting, and this particular job listing was right at the top of the search results on a freelancing website. It certainly sounded more entertaining than most of the other job listings.

I didn’t know anything about the client, let’s call him Dimitri, other than that he lived in Florida, and that he had about $600 for me if I could pump out 100 pages on how to survive the end of the world. The only way to make a living on writing projects at these prices is to do them quickly. In some cases, freelancers are asked to “spin” extant books—that is, to essentially copy the structure and content of those books but to make them new enough to reasonably (and legally) market them as new products. This is related to, but still distinct from the practice of article spinning, in which the same human-written article is quickly reorganized and reworded to create one or more additional “new” articles. (This is often done by software that has a built-in spintax that replaces keywords in the text with synonyms.)

I had no particular survival expertise, but I could regurgitate reliable reference materials as well as anyone else.

I set to work. My plan was to keep the fringe thinking to a minimum and just provide basic entry-level survival information: ways to purify and store water, what foods worked well for stockpiling, signaling and first aid techniques, methods of cooking without electricity, and so forth. I had no particular survival expertise, but I could regurgitate reliable reference materials as well as anyone else.

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Die Stunde der Irren

Die jüngsten Anschläge haben immer weniger mit dem Islam und immer mehr mit psychischer Krankheit zu tun.

Von Peter Michael Lingens | profil.at

„Wegen euch bin ich gemobbt worden. Jetzt musste ich eine Waffe kaufen, um euch alle abzuknallen. Ich war in stationärer Behandlung.“ Das ist die Quintessenz des Gespräches, das jener 18 jährige Deutsch-Iraner, der nach menschlichem Ermessen in München zehn Menschen und dann sich selbst erschoss, mit einem Mann führte, der ihn vom Schießen abhalten wollte.

Ein psychisch offenkundig Schwerkranker vermochte eine Millionenstadt für Stunden lahm zu legen – uns es wird nicht die letzte Stadt sein.

Nach allem, was bisher bekannt ist, hat diese Tat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun. Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass auch dieser Täter irgendwann ein Video des IS angeschaut hat, wäre der Zusammenhang ein sekundärer.

Hier brechen sich Aggressionen Bahn, die höchstens am Rande mit Religion wohl aber mit den verschiedensten psychischen Störungen verbunden sind.

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Elf Millionen Jahre altes Robbenskelett entdeckt

Die rund elf Millionen Jahre alten Knochen eines Robbenskeletts wurden an der Ausgrabungsstelle präsentiert.Foto: dpa
Diese Kiesgrube ist für Fossiliensammler buchstäblich eine Fundgrube. Jetzt wurde ein etwa elf Millionen Jahre altes Robben-Skelett entdeckt.

DER TAGESSPIEGEL

Eine Gruppe von Hobby-Paläontologen hat ein schätzungsweise elf Millionen Jahre altes Robbenskelett in einer Kiesgrube nördlich von Hamburg ausgegraben. Der Fund in Groß Pampau sei eine kleine Sensation, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner am Samstag bei der Vorstellung des Fundes. Weltweit gebe es bisher kaum vergleichbare Funde aus dieser Zeit. Seit 1984 haben die engagierten Freizeit-Forscher in der Grube bereits zehn Skelette von Walen und Haien gefunden. Die Tiere schwammen nach ihren Erkenntnisse vor rund elf Millionen Jahren in der Ur-Nordsee, die damals weite Teile Norddeutschlands bedeckte.

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Wechseljahre sind Lebensphase und keine Krankheit

Sie wurden gepriesen, verteufelt, teilweise wieder rehabilitiert: Noch immer scheuen sich viele Frauen vor Hormonen in der Lebensmitte. Experten streiten über Vor- und Nachteile.

Von Juliette Irmer  | Spektrum.de

Frauen in den 1990er Jahren hatten es in den Wechseljahren leicht: Bei der ersten Hitzewallung gingen sie zum Frauenarzt und bekamen Hormone verschrieben. Kein Zaudern, kein Zweifeln, sondern die Zuversicht, von nun an gesünder und angenehmer durch diese Lebensphase zu gehen. Hormone versprachen glatte Haut, volles Haar, guten Schlaf, keine Hitzewallungen und ein geringeres Risiko für Herzinfarkt, Alzheimer und Knochenschwund. „Ab 40 haben viele Frauen aktiv danach gefragt“, erinnert sich Antje Huster-Sinemillioglu, niedergelassene Frauenärztin in Dortmund und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF). Kein Wunder also, dass Hormone damals zu den meistverkauften Medikamenten gehörten.

2002 wendete sich das Blatt radikal. Damals wurden die Ergebnisse der „Women’s Health Initiative“ (WHI)-Studie bekannt: Die Hormonersatztherapie erhöhe das Risiko für Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombose. So sehr, dass die Studie mit mehr als 16 000 Teilnehmerinnen nach fünf Jahren vorzeitig abgebrochen wurde. Die anschließende öffentliche Diskussion hatte drastische Folgen: Frauen brachen die Therapie ab, die Hormonverschreibungen gingen je nach Land um 50 bis 70 Prozent zurück, die Therapie-Leitlinien für Frauenärzte wurden weltweit geändert.

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Key Dark Matter Detection Experiment Again Comes Up Empty-Handed

Image: LUX
After 20-month search period, a key dark matter detection experiment has officially come up empty-handed, casting doubt on the existence of weakly interacting massive particles (WIMPS), which have been far and away the leading explanation for one of the biggest mysteries in astrophysics. This is according to new results from South Dakota’s Large Underground Xenon (LUX) detector presented Thursday at the Identification of Dark Matter Conference (IDM 2016) in Sheffield, England.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

“With this final result from the 2014-2016 search, the scientists of the LUX Collaboration have pushed the sensitivity of the instrument to a final performance level that is four times better than the original project goals,“ offered Rick Gaitskell, professor of physics at Brown University and co-spokesperson for the LUX experiment, in a statement. „It would have been marvelous if the improved sensitivity had also delivered a clear dark matter signal. However, what we have observed is consistent with background alone.”

To be clear, this doesn’t say anything about the existence of dark matter itself, just one of many possible explanations for dark matter. And, given that dark matter accounts for some 85 percent of all of the mass in the universe and is responsible for guiding and nurturing the development of galaxies, this is an explanation that’s ultimately at the very heart of how the universe wound up as we see it today. Far from a cosmic curiosity, dark matter and its surrounding mystery explains why we’re even here.

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Something Is Causing Siberia’s Tundra to Literally Bubble Underground

GIF: YouTube/Siberian Times
The frigid plains of northern Siberia are becoming a hotspot for mysterious geological phenomena. Over the past couple of years, sudden craters have been exploding from the permafrost-laden ground. Last month, we reported on a giant chasm in the Sakha Republic that looms so wide and deep, locals refer to it as a “gateway to the underworld.”

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Now, the frozen tundra on Siberia’s remote Belyy Island is home to the region’s newest aberration: eerie, rippling, underground bubbles.

In a video released today by the Siberian Times, researchers Alexander Sokolov and Dorothee Ehrich investigate a seemingly nondescript tract of grass that turns out to be a large, concealed pocket of… something. Kind of like a trampoline, the subterranean bubble forcibly undulates as Sokolov puts pressure on one side using his foot. According to the Russian scientists, a total of 15 blister-like patches were discovered on the island.

The researchers who captured the strange footage said both methane and carbon dioxide poured out of the bubble when it was punctured. It’s still unclear why or how these pockets of gas first formed, but it’s possible that an unusual heat wave caused permafrost to thaw, which allowed trapped methane gas to escape.

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Machteliten: Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus

Bild. heise.de
Auch 60 Jahre nach seinem Erscheinen hat Charles Wright Mills‘ Buch „The Power Elite“ nichts an Brisanz verloren.
Sein Name: Charles Wright Mills. Sein Geburtsort: Austin, Texas. Sein Beruf: Soziologe. Seine Berufung: Seine Aufgabe als kritischer Gesellschaftswissenschaftler ernst zu nehmen.

Von Marcus Glöckner | TELEPOLIS

Wer kennt heute noch den Namen dieses Mannes, der 1956 durch sein Buch „The Power Elite“ die Machtelitentheorie begründete? Obwohl Mills längst ein Klassiker der Soziologie ist, scheint die Arbeit des unangepassten Professors von der Columbia Universität in Vergessenheit geraten zu sein. Das ist bedauerlich, denn: Mills hat nichts Geringeres getan, als den demokratischen Charakter der USA auf den Prüfstand zu stellen. Dabei erkannte Mills: Trotz formal vorhandener demokratischer Strukturen hat sich eine Machtelite formiert, der es gelingt, demokratische Prozesse auszuhebeln.

Die Theorie der Machtelite ist heute, 60 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, aktueller denn je. In ihr finden sich die Schlüssel zum Verständnis einer aus guten Gründen gerade sehr aktuellen Diskussion über das Verhältnis zwischen Eliten und Bevölkerung.

„Das vorliegende Buch von C. Wright Mills ist vielleicht das aufschlußreichste, das nach dem Kriege über die Vereinigten Staaten von Amerika geschrieben wurde.“ Mit diesen Worten beginnt eine Vorbemerkung des Verlages zur deutschen Ausgabe von Mills‘ Werk über die Machtelite, das 1962 hierzulande auf dem Markt erschien. Die Aussage scheint hochgegriffen, doch wer das Buch des Professors, der eine Vorliebe für Motorräder hegte, liest, wird schnell feststellen: Hier hat jemand eine so grundlegende Arbeit geleistet, dass die Meinung des Verlages nicht einfach von der Hand zu weisen ist.

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Es braucht mehr Religion, um Extremismus zu bekämpfen

© Picture-Alliance In einem Prozess wollte eine Frau das Tragen des Kopftuches durchsetzen.
Wenn die Religion vollkommen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird, stärkt das religiösen Extremismus. Um Muslime besser integrieren zu können, das zeigt das Beispiel Frankreich, muss Religion stärker sichtbar werden. Ein Kommentar.

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Die Trennung von Staat und Kirche ist eine der großen Errungenschaften der abendländischen Zivilisation. Der Kampf hat Jahrhunderte gedauert – vom Wormser Konkordat im Jahr 1122 bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert, das die Vernunft über den Glauben stellte. Von da an wurde die Trennung vollzogen. Den einen Königsweg, wie sie zu gestalten sei, hat es indes nie gegeben.

Frankreich, das Land der Aufklärung, entwickelte die „republikanische Laizität“. Der Staat verstand sich als Agent des Fortschritts und versuchte, Religion, die so gesehen nur Aberglaube sein konnte, aus der Gesellschaft fernzuhalten. In keinem Land Europas wurde Religion so radikal aus der Öffentlichkeit verdrängt wie in Frankreich. Atatürk, der Gründer der Republik Türkei, machte sich dieses Modell zu eigen.

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Es gibt keine „reinrassigen“ Völker in Europa

Symbole verbinden: Apostel Paulus auf einem Pergament aus dem 9. Jh. / Bild: St. Gallen, Stiftsbibliothek
Die Kultur hielt europäische Völker seit dem Frühmittelalter zusammen, nicht deren Gene: Das beweisen nun Historiker und Genetiker. Demnach gab es keine „reinrassigen“ Völker.

Von Ronald Posch | Die Presse.com

Die Vorstellung, dass Völker biologische Einheiten sind, die sich durch gemeinsames Blut, Herkunft und Sprache auszeichnen, hielt sich lang, ob in der wissenschaftlichen oder der politischen Diskussion. „Das hieße aber, dass Völker so etwas wie Lebewesen sind, die einen eigenen Charakter haben und dazu bestimmt sind, miteinander zu leben oder unterzugehen“, sagt Walter Pohl, Direktor des Instituts für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Wittgenstein-Preisträger.

Pohl und ein internationales Team aus Historikern und Genetikern bewiesen nun in einem von der Europäischen Union geförderten ERC-Projekt mit historischen und naturwissenschaftlichen Methoden, dass das nicht stimmt.

Fünf Jahre lang untersuchten die Forscher, welche ethnischen und politischen Gemeinschaften nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches (476 n. Chr.) entstanden. Sie verglichen historische Texte und bereits existierende genetische Untersuchungen. Zudem nahmen sie selbst Hunderte Genproben aus mitteleuropäischen und italienischen Gräberfeldern.

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Judendiskriminierung in der chinesischen Provinz: Kuschen in Kaifeng

Viele Juden flüchteten aus Nazideutschland nach China. (Bild: Scherl / Keystone)
Bis vor kurzem waren die Juden der chinesischen Provinzstadt Kaifeng bei der Stadtregierung wohlgelitten. Man hoffte, durch sie zu mehr Touristen zu kommen. Nun stehen die Zeichen auf Repression.
 

Von Matthias Messmer | Neue Zürcher Zeitung

Noch bis vor einem Jahr fand man nur gute Worte füreinander: ein Beamter der lokalen Stadtregierung einerseits, der die Hoffnung verströmte, mit der Symbolik des in der Provinz Henan gelegenen Ortes Kaifeng als «Klein-Israel» könnte man Investoren aus dem Heiligen Land und den USA in diese chinesische Provinzstadt locken, und anderseits die Nachfahren einer einst blühenden jüdischen Gemeinde im Reich der Mitte, die glaubten, Chinas Regierung sei heutzutage tolerant genug, wenn nicht jüdische Religion, dann zumindest ein (auf Sparflamme existierendes) jüdisches Kulturleben zu erlauben.

Ein Jahr zugewartet

Doch es kam anders, wie so oft in China – und doch nicht ganz unerwartet. Aus Kaifeng, der Hauptstadt der nördlichen Song-Dynastie (960–1126), einst ein wichtiges Handelszentrum auf der Seidenstrasse, werden Nachrichten bekannt, die aufhorchen lassen: Seit dem Sommer vorigen Jahres ist es ausländischen Gruppenreisenden (es handelt sich dabei meist um jüdische Kulturtouristen) verboten, die Stadt, in der angeblich 500 bis 1000 Nachkommen der einst 5000 Mitglieder umfassenden jüdischen Gemeinde leben, zu besuchen. Des Weiteren seien die historischen Mikwaot, die traditionellen rituellen Bäder, mit Beton aufgefüllt und der Zugang im städtischen Museum zu den berühmten jüdischen Stelen versperrt worden.

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Your First Step to Becoming A Cyborg: Getting This Pierced In You

The North Sense. Image: Fabio/VH_desirestudios.co.uk
If you’ve always wanted to be a cyborg, an artificially-enhanced human with bionic technology, but you’ve always been too afraid of getting a chip in your wrist, North Sense might be your answer. The new product, which vibrates every time it senses the magnetic north, is hinged into your skin with piercing barbells.

By Nadja Sayej | MOTHERBOARD

Created by Cyborg Nest, a new company and online shop, North Sense is the first cyborg product in a series that will launch over the coming year. The company will show off its progress at an event in Las Vegas on July 26.

The company is co-founded by world-renowned cyborg artists Neil Harbisson and Moon Ribas alongside digital entrepreneur Scott Cohen, body modification artist Steve Haworth and Liviu Babitz, the former COO of the human rights organizations, Videre Est Credere.

“We aim to help as many people as possible become cyborgs,” said Liviu.

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Hat der Globale Krieg gegen den Terror den Terrorismus reduziert?

Französisch sprechender IS-Kämpfer ruft Muslime in Frankreich zu Anschlägen auf. Bild: heise.de
Zahlen zeigen, dass der Krieg im Irak den Terrorismus nachhaltig verstärkte und verbreitete, 2014 gab es das Maximum an Terroranschlägen und Toten

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nach den Anschlägen vom 11.9 2001 hat die US-Regierung den Globalen Krieg gegen den Terror ausgerufen. Die Kriegsermächtigungen des US-Kongresses, die den damaligen Präsidenten George W. Bush zum obersten Kriegsherrn machten, sind weiterhin gültig. Präsident Obama führt auf dieser rechtlichen Basis den Krieg weiter, der Kongress war bislang nicht in der Lage, die Kriegsermächtigung gegen das Taliban-Regime und al-Qaida und gegen den Irak zu beenden und neue Bedingungen für den Krieg zusetzen, den die USA weiterhin führt.

Obama, der vergeblich versuchte, die Kriege in Afghanistan und im Irak zu beenden, hatte schon im Glauben, al-Qaida weitgehend zerschlagen zu haben, die Verwendung des Begriff des Globalen Kriegs gegen den Terror (GWOT) untersagt (US-Regierung streicht den Ausdruck „Globaler Krieg gegen den Terror“), auch wenn jetzt der islamistische Terror sich allmählich erst wirklich ausbreitet. Das lässt auch die Frage entstehen, wie erfolgreich die militärische Bekämpfung des islamistischen Terrors, inklusive des Einmarsches in zwei Länder und dem Regime Change, war.

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Schwul und verstoßen: LGBTQ-Menschen, die in einer konservativen Sekte aufwachsen

Jacob Hutter, Bild: wikimedia.org/PD

Die Offenbarung kam ihm in Form des People Magazines.
Tyrone Hofer war damals 16 und lebte in einer Hutterer-Kolonie im südlichen Manitoba, Kanada. Er merkte früh, dass er irgendwie anders als seine Altersgenossen war. Bereits mit sieben sagte er: „Ich will kein Mädchen heiraten“, erinnert er sich.

Von Manisha Krishnan | VICE.com

„Ich habe es einfach gesagt. Ich hatte keine Ahnung warum“, sagt der mittlerweile 26 Jahre alte Tyrone gegenüber VICE.

2006 war das Jahr, in dem Tyrone eine Ausgabe des People-Magazine im Wohnzimmer seiner Eltern entdeckte. Auf dem Cover war das ehemalige N’Sync-Mitglied Lance Bass in einem blauen Hemd mit Stickereien zu sehen. Darunter standen die Worte: „Ich bin schwul.“

Tyrone wandte sich an seine Mutter—eine Hausfrau, die im Gemeinschaftsgarten und der Küche der Kolonie arbeitete—und fragte sie: „Mom, was bedeutet schwul?“, worauf sie antwortete: „Es ist böse, es ist abscheulich. Es ist nicht richtig.“

Nachdem er den Artikel gelesen hatte, erkannte Tyrone allerdings, dass das Wort auch ihn beschrieb.

„Wegen der Worte meiner Mutter dachte ich mir aber: ‚Oh mein Gott, sie dürfen das nie erfahren. Ich werde das mit ins Grab nehmen.'“

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Bundeslandwirtschaftsministerium setzt Historikerkommission ein

Themenbild. Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
Themenbild. Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
Nach einer Reihe anderer Ministerien will auch das Bundeslandwirtschaftsministerium seine Geschichte aufarbeiten lassen.

evangelisch.de

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) teilte am Donnerstag in Berlin mit, dass eine Historikerkommission eingesetzt worden sei, die insbesondere das Erbe des Nationalsozialismus in den Blick nehmen soll. In der Aufarbeitung soll es zudem um den Neubeginn des Ministeriums im Jahr 1949 und die parallele Entwicklung in der DDR gehen.

Unbequeme Aufarbeitung erwünscht

„Die historische Verantwortung verblasst nicht“, erklärte Schmidt. Er forderte eine Aufarbeitung, „die unbedingt und unbequem sein muss“. Der Bericht der Kommission soll im Frühsommer 2019 fertig sein. Schmidt kündigte öffentliche Workshops über Zwischenergebnisse an.

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Droht Frankreich ein Atomkraft-Blackout?

AKW Fessenheim. Bild: Florival fr/CC-BY-SA-3.0
Der Skandal um gefälschte Sicherheitszertifikate führt jetzt dazu, dass die Atomaufsicht Block 2 in Fessenheim abschalten ließ
 

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Dass das Atomkraftwerk in Fessenheim noch nicht definitiv abgeschaltet ist und weiter ein enormes Risiko für die Bevölkerung im Elsass, um Freiburg und in der Nordschweiz darstellt, ist schon an sich ein Skandal.

Die vielen Probleme des ältesten französischen Atomkraftwerks sind allseits bekannt. Sie reichen bis zur Tatsache, dass das Atomkraftwerk nicht einmal einen Wasserschaden verkraftet und deshalb schon einmal außer Kontrolle geriet (Fessenheim soll nach fatalen Vorgängen abgeschaltet werden). Doch nun hat die Tatsache, dass vom staatlichen Kraftwerksbauer Areva, der ohnehin pleite ist und zerschlagen wird, Sicherheitszertifikate in der Schmiede Creusot Forge gefälscht wurden, dazu geführt, dass sogar die nachsichtige Atomaufsicht die Abschaltung von Block 2 in Fessenheim angeordnet hat.

Wie die „Autorité de sûreté nucléaire“ (ASN) mitgeteilt hat, wurde wegen den Unregelmäßigkeiten das Prüfzertifikat für einen Dampfgenerator in Block 2 aufgehoben. „Wir sind derzeit nicht fähig, die Betriebsfähigkeit des installierten Dampfgenerators zu bescheinigen“, erklärte Julien Collet, stellvertretender Direktor der ASN, der Nachrichtenagentur AFP. In einer schriftlichen ASN-Mitteilung wird festgestellt, der Generator entspreche nicht den technischen Unterlagen, die der Behörde einst übermittelt wurden. Der Betreiber EDF hatte den Reaktor am 13. Juni heruntergefahren und habe der ASN zwei Tage danach die ersten Analysen zu den festgestellten Unregelmäßigkeiten übermittelt. Die Aussetzung des Prüfzertifikats habe die „Stilllegung des Dampfgenerators“ zur Folge und damit als Konsequenz auch die des Reaktors, heißt es in der ASN-Erklärung.

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The Hidden Science of the Missing Gravitational Waves

Illustration by Francesco Izzo, NAUTILUS
A relatively unknown experiment is already drawing conclusions from the sound of silence.

By Sarah Scoles | NAUTILUS

Space should be churned up like a speedboat-filled lake, crisscrossed by gravitational waves rushing at the speed of light in every direction. That’s because any kind of acceleration, of any kind of mass, will produce a gravitational wave. When you whoosh your arm through the air, you are launching a gravitational wave that will travel forever. The Earth produces gravitational waves as it orbits the sun. So do black holes that twirl around or crash into each other.

Every accelerating mass produces a signal, and all those signals should add together into a detectable background.

So where is it? Scientists have been trying to tune in to the staticky drone of gravitational wave background noise for years. An experiment that uses the timing of distant pulsars has been running for over a decade, searching for the portion of the background due to pairs of supermassive black holes. But they haven’t heard a peep.

Then, early this year, the Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO) achieved a positive detection of a single gravitational wave event, resulting from the merger of lighter, stellar-mass black holes. The more subtle mission of the pulsar timing experiments and their search for background seemed to get drowned out. They have, after all, produced a null result.

But sometimes silence speaks volumes.

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Four Billion Years Ago, the Moon May Have Taken a Punch from a Protoplanet

Mare Imbrium. Image: NASA/Lunar Reconnaissance Orbiter
Mare Imbrium, the lunar impact crater that forms the right eye of the pareidolic “Man in the Moon,” may have been formed by a protoplanet-sized object colliding with the young Moon, according to a study published Wednesday in Nature.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Authored by Pete Schultz, professor of planetary sciences at Brown University, and David Crawford of Sandia National Laboratories, the new research estimates that an object measuring about 275 kilometers (170 miles) in diameter impacted the lunar surface about 3.8 billion years ago, during a period known as the Late Heavy Bombardment, when planetary collisions were much more common than they are today.

This new size estimate is much larger than previous calculations of the Imbrium impactor’s dimensions, challenging prevailing theories about this chaotic era in the history of the solar system.

“We find that the Imbrium basin was formed by an object at least three times larger in diameter, or 30 times more massive [than previous estimates],” Schultz told me. “This has implications for the sizes of even larger impact basins on other planets, not to mention the Earth where the evidence has been largely erased” by geological processes like erosion and plate tectonics.

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Watch this Scientist Give a Step-by-Step Takedown of Anecdotal Evidence

Does a seemingly positive personal experience with a health treatment qualify as evidence that it works? According to biological scientist Jonathan Jarry, the answer is no, and he explains why in this video.
 

By Madison Margolin | MOTHERBOARD

„The plural of anecdote is not data,“ Jarry emphasizes. So even if a large body of people testify that a treatment such as reiki, or energy healing, worked for them, the collective anecdotes qualify only as „dirty data,“ he says.

Jarry points to examples of how patients suffering from cancer, the flu, or diffuse pain may successfully try reiki treatment—but the reduction or elimination of symptoms does not necessarily mean that the reiki was responsible.

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