Schlagwort-Archive: Abtreibung

Infolge einer Abtreibung stirbt alle elf Minuten eine Frau

Jedes Jahr sterben 47.000 Frauen weltweit an den Folgen einer Abtreibung. Das ergibt im Schnitt alle elf Minuten ein ausgelöschtes Leben. Dabei wären fast alle diese Tode vermeidbar.


Von Kathrin Witsch|Huffington Post

Diese Schätzung hat das “Guttmacher Institute” veröffentlicht, eine Non-Profit-Organisation, deren Daten auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet werden. Demnach gab es 2008 (das sind die neuesten verfügbaren Angaben) etwa 44 Millionen Abtreibungen weltweit, die meisten davon in Entwicklungsländern.

Abtreibung als Straftat

Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung. Fast alle Industrieländer haben zwischen 1950 und 1985 aus Gründen der Menschenrechte und Sicherheit ihre Abtreibungsgesetze liberalisiert. Da wirkt umso tragischer, dass die meisten Frauen nach einer Abtreibung in jenen Ländern sterben, wo es aufgrund der strikten Gesetzeslage keine andere Möglichkeit als eine illegale Abtreibung gibt, in Brasilien, Afghanistan, Chile und Nigeria etwa.

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Embryo als Projektionsfläche

Plakate von Abtreibungsgegnern an einer Hauswand in Warschau. Foto: © Silke Gondolf

Eine Dokumentation der Abtreibungspolitik in Polen, Deutschland und Frankreich offenbart, wie problematisch die Situation 45 Jahre nach den Protesten der Frauenbewegung ist – mit negativer Tendenz.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Dieser Film stellt keine Fragen. »Ein Menschenrecht« steht im Titel ohne nachgestelltes Fragezeichen, und die Programmierung als Teil des Themenabends »Mein Bauch gehört mir« schafft einen argumentativen Ausgangspunkt, der nicht zur Disposition gestellt wird. Die Entscheidung, nicht in die Grundsatzdiskussion über das Für und Wider von Schwangerschaftsabbrüchen einzusteigen, ist nicht nur pragmatisch – weil 52 Minuten nun einmal wenig Zeit für Exkurse lassen – sondern sie unterstreicht die klare Haltung des Films zu seinem Thema: Das Recht auf Abtreibung ist unveräußerlicher Teil des Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren eigenen Körper.

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Würden Verfassungsrichter auch Nudisten schützen?

Themenbild

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Aus dem Kopftuch-Urteil spricht eine Naivität, wie man sie sonst nur in Positionspapieren von Anthroposophen findet. Das Oberste Gericht hat eine ideologisch aufgeladene Entscheidung getroffen.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Wenn es um Glauben und Religion geht, mutiert jeder Unsinn zum Sinn. Religionsfreiheit zum Beispiel wird als die Freiheit verstanden, sich seine Religion aussuchen zu dürfen, so wie man in einem Sportverein seiner Wahl Mitglied wird oder selber bestimmt, wie man sich ernähren möchte: fleischig, vegetarisch oder vegan.

Aber Religionsfreiheit ist mehr. Sie bedeutet auch, keine Religion zu haben und von religiösen Zwängen verschont zu bleiben. So, wie das Wahlrecht auch die Möglichkeit einer Wahlenthaltung bietet. Dass sich gläubige Menschen in Gotteshäusern versammeln, dient nicht nur dem Wunsch, gemeinsam zu beten.

Es ist auch eine Art von Rücksichtnahme gegenüber der Öffentlichkeit. Beim Beten beobachtet zu werden oder betende Menschen zu beobachten, kann so peinlich sein, wie einem Paar beim Sex zuzusehen, das vergessen hat, die Gardinen zuzuziehen. Exhibitionisten und Voyeure mögen so etwas stimulierend finden, die meisten törnt es eher ab.

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Abtreibung: „Käfig aus Schuld und Scham“

Nicht wenige Frauen leiden nach einer Abtreibung unter seelischen Folgeschäden. Und auch darunter, mit niemandem darüber sprechen zu können Foto: WDR/ARTE

Abtreibung ist ein Tabu. Viele Frauen leiden darunter, nicht über die psychischen Folgen sprechen zu können. Im Rahmen eines Themenabends zeigt Arte am Dienstag eine Dokumentation mit unerwarteten Zwischentönen.


Von Sebastian Schramm|pro Medienmagazin

Schätzungen zufolge hat jede fünfte Frau einmal in ihrem Leben abgetrieben, stellt der Dokumentarfilm „Tabu Abtreibung. Warum länger schweigen?“ von Renate Günther-Greene fest. Nur die wenigsten bekennen sich offen dazu. Verlust, Schuldgefühle und Bestrafungsängste, sogar posttraumatische Belastungsstörungen, sind oft die Folge des Eingriffs. Über diese Nöte aber werde nicht gesprochen, beklagt Günther-Greene. „Reden wir heute nicht darüber, um nicht vor den Karren der Lebensschützer gespannt zu werden?“, fragt sie im Film.

Eine solche Tabuisierung hat Günther-Greene selbst erlebt: „Auch ich habe abgetrieben“, sagte sie. 40 Jahre danach seien die Erinnerung daran, und mit ihr Schmerz- und Schuldgefühle, plötzlich „wie ein Bumerang“ zurückgekehrt. Um ihre eigenen Emotionen besser verstehen zu können, sprach die Filmemacherin mit 36 betroffenen Frauen und Experten über Symptome wie Angsterkrankungen und Depressionen, die nach einem solchen Eingriff auftreten können.

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Kompetenz eines Präsidentschaftskanidaten: Christ sein

Ben Carson hat Ambitionen auf das höchste US-Amt Foto: Gage Skidmore (flickr) | CC BY-SA 2.0

Benjamin Carson besitzt weltweit Anerkennung als exzellenter Neurochirurg. Jetzt liebäugelt er mit dem US-Präsidentenamt. Warum seine Operation „Oval Office“ heikel werden könnte, erklärt der Journalist und ehemalige Washington-Korrespondent Uwe Siemon-Netto.


pro Medienmagazin

Benjamin (genannt „Ben“) Carson entstammt keiner wohlhabenden US-Politikergilde wie der Bush-Familie oder dem Kennedy-Clan. Dennoch, der Mediziner und bekennende Siebenten-Tags-Adventist will bei den US-Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr als Kandidat der Republikanischen Partei antreten. Carson stammt aus Detroit im US-Bundesstaat Michigan. In der einstigen Hochburg der US-Automobilindustrie waren im Jahr 2010 rund 83 Prozente der Einwohner Schwarze. Laut Statistik ist Detroit zudem eine der gefährlichsten Städte der USA. In einem Ghetto der mittlerweile heruntergekommenen Stadt ist Carson aufgewachsen. Uwe Siemon-Netto lebt und arbeitete als Journalist in den USA. Auf Anfrage von pro erklärt der langjährige Washington-Korrespondent: „Carson entstammt einem elenden Milieu. Er hat sich hochgearbeitet, die Ochsentour hinter sich. Der Mann wurde nie mit dem Silberlöffel gefüttert.“

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Latzels Leute: Bremens bekannteste Bekenntnisgruppe

9c0fa-jesus_walking_on_waterDie Evangelische St.-Martini-Gemeinde gehört zu der bunten Vielfalt der evangelischen Kirche in Bremen. Dort hielt Olaf Latzel seine umstrittene Predigt vom Januar 2015. Die Gemeinde steht hinter ihrem Pfarrer und wehrt sich gegen den Vorwurf des Fundamentalismus.


Von Mario Neumann|evangelisch.de

Eine proppenvolle Kirche, eine Stellungnahme zur Problem-Predigt von Olaf Latzel und am Ende des Gottesdienstes “standing ovations”: Gemeindemitglied Hans erinnert sich sehr deutlich an den Gottesdienst vom 8. Februar und stellt gleich klar: Der Applaus damals galt ganz bestimmt nicht Pastor Latzel, das war einfach zur Ehre Gottes. “Man hat den Segen gespürt. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich wusste: Hier steht Gott hinter dieser Gemeinde.”

Soll die Welt draußen doch toben, wie sie will, meint Hans und zieht eine Parallele zur Kreuzigung: Auch damals habe die Menge getobt und verlangt: “Gib uns Barabas”, als Pilatus sie vor die Wahl stellte. Jesus, den Sohn Gottes, nagelte sie ans Kreuz. “Da hat sich nicht viel geändert”, sagt Hans.

Der erzählfreudige Herr Anfang 50 kommt aus Ostfriesland und fährt rund eineinhalb Stunden, um beim Gottesdienst in St. Martini dabei zu sein. Der Stellungnahme der Gemeinde, inklusive der Entschuldigung für verbale Entgleisungen und dem Bekenntnis zu einem bunten Bremen, hat er nichts hinzuzufügen. Dass einzelne Gemeindemitglieder jetzt politische Vertreter beschimpfen, die sich in einer Entschließung “von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten” distanziert haben, findet er auch nicht gut. In der umstrittenen Predigt sei zum guten Miteinander mit Menschen anderer Religionen aufgerufen worden, das betont auch die Stellungnahme der Martini-Gemeinde. Gleichzeitig bleibe man aber theologisch beim christlichen Bekenntnis, sagt Hans: “Der Weg zum Heil führt allein über den Glauben an Jesus Christus.”

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AfD-Politikerin von Storch: Weniger Staat heißt mehr Familie – Bullshistic

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Die EU-Abgeordnete Beatrix von Storch (AfD) bezieht im kath.net-Exklusivinterview Stellung zu aktuellen, teils hochumstrittenen Fragen unserer Gesellschaft.


Von Michael Hageböck|kath.net

Die EU-Abgeordnete Beatrix von Storch engagiert sich gegen Christenverfolgung, setzt sich für Familie und das Lebensrecht ein. Aber auch wirtschafts- und bildungspolitisch vertritt die Bürgerrechtlerin bemerkenswerte Standpunkte. Michael Hageböck interviewte die AfD-Politikerin exklusiv für kath.net.

kath.net: 2014 nahmen Sie am „Marsch für das Leben“ in Berlin teil. Haben Sie sich bereits davor für den Lebensschutz engagiert?

von Storch: Ich bin schon seit einigen Jahren bei dem Marsch für das Leben dabei und trete für den Lebensschutz ein. Als überzeugter Christ ist es mir ein Bedürfnis, mich gerade auch für die Schwächsten unserer Gesellschaft einzusetzen. Für diejenigen, die noch keine Stimme, aber genau so wie wir ein Recht auf Leben haben. 100.000 Abtreibungen im Jahr! Man könnte verrückt werden bei dem Gedanken, wie viele tolle, einzigartige Menschen nie das Licht der Welt erblicken durften.

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Zwingen Sie Ihre religiösen Ansichten nicht Ihren Kindern auf

dawkins

Letzte Woche wurde in der Islington Gazette berichtet, dass der lokale Regierungsrat des Londoner Stadtteil Islington Schweinefleisch-Produkte aus dem Essen der Grundschule verbannt hat.


Von Richard Dawkins|RDF

Das Gerücht eines völligen Verbots wurde seitdem bestritten, und die Wahrheit ist unklar. Es gäbe in der Tat ein gutes Argument für ein Verbot, aus humanitären Gründen. Es gibt nach wie vor überzeugende Beweise dafür, dass Schweine ein Level von Intelligenz und Bewusstsein haben, welches mit unseren geliebten Haustieren vergleichbar ist. Aber solche humanen Überlegungen wurden hier nicht aufgeführt. „Durch den Verzicht auf Schweinefleisch auf der Speisekarte in unseren Schulen können wir Kosten senken und Lebensmittelabfälle reduzieren, um das Budget für das Schulessen unter finanziell schwierigen Umständen maximal zu verwerten“, wurde Stadtrat Joe Caluori, exekutives Mitglied des Rates für Kinder und Familien, in der Gazette zitiert.

Der eigentliche Grund wurde von einem anderen Sprecher des Rates verdeutlicht, wie in der Gazette zitiert und in der The Independent, eine von Großbritanniens renommiertesten nationalen Zeitungen wiedergegeben wurde: „Kleine Kinder, einige nicht älter als vier Jahre alt, mit verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen können nicht wissen, welche Lebensmittel Schweinefleisch enthalten oder nicht die Bedeutung erkennen, dies aufgrund ihrer Kultur oder ihres Glaubens zu meiden.“

Was auch immer wahr oder falsch an dem ursprünglichen Bericht über das Verbot ist, es steht etwas in diesem Zitat, was heraus sticht und einem ins Auge springt. „Ihr“ Glaube? Der „Glaube“ von vierjährigen Kindern? Kam es den Sprechern nicht in den Sinn, dass Kinder, die zu jung sind, die Bedeutung „ihres“ Glaubens zu erkennen, auch zu jung sein könnten um denselben Glauben ursprünglich zu besitzen? Wie kann der „Glaube“ für ein vierjährigen Kindes „wichtig“ sein, wenn es nicht einmal weiß, was sein Glaube ist?

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Bremen: Olaf Latzel, Abtreibungen und der Holocaust

Pastor Latzel fühlt sich missverstanden. Foto: dpa

Die Affäre um den strenggläubigen evangelischen Pastor Olaf Latzel, der in einer Predigt andere Glaubensrichtungen beschimpft hatte, weitet sich aus: Nach Darstellung von Eltern soll der Bremer bereits vor Jahren auf einem Kindergartenfest Abtreibung als Mord hingestellt haben.


Von Eckhard Stengel|Frankfurter Rundschau

Publik wurde der frühere Vorfall durch einen Leserbrief, den ein Vater jetzt in der Bremen-Ausgabe der „tageszeitung“ (taz) veröffentlichte. Auf Nachfrage der FR sagte der 49-jährige Physikprofessor, bei einem Kindergartenfest einer christlichen Elterninitiative habe Latzel über Abtreibung gesprochen, und zwar in dem Sinne, dass es sich dabei um Mord handele. Die rund 50 Kinder hätten diese Aussage nachsprechen sollen, damit auch ihre anwesenden Eltern es noch einmal aus ihrem Mund zu hören bekämen.

Die Mutter eines anderen Kindes bestätigte diesen Vorwurf weitgehend. Sie könne zwar nicht beschwören, dass Latzel das Wort „Mord“ verwendet habe, sagte die 47-jährige Beamtin aus der Bremer Senatsverwaltung zur FR – „aber etwas in der Art“. Mehrfach habe er die Kinder aufgefordert, dies wie eine Art Refrain zu wiederholen.

Der Pastor selbst sagte der FR, er habe vor den Eltern und Kindern davon gesprochen, „dass Abtreibung nicht in Ordnung ist“. Er lasse auch gerne Kinder etwas nachsprechen, aber er schließe aus, dass die Kleinen damals Aussagen zur Abtreibung wiederholen sollten.

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Bedford-Strohm: Trennung in “Evangelikale“ und “politische Christen” bringt nicht weiter

jesus

Die EKD kann vom Arbeitskreis Bekennender Christen (ABC) in Bayern lernen, wie man öffentlich mutig von Jesus Christus spricht. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm (München), am 7. Februar beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen dieses theologisch konservativen Zusammenschlusses in Nürnberg.


jesus.de

Wenn wir öffentlich reden, muss man merken, dass es kein gesellschaftlicher Kommentar ist, sondern dass eine geistliche Bedrängnis dahintersteht”, erklärte er: “Da können sie uns Beine machen.” Auf die Frage, was ihn am ABC störe, antwortete Bedford-Strohm, für ihn sei dann eine Grenze erreicht, wenn Christen anderen ihren Glauben absprächen: “Das nervt mich!” Er wünsche sich, dass das Schubladendenken innerhalb der evangelischen Kirche überwunden werde. Eine Trennung in “Evangelikale” und „Politische“ bringe nicht weiter. Ziel müsse vielmehr sein, dass sich alle Christen “demütig auf Christus ausrichten”.

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Beichte: Das ungeliebte Sakrament

geschlossener Beichtstuhl in der Mannheimer Jesuitenkirche. Bild: wikimedia.org/PD

Für Katholiken ist die Beichte eines der sieben Sakramente. Doch immer mehr Gläubige in Deutschland finden diese Praxis nicht mehr zeitgemäß. In Polen dagegen beichtet noch jeder Fünfte regelmäßig.


Von Marta Kupiec|Deutschlandradio Kultur

Vitus Seibel ist Jesuit. Zu Beginn seiner priesterlichen Laufbahn verbrachte er zwei Stunden täglich im Beichtstuhl der St. Michael-Kirche in München. Heute findet die Beichte einmal die Woche statt, Beichtstühle werden in manchen Kirchen als Abstellkammer zweckentfremdet, die Zahl der Beichtwilligen sinkt – sagt der 70-Jährige.

“Das hängt sicherlich mit der allgemeinen Säkularisierung zusammen und damit, dass ein Sünden-Bewusstsein sich geändert hat und vieles nicht mehr als Sünde angesehen wird, oder dass es viele Möglichkeiten der Sündenvergebung gibt, indem ich etwas bereue in der Heiligen Messe. Aber der allgemeine Trend ist: es geht ganz gut auch ohne die Beichte.”

Und damit meint der Jesuit in erster Linie das allgemeine Schuldbekenntnis zu Beginn der Messliturgie – für viele ein angst- und scheufreier Ersatz für das persönliche Gespräch mit einem Priester, der stellvertretend für Gott die Sünden vergeben kann. Der Berliner Franziskaner, Clemens Wagner, sieht noch eine weitere Tendenz.

“Ich erlebe, dass mir viele sagen: ‘Das mache ich mit meinem Gott aus.’ Ich antworte dann immer: ‘Wenn Ihnen Gott antwortet, dann haben Sie Glück, weil er mir so bis jetzt so noch nicht geantwortet, wie wenn ich im Beichtgespräch bin.'”

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Glasgower Abtreibungskonflikt: Katholische Hebammen unterlagen

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Nach Auffassung des Obersten Gerichts können moralische oder religiöse Einwände nur gegen die direkte Mitwirkung an einer Abtreibung geltend gemacht werden.


kathweb

Zwei katholische Hebammen sind in einem Streit um das Verweigerungsrecht bei Abtreibungen vor dem Obersten Gerichtshof in London gescheitert. Die beiden Frauen hatten darauf bestanden, Arbeitskolleginnen nicht einmal indirekt bei Schwangerschaftsabbrüchen zu unterstützen. Nach dem Urteil des Obersten Gerichts ist dies jedoch nicht durch das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen gedeckt, wie der Sender BBC am Mittwoch meldete.

Nach einhelliger Auffassung der fünf Richter können demnach moralische oder religiöse Einwände nur gegen die direkte Mitwirkung an einer Abtreibung geltend gemacht werden. Das Verweigerungsrecht lasse sich nicht auf Verwaltungs- oder Aufsichtsfunktionen oder andere Dienstleistungen wie Catering oder Reinigung ausdehnen.

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Gericht in Israel: Eltern hätten behindertes Kind abtreiben sollen

justiz_grossKrankenkasse will nicht für die Pflege aufkommen

kath.net

In Israel hat sich ein Ehepaar gegen eine Abtreibung entschieden und muss nun alle Aufwendungen für die Pflege des gelähmten Kind aus eigener Tasche bezahlen. Das berichten israelische Medien. Danach hat der Hohe Gerichtshof am 5. November in Jerusalem entschieden, dass das Ehepaar der Empfehlung eines Arztes zur Abtreibung hätte folgen müssen. Er hatte bei einer Vorsorgeuntersuchung eine Behinderung festgestellt. Das Ehepaar hatte zusätzlich einen inzwischen verstorbenen Rabbiner um Rat gebeten. Er lehnte eine Abtreibung ab.

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USA: Wahlsieg der Dummheit

Bild. pro Medienmagazin

Bei den Kongresswahlen in den USA haben die Republikaner die Mehrheit im Senat erobert. Viele Kandiaten, die Abtreibung ablehnen und für christliche Überzeugungen warben, konnten Mehrheiten für sich gewinnen. Die jüngste von ihnen ist eine 18-jährige Studentin.

pro Medienmagazin

Die demokratische Politikerin Wendy Davis wurde 2013 weltberühmt: In bunten Turnschuhen hielt sie im Senat von Texas eine elfstündige Rede, um gegen die Einschränkung des Abtreibungsrechts zu protestieren. Am Dienstag wollte sie sich zur Gouverneurin von Texas wählen lassen, scheiterte aber an ihrem republikanischen Konkurrenten Greg Abbott. Der Katholik lehnt Abtreibung auch im Falle von Inzest oder Vergewaltigung ab.

In Kansas konnte sich der ebenfalls katholische Gouverneur Sam Brownback (Republikaner) im Amt halten, obwohl er unter Kollegen der eigenen Partei wegen radikaler Steuersenkungen umstritten ist. Brownback ist erklärter Gegner von Abtreibung und gleichgeschlechtlicher Ehe. Im Nahostkonflikt positionierte sich Brownback als Unterstützer Israels, der eine Ein-Staaten-Lösung vorsieht, in der die Palästinenser nach Jordanien umsiedeln sollen.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Von wegen Humanismus

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

In Alexander Görlachs Text zur Abtreibung ist viel von Menschlichkeit die Rede. Warum klingt dieser dann so kalt und unempathisch?

Von Julia KorbikThe European

Alexander Görlach ist gegen Abtreibung und sieht die humanistische Gesellschaft in Gefahr, weil ungeborenes Leben als untergeordnet betrachtet wird: „Keine Gemeinschaft wird sich darüber definieren können, wie sie am besten die Geburt des Nachwuchses verhindert.“

Aus Görlachs Text spricht eine gewisse Hilflosigkeit angesichts der Tatsache, dass Frauen schwanger werden und darauf basierend Entscheidungen treffen können, für die sie den an der Zeugung beteiligten Mann nicht um Rat bzw. Erlaubnis fragen müssen. Görlach findet es nicht richtig, dass Frauen über das ungeborene „Leben“ (wenn man es so nennen will) in ihrem Bauch entscheiden dürfen: „Wir befinden uns in einem erbärmlichen Abwärtsstrudel, in dem Menschen sich selbst und mit sich alle anderen als Ware betrachten, mit der man, von Fall zu Fall, nach Belieben verfahren kann.“

Um es ganz klar zu sagen: Wenn eine Frau abtreibt, tut sie das in den meisten Fällen, weil sie gute Gründe hat – und nicht mal eben so, zumal es sich um einen medizinischen Eingriff handelt. In Deutschland sinkt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit 2004 kontinuierlich. 2013 waren es mit 102.800 Abtreibungen 3,8 Prozent weniger als 2012.

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Atheisten rüsten zum Suizid

Gibt es ein Recht auf einen pünktlichen Tod? Bild: Cicero/picture alliance

Ein Lobbybündnis wirbt für die Sterbehilfe. Es sind die gleichen, die früher für die Abtreibung mobil machten: Atheisten. Daran wird deutlich, dass es beim begleiteten Suizid weniger um den Tod als um die Gottesfrage geht.

Von Alexander KisslerCicero

Der brachiale Selbstmord des Udo Reiter war der Auftakt zu einem heißen Herbst des Sterbens. Genauer: der Sterbehilfe, denn um diese wird im November der Deutsche Bundestag ringen. Soll wie bisher alle „Suizidbeihilfe“ straffrei bleiben? Generell oder nur dann, wenn Ärzte sich ihrer ausnahmsweise annehmen? Mit welchen Regularien müssen „Sterbehilfe-Vereine“ rechnen, mit Verbot oder Minderem? Ohne Fraktionszwang wollen die Volksvertreter in diesen schwierigen Fragen ihrem Gewissen folgen.

Seit Anfang dieser Woche machen die Befürworter passiver und indirekter Sterbehilfe mobil. Das „Recht der Ärzte, (…) Suizidwilligen zu helfen,“ stehe unter dem Schutz der Verfassung und dürfe nicht eingeschränkt werden. Auf Bussen und an Bahnstationen wirbt ein „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ für die Losung „Mein Ende gehört mir“ – ein Slogan, so direkt wie einst das Motto der Abtreibungsverbotsgegner.

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Die Mär von der christlichen Ehe

Bild: Erzbistum Köln

Zu einem Plädoyer für die Zulassung zivilrechtlich Wiederverheirateter zur Eucharistie.

Von Martin Grichtingkath.net

Die nahende Bischofssynode 2014 und 2015 über “Die pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung” hat erwartungsgemäß zu einer Fülle von Publikationen geführt. In der Reihe “Quaestiones disputatae” (Nr. 264) geben Markus Graulich und Martin Seidnader in diesem Kontext einen Sammelband heraus, der dem “kirchlichen Handeln angesichts von Scheidung und Wiederheirat” gewidmet ist, wie es im Untertitel heißt. Der Titel des Werkes “Zwischen Jesu Wort und Norm” lässt erahnen, dass ein Zwiespalt zwischen Jesu Willen und dem kirchlichen Lehramt postuliert wird, der nach einer “neuen” Lösung ruft. Zumindest diese Erwartung wird bei der Lektüre des Werkes nicht enttäuscht, das philosophische, systematisch-theologische, kanonistische, exegetische und pastoraltheologische Beiträge versammelt.

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Teures ZDF, das ziemt sich nicht! Jesus beleidigt

Screengrab youtube

Screengrab youtube

Die Satire-Sendung „heute-show“ zog Christen beim „Marsch für das Leben“ durch den Kakao. Kein Ruhmesblatt für einen gebührenfinanzierten Sender, meint idea-Redaktionsleiter Wolfgang Polzer.

kath.net

Satire darf alles, sagt man. Mag sein, aber es ziemt sich nicht alles. Für einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ziemt es sich jedenfalls nicht, Bürger, die für die Schwächsten auf die Straße gehen, durch den Kakao zu ziehen. So geschehen in der „heute-show“ des ZDF (26. September, 22.30 Uhr), die die 5.000 Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ der Lächerlichkeit preisgab. Schließlich demonstrierten dort 5.000 Gebührenzahler für jene Mitmenschen, die sich selbst nicht gegen die Bedrohung ihres Lebens wehren können: die von Abtreibung bedrohten ungeborenen Kinder und die Senioren, denen die Sterbehilfe winkt. Noch dazu mussten sich die Christen, die sich für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie engagieren, in ihrem Glauben provozieren lassen, während die linksgerichteten und teilweise gewaltbereiten Störer des Marsches ungeschoren davon kamen.

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„Gott macht Müll“—Altmänner-Riege will Gebärmütter kontrollieren

In den Redebeiträgen betonten die Redner, dass jeder Mensch “Gottes erste Wahl” ist Foto: Friederike Lübke

Etwa 5.000 Menschen haben bei dem „Marsch für das Leben“ in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegendemonstranten störten die Veranstaltung mit Lärm und Sprechchören gegen den christlichen Glauben.

pro Medienmagazin

Grün ist die Farbe des Morgens. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben sich mehrere hundert Teilnehmer für den „Marsch für das Leben“ versammelt. Jugendliche, Familien mit kleinen Kindern, Geistliche und Menschen mit Behinderungen halten grüne Luftballons und grüne Plakate in die Luft, auf denen Sprüchen stehen wie „Inklusion statt Selektion“ oder „Abtreibung ist Unrecht“. Der Regen hat gerade erst nachgelassen, die Luft ist schwül. Neben der Bühne warten Polizisten.

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