Religionsvertreter gegen mögliches Beschneidungsverbot in Island

Christen, Juden und Muslime in Europa kritisieren das in Island diskutierte Verbot der Beschneidung von Jungen.

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Das Verbot würde die Religionsfreiheit verletzen und signalisieren, dass Juden und Muslime in dem Land unwillkommen seien, hieß es in einer am Donnerstag in Brüssel und Sankt Gallen veröffentlichten Erklärung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der sich Vertreter des Judentums und des Islams anschlossen.

In der jüdischen, islamischen und in gewissen christlichen Traditionen, beispielsweise in der Eritreischen und Äthiopischen Orthodoxen Kirche, sei die Beschneidung von Jungen „ein grundlegendes Merkmal der Religionspraxis“, urteilen KEK und CCEE. Die männliche Beschneidung dürfe dabei „nicht mit der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung verwechselt werden“, welche den Körper, die Rechte und Würde der Frauen verletze.

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Religionsführer und EU-Politiker diskutieren Europas Zukunft

Bei dem Gespräch in Brüssel mit Vertretern christlicher Kirchen, des Judentums, des Islams und des Buddhismus sei es darum gegangen, „die Frage nach unserer gemeinsamen Zukunft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten“, erklärte EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans am Dienstag. Konkret ging es um die Handlungsfähigkeit der EU, um Einigkeit und Demokratie sowie um soziale und ökologische Fragen.

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Der Chef-Rabbi von Brüssel, Albert Guigui, sagte nach dem Gespräch, in Europa dürfe nicht wie im 19. Jahrhundert die Assimilation von Menschen verschiedener Weltanschauung das Ziel sein, vielmehr müsse es um Integration gehen. Während man sich bei der Assimilation um den Preis der eigenen Identität anpasse, bedeute Integration die Beibehaltung der Identität und zugleich die Achtung der für alle geltenden Gesetze, erläuterte der Vertreter des Judentums.

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Religionsvertreter diskutieren Zukunft Europas

Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften haben in Brüssel über die Zukunft Europas und das Zusammenleben der Weltanschauungen diskutiert.

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Man müsse die zu erstrebende Integration von der abzulehnenden Assimilation unterscheiden, verlangte der Ober-Rabbi von Brüssel, Albert Guigui, bei der Veranstaltung am Dienstag im Europäischen Parlament. Während Integration bedeute, die Gesetze eines Landes zu achten und zu seinem Gedeihen beizutragen, bedeute Assimilation das Verlieren des eigenen Selbst und Aufgehen in der Masse. Guigui verband seine Überlegungen mit der Kritik an Gesetzen, die in Belgien derzeit gegen das rituelle religiöse Schlachten auf den Weg gebracht würden.

Pantelis Kalaitzidis, ein griechisch-orthodoxer Theologe, wandte sich gegen die heute „dominante Idee“ einer Union, die sich durch Finanzregeln und Sparpolitik definiere. Werte wie Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit müssten berücksichtigt werden, sonst könnten Statistiken darüber hinwegtäuschen, dass die Krise in Europa weiter anhalte, sagte Kalaitzidis, der für die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) sprach.

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