Wasserkrise: Eisberg soll nach Kapstadt gebracht werden

APA/AFP/Eitan Abramovich
Kapstadt kämpft aufgrund der anhaltenden Dürre seit Jahren mit Wasserknappheit. Obwohl eine Katastrophe vorerst abgewendet werden konnte, ist der Wasserpegel der Reservoirs nach wie vor erschreckend niedrig. Ein Forschungsteam will daher einen Eisberg aus der Antarktis vor die Küste Kapstadts bringen und somit die Wasserversorgung sicherstellen. Doch der Preis, der dafür zu zahlen ist, scheint ein hoher zu sein – den nicht zuletzt auch die Umwelt zahlen könnte.

Tamara Sill | news.ORF.at

Ende 2017 stand die Wasserversorgung der südafrikanischen Metropole kurz vor dem Zusammenbruch. Der Wasserverbrauch der rund 4,5 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen wurde auf 50 Liter pro Tag rationiert. Durch hohe Investitionen in zusätzliche Quellen wie Grundwasser, Entsalzung und Aufbereitung von Nutzwasser konnte zwar das Schlimmste verhindert werden, doch auch eineinhalb Jahre später ist die Lage immer noch angespannt.

Das ruft einen Mann auf den Plan, der in seinem Leben schon ein von Piraten gekapertes brennendes Schiff aus dem Golf von Aden gezogen, einen sinkenden Öltanker vor Mexiko gerettet und die italienische „Costa Concordia“ geborgen hat: Nicholas Sloane. Der 58-jährige Südafrikaner ist Initiator eines Projekts, das Kapstadt aus der Wasserkrise führen soll. Er will einen Eisberg aus der Antarktis vor die Südküste Afrikas bringen und die Einwohner und Einwohnerinnen so mit Wasser versorgen.

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Antarktis: Schelfeis kurz vor dem Abbruch

Dieser Riss im Brunt-Schelfeis ist bereits rund 50 Kilometer lang und wächst täglich weiter auf einen entgegenkommenden zweiten Riss zu. © Jan De Rydt /British Antarctic Survey
Riss im Eis: In der Antarktis steht offenbar wieder ein großer Eisabbruch bevor. Im Brunt-Schelfeis bewegen sich zwei mehr als 50 Kilometer lange Risse immer weiter aufeinander zu. Wenn sie sich treffen, könnte die Hälfte des Schelfeises als Riesen-Eisberg abbrechen – er wäre doppelt so groß wie New York City. Ursache dieses Bruchs ist jedoch höchstwahrscheinlich nicht die Erwärmung des Meeres, sondern ein natürlicher Prozess, wie die Forscher erklären.

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Die großen Schelfeise der Antarktis sind wichtige Bremser für den Gletscherstrom ins Meer. Gleichzeitig jedoch sind diese schwimmenden Eisflächen die größte Quelle antarktischer Eisberge – und viele von ihnen sind durch warmes Tiefenwasser bereits ausgedünnt. Erst 2017 brach vom Larsen-C-Schelfeis ein 5.800 Quadratkilometer großes Stück ab – einer der größten jemals beobachteten Eisberge. Und auch die Zunge des Pine-Island-Gletschers zeigt bereits einen ausgedehnten Riss.

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Um Geheimnisse der Klimageschichte zu lüften, suchen Forscher das älteste Eis der Erde

Mit den Radarantennen auf diesem Fahrzeug untersuchten im Dezember 2018 norwegische Forscher antarktisches Gletschereis. (Bild: Norwegian Polar Institute)
Mit Radar, Simulationen und anderen Methoden waren europäische Wissenschafter auf der Suche nach dem idealen Ort für ihre Eisbohrung. Jetzt haben sie ihn gefunden.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Aussergewöhnlich altes Gletschereis wollen Wissenschafter in den kommenden Jahren aus der Antarktis holen. Mithilfe des europäischen Vorhabens «Beyond Epica – Oldest Ice» soll ein Eisbohrkern geborgen werden, der einen Rückblick auf mehr als 1,5 Millionen Jahre gestattet. Den Altersrekord für Eisbohrkerne mit ununterbrochener Chronologie hat bis anhin die Bohrung von Epica («European Project for Ice Coring in Antarctica») inne, die im Jahr 2004 zu Ende ging. Der damals geborgene Kern eröffnete eine Retrospektive auf über 700 000 Jahre.

Für die neue Bohrung in Betracht kamen mehrere Stellen im Inneren der Antarktis – nahe Dome Fuji, Dome Argus, dem Südpol, Dome Concordia und Little Dome C (siehe Karte). Unter einem «Dome» versteht man eine Erhöhung innerhalb eines Eisschilds, die seitlich nur ganz sanft abfällt. Entschieden haben sich die Forscher für einen Ort in der Umgebung von Little Dome C, der nur ungefähr 50 Kilometer von der Stelle der Epica-Bohrung entfernt ist. Am 9. April, an der Jahrestagung der European Geosciences Union in Wien, geben sie die präzisen Koordinaten bekannt.

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Riesen-Loch unter Antarktis-Gletscher entdeckt: Thwaites-Gletscher ist von kilometergroßer Kaverne unterhöhlt

Der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis ist von einer riesigen wassergefüllten Kaverne unterhöhlt. © NASA/OIB/Jeremy Harbeck
Loch unterm Eis: Unter einem der größten Gletscher der Antarktis haben Forscher einen enormen Hohlraum entdeckt. Die wassergefüllte Kaverne unter dem Thwaites-Gletscher ist zehn Kilometer lang und 350 Meter hoch. Dies entspricht rund 14 Milliarden Tonnen Eis, die in den letzten Jahren geschmolzen sind. Das Problem: Der Gletscher wird durch solche Hohlräume destabilisiert und schmilzt schneller – und er allein könnte den weltweiten Meeresspiegel um 65 Zentimeter anheben.

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Bereits 2017 haben Forscher entdeckt, dass viele Gletscher der Westantarktis die Bodenhaftung verlieren: Tiefe Schluchten im Meeresgrund lassen warmes Tiefenwasser bis weit unter die Gletscherzungen vordringen und unterspülen das Eis. Wie eine Fußbodenheizung fördern diese wassergefüllten Kanäle das Abtauen der Eisunterseite. In der westantarktischen Amundsen-See, in die auch der große Thwaites-Gletscher mündet, könnte die Schmelze deswegen sogar schon unumkehrbar sein.

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Antarktis: Ungewöhnliches Ur-Saurierfossil entdeckt: Fossilfund belegt Einzigartigkeit der antarktischen Lebenswelt vor 250 Millionen Jahren

Der Archosaurier Antarctanax shackletoni (vorne) lauerte vor 250 Millionen Jahren in der Antarktis auf seine Beute.© Adrienne Stroup, Field Museum
Verlorene Welt: Vor 250 Millionen Jahren beherbergte die Antarktis eine einzigartige Tierwelt – darunter eine ungewöhnliche Urzeit-Echse. Das Eidechsen-ähnliche Tier ist einer der ältesten Vertreter der Archosaurier, der gemeinsamen Vorfahren der Krokodilartigen und der Dinosaurier. Der Fund dieser Echse bestätigt erneut, dass in der Antarktis damals Lebewesen vorkamen, die anderswo längst ausgestorben oder aber nirgendwo sonst entstanden waren.

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Die Antarktis ist neben der Tiefsee eines der letzten noch kaum erforschten Gebiete unseres Planeten. Denn ein kilometerdicker Eispanzer versperrt den Zugang zu einem Großteil der antarktischen Landmasse. Zwar ist schon länger bekannt, dass dieser Kontinent einst viel wärmer und lebensfreundlicher war als heute. Doch wie die Lebenswelt der urzeitlichen Antarktis einst aussah, ist bisher kaum bekannt.

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Antarktis: Eisverlust hat sich versechsfacht

Die Gletscherschmelze in der Antarktis hat weiter an Fahrt aufgenommen, hier ein Blick auf Mount Baldfour und den Flemiong-Gletscher auf der Antarktischen Halbinsel © NASA/ Joe MacGregor
Rapide Schmelze: In den letzten knapp 40 Jahren hat sich der Eisverlust in der Antarktis drastisch erhöht. 1979 lag der jährliche Massenverlust noch bei 40 Milliarden Tonnen, 2017 sind es schon 252 Milliarden Tonnen pro Jahr, wie die bisher umfassendste Massenbilanz des Südkontinents enthüllt. Beunruhigend dabei: Anteil an dieser Eisschmelze haben auch Teile der Ostantarktis – einem bisher als stabil geltenden Gebiet, wie die Forscher berichten.

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Die Antarktis umfasst die kältesten Orte der Erde, dennoch schmilzt auch im größte Eisreservoir unseres Planeten das Eis. Von den Schelfeisen brechen immer häufiger enorme Eisplatten ab, zuletzt am Larsen-C-Schelfeis. Warmes Tiefenwasser dringt dort durch Kerben im Untergrund weit unter die Gletscherzungen vor. In Teilen der Westantarktis könnte die Eisschmelze deshalb sogar schon unumkehrbar sein, befürchten Forscher.

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Antarktis: Rätsel um „verschwundene“ Eisseen

Der gewaltige Recovery-Gletscher soll unter seinem Eis subglaziale Seen bergen – doch von diesen findet sich in einer neuen Messung keine Spur. © Alfred-Wegener-Institut / Daniel Steinhage
Eisiges Mysterium: Ein Netzwerk subglazialer Seen unter einem ostantarktischen Gletscher scheint verschwunden zu sein – oder es war niemals vorhanden. Das enthüllt eine neue Radardurchleuchtung des mehr als 1.000 Meter langen Recovery-Gletschers. Sie zeigte zwar Zonen von nassem, warmem Eis an der Unterseite des Eisstroms, nicht aber klare Signaturen von Seen im Eis. Das Seltsame daran: Solche Seen galten bisher als „Motor“ für das schnelle Fließen dieses Gletschers.

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Unter dem kilometerdicken Eis der Antarktis verbirgt sich eine äußerst dynamische Landschaft: Neben tiefen Schluchten und schroffen Gebirgen gibt es unter dem Eispanzer auch ein ganzes Vulkangebiet und unzählige subglaziale Seen und Flüsse. Dieses wässrige Netzwerk galt vor allem für die Gletscher der Ostantarktis als wichtige Triebkraft ihres Fließens.

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Ursprung des Rechteck-Eisbergs geklärt

Dieser rechteckige Eisberg hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Jetzt haben Forscher seine Herkunft enträtselt. © NASA/ Jeremy Harbeck
Erstaunliches Naturphänomen: Vor gut zwei Wochen sorgte ein überraschend rechteckiger Tafeleisberg in der Antarktis für weltweites Aufsehen. Jetzt haben Glaziologen herausgefunden, wie diese Eistafel entstand. Demnach brach der anfangs noch trapezförmige Eisberg schon im November 2017 von der Front des Larsen C-Schelfeises ab. Monatelang driftete er dann durch die enge Gasse zwischen Eisfront und dem Rieseneisberg A68 – und wurde dabei zum Rechteck abgestoßen.

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An den Schelfeisen der Antarktis nagt der Klimawandel. Unterhöhlt von warmem Ozeanwasser und hinausgedrückt von den immer rascher ins Meer strömenden Gletschern brechen an den großen Packeisflächen rund um den eisigen Kontinent immer häufiger große Eisflächen ab. So auch im Sommer 2017, als vom Larsen-C-Schelfeis in der Westantarktis einer der größten jemals beobachteten Eisberge abbrach: Das A68 getaufte Eisstück war 5800 Quadratkilometer groß und wog rund eine Billion Tonnen.

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Riss in einem der größten Antarktis-Gletscher

Riss im Eis: Ein ähnlicher Riss wie dieser vom Oktober 2011 klafft nun wieder im Schelf des Pine-Island-Gletschers. © NASA Ice Bridge
Bruch im Eis: Der Pine-Island-Gletscher in der Westantarktis steht vor dem Abbruch eines riesigen Eisbergs. Satellitenbilder zeigen einen großen Riss, der bereits durch drei Viertel der Gletscherzunge zieht. Setzt sich der 30 Kilometer lange Bruch fort, könnte ein Eisberg von 300 Quadratkilometern Größe vom Gletscher abbrechen. Damit würde die Eisfront des am schnellsten strömenden Gletschers der Antarktis erneut um sechs Kilometer zurückweichen.

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Der 250 Kilometer lange Pine-Island-Gletscher ist einer der größten und schnellsten Eisströme der Antarktis. Sein Einzugsgebiet umfasst zehn Prozent des Westantarktischen Eisschilds. Doch gerade dieser Gletscher gehört zu den Eisströmen, die immer stärker abtauen – möglicherweise ist seine Schmelze sogar schon unumkehrbar, wie Forscher vor einigen Jahren berichteten. In den letzten Jahren hat das vom Gletscher in die Amundsen-See hineinreichende Schelfeis immer wieder riesige Eisberge gekalbt, zuletzt im Jahr 2017.

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Irdischer Kälterekord

Kältezone auf dem antarktischen Plateau: Knapp über der Schneedecke werden hier Tiefstwerte von minus 98 Grad erreicht. © NASA/GSFC
Auf der Erde kann es kälter werden als bisher gedacht: In der Antarktis haben Forscher mittels Satelliten Temperaturen von minus 98 Grad gemessen – ein neuer Kälterekord. Diese Rekordwerte treten in Schneesenken des antarktischen Plateaus auf, wenn im Polarwinter der Himmel klar und die Luft sehr trocken ist. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies die tiefsten Temperaturen sind, die auf unserem Planeten überhaupt auftreten können.

scinexx

Wie kalt kann es auf unserem Planeten werden? Diese Frage stellen sich Forscher schon länger. Bekannt ist, dass das Innere der Antarktis die richtigen Bedingungen bietet, um Kälterekorde zu erzielen. Denn nur hier, weitab vom Meer und in teilweise mehr als 3.000 Metern Höhe, kühlt die Luft im Polarwinter weit genug ab. Die auf diesem Plateau liegende russische Polarstation Wostok war daher lange Zeit der Rekordhalter: Dort wurde 1983 eine Temperatur von minus 89,2 Grad gemessen.

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Das Eis der Antarktis schwindet immer schneller

Besonders in der West-Antarktis schmilzt das Eis immer schneller – und damit auch der Lebensraum Adelie-Pinguine. Bild: dpa
Die Antarktis verliert immer schneller immer mehr Eis. Besonders im Westen ist der Verlust an Eismasse groß. Einige Schäden sind irreversibel – doch es gibt auch Hoffnung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Antarktis verliert einer Hochrechnung zufolge zunehmend schneller an Eis. Waren es von 1992 bis 2012 durchschnittlich etwa 76 Milliarden Tonnen pro Jahr, lag das Mittel zwischen 2012 und 2017 bei 219 Milliarden Tonnen jährlich – fast dreimal so viel. Insgesamt ließ das schmelzende Eis der Antarktis den weltweiten Meeresspiegel zwischen 1992 und 2017 um 7,6 Millimeter steigen. Diese Zahlen stellt ein internationales Forscherteam um Andrew Shepherd von der University of Leeds (Großbritannien) im Fachmagazin „Nature“ vor.

„Laut unseren Analysen ist es in den letzten zehn Jahren zu einer Beschleunigung des Masseverlusts in der Antarktis gekommen“, erklärt Shepherd. Die Antarktis trage gegenwärtig zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels bei als je zuvor in den letzten 25 Jahren.

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Auch die Antarktis ist kontaminiert

Sogar die antarkische Halbinsel, hier der Lemaire-Meeresarm, ist bereits mit Mikroplastik und Umweltgiften kontaminiert. © Liam Quinn/ CC-by-sa 2.0
Von wegen unberührt: Selbst in der Antarktis haben nun Greenpeace-Forscher Mikroplastik und organische Giftstoffe nachgewiesen. Ein Großteil der Schneeproben von der antarktischen Halbinsel enthielt per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), darunter auch krebserregende Verbindungen. In fast allen Meerwasserproben wiesen die Forscher zudem Mikroplastik-Fasern nach. Das bestätigt, dass menschengemachte Chemikalien inzwischen selbst entlegenste Gebiete kontaminieren.

scinexx

Ob in entlegenen Bergregionen, in der Tiefsee oder dem ewigen Eis der Arktis: Längst finden sich aus menschlicher Produktion stammende Umweltgifte nahezu überall auf unserem Planeten. Und in den Ozeanen schwimmen Millionen Tonnen von Mikroplastik und Kunststoffmüll.

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Antarktis: Japanische Fischer töteten 122 trächtige Zwergwale

Japans Walfang in der Antarktis ist umstritten. Nun zeigen sich Umweltschützer besonders entsetzt – weil klar wird: Die Fischer aus Fernost haben bei ihrer letzten Fahrt auch mehr als 120 schwangere Tiere erlegt.

SpON

Japanische Walfänger haben bei ihrer jüngsten Expedition 122 trächtige Zwergwale und Dutzende Jungtiere getötet. Die Naturschutzorganisation Humane Society International bezeichnete die Zahlen als „schockierende Statistik und traurige Anklage der Grausamkeit von Japans Walfang“. Sie zeigten erneut die „grausame und unnötige Art der Walfangaktionen“, zumal sich gezeigt habe, dass „nichttödliche Studien für wissenschaftliche Zwecke ausreichen“, sagte Alexia Wellbelove von der Organisation.

Die umstrittene viermonatige Expedition in der Antarktis war im März zu Ende gegangen. Dabei waren fünf Schiffe im Einsatz. Sie hatten 333 Zwergwale getötet, wie die japanischen Behörden im vergangenen Monat der Internationalen Walfangkommission (IWC) mitgeteilt hatten.

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Gletscherschmelze nicht mehr aufzuhalten

Ein Drittel der kommenden Gletscherschmelze ist nicht mehr zu verhindern. ©Universität Innsbruck
Unabwendbarer Verlust: 36 Prozent des heutigen Gletschereises sind schon jetzt dem Untergang geweiht. Selbst ambitionierter Klimaschutz kann das Abschmelzen dieser Eismassen nicht mehr verhindern, wie eine Studie enthüllt. Ursache ist die verzögerte Reaktion der Gletscher: Ihr Verhalten bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird größtenteils von der bereits stattgefundenen Erwärmung bestimmt. Das aber bedeutet auch, dass wir heute schon die Weichen für das 22. Jahrhundert stellen, betonen die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“.

scinexx

Ob im Himalaya, den Alpen, in Grönland oder der Antarktis: Nahezu überall schwinden wegen der globalen Erwärmung die Gletscher. Doch wie wird sich die Gletscherschmelze weiter entwickeln? Könnten die im Abkommen von Paris beschlossenen Klimaschutzziele ihr Abtauen aufhalten?

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1,5 Millionen Adeliepinguine auf Inseln in der Antarktis entdeckt

foto: apa/afp/thomas sayre-mccord
Die Entdeckung riesiger Pinguinkolonien in der Antarktis hat Wissenschafter überrascht: Auf den abgelegenen Danger Islands im Osten der Antarktischen Halbinsel fanden sie Kolonien von insgesamt 1,5 Millionen Adeliepinguinen.

derStandard.at

Nur 160 Kilometer westlich des Archipels gehe diese Art wegen der Eisschmelze zurück, heißt es in dem am Freitag in der Zeitschrift „Scientific Reports“ erschienenen Artikel.

Dass die kleinen Pinguine mit dem weißen Bauch, dem schwarzen Kopf und den weiß umrandeten Augen auf mindestens neun Inseln im Weddell-Meer leben, war bekannt. Doch nun stellte sich heraus, dass ihre Zahl weitaus größer ist.

Die Wissenschafter aus den USA, Frankreich und Großbritannien machten die Entdeckung anhand der Analyse von NASA-Satellitenbildern, wie Heather Lynch von der Universität Stony Brook in den USA sagte. „Am Anfang dachte ich, es ist ein Fehler“, sagte Lynch. Aber die hoch aufgelösten Satellitenbilder hätten dann gezeigt, dass die Forscher „eine bedeutende Entdeckung“ gemacht hätten.

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Meeresspiegel-Anstieg beschleunigt sich

Satellitendaten bestätigen: Der Meeresspiegel-Anstieg beschleunigt sich zunehmend. © NOAA
Die Ozeane steigen immer schneller an: Die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs beschleunigt sich pro Jahr um knapp 0,1 Millimeter, wie Forscher jetzt ermittelt haben. Das bedeutet: Bis 2100 könnten die Pegel im Mittel 65 Zentimeter höher liegen – so die konservative Prognose. Die neuen Beobachtungsdaten bestätigen damit, was Klimamodelle schon länger nahelegen, so die Wissenschaftler. Ursache der Beschleunigung sei vor allem die rapide zunehmende Eisschmelze in Grönland und der Antarktis.

scinexx

Allein im letzten Jahrhundert sind die Pegel weltweit um durchschnittlich 14 Zentimeter angestiegen – wie sich das Meerwasser durch die Erwärmung ausdehnt und gleichzeitig vermehrt Schmelzwasser in die Ozeane strömt. Die ersten Folgen dieses Meeresspiegel-Anstiegs machen sich schon bemerkbar: Schon jetzt raubt das vorrückende Meer Menschen in Asien, aber auch im Süden der USA ihr Land. Großstädte wie New York müssen mit häufigeren Hochwassern rechnen und viele Weltkulturerbe-Stätten gelten als vom Untergang bedroht.

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Ozonloch so klein wie zuletzt 1988

Ausdehnung des Ozonlochs über der Antarktis Mitte September 2017 © NASA/NASA Ozone Watch/ Katy Mersmann
Kurze Atempause: Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr außergewöhnlich klein und schwach ausgeprägt. Messungen zeigen, dass es mit knapp 20 Millionen Quadratkilometern Fläche so klein ausfällt wie seit dem Jahr 1988 nicht mehr. Doch Grund zur Entwarnung ist dies nicht, wie die Forscher betonen. Ursache ist ein ungewöhnlich warmer Winter in der Antarktis, nicht eine dauerhafte Heilung des Ozonschwunds.

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Die irdische Ozonschicht ist unser wichtigster Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Doch bis zum Montreal Protokoll im Jahr 1987 hat die Menschheit bereits so viele chlor- und bromhaltige ozonzerstörende Substanzen freigesetzt, dass diese Schutzschicht stark geschädigt ist. Selbst heute, 40 Jahre nach dem Verbot dieser Substanzen, reißt alljährlich über der Antarktis ein Ozonloch auf. Und auch über der Arktis ist die Ozonschicht noch immer ausgedünnt.

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In der Antarkis verschwinden Schneeflocken

Sonnenuntergang über der Polarstation Dumont d’Urvilles in der Ostantarktis. Hier haben Forscher den „verschwindenden“ Schnee entdeckt. © Matthieu Weber/ gemeinfrei
Skurriler Effekt: In der Antarktis kommt nur ein Teil des Schneefalls am Boden an – der Rest verdampft noch in der Luft, wie nun eine Studie enthüllt. Das könnte erklären, warum es rund um den Südpol weniger schneit als es eigentlich müsste. Die Ursache für diese Sublimation des Schnees sind trockene, kalte Winde, die vom Polarplateau hinabwehen. Sobald die Schneeflocken in diese Luftschicht geraten, verdampfen sie, wie die Forscher herausfanden.

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Eigentlich kennt man dieses Phänomen bisher vor allem vom Mars: Weil die Gashülle des Roten Planeten so dünn ist, verdampfen dort Wassereis und Schnee, ohne erst flüssig zu werden. Auch Schneeflocken kommen dadurch nur in Ausnahmefällen auf der Marsoberfläche an. Doch vor einigen Jahren entdeckten Forscher auch in der Ostantarktis etwas Ähnliches: Hier verschwindet vom Wind aufgewirbelter Schnee scheinbar spurlos – er löst sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf.

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Ältestes Eis der Erde entdeckt

Das Eis in diesem Eisbohrkern ist bis zu 2,7 Millionen Jahre alt. © Yuzhen Yan/ Princeton University
Eisiger Rekord: In der Antarktis haben Forscher erstmals 2,7 Millionen Jahre altes Eis geborgen – das bisher älteste Eis der Erde. Das Spannende: Dieses Eis stammt aus der Zeit kurz vor Beginn des Eiszeitalters und könnte daher verraten, warum damals das Erdklima so wechselhaft wurde. Der Eisbohrkern stammt aus einem Gebiet, in dem die Eisschichten quer gekippt waren. Erst das machte das Uralt-Eis zugänglich.

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Eisbohrkerne sind ein Fenster in die Vergangenheit der Erde. Denn im Eis und in den darin eingeschlossenen Luftbläschen sind Gase und Moleküle gespeichert, die Auskunft über Klima und Lebenswelt zur Zeit der Eisentstehung liefern können. Forscher versuchen daher, über Eisbohrungen, an möglichst alte Eisschichten zu gelangen. Der bisher älteste Eisbohrkern reichte jedoch „nur“ knapp 900.000 Jahre zurück. Er stammt aus knapp drei Kilometer tief liegendem antarktischen Eis.

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Forscher finden fast einhundert Vulkane unter der Antarktis

Unter dem Eis schlummert das Feuer. (Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Forscher haben fast einhundert Vulkane unter dem Eis der Antarktis gefunden.

Dlf24

Dazu nutzten sie Radarsysteme, die Eis durchdringen können, und kombinierten diese Messungen mit Satellitendaten und Luftaufnahmen. So konnten die Wissenschaftler aus Edinburgh 91 bisher unbekannte Vulkane ausmachen.
Der kleinste von ihnen ist 100 Meter hoch, der Größe misst 3.850 Meter. Die Ergebnisse lassen keinen Rückschluss darauf zu, ob es sich dabei um aktive Vulkane handelt.

Die Forscher haben ihre Arbeit in den Geological Society Special Publications“ veröffentlicht. Sie liefert Informationen darüber, wie Vulkane den Antarktischen Eisschild beeinflussen. Außerdem könnte die Arbeit dabei helfen, zu verstehen, wie der Kontinent sich während der Erdgeschichte verändert hat.