Schlagwort-Archive: Arzt

Wenn Patienten verhungern wollen

Ob Ärzte Schwerkranke beim Sterbefasten begleiten dürfen, ist sehr umstritten
Der Bundestag diskutiert darüber, ob es erlaubt sein soll, Menschen beim Suizid zu helfen. Ein besonderer Fall ist, wenn Patienten entscheiden, sich durch Fasten selbst das Leben zu nehmen. Umstritten ist aber, welche Rolle den Ärzten dabei zukommt.


evangelisch.de

Bild: heizung-simon.de

Mit 56 Jahren entschied Marion M., ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Unternehmensberaterin hatte sich in Indonesien mit einer Amöbenruhr infiziert. Als alle Versuche scheiterten, die schwere Infektionskrankheit zu heilen, dachte sie über Selbstmord nach. Dann stieß M. auf das Buch “Ausweg am Lebensende” des niederländischen Psychiaters Boudewijn Chabot und des deutschen Biochemikers Christian Walther. Es beschreibt, wie man durch Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit aus dem Leben scheidet. Doch an der Rolle, die die Ärzte dabei übernehmen, scheiden sich die Geister.

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Umstritten: Webcam-Abtreibung in den USA

Webcam statt Wartezimmer? In entlegenen Gegenden der USA können Patienten per Videokonferenz mit Ärzten sprechen, wofür sie sonst weite Strecken zurücklegen müssten. Auch Abtreibungspillen werden so verabreicht Foto: USDA | flickr | CC BY-ND 2.0
Abtreibung via Webcam: Der Arzt verordnet Abtreibungspillen, ist aber nur per Videokonferenz zugeschaltet. Mediziner und Lebensschützer warnen vor den Folgen.


pro Medienmagazin

Per Liveschaltung über das Internet ist die Frau mit dem Arzt verbunden. Seine Patientin sieht er nur auf dem Bildschirm. Er drückt auf einen Knopf, dann öffnet sich für die Frau eine Schublade mit zwei Medikamenten. Das eine nimmt sie sofort, das andere 24 bis 48 Stunden später zu Hause. Wahrscheinlich sieht der Arzt die Frau nie wieder. Eine sogenannte Webcam-Abtreibung ist unkompliziert.

Nach Angaben von Planned Parenthood, einer US-amerikanischen Beratungsorganisation für Sexualmedizin und Familienplanung, haben seit Einführung der Methode 2008 im dünn besiedelten US-Bundesstaat Iowa 6.400 Frauen per Telemedizin abgetrieben. Frauen seien dankbar, durch die Einnahme des Medikamentes früher abtreiben zu können, ohne erst einen weit entfernten Arzt aufsuchen zu müssen, sagte Jennifer Aulwes, eine Sprecherin von Planned Parenthood, gegenüber dem amerikanischen Magazin The Atlantic. Der frühere Zeitpunkt erlaube es ihnen zudem, die medikamentöse Abtreibung zu wählen anstelle eines klinischen Eingriffs.

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Dodo Lütz kritisiert Gesundheitswahn

Manfred_Lütz

Deutscher Arzt und Theologe in “Profil”-Interview: “Gesundheitsreligion” übernimmt immer mehr Funktion der traditionellen Glaubensgemeinschaften


kathweb
Der deutsche katholische Theologe, Bestseller-Autor und Arzt Manfred Lütz warnt vor einem übertriebenen Gesundheits- und Fitness-Wahn, der als “Gesundheitsreligion” immer mehr den Glauben an Gott ablöse. “Wenn Menschen aus Angst vor dem Tod nur noch mit hängender Zunge durch die Wälder rennen und ein Leben aus Verzicht und Kasteiung führen, wenn sie nur noch an sich selbst und ihre Gesundheit denken, dann wird es eiskalt in unserer Gesellschaft, denn die Gesundheitsreligion ist total egoistisch”, so Lütz in einem “Profil”-Interview (aktuelle Ausgabe).

Das religiöse Vakuum, das zurzeit in der Gesellschaft besteht, werde immer mehr mit einer Art Gesundheitsreligion ausgefüllt. 2000 habe die Zahl der Fitnessstudiobesucher in Deutschland 4,9 Millionen erreicht, während die Zahl der katholischen Sonntagsgottesdienstbesucher auf 4,2 Millionen sank. Inzwischen, so Lütz, seien alle religiösen Phänomene im Gesundheitswesen angekommen: “Wir haben Ärzte als Halbgötter, Diätbewegungen gehen wie wellenförmige Massenbewegungen übers Land, welche in ihrem Ernst die Büßer- und Geißlerbewegungen des Mittelalters bei Weitem übertreffen. Wir erleben den bruchlosen Übergang von der katholischen Prozessionstradition in die Chefarztvisite und blasphemisch können sie inzwischen nur noch im Bereich der Gesundheitsreligion sein.”

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Time Magazine: Religiotischer Arzt ist “Person des Jahres”

Das Time Magazine hat den amerikanischen Arzt und andere Helfer gegen die Ebolaseuche in Westafrika zur Person des Jahres gewählt Foto: Time Magazine/Courtesy of Samaritan’s Purse
Das amerikanische Time Magazine hat den gläubigen Arzt Kent Brantly gemeinsam mit anderen Ebolahelfern zur „Person des Jahres“ gekürt. Er war in Liberia selbst an Ebola erkrankt.


pro Medienmagazin

Es sei eine „große Ehre“ für ihn, gemeinsam mit anderen Ebolahelfern „Person des Jahres“ zu sein, sagte Brantly dem Fernsehsender NBC. Er betonte, dass die meisten Helfer, die gegen die Seuche kämpfen und dafür auch „den höchsten Preis zahlen“, Westafrikaner seien. Die Epidemie sei kein historisches Ereignis, auf das man zurückblicken könne, sondern immer noch in vollem Gange.

Brantly war im Oktober des vergangenen Jahres mit seiner Familie als Missionsarzt mit der christlichen Hilfsorganisation Samaritan‘s Purse nach Liberia gegangen. Dies sei eine Berufung Gottes gewesen.

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Ebola-Arzt Brantly—Was für ein Idiot

CIA folterte Terror-Verdächtige fast bis zum Tode

Protest gegen Waterboarding bei einem Besuch von Condoleezza Rice in Island, Mai 2008, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0
Wie brutal gingen US-Ermittler wirklich vor? Offenbar haben CIA-Mitarbeiter Terror-Verdächtige fast bis zum Tode gefoltert. Das geht aus einem Bericht der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ hervor, die sich auf Sicherheitskreise beruft.

Berliner Kurier

Es sind schockierende Details, die jetzt ans Licht kommen. Dem Bericht zufolge haben CIA-Ermittler einige Gefangene „bis zur Schwelle des Todes“ unter Wasser gedrückt. Besonders brutal soll es bei den Verhören von Khalid Sheikh Mohammed zugegangen sein, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge auf das World Trade Center.

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Ägypten nimmt Beschneidung nicht mehr hin

Bild: evangelisch.de
Staatlichen Statistiken zu Folge sind in Ägypten 81 Prozent der Frauen zwischen 15 und 19 Jahren beschnitten. In den Altersgruppen darüber sind es deutlich mehr. Erstmals steht ein Arzt wegen Totschlags vor Gericht.

Von Julia GerlachBerliner Zeitung

Staubige Straßen, Häuser aus roten Ziegeln: Diayrb Bektaris ist ein Dorf wie tausend andere in Ägypten und auch die Familie al-Bata’a unterscheidet sich kaum von der Mehrheit der Ägypter. Das gleiche gilt für Raslan Fadl, der im Dorf eine Arztpraxis betreibt. Er ist ein angesehener Mann. Deswegen versteht in Diayarb Bektaris auch kaum jemand, warum der Arzt und das Familienoberhaupt Mohammed al-Bata’a jetzt vor Gericht stehen; noch dazu wegen Totschlags und Genitalverstümmelung. Es geht um den Tod der 13-jährigen Sohair al-Bata’a. Sie starb vor einem Jahr, nachdem Doktor Raslan ihr die Klitoris entfernt hatte – in Ägypten ein Routineeingriff und vor allem in den armen Dörfern auf dem Land verzichtet kaum eine Familie darauf, ihre Töchter beschneiden zu lassen.

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Gesundheitsmarkt USA: 2525 Dollar für einen Allergietest

Der Pricktest wird meist am Unterarm durchgeführt. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
Arztrechnungen in den USA werden als Witze begriffen: “Fährt einer mit der Ambulanz um die Ecke: 1800 Dollar.” “Übernachtet einer zur Überwachung im Krankenhaus: 4000 Dollar.” Als wir die erste Rechnung im Briefkasten fanden, hatte ich Mühe, die Komik darin zu erkennen.

Von Johann GrolleSpON

Unsere Tochter hatte einen einfachen Allergietest machen lassen. Je zwei Dutzend winzige Pikser am Unter- und Oberarm, zwanzig Minuten warten, anschließend werden Hautrötung und Quaddelgröße vermessen. Keine große Sache, dachten wir. Bis die Rechnung kam: 1104 Dollar verlangte die Ärztin für diese Dienstleistung. Als sei das noch nicht genug, folgte tags darauf die Rechnung der Klinik: nochmals 1421 Dollar. Willkommen in Amerika.

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Schamanen und das Drachenblut der Großstadthexen

Burjaten-Schamane mit Trommel im Zeremonialgewand (1904); der sibirische Schamanismus dient häufig als Paradigma des ethnischen Schamanismus. Bild: wikimedia.org/CC-PD-Mark
Mittler zur Geisterwelt oder Scharlatane? Schamanismus steht bei Esoterikern im Westen hoch im Kurs. Die Heimat der Schamanen aber ist Sibirien. Dort ist die Naturreligion verankert in einem Leben voller Härten.

Salzburger Nachrichten

Wunderheiler oder Lebenshelfer? Schamanen stehen in der modernen Welt mit ihrem boomenden Esoterik-Markt hoch im Kurs. Den Hunger nach Spiritualität und Ausgleich von Mensch und Natur stillen Bücher wie “Der Weg des Schamanen: Das praktische Grundlagenwerk” oder “Die schamanische Reise als spiritueller Weg zu sich selbst”.

Allzu selten wird nach dem Ursprung des Schamanismus und seinem eigentlichen kulturellen Kontext gefragt. Verankert ist die religiös-magische Weltsicht bis heute unter anderem im äußersten Osten Russlands bei den sibirischen Völkern der Tschuktschen, Korjaken und Nanai.

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ARD-Arztserien: “Süß parfümierter Hirnschiss”

dpa
Sie hat 2011 schmerzhaft erfahren, wie es Patienten in einem deutschen Krankenhaus ergehen kann: Im SPIEGEL-Gespräch kritisiert die ARD-Journalistin Sonia Mikich vor allem die Arztserien ihres Senders: “Dieser Kitsch führt dazu, dass die Leute nicht mehr skeptisch sind und Fragen stellen.”

SpON

Die ARD-Fernsehjournalistin Sonia Mikich kritisiert die Arztserien des Senders. “Ich verüble meiner ARD tatsächlich sehr, dass sie diesen süß parfümierten Hirnschiss mitmacht”, sagte Mikich in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. “Diese Arztserien stabilisieren ein Bild der Klinik als sterile Welt, in der alles gutläuft, wo ein Arzt ein Heilsbringer ist, und man sich vertrauensselig ausliefern kann. Das halte ich für falsch.”

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Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Europas Christen fühlen sich wie neue Hexen

Themenbild, dw.de

Sind sie in ihrer eigenen Heimat tatsächlich immer weniger sicher? Europas Christen fühlen sich mitten im Abendland verfolgt. Viel stärker als etwa Muslime seien sie ausgegrenzt, würden vom Gesetzgeber diskriminiert und zum Ziel von Hassverbrechen – auch in Deutschland.

Von Jan Grundmannnews.de

Erst machten die Christen Europa groß, die gemeinsame Religion einte die unterschiedlichen Staaten des Abendlandes. Doch nun macht Europa die Christen klein und diskriminiert sie. Dies zumindest beklagen einige Vertreter der Religion mit dem Kreuz – und sprechen gar von einer Christen-Verfolgung mitten in Europa.

Zu den Wortführern in Sachen Christenverfolgung zählt das österreichische «Dokumentationsarchiv für Intoleranz gegen und Diskriminierung von Christen in Europa». Deren Chefin Gudrun Kugler warnt: «Studien zeigen, dass 85 Prozent aller anti-religiös motivierten ‹hate crimes› gegen Christen gerichtet sind». Damit seien Christen die am meisten verfolgte Religion der Welt.

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Evolution ist eine »Lüge direkt aus der Hölle«

Paul Broun (2007), Bild: wikipedia

Ein republikanischer Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses hat die Evolutionstheorie sowie die Embryologie als «Lügen direkt aus der Hölle» bezeichnet. Das Beste: Paul Broun ist Arzt.

20 minuten ONLINE

Paul Broun, Abgeorndeter, Arzt und der Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft, Weltraum und Technologie der Abgeordnetenkammer, unterstrich bei einer Rede in seinem Wahlkreis im US-Staat Georgia seinen Glauben an die biblische Schöpfungsgeschichte.

«Gottes Wort ist wahr», sagte er laut einer Videoaufzeichnung auf der Webseite der Liberty Baptist Church in Hartwell. «Ich habe gelernt, das zu verstehen. All das Zeug, das ich über Evolution und Embryologie und den Urknall beigebracht bekommen habe, sind Lügen direkt aus der Hölle», sagte der Arzt demnach bereits am 27. September. «Und diese Lügen versuchen, mich und alle anderen, denen sie gelehrt wurden, von der Erkenntnis abzuhalten, dass sie einen Erlöser brauchen.» Er glaube, dass die Erde 9000 Jahre alt ist und von Gott in sechs Tagen erschaffen wurde.

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Rabbiner wegen Kinder-Beschneidung angezeigt

Bild: BR Studio Franken

Wegen Beschneidung von Kindern wurde ein Rabbiner aus Hof von einem Arzt aus Hessen angezeigt. Es dürfte die ersten Anzeige wegen des religiösen Beschneidungsrituals in Bayern sein.

Bayrischer Rundfunk Studio Franken

Die Staatsanwaltschaft Hof bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass die Anzeige eines Arztes eingegangen ist – ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Rabbiner aus Hof eröffnet wird, steht allerdings noch nicht fest, erklärte Hofs Leitender Oberstaatsanwalt. Der Rabbiner erfuhr erst vom BR von der Strafanzeige. Er wertet sie als “Antisemitismus”.

Mann führte bereits 3.000 Beschneidungen durch

Auf seiner Internet-Seite verweist der Rabbiner auf das jüdische Beschneidungsritual. Nach eigenen Angaben hat er bislang rund 3.000 Beschneidungen an Kindern und Erwachsenen durchgeführt. In Hof liege die letzte Beschneidung allerdings schon Jahre zurück, erklärte er dem BR.

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Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ist strafbar

Die Beschneidung Isaaks, Regensburg Pentateuch (zirka 1300), Israel Museum, Jerusalem, Bild: wikipedia

Darf ein Arzt eine Beschneidung vornehmen, auch wenn der chirurgische Eingriff nicht medizinisch notwendig ist? Das Landgericht Köln hat entschieden: nein. Das Wohl des Kindes stehe über der freien Religionsausübung der Eltern. Das Urteil könnte wegweisende Wirkung haben.

Süddeutsche.de

Der Sachverhalt, über den das Landgericht Köln zu entscheiden hatte, ist an sich nicht ungewöhnlich: Ein muslimischer Arzt führt bei einem vierjährigen Jungen eine Beschneidung durch, auf Wunsch der gläubigen Eltern. Der chirurgische Eingriff verläuft zunächst ohne Komplikationen. Doch zwei Tage nach der OP setzen Nachblutungen ein, die Mutter bringt ihren Sohn zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft Köln bekommt Wind von dem Eingriff – für den keine medizinische Notwendigkeit bestanden hatte – und erhebt Anklage gegen den Mediziner.

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Dodo-Lütz: ‘Wir reden viel zu viel über Kirchenkrise’

Deutscher Arzt und Theologe in Kärntner “Sonntag”: “Konservative” und “Progressive” in der Kirche sollten weniger jammern und die je anderen mehr wertschätzen

kath.net

“Ich finde, wir reden viel zu viel über Kirchenkrise”: Auf diese seit 40 Jahren andauernde Fixierung, die allerdings “nicht weiter führt”, wies der deutsche Arzt und Theologe Manfred Lütz in der Kärntner Kirchenzeitung “Sonntag” hin. “Wenn ich mit einem Depressiven dauernd über seine Depressionen rede, wird der auch nicht glücklich”, argumentierte der Autor von Erfolgsbuchtiteln wie “Der blockierte Riese” (1999) und “Gott: Eine kleine Geschichte des Größten” (2007) im Gespräch mit Chefredakteur Gerald Heschl.

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Von der religiösen Gleichgültigkeit der Ossis

Arnulf Baring

  1. In der alten DDR herrschte im Grunde genommen, wie man es früher formuliert hätte, polnische Wirtschaft, aus den Menschen dort sind deutsch sprechende Polen geworden.
  2. Die Universitäten waren weitgehend keine Universitäten, die Schulen keine Schulen, die Leute waren unfähig zur Ausübung ihrer Berufe.
  3. Die Leute im Osten sind verzwergt und verhunzt. Ob sich heute dort einer Jurist nennt oder Ökonom, Pädagoge, Psychologe, Soziologe, selbst Arzt oder Ingenieur, das ist völlig egal: Sein Wissen ist auf weiten Strecken unbrauchbar. Die frühere DDR ist weithin ein kopfloses Land.
  4. Die Renitenz des Ostens, die kompensatorische Arroganz des unterlegeneren Schwächeren. Dieser sächsische Dialekt, dieses Idiom des deutschen Sozialismus.

Als „erfolgreichste Hinterlassenschaft von 40 Jahren realsozialistischer Herrschaft“ hat der aus der ehemaligen DDR stammende Theologe Wolf Krötke (Berlin) ironisch den verbreiteten Atheismus in Ostdeutschland bezeichnet.

Märkische Oderzeitung

Dieser habe kaum etwas mit dem teils aggressiven Atheismus westlicher Prägung zu tun. Er „zeichnet sich vielmehr durch eine gänzliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Gottesglauben aus“, betonte Krötke am Freitag beim „Zentrum Muslime und Christen“ auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden. Um hier Menschen neu für das Christentum zu begeistern, seien „viele persönliche Begegnungen“ nötig, „bei denen deutlich wird, wie man lebt, wenn man glaubt“. Zwingend in säkularer Umgebung sei „das Eintreten für den Glauben außerhalb des kirchlichen Raums“.

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