Schlagwort-Archive: Ärzte

Warum Medien über den Terror berichten

Möchten gerne wissen, wo und wann genau Anschläge stattgefunden haben und ob mit weiteren zu rechnen ist – und zwar bevor die Behörden sie darüber informieren: Urlauber in Tunesien. (Foto: dpa)
Machen sich Journalisten zu Handlangern des internationalen Terrors, indem sie groß über die Anschläge berichten? Dieser Vorwurf fällt immer wieder – vor allem aber von Leuten, die jede Meldung begierig lesen.


Von Ruth Schneeberger|Süddeutsche.de

Terroristen brauchen Öffentlichkeit. Im stillen Kämmerlein Touristen, Journalisten, “Ungläubige” zu enthaupten oder zu erschießen, bringt kaum den gewünschten Effekt, der da lautet: weltweit Angst und Schrecken zu verbreiten, um die eigene Macht zu vergrößern und weitere Anhänger zu gewinnen. Ohne Berichterstattung kein – falscher – Ruhm, ohne ständige Liveticker zu jedem neuen Attentat wäre zumindest weniger Stilisierung zu Helden innerhalb der Terroristen-Szene möglich. Je mehr Berichterstattung über terroristische Anschläge stattfindet, desto mächtiger werden die Täter und Strippenzieher. Meinen sie.

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Entwurf für ärztliche Suzidhilfe

Hat gemeinsam mit Abgeordneten anderer Fraktionen einen Entwurf für ärztliche Suizidhilfe eingebracht: CDU-Parlamentarier Peter Hintze Foto: CDU/CSU
Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten hat nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ einen Gesetzentwurf mit Bedingungen verfasst, unter denen nach ihrer Meinung Ärzte Sterbehilfe für todkranke Menschen leisten dürfen. Nach geltender Rechtslage sind Suizid und Beihilfe nicht strafbar, aktive Sterbehilfe ist dagegen verboten.


pro Medienmagazin

In diesem Jahr will der Bundestag über eine Neuregelung der Sterbehilfe entscheiden. Eine Gruppe um CDU-Bundestagsvizepräsident Peter Hintze und den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach verzichte auf strafrechtliche Vorschriften, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf den Entwurf. Stattdessen wolle sie im Bürgerlichen Gesetzbuch einen neuen Paragrafen zur „ärztlich begleiteten Lebensbeendigung“ einfügen.

Festgelegt werde dabei, dass die Hilfe des Arztes „freiwillig“ sein müsse. Erfolgen dürfe sie nur, wenn der Patient dies „ernsthaft und endgültig“ wünsche und eine ärztliche Beratung über andere Behandlungsmöglichkeiten sowie über die Durchführung der Suizidassistenz stattgefunden habe. Zudem müsse die Unumkehrbarkeit des Krankheitsverlaufs sowie die Wahrscheinlichkeit des Todes medizinisch festgestellt und ebenso wie der Patientenwunsch und die Einwilligungsfähigkeit des Patienten durch einen zweiten Arzt bestätigt werden.

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Die Würde im Tod

Rund 60 Interessierte aus ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung in Bielefeld teil. © Heinz-Peter Katlewski
Ärzte, Rabbiner und Pflegekräfte diskutierten über das Ende des Lebens


Von Heinz-Peter Katlewski|Jüdische Allgemeine

Zu einem Seminar über jüdische Perspektiven auf das Sterben waren von Donnerstag bis Sonntag 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland nach Bielefeld gekommen. Die meisten von ihnen vertraten jüdische Gemeinden. Eingeladen hatten das Klinikum Bielefeld, die Allgemeine Rabbinerkonferenz, die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld.

Zum ersten Mal hatten Rabbiner, Ärzte, Pflegekräfte und Ehrenamtliche in der jüdischen Sozialarbeit Gelegenheit, sich in Quellen zu vertiefen und darüber auszutauschen, wie aus der jüdischen Tradition heraus die Würde des Menschen zu verstehen und zu wahren sei, vor allem, ob und in welcher Weise der Sterbeprozess beeinflusst werden dürfe. Neun Rabbinerinnen und Rabbiner der liberalen und konservativen Richtung im Judentum nahmen an dieser Veranstaltung teil, außerdem nichtjüdische Ärzte und Mitarbeiter von Palliativstationen.

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Medizindaten: Von elektronischer Patientenkarte bis zur digitalen Selbstvermessung

Immer mehr Patienten betreiben Selbstvermessung. (Deutschlandradio Kultur)
Das digitale Datenvolumen verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre. Auch immer mehr Ärzte, Forscher und Firmen im Gesundheitsbereich arbeiten mit großen Datenmengen, die Patienten teilweise selbst generieren. Über die ethischen und rechtlichen Herausforderungen von Big Data haben Experten nun bei der Jahrestagung des Ethikrates diskutiert.


Von Jennifer Rieger|Deutschlandfunk

Auch im medizinischen Bereich hält die Digitalisierung Einzug, sagt Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München:

“Wir kennen das alle aus der ärztlichen Praxis, der Mediziner oder die Medizinerin sitzen dann in der Regel am Computer, während sie mit uns Patienten sprechen und halten die Daten fest und dann kommen noch die Krankenhausdaten dazu und, und, und, das heißt es entsteht im Laufe der Zeit ein Profil von uns, das natürlich sehr hilfreich ist, die Daten können auch sofort zur Verfügung stehen, wenn uns irgendwas passiert.”

Doch nicht nur die Behandlungsdaten einzelner Patienten und die Ergebnisse klinischer Studien tragen bei zur Datenflut – inzwischen generieren Patienten auch selbst gesundheitliche Daten. Mit der Hilfe mobiler Apps oder sogenannter Wearables – digitalen Geräten, die die Nutzer am Körper tragen – können sie genau aufzeichnen, wie sie sich verhalten, was sie essen, wie viel Sport sie treiben und wie tief sie schlafen. Und auch wer seine Grippesymptome googelt, hinterlässt Hinweise auf seinen gesundheitlichen Zustand im Netz.

Enormes Potenzial für die Wissenschaft

Big Data, das steht für diese riesigen heterogenen Datenmengen – und den Umgang mit ihnen. Für die medizinische Forschung birgt Big Data enormes Potenzial, erläutert Epidemiologe Henry Völzke von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

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Sterbehilfe und christliche Intelligenzallergie

sterben

“Dörflinger und Sensburg verweisen zu Recht darauf, dass eine Ausnahmeregelung für den durch Angehörige und Ärzte assistierten Suizid einen völlig neuartigen Erwartungs- und Entscheidungshorizont am Lebensende eröffnen würde.”


Von Dr. Axel W. Bauer|kath.net

Die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Patrick Sensburg haben einen Gesetzentwurf zum geplanten § 217 StGB vorgelegt, der sehr zu begrüßen ist. Durch diesen Entwurf sollen Anstiftung und Beihilfe zum Suizid ausnahmslos unter Strafe gestellt werden. Insbesondere soll es keine Ausnahmen und Privilegien für Angehörige und Ärzte geben.

Dörflinger und Sensburg verweisen zu Recht darauf, dass eine Ausnahmeregelung für den durch Angehörige und Ärzte assistierten Suizid einen völlig neuartigen Erwartungs- und Entscheidungshorizont am Lebensende eröffnen würde. Wenn lebenserhaltende Therapie und Tod als gleichwertige Alternativen gesehen würden, so würde der Patient, der sich für die Lebenserhaltung entschiede, den Angehörigen und der Gesellschaft gegenüber dafür begründungspflichtig. Mit seiner Entscheidung verursachte er in der Folge nämlich weitere Kosten für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung und belastete dadurch seine Familie. Das Leben wäre nur noch eine von zwei möglichen Alternativen, zwischen denen er entscheiden soll. Dieser Erwartungs- und Entscheidungshorizont eröffnet sich für den Betroffenen in einer gesundheitlichen Lage, in der er schwach und an der Grenze seiner Entscheidungsfähigkeit angelangt ist.

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Sterbehilfe: Meinungen von Kirche und Gesellschaft gehen auseinander

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Bei der Diskussion um die Sterbehilfe prallen weltliche und christliche Wertesysteme aufeinander. Die Kirche positioniert sich deutlich dagegen.


Von Stefanie Schoene|Augsburger Allgemeine

Ignatz Meszaros ist fest im Glauben verwurzelt, seine Haltung zur Selbsttötung klar: „Meine Frau ist seit sechs Jahren sehr schwer krank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Leben ausgelöscht wird. Gott hat es ihr geschenkt, es zu nehmen, wäre gegen seinen Plan.“ Von der Informationsveranstaltung „Sterben nach Plan?“ des Diözesanrats der Katholiken erhofft er sich eine klare Stellungnahme der Kirche zu Freitod und Sterbehilfe.

Die Beihilfe zur Selbsttötung – also das Gift besorgen – ist bisher eine straffreie Form der Sterbehilfe, weil die Haupttat, der Suizid, nicht strafbar ist. Voraussetzung: Der Sterbewillige muss die Kontrolle haben, also das Gift selbst einnehmen. Die Helfer riskieren auch nicht mehr, wegen unterlassener Hilfeleistung belangt zu werden, weil sie keine Rettung versucht haben. 2010 sprach ein Gericht einen Notarzt von der Rettungsverpflichtung bei einem eindeutig autonomen Freitod frei.

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Citizen Science: “Nur Laien können Experten kontrollieren”

Bild. heise.de
Sie sammeln Daten, forschen über Lokalgeschichte, bieten mit fundiertem Wissen der Atom-Lobby Paroli oder arbeiten emsig an frei zugänglichen Enzyklopädien wie Wikipedia mit: die Laien-WissenschaftlerInnen. Peter Finke, pensionierter Professor für Wissenschaftstheorie und Kulturökologie, hat diese “Forscher-Szene” in dem Buch “Citizen Science – Das unterschätzte Wissen der Laien” analysiert. Im Telepolis-Email-Interview erklärt Finke, warum er heute nicht mehr studieren möchte und akademische ebenso wie politische Maßstäbe neu justiert werden müssen, um eine echte Wissensgesellschaft zu formen.


Von Brigitte Zarzer|TELEPOLIS

Herr Professor Finke, Sie sind Wissenschaftstheoretiker und lehrten ab 1982 an der Universität Bielefeld. Im Jahr 2006 traten Sie aus Protest gegen die Bologna-Reform aus dem regulären Dienst aus. – Was hat Sie damals besonders geärgert, was waren Ihre Befürchtungen?

Peter Finke: Die Selbstverständlichkeit, mit der die Politik von der Wissenshaft verlangt hat, sie solle europaweit die Universitätsstrukturen so umbauen, wie sie es vorschreibt, einheitlich noch dazu: Das fand ich unmöglich, frech, unzumutbar. Das ist erstens Fremdbestimmung, passt nicht zu den Lobreden auf die Freiheit der Wissenschaft, und zweitens ist es dumm, denn niemand kennt die beste Struktur; man muss Vielfalt zulassen und Verschiedenes ausprobieren dürfen. Es war also weniger meine Kritik an der Bachelor-Master-Struktur (die nur in zweiter Linie), sondern die am Übergriff der Politik auf einen Bereich, wo sie nichts zu suchen hat.

Meine Befürchtungen waren: (1) Wenn die Wissenschaftler das hinnehmen, dann machen die Politiker das immer wieder, und (2) dass durch die Reform, die Verwaltung abbauen und alles international vereinfachen sollte, das Gegenteil bewirkt wird. Und so ist es gekommen: Nichts ist dadurch so gewachsen wie die Verwaltungsebenen und Evaluierungskommissionen.

Wenn Sie die Entwicklung an den Universitäten beobachten: Was stört Sie heute am meisten?

Peter Finke: Am meisten stört mich die Lethargie der Wissenschaftler. Wir haben uns früher noch immer gegen das meiste gewehrt, was aus den Ministerien kam. Jetzt nimmt man alles meist schulterzuckend hin. Fremdbestimmung pur. Freiheit der Wissenschaft? Dass ich nicht lache.

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Schwachsinn: Bei assistiertem Suizid sind Pfarrer eher gefragt als Ärzte

sterben

In der Debatte um eine Freigabe des assistierten Suizids durch eine bestimmte Berufsgruppe sieht der Medizinethiker Eckhard Nagel Seelsorger eher gefragt als Ärzte.


Von Corinna Buschow|evangelisch.de

“Wenn die Gesellschaft jemanden sucht, der diese Aufgabe übernimmt, dann sind es eher Pastorinnen und Pfarrer, sicherlich nicht Ärzte”, sagte er in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Donnerstag debattiert der Deutsche Ethikrat in öffentlicher Sitzung über Sterbehilfe. Nagel ist Mitglied in dem Gremium.

Die Kirchen hätten sich schon immer in besonderer Art den Sterbenden zugewandt, sagte Nagel, der auch dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags angehört. Für den assistierten Suizid, das Überlassen eines tödlichen Medikaments, brauche man kein spezielles medizinisches Vorwissen, erklärte der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Essen. “Warum sollte das nicht mit einem geistlichen Gespräch oder vielleicht einem gemeinsamen Gebet gemacht werden”, sagte er. Nagel ergänzte, er wisse, dass die Entscheidung zum Suizid in katholischer oder protestantischer Glaubensüberzeugung kaum zu akzeptieren sei.

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Unionspolitiker fordern strenge Sterbehilfe-Regeln

CDU-Politiker Michael Brand zählt zu einer Gruppe Parlamentarier, die ein Verbot organisierter Sterbehilfe fordern Foto: CDU/CSU
Eine Gruppe Abgeordneter aus CDU und CSU hat am Dienstag ein Grundsatzpapier zur Suizidbeihilfe vorgelegt. Darin fordern die Politiker ein Verbot organisierter Sterbehilfe, auch für Ärzte.

pro Medienmagazin

Die Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU), Claudia Lücking-Michel (CDU) und Michael Frieser (CSU) sprechen sich in ihrem Positionspapier für ein Verbot organisierter Sterbehilfe und ein zusätzliches Werbeverbot aus. Dieses beträfe Sterbehilfe-Vereine, aber auch Ärzte, die mehrfach Beihilfe zum Suizid leisten. Die Politiker fordern einen „Paradigmenwechsel“: Statt ärztlich assistierten Suizid zu einer „scheinbar normalen Behandlungsoption“ zu machen, wollen sie auf „lindernde Hilfe“ in Form der Palliativmedizin und Sterbebegleitung setzen. Hier fordern sie einen „massiven und raschen Ausbau“ und gesetzliche Lockerungen. „Ärzte müssen die Möglichkeit haben, ohne Angst vor berufsrechtlichen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen alle erforderlichen Medikamente einzusetzen und schwerkranken Patienten in der notwendigen Menge zu überlassen“, heißt es in dem Papier. Das Arznei- und Betäubungsmittelrecht sei entsprechend zu verändern.

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Atheisten rüsten zum Suizid

Gibt es ein Recht auf einen pünktlichen Tod? Bild: Cicero/picture alliance
Ein Lobbybündnis wirbt für die Sterbehilfe. Es sind die gleichen, die früher für die Abtreibung mobil machten: Atheisten. Daran wird deutlich, dass es beim begleiteten Suizid weniger um den Tod als um die Gottesfrage geht.

Von Alexander KisslerCicero

Der brachiale Selbstmord des Udo Reiter war der Auftakt zu einem heißen Herbst des Sterbens. Genauer: der Sterbehilfe, denn um diese wird im November der Deutsche Bundestag ringen. Soll wie bisher alle „Suizidbeihilfe“ straffrei bleiben? Generell oder nur dann, wenn Ärzte sich ihrer ausnahmsweise annehmen? Mit welchen Regularien müssen „Sterbehilfe-Vereine“ rechnen, mit Verbot oder Minderem? Ohne Fraktionszwang wollen die Volksvertreter in diesen schwierigen Fragen ihrem Gewissen folgen.

Seit Anfang dieser Woche machen die Befürworter passiver und indirekter Sterbehilfe mobil. Das „Recht der Ärzte, (…) Suizidwilligen zu helfen,“ stehe unter dem Schutz der Verfassung und dürfe nicht eingeschränkt werden. Auf Bussen und an Bahnstationen wirbt ein „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ für die Losung „Mein Ende gehört mir“ – ein Slogan, so direkt wie einst das Motto der Abtreibungsverbotsgegner.

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Sterbehilfe: Warnung vor Kriminalisierung von Ärzten

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Das Polizeirecht sieht nach Meinung von Experten bereits genügend Möglichkeiten zum Eingreifen vor. Die atheistische Giordano-Bruno-Stiftung plädiert indes für ein “Recht auf letzte Hilfe”.

evangelisch.de

Kritiker eines kompletten Verbots organisierter Beihilfe zum Suizid haben erneut vor einer Änderung des Strafgesetzbuches gewarnt. Die geltende Rechtslage reiche vollkommen aus, sagte der Rechtsphilosoph Eric Hilgendorf von der Universität Würzburg am Freitag in Berlin. Eine “Neukriminalisierung von Ärzten” sei unnötig und schade den Medizinern mehr als sie ihnen nütze. Etwa im Falle einer Kommerzialisierung von Sterbehilfe sehe das Polizeirecht bereits Möglichkeiten des Eingreifens dagegen vor, betonte Hilgendorf, der den Bundestag mehrfach in Fragen des Medizinstrafrechts beraten hat.

Nach Angaben der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung sollte es ähnlich wie das Recht auf Erste Hilfe auch ein “Recht auf eine letzte Hilfe geben, um das Leben in Würde zu beschließen”, sagte der Vorstandssprecher der Stiftung, Michael Schmidt-Salomon.

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Sterbehilfe würde “auch Jesus sicher okay finden”

Die Gäste bei Maybritt Illner sprachen über das Thema Sterbehilfe. Bild: ZDF
Die Politik will das selbstbestimmte Ende von Todkranken ermöglichen. In Maybritt Illners Talkshow stritten sich Sterbebegleiter, Ärzte, Theologen. Margot Käßmann sagte, was sie als Segen empfindet.

Von Christian DüringerDIE WELT

Ein neuer Gruppenantrag zur Sterbehilfe von Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) und den stellvertretenden SPD-Fraktionschefs Carola Reimann und Karl Lauterbach soll es todkranken Patienten ausdrücklich erlauben, bei schwerer, unheilbarer Krankheit mithilfe eines Arztes aus dem Leben zu scheiden. Die Rechtssicherheit für Patienten und Ärzte soll in diesem Zusammenhang gestärkt werden. Im Herbst 2015 wird der Bundestag über die Vorschläge abstimmen. Am Donnerstagabend taten das bereits die Talkgäste bei Maybrit Illner.

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Gemeinsamkeiten: Saudi-Arabien und “Islamischer Staat”

Hinrichtung in Saudi-Arabien, Bild: igfm.de
In Saudi-Arabien haben die Enthauptungen drastisch zugenommen. Auch wenn das Königreich die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ bekämpft, sind die Gemeinsamkeiten in religiösen Fragen nicht so einfach beiseite zu wischen. Das wird besonders deutlich bei einer öffentlichen Hinrichtung.

Von Markus BickelFrankfurter Allgemeine

Gespenstische Stille liegt über dem Platz, als die beiden Henker zur Tat schreiten. Silbern blitzen die hüfthohen Krummsäbel in ihren Händen, ihre Augen sind hinter schwarzen Sonnenbrillen verborgen. Ein heißer Windstoß treibt Plastiktüten und einen Pappkarton über das Areal, Scharfschützen stehen auf den Dächern. Strammen Schrittes marschieren die großen Männer in ihren hellen Gewändern zur Mitte des Platzes, Mund und Nase sind mit Tüchern bedeckt. Vornübergebeugt auf zwei dünnen Stapeln Decken knien die beiden zum Tode Verurteilten Männer. Ihre Augen sind verbunden, Hals und Schultern freigelegt.

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Diakoniechef gegen schärferes Strafrecht bei Sterbehilfe

sterbenIn der Diskussion um die gesetzliche Regelung der Sterbehilfe hat sich Diakoniepräsident Ulrich Lilie gegen ein schärferes Strafrecht ausgesprochen.

Von Thomas Schillerevangelisch.de

“Es muss weiterhin Freiräume geben”, sagte der Chef der bundesweiten Diakonie dem Evangelischen Pressedienst. Ärzte, Pflegende und Angehörige müssten ihre persönliche Verantwortung für sich, vor den anderen und vor Gott wahrnehmen. “Das ist ein gutes protestantisches Prinzip”, sagte der Theologe. Die Handelnden hätten die konkrete Verantwortung, die staatlichen und kirchlichen Richtlinien in die beste Lösung für die Beteiligten zu übersetzen. “Das Strafrecht kann diese Dilemma-Situation nicht lösen”, erklärte Lilie.

Der Spitzenvertreter des evangelischen Sozialverbands sprach sich aber strikt gegen eine Institutionalisierung der Sterbehilfe aus. “Jede organisierte, erst recht jede kommerzialisierte Form von Sterbehilfe ist zu verhindern”, sagte Lilie. Diese Grenze dürfe auch bei einer gesetzlichen Neuregelung nicht überschritten werden.

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Mediziner schlagen straffreien Suizidhilfe durch Ärzte unter Auflagen vor

sterbenIn der Sterbehilfe-Debatte haben Mediziner, Ethiker und Juristen einen Vorschlag präsentiert, der Suizid-Beihilfe in Ausnahmefällen bei Schwerstkranken zulassen will.

evangelisch.de

Ärzte sollen demnach dann straffrei bleiben, wenn sie nach einem persönlichen Gespräch und der Prüfung durch einen zweiten unabhängigen Mediziner einem unheilbar Kranken mit begrenzter Lebenserwartung bei der Selbsttötung helfen, sieht der am Dienstag in München vorgelegte Gesetzentwurf vor.

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Ärzte nicht zu Tötungsassistenten machen

Huber Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, Bild: aachener-zeitung.de
Politiker Hüppe warnt vor einer Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung.

kath.net

Der CDU-Gesundheitspolitiker Huber Hüppe hat sich nachdrücklich gegen eine legale Beihilfe zur Selbsttötung durch Ärzte gewandt. „Der Forderung, dass Ärzte als Tötungsassistenten tätig werden, ist entschieden zu widersprechen“, sagte Hüppe am Montag in Berlin. Dies würde die Rolle der Mediziner grundlegend verändern, warnte der CDU-Politiker. „Statt wie bisher dem Patienten gegenüber das unbedingte Ja der Solidargemeinschaft zu dessen Existenz zu repräsentieren, würde er dem Patienten nun die Option einer Beendigung seiner Existenz zur Wahl stellen“.

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Montgomery: Ärzte sind keine “Tötungsmedikamentebeschaffer”

Frank Ulrich Montgomery, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat Forderungen, Ärzten die Beihilfe zum Suizid zu erlauben, widersprochen.

evangelisch.de

“Der Arzt als billiger Tötungsmedikamentebeschaffer, das kann ja wohl nicht gemeint sein”, sagte er der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (Samstagsausgabe). Die moderne Palliativmedizin biete auch Schwerstkranken viele Möglichkeiten, ihr Leben schmerzlos und in Würde zu Ende zu leben.

Die Folgen einer Regelung, die Beihilfe zum Suizid zur ärztliche Aufgabe machen würde, wolle er sich nicht ausmalen. “Das sind ja nicht nur todbringende Infusionen”, sagte Montgomery. “Am Ende gäbe es noch eine Abrechnungsziffer für Beihilfe zum Selbstmord. Nein, das ist Tötung auf Verlangen, und die ist falsch, sie verstößt gegen ärztliche Ethik.”

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Polen: Streit um „Glaubenserklärung“ von Lehrern

kirche_polenNach einer Reihe von Ärzten denken jetzt auch einige Lehrer in Polen über eine eigene „Glaubenserklärung“ nach, die unter anderem den Vorrang göttlichen Rechts vor dem des Staates betonen soll.

religion ORF.at

Seit einigen Tagen sorgt ein von dem rechtsgerichteten Blogger Janusz Gorzynski verfasster Entwurf einer solchen Erklärung in polnischen Medien für Debatten. Die Glaubenserklärung beinhaltet das Versprechen, sich als Lehrer nach den Werten des Evangeliums zu richten und sich um die eigene sowie um die Erlösung seiner Schutzbefohlenen zu kümmern.

Man verpflichtet sich, die jungen Menschen zur Liebe zur katholische Kirche zu erziehen und ihnen den Respekt für das menschliche Leben in allen Phasen seiner Entwicklung, von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende, zu lehren. In dem Blog ist inzwischen eine heftige Diskussion der Anhänger und Gegner der Glaubenserklärung der Lehrer im Gange.

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Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem—monetärer Mummenschanz

Einzug der Ritter, Bild: youtube
Einzug der Ritter, Bild: youtube
Konservativ, katholisch, elitär verbunden. Das sind die Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Ihre Aufgabe: Sammeln und im Nahen Osten die Fahne der Christenheit hochhalten. Auch jetzt, auch im Krieg.

Von Ewald HetrodtFrankfurter Allgemeine

Zu den großen, aber exklusiven Clubs dieser Welt zählt der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Mit Millionenbeträgen unterstützen rund 30.000 Katholiken in mehr als 30 Ländern karitative Einrichtungen ihrer Kirche in Israel, Palästina und Jordanien. Peter Gattineau aus Wiesbaden gehört dazu. „Wer wirklich helfen will, braucht Geld“, sagt er.

Geld spielte schon bei der Entstehung des Ordens eine gewisse Rolle. Wenn der katholische Adel nach Jerusalem pilgerte, ließ er sich den Ritterschlag am Grab des Auferstandenen etwas kosten. Davon profitierte der lateinische Patriarch, mit dem Rom seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Jerusalem vertreten ist. Im Jahr 1868 gründete Papst Pius IX. für die Grabesritter aus aller Welt den Laienorden in seiner heutigen Form. 20 Jahre später wurden Frauen zugelassen. Die deutsche Statthalterei des Ordens erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg einen Aufschwung.

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Transphobie: Größte protestantische US-Kirche: Es gibt keine Transsexualität

Ronnie Floyd, der neue Chef der Südstaatenbaptisten, gilt als erbitterter Gegner von Homo- und Trans-Rechten. Bild: queer.de
Die Synode der 16 Millionen Mitglieder zählenden Southern Baptist Convention hat am Dienstag in Baltimore beschlossen, dass Transsexualität nicht existiert.

QUEER.DE

Die überwiegende Mehrheit der 5.000 Delegierten unterstützte die transphobe Resolution. Darin heißt es unter anderem, dass “Geschlechtsidentität nur vom biologischen Geschlecht und nicht von der eigenen Wahrnehmung” bestimmt werde. Transsexuelle würden demnach “Gottes Gesetze missachten”.

Transpersonen werden in der Resolution aufgefordert, nicht zu Ärzten oder Psychologen zu gehen, sondern zu beten: “Wir laden alle Transgender ein, Jesus Christus zu vertrauen und einen neuen Weg durch das Evangelium zu finden”. Transsexuelle dürften nur Mitglied der Kirche sein, wenn sie ihre Geschlechtsidentität “bereuen”.

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