Ein Atheist beim Papst

© Bild: Bild: Raphael Hünerfauth
Sandro Bucher ist bekennender Atheist und wurde vom Vatikan zur Jugend-Vorsynode in Rom eingeladen. Der 25-jährige, der vor neun Jahren aus der Kirche austrat, fühlte sich erst fehl am Platze. Doch das änderte sich schnell.

Madeleine Spendier | katholisch.de

Zur Jugend-Vorsynode, die heute in Rom zuende ging, waren nicht nur katholische Jugendliche eingeladen. Auch Vertreter anderer Religionen und Atheisten konnten mitdiskutieren. Einer von ihnen war Sandro Bucher, der mit 16 Jahren aus der Kirche austrat. Im katholisch.de-Interview erzählt der Schweizer, wie er sich dabei fühlte.

Frage: Herr Bucher, Sie waren unsicher, ob Sie an der Vorsynode teilnehmen sollten?

Bucher: Nein, aber als ich im Collegio Maria Mater Ecclesiae in Rom ankam, dachte ich zuerst, ich wäre im falschen Film. Mönche und Priester irrten durch die Halle, eine Messe wurde im Nebenraum abgehalten und fromme Gesänge drangen in mein Ohr. Ich war unsicher, ob mich hier überhaupt einer hören wollte. Aber diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt: Ich wurde sehr freundlich empfangen. Bei den Diskussionen herrschte ein offenes Klima. Keiner hatte ein Problem mit mir, weil ich nicht an Gott glaube. Ich fühlte mich rasch akzeptiert. Ich wurde andauernd gebeten, meine Meinung zu den verschiedenen Themen zu sagen. Einige haben mir rückgemeldet, dass sie von meinen Wortbeiträgen sogar profitiert hätten.

Frage: Sind Sie getauft?

Bucher: Ja, ich bin getauft, ich habe auch an der Erstkommunion teilgenommen. Aber als ich 16 Jahre alt wurde, bin ich aus der Kirche ausgetreten. Mein Vater ist katholisch, meine Mutter ist evangelisch-reformiert. In meiner Kindheit habe ich den katholischen Glauben nie hinterfragt. Als ich es aber in der Jugend tat, habe ich gemerkt, dass der Atheismus der richtige Weg für mich ist. Heute würde ich mich als Humanist bezeichnen. Ich glaube, dass ethische Werte und Menschenrechte dazu da sind, um die Welt besser zu machen.

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„Ich habe mit dem Begriff ‚Glauben‘ ein Problem“

© Bild: privat/katholisch.de
Alexander Waschkau ist Atheist, Eduard Habsburg-Lothringen Katholik – und beide sind gute Freunde. Für das letzte „Glaubensgespräch“ haben sie sich darüber unterhalten, was ihnen im Leben Kraft gibt.

Von Johanna Heckeley | katholisch.de

Für den letzten Teil der Serie „Glaubensgespräche“ diskutieren der Atheist Alexander Waschkau (41) und der Katholik Eduard von Habsburg-Lothringen (50) miteinander. Der Hamburger Psychologe und der Botschafter Ungarns beim Heiligen Stuhl haben sich über den Podcast „Hoaxilla“ von Alexander Waschkau und seiner Frau Alexa kennengelernt, über den sie Diskussionen führten. Seit fast vier Jahren machen sie selbst gemeinsam Podcasts zum Thema „Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs“. Das sechste Glaubensgespräch findet, wegen der großen Entfernung, über Skype statt. Schon vor der ersten Frage entspinnt sich eine lebhafte Diskussion.

Eduard Habsburg-Lothringen: Unsere gemeinsame Theorie ist, dass, obwohl der eine glaubt und der andere nicht, Alexander und ich in unseren Grundprinzipien sehr nahe sind.

Frage: Woran glauben Sie denn?

Habsburg-Lothringen: Ich glaube, dass es einen Gott gibt, der nicht nur die ganze Welt, sondern auch mich erschaffen hat, der mich schrecklich gern hat und sehr gut kennt. Ich glaube also an eine persönliche Beziehung zu jemandem, mit dem man sein Leben verbringen kann. Das hat natürlich Konsequenzen für meinen Alltag und mein Verhalten, denn ich muss meinen Glauben leben, sodass es für andere spürbar ist. Ich versuche also, andere Menschen zu lieben, so gut ich kann, weil ich als Christ glaube, dass Gott das von mir möchte.

Alexander Waschkau: Ich habe mit dem Begriff „Glauben“ ein Problem und würde die Frage für mich umformulieren: Ich bin der Überzeugung, dass es keine höhere Macht gibt, die auf irgendeine Weise in einer Beziehung zu mir oder anderen Menschen steht. Zeitgleich bin ich der Überzeugung, dass die Menschheit insgesamt besser funktionieren würde, wenn wir alle humanistische Grundprinzipien annähmen. Wenn ich zu jedem Menschen, dem ich begegne, gut wäre, und er mir gegenüber auch gut wäre, hätten wir das Paradies auf Erden, um diesen religiösen Begriff zu entlehnen. Wenn alle Menschen humanistischen Grundprinzipien anhängen würden, bräuchten wir nicht unbedingt eine Religion. Es gibt Elemente der Religion, die dem Humanismus sehr nahe kommen, wie die Zehn Gebote. Weiter kondensiert wäre das der Kategorische Imperativ von Immanuel Kant, also nur nach der Maxime zu handeln, die jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte. Man muss also nicht gläubig sein, um die Zehn Gebote als gute Vorgaben zu sehen. Wenn sich alle an sie hielten, wären wir auch schon ein Stück weiter.

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Atheismus als Grund für Asylanspruch

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Pakistaner aus Borken, der sich vom Islam abgewendet hat und Atheist geworden ist, hat Anspruch auf Asyl. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht in Münster dem Mann am Montag (07.08.2017) recht gegeben. Das Bundesamt für Migration hatte seinen Asylantrag zuvor abgelehnt.

WDR

Pakistaner schreibt islamkritischen Blog

Damit hat das Gericht auch entschieden, dass eine Abkehr von der Religion unter Umständen ein Grund für Asyl sein kann. Nach Meinung der Richter hat der bekennende Atheist sehr glaubhaft nachgewiesen, dass für ihn eine Rückkehr nach Pakistan lebensgefährlich sein könnte. Der Mann stammt aus einer strenggläubigen Familie, sein Vater ist Imam, aber er selbst hat schon in Pakistan begonnen, einen islamkritischen Blog zu schreiben. Damit macht er auch von Borken aus weiter und wird dafür auch hier von Landsleuten übel beschimpft und bedroht.

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„Er hat mich als Ungläubigen beschimpft“

Mit 15 Jahren nach Deutschland gekommen: Der Iraker Amed Sherwan sieht sich als Atheist Quelle: Privat
In einer Flensburger Hilfsorganisation soll ein Muslim einem Atheisten mit Mord gedroht haben. Der Atheist bekam Hausverbot, der Beschuldigte arbeitet jetzt dort. Doch der Fall ist alles andere als eindeutig.

Von Ann-Kathrin Jeske | DIE WELT

Amed Sherwan glaubt nicht an Gott. Im Irak soll er dafür gefoltert worden sein, als er noch ein Teenager war. Mit 15 Jahren floh der Ex-Muslim deshalb nach Deutschland. Doch auch hier fühle er sich nicht mehr sicher: In einem Verein, in dem er ein Praktikum machte, wurde der inzwischen 18-Jährige laut eigener Aussage von einem anderen Flüchtling bedroht – weil er ein Atheist ist.

Der Vorfall ereignete sich laut Sherwan bereits im April in der Flüchtlingshilfe Flensburg, einem gemeinnützigen Verein, der für sich damit wirbt, dass er für „Offenheit, Toleranz und Vielfalt“ stehe und „gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ kämpfe. Laut Sherwans Schilderungen griff der 34-Jährige ihn an, nachdem der junge Iraker einen Artikel in dem Magazin für Migranten, „Moin Flensburg“, veröffentlicht hatte. In dem Text hatte Amed Sherwan erklärt, warum er nicht an Gott glaubt.

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Der Hass auf die Meinungsfreiheit – 2. Jahrestag des Anschlags auf Charlie Hebdo

Bild: DIE KOLUMNISTEN
Bild: DIE KOLUMNISTEN
Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo vor zwei Jahren war einer der traurigen Höhepunkte einer ganzen Serie weltweiter massiver Angriffe auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Angriffe, die muslimische Extremisten im Namen des Propheten Mohammed geführt haben und nach wie vor führen.

Von Nina Scholz | DIE KOLUMNISTEN

Heute ist der traurige zweite Jahrestag des Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ in Paris.

Im Kugelhagel muslimischer Terroristen vor und in den Redaktionsräumen der berühmten linken Satirezeitschrift starben zwölf Menschen, darunter die Hälfte der Redaktionsmitglieder. Ein weiterer Attentäter erschoss in den folgenden zwei Tagen eine Polizistin auf der Straße und vier Menschen in einem koscheren Supermarkt.

In den ersten Tagen nach den Anschlägen von Paris waren fast alle Charlie. Schock und Trauer bestimmten die veröffentlichten Meinungen. Doch schon bald begannen die ersten zu relativieren, Täter und Opfer zu vertauschen und zu mutmaßen, ob Charlie Hebdo nicht vielleicht zu weit gegangen sei.
Zu weit womit? Wie weit darf man gehen, ohne die eigene Ermordung zu provozieren? Und: Waren die erschossenen Menschen im jüdischen Supermarkt in Paris auch zu weit gegangen?,

fragten mein Mitautor Heiko Heinisch und ich vor einem Jahr in unserem Buch „Charlie versus Mohammed. Plädoyer für die Meinungsfreiheit“.

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Who Are You Calling an Atheist?

Image: churchandstate.org.uk
Image: churchandstate.org.uk
Are there any good reasons these days to declare yourself an atheist? Won’t the label’s tribal militancy, its prickly company, its easy derision, dishonor your family, alienate your friends, and upend your career? And if you are one—and you don’t fess up—might not that lack of honesty trouble you?

By Thomas Larson | Church and State

After all, it is the truth, isn’t it? What’s more, if you don’t make the call (choose, instead, the less excitable “humanist” or “secularist”), someone else will mark you, a stamp that may stick, inerasable, like a Sharpie on your forehead. Whosoever’s badge you go with, how high on your chest will you wear it?

Take the astrophysicist Neil DeGrasse Tyson, host of Cosmos and director of the Hayden Planetarium in New York. When Bill Moyers asked him whether he supported “the effort” by well-meaning people “to reconcile faith and reason,” Tyson said flatly, “they’re irreconcilable.” All attempts to describe science with faith “have failed. Anyone who tried to explain the nature of the universe, based on Bible passages, got the wrong answer.” To the charge that dark matter is God, he perked up: “If that’s where you’re going to put your God in this world, then God is an ever-receding pocket of ignorance. Get ready to have that [mystery] undone.”

Because of such statements, Tyson says he’s assailed a few times a month by nonbelievers who pester him: “I thought you were an atheist.” No, he counters, he never uses that word. If he has to have one, it’s “agnostic,” but even that term has scant meaning, he admits, since he’s confident science will solve the “divine” mysteries. Recently, he told Bill Maher that only two descriptors fit him: scientist and educator. Physics has no religiosity, Tyson said. “You don’t ‘believe in’ science. It’s true whether or not you believe in it.” Not only does he sound unfailingly uninterested in religious belief, but Tyson makes no case that he’s agnostic about anything.

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Debatte über Religion des zukünftigen Bundespräsidenten – erbärmlich

Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck, wonach ein Muslim als deutsches Staatsoberhaupt grundsätzlich denkbar wäre, stoßen auf ein geteiltes Echo in den Parteien.

evangelisch.de

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte „bild.de„: „Ob ein Bundespräsident Christ, Muslim oder Buddhist ist, sollte keine Rolle spielen. Entscheidend ist, dass die Religion nicht über der Verfassung steht.“ Skeptische Stimmen kamen aus den Reihen der Union.

Der evangelische Christ Gauck hatte dem Evangelischen Pressedienst (epd) gesagt, er wolle für die Zukunft nicht ausschließen, dass ein Muslim oder ein Angehöriger einer anderen Religionen wie auch ein Nicht-Gläubiger in das oberste Staatsamt gewählt wird. Alle bisherigen elf Bundespräsidenten gehörten einer christlichen Kirche an, neun waren evangelisch, zwei katholisch. Der ehemalige Pfarrer Gauck scheidet im nächsten Jahr aus dem Amt.

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Michael Frensch über Anthroposophie „Als Anhänger verlieren Sie Ihre Freiheit“

Rudolf Steiner (Bild: public domain)
Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Verleger Michael Frensch wurde in den 1968ern vom Atheisten zum Anthroposophen. Inzwischen hat er sich mit ihnen überworfen: wegen eines estnischen Mystikers

Das Interview führte Petra Schellen | taz.de

taz: Herr Frensch, sind Sie Anthroposoph oder Christ?

Michael Frensch: Es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Anthroposophie und Christentum. Anthroposophie-Begründer Rudolf Steiner legte Wert darauf, dass sich seine Lehre auf das Christentum gründet. Ich selbst bin erst durch die Anthroposophie wieder zum Christentum gekommen.

Wie kam das?

Da muss ich etwas ausholen. Ich bin ein echter 1968er. Habe an der Uni Frankfurt und dann in München studiert und war bald überzeugt von Feuerbachs Thesen über Religion und Christentum. Wurde dadurch Atheist und betrachtete Religion als Opium fürs Volk. Bis ich, 28-jährig, der Lehre Steiners begegnete. Ich war sofort angesprochen.

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AfD-Forderung nach Abschaffung der Kirchensteuer

Bild: tilly
Bild: tilly
Keine Kirchensteuer mehr! Dass ein Politiker solch eine Forderung wieder einmal laut ausspricht. Darauf haben wir lange gewartet. Doch was tun, wenn diese Parole ausgerechnet aus den Reihen der AfD kommt?

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

Beatrix von Storch, die zuerst auf Kinder an den Grenzen schießen lassen wollte, dann doch nur auf die Frauen – und die hinter den Kulissen die federführende Triebkraft für das Anti-Islam-Parteiprogramm gewesen sein soll, das kürzlich erst auf dem Parteitag beschlossen wurde, ausgerechnet sie ist es, die nun argumentiert, dass die Kirchen ihre Steuern gefälligst selbst eintreiben sollen.

Man könnte nun triumphieren, hört sich das doch alles nach einer areligiösen Partei an, die auf der einen Seite Minarette und den Muezzin als Machtsymbole des Islam ablehnt, andererseits den Staat verdonnern will, die Privilegien des Christentums aus Artikel 140 Grundgesetz langsam, aber sicher abzuschaffen. Daneben möchte sie auch keine Beschneidungen mehr tolerieren, kein Schächten und keine religiösen Rituale, die mit hiesigen Gesetzen nur durch Umwege vereinbar sind. Juden, Muslime, Christen, eigentlich alle müssen bluten, wenn man die Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ in den letzten Monaten so betrachtet. Doch ist sie damit tatsächlich eine säkulare Kraft, der man als Atheist, Konfessionsloser oder Freidenker guten Gewissens seine Stimme geben kann?

Wer Kirchensteuer zahlt, ist noch nicht automatisch ein guter Christ – das hat spätestens Luther gelehrt. Und so ist auch noch kein guter Humanist, wer allein auf den Populismus hört, den selbst manch Atheist als lautes Geschrei in die Massen wirft. Denn eine Stärke hat die AfD: Taktisch klug erfasst sie eine nach der nächsten gesellschaftlichen Schicht, ohne sich dabei bei oberflächlichem Hinsehen selbst zu widersprechen. Denn es sind nicht die klassische Anhänger der römisch-katholischen Kirche oder der evangelischen Landeskirchen, die die „Alternative“ in ihren Reihen weiß – und um dessen Zustimmung sie fürchten müsste, würde sie sich nun mit Bischöfen und Finanzreferenten um die Taler anlegen.

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Bayerische Humanisten verhelfen bedrohtem Blogger zur Flucht nach Deutschland

Leben auf der Todesliste: Ein säkularer Blogger aus Bangladesch lebt seit kurzem in Nürnberg.

Von Marco Schrage|diesseits.de

Tanmoy K. ist Freidenker, Atheist und Humanist. Weil er über seine Überzeugungen bloggt, bedrohen religiöse Extremisten ihn in seiner Heimat Bangladesch mit dem Tod. Mit Hilfe des Humanistischen Verbandes Bayern gelangen ihm und seiner Frau nun rechtzeitig die Ausreise nach Deutschland.

„Auf dem Papier ist Bangladesch ein säkularer Staat“, sagt Tanmoy K., „doch in der Realität zählt das wenig.“ Gerade in Chittagong, der großen Hafenstadt, in der K. zuletzt als Ingenieur arbeitete, wimmelt es vor religiösen Fundamentalisten. Und die nahmen K. bald ins Visier. Warum? Seit 2009 schrieb der 31-Jährige regelmäßig auf seinem Blog über Wissenschaft und Technik, Humanismus, Demokratie und ein säkulares Gemeinwesen. Er schrieb über islamisches Bankwesen, das für ihn nur ein Etikettenschwindel ist, er trat ein für die Gleichberechtigung von Frauen und das Ende religiöser und ethnischer Diskriminierung.

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Was kommt nach dem Tod?

Bild: jamie/Pinterest
Der Fernsehjournalist Steffen König hat sich in der ersten Folge der dreiteiligen ARD-Serie „Was glaubt Deutschland?“ mit der Frage beschäftigt, was nach dem Tod kommt. Der 34-Jährige befragte in dem am 17. August um 23.30 Uhr ausgestrahlten Film einen Katholiken, einen Muslim, einen Juden, einen Buddhisten und eine Atheistin nach ihren Vorstellungen vom Jenseits.


kath.net

Doch den „religiösen Skeptiker“, wie er sich selbst nennt, konnten die Aussagen nicht überzeugen. Am Ende der SWR-Produktion berichtet er vom Tod seines Großvaters, der im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Er habe „keine Ahnung, wo Opa jetzt ist“, sagte König. Er glaube, „dass er jetzt weg ist“; nur in seinem Herzen bleibe er in der Erinnerung lebendig. Damit kommt der für den SWR tätige Journalist der von ihm interviewten Atheistin Assunta Tammelleo am nähesten. Sie hat einen Sohn im Alter von acht Monaten durch plötzlichen Kindstod verloren. Auch sie trägt nach eigenen Aussagen die Erinnerung in ihrem Herzen, aber im Tod sehe sie keinen Sinn – wie auch letztlich nicht im Leben.

Katholischer Theologe: Gott rettet alle

König betonte mehrfach, dass Judentum, Islam und Christentum Regeln aufstellen, wie man in den Himmel oder ins Paradies kommen kann. Doch der katholische Theologieprofessor Albert Biesinger (Tübingen) widerspricht: „Man kann sich den Himmel nicht verdienen.“ Er persönlich glaube, dass der barmherzige Gott alle Menschen rette – auch die, die sich nicht für ihn öffnen. Biesinger hat selbst eine Nahtoderfahrung gemacht. Bei einer schweren Erkrankung habe er Gottes Stimme an der Schwelle zum Jenseits gehört.

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Comedian Marc Maron and President Obama Discuss Faith in Interview (Albeit Very Briefly)

Image: Friendly Atheist
We know President Obama‘s father was non-religious. In a 2006 speech, Obama said that his father “was born Muslim but as an adult became an atheist.” His mother was Agnostic (though Obama once referred to her in Dreams from My Father as a “lonely witness for secular humanism”).


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

On Friday, comedian Marc Maron interviewed President Obama for his WTF podcast and the episode was released earlier today. If you listen to the show regularly, as I do, you knew religion was going to come up at some point. So I was eagerly awaiting what Obama would say about faith — his own, his parents’, etc.

When speaking about his mother, Obama didn’t talk about her atheism, per se, but he brought up her belief that there was something good to be found in all religions (around the 12:00 mark):

Obama: … I always call her — she was the last of the great Secular Humanists. She thought all religions had something to say, and she thought all cultures were fascinating.

Maron: So you weren’t brought up with that, with the religion thing, really, at all.

Obama: No. I mean, we’d go to church for Easter sometimes. But we had a Shinto temple across the street from the apartment where we were living. And when I was in Indonesia, that’s a Muslim country, so you’d have mosques. But she instilled in me these core values that, for a while, I thought were corny. And then, right around 20, you start realizing, you know, honesty, kindness, hard work, responsibility, looking after other people. They’re actually pretty good values. They’re home-spun. They come out of my Kansas roots. But they’re the things that ultimately ended up being most important to me in how I try to build my life.

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Kann ein Atheist ein guter Mensch sein?

Bild: Frankfurter Rundschau
Da läuft es wieder auf Entscheidungsfreiheit hinaus. Und logischen Menschenverstand.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Die Antwort auf die oben genannte Frage hängt von drei Grundsatzentscheidungen ab.

1.Ist es böse, nicht zu glauben?

2.Wird ein Mensch nur durch den Glauben an einen Gott gut?

3.Ist eine Tat oder Absicht nur dann gut, wenn sie durch die Achtung vor den göttlichen Gesetzen motiviert wurde?

Wer Frage Nr. 1 mit „Ja“ beantwortet, widerspricht der Logik und den heiligen Schriften. Wie wir bereits besprochen haben, ist Entscheidungsfreiheit die notwendige Voraussetzung für gute bzw. böse Handlungen. Wenn Du stiehlst, ist das böse, denn es lag in Deiner Macht, Dich dagegen zu entscheiden.

Wenn Du Dich aber verliebst, ist das weder gut noch böse. Es ist Dir geschehen. Du konntest das Verlieben durch eine Entscheidung weder verhindern noch erzwingen. Mit dem Glauben verhält es sich ganz ähnlich. Entweder entwickelt man ein religiöses Gefühl, eine religiöse Überzeugung oder eben nicht. Man kann sich nicht selbst befehlen zu glauben. Jemandem einen Vorwurf für seine Ungläubigkeit zu machen, ist daher sinnlos. „Es gibt keinen Zwang im Glauben“, lehrt der Koran.

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A Response to the “Man is Drowning” Meme…

I’ve been seeing this image all over my social media today:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Image: Friendly Atheist

Reader Justin offers this response:

Image: Friendly Atheist

If that image offends you as a Christian… well now you know how atheists feel about the first.

Decent people, religious or not, will do everything they can to help the drowning person. It’s that simple.

Muss ein Atheist Angst vor dem Tod haben?

Bild. Frankfurter Rundschau
Brief 8: Und was ist, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt? Nun, jede Party ist irgendwann vorbei, schlechter wird sie dadurch nicht.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

Haben dich die Argumente für ein Leben nach dem Tod überzeugt? Wenn nicht, ist die Alternative natürlich bitter: Mit dem Tod ist alles aus – Schluss, aus, vorbei!

Muss ein Atheist also Angst vor dem Tod haben? Unser Kollege Epikur war schon 300 Jahre vor Christus ganz anderer Ansicht: Wieso sollte man vor etwas Angst haben, dem man nie begegnet? Solange wir sind, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht mehr. Genau genommen geht der Tod uns also nichts an! Todesangst wäre demnach logischer Unsinn.

Allerdings ist der Verlust des Lebens natürlich ein Ärgernis. Doch auch hier hat die Philosophie einigen Trost parat. Nach Friedrich Nietzsche ist das Leben herrlich. Die Tatsache, dass wir irgendwann sterben müssen, ändert daran gar nichts. Die Sensation ist vielmehr, dass wir überhaupt leben und diese wundervolle Welt erleben dürfen. Wenn du auf eine Party gehst, jammerst du hoffentlich auch nicht die ganze Zeit herum, nur weil die Feier irgendwann zu Ende sein wird. Die Party bleibt herrlich, auch wenn sie ein Ende hat.

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Franklin Graham Claims That President Obama’s Mother, a Secular Humanist, “Must Have Been a Muslim”

Image: Friendly Atheist
President Obama‘s father was an atheist. Obama once said in a speech that his father “was born Muslim but as an adult became an atheist.”


By Hemant Mehta|Fiendly Atheist

His mother was Agnostic (though Obama once referred to her as a “witness for Secular Humanism“).

But if you listen to Franklin Graham, the conservative who propels himself using father Billy Graham‘s name, Obama doesn’t really understand the religious beliefs of his own parents.

Yesterday, as a guest on the Family Research Council’s “Washington Watch,” Graham told host Tony Perkins that Obama’s mother was probably a Muslim and that’s why he’s so hesitant to attack ISIS:

One of the problems we have [is that Obama’s] father was a Muslim, and his step-father was a Muslim. [He] lived in Indonesia and went to Muslim schools. His mother must have been a Muslim — we don’t know that, but she married two Muslim men, so there must have been something there. And the framework that our president has growing up, his influences in his life was that of Islam.

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Polen: Schwule, Linke, Atheisten – Überraschungen in den Rathäusern

Robert Biedron // (cc) Lukas Plewnia, polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr
Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Überraschend ist mit Robert Biedron erstmals ein offen schwuler LGBT-Aktivist Oberbürgermeister einer größeren Stadt geworden. In der Geburtsstadt von Papst Johannes Paul II. ist dagegen ein Atheist neuer Chef im Rathaus.


Von Lars Leschewitz|POLEN HEUTE

Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Dabei sind einige Überraschungen zustande gekommen. Ganz oben auf der Liste steht natürlich Robert Biedron (Deine Bewegung, TR). Auch die meisten deutschen Medien haben bereits über den neuen Oberbürgermeister von Slupsk berichtet.

Biedron ist offen homosexuell und seit Jahren ein Vorkämpfer für LGBT-Rechte in Polen. Damit ist seine Wahl im konservativen Polen tatsächlich eine kleine Sensation, auch wenn es längst eine wachsende liberale Bevölkerungsgruppe in Polen gibt. Dank dieser hat Biedron einen engagiert geführten Wahlkampf an der Ostseeküste gewonnen. Dabei hat er sich auch nicht von Beschimpfungen und Übergriffen abhalten lassen, ins Rathaus der 100.000-Einwohner-Stadt einzuziehen. Robert Biedron gilt auch abseits der LGBT-Szene als profilierter und kompetenter Politiker. Sein Mandat im Parlament wird er ruhen lassen müssen.

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A Grief Workbook for Atheists Dealing with Death

Image: Friendly Atheist
After Carol Fiore‘s husband died, she, like so many atheists who have lost a loved one, struggled to deal with the grief because all the resources out there were aimed at religious people.

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Now, she’s written A Grief Workbook for Skeptics: Surviving Loss without Religion, a helpful guide for atheists going through the toughest of times, so they don’t feel so isolated.

In the excerpt below, reprinted with permission from the author, Fiore talks about how to respond to words of “consolation” that are really not helpful at all:

Do any of these statements sound familiar?

  • God doesn’t make mistakes.
  • You won’t get better unless you accept the Lord Jesus Christ into your life.
  • God has a plan.
  • I’m praying for you.
  • Your loved one is in a better place.
  • God is testing you.
  • There is a reason and a purpose for everything.
  • It’s God’s will.
  • Come to my church and pray with me.
  • God loves the person you lost.
  • God is a kind, just, and caring being.
  • Your loved one is happier.
  • Have faith.
  • Put your life in God’s hands.
  • It could be worse.
  • God never gives us more than we can handle.

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Vom weltanschaulichen Pragmatismus eines Polizisten

Merbitz in Uniform: Damit geht auch hin und wieder in die Kirche Foto: pro
Bernd Merbitz wurde als Atheist erzogen und war Mitglied in der SED. Heute ist der Polizeipräsident von Leipzig bekennender Katholik. Porträt eines Mannes der Gegensätze.

pro Medienmagazin

DDR. 1987. Es sollte die letzte Nacht im Leben von Bernd Merbitz‘ Vater sein. Schwer krank ist er, liegt in einer Klinik, bekommt Morphium. Als Sohn und Vater abends allein im Krankenzimmer sind, sagt der Vater mit schwacher Stimme: „Junge, pass auf, es läuft nicht alles so in dem Staat, wie ich es dir erklärt habe.“ Am nächsten Morgen kommt Bernd Merbitz zeitig ins Krankenhaus und erfährt: Sein Vater ist über Nacht gestorben, mit nur 57 Jahren. Dass er nicht bei ihm geblieben ist, bereut er. „Das war ein Fehler in meinem Leben“, bekennt Merbitz heute. Tränen stehen ihm in den Augen.

Das Verhältnis von Merbitz zu seinem Vater, einem SED-Mitglied, war teils getrübt, auch weil der Sohn nicht immer „linientreu“ war, wie es sich der Vater gewünscht hätte. Unter dessen frühem Tod leidet er bis heute. Mit dem Ende des Lebens umzugehen, lernte Merbitz in der DDR nicht. Genau dort fehlte ihm rückblickend sein Glaube und die Kirche.

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Creationist Ray Comfort: The Bible says Stephen Hawking is a fool

Stephen Hawking (Shutterstock)
Theoretical physicist Stephen Hawking can’t be one of the most brilliant minds alive today if he is an atheist, according to creationist and Christian minister Ray Comfort.

By Eric W. DolanRaw Story

“The Bible says he is a fool,” Comfort said last month on his weekday video program, the “The Comfort Zone.”

In September, Hawking told the Spanish-language paper El Mundo that he did not believe in God because science provided more convincing answers to the origin of the universe.

“You know, if we disagree with the Bible, when someone says, ‘I’m an atheist,’ they’re saying, ‘I’m a fool,” Comfort added. “They’re saying nothing created everything, which is just ludicrous intellectual suicide. The Bible says he who denies God’s existence is a fool, and if we say the guy is intelligent, then we are denying what scripture said.”

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