Priester beichtete im Petersdom, Beichtvater spielte dabei Sudoku

DerverzweifelteJesusJunger chilenischer Priester schreibt offenen Brief an Papst Franzikus, nachdem er bei drei Beichten im Petersdom Beichtväter ablenkt fand – Ein beichtehörender Priester las während seines Sündengeständnisses die Tageszeitung.

Von Petra Lorleberg | kath.net

Während er im Petersdom beichtete und seine Sünden bekannte, „sah ich den Priester ‚Sudoku‘ spielen, ein japanisches Zahlenpuzzle. Durch das Beichtgitter sah ich zwei Spielmagazine. Auf höfliche Art drückte ich meinen Wunsch nach einer würdigen Feier des Sakraments aus. Doch der Priester sagte mir, ich solle einen anderen Beichtvater suchen, wenn ich Probleme mit dem ‚Sudoku‘ hätte, im Petersdom gäbe es ja viele. Ich verließ traurig den Beichtstuhl und ging zu einem anderen, wo mich ein Priester brüderlicher begrüßte.“ Dies schilderte Felipe Herrera Espaliat, chilenischer Priester, Journalist, Musiker und derzeit Student in Rom, in seinem offenen Brief, den er zu diesem Problem am 1.5.2015 an Papst Franziskus schrieb. Nach eigenen Worten reagierte er damit auf die Beichtkatechese, die Papst Franziskus einen Tag zuvor bei einer Generalaudienz gegeben hatte.

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Robert Spaemann über Ehesakrament und wiederverheiratete Geschiedene

Robert.Spaemann

Es „kommt es nicht darauf an, den vielen Menschen und den großen Trends nachzugehen, sondern ein Zeugnis davon zu geben, dass es auch eine andere und schönere Weise des Lebens gibt“, vertritt Spaemann.


Interview von Julia Wächter|kath.net

Der renommierte Philosoph Prof. Robert Spaemann spricht im Interview mit Julia Wächter über das Eheideal der Kirche und die Problematik, die sich aus der derzeitigen Debatte um die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion ergibt.

Wächter: Die Ehe ist heute in einigen Kreisen keine Selbstverständlichkeit mehr. Die kirchliche Vorstellung der Ehe wird immer mehr hinterfragt. Wie gilt es nun zu handeln? Würden Sie sagen, die Kirche gibt ihr Ideal der Ehe auf, wenn sie sich immer mehr an vorliegende Trends anpasst?

Spaemann: Ja. Die Neigung ist groß, sich allen Trends anzupassen, damit die Leute nicht weglaufen. Man muss aber immer in das Evangelium sehen. Die Massen liefen Jesus nach, doch dann sprach er davon, dass er seinen Leib zu essen und sein Blut zu trinken gab. Das hat er keineswegs geschönt, sondern die Leute waren schockiert und sind weggelaufen. Jesus fragte die Apostel: Wollt ihr auch gehen? Aber Petrus antwortete: Nein Herr, wir haben dich zwar auch nicht verstanden, aber du hast Worte des ewigen Lebens und wohin sollen wir denn sonst gehen? Das muss die Reaktion der Menschen sein. Auch in der Frage der Ehescheidung kommt es nicht darauf an, den vielen Menschen und den großen Trends nachzugehen, sondern ein Zeugnis davon zu geben, dass es auch eine andere und schönere Weise des Lebens gibt. Man darf auch nicht erst bei den Ehevorbereitungskursen ansetzen, sondern schon viel früher. Was eine christliche Weise zu leben ist muss schon in der Schule grundgelegt werden. Dann bekommt auch ein solches Verbot der Ehescheidung, das ja von Christus ganz klar und eindeutig ausgesprochen ist, Anziehungskraft.

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Club der katholischen Sünder

Priester im Nebel: Weil sie Verbrechen begangen haben, hat ihre Kirche sie ausgesondert Foto: Fabula

Im Berlinale-Wettbewerbsfilm „El Club“ wohnen vier Priester in einer WG auf dem Land. Die Kirche hat sie ausgesondert und abgestellt. Denn sie alle sind Verbrecher.


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

Es ist gewiss keine Party-WG, in der eine Gruppe von Priestern in Pablo Larrains chilenischem Drama „El Club“ lebt. Die vier Männer haben sich ihren Wohnort nicht ausgesucht. Ihre Kirche hat sie in die Provinz verfrachtet, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihnen tun soll. Denn die gealterten Geistlichen sind Kinderschänder, Beichtgeheimnisverräter, Kindesentführer oder einfach nur homosexuell. Anstatt sie vor Gericht zu stellen oder auszuschließen, steckt die Katholische Kirche sie in eine unheilvolle Wohngemeinschaft, deren Tagesablauf aus Beten, Singen, Beichten und gelegentlichen Spaziergängen besteht. Und es gibt weitere Regeln: Selbstkasteiung ist verboten, ebenso der Besuch des nahegelegenen Dorfzentrums außerhalb festgelegter Zeiten. Bei den örtlichen Hunderennen schicken die vier Männer gelegentlich einen eigenen Vierbeiner an den Start – das ist aber auch schon ihre einzige Freude.

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Smartphones: Beichten mit dem App „Confession”

Bild: google play
Bild: google play
Katholiken, die es nicht zur Kirche schaffen, oder schlicht keine in der Nähe haben, finden jetzt online Abhilfe: Apps und Foren bieten ihnen die Möglichkeit zur Beichte im Netz.

pro Medienmagazin

Beichtstühle sind nicht zwangsläufig aus Holz und stehen in Kirchen. Wer sich auf www.beichte.de klickt, hört nicht nur die Worte: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.” Er kann auch per Mausklick beteuern, sein Verhalten wieder gut zu machen, sich zu bessern und versichern, dass er eine schlechte Tat bereut – um anschließend Gebete zu sprechen, die die Webseite vorschlägt. Die Seite ist nur ein Beispiel für Online-Beichtmöglichkeiten aller Art. Das Magazin Focus stellt einige in seiner aktuellen Ausgabe vor.

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Tacheles: „Der Papst ist fehlbar“

Der Besuch von Benedikt XVI. sorgte für eine leidenschaftliche Diskussion bei der evangelischen Talkshow "Tacheles". Zu Gast waren Präses Nikolaus Schneider, Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Spiegel-Autor Matthias Matussek und Journalistin Bascha Mika. Foto: Redaktion Tacheles

Seit Monaten sorgt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland für zahlreiche Diskussionen. Für die einen ist es eine langersehnte Reise, für die anderen eine gute Gelegenheit über die katholische Kirche und ihre Rolle zu sprechen. Nun war der Papstbesuchs Anlass für eine leidenschaftliche Debatte bei der evangelischen Talkshow „Tacheles“. Moderator Jan Diekmann diskutierte mit den Gästen über das Thema „Der Papst und Luthers Erben: Einig im Glauben oder für immer getrennt“.

Von Rosa Legatisevangelisch.de

Gleich zu Beginn betonte der Weihbischof des Erzbistums Hamburg, Hans-Jochen Jaschke: „Nicht alles, was der Papst sagt, ist unfehlbar. Als Mensch ist er nicht unfehlbar. Er muss beichten, er muss seine Sünden bereuen.“ Damit reagierte der Weihbischof auf die Aussage des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und Präses der Rheinischen Kirche, Nikolaus Schneider. Der hatte zum Einstieg der Diskussion aus Matthäus 22 zitierte: „Wir sollen Niemanden Vater nennen außer den Vater im Himmel“.

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