B16: Ohne Gott keine Menschenrechte – die die katholische Kirche bis heute nicht anerkennt

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Ein bisher unbekannter Text von Benedikt XVI. steht kurz vor seiner Veröffentlichung. In ihm hat sich der emeritierte Papst mit der Begründung der Menschrechte beschäftigt – und Gott ins Spiel gebracht.

katholisch.de

In einem bisher unveröffentlichten Text hat Benedikt XVI. die Menschenrechte mit dem Glauben an Gott begründet. Der als Brief verfasste Artikel mit dem Titel „Wenn Gott nicht existiert, sind Menschenrechte sinnlos“ wird am Freitag in einem Sammelband mit weiteren Schriften des emeritierten Papstes publiziert, schrieb der Vatikanjournalist Sandro Magister am Dienstag in seinem Blog „Settimo Cielo“. Dort veröffentlichte Magister zudem vorab den Artikel aus dem Jahr 2014. In seinem Text kommentiert Benedikt XVI. die Etablierung der Menschenrechte im weltlichen und theologischen Denken in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Dabei nimmt er Bezug auf ein Buch des italienischen Philosophen und Politikers Marcello Pera zu diesem Thema.

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Papst: Ideologische Kolonialisierung leugnet Unterschied Mann-Frau

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst schreibt über Karl Marx und Benedikt XVI. – Widerstand gegen staatlichen Totalitätsanspruch bedeute für einen Christen heute, die Familie zu verteidigen

kath.net

Die Ablehnung von Karl Marx durch Benedikt XVI. liegt laut Papst Franziskus nicht in der Sozialkritik des Trierer Philosophen begründet. Der eigentliche Widerspruch zwischen Marxismus und Christentum bestehe nach den Schriften Joseph Ratzingers weder in der besonderen Aufmerksamkeit gegenüber Armen noch in der Anklage des „Skandals“ der Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, sondern im Konzept der Erlösung, schreibt Franziskus in einem Vorwort, aus dem die italienische Zeitung „La Stampa“ (Onlineausgabe Sonntag) vorab zitiert.

Es gehe um die Frage, ob die Erlösung des Menschen durch die „Befreiung von jeder Abhängigkeit“ geschehe oder ob der Weg zur Befreiung eine „völlige Abhängigkeit von der Liebe“ sei, so Franziskus. Seine Analyse Ratzingers erscheint in einem italienischen Sammelband mit Texten des Theologen und späteren Papstes Benedikt XVI. zu Glaube und Politik. Das Buch mit dem Titel „Die Freiheit befreien“ wird kommenden Freitag vorgestellt.

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Altar und Politik – Die Allianz der Geisterbeschwörer

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Deutschland als stark christlich geprägt empfunden wird. Welche Rolle Katholiken hier spielen, hat Andreas Püttmann untersucht. Das geht auch Protestanten, Muslime, Juden und Konfessionslose etwas an.

Von Hannes Hintermeier | Frankfurter Allgemeine

Ausgerechnet im Luther-Jahr tritt ein schmaler Band an mit dem Versuch „einer kleinen katholischen Leistungsschau“. Warum hat der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann, 1964 ins Rheinland und ein katholisches Elternhaus hineingeboren, das unternommen? Weil er antizyklisch wirken und in Zeiten „schwindenden Selbstbewusstseins“ zeigen wolle, dass da Substanz verlorenzugehen droht. Dass in diesem unserem „tendenziell protestantischen Land mit einer antikatholischen Unterströmung“ mehr verloren denn gewonnen wäre, wenn es mit der katholischen Kirche weiter bergab ginge.

So weit die Begründung, und nun die Ausgangslage: Seit 1950 hat sich die Zahl der Protestanten in diesem Land von 43 Millionen auf 22,5 Millionen annähernd halbiert; die Katholiken haben mit 23,2 Millionen ungefähr so viele Mitglieder wie 1950, aber seit ihrem Höchststand anno 1990 sind sechzehn Prozent verlorengegangen. Trotz Sonntagsgebot finden nur noch drei Millionen Katholiken regelmäßig den Weg in den Gottesdienst. Dennoch verwahrt sich Püttmann angesichts des Mitgliederschwundes bei den Protestanten gegen „Expertisen über eine ,angeschlagene‘ katholische Kirche“. Unausgesprochen bleibt, was viele Christen im Lande denken oder sich erhoffen – dass man gemeinsam stärker wäre.

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Wiederverheiratete und ‚Pathologie schismatischer Zustände‘

Papst Franz während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Der Wiener Dogmatiker Tück verteidigt in einem Beitrag das innerkirchlich umstrittene päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“, trotzdem wünsche er sich ein klärendes Wort von Papst Franziskus. Dieser müsse mit den Kritikern reden

kath.net

Der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück verteidigt in einem Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) das innerkirchlich umstrittene päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ den neuen Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen. Wörtlich schreib der Theologe: „Erst in Anmerkung 351 gesteht Franziskus für komplexe Einzelfälle zu, was seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. noch ausgeschlossen haben: dass nämlich Katholiken, die geschieden sind und in einer zivilen Zweitehe leben, zu den Sakramenten hinzutreten können. Manche fragen: Ist jetzt erlaubt, was vorher verboten war?“ Für Tück sei das Schreiben eine „legitime Fortschreibung der bisherigen Lehre“, aber kein „Traditionsbruch.

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Die Todesstrafe – Franz gegen Katechismus

Themenbild.

Schon Johannes Paul II. und Benedikt XVI. widersprachen dem Katechismus der katholischen Kirche mit Blick auf die Todesstrafe. Jetzt will der amtierende Papst noch einen Schritt weitergehen.

Von Thomas Jansen | katholisch.de

Der Katechismus ist die verbindliche Richtschnur für jeden Katholiken. Dass ein amtierender Papst etwas anderes sagt als der Katechismus, ist deshalb eigentlich nicht vorgesehen. Doch im Fall der Todesstrafe war es in den vergangenen 25 Jahren genau so: Johannes Paul II. prangerte die Todesstrafe ebenso als unchristlich an wie sein Nachfolger Benedikt XV. Beide setzten sich zudem mehrfach für Todeskandidaten ein. Der Katechismus schloss diese Sanktion dagegen zumindest als letztes Mittel nicht prinzipiell aus. Beide Päpste dürften sich dieser Diskrepanz sehr wohl bewusst gewesen sein: Schließlich hatte Johannes Paul II. den Katechismus in Auftrag gegeben und der damalige Kardinal Joseph Ratzinger das Redaktionsteam geleitet. Doch erst Franziskus zog jetzt die Konsequenz und forderte eine Änderung des Katechismus.

Die Todesstrafe sei „unzulässig“ und stehe im „Gegensatz zum Evangelium“, sagte der Papst am Mittwochabend im Vatikan. Selbst ein Mörder verliere nicht seine persönliche Würde. Dies müsse im Katechismus der katholischen Kirche „angemessener und konsequenter Raum finden“, so Franziskus.

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B16 spricht von Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan

Ratzinger_HomoIn einem neuen Buch soll Benedikt XVI. über Erstaunliches sprechen. In seiner Zeit als Papst hätte er Kenntnis über eine „Schwulen-Lobby“ erlangt – geduldet habe er die Seilschaft im Vatikan nicht.

DIE WELT

Benedikt XVI. spricht in einem Interviewband laut einem Vorab-Bericht von einem Homosexuellen-Netzwerk im Vatikan. Das berichtet der italienische Vatikan-Experte Luigi Accattoli in seinem Blog unter Berufung auf das im September erscheinende Buch „Benedikt XVI. – Letzte Gespräche“ des deutschen Journalisten Peter Seewald. Demnach war Benedikt XVI. während seiner Amtszeit von 2005 bis 2013 über eine „Schwulen-Lobby“ von vier bis fünf Personen in Kenntnis gelangt. Er habe die Seilschaft nach eigenen Angaben zerschlagen.

Der Münchner Verlag Droemer hatte in der Buchankündigung am Donnerstag mitgeteilt, der emeritierte Papst äußere sich detailliert über die Hintergründe seines Rücktritts, die Schwerpunkte seines Pontifikats, über seinen Nachfolger Franziskus und kontroverse Themen seiner Amtszeit wie Vatileaks oder die Reformen in der Kurie.

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Papst Franz mit klarer Ansage zur Rolle Benedikts

Bild: youtube
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Für Aufregung hat eine Aussage von Erzbischof Gänswein gesorgt. Es ging um das Verhältnis des amtierenden und des ausgeschiedenen Papstes. Franziskus fühlte sich zu einer Richtigstellung veranlasst.

DIE WELT

Nach Irritationen über eine Aussage von Erzbischof Georg Gänswein hat Papst Franziskus Spekulationen über ein ,geteiltes Papstamt‘ zurückgewiesen.

Er habe Gänsweins Aussagen nicht gelesen; aber Benedikt XVI. sei „der emeritierte (ausgeschiedene, Anm. d. Red.) Papst, nicht ein zweiter Papst“, sagte Franziskus am Sonntagabend bei seinem Rückflug von Armenien nach Rom vor Journalisten.

Benedikt XVI. selbst habe dies bei seinem Rücktritt deutlich gemacht, als er davon gesprochen habe, dass er der Kirche künftig mit einem zurückgezogenen Leben im Gebet helfen wolle. Zudem habe er seinem Nachfolger vor den Kardinälen Gehorsam gelobt.

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Piusbrüder-Oberer: ‚Wir sind keine Schismatiker‘ – Hassprediger

Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Bishop Bernard Fellay at an SSPX ordination ceremony for priests in Econe, southwest Switzerland, June 29, 2009/Denis Balibouse
Fellay: „Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation führten, waren äußerlich gesehen Tat des Ungehorsams, aber nicht die Ablehnung der Autorität“ – Unter Papst Franziskus kommen sich Rom und die Bruderschaft immer näher.

kath.net

„Wir haben immer den Primat des Papstes anerkannt“ und „wollten um nichts in der Welt eine Trennung von Rom“: Das stellte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, am Dienstag in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ klar. Auch wenn jene Bischofsweihen, die 1988 zur Exkommunikation des Piusbruderschafts-Gründers Marcel Lefebvre und der von ihm geweihten Bischöfe geführt haben „äußerlich gesehen, eine Tat des Ungehorsams waren“, so seien sie als eine Art Akt der Notwehr zu sehen gewesen: „Wir sind keine Schismatiker, wir sind nicht von der Kirche getrennt“, so Fellay.

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Londoner Uni mit Benedikt-XVI.-Zentrum

B16-Ratze erklärt II. Vatikanisches Konzil, schlimmer geht nimmer!

Das neue Institut für Religion und Soziologie in der britischen Metropole wird den Namen des ehemaligen Papstes tragen.

Mittelbayrische.de

Eine katholische Universität in London hat ihr neues Zentrum für Religion und Soziologie nach Benedikt XVI. benannt. Religion und Theologie wolle man dort im interdisziplinären Austausch mit Wirtschaft, Soziologie und Politik erforschen, teilte die St Mary’s University mit. Den Namen des Ex-Papstes aus Deutschland trage das Forschungszentrum im Namen, weil er „ein führender Mitgestalter“ des Dialogs zwischen Religion und Soziologie gewesen sei.

Bei seiner Reise nach Großbritannien im Jahr 2010 besuchte Benedikt XVI. die Universität in Twickenham, rund 15 Kilometer außerhalb der Londoner Innenstadt. Zum fünften Jahrestag des Besuches beschloss die Universität vergangenes Jahr das Zentrum mit seinem Namen, bekam aber erst jetzt das dafür nötige Einverständnis des Vatikans.

Papst Franz ist ein primitiver Antikapitalist

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Der Hausherr im Vatikan ist ein Anhänger des korporativen Staates, Gegner des Liberalismus und Individualismus. Damit steht er in der für Südamerika verhängnisvollen Tradition des Peronismus.

Von Alan Posener|DIE WELT

Papst Franziskus nennt sich selbst einen „Apostel der Hoffnung“. Fragt sich nur, worauf er hofft; worauf wir mit ihm hoffen sollen. Um es gleich zu sagen: Wenn der Papst in der zentralafrikanischen Republik eine muslimische Enklave besucht, die von christlichen Terrorgruppen bedrängt wird, und mit dem Imam für den Frieden betet, dann ist das mutig und im wahrsten Sinn christlich.

So mancher hiesiger katholischer Dschihadist könnte sich ein Beispiel an seinem Papst nehmen.

Insbesondere in Deutschland und Österreich, wo eher linke katholische Basisorganisationen wie „Wir sind Kirche“ den Anspruch erheben, das eigentliche Kirchenvolk zu sein, wird Franziskus in der Tat als Apostel der Hoffnung gesehen. Mit ihm werde die Kirche endlich zurückkehren zu den Prinzipien des Zweiten Vatikanischen Konzils, von dem sich Johannes Paul II. und vor allem Benedikt XVI. entfernt haben.

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Katholische Kirche und Missbrauch: Bostoner Enthüllungen

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Journalisten des Boston Globe haben vor 13 Jahren einen Missbrauchsskandal in ihrer Stadt aufgedeckt, der in der Folge die katholische Kirche auf der ganzen Welt erschüttern sollte. Nun wird das Geschehene in einem Dokumentar-Spielfilm nachgezeichnet.

Von Alexander Görlach|The European

In Zeiten, in denen das Schimpfwort „Lügenpresse“ auf deutschen Plätzen skandiert wird und sich die Unwucht dieses Rufs an den Fassaden der Verlagshäuser und Sendeanstalten bricht, zeigt der Film „Spotlight“ genau das, wozu guter Journalismus gebraucht wird und welche vitale Rolle er in demokratischen Gesellschaften spielt: Der Boston Globe hatte im Jahr 2002 den Missbrauch von Kindern durch Priester und Ordensangehörige in katholischen Bildungseinrichtungen aufgedeckt. Die Zeitung löste damit einen Domino-Effekt aus: Durch die Enthüllungen in Boston ermutigt, brachen viele Missbrauchsopfer in anderen Städten der USA und in etlichen Ländern der Welt ihr Schweigen. Auch die Kirche in Deutschland wurde von dem Skandal erschüttert. Der Katholizismus befindet sich seitdem in einer globalen Glaubwürdigkeitskrise. Das Misstrauen bekommen vom Dorfpfarrer bis zum Papst alle Glieder der Kirchenhierarchie zu spüren.

Der Film zeichnet den Weg der investigativen Journalistentruppe, die bei der Zeitung den Namen „Spotlight“ – Suchscheinwerfer – trägt, nach: das anfängliche Hadern, ob es hier überhaupt eine Story gibt. Dann die ersten Recherche-Ergebnisse. Der weite Weg vom ersten Puzzleteil bis zum Gesamtbild. Das ist mühsam anzuschauen, genauso, wie es im echten Leben eines Journalisten mühsam ist, eine Sache akribisch zu recherchieren, bis sie sicher ist.

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Papst will in Auschwitz beten – wo war sein Gott da?

Bild bearb. BB
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Franz will wie zuvor Johannes Paul II. und Benedikt XVI. „in Auschwitz beten“ – Präsident Duda war am Montag von Franziskus in 20-minütiger Privataudienz empfangen worden

kath.net

Papst Franziskus wird bei seiner für Ende Juli geplanten Polen-Reise voraussichtlich auch das frühere nazideutsche Vernichtungslager Auschwitz besuchen. Polens Staatspräsident Andrzej Duda sagte am Montag nach einer Begegnung mit Franziskus im Vatikan Journalisten gegenüber, der Papst wolle „in Auschwitz beten“. Anlass der Papstreise ist der katholische Weltjugendtag von 26. bis 31. Juli in Krakau. Auch Polens wichtigsten Marienwallfahrtsort Tschenstochau (Czestochowa) wolle Franziskus besuchen, sagte Duda.
Zuletzt hatte im Mai 2006 Papst Benedikt XVI. (2005-2013) in Auschwitz-Birkenau der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Damals sagte er in seiner viel beachteten Ansprache: „Ich konnte unmöglich nicht hierher kommen. Ich musste kommen.“ Als erster Papst hatte im Juni 1979 der Pole Johannes Paul II. (1978-2005) die Gedenkstätte besucht.

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Österreich: Ja zum Papst, Nein zur Kirche

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
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Die Österreicher wenden sich von der Kirche ab, mögen aber den Papst. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse einer IMAS-Umfrage. Demnach gehen nur mehr sieben Prozent regelmäßig in die Kirche, 42 Prozent nie. Franziskus trauen die Österreicher weit mehr Verständnis für die heutigen Probleme der Welt zu als seinen Vorgängern.

WIENER ZEITUNG

Unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. war nur maximal ein Viertel der Österreicher der Ansicht, dass der Papst Verständnis für die heutigen Probleme habe. Die Hälfte verneinte das. Unter Franziskus hat sich dieses Bild gründlich gewandelt: 41 Prozent attestieren ihm Verständnis für aktuelle Fragen, nur 28 Prozent sprechen es ihm ab.

55 Prozent der Österreicher und 60 Prozent der deklarierten Katholiken haben vom derzeitigen Papst eine gute Meinung, schlecht denken nur elf Prozent von ihm. Dabei zeigt sich ein starkes Altersgefälle: 71 Prozent der Über-60-Jährigen, aber nur 40 Prozent der Unter-35-Jährigen sind dem Kirchenoberhaupt wohlgesonnen.

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Apostel Denunzianten

A. Paul Weber – Der Denunziant; Quelle: privat
Bischof Mogavero war von Benedikt XVI. nach finanziellen Unregelmäßigkeiten seines Amtes enthoben worden. Mogavero macht aber seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich und fühlt sich von bischöflichem Amtsbruder diffamiert.


kath.net

In Italien sorgt ein Streit zwischen zwei sizilianischen Bischöfen für Aufsehen. Nach Informationen der Zeitschrift «Panorama» soll der frühere Bischof von Trapani, Francesco Micciche (71), einen Amtsbruder wegen «Diffamierung» bei Papst Franziskus angezeigt haben.

Wie «Panorama» berichtet, handelt es sich um den Bischof von Mazara del Vallo, Domenico Mogavero (68), der 2011 eine vom Vatikan angeordnete Untersuchung des Finanzgebarens der Diözese Trapani leitete. Dabei wurden finanzielle Unregelmäßigkeiten in Millionenhöhe festgestellt. Benedikt XVI. (2005-2013) enthob Micciche daraufhin im Mai 2012 seines Amtes. Dieser wies die Vorwürfe zurück und machte seinen Ökonomen für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich.

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Aus dem Leben eines Taugenichts

Bild: brightsblog
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Benedikt XVI. ist laut Bischof Gänswein bei guter Gesundheit. Regelmäßigen Besuch empfange der emeritierte Papst aber nicht. Gerüchte über Strömungen im Vatikan gegen Franziskus bestritt Gänswein.


DIE WELT

Nach Angaben von Kurienerzbischof Georg Gänswein befindet sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. in guter gesundheitlicher Verfassung. „Der Kopf ist glasklar. Die Beine machen da und dort etwas Schwierigkeiten. Beim Gehen nimmt er dann den Rollator, der etwas Stabilität gibt, und damit geht es ganz gut“, sagte Gänswein in einem am Ostersonntagabend ausgestrahlten Interview des österreichischen Senders ORF. Gänswein ist Präfekt des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär von Benedikt XVI. Der emeritierte Papst wird am 16. April 88 Jahre alt.

Gänswein bekräftigte, dass Benedikt XVI. keine wissenschaftlichen Arbeiten mehr verfassen werde, „weil er dafür nicht mehr die Kraft hat und nicht mehr diesen inneren Schwung, den er bräuchte“. Benedikt XVI. führe aber eine große private Korrespondenz. „Er liest sehr viel, er betet sehr viel. Er hört Musik. Er spielt auch Klavier. Es wird ihm nicht langweilig. Ich glaube, er weiß mit der Zeit etwas Gutes anzufangen.“

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Martin Buber: Ein Mittler zwischen verhärteten Fronten

Auch zu Lebzeiten geehrt: Der Philosoph Martin Buber. (dpa / picture alliance / ANP)
Martin Buber ist einer der großen Denker des Judentums gewesen. Zu seinem 50. Todestag erscheint die Biografie, die der Theologe Karl-Josef Kuschel verfasst hat. Und er würdigt Buber als jemanden, dem es gelungen sei, den interreligiösen Dialog neu zu entfachen.


Karl-Josef Kuschel im Gespräch mit Maike Albath|Deutschlandradio Kultur

Er sei einer der ganzen großen Denker des Judentums deutscher Sprache gewesen, der es gerade zu seinem 50. Todestag verdient habe, an sein Vermächtnis zu erinnern, so begründet es Karl-Josef Kuschel, dass er eine Biografie über Martin Buber geschrieben hat.

Der jüdische Religionsphilosoph wurde 1878 in Wien geboren und starb 1965 in Jerusalem – wuchs aber bei den Großeltern im galizischen Lemberg auf. Seine theologische Programmatik entwickelte er aus den Erzählungen der osteuropäischen Chassidim – und das zu einer Zeit, in der das Ostjudentum intellektuell verachtet worden war. Aus diesen Quellen habe er die Erneuerung des Judentums vorangetrieben, resümiert der Professor für katholische Theologie, der lange Jahre Ko-Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung an der Universität Tübingen war.

Und Buber sei auch dadurch zu einer epochalen Figur geworden, weil im Verhältnis von Juden und Christen vorgedacht hätte, was heute noch das Niveau des Dialogs ausmache: einzigartige Versuche, die lange verhärteten Fronten des Antijudaismus wie der Polemik gegenüber dem Christentum zu überwinden. Dialog habe für den jüdischen Gelehrten auf Begegnung beruht, auf Tiefenerfahrungen, die existenziell verändern und geistig erweitern würden, nicht aber auf „Vergegnungen“, bei denen sich verschiedene Religionen träfen, sich aber nichts zu sagen hätten.

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Georg Ratzinger: Mein Bruder ist kein Gegenpapst

Bild: Religion Poisons Everything
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Bruder von Benedikt XVI. verteidigte Papst Franziskus gegen Kritiker. Zwar sei der Stil von Franziskus «etwas ungewöhnlich». Aber es sei «seine Überzeugung, und es ist im Einklang mit seiner Aufgabe». Diese Meinung teile auch Benedikt XVI.


kath.net

Der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Georg Ratzinger, hat Papst Franziskus gegen Kritiker verteidigt. Zwar sei der Stil «etwas ungewöhnlich», sagte der 91-Jährige der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). Aber es sei «seine Überzeugung, und es ist im Einklang mit seiner Aufgabe». Diese Meinung teile auch Benedikt XVI. Das Verhältnis zwischen seinem Bruder und Franziskus sei «sehr freundlich, kollegial und priesterlich.»

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Ansprache von Papst Franz an die Abgeordneten des Europäischen Parlament

Bild bearb. BB
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Straßburg
25. November 2014
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Herr Präsident, meine Damen und Herren Vizepräsidenten,
verehrte Europaabgeordnete
und alle, die in den verschiedenen Arbeitsbereichen dieser Einrichtung tätig sind,
liebe Freunde,
ich danke Ihnen für die Einladung, vor dieser Institution, die für das Leben der Europäischen Union grundlegend ist, das Wort zu ergreifen, und für die Gelegenheit, die Sie mir bieten, mich über Sie an die über fünfhundert Millionen Bürger zu wenden, die Sie in den 28 Mitgliedsstaaten vertreten. Meinen besonderen Dank möchte ich Ihnen, Herr Parlamentspräsident, ausdrücken für die freundlichen Worte, mit denen Sie mich im Namen aller Mitglieder der Versammlung willkommen geheißen haben.

Mein Besuch findet in einem zeitlichen Abstand von mehr als einem Vierteljahrhundert nach dem von Papst Johannes Paul II. statt. Vieles hat sich seit jenen Tagen in Europa und in der ganzen Welt verändert. Es existieren nicht mehr die gegensätzlichen Blöcke, die damals den Kontinent in zwei Teile teilten, und langsam erfüllt sich der Wunsch, dass „Europa sich souverän freie Institutionen gibt und eines Tages sich in die Dimensionen entfalten kann, die die Geografie und mehr noch die Geschichte ihm gegeben haben“. (Johannes Paul II., Ansprache an das Europaparlament, 11. Oktober 1988, 5.)
Neben einer weiträumigeren Europäischen Union gibt es auch eine Welt, die komplexer geworden und stark in Bewegung ist. Eine Welt, die immer stärker vernetzt und global und daher auch immer weniger „eurozentrisch“ ist. Einer ausgedehnteren, einflussreicheren Union scheint sich jedoch das Bild eines etwas gealterten und erdrückten Europas zuzugesellen, das dazu neigt, sich in einem Kontext, der es oft nüchtern, misstrauisch und manchmal sogar argwöhnisch betrachtet, weniger als Protagonist zu fühlen.
Indem ich mich heute an Sie wende, möchte ich aufgrund meiner Berufung zum Hirten an alle europäischen Bürger eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung richten.

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Plantu: Französischer Papst-Karikaturist freigesprochen

Die Überschrift lautet: Pädophilie: Der Papst nimmt Stellung – der Junge sagt: “Hört auf euch ficken zu lassen, geht lieber am Sonntag wählen! (Es handelte sich damals um Regionalwahlen in Frankreich)
Urteil: Keine Aufstachelung zu Hass. Ein Pariser Strafgericht urteilte, die Darstellung ziele nicht darauf, die Katholiken oder Kleriker generell zu brandmarken.

kath.net

Der wegen einer Papst-Karikatur angeklagte französische Zeichner Plantu ist vom Vorwurf der Aufstachelung zu Hass freigesprochen worden. Ein Strafgericht in Paris urteilte am Dienstag laut französischen Medienberichten, die Darstellung ziele nicht darauf, die Katholiken oder Kleriker generell zu brandmarken. Der Karikaturist habe lediglich auf die seiner Meinung nach unangemessene Reaktion der Kirche auf Missbrauchsvorwürfe hingewiesen.

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George Weigel: Rechtfertigung für Papst Benedikts Regensburger Rede

George Weigel Blog, Screenshot: BB
George Weigel Blog, Screenshot: BB
Benedikt XVI. habe in seiner Regensburger Rede zwei Schlüsselfragen angesprochen: Kann der Islam Argumente für religiöse Toleranz und für die Trennung von Politik und Religion finden? Diese Themen seien heute höchst aktuell, schreibt George Weigel.

kath.net

In seiner „Regensburger Rede“ hat Papst Benedikt XVI. zwei Schlüsselfragen angesprochen, deren Antworten den „Bürgerkrieg innerhalb des Islam“ ebenso entscheidend beeinflussen werden wie die weltweiten Bedrohungsszenarien. Das schreibt der Theologe und Papst-Biograph George Weigel auf dem Blog First Things.

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Zur Erinnerung. Am 12. September 2006 vor Wissenschaftlern an der Universität Regensburg eine Vorlesung.

Das als Papstzitat von Regensburg bekannt gewordene Diktum ist eine Äußerung in dieser Vorlesung.

B16

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er (der Kaiser) sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“

B16 selbst zitiert den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350-1425), der während eines Gesprächs mit islamischen Gelehrten, diese Aussagen getroffen haben soll.