Wurzelsymbiose: Brüchige Zweisamkeit

Erbsen gehören zu den Pflanzen, die eine Symbiose mit stickstoffbindenden Knöllchenbakterien eingehen. © Piviso/ pixabay
Die Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien kann Pflanzen einen ökologischen Vorteil verschaffen. Trotzdem ging die Fähigkeit zu dieser Partnerschaft im Laufe der Evolution überraschender Weise mehrfach wieder verloren, wie genetische Analysen zeigen. Auch Vorfahren von heutigen Kulturpflanzen wie Erdbeeren, Brombeeren oder Äpfeln büßten demnach die Fähigkeit zur Symbiose ein. Aber warum?

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Alle Pflanzen benötigen für ihr Wachstum eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie Stickstoff. Eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien kann ihnen daher einen ökologischen Vorteil verschaffen: Die Bakterien werden von den Pflanzen in speziellen Wurzelknöllchen beherbergt und mit Kohlenstoffquellen versorgt. Dafür gewinnen sie den begehrten Stickstoff aus der Luft und stellen ihn den Pflanzen zur Verfügung.

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Ein Lob der Kichererbse

Hülsenfrüchte satt. Der Autor des „Ernährungskompasses“ lobt sie als wertvolle Kohlenhydrate-Quelle.Foto: Imago/Science Photo Library
Was die Wissenschaft über Essen herausgefunden hat – der „Ernährungskompass“ weist die Richtung.

Von Adelheid Müller-Lissner | DER TAGESSPIEGEL

Auf den Wochenmärkten, im Bioladen und im Supermarkt gibt es alles, und davon reichlich: frisches Obst und Gemüse, einheimisch und exotisch, Fleisch vom Bio-Metzger und vom Discounter, Milchprodukte in verwirrenden Varianten, knuspriges Baguette und ballaststoffreiche Vollkornbrote. Zur Vielfalt gesellt sich jedoch die Verwirrung: Soll man nun Rohkost oder gedünstetes Gemüse bevorzugen, vegetarisch leben oder aber mittels fleischlastiger „Steinzeitdiät“ gesund bleiben?

Ausgerechnet ein Mann, der sich um all das nach eigenem Bekunden lange Zeit kein bisschen scherte, hat nun ein Buch zum Thema Ernährung geschrieben. Der Wissenschaftsjournalist und frühere Tagesspiegel-Mitarbeiter Bas Kast nimmt zudem den Mund recht voll: Er verspricht im Untertitel zu seinem „Ernährungskompass“, der gerade im Bertelsmann-Verlag erschienen ist, nicht weniger als „Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“.

Zusätzlich stützt der Autor sich auf einen ganz besonderen Fallbericht: Er selbst hatte sich nämlich vor einigen Jahren vorgenommen, seine Ernährung radikal umzustellen, als er beim Joggen mit Schmerzen in der Brust zusammenbrach. Als studierter Psychologe und Biologe wollte er sich dabei von wissenschaftlichen Erkenntnissen leiten lassen.

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Warum Stalin die Biologie ändern ließ, „proletarische Biologie“

Nikolai Wawilow, Bild: wikipedia/public domain

Vor 125 Jahren wurde der russisch-sowjetische Genetiker und Pflanzenforscher Nikolai I. Wawilow geboren

Von Martin KochND

In Pawlowsk, unweit von St. Petersburg, befindet sich ein wahrer Schatz der Wissenschaft: die älteste und inzwischen drittgrößte Genbank der Welt. Sie umfasst über 330 000 Kulturpflanzensorten sowie deren Vorformen und wildwachsende Verwandte aus allen Regionen der Erde: Kartoffeln aus Chile, Bohnen aus Nordamerika, Getreide aus Äthiopien. Sowohl für die Züchtung neuer als auch für den Erhalt traditioneller Kulturpflanzen ist das in Pawlowsk gesammelte Saatgut von unschätzbarem Wert, wie folgendes Beispiel zeigt: Als Mitte der 1980er Jahre ein Fadenwurm über große Teile der US-amerikanischen Sojafelder herfiel, ließen sich nirgendwo Sojapflanzen auftreiben, die gegen den Parasiten resistent waren. Allein in Pawlowsk lagerte eine solche Sorte, die sowjetische Forscher ihren Kollegen aus den USA kostenlos zur Verfügung stellten – und das zur Hochzeit des Kalten Krieges!

Den Grundstein für die erste Genbank der UdSSR legte 1926 der Botaniker Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der vor 125 Jahren, am 13. (25.) November 1887, als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers geboren wurde. Nachdem er von 1906 bis 1910 am Landwirtschaftlichen Institut seiner Heimatstadt Moskau studiert hatte, reiste er mehrmals ins westliche Ausland, um seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Biologie zu vertiefen.

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