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Deutsche Polizei und Zusammenarbeit mit ägyptischen Islamisten

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Ägyptische Polizisten beim DFB-Pokalfinale, Geheimdienstler zu Besuch beim Bundeskriminalamt und ein Expertenaustausch zur “Terrorismusbekämpfung” – die Bundesregierung will ihre Kooperation der Sicherheitskräfte mit Ägypten ausbauen. Daran gibt es im Vorfeld des Besuchs von Staatschef Al Sisi in Berlin massive Kritik.


Von Elisa Simantke, Mohamed Amjahid und Martin Gehlen|DER TAGESSPIEGEL

Eine Woche vor dem Staatsbesuch von Präsident Abdel Fattah al Sisi in Berlin wächst die Kritik an der Zusammenarbeit von deutschen und ägyptischen Sicherheitsdiensten, die die Bundesregierung trotz schwerer Menschenrechtsverstöße und haarsträubender Polizeiwillkür am Nil ausbauen will. Vertreter der Oppositionsparteien und Verteidigungsexperten kritisierten die Pläne als ein falsches Signal in der jetzigen Situation.

Was wird kritisiert?

Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Tom Königs, sagte dem Tagesspiegel, die deutsche Außenpolitik müsse darauf abzielen, die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten zu stoppen. „In Verbindung mit diesem Ziel kann die punktuelle Unterstützung ägyptischer Sicherheitskräfte sinnvoll sein, sofern sie der Rückkehr zum Rechtsstaat dient. Davon ist im Fall von Ägypten erstmal noch nicht auszugehen“, sagte Königs. „Deshalb halte ich eine Kooperation mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden gegenwärtig für nicht sinnvoll.“ Verteidigungsexperte Otfried Nassauer kritisierte: „Eine solche Kooperation ist immer ein zweischneidiges Schwert. Die Politik macht sich selbst etwas vor, wenn sie glaubt, solche autokratischen Regime hätten ein ernsthaftes Interesse an Deeskalationsstrategien.“
Es gebe von Seiten des ägyptischen Regimes keinen echten Willen, den Polizeiapparat zu reformieren, argumentierte auch die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner bei einem Besuch in Kairo. Stattdessen befinde sich die Polizei auf einem Rachefeldzug gegen Andersdenkende. Der Abgeordnete der Linken, Andrej Hunko, forderte, „die geplanten Kooperationen deutscher Polizeibehörden und Geheimdienste zu annullieren“

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Witze mit Auschwitz: Im Land der Missverständnisse

Noch so ein dauermissverstandener Autor: Martin Walser.
Warum Witze mit Auschwitz keine sind. Und warum man für sie in Deutschland dennoch jede Menge Follower bekommt.


Von Sonja Vogel|taz.de

„Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dorthin bringen.“ So hatte in der vergangenen Woche Julien Sewering auf seinem YouTube-Kanal den Streik der GDL kommentiert. Für jene, die das überhaupt nicht lustig fanden, erklärte er: War nicht wortwörtlich so gemeint, sondern „schwarzer Humor“. Offensichtlich kommt eine ganze Generation ohne Humor aus, denn der Typ hat 1,2 Millionen AbonnentInnen.

Vor Jahren habe ich mal ein Praktikum bei einem Magazin gemacht. Dort gab es eine Regel: Auschwitz wird nicht getrennt. Heraus kommt nämlich ein Ausch-Witz – und der ist immer schlecht. Man tut gut daran, sich nach dieser Regel zu richten. Der Witz über Auschwitz nämlich, genauso wie das Wortspiel mit „Vergasen“ (etwa das NPD-Plakat „Gas geben“), ist ohne doppelten Boden, ohne subtile Verstellung: primitiv, brutal, antisemitisch. Nicht witzig. Simple as that.

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Amnesty: Mehr als die Hälfte aller Länder foltert immer noch

Bedenkstuhl, hier konnten die Deliquienten noch einmal in sich gehen. Bild: mdr
Der Folterbericht von Amnesty International 2014 ist bedrückend: Nicht nur, weil allen Appellen zum ‎Trotz in den meisten Ländern der Welt weiter gefoltert wird. Auch die Methoden werden immer ‎brutaler.‎

evangelisch.de

In mehr als der Hälfte der Länder der Welt wird nach Angaben von Amnesty International immer noch gefoltert. Die Menschenrechtsorganisation legt an diesem Dienstag ihren jüngsten Folter-Jahresbericht vor, wonach es aus insgesamt 141 Staaten glaubwürdige Informationen über grausame Misshandlungen gibt. In Ländern wie Nordkorea, Syrien oder Mexiko gehören Folterungen demnach systematisch zur Tagesordnung. Zudem werden die Foltermethoden immer brutaler.

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Alois Glück: Brutale Kommunikationskultur in der katholischen Kirche

Alois Glück, Bild: dradio.de

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat eine bessere Kommunikationskultur in der katholischen Kirche gefordert.

dpa/Bild

Der innerkirchliche Umgang sei «manchmal erschreckend bis brutal», sagte Glück in Essen laut einer Mitteilung des Bistums Essen vom Freitag. Manche Personen in Leitungsfunktionen verfielen, ähnlich wie in der Politik, in autoritäre Reflexe. Glück hatte sich am Donnerstag bei einer Tagung , des obersten Laiengremiums im Bistum, zum derzeit laufenden Dialogprozess in der katholischen Kirche geäußert.

Beschneidungsdebatte: Vom humanistischen Gutmenschentum

Bild: diesseits.de

Auch bei Humanistinnen und Humanisten hatte das kontroverse Urteil des Landgerichts Köln zur Jungenbeschneidung von Anfang an eine große Aufmerksamkeit erfahren. Der Jurist und Humanist Holger Fehmel hatte sich im Juli mit einem nachdenklichen Kommentar als einer der ersten moderierenden Stimmen in der Kontroverse zu Wort gemeldet. Gemeinsam mit Sigrun Stoellger, Vertreterin der gbs-Regionalgruppe Hannover, verfasste er jetzt ein selbstkritisches Plädoyer gegen die verbale Vehemenz und für mehr Besonnenheit.

Von Sigrun Stoellger und Holger Fehmeldiesseits.de

Die Beschneidungsdebatte tobt nun seit drei Monaten mit ungebrochener Heftigkeit. Wie konnte ein Urteil, dass vermutlich die allerwenigsten gelesen haben (hätten sie das, so würden wohl sowohl Befürworter als auch Gegner wesentlich zurückhaltender sein), dazu führen, dass Menschen mit den besten Absichten verbal derart wutentbrannt aufeinander einprügeln? Eine abschließende Analyse können wir natürlich nicht liefern. Aber wir denken, der Tonfall auf beiden Seiten hat erheblich zur den nun sichtbaren emotionalen Verwerfungen beigetragen

Jeder kehre vor seiner eigenen Tür, heißt es so schön. Daher soll zum Diskussionsstil unserer Kontrahenten in dieser Debatte, zu dem sicherlich auch so einiges zu sagen wäre, kein weiteres Wort mehr verloren werden.

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Atheisten-Interview löst Diskussion aus

Nach einem Interview mit dem Atheisten Michael Schmidt-Salomon veröffentlichte die "Basler Zeitung" auch einige Leser-Kommentare in einem eigenen Artikel Foto: Udo Ungar (Wikipedia)

Die “Basler Zeitung” hat in einer vierteiligen Serie zum Thema Atheismus den deutschen Atheisten Michael Schmidt-Salomon interviewt. Der spricht davon, dass die Vernunft über den Glauben gestellt werden müsse. Daraufhin gab es so viele Kommentare von Lesern, dass die Zeitung beschloss, Auszüge aus der Diskussion ebenfalls zu veröffentlichen.

pro Medienmagazin

Normalerweise gibt es zu einem durchschnittlichen Artikel auf “bazonline.ch”, dem Portal der “Basler Zeitung”, ein halbes Dutzend Kommentare, manchmal sind es auch über 15, etwa wenn es um den Fußballclub der Stadt geht. Doch das Interview mit dem bekennenden Atheisten Michael Schmidt-Salomon vom Dienstag führte zu bislang 115 Reaktionen der Leser.

Der Deutsche ist Doktor der Philosophie, Schriftsteller und Sozialwissenschaftler, aber vor allem bekannt als Mitbegründer und Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Die führte im Sommer 2009 eine aus England kommende Aktion durch, bei der ein Bus mit der Aufschrift “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott” durch Deutschland fuhr. Das Ziel: die Menschen von den Nachteilen von Religionen sowie des christlichen Glaubens zu überzeugen. Dass Schmidt-Salomon diese Mission ernst nimmt, zeigen auch seine Buchveröffentlichungen: Er schrieb das “Manifest des evolutionären Humanismus” und zuletzt das Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel”, in dem schon Kindern beigebracht werden soll, dass der Gott der Bibel brutal, eifersüchtig und blutrünstig sei.

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Der Dodo und die Spaltung Deutschlands

kath.net dokumentiert die Predigt von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner beim Ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit in der evangelischen Kreuzkirche Bonn am 3. Oktober 2011

kath.net

Liebe Schwestern und Brüder in Christus!

In der Schöpfung Gottes scheint die Wirklichkeit des lebendigen Gottes selber auf. Darum greift die Heilige Schrift auf die Schöpfungswirklichkeit zurück, um ihre Botschaft für die Menschen zu verdeutlichen. Die heutigen biblischen Lesungen vergleichen das Leben des Gerechten, das in Gott selbst wurzelt, mit der Schönheit und Pracht eines Baumes, „der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken“ (Ps 1,3). Gemäß dem Propheten Hosea gleicht auch das gesamte Volk Israel einem Baum: Wenn es umkehrt zum Herrn, dann sollen sich seine Zweige ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon (vgl. Hos 14,7).

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Mission Manga Jesus

Ajibayo Akinsiku nennt sich als Manga-Künstler kurz "Siku". Foto: Mette Frandsen

Mangas sind brutal, zeigen Sexszenen en détail und seine Fans erinnern oft an eine Mischung aus Märchenwesen und Punkrocker. Dennoch oder gerade deshalb hat sich der japanischen Comic in den vergangenen Jahren von der Nische zum Mainstream gemausert. Sogar Geschichten der Bibel werden immer öfter in die Bilderkunst umgesetzt. Sieht so Mission im 21. Jahrhundert aus?

pro Medienmagazin

Noch an Ostern wurden Christen in Predigten, Anspielen oder Filmen über die Passion daran erinnert: Als Jesus nach stundenlanger Marter von der Welt verstoßen am Kreuz starb verdunkelte sich der Himmel. Wolken verdeckten die Nachmittagssonne, ein Unwetter erschütterte Jerusalem und der Vorhang im Tempel zerriss. Soweit die biblische Überlieferung. Der Mangakünstler Siku hingegen stellt sich diese Szene eher wie im Film “Independence Day” vor.

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