Islamwissenschaftler fordert Gebrauchsanleitung für den Koran

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Der Münsteraner Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi hat dazu aufgerufen, Muslime in Deutschland mit einer „Gebrauchsanleitung“ für den Koran auszustatten. „Ich kann mich nicht an den Koran halten, sondern nur an ein Verständnis des Korans“, sagte er am Montag bei einer Tagung in Mainz.

evangelisch.de

Die heilige Schrift der Muslime enthalte viele, wörtlich verstanden widersprüchliche Aussagen. Dies mache auch extremistische Lesarten möglich: „Selbstverständlich hat jede Schandtat, die im Namen des Islam verübt wird, etwas mit dem Islam zu tun.“ Muslime bräuchten daher genauso wie Christen, Juden, Buddhisten und Hindus auch Interpretationshilfen.

Theologen und Moscheevereine sollten zu einem modernen Verständnis des Korans beitragen, sagte Karimi, der als stellvertretender Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster lehrt.

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Wie hält es der säkulare Staat eigentlich mit der Religion?


Gehört der Islam zu Deutschland? Sollten in Amtsgebäuden Kreuze hängen? Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zur Neutralität in Religionsfragen. Der Staatsrechtler Horst Dreier erklärt, was es eigentlich heißt, diese Forderung ernst zu nehmen.
BR24

Horst Dreier ist Professor für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Würzburg. Sein Buch „Staat ohne Gott“ versteht sich nicht als Streitschrift, wohl aber als „streitbare Analyse“. Es geht dem Juristen nicht um ein Plädoyer für eine Welt ohne Gott, eine Gesellschaft ohne Gott oder gar einen Menschen ohne Gott, sondern darum, sich auf die Grundsätze eines säkularen Staatswesens zu besinnen. Gerade in einer aufgeheizten Debatte um einen „zugewanderten“ Islam und eine „christliche Leitkultur“ in Deutschland. Jochen Rack hat mit Horst Dreier gesprochen.

Jochen Rack: Herr Dreier, im Titel Ihres Buches, „Staat ohne Gott“, liegt schon der Hinweis darauf, dass die deutsche Verfassung, das Grundgesetz, den Staat zur Neutralität in Glaubensfragen verpflichtet. Was war der Anlass für Sie, dieses sogenannte Neutralitätsgebot noch einmal in Erinnerung zu rufen?

Horst Dreier: Wir haben seit vielen Jahren eine Situation, in der die Religion in vielen Facetten gewissermaßen wieder auf die Tagesordnung gesetzt worden ist. Und ich denke, dass die Konflikte, die uns in Religionsfragen in den letzten Jahren beschäftigen, mithilfe des Neutralitätsgebots wenn nicht schon komplett gelöst, so doch einer Lösung zugeführt werden können.

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Religionen dürfen Politik nicht bestimmen

Unser Autor fordert die Besinnung auf das Grundgesetz und die besondere Beachtung von Artikel 1.

Von Hans-Ulrich Rosocha | RP ONLINE

„Zu Deutschland gehören Juden und Christen, Muslime und Hindhus, Buddhisten, Pantheisten und Atheisten!“ Das bedeutet: Zu Deutschland gehören Menschen gleich welcher Religion, Weltanschauung, Hautfarbe, nationaler Herkunft oder sexueller Orientierung. In unserem Land sind alle Menschen gleich. Sie sollen aber auch von uns allen gleich geachtet werden. Keine Religion, Weltanschauung oder politische Meinung soll in unserem Land die anderen beherrschen. Wir können nur dann in der bunten Vielfalt unserer unterschiedlichen Religionen und Herkunft und unserer oftmals stark divergierenden weltanschaulichen und politischen Meinungen friedlich miteinander leben, wenn wir uns gegenseitig achten und trotz unterschiedlicher Anschauungen tolerieren.

Die gemeinsame tragfähige Basis unseres friedlichen Zusammenlebens ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Grundgesetz, das uns gemeinsam trägt, müssen auch wir alle gemeinsam tragen, das heißt, wir müssen es kennen, verinnerlichen, es uns zu eigen machen und jederzeit dazu bereit sein, es gegen alle Angriffe von innen und außen zu verteidigen. Die politischen Parteien streiten in guter demokratischer Praxis um den jeweils richtigen und gangbaren politischen Weg, denn Politik ist die Kunst des Machbaren und Möglichen. Die Religionen jedoch müssen sich davor hüten, die Politik bestimmen zu wollen.

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Ein glaubensfreier Gerichtssaal ist eine Fiktion

Die muslimische Jurastudentin Aquila S. mit ihren Anwälten in der Berufungsverhandlung im bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München (Foto: dpa)
Das Urteil der Richter wird dem Verhältnis zwischen individueller Glaubensfreiheit und staatlicher Pflicht zu Neutralität nicht gerecht. Es ist zumutbar, eine Frau mit Kopftuch im Gerichtssaal zu ertragen.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Wenn eine Rechtsreferendarin aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt – darf sie dann im Gerichtssaal arbeiten? Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat dies verneint und ein Urteil des Augsburger Verwaltungsgerichts aufgehoben, aus formaljuristischen Gründen. Das aber wird dem Verhältnis von individueller Glaubensfreiheit und der Pflicht des Staates zu weltanschaulicher Neutralität nicht gerecht.

Zugegeben: Dies ist ein Grenzfall. Im Gerichtssaal tritt der Staat dem Bürger mit aller Gewalt gegenüber. Er kann ihn ins Gefängnis schicken oder freisprechen, ihm Strafen auferlegen, Entschädigungen zusprechen. Wer immer vor Gericht erscheinen muss, hat das Recht auf unvoreingenommene Richter und Staatsanwälte. Und es gibt Situationen, in denen jemand eine Justizvertreterin mit Kopftuch für befangen halten kann, gerade, wenn es um Fragen der Religion, Sitte und Moral geht.

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Massengrab in Burma entdeckt – Armee macht Rohingya verantwortlich

In Burma ist nach Angaben der Armee ein Massengrab mit 28 Toten entdeckt worden, unter ihnen auch mehrere Kinder. Dem Militär zufolge handelt es sich dabei um Hindus, die bei einem Überfall von Rebellen der muslimischen Minderheit der Rohingya getötet wurden. 

Neue Zürcher Zeitung

Das Massengrab befindet sich demnach im Teilstaat Rakhine, aus dem seit Ende August mehr als 430 000 Muslime ins Nachbarland Bangladesh geflohen sind. In Burma ist die grosse Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens.

Die Armee machte die muslimische Rebellengruppe Arsa (Arakan Rohingya Salvation Army) für die Tat verantwortlich. Die 28 Menschen seien von «extremistischen bengalischen Arsa-Terroristen grausam getötet» worden, hiess es am Montag in einer Mitteilung der Militärs. Die Arsa hatte sich Ende August zu Überfällen auf Polizei- und Militärposten bekannt, mit denen die neue Eskalation der Gewalt ausgelöst wurde. Daraufhin begann das Militär mit «Säuberungsaktionen» gegen Muslime.

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Erzapostel Schick sieht Muslime als Vorbilder

FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB
Flagge zeigen für die Religion. Dazu hat jetzt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick aufgerufen. Christen sollten ruhig zur Schau stellen, dass sie glauben – so, wie das etwa Buddhisten und Muslime tun.

Von Eva Böck | BR24

Nicht alle Menschen glauben. Und nicht alle, die glauben, zeigen das auch. Während die einen sofort als Anhänger einer bestimmten Religionsgruppe erkennbar sind, sieht man es anderen überhaupt nicht an. Genau das hat jetzt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick angesprochen.

Menschen andererer Religionen, zum Beispiel Muslime und Buddhisten, zeigten sich in der Öffentlichkeit, so Schick, durch ihre Gebete, ihre Symbole und ihre Kleidung. Christen täten das, wenn überhaupt, „nur sehr verschämt“.

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Atheisten werden als gefährlich betrachtet

Intuitiv, so eine Untersuchung, werden Verbrechen eher Atheisten zugeschrieben, die mangels Religion als moralisch haltlos gelten – was selbst Atheisten zu glauben scheinen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Religion, so glaubt man vielfach, sei wichtig, um Gesellschaften zusammenzuhalten und für moralisches Verhalten zu sorgen. Dabei spielen Religionen immer eine wichtige Rolle bei der Ausgrenzung von Andersgläubigen und der Gewalt gegen diese, um die Glaubensgemeinschaft aufrechtzuerhalten.

Zu den verschiedenen, im Heilsanspruch miteinander konkurrierenden, mehr oder weniger extremen Religionen und Sekten kommen nun aber immer mehr Atheisten, die das religiöse Grund- und Gemeinschaftsgefühl zu gefährden scheinen. Sie können deswegen in sehr religiösen Gesellschaften gefährlich leben, auch deswegen, weil sie Ziel von Vorurteilen sind. Wissenschaftler haben nun in einer Umfrage mehr als 3000 Menschen, darunter neben Christen, Muslime, Hindus oder Buddhisten auch Atheisten, 13 sehr religiösen und eher säkularen Ländern befragt, wie sie Atheisten wahrnehmen.

Die Autoren der Studie, die in Nature Human Behavior veröffentlichte wurde, gingen von einem kulturevolutionären Verständnis der Religion aus, nach dem Religion mit der Kooperation und dem Vertrauen in einer Gruppe verbunden ist. Das kann sich auch auf Angehörige anderer Religionen erweitern, aber nicht auf Nichtgläubige. Aus der kulturevolutionären Verschmelzung von Religion und Gruppe könnten Vorurteile gegen Atheisten auch in säkularen Gesellschaften weiter bestehen und selbst bei Atheisten zu finden sein.

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Australien: Immer mehr Bewohner sind Atheisten

Die Oper von Sydney – REUTERS
Zum ersten Mal hat die Anzahl der Australier, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, alle anderen Religionsgruppen übertroffen. Der Zensus im vergangenen Jahr ergab, dass 30,1 Prozent der Menschen in Australien sich als „nicht religiös“ sehen, teilte das Statistikamt des Landes mit.

Radio Vatikan

Das entspricht knapp sieben Millionen Bewohnern. 1966 waren es nur 0,8 Prozent der Australier, im Jahr 2011 waren es bereits 21,8 Prozent, die sich als Atheisten benannten.

Das Christentum bleibt auch weiterhin die größte Religionsgemeinschaft in „Down Under“. Als Katholiken bezeichneten sich bei der Erhebung im vergangenen Jahr 22,6 Prozent der Australier (2011: 25,3%). Die Anglikaner hatten im Langzeitvergleich die meisten Einbußen zu verzeichnen. 1921 fühlten sich noch 41 Prozent der Menschen der anglikanischen Kirche zugehörig, sind es jetzt nur noch 13,3 Prozent.

Der Zensus zeigt auch, dass die Zahl der Hindus in Australien zugenommen hat: Es sind 1,9 Prozent. Noch davor liegen Muslime (2,6%) und Buddhisten (2,4%).

Religions- und Weltanschauungsunterricht: Pro Halbjahr ein Kontrollbesuch

Später Einstieg. In Berlin wird erst ab 2018 Islamische Theologie gelehrt.Foto: Jensen/dpa
Später Einstieg. In Berlin wird erst ab 2018 Islamische Theologie gelehrt.Foto: Jensen/dpa
Der freiwillige Religionsunterricht findet nahezu ohne staatliche Aufsicht statt. Bayern geht einen völlig anderen Weg – auch für muslimische Kinder.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Trotz des wachsenden Anteils muslimischer Schüler stagniert die Teilnahme am Religionsunterricht der Islamischen Föderation: Die Quote liegt seit der Einführung im Jahr 2003 bei weit unter zwei Prozent, wie aus einer Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck (SPD) hervorgeht. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Teilnehmerzahl von unter 5000.

Damit ergeht es der Föderation ähnlich wie den anderen Religionsgemeinschaften: Auch die Evangelische und Katholische Kirche, die Aleviten, Buddhisten sowie die Jüdische Gemeinde verzeichnen kaum Veränderungen bei ihrer schulischen Präsenz. Einzig der Humanistische Verband mit seinem Weltanschauungsfach Lebenskunde legt ständig zu: Seinen Unterricht besuchen inzwischen rund 63 000 Schüler. Diese Expansion ist möglich, weil der Verband ein eigenes Institut für die Lehrerausbildung hat. Hingegen wird es einen Lehrstuhl für Islamische Theologie in Berlin erst ab 2018 geben.

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Ehemalige Kindgöttin vermisste ihre Sänfte

Chanira Bajracharya, hier im Mai 2016, wird in Lalitpur bei Kathamandu von einem Priester zu einer Veranstaltung getragen. Die Tradition verbietet es, dass Bajracharyas Füsse den Boden berühren. (Bild: Narendra Shrestha / Epa)
Chanira Bajracharya, hier im Mai 2016, wird in Lalitpur bei Kathamandu von einem Priester zu einer Veranstaltung getragen. Die Tradition verbietet es, dass Bajracharyas Füsse den Boden berühren. (Bild: Narendra Shrestha / Epa)
Die Tradition verbietet es, dass die Kumari, die Inkarnationen der Hindugöttin Teleju, mit den Füssen den Boden berührt. Die jüngste Kindgöttin sagt nun, sie sei bei Ablauf ihrer Amtszeit das letzte Mal vor neun Jahren gelaufen.

Neue Zürcher Zeitung

Die ehemalige Kindgöttin Chanira Bajracharya aus Nepal vermisste nach dem Ablauf ihrer Amtszeit vor allem ihre Sänfte. «Ich musste zu einem nahe gelegenen Tempel gehen. Dabei war ich das letzte Mal vor neun Jahren zu Fuss auf der Strasse unterwegs gewesen und war es nicht mehr gewohnt. Ich wünschte, es hätte mich jemand auf meiner Sänfte getragen», erinnert sich die 21-Jährige.

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Indien: Höchstgericht verbietet Wahlkampf mit Religionsthemen

foto: apa/afp/prakash singh Premierminister Narendra Modi erklärt seinem australischen Amtskollegen Tony Abbott, was es mit dem tanzenden Gott Shiva auf sich hat.
foto: apa/afp/prakash singh Premierminister Narendra Modi erklärt seinem australischen Amtskollegen Tony Abbott, was es mit dem tanzenden Gott Shiva auf sich hat.
Religion und Kastenzugehörigkeit sollen in Indien nach einem Spruch des Obersten Gerichtshofs nicht für Stimmenfang in Wahlkämpfen genutzt werden.

derStandard.at

Der Gerichtshof entschied am Montag mit einer knappen 4:3-Mehrheit, Wahlen seien eine weltliche Angelegenheit – Kandidaten, die dies nicht beachteten, sollten von Wahlgängen ausgeschlossen werden, oder es solle die Wahl im Nachhinein für ungültig erklärt werden.

Offiziell ist Indien ein säkulares Land. Immer wieder werden aber Aspekte der Religion und des Kastenwesens auch in den Wahlkampf hineingetragen. Das gilt auch für die regierende hinduistisch-nationalistische Bharatiya-Janata-Partei (BJP) von Premierminister Narendra Modi.

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Minderheit der Rohingya: Malaysia wirft Birma „Genozid“ an Muslimen vor

 Angehörige der Rohingya-Minderheit in einem Dorf im Westen Myanmars Quelle: REUTERS/X02594
Angehörige der Rohingya-Minderheit in einem Dorf im Westen Myanmars Quelle: REUTERS/X02594
80 Prozent der Einwohner Birmas sind Buddhisten. Die muslimische Rohingya-Minderheit wird von der Mehrheit nicht akzeptiert. Nun flammt der Konflikt wieder auf. Ein Nachbar spricht von „Völkermord“.

DIE WELT

Der malaysische Regierungschef hat die Politik Birmas gegenüber der ethnischen Minderheit der Rohingya als „Genozid“ bezeichnet. Die Welt könne nicht danebenstehen und zusehen, wie ein Völkermord stattfinde, kritisierte Ministerpräsident Najib Razak die De-facto-Regierungschefin von Birma, Aung San Suu Kyi, und deren Regierung. „Genug ist genug“ sagte er während einer Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern in einem Stadion von Kuala Lumpur.

Das buddhistische Birma verwehrt der muslimischen Minderheit der Rohingya Bürgerrechte. Zehntausende Mitglieder der Minderheit flohen in den vergangenen Jahren in benachbarte Länder wie Bangladesch, Indien und China. Das muslimisch geprägte Malaysia hat rund 56.000 Rohingya-Flüchtlinge aufgenommen.

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Lange Nacht der Religionen in Berlin: Was glaubst du denn?!

Berliner Dom, Bild: bb
Berliner Dom, Bild: bb
“Was glaubst du denn?“ – Unter diesem Motto kann man heute in Berlin mit Buddhisten, Heiden, Hindus, Alewiten, Muslime, Juden und Christen ins Gespräch kommen. Zur Langen Nacht der Religionen präsentieren sich fast 90 Glaubensgemeinschaften. Der Eintritt ist überall frei.

Märkische Allgemeine

Fast 90 Glaubensgemeinschaften präsentieren sich heute zur Langen Nacht der Religionen in Berlin. Bis in die Nacht sind dafür Dutzende Gottesdienste, Andachten und Meditationen sowie Vorträge und Führungen geplant. Der Eintritt ist überall frei.

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Idiotie: Christen führen Olympia-Medaillenspiegel der Religionen an

Rio2016

Die Christen liegen im Olympia-Medaillenspiegel der Weltreligionen derzeit klar vorn.
 

kath.net

Die Christen liegen im Olympia-Medaillenspiegel der Weltreligionen derzeit klar vorn. Laut einer Auswertung des US-Pressedienstes «Religion News Service» (RNS) gewannen Teilnehmer christlichen Glaubens bei den Olympischen Sommerspielen in Rio bislang (Stand 7. August) 10 Gold-, 13 Silber- und 9 Bronzemedaillen.
Auf dem zweiten Platz in dem Religions-Ranking liegen demnach Religionslose (5 Gold, 4 Silber, 7 Bronze); es folgen Buddhisten (3 Gold, 1 Silber, 3 Bronze) und Muslime (1 Gold, 2 Silber, 3 Bronze). Juden und Hindus gingen demnach bislang leer aus.

Der Pressedienst räumte jedoch ein, dass es sich bei den Angaben lediglich um eine «Hochrechnung» handele. Für den Medaillenspiegel würden die Herkunftsländer der Olympioniken und die dortige religiöse Zusammensetzung zugrunde gelegt.

Wie im Straßenverkehr: Wir brauchen Führerschein für Religion

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Das Grauen von Nizza zeigt: Es laufen im Augenblick zu viele Irre rum. Die hat es zwar immer gegeben. Zurzeit sind sie bloß durch einen „religiösen“ Gewalt-Cocktail extra gefährlich. Wenn man sich ansieht, wie viele Morde pseudo-religiöse Menschen begehen, muss man leider sagen: Religion ist gefährlich und nichts für Anfänger.

Von Chin Meyer | Berliner Kurier

Wie der Straßenverkehr. Der ist auch gefährlich und nichts für Anfänger. Deshalb muss man im Straßenverkehr einen Führerschein machen. Aber an Religion wird jeder Idiot rangelassen. Warum eigentlich?
Wir brauchen einen Führerschein für Religion. Der muss nicht auf den Islam beschränkt sein. Christen, Juden, Hindus, Buddhisten brauchen den genauso. Bevor man das erste Mal betet oder in Tempel/Moschee/Kirche/Synagoge eingelassen wird, muss man eine Religions-Reifeprüfung ablegen und nachweisen, dass man zugleich tiefstes Vertrauen in die Existenz eines göttlichen Wesens hat als auch die Möglichkeit gelten lässt, total daneben zu liegen und dann besoffen Sirtaki zu tanzen.

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Spirituelle Reise durch Deutschland

Gideon Böss Deutschland, deine Götter Verlag: Tropen, Stuttgart 2016 ISBN: 9783608502305
Gideon Böss
Deutschland, deine Götter
Verlag: Tropen, Stuttgart 2016
ISBN: 9783608502305

Im vorliegenden Buch nimmt der Schriftsteller und Kolumnist Gideon Böss uns mit auf eine Reise zu den verschiedenen Glaubensrichtungen in Deutschland.

Von Julia Schulz | Spektrum.de

. Er hat diverse Religionsvertreter getroffen und stellt diese Begegnungen in Reportage-Form dar, wobei er unkonventionelle Perspektiven vermittelt. Als Leser(in) erfährt man beispielsweise, dass man bei der Heilsarmee kostenlos frühstücken kann, bärtige Informatiker mit Bauchansatz manchmal nebenberuflich als Hexer arbeiten, und Zusammenkünfte der „Charismatischen Christen“ durchaus einmal den Charakter eines Helene-Fischer-Konzerts annehmen.

Der Autor macht weder Halt vor Religionsparodisten, beispielsweise jener der Pastafari, die das „Fliegende Spaghettimonster“ verehren, noch scheut er vor erfrischenden Betrachtungen bekannter Religionsgemeinschaften wie die der Katholischen Kirche zurück. Ihm gelingt es, durch Erzählen vermeintlich nebensächlicher Dinge das aufgeladene Thema von seinem imaginären Sockel zu heben und es den Lesern ganz konkret erfahrbar zu vermitteln. Unter anderem zitiert er den deutschen Leiter von „Radio Vatikan“ mit der Angabe, der Newsletter des Vatikans habe 17.000 Abonnenten – was dem Zentrum des katholischen Glaubens etwas ganz profan-Weltliches verleiht. Oft erreicht der Autor einen trockenen Humor, ohne ins Blödelnde abzugleiten.

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Mit dem Aus für die Münchner Moschee scheitert mehr als eine Idee

Der letzte Appell kam auf Arabisch via Twitter. Medium wie Sprache standen für sich. Für Benjamin Idriz‘ Moschee-Pläne für München fehlten bis kurz vor einer von der Stadt gesetzten finalen Frist 3,5 Millionen Euro. Wer würde ernsthaft glauben, dass so eine Summe über einen virtuell in die Welt gesandten Hilferuf zusammenkommt?

Von Nina Bovensiepen | Süddeutsche.de

Dass dieser auf Arabisch war, zeigt auch, wo der Imam keine Spender vermutete: in Deutschland, in München – in der Stadt, in der viele Menschen und Firmen heimisch sind, die gemeinsam locker eine solche Summe für ein Vorzeigeprojekt aufbringen könnten.

Und ein Vorzeigeprojekt hätte es werden können, der Münchner Moschee-Bau, über den nun seit einem Jahrzehnt in der Stadt diskutiert wird. Der ausdrücklich nicht als abgeschottete Gebetsstätte für Islamisten und vermeintlich dunkle Mächte geplant war, auch wenn manch Rechts- oder sonst wie Fehlgeleitete dies stets gerne Glauben machen wollten. Nein, geplant war ein Ort der Integration. Ein Gemeindezentrum, das offen sein sollte für alle, für Katholiken, Atheisten, Buddhisten und Muslime, für Frauen und Männer, Alte und Junge.

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Antisemitismus-Vorwurf: Dialog-Beauftragter der bremischen Kirche zurückgetreten

Nach Antisemitismus-Vorwürfen ist der Beauftragte für den Dialog mit den Religionen in der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Volker Keller, am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten.

evangelisch.de

Er hatte sich in einer Mail in ironisch gemeinter Weise als „Antisemit“ bezeichnet. Diese Formulierungen seien außerordentlich missverständlich und unangemessen gewesen, räumte Keller ein: „Ich habe damit bei vielen Menschen massive Irritationen ausgelöst, insbesondere bei Menschen jüdischen Glaubens.“ Die Jüdische Gemeinde in Bremen hatte Keller Antisemitismus vorgeworfen.

Anlass des Konflikts war eine Lesung des Bremer Publizisten Arn Strohmeyer zum Nahostkonflikt in Bremen-Vegesack, wo Keller als Gemeindepastor arbeitet. Strohmeyer wird von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde und von einem Journalisten der „Jerusalem Post“, Benjamin Weinthal, als Antisemit bezeichnet. Er ruft unter anderem zum Boykott gegen Produkte aus den von Israel besetzten Gebieten auf. Keller hatte versucht, die Kritik des Antisemitismus in einer, wie er selbst sagte, „Spottmail“ ironisch zurückzuweisen.

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Einflüsse einer multikulturellen Gesellschaft am Lebensende

Mulit-Kulit ist tod © infomatique auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Muslime und Juden wollen ihre Toten schnell bestatten, Buddhisten wünschen sich kleine Häuschen auf ihren Gräbern, und Afrikaner würden auf dem Friedhof gerne tanzen: Mit den Einwanderern verändern sich deutsche Friedhöfe und gesetzliche Regeln.
Von Dieter Sell | MiGAZIN

Es war ihr innigster Wunsch: Nach ihrem Tod in Deutschland wollte die katholische Afrikanerin Augustine Lubondo va Kintimba wenigstens eine Bestattung nach heimatlichem Brauch. Also trugen die Hinterbliebenen auf dem Friedhof bunte Kleidung. Sie tanzten, trommelten und sangen freudige Lieder. Denn die Tote war für sie nun von Schmerzen erlöst und in einer besseren Welt. Aus Freude wurde der Sarg mit einem lauten „Yeah“ in die Höhe geworfen und wieder aufgefangen. Die deutschen Friedhofsmitarbeiter staunten nicht schlecht über das, was sie da zu sehen bekamen.

Die Vielfalt am Ende des Lebens nimmt zu. Das zeigt nicht nur das Geschehen auf dem Friedhof in Aachen, sondern auch die siebte Auflage der Bremer Kongressmesse „Leben und Tod“ Ende April mit 121 Ausstellern und vielen Vorträgen. Sie wendete sich insbesondere der Sterbe- und Trauerbegleitung in unterschiedlichen Kulturen zu. Bei der Geschichte von der Frau aus Ghana allerdings, die der Religionswissenschaftler, Sterbebegleiter und Lach-Yoga-Trainer Harald-Alexander Korp erzählt, wird schnell deutlich, dass da manches noch nicht zusammenpasst.

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Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und „…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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