„Hackbacks“: Bundeswehr-Hacker könnten jetzt zurückschlagen

(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)
Bei Angriffen auf IT-Netze in Deutschland sind Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ der Bundeswehr bereit zum Gegenschlag – wenn die Politik sie lässt.

Tilman Wittenhorst | heise online

Sollten feindliche Hacker Computernetze in Deutschland angreifen, wäre das Cyberkommando der Bundeswehr für einen Gegenschlag bereit: Laut einem internen Bericht des Verteidigungsressorts sind die Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ mittlerweile dazu in der Lage, „aktiv im Cyber-Raum aufzuklären und zu wirken“. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.

Die derzeit etwa 100 Personen umfassende Einheit habe Gegenschläge im Netz – „Hackbacks“ genannt – bislang nur in Planspielen getestet. Die Fähigkeiten seien inzwischen zu einem „essenziellen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge“ ausgebaut worden, legt das Ministerium dar, und will die Hackertruppe auf 300 Mann vergrößern.

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Militärapostel Overbeck: Wir brauchen „die Präsenz des Militärischen“

Was ist wichtiger: Bundeswehr oder Entwicklungshilfe? Franz-Josef Overbeck findet, man darf beides nicht gegeneinander ausspielen. Mit katholisch.de sprach der Militärbischof über die Seelsorge unter Soldaten und das Engagement Deutschlands in den Konfliktregionen der Welt.

Roland Müller | katholisch.de

Seit sieben Jahren ist der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck als Katholischer Militärbischof für die Seelsorge bei den Angehörigen der Bundeswehr zuständig. Neben pastoralen Fragen beschäftigen ihn auch Friedensethik und Verteidigungspolitik. Mit Sorge blickt er auf die bewaffneten Konflikte in aller Welt – und freut sich deshalb über Zeichen des Friedens.

Frage: Was ist charakteristisch für die Katholische Militärseelsorge?

Overbeck: Die Militärseelsorger begleiten die weiblichen und männlichen Soldaten in ihrem Dienst in den Kasernen wie auch bei Auslandseinsätzen. Darüber hinaus stehen sie bei Bedarf den Familienangehörigen in ihren Sorgen und Nöten zur Seite. Sie erteilen Lebenskundlichen Unterricht zur Förderung und Stärkung der berufsethischen Kompetenz und tragen somit zur Befähigung eines ethisch reflektierten Handelns bei.

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Bundeswehr: 75 Gewehre und Pistolen und 57 000 Schuss Munition fehlen

Unter den entwendeten Waffen befinden sich auch zehn Sturmgewehre des Typs G36. (Foto: picture alliance / Patrick Seege)
  • In den vergangenen acht Jahren wurden bei der Bundeswehr 75 Schusswaffen verschiedener Typen und fast 57 000 Schuss Munition entwendet.
  • Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage von zwei Grünen-Abgeordneten hervor.
  • Zudem wurden in den vergangenen zwei Jahren vier Soldaten als Angehörige der „Identitären Bewegung“ identifiziert.

Süddeutsche Zeitung

Bei der Bundeswehr sind in den vergangenen Jahren insgesamt 75 Gewehre und Pistolen sowie fast 57 000 Schuss Munition entwendet worden. Die Zahlen stammen aus einer vertraulichen Liste des Verteidigungsministeriums, berichtet der Spiegel.

Die Verluste seit dem Jahr 2010 betreffen demnach alle bei der Bundeswehr eingesetzten Waffentypen, darunter das Standard-Sturmgewehr G36 (zehn Stück), G3-Sturmgewehre (13), das schwere Maschinengewehr MG3 (sechs), Pistolen vom Typ P7 und P8 (insgesamt 19) und die jeweils passende Munition für die Waffen.

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BND beschaffte Nervengift „Nowitschok“ in den 90er Jahren

In Salisbury untersuchen britische Militärangehörige den Schauplatz der Vergiftung von Sergej Skripal. (Foto: AFP)
  • Bei einer Geheimoperation gelangte der BND Mitte der 90er Jahre durch einen Überläufer aus Russland an „Nowitschok“.
  • Ein Agent des Dienstes beschaffte eine Probe des Stoffs, auch die Bundeswehr war in den Vorgang eingeschaltet.
  • „Nowitschok“ gilt als eine der tödlichsten je entwickelten C-Waffen und wurde im März gegen den russischen Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter eingesetzt.

Von Georg Mascolo, Holger Stark | Süddeutsche Zeitung

Die Erkenntnisse über eine einst in der Sowjetunion entwickelte Klasse von Kampfstoffen namens „Nowitschok“ gehen maßgeblich auf eine bis heute geheim gehaltene Operation des BND zurück. Nach gemeinsamen Recherchen der Süddeutschen Zeitung, NDR und WDR mit der Zeit beschaffte ein Agent des Dienstes in den 90er Jahren eine Probe des Stoffs. Auch die Bundeswehr war in den Vorgang eingeschaltet.

Damals an der Entscheidung beteiligte Personen bestätigen den Vorgang, die Bundesregierung und der BND erklärten auf Anfrage zu „nachrichtendienstlichen Angelegenheiten grundsätzlich nur den geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestages“ Auskunft zu geben. „Nowitschok“ gilt als eine der tödlichsten je entwickelten C-Waffen, ihr Einsatz gegen den russischen Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter im März dieses Jahres im englischen Salisbury führte zu einer diplomatischen Krise zwischen Moskau und dem Westen.

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Dumm gelaufen: Russland kündigt den Nato-Luftransport auf

Antonov-124. Bild: Nasa
Vor allem die Bundeswehr bediente sich der Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart, um vom Flughafen Leipzig/Halle gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter zu transportierten

Dirk Eckert | TELEPOLIS

Die Bundeswehr hat schon wieder ein Problem. Wieder bei den Transportkapazitäten, aber diesmal geht es nicht darum, Waffen und Gerät an die neue Nato-Grenze in Osteuropa zu verlegen, sondern in weit entfernte Einsatzgebiete wie Afghanistan in Zentralasien oder Mali in Westafrika. Bislang wurden dafür Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart benutzt, die vom Flughafen Leipzig/Halle starteten und gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter transportierten.

Die Antonov-Machinen kommen aus der Ukraine und Russland und sind angemietet. Aber jetzt hat die russische Seite die Zusammenarbeit vertragsgemäß zum Jahresende aufgekündigt. Man darf wohl annehmen, dass die westlichen Sanktionen Russland nicht gerade ermutigt haben, weiterhin Logistikdienstleister für die Bundeswehr zu spielen. Die steht jetzt vor einem Problem und muss mit weniger Transportkapazitäten klarkommen.

Die russische Volga-Dnepr Airlines und die ukrainische Antonov Airlines stellen seit 2006 am Flughafen Leipzig/Halle Antonov-An-124-Flugzeuge für Nato-Länder bereit, wobei zwei Antonov-Maschinen ständig in Bereitschaft stehen. Die riesigen Flugzeuge können sogar gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber transportieren, wobei beim Be- und Entladen die Bugnase samt Cockpit hochgeklappt wird.

Die Zusammenarbeit läuft unter dem Namen SALIS (Strategic Airlift International Solution – Internationale Lösung für den strategischen Lufttransport). Der größte Nutzer ist Deutschland, aber auch Belgien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Norwegen, Polen, die Slowakei und Slowenien nutzen SALIS.

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Von der Leyen will 12 Milliarden mehr

Ursula von der Leyen (2010). Bild: wikipedia.org. bearb.: bb

Der Haushaltsentwurf von Finanzminister Scholz steht. Auch die Bundeswehr soll mehr Geld bekommen. Doch aus Sicht des Verteidigungsministeriums bei Weitem nicht genug – zwölf Milliarden Euro müssten dazukommen.

tagesschau.de

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen fordert einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge in der derzeitigen Legislaturperiode zwölf Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr. Damit sei der finanzielle Mehrbedarf, den die CDU-Politikerin in den laufenden Haushaltsverhandlungen angemeldet habe, mehr als doppelt so hoch, wie im Entwurf von Finanzminister Olaf Scholz vorgesehen.

„Gewaltiger Nachhol- und Modernisierungsbedarf“

Laut dem Bericht setzt von der Leyen für das kommende Jahr drei Milliarden Euro mehr an, für 2020 vier Milliarden und für 2021 fünf Milliarden Euro. Die Forderungen begründet das Verteidigungsministerium mit einem „gewaltigen Nachhol- und Modernisierungsbedarf“. Angesichts der bestehenden Lücken sei die Milliardensumme sogar noch „unzureichend“.

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Bundeswehr: Mehr Hakenkreuze, mehr „Heil Hitler“-Rufe

Symbolbild.
Die Zahl der rechtsextremen Verdachtsfälle bei der Bundeswehr steigt. Der Militärische Abschirmdienst ermittelt einem Bericht zufolge in 431 Fällen. Vor einem Jahr ging der Geheimdienst nur 275 Fällen nach.

tagesschau.de

Der Militärische Abschirmdienst ermittelt aktuell in 431 rechtsextremen Verdachtsfällen bei der Bundeswehr. Seit Anfang dieses Jahres seien 23 Fälle neu hinzugekommen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Linken-Anfrage.

Dem Bericht zufolge steigt die Zahl an. Vor einem Jahr sei der Geheimdienst der Bundeswehr insgesamt 275 rechtsextremen Verdachtsfällen nachgegangen. 289 der aktuell untersuchten Fälle stammen aus dem vergangenen Jahr. Abzüglich der 23 Verdachtsfälle aus diesem Jahr stammen die restlichen aus der Zeit vor 2017.

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„Ich habe getötet“: Zwei Soldaten berichten vom Töten

Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Deutsche Soldaten müssen in Einsätzen auch scharf schießen. Geredet wird darüber kaum. Hier erzählen zwei Soldaten ihre Geschichte.

Sebastian Drescher | evangelisch.de

Neulich hat Olaf Kramer herausgefunden, warum er schreiende Kinder kaum ertragen kann. Sein Therapeut hat ihn dafür in eine leichte Hypnose versetzt. Nun erinnert sich Kramer wieder an etwas, das er jahrelang verdrängt hatte: die Schreie von Menschen, die vor ihm in einem brennenden Haus sterben. In einem Traum, den er in letzter Zeit immer wieder hat, sind die sterbenden Menschen Kinder. Und er ist es, dem befohlen wurde, sie anzuzünden.

Olaf Kramer, der eigentlich anders heißt, war Soldat der Bundeswehr. Damals erlebte Kramer, wie Kameraden starben. Er wurde beschossen und sah Dutzende tote Zivilisten. Vergessen wird er das nicht. Am meisten beschäftigt ihn aber etwas anderes: das Wissen, selbst Menschen getötet zu haben.

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Von der Leyen ruft zur Aussöhnung mit Taliban auf

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).Foto: Michael Kappeler/REUTERS
Im Herbst sind in Afghanistan Parlamentswahlen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ruft nun zu einer Aussöhnung zwischen Regierung und Taliban auf.

DER TAGESSPIEGEL

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist auf ihrer Afghanistan-Reise in Kabul eingetroffen und hat dort an die afghanische Regierung appelliert, die Reformen und die Aussöhnung mit den radikalislamischen Taliban voranzutreiben. „Wo ich mir deutlich mehr Fortschritte noch wünschen würde, ist der politische Prozess, das ist der alles entscheidende Prozess“, sagte die Ministerin am Montag in Kabul.

Die Menschen im Land müssten merken, dass die Regierung in Kabul Reformen umsetze. Wichtig seien in diesem Zusammenhang die im Herbst anstehenden Parlamentswahlen. Die Ministerin lobte zugleich den Schritt des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani, den Taliban Friedensgespräche anzubieten, die „bereit sind, der Gewalt abzuschwören und die Verfassung zu achten“.

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Afghanistan: Aufstockung der Bundeswehr

„Wechsel der Missionen“: Fahne der Operation Resolute Support; Bild: ISAF, 2014 /gemeinfrei
Neues Mandat für den Einsatz von 1.300 Soldatinnen und Soldaten statt 963 soll am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden

Thomas Pany | TELEPOLIS

Verteidigungsministerin von der Leyen will den Bundeswehreinsatz in Afghanistan deutlich aufstocken. Derzeit sind dort 963 deutsche Soldaten im Rahmen der Nato-Operation „Resolute Support“ tätig; künftig sollen laut Tagesschau/dpa, 1.300 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland am Hindukusch eingesetzt werden.

Nominell geht es um eine Ausweitung eines Ausbildungs- und Beratungseinsatzes – „trainieren, assistieren und beraten“, heißt die Einsatzbeschreibung für Resolute Support, wie sie die Tagesschau wiedergibt. Der Kampfeinsatz der Nato wurde 2015 beendet. Für die Aufstockung braucht es ein neues Mandat, das bisherige erlaubt nur 980 Soldaten.

„Wenn wie geplant die Beratung der Afghanen auch mehr in der Fläche stattfinden soll, sind dafür zusätzliche Soldaten zum Schutz dieser Berater vorgesehen; darauf soll voraussichtlich der Großteil der weiteren rund 300 Soldaten entfallen. Die Ausweitung – erwartbar bei allen Nationen, die an der Resolute Support Mission beteiligt sind – ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Sicherheitslage am Hindukusch in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert hat“, kommentiert Thomas Wiegold.

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Religionssoziologe fordert Militärimame für die Bundeswehr

Links: Militärimam des österreichischen Bundesheeres, Bild:ORF.at, rechts: Militärimam der US-Navy. Bild: PD
Die Stimmen werden lauter: Die Bundeswehr brauche neben Militärpfarrern auch Militärimame, fordern Experten und Islamvertreter. Die Bundesregierung prüft das Anliegen schon seit sechs Jahren – ohne Ergebnis. In der deutschen Armee dienen 1.500 bis 2.000 Muslime.

MiGAZIN

Der islamische Religionssoziologe Rauf Ceylan fordert Militärimame für die Bundeswehr. „Muslimische Militärseelsorger sind überfällig. Wir brauchen sie genauso, wie wir auch mittlerweile entsprechend ausgebildete muslimische Krankenhaus-, Polizei- und Gefängnisseelsorger haben“, sagte Ceylan am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland beklagte, dass sich in dieser Frage seit Jahren nichts bewege. In der vergangenen Woche hatte die muslimische Soldatin Nariman Reinke dem Nachrichtenportal „Welt online“ gesagt, sie wünsche sich Imame in der Militärseelsorge.

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Zentralrat der Muslime fordert Militärimame für die Bundeswehr

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat erneut den Einsatz von Imamen in der Bundeswehr gefordert.

evangelisch.de

„Es ist eine Schande, dass wir in Deutschland nach so vielen Anläufen und Anstrengungen über fast sechs Jahre nicht mal einen dringend benötigten muslimischen Militärseelsorger installieren konnten“, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Die Politik schiebe immer wieder die Bürokratie als Hinderungsgrund vor. Die Bundeswehr sei ein Spiegelbild der Gesellschaft. Militärimame hätten auch eine starke integrationspolitische Signalwirkung.

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Bundeswehr: Muslimische Soldatin wünscht sich mehr Rücksicht auf den Glauben

Bundeswehr-Soldatin Nariman Reinke wünscht sich bei der Bundeswehr mehr Möglichkeiten ihren Glauben auszuleben. dpa/Holger Hollemann
Schätzungsweise 1.500 muslimische Soldaten leisten Dienst in der Bundeswehr. Oft haben sie Schwierigkeiten, Job und Glauben zu kombinieren – etwa bei den Gebetszeiten. Die Suche nach Lösungen läuft.

FOCUS ONLINE

Nariman Reinke ist Soldatin. Und Nariman Reinke ist Muslimin. Seit 13 Jahren arbeitet sie bei der Bundeswehr, war zweimal in Afghanistan. Ihre Eltern stammen aus Marokko, sie selbst wurde in Deutschland geboren. Reinke ist praktizierende Muslimin. Nicht immer passt ihr Berufsalltag mit ihrer Glaubenspraxis zusammen.

Die Soldatin steht etwa vor dem Problem, wie sie in der Truppe die islamischen Speisevorschriften einhalten kann. Denn Muslime dürfen kein Schweinefleisch essen. Auch der Verzehr von Blut ist ihnen verboten. Das „halal“ genannte, erlaubte Essen böten die Truppenküchen nicht an – ähnlich wie das im Judentum geforderte koschere Essen. „Man muss einfach kompromissbereit sein“, so Reinke.

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„Deutsche haben bedenkliches Bild von der Bundeswehr“

Symbolbild.

Die Bundeswehr verliert in der Bevölkerung Vertrauen, und eine Mehrheit lehnt es ab, mehr Geld ins Militär zu investieren. Hingegen genießt die Polizei hohes Ansehen. Die Angst der Deutschen vor Terror und Kriminalität bleibt hoch.

Von Sabine Menkens | DIE WELT

Die Bundeswehr hat nicht nur ein Problem mit ihrer Einsatzfähigkeit und inneren Verfasstheit – sie genießt auch in der Bevölkerung immer weniger Rückhalt. Das ist ein Ergebnis des Sicherheitsreports 2018, den das Institut für Demoskopie Allensbach und die Beratungsgesellschaft Centrum für Strategie und Höhere Führung am Mittwoch vorgestellt haben.

Demzufolge ist das Vertrauen in die Bundeswehr in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen – von 53 Prozent im Jahr 2011 auf nur noch 45 Prozent im Januar 2018. Nur noch 22 Prozent der Bevölkerung halten die Bundeswehr demnach für gut ausgestattet und einsatzfähig; eine Mehrheit von 63 Prozent bewertet Ausrüstung und Einsatzfähigkeit als unzureichend.

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Ursula von der Leyen: Bundeswehr soll im Irak neue Aufgaben bekommen

Die Bundeswehr soll nach dem Willen von Verteidigungsministerin von der Leyen die irakische Armee bald im ganzen Land unterstützen. Denn der IS ist zwar militärisch besiegt, verübt aber weiter Anschläge.

SpON

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat eine Neuausrichtung des Bundeswehreinsatzes im Irak angekündigt. Nachdem die Terrormiliz IS weitgehend besiegt worden sei, sollen die deutschen Truppen künftig vor allem in den Bereichen Beratung, Ausbildung, Logistik und Sanitätswesen mit dem irakischen Militär zusammenarbeiten, sagte von der Leyen am Samstag in Bagdad.

Die Bundeswehr solle zudem verstärkt auch in Bagdad und dem Zentralirak im Einsatz sein. „Ein zukünftiges, ausbalanciertes Engagement muss sich an den Bedarfen des gesamten Irak ausrichten“, sagte von der Leyen nach Gesprächen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi und anderen Regierungsvertretern.

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Militärbischof: Ditib darf nicht in Militärseelsorge hineinwirken

Symbolbild. Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat klare Regeln für eine muslimische Seelsorge bei der Bundeswehr gefordert. Von vornherein sei klar, dass kein ausländischer Staat in die Militärseelsorge hineinwirken dürfe, sagte Rink laut Redemanuskript am Freitag in Lüneburg.

evangelisch.de

Er nannte dabei ausdrücklich den Islam-Verband Ditib, der mit der türkischen Religionsbehörde eng verwoben ist. In der Militärseelsorge wirken dürften auch nicht „Religionsfunktionäre, die vom Geld arabischer Staaten abhängen oder gar die Maximen der Muslimbruderschaft verbreiten“, sagte Rink.

Der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach beim Neujahrsempfang des Johanniterordens von Hannover über die Grundsätze der Militärseelsorge, wie sie die Kirchen seit Jahrzehnten leisten. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen muslimischer Soldaten und allgemein der Muslime in Deutschland wird überlegt, wie auch eine islamische Seelsorge für Soldaten organisiert werden kann. Rink zufolge dienen rund 1.700 Muslime in der Bundeswehr.

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Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle in der Bundeswehr deutlich gestiegen

Symbolbild.
Der Fall des Oberleutnants Franco A. hat eine Debatte um rechtes Gedankengut in der Bundeswehr ausgelöst. Seither prüft der Militärgeheimdienst so viele Meldungen aus der Truppe wie lange nicht.

DER TAGESSPIEGEL

Der Militärgeheimdienst MAD prüft so viele Fälle von Rechtsextremismus in der Bundeswehr wie seit Jahren nicht mehr. 2017 seien 400 neue Verdachtsfälle hinzugekommen, teilte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mit. In den Jahren seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 waren es im Schnitt 300 pro Jahr.

Ein Auslöser war den Angaben zufolge der Fall des rechtsextremen Oberleutnants Franco A.. Im Zuge dessen habe der MAD „einen Anstieg des Meldeaufkommens im Phänomenbereich Rechtsextremismus“ verzeichnet, berichtete ein Sprecher. Der Zuwachs sei „Ausdruck einer gestiegenen Sensibilität hinsichtlich möglicher rechtsextremistischer Verhaltensweisen“. Sechs der 400 Soldaten stufte der Geheimdienst als rechtsextrem ein.

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Bundeswehr: Zahl sexueller Übergriffe in der Truppe hat sich fast verdoppelt

Soldatin der Bundeswehr. ©DPA
In der Bundeswehr sind im vergangenen Jahr 234 Fälle von sexuellen Übergriffen gemeldet worden. Das Verteidigungsministerium erklärt den Anstieg mit einer höheren Sensibilität für das Thema.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In der Bundeswehr sind nach Medieninformationen im vergangenen Jahr 234 Fälle sexueller Belästigung bis hin zur Vergewaltigung gemeldet worden. Das sei ein Anstieg um mehr als 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Darunter seien auch 14 Vergewaltigungen oder Vergewaltigungsversuche gewesen, fast dreimal so viele wie 2016. Damals seien es fünf entsprechende Fälle gewesen.

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Bigotte Kirche: Die Rekrutierung von Jugendlichen für die Bundeswehr war von Anfang an bekannt

Militärbischof und EAK sind besorgt über minderjährige Soldaten bei der Bundeswehr

EKD

In der Bundeswehr wächst die Zahl der Soldaten unter 18. Wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, waren im vergangenen Jahr 2.128 Soldaten bei Dienstantritt noch nicht volljährig, darunter 448 junge Frauen. Die Bundeswehr bildete damit so viele Minderjährige an der Waffe aus wie nie zuvor. Seit Aussetzen der Wehrpflicht ist diese Zahl laut Bundesregierung kontinuierlich gestiegen: Im Jahr 2011 waren 689 Soldaten unter 18, 2016 gab es in den Reihen der Bundeswehr 1.907 Minderjährige. Auch nach dem Absolvieren ihrer sechsmonatigen Probezeit waren demnach im vergangenen Jahr 90 Soldatinnen und Soldaten noch nicht volljährig.

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Die Geschichte Bayerns ist eine Geschichte des Krieges

Votivbild eines bayerischen Soldaten, in Russland gefallen. (Foto: Bayerisches Armeemuseum)
Alleine in den beiden Weltkriegen sind wohl 700 000 bayerische Soldaten umgekommen. Und auch die Jahrhunderte zuvor waren blutig und grausam. Ein Überblick über die großen Schlachten der vergangenen 500 Jahre.

Von Vinzent-Vitus Leitgeb | Süddeutsche Zeitung

Es ging um Religion, Erbfolgen und Nationalgefühle. Es ging um mehr Rechte für Bauern und einfache Leute, um internationalen Einfluss. In den letzten 500 Jahren ist Bayern nie wirklich lange zur Ruhe gekommen. Kriege und ihre schrecklichen Folgen haben das Land und die Leute oft für Jahrzehnte gezeichnet.

Denn Frieden hieß nicht, dass gerade keine Menschen gewaltsam umkamen oder bayerische Soldaten nicht gerade irgendwo kämpften. Noch vor den Türkenkriegen sind kurfürstliche Hilfstruppen beispielsweise in Österreich im Einsatz. 1777 wurden 2400 Mann an England verkauft. Sie mussten sich kurz darauf am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beteiligen. Später waren bayerische Truppen in Griechenland eingesetzt, in den deutschen Kolonialgebieten, sie kämpften im Boxeraufstand. Zudem gab es Volksaufstände und gerade im frühen 16. Jahrhundert weitere kleine Feldzüge.

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