Erdogan bittet Bürgermeister: Baut mir keine Statuen mehr!

Beispiel für eine Erdoganstatue – Sol
Die vielerorts auftauchenden Figuren zu Ehren des Präsidenten seien „gegen unsere Werte“, sagt Erdogan. Nach konservativer Lesart des Islam ist die (plastische) Abbildung von Menschen außerdem nicht erlaubt.

Die Presse.com

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (63) hat die Bürgermeister seines Landes darum gebeten, keine Statuen von ihm mehr errichten zu lassen. „Ich will weder, dass eine Statue von mir aufgestellt wird, noch dass Masken angefertigt oder sonstige Abbildungen dieser Art gemacht werden“, sagte er am Mittwoch vor Bürgermeistern in Ankara.

„Unsere Gemeinden sollen solche Fehler von nun an bitte nicht mehr begehen.“ Er fügte hinzu: „Vor allem ist das gegen unsere Werte.“

Erdogan hatte seine AKP kürzlich zur Bescheidenheit aufgerufen. Nach konservativen Lesarten des Islam ist zudem die plastische Abbildung von Menschen nicht erlaubt, Abbildungen durch Foto und Film wurden im Lauf der Zeiten nicht selten durch religiöse Gutachten erlaubt.

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Französische Kleinstadt muss sich ihrer Marienstatue entledigen

Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Das kleine französische Städtchen Publier muss eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria beseitigen, sonst droht der Gemeinde eine saftige Geldstrafe. Obwohl die Mehrzahl Franzosen katholisch ist, wird extrem viel Wert auf die strikte Trennung von Kirche und Staat gelegt.

FOCUS ONLINE

So ist das Zeigen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit verboten und das bedeutet keine Kreuze in öffentlichen Gebäuden, Lehrer, Schüler und Studenten dürfen keine „auffälligen religiösen Symbole“ wie Kippa, Kopftuch oder gar Habit im Unterricht tragen und in einem öffentlichen Park darf auch keine Heiligenstatue stehen. Wie die britische Nachrichtenseite „Independent“ berichtet, war die umstrittene Figur 2011 nach einigen Kontroversen in einem öffentlichen Park der französischen Gemeinde Publier aufgestellt worden. Später wurde sie von einer religiösen Gruppe gekauft, blieb jedoch an ihrem Platz.

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Flüchtlingsstadt Suruc: Die Odyssee des Bürgermeisters

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Tausende Menschen retteten sich aus dem syrischen Kobani in die türkische Grenzstadt Suruc, als der IS vorrückte. Nun ist der Bürgermeister selbst geflohen – nach Deutschland. In der Türkei gilt er als Verräter.

Von Hasnain Kazim | SpON

Orhan Sansal gilt in der kurdischen Bevölkerung in der Türkei als Volksheld. Jetzt ist er ein Flüchtling. Seit dem 7. November lebt er in Deutschland, an einem geheim gehaltenen Ort. Am Freitagvormittag hat er bei der Polizei vorgesprochen und seinen Fluchtgrund dargelegt.

Sansal, Mitglied der pro-kurdischen Partei HDP, war Bürgermeister der türkischen Stadt Suruc, an der Grenze zu Syrien. Dann wurde er abgesetzt, wie Dutzende andere kurdische Bürgermeister in der Türkei auch. Von der türkischen Regierung wird er angefeindet, weil in Suruc während seiner Amtszeit kurdische Kämpfer medizinisch versorgt wurden, die sich in der syrischen Stadt Kobani im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) Verwundungen zugezogen hatten. Ebenso wird ihm vorgeworfen, dass in Suruc getötete kurdische Kämpfer beerdigt und ein Park nach einem kurdischen Gefallenen benannt wurde. „Dabei haben wir den Verletzten mit Zustimmung des Regierungspräsidiums und mit Wissen der Regierung geholfen“, sagt Sansal SPIEGEL ONLINE. Im Nachhinein werde ihm nun ein Strick daraus gedreht.

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Brasilien: Homophober Pfarrer erobert Rio

© AFP Rios neuer Bürgermeister Marcelo Crivella hält am Sonntagabend in Rio seine Siegesrede.
© AFP Rios neuer Bürgermeister Marcelo Crivella hält am Sonntagabend in Rio seine Siegesrede.
Rio hat einen neuen Bürgermeister. Die Metropole wird künftig von einem tief religiösen Politiker regiert, der mit Attacken gegen Schwule empört. Doch ist die Wahl nicht nur für Homosexuelle ein Rückschlag.
 

Frankfurter Allgemeine

Ein früherer evangelischer Pfarrer und Gospelsänger ist neuer Bürgermeister der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Laut dem vorläufigen Ergebnis setzte sich der Senator Marcelo Crivella (59) von der rechtsgerichteten Republikanischen Partei PRB in einer Stichwahl am Sonntag gegen seinen linken Kontrahenten Marcelo Freixo deutlich durch.

Nach Auszählung von 99 Prozent der gültigen Stimmen lag Crivella mit 59,4 Prozent vor dem Kandidaten der Partei Sozialismus und Freiheit (PSOL), der auf 40,6 Prozent kam. Crivella löst Eduardo Paes von der konservativen Regierungspartei PMDB von Staatschef Michel Temer ab, der das Amt acht Jahre innehatte.

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Frankreich: Widerstand gegen den Burkini wächst

Ungeliebte Bademode: Der Widerstand gegen den Burkini wächst. Foto: AFP
Immer mehr Bürgermeister französischer Badeorte verbieten das Tragen von Burkinis. Nun bekommen sie Unterstützung von Innenminister Valls.
 

Von Axel Veiel | Frankfurter Rundschau

Nicht, dass Daniel Fasquelle am Strand von Touquet schon einmal einer Muslimin im Burkini begegnet wäre. Aber der zu Nicolas Sarkozys konservativen „Republikanern“ zählende Bürgermeister des Nordsee-Badeortes will vorsorglich klarstellen, dass der Ganzkörperschwimmanzug in der Gemeinde „nicht willkommen ist“. Und so ist er dem Beispiel der Kollegen gefolgt, die an der Côte d’Azur (Cannes) oder auf Korsika (Sisco) den Burkini verboten haben und Zuwiderhandlungen mit einer Strafe von 38 Euro ahnden.

Der Beifall des Wählers ist Fasquelle gewiss. Die über das Land hereingebrochene Terrorwelle hat Spuren hinterlassen. Die Franzosen sind dünnhäutig geworden. Der Burkini steht für eine von besonders strenggläubigen Muslimen, aber eben auch von den Terrormilizen des „Islamischen Staates“ verfochtene Gesellschaftsordnung. Die Neigung, zwischen friedfertigen und gewaltbereiten Frommen zu unterscheiden, ist gering. Und so hat sich am Mittwoch auch die sozialistische Regierung auf die Seite der Bürgermeister geschlagen.

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Dummes zum Thema Burkini

Der Burkini am Strand: Ein Politikum. (Foto: AP)
Bürgermeister in Frankreich lassen Frauen nicht mehr im Ganzkörperbadeanzug schwimmen – und wollen damit die öffentliche Ordnung wahren. Das Verbot zeugt aber nur von einem: Islamophobie.
 

Von Leila Al-Serori | Süddeutsche.de

Zwei Bürgermeister an der französischen Riviera haben dieser Tage einen klaren Gegner: zu viel Stoff. Den haben sie vom Strand verbannt – schließlich würden am Mittelmeer andere Werte gelten. Cannes und die Nachbargemeinde Villeneuve-Loubet haben verfügt, dass Frauen keine Burkinis mehr tragen dürfen. David Lisnard, der Bürgermeister von Cannes, erklärte in einem Interview mit Nice-Matin den Burkini zur „Uniform des extremistischen Islamismus „.

Der Burkini wird verboten, um Menschen auszusperren

Ein Burkini ist keine Burka. Diese extremste Form der Verschleierung ist in Frankreich schon seit fünf Jahren verboten. Aus Sicherheitsgründen darf sich im öffentlichen Raum niemand komplett verhüllen. Das Burkini-Verbot lässt sich damit nicht erklären – der Ganzkörperbadeanzug spart das Gesicht aus. Er entspricht eher der Badevariante eines Hidschab, also der meistgetragenen muslimischen Kopfbedeckung.

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Französische Konsulin verkaufte Schlauchboote an Flüchtlinge

Schlauchboote wie dieses vor der griechischen Insel Kos verkaufte die Honorarkonsulin an Flüchtlinge © Bülent Kilic/AFP
Frankreich hat eine Honorarkonsulin entlassen, weil sie in Bodrum Schlauchboote an Flüchtlinge verkaufte. Ihre Rechtfertigung: Viele Behörden in der türkischen Stadt verdienten am Geschäft mit der Not.

stern.de

Das französische Außenministerium hat eine Honorarkonsulin in der Türkei suspendiert, weil sie Schlauchboote an Flüchtlinge verkauft hat. Das erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag in Paris. Eine Reportage des französischen Fernsehsenders France 2 hatte am Freitag enthüllt, dass die Französin in Bodrum Schlauchboote und Schwimmwesten an Flüchtlinge verkaufte. Ihr Geschäft betrieb sie demnach nicht weit von dem Strand, an dem das Foto des ertrunkenen Flüchtlingskindes Alan entstand.

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Italien: „Große Koalition“ der Mafia regierte Rom

Bild: (c) EPA (Giuseppe Giglia)
Jahrzehntelang haben sich Mafia und Politik auf Kosten der italienischen Hauptstadt bereichert: „Beherrscht“ wurde Rom von einem ungleichen Duo, einem rechtsextremen Ex-Terroristen und einem Sozialdemokraten.


Von Paul Kreiner|Die Presse

Starke tausend Seiten soll der Bericht umfassen. Zwischen zwei Verhaftungswellen – die erste im Dezember 2014, die zweite sechs Monate später – haben ihn drei Spezialisten des Innenministeriums erstellt. Nun ist das Werk fertig, bis Oktober muss die Regierung entscheiden. Leitfrage: Ist Rom tatsächlich derart von der Mafia durchseucht, sind dort so viele amtliche Gesetzesbrüche begangen worden, dass Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung entlassen werden müssen und Rom einen Regierungskommissar als Zwangsverwalter braucht?

Für den Ruf der Ewigen Stadt sieht es desaströs aus: Auf die gut 40 Verhaftungen vor einem halben Jahr folgten jetzt 44 weitere. Betroffen sind Kommunalpolitiker sowie politisch verstrickte Unternehmer. Hatten die Fahnder im Dezember das vordem undurchdringliche, rechte oder rechtsextreme Unterholz des früheren Bürgermeisters Gianni Alemanno (2008–13) gelichtet, so trafen sie nun die regierenden Sozialdemokraten. Mirko Coratti zum Beispiel, Ex-Präsident des Gemeinderats, sitzt in Untersuchungshaft, genauso wie der Assessor für Wohnungsbau, Daniele Ozzimo, und – noch schlimmer für die Partei von Premier Matteo Renzi: Aufgedeckt wurde ein Geflecht von persönlichen Interessen, Bestechung, Selbstbedienung und Betrug.

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NRW beschlagnahmt Olper Familienferienstätte für Flüchtlinge

Das Regenbogenland Olpe. Ab Samstag werden hier Flüchtlinge einquartiert.Foto: Josef Schmidt
Sensation im Olper Stadtrat: Bürgermeister Müller informierte darüber, dass schon am Samstag erste Flüchtlinge kommen.


Von Josef Schmidt|WAZ

Olpes Bürgermeister Horst Müller ließ die Bombe im Stadtrat um 17.04 Uhr platzen: Die Familienferienstätte Regenbogenland, so Müller, sei vom Land mit Hilfe einer Ordnungsverfügung sofort beschlagnahmt worden, um bereits ab Samstag dort Flüchtlinge unterzubringen. Müller: „Seit Donnerstagnachmittag ist die Situation eine völlig andere. Wir sind von der Bezirksregierung darüber informiert worden, dass es unvorhersehbare Flüchtlingsströme nach NRW gebe.“ Die Zahlen seien relativ plötzlich explodiert, Unterkünfte in Dortmund und Bielefeld platzten aus den Nähten.

Müller: „Das Land war offenbar gezwungen, spontan zu handeln und hat dann nach dem Ordnungsbehörden-Gesetz reagiert, um die Obdachlosigkeit zu verhindern.“

Alles, was man bisher in Sachen „Regenbogenland“ geplant habe , könne man vergessen. Nach der Ordnungsverfügung, die das Kolpingwerk als Eigentümer des Regenbogenlandes erhalten habe, „sind wir als Stadt ab sofort nicht mehr zuständig.“ Die Zuständigkeit liegt allein beim Land NRW und der Bezirksregierung.“

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Urteil: Bürgermeister darf NPD-Stadtrat Handschlag verweigern

Bild: kea-objektsicherheit.de
Bürgermeister müssen laut einem Gerichtsurteil neuverpflichteten Stadträten etwa aus der rechtsextremen NPD nicht wie sonst üblich die Hand geben. Der in der Thüringer Kommunalordnung vorgesehene Handschlag habe nur symbolischen Charakter – ein Rechtsanspruch darauf bestehe nicht, entschied das Verwaltungsgericht Gera am Mittwoch.


evangelisch.de

Geklagt hatte der Greizer NPD-Stadtrat David Köckert. Er war voriges Jahr zum Stadtrat gewählt worden. Doch bei seiner Verpflichtung in der ersten Sitzung des Kommunalparlaments im Juni verweigerte ihm Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) den Handschlag. „Damit wird ein Mensch degradiert“, monierte Köckert. Sein Anwalt verwies auf die Kommunalordnung: „Die Gemeinderatsmitglieder sind (…) vom Bürgermeister auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten durch Handschlag zu verpflichten.“ Da gebe es keinen Ermessensspielraum, sagte er. Das sah das Gericht anders. Der Handschlag an sich habe für die Verpflichtung keine rechtliche Bedeutung, erklärte der Vorsitzende Richter Bernd Amelung.

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Frieden mit dem Templiner Spaghettimonster

Bild:RBB-Online
Nach zwei Wochen Empörung und Diskussionen um die „Nudelmessen“-Schilder in Templin haben der Bügermeister, das Straßenbauamt und das Oberhaupt der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ eine Einigung erzielt: Der Verein darf seine vier Schilder errichten – jedoch nicht an den Masten der Kirchen.


RBB

Der kirchenkritische Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ darf in Templin Schilder aufstellen, die zur Nudelmesse freitags um 10 Uhr einladen. Darauf einigten sich am Dienstag das selbsternannte Gemeindeoberhaupt in Templin, Rüdiger Waida, und der Templiner Bügermeister Detelef Tabbert im Gespräch mit drei Vertretern des Straßenbauamts.

Allerdings dürfen die Schilder nicht mehr, wie anfangs geschehen, an denselben Masten angebracht werden, an denen die Gottesdienst-Hinweise der Kirchen angebracht sind. Diese würden von den Kirchen finanziert, sagte Bürgermeister Tabbert rbb online. Genauso müsse auch Rüdiger Waida seine eigenen Masten aufstellen – und sich dabei aber an die Vorgaben des Straßenbauamts halten. „Bis das geschehen ist, gewähren wir den Nudelmesse-Schildern Asyl an den Masten, die unsere Stadtpartnerschaften anzeigen“, sagt Tabbert.

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Polen: Schwule, Linke, Atheisten – Überraschungen in den Rathäusern

Robert Biedron // (cc) Lukas Plewnia, polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr
Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Überraschend ist mit Robert Biedron erstmals ein offen schwuler LGBT-Aktivist Oberbürgermeister einer größeren Stadt geworden. In der Geburtsstadt von Papst Johannes Paul II. ist dagegen ein Atheist neuer Chef im Rathaus.


Von Lars Leschewitz|POLEN HEUTE

Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Dabei sind einige Überraschungen zustande gekommen. Ganz oben auf der Liste steht natürlich Robert Biedron (Deine Bewegung, TR). Auch die meisten deutschen Medien haben bereits über den neuen Oberbürgermeister von Slupsk berichtet.

Biedron ist offen homosexuell und seit Jahren ein Vorkämpfer für LGBT-Rechte in Polen. Damit ist seine Wahl im konservativen Polen tatsächlich eine kleine Sensation, auch wenn es längst eine wachsende liberale Bevölkerungsgruppe in Polen gibt. Dank dieser hat Biedron einen engagiert geführten Wahlkampf an der Ostseeküste gewonnen. Dabei hat er sich auch nicht von Beschimpfungen und Übergriffen abhalten lassen, ins Rathaus der 100.000-Einwohner-Stadt einzuziehen. Robert Biedron gilt auch abseits der LGBT-Szene als profilierter und kompetenter Politiker. Sein Mandat im Parlament wird er ruhen lassen müssen.

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Niederlande: „Zwarte Piet“ darf schwarz angemalt sein

Sinterclaas, Zwarte Piet, Bild: wikimedia.org
Viele Städte bringen bunt angemalte Pieten auf die Straße – anstelle des traditionellen „Zwarte Piet“, um den es in den Niederlanden eine Rassismus-Debatte gibt.

Süddeutsche.de

  • Niederlage für die Gegner des „Zwarte Piet“ in den Niederlanden: Das höchste Gericht urteilt, dass die traditionell schwarz angemalte Figur nicht von der Stadt Amsterdam verboten werden darf.
  • Einige Städte haben auf die Rassismus-Debatte um den Helfer des Nikolaus reagiert – und malen die Pieten jetzt bunt an.

Niederlage für Gegner des Zwarte Piet

Im Rassismusstreit um den „Zwarte Piet“ (zu deutsch: schwarzer Peter) in den Niederlanden hat das höchste Verwaltungsgericht des Landes jetzt eine Entscheidung gefällt.

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Die Kopfgeldliste der irren „Reichsbürger“

HP des Gerichtshofs, Screenshot: bb
HP des Gerichtshofs, Screenshot: bb
Von wegen „nur“ Spinner! Ihre Heimat ist das „Deutsche Reich“ in den Grenzen von 1937, die Bundesrepublik existiert für sie nicht. Sogenannte „Reichsbürger“ verweigern offizielle Dokumente, zahlen keine Steuern. Gefährlich ist die rechte Sekte trotz kruder Ideologie laut Verfassungsschützern trotzdem. Jetzt machen sie Jagd auf Berliner – im Internet ist eine Kopfgeldliste aufgetaucht.

Von Marcus Böttcher und Kai Horstmann
Berliner Kurier

Eine Demo im Herbst vor dem Reichstag. Zahlreiche Reichsbürger wollen einen „Gottesdienst“ abhalten. Weil sich die Veranstaltung im Sicherheitsbereich befindet, greift die Berliner Polizei ein, es kommt zu hitzigen Diskussionen.

Jetzt veröffentlichten Reichsbürger auf der Seite „Gerichtshof der Menschen“ mehr als zwei Dutzend Fotos von Polizisten, die an der Aktion beteiligt waren. Die Überschrift lautet „Polizeifiguren Berlin – gewerbsmäßige Bandenkriminalität“. Die rechten Spinner veröffentlichten Dienstgrade und Namen der Beamten, zum Teil Staffelzugehörigkeit und Ausweisnummern.

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Front National: Keine Ausnahmen für Muslime beim Schulkantinenessen

Marine Le Pen 2014, Bild: wikimedia.org
Marine Le Pen erteilt den gewählten Bürgermeistern ihrer Liste erste Anweisungen

Von Thomas PanyTELEPOLIS

An diesem Wochenende übernehmen die zehn gewählten Bürgermeister des Front National ihre Posten. Wie die Zeitung Libération berichtet, haben alle FN-Bürgermeister noch einmal ihr Wahlversprechen in Blogveröffentlichungen betont.

Mit einigem Pathos versprachen sie, in ihrem Amt „die legitime Revolte der Franzosen in Hoffnung zu übersetzen und Marine Le Pen auf lokaler Ebene zu repräsentieren, damit auch in Ihrer Stadt der neue Wind wehen kann“. Dieser richte sich besonders gegen den „communautarisme“ und die „örtliche Günstlingswirtschaft“.

„Communautarisme“ läßt sich im Deutschen nicht deckungsgleich mit „Kommunitarismus“ übersetzen. Der Begriff ist im rechten Milieu Frankreichs eine politischen Kampfvokabel, die vereinfacht gesagt eine „muslimische Parallelgesellschaft“ im Visier hat.

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Ausstellung: „Türcken, Mohren und Tartaren“

Bild: http://www.potsdam-abc.de
Preußen hatte mit dem islamischen Kulturkreis weit mehr Kontakte, als gemeinhin bekannt. Mit der Ausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren“ möchte Dr.Stephan Theilig, der wissenschaftliche Leiter des Brandenburg-Preußen Museums Wustrau, die Beziehungen der zwei Welten beleuchten.

Märkische Online-Zeitung

Integration war im späten 17.Jahrhundert eine recht schlichte Angelegenheit. Als Wien und Ungarn von den Angreifern des Osmanischen Reiches befreit waren, hatten Kriegsgefangene nur eine Möglichkeit, um freie Bürgerrechte zu erhalten: Sie mussten Deutsch lernen, einen Glaubenstest bestehen und sich taufen lassen. In einigen Fällen konnten die eher unfreiwillig Eingebürgerten in Preußen sogar Karriere machen.

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Londons Bürgermeister will radikalen Muslim-Eltern Kinder entziehen

foto: apa/epa/facundo arrizabalaga Immer für einen Sager gut: Londons Bürgermeister Boris Johnson.
Johnson: Gefahr einer Radikalisierung im Elternhaus unterschätzt

derStandard.at

Im Kampf gegen die Radikalisierung muslimischer Jugendlicher schreckt Londons Bürgermeister Boris Johnson auch vor harten Methoden nicht zurück. In einem Beitrag für den „Daily Telegraph“ schlug der konservative Politiker am Montag vor, alle muslimische Kinder in staatliche Obhut zu nehmen, wenn ihre Radikalisierung durch die eigenen Eltern drohe.

Um zu verhindern, dass Minderjährige „potenzielle Mörder oder Selbstmordbomber werden“, sollten sie wie Missbrauchsopfer behandelt und der Obhut ihrer Eltern entzogen werden. Der Staat müsse schon zum Schutz dieser Kinder sowie zum Schutz der Allgemeinheit handeln, forderte Johnson.

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Frankreich: Bürgermeister müssen Homo-Paare trauen

Der Verfassungsrat hat entschieden, dass Bürgermeister Schwule und Lesben beim Zugang zur Ehe nicht diskriminieren dürfen
Bürgermeister dürfen aus nicht aus Abneigung gegen Homo-Paare gleichgeschlechtliche Eheschließungen verweigern, hat das höchste Gericht entschieden.

QUEER.DE

Der französische Verfassungsrat hat am Freitag die Rechte von Schwulen und Lesben gestärkt: Die Höchstrichter des „Conseil constitutionnel“ wiesen eine Klage von konservativen Bürgermeistern zurück, die sich geweigert hatten, homosexuelle Paare wegen deren sexueller Orientierung zu trauen. Diese Regelung sei verfassungskonform, so das Gericht.

Die Bürgermeister, die in Frankreich traditionell Ehen schließen, hatten argumentiert, dass sie in der Lage sein sollten, aus Gewissensgründen die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu verweigern. Sie verwiesen dabei auf die in der Verfassung garantierte Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Argument wiesen die Richter in ihrer fünfseitigen Urteilsbegründung zurück. Das Gesetz entspreche der staatlichen Pflicht der Neutralität. Damit drohen Bürgermeistern, die nur Heterosexuelle trauen wollen, Geld- oder sogar Haftstrafen.

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Katholische Erwachsenbildung: „Schwule sind unnatürliche Konstrukte“

So muss es laut Christa Meves sein- Die Mutter mit ihren Kindern. Foto: Roth

Abstruse Theorien, homophobe Sprüche und ein Veranstalter, der die Anwesenden filmt und fotografiert. Ein Abend mit Christa Meves in Donaustauf.

Von Mathias RothRegensburg digital

Nach einer rassistisch motivierten Unterschriftenliste gegen ein Asylbewerberheim und der geschichtsrevisionistischen Rede von Bürgermeister Jürgen Sommer am Volkstrauertag, war dieses Mal das Katholische Pfarramt St. Michael in Donaustauf Kulisse für veraltete Ideologien.

Zusammen mit der „Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Regensburg“ hatte Pfarrer Erich Renner die „Psychagogin“ Christa Meves zum Vortrag geladen: „SOS – Die Familie retten, heißt Europa bewahren“ lautete die Botschaft, die es zu verbreiten galt.

Für die Wahrheit zahlt man gern mal mehr…

Die konservativen Anhänger von Meves sind zahlreich. Und so füllt sich das Pfarrheim bis auf den letzten Platz. Insgesamt kommen über 120 Menschen, um ihr zu lauschen.

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Polen: Theaterchefin verliert nach Papst-Beleidigung den Job

Ewa Wojciak

Ewa Wojciak, Direktorin des städtischen Theaters des achten Tages in Poznan, soll wegen eines Facebook-Eintrags entlassen werden.

Die Presse.com

200 Künstler, Journalisten und Wissenschaftler haben die Direktorin des städtischen Theaters des achten Tages in Poznan, Ewa Wojciak, verteidigt, die wegen eines kritischen Facebook-Eintrags über Papst Franziskus entlassen werden soll. „Das ist Ausdruck eines totalitären Denkens und eine unberechtigte Einmischung in die Privatsphäre“, heißt es in einem offenen Brief vom Montag, den unter anderem der Dichter Stanislaw Baranczak, der Maler Honza Zamojski und der Philosophieprofessor Jan Hartman unterzeichnet haben.