Konservativer CDU-Flügel will Klimapolitik aufweichen

Bild: Berliner Kreis

Berliner Kreis verlangt Ende der „moralischen Erpressung“ durch Klimaforschung

derStandard.at

Der konservative Berliner Kreis innerhalb der CDU fordert einem Medienbericht zufolge eine Aufweichung der deutschen Klimapolitik. In einer Erklärung verlange die Gruppe ein Ende der „moralischen Erpressung“ durch die Klimaforschung, berichtete die ARD am Samstag. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sei realistisch ohnehin nicht mehr erreichbar.

Die mit dem Schmelzen des Polareises verbundenen Effekte wie eine eisfreie Nordpassage und neue Möglichkeiten für Fischfang und Rohstoffabbau würden aber potenzielle negative Konsequenzen vermutlich überwiegen.

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„Unter Sachsen“: Lokalpolitiker polemisieren gegen Buch

Das Buch „Unter Sachsen“ sammelte Texte von etwa 40 Autoren, die sich mehr oder weniger kritischen an den „sächsischen Verhältnissen“ abarbeiten. Foto: imago
Kann es etwas Schöneres geben für Buchautoren als Geschrei, Wutausbrüche und Menschen, die vor lauter Zorn ihr Gehirn abschalten und dann öffentlich und ungebremst ihr Innerstes preisgeben? Vermutlich nicht.

Von Bermhard Honnigfort | Frankfurter Rundschau

„Danke“, twitterte vor ein paar Tagen der Berliner Journalist Matthias Meisner an die CDU und die AfD in Meißen. Denn sein Buch „Unter Sachsen“, ein Gemeinschaftswerk mit der Publizistin Heike Kleffner, steht vermutlich dank fleißiger Mithilfe örtlicher Wutbürger in der Amazon-Bestsellerliste „Deutsche Regionalgeschichte“ nun weit oben.

Man muss wissen: „Unter Sachsen“ ist eine Textsammlung von etwa 40 Autoren, die sich mehr oder weniger kritisch an den „sächsischen Verhältnissen“ abarbeiten: Pegida, Fremdenhass, rechte Gewalt, Freital, Heidenau, Clausnitz. Die andere Seite kommt aber auch vor: Menschen, die tapfer dagegenhalten, sich um Flüchtlinge kümmern, anstatt herumzuschreien.

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Osten hat Problem mit Rechtsextremismus – Auch im Osten trägt man Westen

Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine Studie der Bundesregierung zum Rechtsextremismus im Osten kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Wissenschaftler aus Göttingen gehen zudem mit der Sachsen-CDU hart ins Gericht. Deren Generalsekretär spricht von pauschalen Vorwürfen.

MiGAZIN

Eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung attestiert einigen Regionen in Ostdeutschland ein großes Problem mit Rechtsextremismus. Zugleich sei Rechtsextremismus nicht ausschließlich ein Ost-West-Problem, sondern auch ein Zentrum-Peripherie-Problem, heißt es in der Untersuchung der Wissenschaftler um den Parteienforscher Franz Walter vom Göttinger Institut für Demokratieforschung, die am Donnerstag von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), in Berlin vorgestellt wurde. Er werde aber befördert durch „Faktoren, die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind“.

Für die Studie mit dem Titel „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland – Ursachen, Hintergründe, regionale Kontextfaktoren“ hatten die Göttinger Wissenschaftler von Mai bis Dezember vergangenen Jahres die sächsischen Städte Freital und Heidenau sowie den Erfurter Stadtteil Herrenberg untersucht. Unter anderem führten sie 40 Einzelinterviews mit Bewohnern, Politikern und Akteuren vor Ort, besuchten Demonstrationen und Bürgerversammlungen und werteten bereits vorhandenes Datenmaterial aus.

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Nordrhein-Westfalen wählt Kohle

Mit CDU und FDP weiter mit der Braunkohle? Tagebau Garzweiler. Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 3.0
Die Energie- und Klimawochenschau: Von Landrechten und Klimaschutz, antarktischen Eisschilden und norddeutschen Küsten

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sieht es so aus, als hätte die Pro-Kohle-Politik vorerst gewonnen. Wenn es zu einer Koalition von CDU und FDP kommen sollte, die mit einer hauchdünnen Mehrheit regieren könnte, dann würde im rheinischen Revier möglichst noch bis 2045 Braunkohle gefördert, während der Ausbau der Windenergie eher eingeschränkt würde.

So liest es sich zumindest aus den Wahlprogrammen der CDU und der FDP. Auch wenn die CDU bis 2045 Braunkohle abbauen möchte, will sie die Entscheidungen der Vorgängerregierung bezüglich Garzweiler II respektieren. 2016 hatte die rot-grüne Landesregierung beschlossen, das geplante Tagebaugebiet zu verkleinern. Die CDU möchte sich laut Wahlprogramm für energieintensive Industrien einsetzen und möchte einen „regionalen Deckel“ für den Windenergieausbau entwickeln.

Der mögliche Koalitionspartner FDP würde laut Wahlprogramm am liebsten das Klimaschutzgesetz außer Kraft setzen, ebenfalls den Ausbau der Windenergie begrenzen und weiterhin den Abbau von Braunkohle als einzigem „nicht subventionierten heimischen Energieträger“ ermöglichen. Klimaschutz solle durch eine Weiterentwicklung des Europäischen Emissionshandels geregelt werden.

Mit anderen Worten: Die FDP bekennt sich klar zur Braunkohle und gegen jeglichen Klimaschutz, da ihr Referenzsystem, der Europäische Emissionshandel nicht andeutungsweise funktioniert. Doch auch im Fall einer großen Koalition würde ein Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen wohl kein Thema sein.

In Bonn laufen derweil noch bis zum 18. Mai die Vorgespräche zur diesjährigen Klimakonferenz, wie wir bereits vergangene Woche berichtet haben. Besprochen wird unter anderem, wie die Beiträge der einzelnen Staaten zum Klimaschutz genau berechnet werden sollen und wie sich die erste Zielerhöhungsrunde von 2018 bis 2020 gestalten soll. Die bisherigen freiwilligen Verpflichtungen der Staaten reichen bestenfalls aus, um die Erderwärmung auf rund 2,8 Grad Celsius zu beschränken.

Sollten die USA aus dem Klimavertrag aussteigen oder ihre Ziele wieder herunterschrauben, wird es sogar noch schlechter aussehen. Eine Nachbesserung ist daher dringend nötig. Wie die Stimmung vor Ort ist und ob sich lokale Ereignisse wie die Landtagswahl darin niederschlagen, wissen wir nicht, allerdings sind Klimaexpertinnen einer jüngsten Untersuchung zufolge skeptisch, was den Erfolg des Pariser Klimaabkommens angeht. Die Befragung der Klimaverhandler und -experten fand allerdings im Sommer 2015, noch vor Abschluss des Vertrages statt. „Überraschendes Ergebnis der Befragung: Über 70 Prozent der Befragten vertrauen überhaupt nicht oder nur eingeschränkt darauf, dass die Mehrheit der Staaten ihre angekündigten nationalen Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen erreichen wird. Immerhin fand fast die Hälfte der Teilnehmer die Konferenzen allgemein nützlich.“

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Union blamiert sich mit Berufung Wendts zum Experten

Fachmann mit Fehlern? Rainer Wendt kämpft mit seiner Besoldungsaffäre. Doch die Union will ihn laut einem Medienbericht als Sachverständigen laden – in der Debatte um einen Beauftragten für Missstände bei der Polizei.

SpON

Der umstrittene Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, ist laut einem Medienbericht von der Unionsfraktion im Bundestag als Sachverständiger berufen worden. Er solle am 29. Mai an einer Anhörung zu einem Gesetzentwurf für einen unabhängigen Polizeibeauftragten teilnehmen, berichtete die „Berliner Zeitung“. Ähnlich wie der Wehrbeauftragte soll der von den Grünen geforderte Beauftragte bei Problemen Ansprechpartner für Bürger und Polizisten sein.

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Peng!-Kollektiv: Echter Waffenhändler freut sich auf falschen Friedenspreis

Der Mitarbeiter von Thyssenkrupp ist echt – der Friedenspreis für den Waffenhändler eher nicht.Foto: promo
Sie trollten die CDU, starteten im Namen von Heckler und Koch eine Rückrufaktion für Waffen, lockten Thyssenkrupp zum „Friedenspreis“ – nun interessiert sich sogar die SPD für das Peng!-Kollektiv.

Von Sidney Gennies | DER TAGESSPIEGEL

Es ist nicht ganz klar, wann er es gemerkt hat. Nur, dass es viel zu spät war. Christian Stuve – blauer Anzug, dunkle Krawatte – betritt den Konferenzsaal eines der feinsten Hotels der Stadt. Alle anderen hier tragen auch Anzug oder Kostüm, es gibt Sekt. Alles wie immer. Nur dass vorne neben dem Podium das Logo einer großen weißen Taube prangt und hier der „Deutsch-französische Preis für Sicherheit und Frieden“ vergeben werden soll. Den Preis gibt es nicht, die anderen Gäste sind Schauspieler. Nur Christian Stuve ist echt. Und er arbeitet für einen deutschen Waffenhersteller. Kurz: er hat hier nichts zu suchen, so oder so.

Christian Stuve ist Senior Vice President Politics and Strategy bei Thyssenkrupp in der Abteilung „Marine Systems“, die unter anderem Kriegsschiffe an Malaysia und Neuseeland verkauft hat und derzeit wegen eines milliardenschweren U-Boot-Deals mit Israel in der Kritik steht.

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Thüringen: CDU fordert Bundesbeauftragten für Abschiebungen

Abflug (Symbolfoto) © MiG
Die CDU in Thüringen fordert einen Bundesbeauftragten „für Asylfragen“. Er soll in den Bundesländern die Umsetzung der bestehenden Abschieberegelungen kontrollieren und Anweisungen erteilen.

MiGAZIN

Die Thüringer CDU fordert eine härtere Gangart des Bundes gegen Bundesländer, die kaum Abschiebungen vornehmen. Dazu sollen „Bundesbeauftragte für Asylfragen“ entsandt werden, sagte der Eisenacher Bundestagsabgeordnete Christian Hirte laut der Ostthüringer Zeitung. Die Beauftragten sollten die Umsetzung des bestehenden Ausländerrechts überprüfen und notfalls Anweisungen erteilen, sagte Hirte, der CDU-Vizeparteichef in Thüringen ist.

„Der Bund hat laut Artikel 84 des Grundgesetzes die Möglichkeit, gegenüber den Bundesländern Maßnahmen zu ergreifen“, betonte der Politiker. Es gebe immense Unterschiede zwischen den Ländern bei der Abschiebung von abgelehnten Asylanwärtern. Aus politischen oder ideologischen Gründen sperrten sich einzelne Länder wie Schleswig-Holstein und Thüringen nahezu völlig gegen Abschiebungen.

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Burka und Nikab? „Jeder Fall einer zu viel“

Niedersachsens CDU macht einen Vorstoß für ein scharfes Burka- und Nikab-Verbot in allen öffentlichen Gebäuden – darunter Schulen, Gerichte und Museen. SPD und Grüne sprechen von einem fiktiven Problem.

Von Ulrich Exner | DIE WELT

Muslimischen Frauen soll das Tragen eines Gesichtsschleiers in den öffentlichen Gebäuden Niedersachsens verboten werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die CDU in den niedersächsischen Landtag eingebracht. Danach sollen Burka und Nikab – ein Schleier, bei dem ein Schlitz die Augen frei hält – aus den Räumen aller Landesbehörden, aus Gerichten, Schulen, Hochschulen, Museen sowie aus Schwimm- und Sporthallen verbannt werden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen lehnten den Vorstoß ab; die FDP signalisierte Unterstützung.

„Die Verhüllung des Gesichts durch das Tragen einer Burka, eines Nikabs oder ähnlicher Kleidungsstücke steht im krassen Gegensatz unserer Kommunikationskultur. Mit dem Gesetzentwurf wollen wir deshalb in allen eindeutig staatlichen Bereichen ein Zeichen gegen die Vollverschleierung setzen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler. Für die Union stehe bei ihrem Verbotsantrag der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

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Konservative starten Initiative für Burkaverbot

Konservativen ein Dorn im Auge: Frau mit Burka Foto: dpa
Die konservative EVP bewertet Vollverschleierung als Sicherheitsrisiko. Die CSU will im Bundestagswahlkampf mit dem Thema punkten.

Von Melanie Reinsch | Frankfurter Rundschau

Auf dem Kongress der Europäischen Volkspartei (EVP) in Malta haben sich Europas Konservative auf eine Resolution geeinigt, die die Vollverschleierung von Frauen an öffentlichen Orten verbieten soll. Darin heißt es, dass Burka und Nikab „aus Sicherheitsgründen verboten“ werden sollen, aber auch weil es bei zwischenmenschlicher Interaktion in Europa dazugehöre, „seinem Gegenüber ins Gesicht blicken zu können“. CDU und CSU sind Mitglieder der EVP, auch die ÖVP aus Österreich gehört dazu.

„Es gehört zu den Gepflogenheiten in Deutschland und Europa, dass Gesicht gezeigt wird. Deshalb ist es eine richtige Initiative, die Vollverschleierung in den einzelnen Ländern zu verbieten. Das muss auf die Agenda für die Bundestagswahl“, sagte Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament und stellvertretender CSU-Parteivorsitzender, der FR.

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SPD – feiges Spiel um die Ehe für alle

Die SPD versprach die Ehe für alle, passiert ist nichts – obwohl die Partei in der Regierung sitzt. Bild: stern.de
CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, doch der eigentliche Verhinderer heißt SPD: Die verspricht seit Jahren „hundert Prozent Gleichstellung“ für Schwule und Lesben, knickt im Bundestag jedoch ein. Ein feiges Spiel.

Von Stefan Mielchen | stern.de

Es geht um einen einzigen Satz im Bürgerlichen Gesetzbuch: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Mit dieser Formulierung wäre die rechtliche Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare besiegelt. Die SPD ist dafür – eine rechnerische Mehrheit im Bundestag vorhanden. Mit etwas Mut könnte die deutsche Sozialdemokratie Geschichte schreiben. Genau hier liegt das Problem: Sie traut sich nicht.

Aktiv verhindert wird die Öffnung der Ehe durch CDU und CSU. Die Union entfernt sich dabei immer weiter von der Lebenswirklichkeit. 83 Prozent der Deutschen befürworten mittlerweile Heirat und volles Adoptionsrecht für Homo-Paare, wie eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Anfang Januar ergab. Das lässt die Konservativen kalt. Der Fortschritt ist zwar eine Schnecke, doch selbst die zieht lässig an Deutschland vorbei. In 14 Ländern Europas ist die Ehe für alle, auch bekannt als Homo-Ehe, inzwischen eingeführt, zuletzt stimmten die Finnen für die vollständige Gleichstellung. Die Bundesrepublik hinkt mächtig hinterher. Angela Merkel müsste das peinlich sein. Doch die Kanzlerin schweigt.

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CDU wirft Islamverband Ditib Volksverhetzung vor

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Ermittelt bald der Generalstaatsanwalt gegen den türkisch-islamischen Verband Ditib? Nach umstrittenen Äußerungen von Ditib-Mitgliedern in Sozialen Netzwerken fordert die CDU massive Konsequenzen.

DIE WELT

Nach den jüngsten Enthüllungen rund um den türkisch-islamischen Verband Ditib fordert die CDU Konsequenzen. Sie will, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Infrage kämen laut Fraktionsvorsitzendem André Trepoll auch Ermittlungen wegen Volksverhetzung. „Wir fordern von der Generalstaatsanwaltschaft, die Vorwürfe zu prüfen“, sagte Trepoll am Donnerstag im Rathaus. Gleichzeitig bekräftigte er die Forderung seiner Fraktion, den Staatsvertrag mit dem umstrittenen Verband auszusetzen.

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Muslime in der CDU: Politischer Islam mit Machtanspruch

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Sie sind jung, sie sind türkischstämmig, sie vertreten einen selbstbewussten Islam, der in der Gesellschaft eine starke Stimme haben will. Und sie sind in der Union. Ihre Initiative ist allerdings umstritten.

Von Lydia Rosenfelder | Frankfurter Allgemeine

Kaum war das Bündnis gegründet, da gab es schon Ärger. Zum Auftaktabend von „Muslime in der Union“ waren etwa dreißig Leute gekommen, CDU-Mitglieder von der Basis. Die Veranstaltung in Köln begann mit dem Gebetsruf. Ein Funktionär aus Bremen stellte das Konzept vor: „Da kommen Menschen zusammen, die sich im konservativen, sunnitischen Islam verorten.“ Eine Christdemokratin mit Kopftuch übermittelte ein „Grußwort“ von Generalsekretär Peter Tauber, der seine Unterstützung zugesagt habe und das Bündnis „klasse“ finde. Die Initiative sei nötig, weil die Armenienresolution des Bundestages das Vertrauen vieler türkischstämmiger Menschen in die deutsche Politik geschwächt habe. Das war im vergangenen Sommer.

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AfD in der Bundesversammlung: Neue demokratische Normalität mit der AfD?

Der Kandidat der AfD, Albrecht Glaser, bekam in der Bundesversammlung 42 Stimmen - darunter mit Sicherheit auch die von Jörg Meuthen und Frauke Petry. Foto: rtr
Der Kandidat der AfD, Albrecht Glaser, bekam in der Bundesversammlung 42 Stimmen – darunter mit Sicherheit auch die von Jörg Meuthen und Frauke Petry. Foto: rtr
Zur Bundesversammlung gehörten auch 35 Vertreter der AfD: Dass auch die Rechtspopulisten im Reichstag mit dabei sind, fällt schon nach kurzer Zeit nicht mehr groß auf.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Es hatte ein wenig Gegrummel gegeben. Denn da zeichnete sich ab, dass die AfD neben elf Freien Wählern und elf Piraten in der Bundesversammlung ganz rechts außen sitzen würde – direkt gegenüber der Regierungsbank. Das aber, so hieß es, sei Teilen der Regierung eher unangenehm: die

vermeintliche Elite und ihre Verächter so dicht an dicht. Überdies schaffe es einen Präzedenzfall für die Zeit nach der Bundestagswahl im September, bei der die selbst ernannte Alternative für Deutschland (AfD) mit großer Sicherheit in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen dürfte und ihren Inszenierungen Tür und Tor geöffnet wäre. Dennoch: Es blieb bei der Sitzordnung.

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Hamburgische Bürgerschaft: Debatte um Islam-Staatsvertrag

Der Staatsvertrag Hamburgs mit den muslimischen Verbänden steht heute im Zentrum einer Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft. Wegen anti-israelischer und anti-christlicher Bekundungen einzelner islamischer Gruppen sowie Geheimdienstvorwürfen gegen die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) fordern FDP und AfD die Kündigung des Vertrags.

NDR.de

Die CDU verlangt eine Aussetzung des Regelwerks allein mit Ditib. Die rot-grüne Koalition lehnt das jedoch ab. Ihre Haltung: Kritik ja, aber keine Kündigung des Vertrags. Diesen aufzulösen würde die Fronten verhärten und den Zusammenhalt in der Gesellschaft schwieriger machen. SPD und Grüne wollen den Senat stattdessen in einem Antrag auffordern, Gespräche mit den kritisierten Verbände aufzunehmen. Angesichts der Vorwürfe soll das gemeinsame Verständnis der in diesen Verträgen niedergelegten gemeinsamen Wertegrundlagen geklärt werden, heißt es.

Eine Jesidin spricht Klartext über die Folgen der Einwanderung

 Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung
Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung „Anne Will“. 2016 erschien ihr Buch „Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen“ Quelle: picture alliance/ZB/Karlheinz Schindler
Düzen Tekkal, Deutsche mit kurdischen Wurzeln, fordert Härte gegenüber dem religiösen Extremismus. Sie ist eine Stimme, die auf Beschwichtigungsformeln verzichtet und trotzdem nicht nach AfD klingt.

Von Thomas Schmoll | DIE WELT

Düzen Tekkal bezeichnet Berlin als „das Herz der Demokratie“ Deutschlands. Am Donnerstagabend weilt sie in einem der Organe, dessen Auftrag es ist, dieses Herz mit am Leben zu halten.

Tekkal – eingeladen von der CDU und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – spricht in einem Saal im dritten Stock des Landesparlamentes. Beinahe zwei Stunden lang legt die 38-Jährige dar, wie die Demokratie vor dem allmählichen oder plötzlichen Herzstillstand bewahrt werden kann. Denn der droht ihrer Meinung nach, wenn der Zustand der Bundesrepublik nicht endlich ehrlich diagnostiziert wird.

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„Taubernuss“: Kubicki verspottet CDU-Generalsekretär

© dpa Wolfgang Kubicki (links) verteidigt seinen Parteichef Christian Lindner.
© dpa Wolfgang Kubicki (links) verteidigt seinen Parteichef Christian Lindner.
Eigentlich würden CDU und FDP nach der Wahl gerne wieder gemeinsam regieren. Nach der großen Liebe klingt es gerade aber nicht zwischen den beiden Parteien.

Frankfurter Allgemeine

FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber für dessen Attacken gegen FDP-Chef Christian Lindner scharf kritisiert. „Mit seinen unverschämten Äußerungen hat sich Herr Tauber als ernstzunehmender Gesprächspartner endgültig disqualifiziert“, erklärte Kubicki am frühen Sonntagmorgen. „Der CDU-Generalsekretär ist und bleibt eine Taubernuss.“

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Lasst uns endlich über Armut sprechen

An folgender Tatsache führt keine Manipulation statistischer Daten, kein parteipolitischer Beschönigungsversuch und kein mediales Ablenkungsmanöver mehr vorbei: Spätestens seit der Jahrtausendwende werden die Reichen hierzulande immer reicher und die Armen immer zahlreicher.

Von Christoph Butterwegge | The European

So bezog das reichste Geschwisterpaar der Bundesrepublik, die beiden Konzernerben Stefan Quandt und Susanne Klatten, im Frühsommer 2016 für das vergangene Jahr eine Rekorddividende von 994,7 Millionen Euro nur aus BMW-Aktien. Nach dem Tod ihrer Eltern Herbert und Johanna Quandt gehört ihnen fast die Hälfte des größten bayerischen Automobilkonzerns. Man muss aber kein genauer Kenner der Vermögensverhältnisse dieser Unternehmerfamilie sein, um zu wissen, dass sie auch die Aktien anderer Firmen, andere Wertpapiere, Grundbesitz, Immobilien und Luxusgegenstände besitzt, von denen selbst Wohlhabende nur träumen können.
Etwa zur selben Zeit, als die Familie Quandt/Klatten ihr selbst für Wohlhabende unvorstellbar riesiges Privatvermögen von über 30 Milliarden Euro weiter gemehrt hatte, gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Armuts(risiko)quote, also der Anteil jener Einwohner, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen, in Deutschland mit 15,7 Prozent den höchsten Wert seit der Vereinigung erreicht hat. Demnach sind 12,8 Millionen Menschen hierzulande arm oder armutsgefährdet. Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben 20,2 Prozent der Einwohner keinerlei finanzielle Rücklagen und 7,4 Prozent sogar mehr Schulden als Vermögen. Über 22 Millionen Menschen, die in der Bundesrepublik leben, haben nichts auf der hohen Kante, sind also bestenfalls eine Kündigung oder eine schwere Krankheit von der Armut entfernt.

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Volker Kauder: „Wir Christen brauchen mehr Selbstbewusstsein“

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)Die B.Z. sprach mit Volker Kauder (CDU) über den Glauben, das Miteinander der Religionen und die weltweite Bedrohung der Religionsfreiheit.

Von Ulrike Ruppel | B.Z.

Er ist nicht nur seit elf Jahren Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag – Volker Kauder (67, CDU) ist auch engagierter Christ. B.Z. sprach mit ihm über den Glauben und die weltweite Bedrohung der Religionsfreiheit.

Herr Kauder, welche Bedeutung hat das Weihnachtsfest in einer Gesellschaft, in er sich immer weniger Menschen zum Christentum bekennen?

Die Weihnachtsbotschaft hat nichts von ihrer Bedeutung verloren. Mit der Geburt Jesu ist Gott Mensch geworden. Er teilt mit uns Freude und Leid und zeigt uns so seine Liebe. Damit verbindet sich die Hoffnung auf Frieden. Liebe und Frieden zu verwirklichen, sollten auch Menschen, die mit dem christlichen Glauben nichts zu tun haben, als Auftrag verstehen.

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Sachsen: Debatte um neue Leitlinien für Sexualkunde an Schulen

CDU: „Familie“ meint heute „jede Lebensgemeinschaft“ mit Kindern – Außer der AfD begrüßten alle Parteien die vom CDU-geführten Kultusministerium erarbeiteten neuen Leitlinien

kath.net

In Sachsen sorgt ein überarbeiteter „Orientierungsrahmen für Familien- und Sexualerziehung an Schulen“ für Diskussionen. Danach soll den Schülern nicht mehr nur das klassische Familienbild von Vater, Mutter, Kind vermittelt werden. Vielmehr meine der Begriff „Familie“ heute „jede Lebensgemeinschaft von einem oder mehreren Erwachsenen mit einem oder mehreren Kindern, für die gesorgt wird“, heißt es in dem Papier. Lehrer sollten beachten, dass es Schüler geben könne, die sich weder eindeutig als Junge noch als Mädchen fühlen und die „in Zukunft durch Homo- oder Bisexualität, Intersexualität, Transgender oder Transsexualität eine Orientierung jenseits gewohnter heterosexueller Normen leben werden“. Die Pädagogen sollten sich deshalb auch mit „abwertenden Meinungen“, etwa dem Begriff „normal“, zurückhalten.

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Ein Beschluss gegen Merkels Willen – und die Türkei

Die Parteiführung wehrte sich gegen den Antrag C28, konnte sich aber nicht durchsetzen.Foto: dpa
Die Parteiführung wehrte sich gegen den Antrag C28, konnte sich aber nicht durchsetzen.Foto: dpa
Die CDU will die erst seit 2014 geltende Regelung zum Doppelpass wieder abschaffen. Das sagt auch viel über den Seelenzustand der Partei aus.

Von Robert Birnbaum | DER TAGESSPIEGEL

Thomas de Maizière hat die Lage richtig erkannt. „In Wahrheit ist es natürlich eine verkappte Türkei-Diskussion, wenn wir ehrlich sind“, sagt der Bundesinnenminister. Das stimmt, macht die Sache für die Parteiführung aber nur noch schwieriger. Diese Sache, die den CDU- Parteitag leise vibrieren lässt, steht in Antrag C28. Die Junge Union will die Optionspflicht im Staatsbürgerrecht wieder eingeführt sehen. Sie würde hier geborene Ausländerkinder zwingen, sich mit der Volljährigkeit zwischen dem deutschen und dem Pass ihrer Vorfahren zu entscheiden. Dass dafür in keiner seriös vorstellbaren Regierungskoalition auch nur die kleinste Chance auf eine Mehrheit bestünde, stört die Antragsteller nicht. Es geht jetzt ums Prinzip.

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