Handy: Was macht die chinesische Überwachungs-App?

Diese chinesische App wird Einreisenden beim Grenzübertritt aus Kirgistan auf dem Handy installiert. © Mareen Meyer/ RUB

Touristen werden ausspioniert: Wer in den Westen Chinas einreisen möchte, bekommt an der Grenze eine App auf sein Handy installiert. Was diese App tut, haben nun deutsche Forscher analysiert. Das Ergebnis: Die App scannt die Kontaktliste, Bilder, Anrufe, Kalendereinträge und Textnachrichten und übermittelt diese Daten in einem Bericht. Dieser enthält auch Informationen über Social-Media-Accounts und Dateien mit „verdächtigem“ Inhalt.

scinexx

Die meisten Handy-Apps sind kleine Spione: Fast drei Viertel von ihnen sammeln Daten über unser Smartphone und unser Nutzungsverhalten und geben diese persönlichen Daten an eigene Server, aber auch Dritte weiter. Immerhin haben wir bei solchen Programmen aber meist selbst die Wahl, ob wir sie auf unserem Handy installieren wollen oder nicht.

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Die Welt schuldet China sechs Billionen Dollar

Themenbild. Bild: brightsblog
Viele Staaten steuern auf eine gefährliche Abhängigkeit von China zu. Laut einer Studie, die dem SPIEGEL vorliegt, schuldet der Rest der Welt der Volksrepublik weit mehr Geld als bisher bekannt. Oft tritt Peking sehr abgebrüht auf.

SpON

Viele Länder sind weit höher bei China verschuldet als bislang bekannt. Das ist nach SPIEGEL-Informationen das Ergebnis einer Studie der Harvard-Professorin Carmen Reinhart sowie der Ökonomen Christoph Trebesch und Sebastian Horn am Kieler Institut für Weltwirtschaft. Demnach liegen die Auslandsforderungen der Volksrepublik um rund 50 Prozent über jenen Werten, die offizielle Statistiken ausweisen.

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„Die Menschen zwingen, für den neuen Staat zu arbeiten“

„Welcome To Hell“-Protest beim G20-Gipfel im Hamburg. Bild: t–h–s / CC BY 2.0

Klaus Schroeder ist Professor an der freien Universität Berlin, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat und hat nun gemeinsam mit Monika Deutz-Schroeder das Buch Der Kampf ist nicht zu Ende – Geschichte und Aktualität linker Gewalt“ verfasst.

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Schroeder, Sie resümieren am Ende Ihres Buches: „In der Bibel erschlägt Gott seinen Bruder Abel, weil Gott dessen Opfer vorzieht. Das Motiv für diese Gewalt könnte man mit ‚Sozialneid‘ charakterisieren. (…). Für linke Gewalt spielt dieser Aspekt bis zum heutigen Tag eine zentrale Rolle.“ Können Sie das ein wenig erläutern?

Klaus Schroeder: Die Linke, nicht nur die aktuell gewaltbereite, mobilisiert, indem sie versucht, potenzielle Sympathisanten gegen Besitzende aufzuhetzen, ungeachtet der individuellen Leistung. Da vielen Linken das Denken in Kategorien von Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft fehlt, gehört der Sozialneid quasi zu ihrem relevanten Handgepäck.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.
Der Antrieb für linke Gewalt in der Bewegungsphase ist die Verunsicherung der herrschenden Eliten und der Versuch, über den revolutionären Kern hinaus weitere Personen in den Kampf miteinzubeziehen. Der Aufruhr, zumeist „Riot“ genannt, soll (wie in Hamburg während der Proteste gegen den G 20-Gipfel) die Staatsmacht, sprich: die Polizei, so unter Druck setzen, dass sie die Kontrolle über Räume und Personen verliert.
Wenn die Linke an die Macht gekommen ist, hat sie, wie die Beispiele Russland, China, Nordkorea und so weiter zeigen, sofort ein diktatorisches Schreckensregime errichtet. Das Bürgertum wurde ausgeplündert, die vorhandenen Ressourcen anders verteilt. Die Privilegierten waren aber nicht die Massen, sondern die ehemaligen Revolutionäre, die sich nach der Revolution als neue Machthaber gerierten.
Das Ziel für revolutionäre Gewalt ist insofern der Umsturz und die Neuverteilung der Ressourcen vermeintlich zugunsten der Unterprivilegierten, tatsächlich aber zugunsten der einstigen Revolutionäre.

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Indien treibt die Militarisierung des Weltraums voran

Mission Shakti: Im März testete Indien eine Antisatellitenrakete und schoss einen Satelliten ab. Screenshot von DRDO-Video

Das Wettrüsten im Weltraum geht ungebremst weiter und längst gefährlich über die Konkurrenz der Großmächste USA, Russland und China hinaus

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Donald Trump hat schnell nach der Ankündigung neuer Wunderwaffen durch Russlands Präsident Putin, darunter Hyperschallraketen, ein atomgetriebener Marschflugkörper mit großer Manövrierbarkeit oder ein von Flugzeugen abgefeuerter Überschall-Marschflugkörper, die Einrichtung eines Weltraumkommandos angeordnet.

Da es bei den angeblich neuen strategischen Waffen Russlands vor allem darum geht, das amerikanische Raketenabwehrsystem auszuhebeln, wurden im Pentagon gleich Pläne erwogen, Abwehrraketen im Weltraum zu stationieren, um im Wettrüsten zwischen Raketenabwehrsystemen und den neuen Hyperschallraketen und -drohnen, die Überlegenheit zu sichern (Pentagon will Raketen im Weltraum stationieren). Die Pläne haben sich weiter konkretisiert: Pentagon plant Raketenabwehr aus dem Weltraum. Das würde aber gigantische Kosten mit sich bringen, erforderlich wären Tausende von auf Umlaufbahnen stationierte Raketen.

Eine auf einer Umlaufbahn um die Erde installiertes defensives und offensives Raketensystem war schon unter dem Schauspielerpräsidenten Ronald Reagan im Kalten Krieg unter dem Titel Strategic Defense Initiative (SDI) begonnen worden. Das ist im Konzept der Brillant Pepples gemündet. 1991 wurde es im Kontext des ersten Irak-Kriegs und nach dem Ende des Kalten Kriegs vom damaligen US-Präsidenten Bush auf ein begrenztes Raketenabwehrsystem reduziert, Bill Clinton ersetzte die Strategic Defense Initiative Organization durch die Ballistic Missile Defense Organization und senkte die Ausgaben, die dann George W. Bush trotz des Kriegs gegen den Terror wieder in die Höhe trieb, aus dem ABM-Vertrag ausstieg, das Raketenabwehrsystem NMD in den USA installierte und mit dem Plan, es auch in Osteuropa aufzubauen, den schon wegen der Osterweiterung schwelenden Konflikt mit Russland eskalieren ließ. Damit war die Bahn zum neuen Wettrüsten bereits gelegt.

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Auch viele Atheisten glauben an „Übernatürliches“

zoe margolis via wikimedia cc by 2.0 Die prominenten britischen Atheisten Ariane Sherine und Richard Dawkins vor einem Londoner Doppeldeckerbus mit einer Botschaft, auf die sich auch Agnostiker einigen können.

Forscher untersuchten „Ungläubige“ in sechs Ländern und förderten dabei überraschende Erkenntnisse zutag

Klaus Taschwer | derStandard.at

Pfingsten naht – und damit jenes Fest, mit dem Katholiken am 50. Tag der Osterzeit die Entsendung des heiligen Geistes feiern. Angehörige des Katholizismus stellen in Österreich nach wie vor die größte Gruppe der Gläubigen. Dahinter folgen aber mittlerweile gut eine Million Menschen ohne Bekenntnis, also Atheisten und Agnostiker, die mit Festen wie Pfingsten – außer dem zusätzlich anfallenden Feiertag – nicht allzu viel anzufangen wissen.

Trotz der großen und weiter wachsenden Gruppe der Nichtgläubigen ist Österreich in Sachen Säkularisierung im internationalen Vergleich eher „konservativ“. Zum Vergleich: In China gaben laut einer Studie aus dem Jahr 2015 nicht weniger als 61 Prozent der Bevölkerung an, Atheisten zu sein. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt freilich meist unklar. Weitgehend geklärt ist bloß der Unterschied zwischen Atheisten und Agnostikern, die bei der Leugnung der Existenz eines Gottes nicht ganz so radikal sind wie Atheisten.

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Handelsstreit mit China: US-Verbraucher müssen Zölle ausbaden

Bild: tagesschau.de

US-Malls sind voll mit chinesischen Produkten. Nun droht US-Präsident Trump China mit weiteren Zöllen. Die Auswirkungen dürften Verbraucher wohl bald zu spüren bekommen.

Von Torsten Teichmann | tagesschau.de

Ein Samstag in einer US-Mall und China ist allgegenwärtig: In den Läden finden sich Schnellkochtöpfe „Made in China“. Genau wie Bohrmaschinen, kleine Heizer, Laptops und Tablets, Kleidung großer Marken, Geldbörsen, Geburtstagskarten, Spielzeug, Roller, Geschirr. Sogar Shampoo importieren die Vereinigten Staaten aus der Volksrepublik.

Professor Phil Levy von der Northwestern University fürchtet, dass Kunden die Folgen des eskalierenden Handelsstreits bald zu spüren bekommen: „Konsumenten werden feststellen, dass der Handel mit China Vorteile für sie hatte. Viele Sachen, die sie kaufen, seien es Klamotten oder preiswerte Küchenartikel, sind erschwinglich, weil sie aus China kommen.“ Wenn darauf Sonderzölle von 25 Prozent fällig werden, könnten das Importeure und Händler nicht länger kompensieren. „Die Kosten gehen an die Konsumenten, die müssen dafür zahlen“, sagte Levy.

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„Das Gejammer der Umweltverbände ist blanker Unsinn“

Porsche Mission E concept car auf der IAA 2015. Das Serienmodel „Taycan“ soll bis zu 680 PS haben und den Wagen von 0 auf 100 km/h in weniger als 3,5 s beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit über 250 km/h liegen. Bild: s.yuki / CC-BY-2.0

Der Verkehrsexperte Winfried Wolf über Elektromobilität als neuen Hype, Enteignungen der Autokonzerne und die Alternative einer „umweltverrträglichen Stadtmobilität“

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Zu Teil 1: „Neuer Reform-Furz“

Winfried Wolf kritisiert in seinem Buch „Mit dem Elektroauto in die Sackgasse“ die Fixierung auf das Elektroauto zur Behebung der Klimaerwärmung.

Herr Wolf, was hat China mit dem E-Auto-Boom zu tun?

Winfried Wolf: Man kann die Euphorie über Elektromobilität nur verstehen, wenn man die weltweite Situation des Kapitalismus im Allgemeinen und die der Weltautoindustrie untersucht. China ist die absolut entscheidende aufsteigende Wirtschaftsmacht. Das Land hat es in so gut wie allen Industrie- und Dienstleistungssektoren geschafft, an die Spitze der jeweiligen Branche vorzustoßen: mit Lenovo im PC-Bereich, mit Huawei im Bereich Telekommunikation und Smartphones, mit kuka im Bereich Robotorisierung und Automatisierung, im Bereich Hochgeschwindigkeitszüge mit CRRC.
Nur ausgerechnet im Bereich der Autoindustrie gibt es China faktisch nicht. Es gibt keinen einzigen großen chinesischen Autokonzern, der an der Spitze der Weltautobranche mitmischen würde. Geely mit Volvo (und Proton) ist da immer noch ein Nischenanbieter. Doch die Autoindustrie ist nun mal seit rund hundert Jahren die Schlüsselindustrie des Weltkapitalismus. Das sieht auch die chinesische Partei- und Staatsführung so. Sie identifizierte 2017 den Sektor der „New Energy Vehicles“ (NEV) als „eine von zehn Industrien, in der China einen nationalen Champion, der auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig ist, schaffen will“1. Deshalb gilt in China seit dem 1. Januar dieses Jahres die Quote. Nicht die Frauen-, aber die Autoquote: 10 Prozent aller Pkw, die in China gebaut, verkauft oder importiert werden, müssen Elektroautos sein (oder Brennstoffzellen-Pkw oder Hybrid-Pkw, also solche mit Verbrenner- und E-Motoren). Ab 1.1.2019 sind es 12 Prozent. Später wird die Quote noch höher liegen.
Die ganz großen US-amerikanischen, japanischen und deutschen Autohersteller schaffen diese Quote zunächst nicht. VW zum Beispiel müsste 2019 rund 400.000 Elektro-Autos in China auf den Markt bringen – 10 Prozent des gesamten Absatzes. Das ist aktuell technisch noch nicht machbar. Macht nichts, sagt die chinesische Führung. Das ist wie im Mittelalter beim Ablaßhandel; es gilt Johann Tetzel: „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“. Die Autokonzerne können sich zunächst mit „credits“ freikaufen – hunderte Millionen US-Dollar an Strafgeldern, die an die chinesische Konkurrenz zu zahlen sind.

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Globale Rüstungsausgaben auf höchstem Stand seit 30 Jahren

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB

  • Laut des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri sind die globalen Rüstungsausgaben auf dem höchsten Stand seit 1988.
  • Auch Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben um 1,8 Prozent.
  • Unangefochtene Spitzenreiter bleiben China und die USA.

Süddeutsche Zeitung

Weltweit stiegen die Militärausgaben 2018 um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit. Mit insgesamt 1,64 Billionen Euro sind die weltweiten Militärausgaben damit auf dem höchsten Stand seit 1988.

Am meisten gaben dem Bericht zufolge die USA, China, Saudi Arabien, Indien und Frankreich aus. Die Rüstungsausgaben dieser fünf Länder zusammen machen 60 Prozent des Gesamtbetrages aus. Die Ausgaben der USA für ihren Verteidigungshaushalt stiegen erstmalig seit 2010, während China zum 24. Mal in Folge mehr für seine Rüstung ausgab als im Vorjahr. Die Rüstungsausgaben weltweit belaufen sich auf 2,1 Prozent des globalen Bruttoinlandproduktes. Umgerechnet auf die Weltbevölkerung sind das 214 Euro pro Person.

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US-Forscher distanziert sich von Studie mit Menschen-Genen in Affen

(Bild: Ms. Tech; Evolution: Wikimedia commons)

Chinesische Wissenschaftler wollen Makaken intelligenter gemacht haben. Unterstützt wurden sie von einem US-Kollegen – der sich jetzt kritisch äußert.

Sascha Mattke | heise online

Ende März meldeten chinesische Wissenschaftler, mehrere Makaken mit einem menschlichen Gen modifiziert zu haben, das mit Intelligenz in Zusammenhang gebracht wird. Nach ihren Messungen schnitten die Tiere bei Tests des Kurzzeitgedächtnisses besser ab als unveränderte Artgenossen, schrieben sie. Einer der Co-Autoren der Studie hat sich jetzt jedoch von den Versuchen distanziert: Er habe darüber nachgedacht, seinen Namen aus dem Fachaufsatz streichen zu lassen, der im Übrigen im Westen keinen Verlag gefunden habe, sagt Martin Styner, ein Informatiker an der University of California. Das berichtet Technology Review online in „Schlaue Affen durch menschliche Gene?“.

„Es gibt viele Aspekte in der Studie, die in den USA nicht möglich wären“, sagt Styner. „Sie wirft Fragen über die Art der Forschung und ob die Tiere angemessen versorgt wurden auf.“ Nach dem, was er gesehen hat, sieht Stymer weiterer Evolutionsforschung an transgenen Affen nicht unbedingt freudig entgegen. „Ich denke nicht, dass das eine gute Richtung ist“, sagt er. „Jetzt haben wir dieses Tier geschaffen, das anders ist, als es sein sollte. Wenn wir Experimente machen, müssen wir vorher genau wissen, was wir dadurch erfahren wollen, um der Gesellschaft zu helfen, und das ist hier nicht der Fall.“

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Wie kommt deutscher Plastikabfall in den Pazifik?

Foto: Reyclind. Lizenz: Pixabay

Die Weltmeere sind voll mit Plastikabfall in unterschiedlichen Fraktionen

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Da war doch die Freude groß, als im Zusammenhang mit den Funden von Kunststoffresten in den Weltmeeren offensichtlich die Pazifik-Anrainer für die Vermüllung ihres Ozeans verantwortlich gemacht werden konnten. Chinesen sowie die Einwohner Süd- und Südostasiens sollten dafür verantwortlich sein. Aus Deutschland könnte der Müll nicht stammen.

Da stellt sich die Frage, wo der deutschen Kunststoff-Abfall denn hin geht? Bis in den Gelben Sack und bis zum kommunalen Wertstoffhof scheint der Weg des Kunststoffabfalls noch nachvollziehbar zu sein. Doch bald darauf verlieren sich die Spuren. Da wird nichts mehr dokumentiert oder getracked.

Die Verfolgung der Kunststoff-Fraktion aus dem Recycling zählt weder zu den Aufgaben der Zentralen Stelle Verpackungsregister noch zu den Aufgaben der Stiftung ear.

Nach Aussage des Umweltbundesamtes gilt: Die „Verbringung von Abfällen ist in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 (VVA) geregelt. Der Export von Abfällen nach China und Südostasien ist nur für ungefährliche, sogenannte ‚grüne Abfälle‘ erlaubt. Die ungefährlichen Abfälle sind in den Anhängen III oder IIIA der VVA gelistet, Kunststoffabfälle werden dort unter dem Code B3010 geführt. Diese Abfälle dürfen auch nur mit dem Zweck der Verwertung (stofflich oder energetisch) ausgeführt werden, nicht zur Beseitigung. Es besteht keine Pflicht, diese Abfälle vorab zu notifizieren und den Export genehmigen zu lassen, was die statistische Dokumentierbarkeit an dieser Stelle erschwert.“

Und so steht in der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 nur:

Im Fall von Verbringungen von zur Verwertung bestimmten Abfällen, die in den Anhängen III, IIIA oder IIIB aufgeführt sind, ist es zweckmäßig, ein Mindestmaß an Überwachung und Kontrolle sicherzustellen, indem vorgeschrieben wird, dass bei solchen Verbringungen bestimmte Informationen mitzuführen sind.

Die grenzüberschreitende Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes nennt für Kunststoffabfälle (Zoll-Code 3915) für das Jahr 2017 Exporte in der Höhe von insgesamt 1.218.349,4 Tonnen, wovon 1.027.768,9 Tonnen nach China, einschließlich Hongkong und Macao gingen und 410.950,1 Tonnen nach Asien (inkl. Nahost und Ozeanien) gingen.

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In zwölf Ländern wurden deutlich mehr Buben als Mädchen geboren

Unter natürlichen Umständen werden immer etwas mehr Buben als Mädchen geboren. (Bild: Mgeejnr/Pixabay)

Bei der Geburt treten in manchen Ländern Abweichungen von der natürlichen Geschlechterverteilung auf. Eine Auswertung von Datenbanken liefert Hinweise.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Geburt liegt das Zahlenverhältnis zwischen Buben und Mädchen natürlicherweise bei 1,05. So steht es in den Lehrbüchern. Ein Team um Leontine Alkema von der University of Massachusetts in Amherst hat jetzt allerdings mit einer neuen statistischen Methode regionale Abweichungen von dem Durchschnittswert gefunden. Ausserdem identifizierten die Forscher zwölf Länder, in denen die Geschlechterverteilung erkennbar zugunsten der Buben verschoben war. Diese Verschiebung kommt in der Regel durch selektive Abtreibungen zustande, wenn männliche Nachkommenschaft bevorzugt wird.

Die Forscher werteten für ihre Studie Informationen aus Geburtenregistern und anderen Datenquellen von 202 Ländern aus. Dabei berücksichtigten sie Daten aus den Jahren 1950 bis 2017. In den «Proceedings of the National Academy of Sciences» haben die Wissenschafter ihre Resultate präsentiert.

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Amnesty-Jahresbericht zur Todestrafe: Zahl der Hinrichtungen sinkt

Hinrichtungsraum in den USA © Kiichiro Sato (dpa)

Die Anzahl der weltweiten Hinrichtungen geht laut einem Bericht von Amnesty International zurück. 2018 seien mindestens 690 Menschen in mindestens 20 Ländern exekutiert worden, teilte die Menschenrechtsorganisation mit.

DOMRADIO.DE

Demnach sind im vergangenen Jahr 303 Menschen weniger hingerichtet worden als 2017. „Der Rückgang der weltweit dokumentierten Hinrichtungen gibt die Richtung vor: 142 Staaten wenden die Todesstrafe heute nicht mehr an, 1987 waren es nur 69 – das ist eine wichtige Entwicklung zu einer Welt ohne Hinrichtungen“, sagte der deutsche Generalsekretär von Amnesty International, Markus N. Beeko.

In mindestens 20 Staaten seien im vergangenen Jahr aber noch Menschen exekutiert worden – 2017 waren es demnach noch 3 Länder mehr.

China führt die Liste an

Schätzungen von Amnesty International zufolge wurden in China 2018 tausende Menschen hingerichtet – das Land bleibt damit auf Platz eins der Liste mit den meisten Hinrichtungen.

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Der Energiebedarf kennt keine Grenzen

Kohlekraftwerke sind immer noch eine Hauptquelle der weltweiten CO2-Emissionen. (Bild: Keystone/KPA)

Laut der Internationalen Energieagentur hat der weltweite Energieverbrauch 2018 so stark zugenommen wie seit 2010 nicht mehr. Gedeckt wurde der Mehrbedarf vor allem durch fossile Energieträger – mit entsprechenden Folgen für die CO2-Emissionen.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Die internationalen Bemühungen, den Klimawandel zu bremsen, haben einen Dämpfer erhalten. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Paris bekanntgegeben hat, ist der weltweite Energieverbrauch im letzten Jahr um 2,3 Prozent gestiegen. Das sei die stärkste Zunahme in der vergangenen Dekade, heisst es in einer Pressemitteilung der IEA. Als Folge davon seien die energiebedingten CO2-Emissionen um 1,7 Prozent auf nunmehr 33,1 Milliarden Tonnen gewachsen.

Eine der treibenden Kräfte hinter dem steigenden Energieverbrauch ist laut der IEA die robuste Weltwirtschaft, die im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent gewachsen ist. Damit ist das Wirtschaftswachstum stärker ausgefallen als in der Vergleichsperiode seit 2010. Aber auch das Wetter hat eine Rolle gespielt.

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Die Welt wird unsicherer – die Ära der Rüstungskontrolle geht zu Ende

Der Vizepräsident der USA, Mike Pence, nahm ebenfalls an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. (Bild: Imago)

Das dichte Netz der atomaren Abrüstungsverträge zerfällt gerade. Den USA, Russland und China ist das ziemlich egal. Nur die Europäer machen sich Sorgen, aber sie sind machtlos, wie die Münchner Sicherheitskonferenz zeigt.

Eric Gujer | Neue Zürcher Zeitung

Jedes Jahr beugt sich die Münchner Sicherheitskonferenz sorgenvoll über einen Patienten, der der diplomatischen Therapie bedarf. In der Vergangenheit waren dies Ägypten nach dem Arabischen Frühling, die Ukraine oder Amerika in den Zeiten eines unberechenbaren Oberbefehlshabers. Diesmal war der Patient Europa selbst – als Sicherheitsraum oder besser: als Unsicherheitsraum. Denn Russland ist bald in einer Position, in der es den alten Kontinent nuklear erpressen kann.

Ein Szenario illustriert die mögliche Bedrohung. Russland besetzt die drei baltischen Staaten mit der Begründung, dass diese früher einmal zur Sowjetunion gehörten. Die Nato muss dies hinnehmen wie 2014 die Annexion der ebenfalls einst sowjetischen Krim. Denn Moskau richtet seine Atomraketen auf Westeuropa, ohne dass die Europäer dem etwas entgegensetzen könnten. Das Beispiel ist zum Glück nicht sehr wahrscheinlich, aber es enthält einen höchst aktuellen und durchaus realen Kern.

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USA: Angst vor chinesischen Schienenfahrzeugen

Chicago kauft bei dem chineischen Hersteller CSR Sifang America JV von CRRC 400 Schienenfahrzeuge. Bild: Chicago Transit Authority

Die wegen ihres Preises beliebten Schienenfahrzeuge und Busse aus China könnten zum Lauschen dienen, in den USA boomt die Rüstungsindustrie, einen Hersteller für Schienenfahrzeuge gibt es nicht mehr

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Anfang Januar erschien ein Artikel in der Washington Post, der warnte, dass chinesische Wagen für Metro, das U-Bahn-System von Washington, D.C., verwanzt sein könnten. Möglich wäre es, dass die Überwachungskameras Bilder nach China schicken oder Gespräche von versteckten Mikrofonen aufgenommen würden. Und dann könnten vielleicht durch eine Sicherheitslücke, die in China in die Steuerungssoftware hineingeraten ist, ausländische Geheimdienste oder Terroristen den Zug hacken und einen Unfall verursachen.

Was die eigenen Geheimdienste vermutlich auch machen oder anstreben, wie aus den Snowden-Leaks deutlich wurde, wird vor allem gegenüber China seit Jahren immer wieder als Bedrohung geschildert, also dass chinesische Geheimdienste in Software chinesischer Geräte Hintertüren einbauen könnten, um zur Spionage Daten abzusaugen oder im Bedarfsfall Hard- und Software zu manipulieren. Der Staat könne, so die Argumentation, Tech-Firmen zwingen, Informationen zu übergeben oder Zugang zu Kommunikationsdaten und Techniken zu schaffen.

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Bibelfundamentalisten wollen Schutz der Religionsfreiheit in China forcieren – Gute Reise

Die Deutsche Evangelische Allianz fordert einen Abschiebestopp für christliche Flüchtlinge in Staaten, die Christen verfolgen.

evangelisch.de

Die Außenpolitik Deutschlands müsse das Thema Religionsfreiheit zu einem Hauptthema in den politischen Kontakten machen, erklärte die biblisch-orientierte Glaubensbewegung mit Sitz im thüringischen Bad Blankenburg anlässlich des in der vergangenen Woche veröffentlichten „Weltverfolgungsindex“ von Open Doors. Die Verfolgung von Christen sei „eine nicht hinnehmbare Menschenrechtsverletzung, die thematisiert werden muss, auch im Bereich zwischenstaatlicher Hilfen“.

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Neuer Pflanzenwirkstoff gegen Krebs? Naturstoff aus chinesischen Nadelbäumen könnte als Vorbild für Antikrebsmittel dienen

In vielen Pflanzen stecken Wirkstoffe, die gegen Krankheiten wie Krebs helfen könnten. © JoZtar/ istock

Vielversprechender Naturstoff: Forscher haben in Nadelbäumen aus China ein potenzielles Antikrebsmittel entdeckt. Das Molekül hemmt unter anderem ein Protein, das bei vielen Krebsarten für die Tumorbildung eine wichtige Rolle spielt. Bestätigen sich die Ergebnisse, hätten die Wissenschaftler gewissermaßen in letzter Sekunde ein Vorbild für neue Wirkstoffe ausgemacht – denn von den Bäumen gibt es weltweit nur noch drei Exemplare.

scinexx

Die „Apotheke der Natur“ hat einiges zu bieten: Immer wieder stoßen Wissenschaftler auf potente Wirkstoffe in Pflanzen, die gegen Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Krebs helfen und als Vorbild für neue Medikamente dienen könnten. Wie viele potenzielle Heilmittel sich noch unentdeckt in Regenwäldern und Co verstecken, weiß niemand. Klar scheint aber: In vielen Fällen könnten die Medizinpflanzen ausgestorben sein, bevor sie jemals erforscht wurden.

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Russland und China haben die Ionosphäre mit Radiowellen erhitzt

Anntennen der amerikanischen Anlage HAARP zur Ionosphären-Forschung. Bild: DoD

Die Experimente dienen vermutlich militärischen Zwecken, China errichtet eine Hochfrequenzanlage wie das amerikanische HAARP am Südchinesischen Meer

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das amerikanische HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program) in Alaska hat immer wieder Misstrauen erregt. Mit der einst militärischen, jetzt zivilen Kurzwellenanlage mit 180 Sendern und einer Leistung von 5,1 Gigawatt wird erkundet, wie mit Radiowellen die Ionosphäre, d.h. die Elektronen und Ionen, ab 60 km über der Erdoberfläche untersucht und beeinflusst werden kann. Verdächtigt wurde, dass mit HAARP, das seit 2014 von der University of Alaska betrieben wird, das Wetter oder gar die Gehirne der Menschen manipuliert werden können. Darüber gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien. Militärisch interessant ist die Ionosphäre, weil dort Funkwellen reflektiert werden.

Jetzt berichtet SCMP, dass Russland und China mit Radiowellen einen Teil der Ionosphäre aufgeheizt hätten, um vermutlich eine Technik für eine mögliche militärische Anwendung zu testen. Es seien in diesem Jahr 5 Experimente von Wissenschaftlern beider Länder durchgeführt worden. Beispielsweise sei bei einem Experiment eine großflächige Veränderung in der Höhe von 500 km über der russischen Stadt Vasilsursk auf einem Gebiet von 126.000 Quadratkilometern ausgelöst worden. Dabei seien negativ geladene subatomare Teilchen zehnmal stärker als in der Umgebung angeregt worden. In einem anderen Experiment der 1981 in Betrieb gegangenen russischen Anlage Sura wurde durch das Hochjagen von Elektronen mit bis zu 260 MW über die Mikrowellenantennen angeblich das ionisierte Gas in großer Höhe um 100 Grad Celsius erhitzt.

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China bricht zur Rückseite des Mondes auf

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord auf die Rückseite des Mondes zu schicken. (Bild: Reuters / China Stringer)

Das Landemodul verfügt über einen Empfänger für niedrige Radiofrequenzen. Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne. Zudem hat die Mondsonde «Chang’e 4» Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Neue Zürcher Zeitung

China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen. Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord in Richtung des Erdtrabanten zu schicken.

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Trump: Die US-Militärausgaben sind „verrückt“ hoch

Bild. DoD

Der US-Präsident verursacht Unruhe, weil er den Pentagon-Haushalt senken und mit China und Russland sprechen will, um den Rüstungswettlauf zu stoppen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Interessant ist, dass Donald Trump, der mit Amerika auch das US-Militär wieder groß machen wollte, nach der Erhöhung des Rüstungsetats um mehr als 10 Prozent, nun schon wieder auf die Bremse treten will. Die Militärausgaben der USA in Höhe von 716 Milliarden US-Dollar, die er mit auf den Weg gebracht und gebilligt hatte, seien „verrückt“, schrieb er am Montag in einem Tweet.

Das scheint eine Kehrtwende zu sein und ist auch deswegen verwunderlich, weil Trump nicht nur die mächtigste Streitmacht der Welt haben, sondern auch die Truppenstärke erhöhen, mehr schwere Waffensysteme anschaffen und die Modernisierung der Atomwaffen vorantreiben wollte. Und just in dem Moment, in dem die USA aus dem INF-Vertrag aussteigen will, weil angeblich Russland diesen verletzt, schreibt der US-Präsident, dass er sicher sei, irgendwann in der Zukunft mit Präsident Xi und Präsident Putin zusammenzukommen, um zu beginnen, den Rüstungswettlauf zu stoppen, der unkontrollierbar geworden sei. 2016 hatte er noch gesagt, dass ein Rüstungswettlauf kommen könne, die USA würden ihn gewinnen.

Eigentlich ist diese Äußerung unerhört. Zwar hatte Barack Obama einmal angekündigt, für eine atomwaffenfreie Welt eintreten zu wollen. Auf die Ankündigung ist das Gegenteil erfolgt, nämlich der Plan, die Atomwaffen zu modernisieren und den Raketenabwehrschild an der Grenze zu Russland weiter auszubauen. Dazu wurde der Konflikt mit Russland wegen der Ukraine und dann Syrien weiter eskaliert, also der Rüstungswettlauf forciert. Bislang haben sich die USA auch vielen Bemühungen und Vorschlägen widersetzt, Rüstungskontrollabkommen abzuschließen. Das war etwa so bei biologischen Waffen, aber auch im Weltraum oder im Cyberspace. George W. Bush kündigt das ABM-Abkommen, um das Raketenabwehrsystem gegen Russland aufzubauen, das Moskau verdächtigt, das INF-Abkommen zu verletzen, und als Zwang gesehen hat, seinerseits sein Raketen- und Atomwaffenarsenal zu modernisieren.

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