Bielefeldt: Religionsfreiheit über Glaubensgrenzen hinaus verteidigen

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Ob Christen, Juden, Muslime oder Nicht-Gläubige: Geht es nach Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt, sollten sie alle gemeinsam für die Religionsfreiheit eintreten – auch wenn das zur Bewährungsprobe werden kann.

katholisch.de

Der Erlanger Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt (61) hat für mehr Dialogprojekte zwischen Vertretern „ganz unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen“ geworben. Dies könne dazu beitragen, die Bedeutung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit deutlich zu machen, sagte Bielefeldt am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Berlin.

Die Religionsfreiheit habe dann ihre Bewährungsprobe, wenn sie von Menschen verteidigt werde, „die sich sonst inhaltlich nicht verstehen“, betonte der frühere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2010-2016). Als Vorbild nannte er ein Dialogprojekt von Mormonen und Atheisten in den USA.

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Gotteswahn: Netflix-Boykott weitet sich aus— Christen in England stornieren Abos

Jetzt haben auch in England Christen und Pro-Life-Gruppen dazu aufgerufen, den Videostreamer zu boykottieren.

kath.net

Der Boykott von Netflix weitet sich aus. Jetzt haben auch in England Christen und Pro-Life-Gruppen dazu aufgerufen, den Videostreamer zu boykottieren. Eine Petition wurde bereits von tausenden Menschen unterzeichnet. Clare McCarthy, die Sprecherin von „Right to Life UK“ erklärte gegenüber Medien: „Ich und viele andere haben heute unser Netflix-Abo storniert. Wir können keine Firma unterstützen, die aktiv Abtreibung fördert.“ Netflix hatte nach der Einführung eines Pro-Life-Gesetzes in George den US-Bundesstaat unter Druck gesetzt und mit Boykott von Filmproduktionen gedroht. In den USA haben Christen daraufhin mit einem Boykottaufruf von Netflix geantwortet, kath.net hat berichtet.

Vatikan und Bundesregierung arbeiten bei Religionsfreiheit zusammen—“Gemeinsame Sorge um die Christen“

Sowohl der Vatikan als auch die Bundesregierung sorgen sich um die Lage der Christen auf der ganzen Welt, sagt Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit. Von einer engeren Zusammenarbeit könnten beide Seiten profitieren.

DOMRADIO.DE

Der Beauftragte der Bundesregierung für die weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), war am Mittwoch zu Gast im Vatikan. Er führte dort Arbeitsgespräche mit dem vatikanischen Staatssekretariat und der Kongregation für die Ostkirchen. Während der Generalaudienz auf dem Petersplatz kam es auch zu einem kurzen Treffen mit Papst Franziskus.

DOMRADIO.DE: Wenn ich über das Thema Religionsfreiheit nachdenke, dann kommen mir Länder wie Syrien, der Irak und Afghanistan in den Kopf. Das letzte, woran ich denken würde, sind der Vatikan und die katholische Kirche. Warum passt das trotzdem zusammen?

Markus Grübel (Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit): Weil Religionsfreiheit für die katholische Kirche ein wichtiges Anliegen ist. Der Papst und die katholische Kirche sind gut vernetzt sind in der Welt. Darum haben sie auch gute Informationen über die Lage der Menschenrechte und der Religionsfreiheit in den verschiedenen Ländern.

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Religiotie – Trump: Gebet ist ‚das Mächtigste das es gibt’

Bild: FB
Anlässlich des nationalen Gebetstages begrüßte der US-Präsident ungefähr 100 Vertreter von Glaubensgemeinschaften im Weißen Haus. Er bekannte sich erneut zum Schutz der Religionsfreiheit.

kath.net

„Amerika glaubt an die Kraft des Gebetes“, sagte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung am Vorabend des Nationalen Gebetstages. „Es ist das Mächtigste das es gibt.“

Trump sprach am Abend des 1. Mai vor etwa 100 Vertretern von Glaubensgemeinschaften und Mitgliedern seiner Regierung im Bankettsaal des Weißen Hauses. Unter den Gästen waren Christen, Moslems, Juden, Sikhs und Hindus.

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Seyran Ateş kämpft für einen liberalen Islam und wird bedroht: Es geht nur um Macht

In keiner Moschee konnte Seyran Ateş bisher ihren Glauben frei und selbstbestimmt praktizieren. Also gründete sie einfach selbst eine und erhält dafür jeden Tag Morddrohungen. Ihren Mut verliert sie deshalb noch lange nicht, im Gegenteil: Sie kämpft umso entschlossener für einen liberalen Islam.

Von Nadine Pungs | hpd.de

Männer im Anzug und mit Knopf im Ohr geleiten sie zur Bühne. Sie trägt Rot, eine Farbe wie ein Ausrufezeichen, und was sie sagt, empfinden ihre Gegner als Affront. Rechtsradikale und muslimische Fundamentalisten wünschen ihr gleichermaßen Vergewaltiger und Teufel an die Gurgel. Dabei verlangt Seyran Ateş gar nicht viel; nur Mündigkeit. So wie es bereits Immanuel Kant und Theodor W. Adorno getan haben. Ihren Vortrag in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede beginnt sie daher mit einem Zitat, das zwar schon ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat und doch aktuell wie nie daherkommt. Adorno sagte einst: „Die Forderung zur Mündigkeit scheint in einer Demokratie selbstverständlich.“ Dies sei ein Kernsatz, verdeutlicht Ateş, denn ohne Mündigkeit gebe es keine Aufklärung. Und für aufgeklärte Muslime sei der Islam mit der Demokratie vereinbar, die Trennung von Staat und Religion gehöre anstandslos dazu. Spiritualität und Aufklärung müssen sich nicht widersprechen. Ist der Islam etwa doch reformierbar?

Keine Solidarität von links

Seyran Ateş ist gläubige Muslimin. „Spiritualität hilft mir im Leben“, erklärt sie. Und dennoch – oder gerade deswegen – betrachtet sie den Koran und die Hadithen kritisch. Der historische Kontext sollte stets berücksichtigt werden, das gelte ja auch für die Bibel. „Ich stelle mir immer die Frage, welchen Zweck hatte eine Sure im 7. Jahrhundert und welchen Zweck erfüllt sie heute. Es gibt Dinge, die muss man in der Vergangenheit lassen.“ Wer Religion als persönliche Beziehung mit Gott verstünde und niemanden damit belästige, und für wen die Menschenrechte und das Grundgesetz unumstößlich sind, der lebe einen liberalen Islam. Das sei möglich, liberale Christen und Juden machen es vor.

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US-Erhebung: Westeuropäische Christen befürworten Kirchensteuer

Bild: tilly
Christen in westeuropäischen Ländern sind laut einer Erhebung amerikanischer Meinungsforscher weitgehend einverstanden mit der Kirchensteuer.

evangelisch.de

In den sechs westeuropäischen Ländern mit Kirchensteuer – Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweden, Finnland und Dänemark – erklärte nach Angaben des in Washington ansässigen Pew Research Center eine „große Mehrheit“ der Befragten, die angeben, Kirchensteuern zu zahlen, sie würden keine „Schritte unternehmen“, um keine Kirchensteuer mehr zahlen zu müssen. Es gebe „keinen Massenexodus“ von diesen Abgaben.

In Deutschland sagten 78 Prozent der befragten Kirchensteuerzahler, es sei nicht besonders oder überhaupt nicht wahrscheinlich, dass sie keine Kirchensteuer mehr zahlen wollten, wie die Studie ergab, die am Dienstag in Washington vorgestellt wurde. 21 Prozent erklärten hingegen, ihr Austritt sei „sehr oder etwas wahrscheinlich“. Die Verpflichtung zur Kirchensteuer erlischt in Deutschland nur durch Kirchenaustritt.

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Politologe Bielefeldt sieht Religionsfreiheit vielerorts verschlechtert

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog(bb)
Mit Blick auf die Anschläge auf Kirchen und Hotels an Ostern in Sri Lanka hat der Politikwissenschaftler Heiner Bielefeldt eine Verschlechterung der Religionsfreiheit in vielen Teilen der Welt beklagt.

evangelisch.de

Dies treffe Christen, aber auch andere Glaubensgemeinschaften, sagte der Professor der Universität Erlangen am Mittwoch im WDR5-„Morgenecho“. „In absoluten Zahlen kann es durchaus sein, dass Christen die am stärksten verfolgte Gruppe sind“, erklärte er. Denn Christen seien mit Abstand die größte Religionsgruppe weltweit.

Sehr kleine Glaubensgruppen wie die Bahai würden aber proportional ähnlich oder vielleicht sogar stärker verfolgt. Dass sich die Gewalt auf Sri Lanka spezifisch gegen die dort kleine Gruppe der Christen richtete, sei jedoch in der Tat neu und unerwartet, sagte der Politologe, der von 2010 bis 2016 UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit war. Mehr als 70 Prozent der 22 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Buddhisten, zwölf Prozent Hindus, zehn Prozent Muslime und gut sieben Prozent Christen.

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Sri Lanka: Anschläge auf Kirchen und Touristenhotels

Grafik: TP
Die koordinierten Anschläge sprechen dafür, dass eine Terrorgruppe aus dem Umkreis des IS dafür verantwortlich sein könnte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Sri Lanka wurde am Sonntag von einer Anschlagsserie auf Christen und Touristen heimgesucht. Nach acht Bombenanschlägen auf vier Luxushotels, drei Kirchen, wo gerade die Ostermessen abgehalten wurden, und ein Gebäude. Vier Anschläe fanden in der Hauptstadt Colombo statt, in den Städten Negombo, Batticaloa und Kochchigade wurde jeweils eine Kirche das Ziel.

Bislang wird von über 200 Toten und mehrere hundert Verletzten ausgegangen. Mehr als 35 der Toten sollen ausländische Touristen sein. Die Regierung verhängte nach den beiden letzten Anschlägen, die Stunden nach den ersten erfolgten, für die Nacht eine 12-stündige Ausgangssperre, Facebook und Instagram wurden geschlossen, angeblich um die Verbreitung von Fake News zu unterbinden.

Nach Medienberichten wurden sieben Verdächtige festgenommen, andere sprechen von zwei Festnahmen nach einem Schusswechsel in Dematagoda. Noch aber gibt es über deren Motive, sofern sie tatsächlich Täter sind, keine Anhaltspunkte, noch hat sich auch niemand zu den Anschlägen bekannt. Christen, vornehmlich Katholiken, sind in Sri Lanka eine Minderheit (etwas mehr als 7 Prozent der Bevölkerung), meist sind es Tamilen oder Singhalesen. Letztere machen den Großteil der Bevölkerung aus und sind überwiegend Buddhisten. Die Tamilen sind mehrheitlich Hinduisten. Nach den Singhalesen und den Sri-Lanka-Tamilen besteht mit fast 10 Prozent die drittgrößte Bevölkerungsgruppe der Moors aus tamilisch-sprachigen Muslimen, die nur die Sprache mit den Tamilen gemeinsam haben.

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Ersetzen Protestanten katholische Kirche beim „House of One“?

Bild: bb
In Berlin soll ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus für Juden, Christen und Muslime entstehen. Bislang ist die christliche Seite jedoch nur durch die evangelische Kirche vertreten – für das Erzbistum Berlin ist das okay.

DOMRADIO.DE

Das Erzbistum Berlin fühlt sich beim interreligiösen Bet- und Lehrhaus „House of One“ durch die evangelischen Christen gut vertreten. Sich selbst als Träger des Projekts zu beteiligen sei bisher nicht geplant, sagte Bistumssprecher Stefan Förner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Berlin. Es liege aber eine Anfrage an Erzbischof Heiner Koch vor, Mitglied des Kuratoriums zu werden und auf diese Weise mitzuwirken.

Dies werde „wohlwollend“ geprüft, so Förner. Das Erzbistum engagiere sich bereits in zahlreichen interreligiösen Projekten und werde diese auch fortführen. Bisherige Träger sind die evangelische Kirchengemeinde Sankt Petri-Sankt Marien, die Jüdische Gemeinde zu Berlin im Verbund mit dem Abraham Geiger Kolleg und der muslimische Verein „Forum Dialog“. Die Grundsteinlegung auf dem Petri-Platz in Berlin-Mitte ist für April 2020 geplant.

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Kauder: Christen und Muslime können nicht gemeinsam zu Gott beten

Es ist unmöglich, dass Christen und Muslime gemeinsam zu Gott beten, „denn es gibt nur einen Gott. Wir reden zu einem Vatergott und nicht zu einem unbekannten Wesen.“ Davon ist der frühere Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, überzeugt.

idea.de

Es werde weiterhin einen Wettbewerb zwischen Islam und Christentum geben, sagte er am 1. März auf dem Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF) in Karlsruhe: „Wenn unsere Glaubenskraft immer weiter nachlässt, wird das nicht zur Stärkung des Christentums beitragen.“ Ihn beschäftige, dass von Jahr zu Jahr immer weniger Christen in die Kirche gingen. Er sei dankbar für jeden, der täglich versuche, nach den Worten Jesu sein Unternehmen zu führen. Aber auch darüber hinaus sollten Christen von Jesus reden. Wenn er etwa mit Muslimen spreche, rede er nicht von deren Religion, sondern warum er vom Christentum so begeistert sei. Kauder zitierte den Satz Jesu: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich“ (Johannes 14,6). Dadurch sei die Vater-Kind-Beziehung im Christentum entstanden, die es in keiner anderen Religion gebe. Es zeichne zudem Christen aus, keine Angst vor der Zukunft zu haben, weil sie wüssten, dass sie fest in Gottes Hand geborgen seien.

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Vatikan: Keine Maschine kann menschliche Beziehungen ersetzen

Photograph: Solent News/Rex
Der Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, sieht den Einsatz von Robotern kritisch. Es bestehe das Risiko, dass die Maschine den Mensch lenke, statt umgekehrt.

DOMRADIO.DE

Keine Maschine könne jemals menschliche Beziehungen ersetzen, etwa zwischen Arzt und Patient, mahnte der Akademie-Vorsitzende im Gespräch mit dem „Corriere della Sera“. „Heute brauchen wir einen neuen Pakt zwischen Mensch und Technik“, forderte er.

Bei dem Thema komme es auf eine „ethische Antwort für die Zukunft“ an, sagte der Erzbischof. Hier sollten auch die Religionen, etwa Christen, Juden, Hindus und Muslime zusammenarbeiten, und eine „ethische Allianz“ bilden. Paglia äußerte sich bei der am Montag begonnenen Jahreshauptversammlung der Akademie. Sie steht unter dem Titel „Roboethik. Menschen, Maschinen und Gesundheit“ und tagt bis Mittwoch. Auch eine Audienz der Teilnehmer bei Papst Franziskus ist vorgesehen.

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Sunnitischer Großmufti untersagt Teilnahme an Christenfeiern

Nicht überall religiöses Tauwetter: Menschenrechtler verurteilen Aussagen des sunnitischen Großmuftis Sheikh Abdul Mahdi al-Sumaidaie im Irak, wonach Muslime nicht an christlichen Weihnachts- und Neujahrsfeiern teilnehmen dürfen.

DOMRADIO.DE

“Die gute Tradition des friedlichen Miteinanders von Muslimen und Christen darf von radikalen muslimischen Predigern nicht zerschlagen werden“, sagte der Irak-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Kamal Sido, am Donnerstag in Göttingen.

Es dürfe kein Hass von religiösen Würdenträgern gepredigt werden, sondern Toleranz, Gleichberechtigung und der Appell für ein friedliches Miteinander.

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Islamkritik als legitimer Akt der Selbstverteidigung

Foto: Pixabay.com / kalhh
Religiöse Verfolgung hört mit der Flucht in das westliche Land der Freiheit nicht auf

Von Kacem El Ghazzali | RDF

„Wären sie von der Strafe für den Glaubensabfall befreit worden, gäbe es den Islam heute nicht mehr.“
Yusuf al-Qaradawi, islamischer Theologe und Vorsitzender der Internationalen Union muslimischer Gelehrter, über Apostaten

Es gibt keinen islamischen Staat und auch keine islamische ‚Republik‘, die Gedanken- und Glaubensfreiheit garantierte. Religiöse Minderheiten in muslimischen Mehrheitsgesellschaften wie etwa Christen leiden unter gesellschaftlicher Unterdrückung. Auch Apostaten sehen sich oft gnadenloser Repression ausgeliefert, da das Verlassen der Religion als unverzeihbares Tabu gilt. Unter Verfolgung und Gesetzen, die nicht nur den Glaubensabfall, sondern auch jede Religionskritik kriminalisieren, leiden religiöse Minderheiten, ex-muslimische Individuen und säkulare muslimische Liberale gleichermaßen.

Obgleich die Bestrafung derjenigen, die keiner Religion mehr angehören wollen, gemäß den vier wichtigsten islamischen Rechtsschulen die Todesstrafe ist, und es 13 muslimische Länder gibt, in denen Glaubensabfall und Religionskritik mit dem Tode bestraft werden, sind die Chancen von Ex-Muslimen aus muslimischen Ländern auf ein Bleiberecht in Europa sehr gering; der Austritt aus dem Islam oder der Wechsel zu einer anderen Religion ist meist kein hinreichender Grund für politisches Asyl. Der Asylbewerber muss beweisen, dass er in seinem Herkunftsland unter islamischer Herrschaft einer direkten Gefahr ausgesetzt ist. Und die meisten derjenigen, denen in Europa schließlich doch politisches Asyl gewährt wird, sind meist nicht nur Ex-Muslime, sondern auch politische Aktivisten, Schriftsteller oder Blogger, die entweder direkt mit dem Tod bedroht oder wegen Blasphemie zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden.

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Der Islam als „Waffe“ gegen den politischen Gegner

Erdoğan macht das Rabia-Zeichen. Foto Public Domain
Seit den 1970ern wird der Begriff „Islamismus“ in den Sozialwissenschaften vermehrt verwendet. Es ist ein Sammelbegriff unter dem die verschiedensten Richtungen und Bewegungen des fundamentalistischen, politischen Islam zusammengefasst sind.

Kamal Sido | TELEPOLIS

Alle Ausprägungen des politischen Islams, sowohl im Sunnitentum als auch im Schiitentum, verbindet das Streben, im Namen Allahs eine rein religiös legitimierte Gesellschafts- und Staatsordnung weltweit („Allah gehört die Herrschaft der Himmel und der Erde“, Koran 57/2) zu errichten.

Der politische Islam richtet sich in der Regel gegen die Grundsätze der Trennung von Staat und Religion, gegen die Prinzipien von Individualität, Pluralismus und Volkssouveränität, gegen Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter. Auch wenn Islamismus in Gruppierungen, die ihre Ziele mit friedlichen Mitteln durchsetzen wollen, und radikale Strömungen, die Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele propagieren und praktizieren, unterschieden wird, wollen alle Strömungen die Bestimmungen der Scharia, des islamischen Rechts, auf Erden durchsetzen.

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Islamwissenschaftler fordert Gebrauchsanleitung für den Koran

Koran essen
Der Münsteraner Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi hat dazu aufgerufen, Muslime in Deutschland mit einer „Gebrauchsanleitung“ für den Koran auszustatten. „Ich kann mich nicht an den Koran halten, sondern nur an ein Verständnis des Korans“, sagte er am Montag bei einer Tagung in Mainz.

evangelisch.de

Die heilige Schrift der Muslime enthalte viele, wörtlich verstanden widersprüchliche Aussagen. Dies mache auch extremistische Lesarten möglich: „Selbstverständlich hat jede Schandtat, die im Namen des Islam verübt wird, etwas mit dem Islam zu tun.“ Muslime bräuchten daher genauso wie Christen, Juden, Buddhisten und Hindus auch Interpretationshilfen.

Theologen und Moscheevereine sollten zu einem modernen Verständnis des Korans beitragen, sagte Karimi, der als stellvertretender Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster lehrt.

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Wie hält es der säkulare Staat eigentlich mit der Religion?


Gehört der Islam zu Deutschland? Sollten in Amtsgebäuden Kreuze hängen? Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zur Neutralität in Religionsfragen. Der Staatsrechtler Horst Dreier erklärt, was es eigentlich heißt, diese Forderung ernst zu nehmen.
BR24

Horst Dreier ist Professor für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Würzburg. Sein Buch „Staat ohne Gott“ versteht sich nicht als Streitschrift, wohl aber als „streitbare Analyse“. Es geht dem Juristen nicht um ein Plädoyer für eine Welt ohne Gott, eine Gesellschaft ohne Gott oder gar einen Menschen ohne Gott, sondern darum, sich auf die Grundsätze eines säkularen Staatswesens zu besinnen. Gerade in einer aufgeheizten Debatte um einen „zugewanderten“ Islam und eine „christliche Leitkultur“ in Deutschland. Jochen Rack hat mit Horst Dreier gesprochen.

Jochen Rack: Herr Dreier, im Titel Ihres Buches, „Staat ohne Gott“, liegt schon der Hinweis darauf, dass die deutsche Verfassung, das Grundgesetz, den Staat zur Neutralität in Glaubensfragen verpflichtet. Was war der Anlass für Sie, dieses sogenannte Neutralitätsgebot noch einmal in Erinnerung zu rufen?

Horst Dreier: Wir haben seit vielen Jahren eine Situation, in der die Religion in vielen Facetten gewissermaßen wieder auf die Tagesordnung gesetzt worden ist. Und ich denke, dass die Konflikte, die uns in Religionsfragen in den letzten Jahren beschäftigen, mithilfe des Neutralitätsgebots wenn nicht schon komplett gelöst, so doch einer Lösung zugeführt werden können.

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Hamburger Theaterstück sorgt für Wirbel unter Christen

Nicole Heesters auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele. Sie spielt die Maria, die nicht begreifen kann, dass ihr Sohn sterben musste.
Dieses Hamburger Theaterstück sorgt für Wirbel: „Marias Testament“ in den Kammerspielen – nach dem Roman von Colm Tóibín. Im Frühjahr hatte es Premiere, jetzt wird es wiederaufgenommen. Das Theater wird übel beschimpft, bekommt Briefe mit Droh-Charakter.

Von Peter Helling | NDR.de

„Es stimmt mich eher traurig, ich fühle uns missverstanden“, sagt Nicole Heesters ernst. Sie spielt in dem Stück die Maria. „Nichts ist mir ferner, als jemanden in seiner Begeisterung für diese Person zu kränken“, fügt sie hinzu. Doch genau das ist passiert – ihre Maria ist eine normale Mutter, die nicht begreifen kann, warum ihr Sohn am Kreuz sterben musste, sogar seine Wunder wie die Heilung von Kranken und die Auferweckung von Toten infrage stellt. Dies sorgt jetzt für Aufregung. Dramaturgin Anja del Caro hält einige der Briefe in der Hand, die ihr Theater bekommen hat. „Man fordert uns auf, das Stück umgehend vom Spielplan zu nehmen“, sagt sie. „Man stellt uns auf die Seite Satans, es geht bis hin zu Drohungen.“

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Nigeria: 55 Tote bei Kämpfen zwischen Muslimen und Christen

Bild: © natanaelginting/Fotolia.com
Wieder ist es in Nigeria zu Gewalt zwischen Muslimen und Christen gekommen. Aus einer „Meinungsverschiedenheit“ wurde schnell ein religiös aufgeladener Konflikt, so die Regierung zu den Todesfällen. Dabei ging es zunächst um einen einfachen Gegenstand.

katholisch.de

Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen sind in Nigeria 55 Menschen ums Leben gekommen. Den Kämpfen sei ein Streit um eine Schubkarre vorausgegangen, sagte am Sonntag ein Regierungsvertreter aus der Ortschaft Kasuwan Magani im Bundesstaat Kaduna, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Aus der Meinungsverschiedenheit wurde wegen jahrelanger Spannungen schnell ein religiöser Konflikt zwischen Christen und Muslimen.

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Die Angst vor der Offensive auf Idlib

Bild: tagesschau.de
Kommt es zur Schlacht um die syrische Provinz Idlib, könnten darunter auch Christen in der Nachbarprovinz leiden. Sie werden seit Jahren aus Idlib beschossen und fürchten nun neue Angriffe.

Von Daniel Hechler | tagesschau.de

Sie beten um Frieden und Vergebung. Trotz allem, was war. Etwa 150 orthodoxe Christen sind zum Gottesdienst zusammengekommen. Kein Platz ist frei geblieben. In der kleinen Kirche herrscht feierliche Stimmung mit reichlich Weihrauch und vielen Kerzen. 23.000 Christen leben in Mhardeh, einem beschaulichen Ort wenige Kilometer südlich der Provinz Idlib Idlib. Sie eint der Wille, überleben zu wollen. „Der Frieden muss eine Chance bekommen in Idlib“, sagt Majed Naser nach dem Gottesdienst. „Wir sind doch freundschaftlich verbunden, in Liebe.“ Erstaunliche Worte nach traumatischen Erlebnissen.

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Vatikan: Welt muss Christen in Nahost besser schützen – Gott ist das egal

Der Vatikan hat mehr Schutz für Christen im Nahen Osten gefordert. „Die internationale Gemeinschaft hat bei dieser Aufgabe versagt“, sagte der Außenbeauftragte des Heiligen Stuhls, Erzbischof Paul Gallagher, bei der UN-Vollversammlung.

DOMRADIO.DE

Die seit Jahren auftretende Gewalt durch extremistische Muslime und die staatliche Diskriminierung gegen Christen seien keine religiöse Angelegenheit, so der Geistliche. Vielmehr gehe es um grundlegende Menschenrechte.

Staaten müssten Bürger schützen

Die „abscheulichen Verbrechen“ gegen Christen verlangten nicht nur eine Antwort von Christen und anderen Gläubigen, so Gallagher. Auch staatliche Autoritäten seien gefordert. Deren erste Pflicht sei es, alle Bürger ihres Landes zu schützen, ungeachtet von Religion und Volkszugehörigkeit. Besonders gelte dies für Minderheiten, die nicht nur bedroht seien durch Gewaltakte von Teilen der Mehrheit.

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