Dodo Müller zur Lage der Christen weltweit: „Es wird andauernd schlecht über Kirche berichtet“

Gerhard L. Müller links im Bild. Bild: bb
In vielen Ländern der Erde werden Christen weiterhin verfolgt. Aber auch in der westlichen Gesellschaft beobachtet Gerhard Kardinal Müller Diskriminierung gegen das Christentum. Es werde vielfach systematisch angeprangert, kritisiert er.

DOMRADIO.DE

f1rstlife (christliches Online-Jugendmagazin): Wir führen dieses Interview am Rande einer Veranstaltung von „Kirche in Not“ in Köln. Wie nehmen Sie das derzeitige Ausmaß der Christenverfolgung wahr?

Gerhard Müller: Es gibt Christenverfolgungen in islamisch geprägten Ländern durch Terrorgruppen und Zwangsmaßnahmen der Regierung, aber auch immer noch in kommunistisch geprägten Ländern und Diktaturen, die sich in ihrer absoluten Macht bedroht fühlen. Auch bei uns in Europa gibt es eine subtile Form von Christenverfolgung. Wenn man jemanden wegen seines Glaubens lächerlich macht, ist das eine Form des Angriffs auf die Religionsfreiheit. Viele Menschen rufen nach Toleranz, nutzen sie aber nur als Waffe gegen andere. Sie erwarten Toleranz für sich, sind aber nicht bereit anderen Ansichten ebenfalls Respekt zukommen zu lassen.

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Theologen orten Korrekturbedarf bei christlichem Jesusverständnis

Jüdische und christliche Theologen bei Podiumsdiskussion im ORF-RadioKulturhaus: Neue theologische Aufbrüche jenseits des Diktums einer „Theologie nach Auschwitz“ suchen. Bild: kathpress
Das Ringen um eine theologische Neubestimmung des Verhältnisses von Judentum und Christentum im Blick auf die Person und Bedeutung Jesu von Nazareth geht in eine neue Runde.

kathpress

So orteten katholische und evangelische Theologen sowie ein jüdischer Rabbiner bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im ORF-„RadioKulturhaus“ einen teils massiven Korrekturbedarf auf Seiten der christlichen Theologie. Jesus war Jude, doch habe sich diese Einsicht samt ihrer theologischen Folgen in der christlichen Theologie bislang zu wenig oder nur zu langsam niedergeschlagen, zeigten sich der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück, sein evangelischer Wiener Kollege Christian Danz, der Freiburger Theologe Magnus Striet sowie der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka einig.

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Streit um Kunstwerk im israelischen Haifa – Bischöfe empört Ronald McDonald am Kreuz, Religiotie

Bild: The Times of Israel

Im israelischen Haifa gibt es handfesten Streit um ein Kunstwerk mit einem gekreuzigten Ronald McDonald. Die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes forderten die Stadt auf, die Christusdarstellung aus einer Kunstausstellung zu entfernen.

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Die Bischöfe betonten zwar am Freitagabend das Recht auf Meinungsfreiheit. Auch teile man das Ziel der Ausstellung, die Konsumgesellschaft zu kritisieren. Es sei aber nicht hinnehmbar, dazu „das bedeutendste Symbol der christlichen Religion“ zu missbrauchen, so die Bischöfe.

Das Kunstwerk „McJesus“ des finnischen Künstlers Jani Leinonen zeigt das gekreuzigte Maskottchen der Fastfoodkette McDonalds.

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«Luther fälschte sein Geburtsdatum – für ein besseres Horoskop»

Die Astrologie existiert seit 3000 Jahren – ihre Geschichte ist entsprechend bewegt: Einige Religionen haben sie bekämpft, bei anderen ist sie integraler Bestandteil der Tradition. Welches Verhältnis Religion und Astrologie haben, weiss Religionswissenschaftler Kocku von Stuckrad.

Interview Olivia Röllin |SRF

SRF: Astrologie ist für einige Leute auch eine Orientierungshilfe. Hat Astrologie religiöse Züge?

Kocku von Stuckrad: Seit ihrer Entstehung hat die Astrologie immer auch religiöse Züge gehabt. Im alten Babylonien waren es die Priester, die die Bewegungen der Sterne interpretieren mussten. Denn diese deuteten auf den Willen der Göttinnen und Götter hin, die sich in «ihren» Sternen manifestierten. Auch in Griechenland und Rom waren die Sterne mit der Götterwelt verbunden. Dies kann man an Namen wie Jupiter oder Venus erkennen.

Und wie ist das heute?

Heute sehen das die meisten Leute entspannter. Es gibt auch viele Christen, die Astrologie betreiben. Im gesamten Bereich von heutiger Spiritualität und psychologischer Astrologie könnte man sagen: Astrologie hat in dem Sinne religiöse Züge, dass sie den Menschen in einen grösseren, metaphysischen Gesamtzusammenhang einbindet.

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„Nicht nur Christen kennen eine Heilige Nacht“

© AFP, FR Christen in der Geburtskirche in Bethlehem.
Im Gespräch erzählt Theologe Karl-Josef Kuschel, dass die „Heilige Nacht“ kein Privileg der Christen ist.

Von Simon Berninger | Frankfurter Rundschau

Herr Kuschel, Sie beschreiben in Ihrem aktuellen Buch ein besonderes Erlebnis zwischen Alt-Kanzler Helmut Schmidt und Ägyptens ehemaligem Präsidenten Anwar as-Sadat. Worum ging es?
Der Bundeskanzler wurde anlässlich eines Staatsbesuchs im Dezember 1977 vom damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Anwar as-Sadat zu einer Fahrt auf dem Nil von Luxor nach Assuan eingeladen. Sie dauerte einen Tag und eine Nacht. Und während die beiden in der Nacht die Sterne am Himmel über Ägypten betrachteten, erklärte Sadat dem ahnungslosen Deutschen, dass die drei großen monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, gemeinsame Wurzeln haben. Das Christentum kann nicht ohne das Judentum, und der Islam kann nicht ohne Judentum und Christentum verstanden werden. Davon hatte der Protestant Helmut Schmidt bis dahin keine Ahnung.

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„Häresie-App“ in Indonesien: „Gefährlicher Schritt zur Diskriminierung religiöser Minderheiten“

ADEK BERRY/AFP/Getty Images
Eine neue „Häresie-App“ der indonesischen Regierung stößt auf Kritik von Menschenrechtlern. „Es wird immer schlimmer. Das ist ein weiterer gefährlicher Schritt zur Diskriminierung religiöser Minderheiten in Indonesien“.

DOMRADIO.DE

Das sagte Andreas Harsono, Religionsexperte von Human Rights Watch in Jakarta, am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die App „Smart Pakem“ wurde von der Staatsanwaltschaft in Jakarta entwickelt und kann von Android-Nutzern kostenlos bei Google Play heruntergeladen werden. Über „Smart Pakem“ können User den Behörden „unorthodoxe Interpretationen“ der offiziell anerkannten Religionen melden – Islam, Christentum, Hinduismus und Buddhismus. Darüber hinaus sind in der App auch religiöse Erlasse sowie Listen verbotener Glaubensgemeinschaften enthalten.

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Die Folgen der christlichen Sündenlehre

Julia, eine ehemals tiefgläubige Christin, erzählt ihre Geschichte.

Richard-Dawkins-Foundation

Sie ist Mitglied des Panels von „Faith to Faithless“, einer wachsenden britischen Organisation von Menschen, die aus allen ehemaligen Glaubensrichtungen kommen und die Religion hinter sich gelassen haben: Islam, Christentum, Judentum, Sekten, Esoterik etc.

http://faithtofaithless.com/

Gründer von Faith to Faithless sind zwei ehemalige Muslime: Imtiaz Shams und Aliyah Saleem.

Dieses Video entstand bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Faith2Faithless und den Humanist Students UK.

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Innenministerium will nur mit Religionsgemeinschaften reden

Foto: pixabay.com / Public Domain https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Public-Domain-Bilderquellen
Innen- und Heimatminister Horst Seehofer will eine gesellschaftliche Debatte über Religion und Staat anstoßen. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) begrüßt diesen Vorstoß und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen nicht-religiöser Menschen in der politischen Entscheidungsfindung.

hpd.de

Durch das Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland als weltanschaulich neutraler Staat konstituiert. Artikel 140 schreibt die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor.

Die gesellschaftliche und politische Realität sieht hingegen anders aus: Vor allem die christliche Religion und die traditionellen Kirchen bleiben stark privilegiert. Religionsfreie Menschen und ihre Interessenvertretung werden in die politische Debatte viel zu wenig eingebunden.
Der Humanistische Verband Deutschlands als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft hat deshalb in einem Schreiben das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, bei den geplanten Gesprächen über die Kooperationsbeziehungen zwischen dem Staat und den Kirchen auch andere Weltanschauungsgemeinschaften als Vertreter der wachsenden Zahl nichtreligiöser Menschen in Deutschland einzubeziehen.

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Denken statt Glauben – Wissenschaftlerinnen empfehlen Großbritannien Religionsunterricht zu reformieren

Themenbild.

Der britische Religionsunterricht sollte grundsätzlich überholt werden. Dieser Meinung sind zumindest Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zwei Jahre lang für eine Studie mit dem Thema beschäftigt haben.

Phil Göbel | bento

Die staatliche „Commission on religious Education“, die die Studie durchgeführt hat, empfiehlt sogar, das Fach umzubennen. Das berichtet der „Guardian„.

Was soll am Religionsunterricht geändert werden?

Wie die Kommission festgestellt hat, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung des Religionsunterrichtes nötig, um die „stark angestiegene Diversität der Welt“ darzustellen. Deshalb sollte das Fach neben religiösen auch andere Schwerpunkte haben.

Folgende Themen sollen im Unterricht aufgenommen werden:

  • Atheismus (Das Nichtglauben an einen Gott)
  • Agnostizismus (Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes nicht rational erklärt werden kann und deshalb weder bejaht, noch verneint werden kann.) (Duden)
  • Säkularismus (Weltanschauung, bei der Kirche und Staat voneinander getrennt sind)

Laut der Empfehlung sollte das Fach auch umbenannt werden. Die Autoren schlagen den Titel „Religion und Weltanschauungen“ vor. Ziel soll es sein, junge Menschen mit Respekt und Empathie für unterschiedliche Glaubensrichtungen und Standpunkte auszustatten, so die Autoren.

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Nationalismus kann religiös und antireligiös sein

Sinnbild für die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion? „Pegida“-Anhänger demonstrieren mit einem schwarz-rot-gold angemalten Kreuz in Dresden. (dpa / Kay Nietfeld)
Ob Religion Nationalismus verstärkt oder sich ihm entgegen stellt, hängt von den Frontverläufen in einer Gesellschaft ab, sagt Hans Joas. Auch das Christentum laufe trotz seines „Menschheitsethos“ Gefahr, mit nationalen Interessen zu verschmelzen.

Hans Joas im Gespräch mit Anne Françoise Weber | Deutschlandfunk Kultur

Anne Françoise Weber: Schwarz-rot-golden angemalte Kreuze sind bisweilen bei Pegida-Demonstrationen zu sehen – sinnbildlicher kann man die Verbindung von neuem Nationalismus und Religion ja eigentlich kaum machen. Das Ganze ist kein rein deutsches Phänomen, hier noch zwei andere Beispiele: 2016 feierte der polnische Staatspräsident das 25-jährige Bestehen des privaten nationalkatholischen Senders Radio Maryja mit. Und der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán, selbst Calvinist, will das „christliche Europa“ vor dem Islam retten, und dazu schließt er vorsorglich erst mal die Grenzen seines Landes.

Wie funktioniert dieses Zusammengehen von Religion und neuem Nationalismus? Ist das ein spezifisch europäisches Phänomen, eine Gegenreaktion auf die europäische Einigung? Mit solchen Fragen hat sich in den vergangenen Tagen eine Konferenz des Instituts für öffentliche Theologe der Berliner Humboldt-Universität befasst. Einer der Mitwirkenden war Hans Joas, Sozialphilosoph und Ernst-Troeltsch-Professor für Religionssoziologie eben an der Humboldt-Universität. Ich habe vor der Sendung mit ihm gesprochen und ihn gefragt: Herr Joas, bevor wir jetzt auf die neuen Nationalismen in Europa kommen, ein Schritt zurück – wie viel hat denn die Überwindung des Nationalismus, die europäische Einigung mit Religion zu tun? Es ist ja doch auffällig, dass die Protagonisten der Einigung – Adenauer, de Gaulle oder Robert Schuman – alles gläubige Katholiken waren.

Hans Joas: Also was diese Frühgeschichte der europäischen Einigung betrifft, gibt es ganz verschiedene Erzählungen, und das halte ich auch für ziemlich natürlich. Wenn etwas kontrovers ist, kämpft man auch um die Erzählungen der Entstehung dieses Phänomens. Die einen betonen sicher, wie Sie gerade, dass es eine Art Vision gab für eine künftige, friedliche Ordnung in Europa und dass die sehr stark mit Religion zusammenhing. Die anderen betonen eher, dass es strategische Motive waren, und legen den Akzent darauf, dass das ja nur eine Friedensordnung in Europa sein sollte, dass beispielsweise die Franzosen und die Briten in derselben Zeit sich um die Aufrechterhaltung ihrer Kolonialreiche mit allen Mitteln bemüht haben, auch mit brutalen, kriegerischen Mitteln …

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CDU-Politiker Hirte zur Abschiebung von Konvertiten: Ein Problem mit allen Schattierungen

In manchen Ländern droht ihnen Verfolgung und Todesstrafe: Trotzdem lehnt das BAMF reihenweise Asylanträge von zum Christentum übergetreten Geflüchteten ab. Wie kommt es zu solchen Entscheidungen?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Wenn Gerichte über Autounfälle oder Tierquälerei zu entscheiden haben, dann ziehen sie Gutachter heran, Ingenieure oder Veterinäre. In Fragen der Religion entscheidet einzig ein Asylsachbearbeiter des BAMF. Wie kann das sein?

Heribert Hirte (CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Stephanuskreises des Deutschen Bundestages): Zunächst mal müssen wir die Frage stellen, ob jemand zu einer Religion gehört oder nicht. Das ist eine Frage der persönlichen Überzeugung. Die Frage hingegen, ob jemand bei uns Asyl gewährt bekommt, ist eine staatliche Entscheidung. Die eine Frage hat natürlich mit der anderen Frage zu tun, aber es ist nicht so, als ob ein Gutachter die staatliche Entscheidung abschließend beurteilen könnte. Das darf auch so nicht sein, weil das letztlich zwei unterschiedliche Sphären sind.

DOMRADIO.DE: Glauben Sie denn, jemand würde seinen Glauben aufgeben und zum Christentum konvertieren, nur um einen Asylgrund zu schaffen, wenn er weiß, dass er damit gleichzeitig sein Todesurteil sprechen könnte?

Hirte: Das Problem ist, dass es, wie immer im Leben, alle Schattierungen gibt. Es gibt – so kriegen wir das berichtet – eine große Zahlen von Menschen, die sich aus großer Überzeugung vom Islam abkehren und zu anderen Religionen übertreten. Wir wissen aber auch, dass es Menschen gibt, die das aus taktischen Gründen tun. Und man kann noch nicht einmal sagen, dass das ein schlechter Grund ist. Denn wir wissen natürlich auch, dass in manchen Ländern der Welt gesagt wird: Das Christentum ist das, was die sogenannte westliche Welt ausmacht. Und wenn man diese westliche Welt als Lebensmodell für gut hält, dann bekennt man sich zum Christentum, um dorthin zu kommen. Aber diese Einzelüberlegungen voneinander abzugrenzen, ist außerordentlich schwierig.

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Die Ausbreitungsdynamik des Christentums

Kirche in Schwerin. Bild: ©bb

Eine Studie an 70 austronesischen Gesellschaften zeigt, dass das Christentum vornehmlich von den Herrschern auf das Volk übertragen wurde. Nicht in großen, sondern in überschaubaren und hierarchisch gegliederten Gesellschaften wurde es am schnellsten übernommen. Sozial schwache Schichten und höhere Geburtenraten scheinen eine untergeordnete Rolle in der Verbreitungsdynamik zu spielen.

Andreas E. Kilian | hpd.de

Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und vom Max-Planck-Institut in Jena untersuchten mit Hilfe von Computersimulationen, wie sich politische Hierarchien, soziale Ungleichheit und Bevölkerungsgröße auf die Ausbreitung des Christentums in 70 austronesischen Gesellschaften ausgewirkt haben. Wie das Team um Dr. Joseph Watts in Fachjournal Nature Human Behaviour berichtet, eigneten sich die austronesischen Gesellschaften besonders gut, da sie sich über weite Teile der pazifischen Inselwelt von Ostafrika bis Südostasien bis in den Südpazifik ausgebreitet hatten, eine gemeinsame Sprache aufwiesen und relativ zeitgleich im 18. und 19. Jahrhundert missioniert wurden. Die Gesellschaftsstrukturen reichten von sehr kleinen, egalitären Familiengemeinschaften bis hin zu großen, politisch komplexen Gesellschaften, von denen einige das Christentum innerhalb eines Jahres, andere erst nach 200 Jahren übernommen hatten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Christentum am schnellsten übernommen wurde, wenn politische Führungsstrukturen vorhanden waren, die ihrerseits erfolgreich missioniert worden waren. Die neuen religiösen Überzeugungen wurden „Top-Down“ übertragen.

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Was geschieht mit den Christen in Israel?

Orthodoxe Christen warten in der Jerusalemer Grabeskirche auf das Wunder des Heiligen Feuers. (Bild: Abir Sultan / EPA)
Hunderttausende christliche Pilger aus aller Welt besuchen jährlich Jerusalem, Nazareth oder Bethlehem. Doch der Bevölkerungsanteil der in Israel lebenden Christen sinkt ständig. Gleichzeitig identifizieren sich viele von ihnen zunehmend mit dem jüdischen Staat. Da ist nur scheinbar ein Widerspruch.

Daniela Segenreich | Neue Zürcher Zeitung

Die christlichen Pilger gehen auf den Spuren Jesu die Via Dolorosa entlang, schreiten durch das grosse Tor der Grabeskirche in Jerusalem und sehen, wo Jesus auf dem Wasser des Sees Genezareth gewandelt ist. Christen haben in Israel Religionsfreiheit, und die Kirchen vieler christlicher Ausrichtungen besitzen und verwalten in Jerusalem und anderen Städten ihre Kirchen, Klöster und Patriarchate. Dennoch ist der Anteil der Christen im Land und in der Region verschwindend gering.

Im gesamten Nahen Osten, wo das Christentum tief verwurzelt ist, waren Anfang des letzten Jahrhunderts noch etwa ein Drittel der Bewohner Christen. Aufgrund von Kriegen und Verfolgung, nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Konflikte im Irak und in Syrien, sind es heute weniger als ein Zehntel. «Christen erfahren einen physischen und spirituellen Genozid hier im Nahen Osten! Das betrifft nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Tradition», wettert Shadi Khalloul, der in Israel vor einigen Jahren die ICAA, eine Organisation zur Erhaltung und Wiederbelebung des christlichen und insbesondere des aramäischen Glaubens und seiner Kultur, ins Leben gerufen hat.

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Die orthodoxe Welt fürchtet das nächste große Schisma

Seit fast 1.000 Jahren gehen die Kirchen in West und Ost getrennte Wege. Nun droht erneut ein Schisma von solch epochalen Ausmaßen. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel muss über die Eigenständigkeit der ukrainischen Kirche befinden. Doch Moskau ist dagegen

katholisch.de

Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, ist dieser Tage nicht zu beneiden. Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie hat eine Entscheidung zu treffen, die im besten Fall für Ärger unter einigen Millionen von Gläubigen sorgt, im schlimmsten Fall sogar ein weltweites Schisma auslöst: Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats möchte unabhängig werden. Seit April liegt im Fener, dem Amtssitz des Patriarchen im heutigen Istanbul, ein entsprechender Antrag auf dem Tisch. Nun hat Bartholomaios I. eine Entscheidung von enormer gesellschaftlicher, möglicherweise sogar weltpolitischer Bedeutung zu fällen.

Neu ist diese Frage nicht. Sie stellt sich spätestens seit dem Jahr 1992, als der damalige Metropolit von Kiew, Filaret Denyssenko, seiner russisch-orthodoxen Kirche den Rücken kehrte und eine rivalisierende Glaubensgemeinschaft ins Leben rief. Anlass für die Gründung dieser „ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats“ war die Bestrebung ukrainischer Kirchenführer, nach der staatlichen Unabhängigkeit auch die kirchliche zu erhalten.

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Wo die Nächstenliebe endet

Viele Christen mit Rechtsdrall verdrehten das Christentum in ein antimuslimisches Abwehrbollwerk, kommentiert die Juristin Liane Bednarz in der „TAZ“. (picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)
Die „TAZ“ fragt, wie das Christentum für die Politik instrumentalisiert wird – und findet Berührungspunkte zwischen Christen und Rechten. Ebenfalls in Berührung mit rechten Positionen wurde Rüdiger Safranski gebracht, zu Unrecht meint die „FAZ“.

Von Adelheid Wedel | Deutschlandfunk Kultur

„Die Abwehr der Migration macht zivilisatorische Fortschritte zunichte.“ Mit dieser genauen Beobachtung lässt sich ein Artikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zusammenfassen. Gustav Seibt klingt desillusioniert, wenn er zu dem Schluss kommt: „Wieder einmal wirken ein paar Jahrhunderte wie ausgelöscht. Offenbar kann man alles zurückdrehen.“

Grausamkeit an der mexikanischen Grenze

Es geht ihm um das Maß an Grausamkeit, aufgerührt durch eine Meldung, dass amerikanische Behörden an der mexikanischen Grenze Kinder von ihren Eltern trennen lassen, wenn diese die Grenze illegal überschritten haben. „Zwischen Mitte April und Ende Mai wurden rund 2000 Kinder von ihren Familien getrennt.“ Solches Verhalten mobilisiere „ein Maximum an Ängsten. Die Grausamkeit soll hier einen unmittelbaren Zweck erfüllen, die Abschreckung“, meint der Autor.

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Berlin setzt auf „friedensstiftende Wirkung“ von Religionen

Ab Montag treffen sich Religionsvertreter aus Asien im Auswärtigen Amt. Der deutsche Außenminister will sie zum Dialog ermuntern und das friedensstiftende Potential von Religionen fördern.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Für Heiko Maas ist es „lohnend und notwendig, mit Religionsgemeinschaften zu kooperieren“. Alle großen Religionen hätten den Anspruch, friedensstiftend zu wirken. Von Montag bis Mittwoch lädt das deutsche Außenministerium zum zweiten Mal Religionsvertreter zum Dialog über „Friedensverantwortung der Religionen“ ein.

Damit geht die deutsche Diplomatie den zweiten Schritt nach einer – noch größer – angelegten Auftaktveranstaltung im Mai 2017. Es ist der Versuch, gerade in Konflikten nicht mehr nur auf staatliche Akteure zu setzen, sondern Religionen als wesentliche Kräfte vieler Zivilgesellschaften einzubinden.

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Vom Misstrauen der Religionen gegenüber Frauen

Wohl alle Weltreligionen misstrauen Frauen – vom Buddhismus, der im fünften vorchristlichen Jahrhundert gegründet wurde, über den Hinduismus bis zum Islam und Christentum (imago stock&people / Philippe Lissac)
Frauen seien missratene Männer, behauptete der Kirchenlehrer Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert. Damit stand der Theologe nicht allein. Alle Weltreligionen setzen Frauen enge Grenzen. Deutungsmacht ist männlich. Ein Streifzug durch Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Der mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin zerbrach sich den Kopf über die Frauen. Und kam zu einem ebenso schlichten wie folgenreichen Ergebnis: „Thomas von Aquin ist ja einer, für den klar war, dass Frauen verunglückte Männer sind, ein menschliches Wesen, das nicht die vollständige menschliche Form erreicht hat. Aber trotzdem ein Wesen, das es natürlich für die Reproduktion, für das Weitergehen des Menschengeschlechts braucht.“

Diese Position erscheine aus heutiger Sicht „sehr zeitbedingt“, sagt die katholische Theologin Marie-Theres Wacker. Es sei völlig klar, dass in diesem Bild Frauen keine vollwertigen Menschen sind oder dass sie in gleicher Weise Gott ebenbildlich sind wie die Männer. Geht man in der Geschichte noch weiter zurück, wird es nicht besser für die Frauen: „Zum Beispiel Augustinus, der große Kirchenlehrer des 5. Jahrhunderts, sich die Dinge so zurecht gelegt hat, dass Frauen zusammen mit den Männern Ebenbild Gottes sind, aber nicht allein. Wenn man solche Auslegungen der Tradition bis hin zur Hl. Schrift hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass man Frauen nicht in Entscheidungspositionen hinein lässt“, so Wacker.

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Mein Gott – oder was ist christlich?

© Bild: APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Das Christentum hat ein Verhältnis zum Staat gefunden, das ein friedliches Zusammenleben ermöglicht.

Helmut Brandstätter | kurier.at

Viktor Orbán will eine „christliche Demokratie des 21. Jahrhunderts“, Papst Franziskus mahnt im neuen Dokument „Oeconomicae et pecuniaeriae quaestiones“ ein gerechteres Wirtschaftssystem ein und kritisiert die Finanzindustrie als „Ort der Egoismen und Missbräuche“, der Chef der historisch antiklerikalen FPÖ zeigte bei Wahlkämpfen das Kreuz wie eine Monstranz, und bei der türkisen ÖVP vermissen manche christlich-soziale Traditionen. Was ist christlich? Und welche Rolle soll der Glaube in der Politik aufgeklärter Staaten spielen?

Pfingsten ist heute, der 50. Tag nach Ostern, Aufbruch für das Christentum. Die Apostelgeschichte erzählt vom Treffen der Jünger Jesu zum jüdischen Fest Schawout: „Als der Pfingstsonntag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten. Auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

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Konfliktforscher: Es gibt auch christlichen Fundamentalismus

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de
Der Konfliktforscher Andreas Zick sieht auch im Christentum ein Potenzial für Gewalt. So habe beispielsweise der rechtsterroristische islamfeindliche norwegische Mörder Anders Behring Breivik auf biblische Passagen Bezug genommen, sagte Zick am Freitag in Münster beim Deutschen Katholikentag.

evangelisch.de

Auch die angeblichen Verteidiger eines christlichen Abendlandes beriefen sich unter anderem auf die Bibel. Christen seien Studien zufolge für Vorurteile gegenüber Fremden anfälliger als Religionslose, erklärte der Bielefelder Wissenschaftler. Das betreffe vor allem Menschen, die religiös seien, und zugleich ihre Meinung für die einzig richtige hielten. „Es gibt auch christlichen Fundamentalismus“, betonte Zick.

Die Marburger Alttestamentlerin Gerlinde Baumann erklärte, gewaltbereite Menschen suchten sich entsprechende biblische Passagen. In der aktuellen Bibelwissenschaft würden biblische Texte über Gewalt heute überwiegend so interpretiert, dass diese Texte nicht zur Gewalt aufforderten, sondern mit einem Verhältnis zur Gewalt ringen.

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Papst: Ideologische Kolonialisierung leugnet Unterschied Mann-Frau

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst schreibt über Karl Marx und Benedikt XVI. – Widerstand gegen staatlichen Totalitätsanspruch bedeute für einen Christen heute, die Familie zu verteidigen

kath.net

Die Ablehnung von Karl Marx durch Benedikt XVI. liegt laut Papst Franziskus nicht in der Sozialkritik des Trierer Philosophen begründet. Der eigentliche Widerspruch zwischen Marxismus und Christentum bestehe nach den Schriften Joseph Ratzingers weder in der besonderen Aufmerksamkeit gegenüber Armen noch in der Anklage des „Skandals“ der Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, sondern im Konzept der Erlösung, schreibt Franziskus in einem Vorwort, aus dem die italienische Zeitung „La Stampa“ (Onlineausgabe Sonntag) vorab zitiert.

Es gehe um die Frage, ob die Erlösung des Menschen durch die „Befreiung von jeder Abhängigkeit“ geschehe oder ob der Weg zur Befreiung eine „völlige Abhängigkeit von der Liebe“ sei, so Franziskus. Seine Analyse Ratzingers erscheint in einem italienischen Sammelband mit Texten des Theologen und späteren Papstes Benedikt XVI. zu Glaube und Politik. Das Buch mit dem Titel „Die Freiheit befreien“ wird kommenden Freitag vorgestellt.

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