Der Grad der Vertuschung ist atemberaubend

Deutscher Kriminologe Pfeiffer kritisiert in „New York Times“ die 1-Million-Euro-Missbrauchsstudie der DBK – Er wirft DBK vor, dass Akten im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Minderjährigen manipuliert oder vernichtet wurden

kath.net

Christian Pfeiffer, der bekannte deutsche Kriminologe, hat in der „New York Times“ deutliche Kritik an der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz geübt. Die Studie, die laut Medienberichten 1 Million Euro gekostet habe soll, unterschätze laut Pfeiffer das wahre Ausmaßes des Problems. Der Kriminologe war gefragt worden, ob er bei Studie mitmachen wolle. Im Endeffekt habe er abgesagt, weil die Kirche sich das Recht vorbehalten wollte, das Endresultat zu kontrollieren und unter gewissen Umständen sogar die Veröffentlichtung untersagen wollte. „Der Bericht zeigt nicht das ganze Bild und er ist nicht völlig unabhängig.“ So wurde den Untersuchern kein direkter Zugang zu den Kirchenakten ermöglicht. Dieser erfolgte nur über Kirchenpersonal als Vermittler.

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Wie heute über Killerspiele diskutiert wird

Für viele Jugendliche öffnet sich eine Fan-Community mit ihrem Lieblingsspiel. (Foto: picture alliance / dpa)
Wird aus jedem Counter-Strike-Spieler ein Amokläufer? Und können Egoshooter junge Muslime radikalisieren? Über eine Debatte, die immer wieder aufkommt.

Von Caspar von Au|Süddeutsche.de

Rudolf Weiß seufzt. Fünf Studien hat er durchgeführt. Mehr als 800 Schüler hat der Medienpsychologe seit 2008 dazu befragt, ob sie den jeweiligen „Mainstream-Shooter“ des Jahres, wie er die Spiele nennt, spielen. Ob es ihren Eltern egal ist, wenn die Jugendlichen ihre Zeit mit sogenannten gewalthaltigen Computerspielen wie Grand Theft Auto (GTA) und Call of Duty (CoD) verbringen und welche Computerspiele sie sonst noch spielen. Jetzt reicht es ihm: „Die Untersuchung ist abgeschlossen, der Trend eindeutig“.

In jeder Studie habe die Zahl der Schüler, die den jeweiligen Mainstream-Shooter spielen, zugenommen. „Zuletzt, 2013, waren es 62 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 16 Jahren.“ Das findet Weiß besorgniserregend. Denn gewalthaltige Computerspiele beeinflussen laut seinen Studien die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen wie kein zweiter Faktor – gerade bei Heranwachsenden. Noch vor Horrorfilmen, Gewalt im Fernsehen und Gewalt im Elternhaus. Doch er betont: „Ich bin keiner, der sagt: Wenn du das spielst, wirst du gewalttätig. Das wäre vermessen.“

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Kriminologe Pfeiffer: DDR-Erziehung ist schuld am Fremdenhass im Osten

Christian Pfeiffer, Bild: wikimedia.org/bph

Nein, Rechtsradikalismus sei kein rein ostdeutsches Problem, wehrten sich jüngst einige Ministerpräsidenten. Kriminologe Christian Pfeiffer erwidert im FOCUS: Die repressiven Erziehungsmethoden in der DDR seien die Ursache für den weit verbreiteten Fremdenhass im Osten.

FOCUS ONLINE

Die These einiger ostdeutscher Ministerpräsidenten, ihre Län­der hätten kein besonderes Problem mit dem Rechtsradikalismus, stößt auf Widerspruch aus der Wissenschaft.

„Ich verstehe nicht, warum ein kluger Kopf wie Bodo Ramelow so etwas behauptet“, sagte der ehemalige Direktor des Kriminologischen For­schungs­institut Niedersachsen, Christian Pfeiffer, dem FOCUS. Zuvor hatte Thüringens Ministerpräsident Ramelow (Linke) behauptet, es handele sich um ein gesamtdeutsches Problem.

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Was hinter 78 antimuslimischen Vorfällen steckt

islam_christentumDie Regierung, die Medien, die muslimischen Verbände: Wenn es um das Thema Islamfeindlichkeit geht, wird immer wieder eine Zahl zitiert. 78. Doch was ist in diesen Fällen eigentlich passiert? SZ.de hat nachgefragt.

Von Hakan Tranriverdi|Süddeutsche.de

Achtundsiebzig. Diese Zahl bestimmt mit, wie in Deutschland über den Islam gesprochen wird. Sie wird in Zeitungen zitiert und dient dort als Symptom für Islamfeindlichkeit. Aus diesem Grund sind muslimische Gemeinden auch beunruhigt über jene Zahl, die gleichzeitig die Antwort der Bundesregierung auf die Frage ist: Wie oft kommt es in und um Moscheen zu antimuslimischen Vorfällen? So lautete eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Offizielles Ergebnis: 78 mal im Zeitraum Januar 2012 bis März 2014 (hier das PDF).

Doch eine einzelne Zahl ist so gut wie wertlos, wenn unklar bleibt, was sich hinter ihr verbirgt. Was genau ist passiert?

Das Papier zur Linken-Anfrage liefert nur wenige Details: In 78 Spalten werden dort zwar einige Zusatzinformationen genannt, zum Beispiel Ort, Datum und welcher Paragraf des Strafgesetzbuches angewendet wurde. Das Wort „islamfeindlich“ findet sich in diesen Spalten allerdings nicht. Genauere Angaben kann das Bundeskriminalamt (BKA) nicht liefern – schlicht, weil es diese nicht hat.

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Luther war kein Judenfeind

luther_1Die judenfeindlichen Schriften Luthers sind schon lange bekannt. Den Reformator als Vordenker der Nationalsozialisten darzustellen, heißt, deren gedächtnispolitischem Programm zum Erfolg zu verhelfen. Eine Replik auf Christian Pfeiffer

Von Johannes WallmannCicero

Da hat der Cicero nun die ganz große Enthüllungsstory geliefert: auf dem Cover Martin Luther vor einer brennenden Synagoge, dazu die Aufschrift „Judenfeind Luther… der Kriminologe Pfeiffer führt Beweis“. Welch schockierende Sensation! Schade nur, dass da gar nichts zu enthüllen ist. Von Luthers unsäglichen antijüdischen Schriften ist seit Jahr und Tag in der Presse und in Büchern zu lesen. Und auch Pfeiffers Unternehmen ist nicht neu: zu beweisen, dass seit der Reformation die evangelische Kirche durch jene Schriften Luthers geprägt sei und sie sich so mitschuldig an den Verbrechen der Nationalsozialisten gemacht habe.

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Käßmann: Mitschuld der evangelischen Kirche an Judenfeindlichkeit

Margot-Kässmann Die offizielle kirchliche Botschafterin zum Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, sieht eine Mitschuld ihrer evangelischen Kirche an der Judenfeindlichkeit.

kathweb

Die Schrift des Reformators Martin Luther (1483-1546) „Von den Juden und ihren Lügen“ von 1543 sei „furchtbar“, sagte die Botschafterin für das Reformationsgedenken dem Berliner Magazin „Cicero“ (April-Ausgabe). „Wir können uns von der Schuld nicht freisprechen, dass im Protestantismus ein starker Antijudaismus vorhanden war. Insofern gibt es eine Schuldgeschichte.“ Zugleich betonte Käßmann, die evangelische Kirche habe gelernt. Heute sei eine solche Judenfeindlichkeit undenkbar.

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Deutsche Bischöfe wollen Missbrauch seit 1945 aufklären

missbrauch_katholKatholische Kirche startet zweiten Anlauf für Studie über sexuelle Übergriffe – erster Versuch gescheitert

Von Birgit BaumannderStandard.at

Beim zweiten Mal soll es klappen. Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben beschlossen, den Missbrauchsskandal in ihren eigenen Reihen wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen.

„Wir wollen Klarheit und Transparenz über diese dunkle Seite in unserer Kirche – um der Opfer willen, aber auch, um selbst die Verfehlungen zu sehen und alles dafür tun zu können, dass sie sich nicht wiederholen“, erklärte der Bischof von Trier, Joseph Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Montag bei der Vorstellung des Projekts.

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Katholische Kirche startet neue Missbrauchsstudie

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Die katholische Kirche nimmt einen neuen Anlauf zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Eine erste Studie war gescheitert. Die Forscher hatten Zensur bemängelt.

ZEIT ONLINE

Die katholische Kirche in Deutschland will ihre internen Akten über sexuellen Missbrauch offenlegen. Sie startet ein neues Forschungsprojekt zur sexuellen Gewalt, das erstmals von einem unabhängigen Forschungsbeirat kontrolliert werden soll. Das sagte Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, der ZEIT.

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„Zwölf Stämme“: „Alle Kinder werden geschlagen“

Bild: twelvetribes.org
Heute quälen ihn Albträume und Lähmungen. Die Dunkelheit kann er nur schwer ertragen, weil dann die Erinnerungen wach werden. Erst mit den Bildern eines RTL-Berichts ist ein jahrelanges Versteck- und Verwirrspiel ans Tageslicht gekommen. Die Süddeutsche Zeitung portraitiert in ihrer aktuellen Ausgabe zwei Aussteiger, die einen Großteil ihrer Kindheit in den Klauen der Sekte „Zwölf Stämme“ gefangen waren.

pro Medienmagazin

Dabei schildert der anonyme 17-jährige Aussteiger Peter ein System übelster Unterdrückung: Neben der systematischen Prügel würden die Kinder auch zur Kinderarbeit gezwungen. Sowohl dagegen als auch gegen die in der Sekte gehandhabte Beschneidung könnte das Gericht vorgehen, schreibt Süddeutsche-Redakteur Stefan Mayr.

Die Sekte selbst, die in den 70er Jahren in den USA gegründet wurde, sieht sich als Nachfolger der „Zwölf Stämme“ Israels. Sie lebt streng nach den Regeln des Alten Testaments, wozu eben auch die Züchtigung ihrer Kinder mit „der Rute der Korrektur“ gehört. Obwohl die deutsche Justiz durch einige Aussteiger und durch Medienberichte Hinweise auf das Gebaren der „Zwölf Stämme“ hatte, kam es nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg nie zu Anklagen, „weil sich die Taten nicht in einer ausreichenden Weise hatten konkretisieren lassen“.

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Ch. Pfeiffer über Gewalt und Religiosität

Bild: wikipedia
In diesem Jahr soll ein Artikel gedruckt werden, der schon im Voraus für heftige Diskussionen gesorgt hat: Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen und Dirk Baier, einer seiner beiden Stellvertreter, haben über „Christliche Religiosität und elterliche Gewalt“ geschrieben. Der „Vergleich der familialen Sozialisation von Katholiken, Protestanten und Angehörigen der evangelischen Freikirchen“ ist online schon auf der Website des NDR verfügbar.

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Die beiden Wissenschaftler haben dafür zwei Befragungsstudien des KFN zum Teil neu ausgewertet: Eine deutschlandweite repräsentative Schülerbefragung aus den Jahren 2007 und 2008 sowie eine Erwachsenenbefragung aus dem Jahr 2011. Sie unterschieden nach evangelischer, katholischer und evangelisch-freikirchlicher Gemeindezugehörigkeit. Und sie differenzierten weiter nach dem Grad der Religiosität (nicht religiös, etwas religiös, religiös, sehr religiös).

Zwei Ergebnisse sind besonders interessant: Das erste betrifft die Eltern. Hier wird sichtbar, dass sich evangelische und katholische Amtskirchler hinsichtlich der Gewaltanwendung relativ ähnlich sind: Am wenigsten prügeln Eltern, die sich als mittel religiös einstufen. Sehr religiöse und gar nicht religiöse Eltern prügeln etwas mehr. Bei religiösen Freikirchlern wird ein höherer Anteil der Kinder geschlagen – und je gläubiger die Eltern sind, desto massiver prügeln sie ihre Kinder.

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Freikirchen kritisieren Gewalt-Studie


Führende Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) haben eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) für ihre verallgemeinernden Aussagen kritisiert. Laut der Studie erleben „evangelisch-freikirchliche“ Kinder häufiger und schwere familiäre Gewalt als Kinder aus evangelischen oder katholischen Familien. Doch welchen Freikirchen die Befragten angehören, wurde gar nicht erfasst.

pro Medienmagazin

Gewaltfreie Erziehung sei Konsens innerhalb der VEF, sagte der Präsident der Vereinigung, Ansgar Hörsting. „Die von Professor Pfeiffer in Interviews vorgetragenen Beispiele für gewaltsame Erziehung sind uns zutiefst fremd.“  Zudem sei die freikirchliche Landschaft in Deutschland viel zu heterogen, als dass man sie über einen Kamm scheren könne. Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, fragt auf seinem Facebook-Profil: „Ist seriöser Journalismus und seriöse Forschung überhaupt noch zu erwarten? Unglaublich unkritisch wird im öffentlich-rechtlichen Sender NDR gegen freikirchliche Christen berichtet – oder muss man schon ’gehetzt‘ sagen?“

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Dodo-Meisner im österlichen Selbstmitleid

meisner_400qErneut hat Kardinal Joachim Meisner die Ausgrenzung von Katholiken angeprangert. In seiner Karfreitagspredigt verglich er die Situation der katholischen Kirche mit dem Leidensweg Jesu. Erst im Februar hatte er von einer „Katholikenphobie“ gesprochen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat in scharfen Formulierungen eine Ausgrenzung der katholischen Kirche beklagt. In seiner Karfreitagspredigt sagte er nach einem zuvor verbreiteten Redemanuskript, die Katholiken müssten heute genau wie Jesus an Karfreitag einen Leidensweg zurückgehen. Keine Religion auf der Welt werde seiner Ansicht nach so verfolgt wie das Christentum. „Wir haben heute in unserer Gesellschaft als katholische Kirche wirklich einen Passionsweg zu gehen“, sagte der Erzbischof im Kölner Dom.

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Kirche im Blindflug

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen

Eine im Auftrag der katholischen Kirche erstellte Studie sieht eine „Abkehr der Katholiken” von ihrer Kirche. Dumm nur, dass sie kaum allgemeingültig sein dürfte

Von Alexander KisslerCicero

Die Kirchen in Deutschland haben eine lange Erfahrung darin, sich ins eigene Bein zu schießen. Dem protestantischen Zweig etwa gebührt das gar nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst, durch die „Lutherbibel“ deutsche Sprache und Theologie enorm bereichert zu haben. Also gefiel es der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor wenigen Jahren, eine kaum lesbare „Bibel in gerechter Sprache“ als Konkurrenzprodukt auf den Markt zu werfen. Luther drehte sich im Grabe um.

Kaum weniger toll treibt es die katholische Amts- und Gremienkirche. Sie lässt es sich gewaltige Steuermittel kosten, um enorm schlecht da zu stehen.

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Missbrauchsstudie: Neue Abmahnung gegen Pfeiffer

Christian Pfeiffer, Bild: Hamburger Abendblatt

Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich weiter mit juristischen Schritten gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer und dessen Zensur-Vorwürfe

kathweb

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich weiter mit juristischen Schritten gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer und dessen Vorwürfe, die Bischöfe hätten die Erstveröffentlichung von Forschungsergebnissen verhindern oder zensieren wollen. Anwälte des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) haben am Freitag an Pfeiffer und sein Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) „eine konkretisierte Abmahnung gerichtet“, bestätigte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Samstag in Bonn gegenüber der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Dies sei aus rechtlichen Gründen erforderlich. Zudem hätten die Anwälte den Bischöfen empfohlen, „die erforderlichen gerichtlichen Schritte einzuleiten“, wenn diese „konkretisierte Unterlassungsverpflichtungserklärung nicht abgegeben werden sollte“. Die Frist dafür laufe am Montagabend ab.

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Das Herrschaftsgehabe der Priester muss weg

Große Probleme der katholischen Kirche sind die Macht der Geistlichen und die Fehlinterpretation des Zölibats Foto: dapd

Der Wille der katholischen Kirche in der Aufklärung der Missbrauchsfälle ist groß. Auch vor ihren gewaltigen, grundsätzlichen Problemen darf die Diskussion nun keinen Halt machen.

Von Matthias KamannDIE WELT

Zweierlei ist der katholischen Kirche beim Thema Missbrauch zugute zu halten. Erstens: Sexualverbrechen an Minderjährigen finden sehr oft auch anderswo statt, zumal in Familien. Und dort sind die Schweigekartelle meist noch stabiler.

War daher zweitens der Vertuschungsvorwurf gegen die Kirche schon bisher einseitig, so zeigt sich nun anhand der soliden Auswertung der katholischen Hotline für Missbrauchsopfer, dass es in der Kirche großen Aufklärungswillen gibt.

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Forensiker Leygraf verteidigt Kirche gegen Zensurvorwürfe

Norbert Leygraf. Bild: fnp

Norbert Leygraf hatte in seiner eigenen parallel geführten Studie über sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche nach eigener Aussage keine Zensur erlebt.

kath.net

Der Essener Wissenschaftler Norbert Leygraf (Foto) nimmt die katholische Kirche gegen Zensurvorwürfe bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Schutz. Der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen hatte parallel zum Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer eine wissenschaftliche Studie über «Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland» durchgeführt und dabei forensische Gutachten analysiert.

Leygraf sagte dazu am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Essen, die Kirche habe in keiner Weise Einfluss auf den Abschlussbericht genommen und keine Zensur ausgeübt. Das gelte auch für eine geplante Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift. Wie bei Drittmittelstudien üblich, seien die Ergebnisse der Studie den Auftraggebern aber vor der Veröffentlichung vorgestellt worden.

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„Der katholischen Kirche geschieht Unrecht“

Foto: dapd Der Bischof von Trier: Stephan Ackermann wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Im Interview sagt er, wie er das Forschungsprojekt jetzt noch retten will.

Von Lucas WiegelmannDIE WELT

Nach dem vorläufigen Stopp der Missbrauchsstudie am Mittwoch ist die katholische Kirche in die Defensive geraten. Der Kriminologe Christian Pfeiffer, der die Studie hätte betreuen sollen, wirft den Bischöfen Zensur vor. Politiker und Opferverbände warnen die Kirche vor einem Erlahmen der Aufklärungsbemühungen.

Die Welt: Herr Bischof, der Kriminologe Christian Pfeiffer erhält seinen Zensurvorwurf aufrecht. Politiker wie die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt sprechen ebenfalls von Zensur. Wie wollen Sie sich gegen diesen Vorwurf wehren?

Bischof Ackermann: Der Vorwurf stimmt nicht. Deshalb gehen wir rechtlich dagegen vor, dass Professor Pfeiffer den Vorwurf wiederholt. Das ist aber nur die juristische Seite. Wir haben immer klar gesagt: Wir wollen die kriminologische Aufarbeitung, deshalb suchen wir ja jetzt einen neuen Projektpartner. Wenn die Ergebnisse dann mal auf dem Tisch liegen, wird man endgültig sehen, dass der Vorwurf der Zensur wirklich nicht stichhaltig ist.

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Neunmal mehr Missbrauch in der Kirche

Quelle: http://www.az-web.de

Die Abgründe sind nahe. 35 Kilometer vor der Tür des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover werden nun Fall für Fall Personalakten von Priestern durchforstet, die sich sexuell an Kindern und Jugendlichen vergangen haben.

az-web.de

Damit startete gestern im Generalvikariat des Bistums Hildesheim die umfassendste Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen in der Geschichte der katholischen Kirche. Bis 1945 gehen die Kriminologen zurück. Ende Oktober, spätestens Anfang November will der KFN-Direktor Christian Pfeiffer das Bistum Aachen unter die Lupe nehmen.

«Doch bevor wir nach Aachen kommen, wollen wir in dem Pilotverfahren in Hildesheim erst ein Schema der Aktenanalyse erarbeiten, das dann bundesweit in den weiteren 26 Bistümern angewendet wird», erklärte Pfeiffer gestern gegenüber unserer Zeitung.

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Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

 

Quelle: bruedergemeinde.de

Gottesstaat Deutschland: Geht’s noch Ihr Bibel-Deppen???
[…]Die Deutsche Bibelgesellschaft feiert nächstes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Das Bundesfinanzministerium wird zu diesem Anlass eine Sonderbriefmarke herausbringen. Dafür haben sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein und Steffen Bilger stark gemacht, die so die Arbeit der Organisation würdigen wollen. Seit 200 Jahren bemüht sich die Deutsche Bibelgesellschaft um die Verbreitung der Heiligen Schrift. In dieser Zeit wurden etwa 100 Millionen Bibeln preiswert oder gar kostenlos in ganz Deutschland verteilt. Für Klein war dies Grund genug, sich zusammen mit seinem Kollegen Bilger und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für eine angemessene Würdigung der Organisation einzusetzen. „Die Arbeit der Bibelgesellschaft war und ist (ebenso wie das christliche Fundament unseres Bildungswesens) unverzichtbar, auch und gerade in einer weltanschaulich immer offeneren Zeit“, begründete Klein seine Anfrage an das Bundesfinanzministerium. Das Ministerium nahm den Vorschlag bereitwillig auf, sodass die neue Sonderwertmarke „200 Jahre Deutsche Bibelgesellschaft“ bald das Briefmarkenspektrum bereichern wird[…]

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Ausgeprägter Katholizismus macht anständig saufen

Die Kehrseite der Medaille: Alkohol fließt im Emsland reichlich - auch in jugendliche Münder. Foto: dpa

Nirgends in Deutschland sind Jugendliche so anständig wie im Emsland. Haben zumindest Kriminologen herausgefunden. Ein Grund sei der ausgeprägte Katholizismus.

Von Teresa Havlicektaz

„Glänzend“: So steht es für Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), um die Jugend im Emsland. „Jugendliche als Opfer und Täter von Gewalt im Landkreis Emsland“ hat das Institut erforscht. Ergebnisse stellte Pfeiffer am Freitag in Hannover vor: Nirgendwo hierzulande ist die Jugenddeliquenz demnach niedriger als im Emsland.

6,7 Prozent der dortigen Neuntklässler gaben demnach an, im vergangenen Jahr gewalttätig gewesen zu sein. Bundesweit liegt die Quote bei 13,7 Prozent. Auch sonstige delinquente Verhaltensweisen – Ladendiebstähle, Sachbeschädigungen oder Einbrüche – kommen bei Heranwachsenden im Emsland seltener vor als im Bund.

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