Tausende Forscher sind auf Fake-Journale hereingefallen

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Immer mehr seriöse Forscher lassen sich von „Raubverlagen“ das Geld aus der Tasche ziehen. Ihr Ziel: der schnelle Ruhm. Nun sind Zahlen über das Ausmaß auf dem Tisch, Gegenmaßnahmen werden gefordert.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Markt für Pseudowissenschaften wächst offenbar immer schneller, und auch seriöse Wissenschaftler gehen den Strippenziehern vermehrt auf den Leim, die vor allem als Wissenschaftsverlage mit offenen Zugang (Open access) auftreten. „Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler“ wurden von dem Sender NDR, WDR und das „Süddeutsche Zeitung Magazin“ identifiziert, die mindestens einmal in einem dieser als „Raubverlage“ bezeichneten Plattformen publizierten. Ausgenommen seien auch einzelner Wissenschaftler aus hoch angesehenen  Institutionen und Hochschulen nicht. Zumindest so viel hat das Recherchenetzwerk ein paar Tage vor der Ausstrahlung einer halbstündigen Dokumentation im ARD mitgeteilt.

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Was die Wissenschaft der Politik wert ist

Welches Geschlecht hat das Küken im Ei? Auch das beschäftigt Forscher, hier in der Technischen Universität Dresden. Foto: afp
Fünf Fachgesellschaften schicken einen Katalog mit Fragen zum Thema Forschung an die Parteien. Auf ihre Fragen erhielten sie viele allgemeine, und zum Teil sehr ähnlich lautende Aussagen.

Von Pamela Dörhöfer | Frankfurter Rundschau

Ohne die Wissenschaft wäre die Menschheit in vielen Dingen seit der Antike nicht  viel weiter gekommen. Wir würden immer noch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, wähnten uns als Mittelpunkt des Universums, mangelnde Hygiene und Infektionen würden viele bereits in jungen Jahren dahinraffen. Fortschritt in der Wissenschaft hilft, die Welt zu verstehen, Krankheiten den Schrecken zu nehmen, den Alltag zu erleichtern; gleichzeitig könnten entgleister Forscherdrang und missbrauchte Ergebnisse auch Schlimmes anrichten, sogar die gesamte Erde vernichten. Trotz dieser großen Bedeutung spielen Wissenschaft und Forschung im Wahlkampf traditionell keine sehr wichtige Rolle; eher selten, dass das Thema bei Talkshow-Auftritten oder an den Ständen der Parteien zur Bundestagswahl umfassend diskutiert würde; den Komplex Klima/Energiewende einmal ausgenommen.

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Jungtürkische Massaker an den Christen

© dpa Die Schuld der anderen? Armenische Flüchtlinge in Syrien, 1915. Sie waren nicht die einzige betroffene Minderheit des Genozides.
Bei der Diskussion um den Genozid von 1915 gibt es viele Leerstellen. Nicht nur die Armenier waren Opfer von Massenmorden, sondern auch die Aramäer – und die Frage nach der deutschen Rolle wird ignoriert.

Von Dorothea Weltecke, Boris Barth, Dominik Giesen | Frankfurter Allgemeine

Heute, am 15. Juni, begehen aramäische Christen weltweit erstmals ökumenisch den Jahrestag des „Sayfo“. Dieser Begriff meint „das Schwert“ und ist das Wort für die aramäische Erinnerung an die Massenmorde, die vom jungtürkischen Regime im Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1917 an dieser Volksgruppe begangen wurden. Genaue Opferzahlen sind nicht bekannt, doch wurde der Großteil ihrer Bevölkerung im Osmanischen Reich vernichtet und vertrieben. Uralte Siedlungen wurden für immer aufgegeben; an zentrale historische Orte aramäischer Kultur wie die Städte Urfa (Edessa) oder Nusaybin (Nisibis) sind die Nachfahren der Opfer nie wieder zurückgekehrt.

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Betrug in der Wissenschaft: Tricksen, täuschen, fabulieren

In der Forschung geht alles mit rechten Dingen zu – oder etwa nicht? (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)
Das Vertrauen in die akademische Forschung basiert auf einem Versprechen: Forscherinnen und Forscher garantieren wissenschaftlich höchste Standards und Seriosität. Doch ob Plagiate, manipulierte Daten oder erfundene Experimente – immer wieder erschüttern Skandale die Öffentlichkeit.

Von Susanne Billig und Petra Geist|Deutschlandradio Kultur

(Nachrichten-Ticker) Stammzellenforscherin überführt: Abbildungen manipuliert – Physiker fälscht hunderte von Studien – Minister: Doktorarbeit ein Plagiat – Archäologe bringt Funde selbst zur Ausgrabungsstätte.

Manfred James Müller: „Wissenschaftler schaffen Wissen, sie tun dies durch unabhängige Forschung, vollständige Transparenz ihrer Arbeit und in gegenseitiger Kritik.“

Gerhard Fröhlich: „Ich darf nicht Ergebnisse verbiegen, weil es meiner Karriere besser täte. Ich darf nicht Ergebnisse verbiegen, weil das meinen Auftraggeber freuen würde, etwa einen Pharmakonzern. Sondern: Was rauskommt, kommt raus.“

Der ethische Anspruch ist hoch: Neutral und wertfrei sollen sich Forscherin und Forscher dem Untersuchungsgegenstand nähern, sachlich und frei von persönlichen Begehrlichkeiten, nur von der Suche nach Wahrheit inspiriert. Fälschung und Betrug treffen die hoch vernetzte, moderne Forschung hart, denn jedes Ergebnis muss als Fundament des nächsten dienen. Wissenschaftler, die fälschen und verschweigen, produzieren ratlose Kolleginnen und Kollegen, deren Ideen nicht funktionieren.

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Deutsche Forschungsgemeinschaft: Gelder für religiösen Firlefanz

Die Ordnung aller religiösen Riten und Zeremonien im Christentum nennt man Liturgie. Ist Liturgie eine unverrückbare Tradition? Oder darf man die überlieferten Formen verändern? Eine neue Studie beschäftigt sich mit dem Umgang der Liturgie im Alltag.


Bayrischer Rundfunk

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungsprojekt zum Thema „Liturgische Akteure: Normen und gottesdienstliche Praxis“. Prof. Dr. Martin Stuflesser, Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts von der Universität Würzburg leiten das für drei Jahre angelegte Forschungsprojekt.

Das Forschungsprojekt untersucht, wie liturgische Akteure aus unterschiedlichen Personengruppen, wie Priester, Diakone, hauptamtliche Laien, im kirchlichen Auftrag liturgischen Feiern verwenden. Die Studie soll beobachten, wie diese die Vorgaben zur Liturgie anwenden, wo sie abweichen und warum Veränderungen vorgenommen werden.

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