Für eine Mehrheit der EU-Bürger ist der Zerfall der EU in 10-20 Jahren wahrscheinlich

Bild: pxhere.com/CC0
Nach einer Umfrage hält es sogar ein Drittel für realistisch, dass ein Krieg zwischen EU-Staaten möglich ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Geht man nach einer Umfrage, die YouGov im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) im März in 14 EU-Ländern hat durchführen lassen, ist die Stimmung nicht sonderlich gut. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik, Spanien, Schweden und Ungarn glaubt, dass es die EU in den nächsten 10-20 Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Die Briten wurden leider nicht gefragt.

Die Slowaken sind am pessimistischen – oder am optimistischen? Zweidrittel gehen davon aus, dass die EU in 10-20 Jahren „realistisch“ gesehen zerfallen wird. Aber auch 58 Prozent der Franzosen und 57 Prozent der Rumänier, Polen und Italiener sind dieser Meinung. In Deutschland und Österreich vermutet dies jeweils die Hälfte. Nur in Schweden, Dänemark und Spanien sieht keine Mehrheit die EU am Zerfallen, aber auch hier sind diejenigen eine Minderheit, die das für unrealistisch halten.

Gefragt wurde auch nach der Stimmung der Menschen gegenüber der Zukunft. Am häufigsten genannt wurden: gestresst, ängstlich und optimistisch. Der Stress überwog bei den Italienern, Griechen und Ungarn, die Angst war bei den Franzosen, Slowaken und Tschechen am größten, in den anderen Ländern war Optimismus am stärksten. Den Dänen und Schweden geht es am besten, sie fühlen sich glücklich bzw. sicher. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es ihnen finanziell am besten zu gehen scheint. Fast die Hälfte sagt, sie hätten am Monatsende noch Geld übrig, im Durchschnitt ist es ein Drittel wie in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. In Polen, Frankreich und Rumänien sind es weniger als ein Viertel und noch weniger in Ungarn oder gar in Griechenland.

weiterlesen

Deutschlands ökologische Ressourcen für dieses Jahr verbraucht: Ein Leben auf Pump

Bild von Colin Behrens auf Pixabay
Deutschland hat seine natürlichen Ressourcen für 2019 aufgebraucht. Ab diesem Freitag leben die Bundesbürger ökologisch auf Pump – und damit auf Kosten künftiger Generationen und der Menschen im globalen Süden.

DOMRADIO.DE

Wer ständig sein Konto überzieht, ist schnell pleite. Von diesem Freitag an leben die 83 Millionen Bundesbürger ökologisch auf Pump – und damit auf Kosten der kommenden Generationen und der Menschen im globalen Süden. Denn dann sind nach Berechnungen von Wissenschaftlern des Global Footprint Network, einer internationalen Forschungsgruppe mit Sitz in Kalifornien, ihre nutzbaren Ressourcen für dieses Jahr verbraucht.

„Erdüberlastungstag“

Berechnet wird der „Erdüberlastungstag“ mit Hilfe des sogenannten ökologischen Fußabdrucks: Auf der einen Seite steht die biologische Kapazität der Erde, Ressourcen aufzubauen – etwa Wälder, Wiesen und Gewässer – und Abfälle aufzunehmen, wie zum Beispiel CO2-Emissionen. Dagegen wird der Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Wäldern, Acker und Flächen aufgerechnet.

weiterlesen

US-Erhebung: Westeuropäische Christen befürworten Kirchensteuer

Bild: tilly
Christen in westeuropäischen Ländern sind laut einer Erhebung amerikanischer Meinungsforscher weitgehend einverstanden mit der Kirchensteuer.

evangelisch.de

In den sechs westeuropäischen Ländern mit Kirchensteuer – Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweden, Finnland und Dänemark – erklärte nach Angaben des in Washington ansässigen Pew Research Center eine „große Mehrheit“ der Befragten, die angeben, Kirchensteuern zu zahlen, sie würden keine „Schritte unternehmen“, um keine Kirchensteuer mehr zahlen zu müssen. Es gebe „keinen Massenexodus“ von diesen Abgaben.

In Deutschland sagten 78 Prozent der befragten Kirchensteuerzahler, es sei nicht besonders oder überhaupt nicht wahrscheinlich, dass sie keine Kirchensteuer mehr zahlen wollten, wie die Studie ergab, die am Dienstag in Washington vorgestellt wurde. 21 Prozent erklärten hingegen, ihr Austritt sei „sehr oder etwas wahrscheinlich“. Die Verpflichtung zur Kirchensteuer erlischt in Deutschland nur durch Kirchenaustritt.

weiterlesen

Türkei: Transitland zum IS

Zehntausende IS-Anhänger aus aller Welt konnten ungehindert von der Türkei aus zum Dschihad nach Syrien reisen

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Schon 2014 warnte die demokratische Selbstverwaltung in Nordsyrien die Welt vor dem IS-Schlupfloch Türkei. Es gab Berichte Medien über die Verbindungen zwischen der Türkei und dem IS in den kurdischen Medien, in der damals noch existierenden oppositionellen türkischen Presse, auf Fotos und in Videos in den sozialen Medien.

Immer wieder tauchten Videos und Zeugenaussagen in den kurdischen Gebieten der Türkei auf, die Arabisch sprechende Polizisten und Soldaten in den Reihen der türkischen Polizei und des Militärs zeigten. Auch Telepolis berichtete mehrfach darüber. Aber die Bundesregierung duckte sich aus Rücksicht auf Erdogan und seine AK Partei, verschloss Augen und Ohren – und schwieg. Zehntausende IS-Anhänger aus aller Welt konnten ungehindert von der Türkei aus zum Dschihad nach Syrien reisen. Nun drückt man sich vor der Verantwortung, die in Nordostsyrien inhaftierten Islamisten in ihre Heimatländer zurückzuholen und zu verurteilen.

Reporter des Spiegel lieferten kürzlich eine „ganze Kiste voller amtlicher Belege zur Rolle der Türkei bei der Einreise von IS-Kämpfern in Syrien, vor denen die Bundesregierung nun nicht mehr die Augen verschließen, sondern endlich handeln sollte. Tacheles reden mit der Türkei – das wäre jetzt die richtige Reaktion. Denn viele Islamisten möchten zurück in die Türkei, wo ein gut funktionierendes Netzwerk von IS-Anhängern auf sie wartet. Viele sind sich auch sicher, dass sie in der Türkei – wenn überhaupt – nur mit kurzen Gefängnisaufenthalten zu rechnen haben.

Ein Team von Spiegel und Spiegel TV reiste im März in die Hauptstadt Qamishlo des Kantons Cizire in Nordsyrien und bekam Belege vorgelegt, die beweisen, dass die Reiseroute der meisten ausländischen Dschihadisten über die Türkei führte. Dem Team wurden mehr als 100 Reisepässe aus Deutschland, Indonesien, Slowenien, Russland und Tunesien, selbst aus Trinidad, Tobago und Südafrika vorgelegt.

Tausende weitere sollen sich in den Händen der syrischen demokratischen Kräfte (SDF) befinden. Allen Pässen gemein war der rote türkische Einreisestempel – der blaue Ausreisestempel nach Syrien jedoch fehlte, offiziell haben diese Leute die Türkei nie verlassen. Wie kamen dann nur diese Pässe nach Nordsyrien in die Verwaltungsgebäude des IS, wo die syrischen demokratischen Kräfte (SDF) Tausende solcher Dokumente sicherstellte?

Einige Reisepässe hatten mehrere türkische Einreisestempel, was nach Interpretation der Reporter ein Indiz dafür ist, „dass in der Anfangszeit bis 2014 viele Dschihad-Reisende erst einmal zum Schnupperaufenthalt ins Terrorreich kamen. Nach zwei, drei Monaten reisten sie wieder aus, um daheim weitere Willige zu rekrutieren und abermals zu kommen“. Der kleine Provinzflughafen in der Provinz Hatay avancierte ab Sommer 2012 zu einer „VIP-Lounge für internationale Fanatiker“, berichtet der Spiegel.

Kaum zu glauben, dass den türkischen Behörden dieser rege Reiseverkehr selbst in den Wintermonaten in die sonst wenig frequentierte Region nicht aufgefallen ist. Der SDF-Sprecher Mustafa Bali, der dem Reporterteam die Pässe zeigte, sagte: „Damals wollte uns keiner glauben. Heute haben wir die Beweise.“ Beweise gibt es, wie schon erwähnt genug. Zahlreiche Aussagen inhaftierter IS-Kämpfer, die der kurdischen Nachrichtenagentur ANF vorliegen, bestätigten, dass nicht nur IS-Kämpfer über die Türkei ins Kalifat kamen, sondern auch Waren und Waffen.

weiterlesen

Opioide: Kein Überschwappen von US-Krise nach Europa

APA/AFP/US Drug Enforcement Admi
Daten aus Deutschland und Österreich zeigen: Die Zahl der Opioid-Abhängigen bleibt konstant. Laut Schmerzspezialisten ist die „Opioid-Krise“ eine Krise der USA. Grund sind unterschiedliche Strategien in der medizinischen Behandlung.

Die Presse.com

In den USA gibt es eine „Opioid-Krise“. Zwei Drittel der jährlich rund 70.000 Drogentoten sterben dort an rezeptpflichtigen Opiat-Schmerzmitteln oder illegalen Opiaten wie Heroin. Doch diese Problematik betrifft die USA. Die Situation in Europa und in Österreich sei ganz anders, stellen Fachleute fest. Knackpunkt sind offenbar die unterschiedlichen Strategien in der medizinischen Behandlung.

Das wichtigste Indiz dafür ist die Zahl der Opiatabhängigen in den USA im Vergleich zu Europa. Burkhard Gustorff, Vorstand der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin am Wilhelminenspital Wien und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), wurde dazu vor Kurzem in einer Aussendung zitiert: „Tatsächlich gibt es keinen Zweifel an der Tatsache, dass die Zahl der Opioid-Toten in den USA kontinuierlich steigt und die Menge der verschriebenen Opioid-Analgetika nach starken Zuwächsen über mehr als 15 Jahre auch steigt und erst in den vergangenen zwei Jahren eine Abschwächung findet. In Australien sehen die epidemiologischen Daten ähnlich aus.“

weiterlesen

Verbotene Pestizide in Europas Flüssen

Entnahme einer Wasserprobe in einem Kanal. Bei ihrer Studie fanden die Forscher kein Fließgewässer, das nicht mit Pestiziden kontaminiert war. © Jonathan Panduro Findalen/ Greenpeace
Kontaminiertes Wasser: Das Wasser europäischer Flüsse und Kanäle ist mit mehr als hundert verschiedenen Pestiziden kontaminiert – teilweise über die Grenzwerte hinaus, wie jetzt Tests in zehn Ländern enthüllen. Unter den Chemikalien sind auch 24 nicht mehr in der EU zugelassene Substanzen, sowie 21 Tierarzneimittel. Die meisten Pestizide waren Unkrautvernichtungsmittel, aber auch Neonicotinoide waren in erhöhten Dosen vertreten, wie die Forscher berichten.

scinexx

Vieles, was von uns Menschen ins Abwasser oder in die Umwelt abgegeben wird, landet irgendwann im Boden oder in den Gewässern. Forscher haben schon mehrfach Rückstände von Pestiziden, Arzneimitteln und Kontrastmitteln in Flüssen und Bächen und sogar im Trinkwasser nachgewiesen. Auch multiresistente Bakterien sind in deutschen Gewässern keine Seltenheit mehr.

Wie groß das Ausmaß der Gewässerbelastung in Europa ist, haben nun Forscher erneut mit Stichprobentests überprüft. Für ihre Studie entnahmen sie Wasserproben in 29 Flüssen und Kanälen in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien Polen und Belgien. Alle Wasserproben wurden auf 245 verschiedene Pestizide und 101 Tierarzneimittel-Wirkstoffe getestet.

weiterlesen

Druck aus Brüssel: Schulze will Düngerecht verschärfen

Bild. tagesschau.de
Im Kampf gegen zu viel Nitrat im Grundwasser verlangt die EU von Deutschland strengere Auflagen fürs Düngen. Die Landwirte protestieren, Umweltministerin Schulze will, dass das Düngerecht schnell verschärft wird.

tagesschau.de

Bei der Düngung ihrer Felder müssen die Bauern in Deutschland künftig mit strengeren Vorgaben rechnen. Die Verschärfung des Düngerechts, die die Bundesregierung in den vergangenen Wochen vorgelegt hatte, ist der EU-Kommission allerdings noch zu lasch. Weitere Änderungen seien notwendig, bestätigte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Die EU verlangt schon bis Ende März weitere Maßnahmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dringt auf schnelles Handeln der Koalition.

„Sauberes Wasser ist hohes Gut“

Angesichts des erneuten Drucks aus Brüssel will Schulze, dass das Düngerecht schnell verschärft wird. Hintergrund ist die Nitratbelastung des Grundwassers. „Sauberes Wasser ist ein hohes Gut. Darum müssen wir dafür sorgen, dass die Überdüngung der Äcker aufhört“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Auch um teure Strafzahlungen an die EU zu vermeiden, muss die Bundesregierung das Düngerecht schnell weiter verbessern.“

weiterlesen

Kurden widersprechen Trump und erklären, dass sie IS-Kämpfer nicht einfach so freilassen werden

Vertreter der kurdischen Kräfte in Nordsyrien haben versichert, inhaftierte deutsche Jihadisten nicht freizulassen. Damit widersprachen sie einer Drohung von US-Präsident Donald Trump.

Neue Zürcher Zeitung

Der Aussenbeauftragte der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Abdel Karim Omar, sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (Paywall), Trump habe über eine Freilassung nicht zu entscheiden. Die ausländischen Gefangenen seien nicht in amerikanischen, sondern kurdischen Händen. «Wir werden mit den IS-Mitgliedern gemäss den internationalen Verträgen und Konventionen umgehen, und wir werden sie nicht freilassen», sagte Omar.

Trump hatte europäische Länder wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien via Twitter aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Anderenfalls seien die USA gezwungen, sie auf freien Fuss zu setzen. Allerdings sind die Kämpfer nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Einheiten, die weite Gebiete im Norden Syriens kontrollieren. Die USA sind Verbündete der Kurden im Kampf gegen den IS.

weiterlesen

Steuerhinterziehung in Deutschland: Fiskus werden 125 Milliarden Euro vorenthalten

Die EU-Staaten haben in den vergangenen Jahren ihren Kampf gegen Steuerhinterziehung verstärkt (Symbolbild). Foto:dpa
In Deutschland werden nach einer neuen Studie jährlich Steuern im Umfang von 125 Milliarden Euro hinterzogen.

Von Timot Szent-Ivanji | Kölner Stadt-Anzeiger

In ganz Europa beläuft sich der Schaden durch Steuerhinterziehung auf insgesamt 825 Milliarden, wie aus einer Untersuchung der University of London im Auftrag der sozialdemokratischen S&D-Fraktion im EU-Parlament hervorgeht. Die Studie basiert auf Daten des Jahres 2015, den aktuellsten verfügbaren Informationen aus den EU-Staaten.

weiterlesen

Deutschland: Zahl neu eintreffender Flüchtlinge sinkt

Während die Flüchtlingszahlen weltweit im vergangenen Jahr erneut gestiegen sind, nimmt die Zahl der Ankünfte in Deutschland weiter ab.

evangelisch.de

Wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Sonntag in Berlin mitteilte, sank in Deutschland die Zahl der Asylanträge in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um weitere 20 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 seien 81.800 Anträge auf Asyl registriert worden. 2017 waren es im gleichen Zeitraum 101.000 Anträge, 2016 noch 387.700, wie das Flüchtlingshilfswerk weiter mitteilte.

weiterlesen

Deutschland im UN-Sicherheitsrat: In der ersten Reihe

Bild: tagesschau.de
Als Deutschland zuletzt Mitglied auf Zeit im mächtigsten UN-Gremium war, hieß der Außenminister noch Guido Westerwelle. Seitdem ist auf der weltpolitischen Bühne viel passiert. Was will Deutschland in den zwei Jahren erreichen?

Von Kai Clement | tagesschau.de

Philosophen sind nicht eben häufig Thema im UN-Sicherheitsrat. Das könnte sich ab sofort ändern. Ein Vorgeschmack: „Als Deutsche kennen wir uns mit Idealismus aus, der kommt ja aus der deutschen Philosophie. Denken wir an Kants Kategorischen Imperativ.“ Der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen ist noch Gast im Sicherheitsrat, als er das sagt. Es geht um das Iran-Abkommen.

Leider aber, so Heusgen weiter, folge die Welt ja nun nicht Kants Maxime, nur so zu handeln, wie man es sich von allen wünschen würde. Auch der Iran nicht. Dennoch sei das Iran-Abkommen immer noch der beste Kompromiss, weil es das etwa gegenüber Israel durchaus aggressive Land wenigstens von der Atomwaffe fernhalte.

weiterlesen

Deutsche Pkw-Maut soll im Oktober 2020 starten

foto: apa / zentralbild / bernd wüstneck
Deutscher Verkehrsminister bestätigte Zuschlag an deutsch-österreichisches Konsortium

derStandard.at

Die Pkw-Maut auf deutschen Straßen soll im Oktober 2020 starten. Ein entsprechender Vertrag sei am 30. Dezember unterschrieben worden, sagte Deutschlands Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in einem am Dienstag auf Twitter verbreiteten Video.

„Das heißt, wir können Gerechtigkeit auf deutschen Straßen schaffen, weil jeder, der unsere Infrastruktur benutzt, der zahlt auch – ohne Mehrbelastung für die Inländer“, sagte Scheuer in dem Video. Er bezeichnete das als gute Nachricht zum Jahresstart. Der finanzielle und wirtschaftliche Rahmen, den der Deutsche Bundestag vorgegeben hat, werde eingehalten, erklärte der Minister weiter.

weiterlesen

«Johann von Gott(João de Deus)» soll hunderte Frauen sexuell belästigt haben

Der selbsternannte Wunderheiler Joao Teixeira de Faria (Mitte) mit Anhängern. Er hat sich der Polizei gestellt. Über 330 Frauen haben Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben. (Bild: Marcelo Camargo / Agencia Brasil via AP)
Das brasilianische Medium «João de Deus» (76) hat sich am Sonntag der Polizei gestellt. Zuvor hatten über 330 Frauen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben, unter ihnen auch Frauen aus der Schweiz, Deutschland und Australien.

Thomas Milz | Neue Zürcher Zeitung

Aus aller Welt waren sie gekommen, Menschen mit Krebs im Endstadium, verzweifelte Eltern mit dem Foto ihrer todkranken Tochter, Jugendliche mit chronischen Kopfschmerzen. Rund 120 000 Menschen pilgerten jährlich in das kleine Städtchen Abadiânia in der zentralbrasilianischen Cerrado-Savanne, um Heilung zu finden. João de Deus, der «Johann von Gott», wie sich der Wunderheiler João Teixeira de Faria selber nennt, sollte das schaffen, was die klassischen Schulmediziner rund um den Globus nicht hinbekamen. Die Fälle heilen, für die nur Gott eine Lösung parat hält.

weiterlesen

Kritik der türkischen HDP „: Maas billigt Erdogans Unterdrückung“

Bild: tagesschau.de
Erdogan lässt sich in seine Politik nicht reinreden: Oppositionelle sperrt er weg, EU-Urteile ignoriert er. Trotzdem schweigen Deutschland und die EU, kritisiert der HDP-Abgeordnete Sancar.

Von Oliver Mayer-Rüth | tagesschau.de

Die HDP ist unter Druck. Seit mehr als zwei Jahren geht der türkische Staat mit großer Härte gegen Funktionäre, gewählte Volksvertreter und Abgeordnete der Partei vor. Unzählige HDP-Politiker sitzen im Gefängnis.

Die Partei selbst sagt, sie setze sich insbesondere für die Belange der kurdischen Minderheit ein. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, seine AKP, die mit Erdogan verbündete nationalistische Partei MHP und die türkische Justiz werfen der HDP vor, der politische Arm der als Terrororganisation eingestuften PKK zu sein. Zwar findet in regierungsnahen Medien eine permanente Kriminalisierung der prokurdischen Partei statt, verbieten will Erdogan die HDP jedoch nicht.

weiterlesen

„Wenn Sie Hilfe brauchen, klingeln Sie bei mir“

Bild: zdf
Jede dritte Frau in Deutschland ist Opfer von Gewalt. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen erklärt der Sozialdienst katholischer Frauen, wie es Betroffenen in Gewaltsituationen geht und auch das Umfeld helfen kann.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Gerade Gewalt in der Partnerschaft ist ein häufig auftretendes Thema. 140 000 Fälle wurden 2017 vom Bundeskriminalamt erfasst. Das sind aber noch lange nicht alle Fälle. Was sind denn die Gründe dafür, dass so viele Fälle häuslicher Gewalt zu spät oder gar nicht ans Licht kommen?

Christiane Stermann (Sozialdienst katholischer Frauen in Köln): Ich denke, das eigentliche Zuhause ist immer noch ein privater Bereich im Leben eines Menschen und es ist für die Betroffenen sehr schwer damit rauszugehen. Einfach, weil es mit sehr viel Scham verbunden ist – wer sagt schon gerne, dass jemand geschlagen wird, dass sexuelle Gewalt stattfindet, das eine Bedrohungslage alltäglich existiert.

Damit ist auch die Angst vor der weiteren Existenz komibiert: finanzielle Ressourcen gehen verloren, Abhängigkeiten bestehen. Wenn Kinder im Haushalt leben, besteht auch immer die Frage, ob ich meinen Kindern den Vater nehmen möchte. Wie kommt das innerhalb der Familie an? Glaubt mir überhaupt jemand? Hier treffen ganz, ganz viele Hemmnisse aufeinander, die bedeuten, dass der Schritt damit nach außen zu gehen, sehr schwer ist.

weiterlesen

Islamwissenschaftler fordert Gebrauchsanleitung für den Koran

Koran essen
Der Münsteraner Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi hat dazu aufgerufen, Muslime in Deutschland mit einer „Gebrauchsanleitung“ für den Koran auszustatten. „Ich kann mich nicht an den Koran halten, sondern nur an ein Verständnis des Korans“, sagte er am Montag bei einer Tagung in Mainz.

evangelisch.de

Die heilige Schrift der Muslime enthalte viele, wörtlich verstanden widersprüchliche Aussagen. Dies mache auch extremistische Lesarten möglich: „Selbstverständlich hat jede Schandtat, die im Namen des Islam verübt wird, etwas mit dem Islam zu tun.“ Muslime bräuchten daher genauso wie Christen, Juden, Buddhisten und Hindus auch Interpretationshilfen.

Theologen und Moscheevereine sollten zu einem modernen Verständnis des Korans beitragen, sagte Karimi, der als stellvertretender Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster lehrt.

weiterlesen

Fall Khashoggi: Deutschland verhängt Einreisesperren

Bild. tagesschau.de
18 saudische Staatsangehörige dürfen ab sofort nicht nach Deutschland einreisen: Sie stünden mutmaßlich in Verbindung zum Fall des in Istanbul getöteten Journalisten Khashoggi, sagte Außenminister Maas.

tagesschau.de

Deutschland belegt wegen der Tötung des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi 18 saudische Staatsangehörige mit Einreisesperren. Die Betroffenen stünden mutmaßlich in Verbindung zu der Tat, sagte Außenminister Heiko Maas am Rande eines EU-Treffens in Brüssel.

Bei den betroffenen Personen handelt es sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes um das mutmaßliche 15-köpfige Mordkommando sowie um drei weitere Personen, die im Verdacht stehen, an der Organisation mitbeteiligt gewesen zu sein. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman gehört allerdings nicht dazu. „Nach wie vor gibt es für uns mehr Fragen als Antworten bei der Aufklärung dieses Falles“, erklärte Maas. Dies gelte sowohl für die Tat als solche als auch für die Frage: „Wer sind die Hintermänner?“

weiterlesen

Juden kritisieren Umgang mit NS-Raubkunst

Mutmaßliche NS-Raubkunst: „Eisgang“ von Max Beckmann © Städel Museum – ARTOTHEK (dpa)/DOMRADIO.DE
Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses wirft Deutschland vor, seiner Verantwortung bei der Identifizierung und Rückgabe von NS-Raubkunst nicht nachzukommen. Nach der Unterzeichnung der Washingtoner Prinzipien sei zu wenig passiert.

DOMRADIO.DE

Vor 20 Jahren seien die Washingtoner Prinzipien unterschrieben worden und zu wenig sei seitdem geschehen, kritisiert Ronald S. Lauder, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses. Der US-amerikanische Mäzen und Kunstsammler äußerte sich gegenüber der „Welt am Sonntag“.

Am 26. November wird Lauder eine Ansprache auf der internationalen Fachkonferenz „20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft“ in Berlin halten. Die Bundesrepublik habe in diesen 20 Jahren „viel zu wenig getan“, so der Präsident. „Deutschland hat eine historische Verantwortung, das Richtige zu tun. Wir alle wissen, dass der Holocaust dort seinen Ursprung hat und von dort aus weitergetragen wurde“, so Lauder gegenüber der Zeitung.

weiterlesen

Erster Weltkrieg: Der erste totale Krieg

14. März 1916: Deutsche Infanteristen verlassen die Schützengräben, um die Höhe Toter Mann(Verdun) zu erstürmen. Bild: wikipedia.org/Hermann Rex – PD
Bis der Erste Weltkrieg im November 1918 mit der Niederlage Deutschlands und Österreich-Ungarns endete, hatte er so viele Opfer gefordert wie nie ein Krieg zuvor: Neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten waren getötet worden.

Jonas Krumbein | evangelisch.de

Dieser Ausgang war zu Beginn freilich nicht abzusehen. Ein serbischer Nationalist tötete im Juni 1914 Franz-Ferdinand, den Thronfolger Österreich-Ungarns. Dem Attentat von Sarajevo folgte eine diplomatische Kettenreaktion, die vier Wochen später in den Ersten Weltkrieg mündete: Österreich-Ungarn, das Osmanische und das Deutsche Reich gegen das russische und die beiden westlichen Demokratien Großbritannien und Frankreich.

Zu Weihnachten 1914 sollten die Soldaten wieder zu Hause sein. Doch Heiligabend verbrachten Millionen Soldaten der kriegsführenden Staaten in Schützengräben. Der Vormarsch deutscher Truppen auf Paris war zum Stillstand gekommen, der Stellungskrieg hatte begonnen. In den Kriegsjahren 1915 und 1916 verwandelten ihn die Generäle in einen Abnutzungskrieg; in Verdun und an der Somme starben Millionen.

weiterlesen

EU-Bericht: Illegale Migration offenbar unterschätzt

In Deutschland leben offenbar mehr illegale Migranten als bisher angenommen. „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden“, heißt es in einem internen Bericht der Brüsseler EU-Kommission, aus dem die Tageszeitung „Welt“ (Samstag) zitiert.

evangelisch.de

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Zeitung, die vorliegenden Daten sowie polizeiliche Erkenntnisse ließen darauf schließen, „dass illegale Migration nach Deutschland zum Teil auch im sogenannten Dunkelfeld erfolgt“. Allerdings seien belastbare Aussagen über die Größenordnung „seriös nicht möglich“.

Im Bericht der EU-Kommission heißt es laut „Welt“, Deutschland erfahre kontinuierlich einen hohen Zugang von irregulären Migranten, wobei täglich 460 Personen erstmalig einen Asylantrag in Deutschland stellten. Hauptherkunftsländer seien dabei Syrien, der Irak, Nigeria, Afghanistan, die Türkei und der Iran.

weiterlesen