„Es wirkte wie blinde Raserei“

Bild: Medienkollektiv Wendland
Die Lüneburger Polizei meldet vor dem Pfingstwochenende einen „Angriff“ auf einen Polizisten und seine Familie und fordert, dieser Heimsuchung „gesamtgesellschaftlich entgegenzutreten“. Die Geschichte ist in weiten Teilen erfunden

Mathias Monroy | TELEPOLIS

Rund 60 Teilnehmer einer unangemeldeten Kundgebung wurden am 18. Mai in Hitzacker von vermummter Polizei ohne Vorwarnung geschlagen, schikaniert und über fünf Stunden in einem Polizeikessel festgehalten. Zur Begründung schrieb die Polizeiinspektion Lüneburg, die Aktivisten hätten das Wohnhaus eines Polizeibeamten „heimgesucht“.

Tatsächlich handelte es sich um ein musikalisches Stelldichein vor dem Haus des Polizisten Olaf H, dem obersten Staatsschutzbeamten der Region Lüchow-Dannenberg. Seit vielen Jahren ist H. für Repressalien gegen örtliche Aktivisten bekannt, sein Vorgehen wirkt manchmal wie eine persönliche Abrechung. In vielen Medien wurde der Protest vor seinem Haus unter Berufung auf die Polizei als „neue Qualität der Gewalt“ berichtet, die Tageszeitung „Welt“ bebilderte ihren Artikel mit einem alten Symbolbild steinewerfender Vermummter. Gegen die Betroffenen wird jetzt wegen Landfriedensbruch, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Beleidigung, Diebstahl und Widerstand ermittelt. Wir haben dazu mit einem Teilnehmer der Aktion gesprochen. Seine Identität ist uns bekannt.

Einen „Angriff“ auf das Haus eines Polizisten in Hitzacker meldete die Lüneburger Polizei am vergangenen Samstagmorgen. Die Meldung setzte eine Kaskade von Falschmeldungen in Gang, die in zahlreichen Medien und rechten Internetportalen kursierten. Was genau ist denn passiert?

Warum ein Gefängnisausbruch nicht strafbar ist

Vier Männer sind aus der JVA Plötzensee in Berlin geflohen, werden noch immer gesucht. Für den Ausbruch sieht das Gesetzbuch keine Strafe vor. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit.

Von Marcel Reich | DIE WELT

Es war 8:49 Uhr am Donnerstagmorgen, als vier Häftlinge der JVA Plötzensee scheinbar seelenruhig durch eine etwa 70 mal 30 Zentimeter große Öffnung nach draußen kletterten. Die Männer, zwischen 28 und 38 Jahre alt, sind weiter auf der Flucht. „Es gibt noch keine Festnahmen und keinen neuen Stand“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Berlin am Freitag. Selbst wenn sie gefasst werden, haben die Männer wenig zu befürchten. Denn ein Gefängnisausbruch ist in Deutschland nicht strafbar.

Bereits den 1880er-Jahren legten die Gesetzgeber des Kaiserreichs für Deutschland fest, dass die „Selbstbefreiung“ nicht bestraft wird. Das hat sich bis heute nicht geändert. Der Grund: „Gefangene haben kein Recht auf Freiheit, das haben sie ja gerade verwirkt. Der Gesetzgeber hat sich aber gesagt, dass er den ‚Drang nach Freiheit‘ nicht bestrafen will“, erklärt Michael Stoewer, Rechtsanwalt für Strafrecht.

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Verbrechen scheint sich für untere Einkommensschichten zu lohnen

Bild: heise.de/TP
Nach einer Studie von Kriminologen verdienen Räuber, Diebe oder Drogenhändler mehr als Arbeitnehmer ohne oder mit Highschool-Abschluss

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nach einem Sprichwort heißt es, Verbrechen lohnt sich nicht. Damit ist vor allem gemeint, dass Verbrecher damit rechnen müssen, gefasst und bestraft zu werden, aber die Frage ist natürlich auch, ob eine berufsmäßig ausgeübte Verbrechenskarriere dem Einkommen nach lohnend ist. Dass organisierte Kriminalität für die oberen Ränge, aber auch Betrug im Internet oder im Finanzsektor reich machen können, weiß man. Verlässlichen Statistiken über die kleineren Durchschnittskriminellen gibt es aus verständlichen Gründen nicht.

In den USA verlangt allerdings die Steuerbehörde, dass auch illegal erworbenes Einkommen gemeldet und versteuert werden muss. Genannt wird beispielsweise Geld, das durch den Verkauf illegaler Drogen verdient wird. Das müsse in der Steuererklärung „Form 1040, Zeile 21“ oder im „Schedule C oder Schedule C-EZ“ eingetragen werden, falls es durch selbständige Arbeit eingenommen wurde. Das wird selbstverständlich kaum wahrgenommen, manchmal aber doch, berichtet CNN, nämlich geben festgenommene Kriminelle ihre Einnahmen manchmal an, um nicht zusätzlich wegen Steuerhinterziehung beine Strafe aufgebrummt zu bekommen.

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Diebstahl bei der Bundeswehr: Waffen aus Panzer gestohlen

Unbekannte haben aus einem Panzer der Bundeswehr Gewehre gestohlen. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage mit.

Frankfurter Rundschau

Demnach wurden Mitte Februar auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen ein „Fuchs“-Panzer aufgebrochen und zwei G36-Sturmgewehre, eine P8-Pistole, eine Signalpistole, zwei Funkgeräte, zwei Magazine ohne Munition und ein Doppelfernrohr gestohlen. Die Gewehre waren nicht geladen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt.

Anis Amri : Heiße Spur zu Berliner Hasspredigern

Polizeieinheiten suchen am Donnerstag in einem Haus in Dortmund nach dem flüchtigen Anis Amri. Foto: dpa
Polizeieinheiten suchen am Donnerstag in einem Haus in Dortmund nach dem flüchtigen Anis Amri. Foto: dpa
Die Polizei sucht im ganzen Land nach dem mutmaßlichen Massenmörder Anis Amri. Eine Spur führt zu einem polizeibekannten Berliner Moscheeverein.

Von Peter Berger, Regina Kerner, Andreas Kopietz, Anja Reich, Christian Parth | Frankfurter Rundschau

Um vier Uhr morgens wird Maria M. von einem Knall geweckt. Was folgt, hört sich an wie Schüsse, sagt sie später am Donnerstag, „eine ganze Salve“. Als sie ans Fenster tritt, sieht sie schwer bewaffnete SEK-Beamte in einer Rauchwolke auf der Straße stehen. „Fenster zu. Weg vom Fenster“, rufen sie ihr zu. Maria M. stellt sich unter einen Türrahmen. Das hat sie mal gehört, dass man da am sichersten ist, falls es eine Explosion gibt.

Maria M. wohnt mit Mann und Tochter an der Perleberger Straße in Moabit. Im Erdgeschoss befindet sich der Moscheeverein Fussilet 33, bekannt für Kontakte zum IS. Im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes wird er als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien radikalisiert worden sein.

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Abschiebungen nach Afghanistan: Der erste Flug nach Kabul

Innenminister de Maizière bewertet die Rückführungsaktion als „richtig und notwendig“. Kritiker werfen der Regierung einen Verstoß gegen Grundrechte vor

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern soll den Vertrauensverlust in die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel wettmachen. „Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung“ wurde von ihr im September als Programm ausgegeben.

So kann man getrost davon ausgehen, dass das von der CDU geleitete Innenministerium sorgsam darauf geachtet hat, welche Personen in der Charter-Maschine saßen, die heute Morgen in Kabul gelandet ist. Der Rückführungsflug ist Auftakt zu einer ganzen Reihe von Rückführungsflügen nach Afghanistan. Für ihn gab es große Aufmerksamkeit, Proteste und Kritik. Bei den späteren Flügen wird diese Aufmerksamkeit wohl nicht mehr da sein.

Bei seiner Erklärung zum ersten Rückführungsflug zögerte Innenminister de Maizière nicht lange (ab Minute 1:41), um sein stärkstes Argument für die Legitimität der Rückführungen darzulegen:

Unter den 34 Personen war rund ein Drittel Straftäter. Verurteilt unter anderem wegen Diebstahl, Raub, Betäubungsmitteldelikten, ja sogar Vergewaltigung und Totschlag. Sie wurden teilweise aus der Strafhaft abgeschoben.

Innenminister de Mazière

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Innenminister: De Maizière verteidigt Abschiebungen

„Solche Rückführungsaktionen sind richtig und notwendig, um unser Asylsystem funktionsfähig zu halten“, sagt Thomas de Maizière. Foto: AFP
Unter den aus Deutschland nach Afghanistan abgeschobenen Asylbewerbern seien ein Drittel Straftäter gewesen. Die Lage für sie sei in Afghanistan „hinreichend sicher“.

Frankfurter Rundschau

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die umstrittene Sammelabschiebung abgelehnter afghanischer Asylbewerber verteidigt. „Solche Rückführungsaktionen sind richtig und notwendig, um unser Asylsystem funktionsfähig zu halten“, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin. Die Praxis solle „verantwortungsvoll und behutsam“ fortgesetzt werden.

Unter den aus Deutschland nach Afghanistan abgeschobenen 34 abgelehnten Asylbewerbern seien ein Drittel Straftäter gewesen. Sie seien wegen Vergehen wie Diebstahl, Raub, Drogendelikten, Vergewaltigung und Totschlag verurteilt worden, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin.

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Bautzen: Haft für Schaulustige bei Brand von Flüchtlingsheim

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

In ein ehemaliges Hotel in Bautzen sollten Flüchtlinge einziehen, bei einem Brand in der geplanten Unterkunft schauten zwei junge Männer zu und widersetzten sich der Polizei. Nun müssen sie ins Gefängnis.

Frankfurter Rundschau

Neun Monate nach dem Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen sind zwei der damaligen Schaulustigen zu Jugendstrafen verurteilt worden. Die beiden 21-Jährigen erhielten eine Jugendstrafe von zweieinhalb beziehungsweise drei Jahren, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Bautzen am Montag sagte. Verurteilt wurden sie allerdings nicht nur wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte im Zusammenhang mit dem Brand.

In die Gesamtstrafen flossen vielmehr auch eine ganze Reihe davon unabhängiger Delikte wie Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung ein. Einer der Angeklagten stand zudem wegen einer früheren Jugendstrafe noch unter Bewährung. Insgesamt musste sich einer der Männer wegen 24 Delikten, der andere wegen elf Straftaten verantworten.

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Ein „Fresser und Säufer“ als Vorbild?

©KNA
Dass Eva von der verbotenen Frucht aß und nicht etwa ein verbotenes Stück Fleisch, ist kein Zufall. Denn: Im Paradies waren die Menschen Vegetarier, ja sogar Veganer. Doch nach der Sintflut änderten sich die Essgewohnheiten.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Während das Alte Testament eine Fülle von Speisevorschriften aufstellt, scheint das Thema im Neuen Testament an Bedeutung zu verlieren. So oder so steht jedenfalls fest: Zum Thema Fleisch hat die Bibel eine Menge zu sagen.

Die Schöpfungsgeschichte oder: Veganer im Paradies

Dass der Mensch über die Tiere herrschen soll, steht schon ganz am Anfang der Bibel in der Schöpfungsgeschichte: „Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen“ (Gen 1,28). Nach Ansicht des Bochumer Bibelwissenschaftlers Thomas Söding kann das aber nicht mit der Erlaubnis gleichgesetzt werden, auch Fleisch zu essen. Denn zur Ernährung heißt es in der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,29): „Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.“

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Reliquie mit Papst-Blut aus Kölner Dom gestohlen – Vampire?

blutreliquie
Blutreliquie, Themenbild.

Unbekannte haben ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. aus dem Kölner Dom entwendet. Der Dompropst appelliert an die Diebe. Der ideelle Verlust sei enorm.

DIE WELT

Aus dem Kölner Dom ist eine Reliquie mit einem Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. gestohlen worden. Der Diebstahl sei am frühen Sonntagmorgen von einer Dombesucherin bemerkt worden, teilte die Polizei mit.

Die Reliquie besteht aus einem Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des am 2. April 2005 verstorbenen Papstes. Sie befand sich in einer gläsernen Kapsel in einem sogenannten Reliquiar, das laut Erzbistum etwa 40 Zentimeter groß und aus versilberter Bronze ist.

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Ellwangen: Eine Gruppe Algerier macht die ganze Stimmung kaputt

Foto: dpa Polizisten im Küchenzelt in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Ellwangen
Schlägereien, Diebstahl, Asylbetrug: Im Flüchtlingsheim Ellwangen ging es drunter und drüber. Nun haben die Behörden durchgegriffen. Mit der Gleichbehandlung zwischen Syrern und Algeriern ist Schluss.

Von Nico Pointner|DIE WELT

Sie rücken noch vor dem Morgengrauen an, um 6.30 Uhr, in vielen blauen und grünen Polizeibussen, und stellen die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (Lea) in Ellwangen für einen halben Tag auf den Kopf: Mit zwei Hundertschaften der Polizei geht das Regierungspräsidium Stuttgart am Donnerstag gegen illegale und kriminelle Flüchtlinge vor.

In der Unterkunft im Ostalbkreis machen Gewalt, Schlägereien und Verbrechen Schlagzeilen, seit Monaten schon. Und den Ärger macht nach Ansicht der Behörden immer wieder dieselbe Gruppe: ein paar Dutzend junge Männer aus Algerien.

Überraschend schlugen die Behörden nun zurück: 40 junge Männer aus Nordafrika wurden am Donnerstag kontrolliert, registriert – und nach Stuttgart abtransportiert. „Wir werden nicht mehr zuschauen“, sagt Lea-Leiter Berthold Weiß.

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Hunderte verurteilte Rechtsextreme auf freiem Fuß

justiz_grossDie Polizei vollstreckt die Haftbefehle gegen sie nicht – womöglich, weil sie untergetaucht sind. Das weckt böse Erinnerungen an die Terrorgruppe NSU.

Von Stefan Braun|Süddeutsche.de

Als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) im Herbst 2011 aufflog, war das Entsetzen groß. Regierung, Opposition, Sicherheitsbehörden – alle zeigten sich bestürzt. Dass eine rechtsextreme Terrorzelle über Jahre unerkannt Morde begehen konnte, hatte man für unmöglich gehalten. Entsprechend entschlossen wurde Aufklärung versprochen. Und noch viel entschlossener wurde zugesagt, dass alles getan werde, damit sich so etwas nie wiederholen würde. Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Polizisten und Verfassungsschützer – es gab niemanden, der in jenen Wochen nicht diese Botschaft aussandte.

Nun ist bislang tatsächlich keine neue Terrorbande entdeckt worden. Doch eine Statistik gibt zumindest Anlass zu Befürchtungen. Es ist eine kleine Statistik, und sie klingt auf den ersten Blick beinahe harmlos. Sie fasst zusammen, wie viele Haftbefehle für rechtsradikale und verurteilte Straftäter derzeit nicht vollstreckt werden, weil diese Täter offenbar nicht zu fassen sind.

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Ein Recht auf Sex außerhalb der Ehe haben weder Homosexuelle noch Heterosexuelle

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„Ein Recht auf Sex außerhalb der Ehe haben weder Homosexuelle noch Heterosexuelle“ – Ein Beitrag von Jan Graubner, Erzbischof von Olmütz und stellvertretender Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz über die Familiensynode in Rom


kath.net

Wer Christus als seinen Erlöser angenommen hat, wird sicher nicht gleich vollendet werden, er kann in verschiedenen Schwächen und Fesseln wanken, aber seine Grundausrichtung zielt auf das Heil. Seine Priorität ist der Himmel. Als rationeller Mensch gebraucht er auf dem Weg zum Himmel alles, was ihm zur Erreichung des Zieles hilft, und er meidet alles, was ihn vom Ziel abbringt. Er lässt sich von Christus leiten und formen. Er anerkennt, dass das nicht leicht ist und dass er Fehler macht, die ihm leid tun, er bittet um ihre Vergebung und bemüht sich zu bessern. Von Christus wird er jedoch nicht verlangen, dass dieser die Regeln ändert. Wenn er das Evangelium in sein Denken und Handeln hineinnimmt, schafft er eine christliche Kultur, die sich sicher von der allgemeinen Kultur der Umgebung unterschiedet, die nicht christlich ist. Das gilt für alle ohne Rücksicht auf die sexuelle Orientierung.

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IS-Ratgeber: „Überleben im Westen“

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Der Islamische Staat wütet nicht nur in der arabischen Welt, auch im Westen gibt es Anhänger der Terrormiliz. Für sie hat der IS eine Anleitung für das „Überleben im Westen“ veröffentlicht. Dort gibt es Tipps für Schießübungen beim Paintball, Bombenbau und Diebstahl.


FOCUS ONLINE

Die Kämpfe des IS im Jemen, Irak und in Syrien sind ebenso brutal wie unübersichtlich, trotzdem denkt die Terrormiliz aber auch an ihre Unterstützer im Westen. Seit Ende März verbreitet sich ein bizarres E-Book namens „How to survive in the west“ („Wie man im Westen überlebt“) im Internet. Dort sind Anweisungen und Tipps für IS-Extremisten, die im Westen leben aufgeführt. Das „Middle East Media Research Institute“ (Memri) hat die Anleitung des IS analysiert und die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

1. Verstecken der extremistischen Identität: In diesem Kapitel wird Extremisten geraten, ihren Glauben nicht zu offensichtlich zu zeigen. Männer, die sich noch keinen Bart haben wachsen lassen, sollen das auch jetzt nicht tun. Dies könnte unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Männer, die dagegen bereits einen Bart haben, sollen ihn aber wiederum nicht abrasieren, um ihr Umfeld aus Familie, Bekannten oder Kollegen nicht zu irritieren.

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Thailands korrupte Mönche werden zur Glaubensfrage

Auch vor dem Mönchswesen macht die Korruption in Thailand nicht halt. (Quelle: dpa)
Unterschlagung, Diebstahl, Drogenhandel: So stellt man sich Mönche nicht vor. In Thailand aber benehmen sich einige buddhistische Mönche daneben. Können die Verantwortlichen das Vertrauen der Gläubigen wieder festigen?


Von Cod Satrusayang|T-Online

Chalita Chinwanno geht mindestens zweimal im Monat zum Beten und Meditieren in den Tempel. Es helfe ihr, mit dem Stress des täglichen Lebens in der Millionenmetropole Bangkok klarzukommen, sagt die 30-jährige Thailänderin. Doch selbst eine gläubige Buddhistin wie Chalita ist verunsichert: In den vergangenen Monaten häuften sich Berichte über Korruptionsskandale in Thailands Klöstern.

So musste etwa im Januar der Abt von Wat Saket, einem bedeutenden Tempel in Bangkok, sein Amt abgeben. Ihm wird vorgeworfen, umgerechnet etwa 55.000 Euro unterschlagen zu haben. Das Geld war für die Bestattung seines Vorgängers vorgesehen. Ein anderer Abt hatte mit einer knappen Million Euro an Spendengeldern an der Börse spekuliert. Zudem wurden Mönche mit Zehntausenden Methamphetamin-Tabletten erwischt, oder auch betrunken am Steuer. Ein Mönch setzte sich ab, nachdem ihm Schmuggel von Wildtieren vorgeworfen wurde.

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Diebe klauen Kruzifix während einer Messe!

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Die Täter hängten während der Messe unbehelligt das Kreuz in der Vorhalle ab, nachdem sie offenbar bei einem früheren Besuch die Befestigungsschrauben gelockert hatten.


kath.net

Dreiste Diebe haben während einer Messe ein anderthalb Meter hohes Kruzifix aus einer katholischen Kirche in New York gestohlen. Laut der Zeitung «New York Post» (Onlineausgabe Sonntag) hängten die Täter unbehelligt das Kreuz in der Vorhalle unter der Inschrift «Jesus möchte, dass wir alle zu ihm kommen» ab, nachdem sie offenbar bei einem früheren Besuch die Befestigungsschrauben gelockert hatten.

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Nudelmesse: Schild dran, Schild ab, Schild dran

Die Gedanken sind frei. Und der Glaube auch, sagt Rüdiger Weida alias Bruder Spaghettus. Seine Gaga-Religion kämpft gegen Fundamentalismus. – Foto: http://www.pastafari.eu
Selbst die BBC und Medien aus China verfolgen den Streit in Templin von verschiedenen Kirchen und der Satire-Religion des fliegenden Spaghettimonsters. Erst hat die Behörde die Nudelmessen-Schilder abgehängt, dann schraubte sie Rüdiger Weida wieder an. Nun will man aber ein gemeinsames Nudelsüppchen kochen.


Von Annette Kögel|DER TAGESSPIEGEL

Den Schilderstreit in Templin zwischen Kirchenvertretern und Kirchenkritikern verfolgen viele Menschen – ob mit Humor oder mit Verärgerung. Am Montag hat die Straßenbehörde die Hinweisschilder auf die „Nudelmesse“ der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters e.V.“ am Mast unter den Hinweisen auf die kirchlichen Gottesdienste wieder abmontiert. Daraufhin erstattete der Gründer der Satirereligion, Rüdiger Weida, Anzeige bei der Polizei wegen Diebstahls. Dann musste der Landesbetrieb für Straßenwesen die Schilder an den Besitzer, der sich „Bruder Spaghettus“ nennt, herausgeben. Der schraubte sie gleich wieder an, zum Missfallen der Kirchen, doch er habe eine generelle Genehmigung der Straßenmeisterei.

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Australien: Pfleger zündet Altenheim und beruft sich auf Satan

Polizisten am 18. November 2011 vor dem Altenheim in Australien, in dem ein Pfleger ein Feuer gelegt hatte Bild:REUTERS
Elf Menschen starben bei einem Brand in einem Altenheim. Nun wurde ein Pfleger verurteilt. Er legte erst das Feuer, dann inszenierte er sich als Retter der Alten. Doch im Prozess wird klar: Er wollte mit dem Brand einen Diebstahl vertuschen.

FOCUS ONLINE

Nach einem Brand in einem australischen Altenheim mit elf Toten ist ein Pfleger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richterin Megan Latham begründete das Strafmaß für den 37-Jährigen am Donnerstag mit der „Abscheulichkeit“ und der „Grausamkeit“ seines Verbrechens. „Die Schmerzen und die Angst der Opfer müssen schrecklich gewesen sein“, sagte sie. Die vorwiegend älteren Heimbewohner hätten sich ohne Hilfe nicht retten können.

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„Vatileaks“: Der Kammerdiener als Bauernopfer?

Bild: vatileaks.com

These erhärtet sich laut „La Repubblica“, dass Kammerdiener Paolo Gabriele kein Einzeltäter war

kathweb

Am Rande des Vorkonklaves befeuert die italienische Zeitung „La Repubblica“ erneut den „Vatileaks“-Skandal. Der frühere päpstliche Kammerdiener Paolo Gabriele war nach Angaben der Zeitung doch kein Einzeltäter. In die Affäre um den Diebstahl vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan sollen vielmehr rund 20 Personen, darunter Laien und Priester, verwickelt sein.

„La Repubblica“ (Donnerstag) veröffentlichte ein angebliches Interview mit einem anonymen ehemaligen Mitglied des Verschwörerkreises, der im vergangenen Jahr Dokumente an die italienischen Medien geschmuggelt haben soll. Die Hintermänner des Diebstahls sollen demnach aus dem Umfeld von Benedikt XVI. stammen.

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„Vatileaks“: Das geheime Geheimnis

Bild: vatileaks.com

Ein Geheimbericht ist ein Geheimbericht. Dieser Ansicht ist der scheidende Papst Benedikt XVI.

Deutschlandradio Kultur

Er hat entschieden, das sogenannte „Vatileaks“-Dossier über gestohlene Dokumente und Machenschaften im Vatikan nicht zu veröffentlichen. Nur Benedikts Nachfolger solle Zugang zu den Akten haben, teilte der Vatikan mit. Zunächst war vermutet worden, der Papst werde den Bericht den Kardinälen unterbreiten, die demnächst zur Wahl zusammentreten. In der „Vatileaks“-Affäre war der Kammerdiener des Kirchenoberhaupts wegen Diebstahls zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden.