Umweltgifte selbst im Tiefseegraben

Der Flohkrebs Hirondellea gigas lebt im Marianengraben - und ist eort extrem hoch mit PCB belastet. © Alan Jamieson/ Newcastle University
Der Flohkrebs Hirondellea gigas lebt im Marianengraben – und ist eort extrem hoch mit PCB belastet. © Alan Jamieson/ Newcastle University
Überraschend giftig: Selbst die tiefsten Gräben der Ozeane sind mit Giftstoffen wie PCB und polybromierten Diphenlyethern (PBDE) belastet – und das überraschend stark. Am Grund des Marianengrabens ermittelten Forscher in Krebsen PCB-Werte, die sogar 50-fach höher liegen als im dreckigsten Fluss Chinas. Woher die Schadstoffe stammen und warum ausgerechnet die vermeintlich unberührte Tiefsee so stark belastet ist, bleibt vorerst rätselhaft.

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Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören zum „dreckigen Dutzend“ der langlebigen organischen Schadstoffe (POP). Diese hormonähnlich wirkenden und krebserregenden Chlorverbindungen sind teilweise seit Jahrzehnten verboten. Dennoch lassen sich diese in der Natur kaum abbaubaren Umweltgifte bis heute im Gletschereis, in Meeressäugern und sogar in Blut und Muttermilch von Menschen nachweisen.

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Sonnenmilch stört Spermien-Funktion

Chemische UV-Filter in gängigen Sonnencremes können die Spermienfunktion stören © Ravnikovstudio/ thinkstock
Erhöhte Unfruchtbarkeit durch Sonnenmilch? In Sonnenmilch enthaltene UV-Filter können die Funktion der männlichen Spermien stören, wie Forscher herausgefunden haben. Schon in niedrigen Dosen hemmen sie die Funktion von Ionenkanälen der Keimzellen. Einige chemische UV-Filter wirken zudem ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Progesteron. Diese Ergebnisse seien besorgniserregend, meine die Wissenschaftler.

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Sonnencremes enthalten meist chemische, teilweise auch mineralische Filtersubstanzen, die die UV-Strahlung absorbieren oder reflektieren und damit die Haut schützen. Dabei werden oft mehrere Filtersubstanzen kombiniert, in einigen Sonnencremes kommen inzwischen auch Nanopartikel wie Nano-Titandioxid zum Einsatz. Schon vor einigen Jahren jedoch hatten Forscher festgestellt, dass einige chemische UV-Filter auf Wasserorganismen hormonähnlich wirken.

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Umwelthormone selbst im Hochgebirge

Bersee in den Pyrenäen – selbst in diesen entlegenen Gewässern sind die Fische kontaminiert © Babylas / CC-by-sa 3.0
Antibabypille für Fische: Sogar entlegene Bergseen Europas sind schon mit hormonähnlich wirkenden Chemikalien belastet. Die dort lebenden Fische weisen erhöhte Werte von organischen Chlorverbindungen und Pestiziden auf, wie Forscher festgestellt haben. Als Folge sind die männlichen Fische bereits verweiblicht. Angesichts der nachgewiesenen Effekte solcher Chemikalien auch auf den Menschen sei dies eine ernste Warnung, so die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

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Über Emissionen, Abwässer, Pestizide oder Kunststoffzusätze gelangen immer mehr hormonähnlich wirkende Chemikalien in unsere Umwelt. Sogar in Babybeißringen oder Mineralwasser wurden solche endokrinen Disruptoren schon nachgewiesen. Das Problem dabei: Diese langlebigen und schwer abbaubaren Umweltchemikalien wirken wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Reichern sie sich im Körper an, verweiblichen männliche Tiere und werden unfruchtbar, viele dieser Substanzen können zudem Krebs auslösen.

Kontaminierte Bergseen

Sergio Jarque vom Institut für Umwelt- und Wasserforschung in Barcelona und seine Kollegen haben nun untersucht, wie stark inzwischen entlegene Gewässer Europas mit diesen Umwelthormonen belastet sind – und welche Folgen dies für die dort lebenden Fische hat. Dafür nahmen die Forscher Fischpopulationen in neun Hochgebirgs-Seen in Spanien, Polen und der Slowakei unter die Lupe. Diese Seen liegen zwischen 1.395 und 2.688 Meter hoch und sind meist weit entfernt von Städten, Äckern und andern Emissionsquellen.

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