Großbritannien: Brexit befeuert Rassismus

Großbritannien: ein Land mit Rassismusproblemen Foto: dpa
Großbritannien: ein Land mit Rassismusproblemen Foto: dpa
Zahlen belegen: Seit dem Brexit-Votum ist Hasskriminalität in Großbritannien stark angestiegen. Die britische Kommission für Gleichheit und Menschenrechte sieht darin einen Zusammenhang.

Frankfurter Rundschau

In Großbritannien ist es nach dem Brexit-Votum zu einem bislang beispiellosen Anstieg von Hasskriminalität gekommen. Das bestätigen Zahlen, die von der Nachrichtenagentur PA zusammengetragen wurden. Demnach registrierten drei Viertel der Polizeipräsidien in England und Wales nach dem Brexit-Votum die höchste Quartalszahl an Straftaten, die aus Hass begangenen wurden, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012. Dazu zählen körperliche Übergriffe, Belästigung, Einschüchterung und Sachbeschädigung aus rassistisch motiviertem Hass oder aus Hass gegen religiöse Gruppen.

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Emeritierte britische Bischöfe fordern Abschaffung des Zölibats

Angesichts sinkender Zahl an Geistlichen und veränderter Atmosphäre innerhalb der Kirche durch die Wahl von Papst Franziskus kann nun möglicherweise ernsthafte Debatte angestoßen werden


kathweb

hailmaryDrei emeritierte katholische Bischöfe von England und Wales haben sich für eine Abschaffung des Zölibats ausgesprochen. Nur so könne dem zunehmenden Priestermangel entgegengewirkt werden, begründen die Bischöfe ihre Forderungen laut der Zeitung „The Tablet“ (Freitag). Den Angaben zufolge betonte der frühere Bischof von Portsmouth, Crispian Hollis, in einem Schreiben, er sei dankbar, nicht länger für die Ernennung von Pfarrern zuständig zu sein, da es einfach nicht genügend Priester für die Gemeinden gebe. Er sei davon überzeugt, dass die Kirche eher früher als später die Ordination verheirateter Männer in Erwägung ziehen werden müsse.

Unterstützung erhält Crispian der Zeitung zufolge von den ebenfalls emeritierten Bischöfen Thomas McMahon (Brentwood) und John Crowley (Middlesbrough). Angesichts einer sinkenden Zahl an Geistlichen und einer veränderter Atmosphäre innerhalb der Kirche durch die Wahl von Papst Franziskus könne nun möglicherweise eine ernsthafte Debatte über dieses Thema angestoßen werden, so die Bischöfe in einem Schreiben.

Kirchliche Rechtsberater: Religionsfriede in EU braucht Verträge

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Die Rechtsberater der europäischen Bischofskonferenzen haben bei ihrer vorwöchigen Jahreskonferenz die Notwendigkeit der Begleitung des Grundrechts der Meinungs- und Pressefreiheit durch eine „ausgewogene, vernünftige Balance“ zwischen staatlichen Grundrechten und Rechten der Religionsgemeinschaft betont.


kathweb

Sie folgten damit der Sicht der Vizepräsidentin des italienischen Verfassungsgerichtshofs, Marta Cartabia, die sich bei der Tagung für bilaterale Verträge mit den Religionsgemeinschaften aussprach. Staaten mit entsprechenden Verträgen seien in Konflikten besser gefahren, betonte sie. Damit werde gesellschaftlicher Pluralismus gewahrt, ohne Aufhebung der Unterschiede und Vereinheitlichung.

Hintergrund der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Tagung in Pressburg (Bratislava) waren die Anschläge auf Karikaturisten in Paris und Kopenhagen. Weitere Diskussionsthemen waren das Recht auf Gewissenvorbehalt, die Definition von „Eheschließung“ vor dem Hintergrund der Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Slowenien, die Sicht von Papst Franziskus zu Europa sowie die Lage in der Ukraine.

Zum Thema „Gewissensvorbehalt“ hielten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung fest, es gebe in den EU-Staaten einen auffälligen Gegensatz zwischen dem Trend zur Stärkung individueller Rechte im Bereich auf Lebensanfang und Lebensende und der Schwächung des Grundrechts auf Gewissensfreiheit in ethischen Fragen, vor allem in der Medizin und dem Bildungswesen. „Die Gewissensfreiheit, ein Grundrecht, das zu den Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaats der europäischen Länder gehört, wird vor allem im Bereich der Medizin und der Bildung immer mehr in Frage gestellt“, so der CCEE. Der Gewissensvorbehalt sei „gegen niemanden gerichtet“ und habe „nicht das Ziel einer Aushöhlung des Rechtssystems, sondern den eines Dienstes am Gemeinwohl“.

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Missbrauch: Seit 2001 in England 52 Priester entlassen

missbrauch_kathol Die katholische Kirche in England und Wales hat seit 2001 insgesamt 52 des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochene Priester aus dem Klerikerstand entlassen.

kathweb

Laut dem aktuellen Jahresbericht der zuständigen kirchlichen Kommission klagten zwischen 2003 und 2012 insgesamt 465 Menschen sexuellen Missbrauch durch Kleriker an.

Bei der Bekämpfung von Missbrauch habe die Kirche unverzeihliche Fehler gemacht, sagte der Vorsitzende der Kommission, Danny Sullivan, laut BBC. Es werde wohl noch eine ganze Generation dauern, um das Vertrauen wiederherzustellen. Es sei in der Kirche von England und Wales gängige Praxis, Priester über Rom aus dem Klerikerstand zu entlassen, wenn sie des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen seien. Wer im Priesteramt verbleiben dürfe, werde darin stark eingeschränkt, so Sullivan.

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Schulen erhalten Atheisten-Bibel

Die britische humanistische Vereinigung beschenkt Schulen in England und Wales mit einer Atheisten-Bibel.

katholisch.de

Jede weiterführende Schule erhalte ein Gratisexemplar von „The Young Atheist’s Handbook“ („Handbuch für junge Atheisten“), meldete die britische Tageszeitung „The Independent“ am Mittwoch. Der Autor Alom Shaha, Lehrer für Naturwissenschaften, beschreibt in dem Buch seinen Weg von einer muslimischen Einwandererfamilie in London zum Atheismus.

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Vom bockigen Schotten-Kardinal

Vor dem Standesamt können gleichgeschlechtliche schottische Paare sich schon länger trauen lassen. Im Bild: Das erste lesbische Paar heiratet 2006 in Perth. Bild: Imago

Schottlands Katholische Kirche fühlt sich übergangen. Die Pläne der Regierung, die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare einzuführen, führen zur Konfrontation.

Von Martin AliothNeue Zürcher Zeitung

Der Primas der Katholischen Kirche Schottlands, der in Nordirland geborene Kardinal Keith O’Brien, hat übers letzte Wochenende seine persönliche Teilnahme an Gesprächen mit der Regierung abgebrochen. Die allein regierende Scottish National Party (SNP) von Chefminister Alex Salmond plant, die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen, allerdings nur in religiösen Kongregationen, die freiwillig derartige Trauungen vollziehen möchten.

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