Gotteswahn: Netflix-Boykott weitet sich aus— Christen in England stornieren Abos

Jetzt haben auch in England Christen und Pro-Life-Gruppen dazu aufgerufen, den Videostreamer zu boykottieren.

kath.net

Der Boykott von Netflix weitet sich aus. Jetzt haben auch in England Christen und Pro-Life-Gruppen dazu aufgerufen, den Videostreamer zu boykottieren. Eine Petition wurde bereits von tausenden Menschen unterzeichnet. Clare McCarthy, die Sprecherin von „Right to Life UK“ erklärte gegenüber Medien: „Ich und viele andere haben heute unser Netflix-Abo storniert. Wir können keine Firma unterstützen, die aktiv Abtreibung fördert.“ Netflix hatte nach der Einführung eines Pro-Life-Gesetzes in George den US-Bundesstaat unter Druck gesetzt und mit Boykott von Filmproduktionen gedroht. In den USA haben Christen daraufhin mit einem Boykottaufruf von Netflix geantwortet, kath.net hat berichtet.

Engländer bestrafen Tories und Labour

Tory-Parteisprecher Brandon Lewis. Foto: Policy Exchange. Lizenz: CC BY 2.0
Bei den Kommunalwahlen verloren beide großen Parteien – ihre Sprecher sehen den bislang nicht gelungenen Ausstieg aus der EU als Ursache

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In England wurden gestern über 8.000 Ratsmitglieder für 248 Kommunalparlamente gewählt. Dabei fuhren die regierenden Tories deutliche Verluste ein: Dem derzeitigen Auszählungsstand nach verloren sie mindestens 605 Sitze, aus denen im Laufe des Tages noch mehr werden könnten. Aber auch die oppositionelle Labour Party büßte Mandate ein – nach aktuellem Stand 78. Die verlorenen Sitze gingen an die Liberaldemokraten, kleinere Parteien wie die Yorkshire Party (vgl. „Das Vereinigte Königreich hat keine einheitliche Wirtschaft“) und unabhängige Kandidaten.

Unabhängige bei durchschnittlich 25 Prozent Stimmenanteil

Letztere kamen dort, wo sie antraten, auf durchschnittlich 25 Prozent Stimmenanteil. In zwei Kommunalparlamenten – Ashfield und North Kesteven – haben Unabhängige nun die Mehrheit. Und in Middlesbrough nahm ein unabhängiger Kandidat der Labour Party den Bürgermeisterposten ab. Die Liberaldemokraten legten um mindestens 300 Sitze zu und übernahmen acht Bezirke, darunter Winchester, North Norfolk, Cotswold and Bath und North East Somerset.

In mindestens 18 Kommunalparlamenten, in denen die Tories bislang eine Mehrheit hatten, haben sie diese eingebüßt – unter anderem in Peterborough, in Basildon und in St. Albans. Labour verlor mindestens drei Bezirke: Hartlepool, Bolsover und Wirral.

„Sehr klare Botschaft“

Sowohl Politiker der Tories als auch von Labour machten den bislang misslungenen Ausstieg aus der EU für die Verluste ihrer Parteien verantwortlich. Tory-Sprecher Brandon Lewis meinte, die Wähler hätten seiner Partei eine „sehr klare Botschaft“ übermittelt: Dass sie den Brexit-Stillstand „satt hätten“ und dass sie möchten, „dass wir das fertig kriegen“. Alle Abgeordneten im Unterhaus stünden nun in der Verantwortung, den Volksentscheid von 2016 zu „respektieren“ und er hoffe, dass die Gespräche mit der Labour Party in den nächsten Wochen in einen Ausweg führen.

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Neue Kinderschutzkommission des Papstes nimmt Arbeit auf

Im Mittelpunkt des ersten Treffens der neuen Kinderschutzkommission des Papstes stand die Anhörung von Missbrauchsopfern aus England und Wales, wie der Vatikan am Sonntag mitteilte.

DOMRADIO.DE

Zum Abschluss der Beratungen der neuen Kinderschutzkommission empfing der Papst die Mitglieder am Samstag in Privataudienz. Themen der Begegnung waren den Angaben zufolge unter anderem die Arbeit mit Überlebenden, Ausbildungsfragen und Schutzmaßnahmen. Dazu wurden jeweils Arbeitsgruppen gebildet, die sich zwischen den Vollversammlungen regelmäßig treffen.

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Ex-Bischof als Sexualstraftäter: Kirche von England vertuschte Missbrauch

Ein ehemaliger Bischof hat in England über 20 Jahre junge Männer missbraucht. Die Kirche vertuschte die Übergriffe, wie ein Untersuchungsbericht zeigt.

SpON

Die Kirche von England hat zugegeben, jahrelang sexuellen Missbrauch von jungen Männern vertuscht zu haben. Führende Geistliche haben den ehemaligen Bischof Peter Ball gedeckt, der sich in mehreren Fällen an jungen Männern verging. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der Kirche zu dem Fall hervor.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, entschuldigte sich nun bei den Opfern, die gegen Ex-Bischof Ball ausgesagt hatten.

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„Feuerkreis“ ist 800 Jahre älter als Stonehenge

Blick auf die prähistorische Steinallee von West Kennet bei Avebury. Ganz in der Nähe liegen die Reste der beiden hölzernen Kreisanlagen. © Dickbauch~commonswiki /CC-by-sa 3.0
Mysteriöses Monument: Zwei prähistorische Kreisanlagen nahe Avebury in England sind älter als bisher gedacht. Eine neue Radiokarbondatierung enthüllt, dass die beiden hölzernen Bauwerke bereits 5.300 Jahre alt sind – und damit rund 800 Jahre älter als das nahegelegene Stonehenge und die Steinkreise von Avebury. Erhalten sind von den beiden Palisadenkreisen nur verkohlte Reste, denn das Monument wurde von seinen Erbauern offenbar im Rahmen einer Zeremonie abgefackelt.

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Der Steinkreis von Stonehenge ist das wahrscheinlich berühmteste prähistorische Bauwerk überhaupt. Doch diese Megalith-Anlage ist kein Solitär: Die gesamte Landschaft rund um Stonehenge ist von Grabhügeln, astronomisch ausgerichteten Gräben und weiteren rituellen Bauten durchsetzt. Im nahegelegen Durrington Walls entdeckten Archäologen neben den bekannten Siedlungsresten eine gigantische Steinreihe – eine Art Superhenge.

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Vorratsdatenspeicherungsverbot gilt auch für nationale Gesetze

Grafik: TP
Grafik: TP
Der EuGH stellt auf Vorlagen aus England und Schweden hin klar, dass nicht nur die 2014 für ungültig erklärte EU-Richtlinie Grundrechte verletzt

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Vor über zwei Jahren erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine damals mittels einer Richtlinie geltende EU-Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung für grundrechtswidrig und deshalb ungültig. Die Regierungen einiger Mitgliedsstaaten stellten sich nach diesem Urteil auf den Standpunkt, die Luxemburger Richter hätten sich damit nur auf die EU-Richtlinie und nicht auf nationale Vorratsdatenspeicherungsgesetze bezogen, weshalb diese weiter gelten würden.

Nun stellte der EuGH in einem weiteren Urteil auf zwei Gerichtsvorlagen aus dem Vereinigten Königreich und aus Schweden hin klar, dass auch solche nationalen Verpflichtungen zur „allgemeinen und unterschiedslosen Speicherung von Daten“ nicht mit europaweit geschützten Grundrechten vereinbar sind.

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Vegetariern schmeckt das britische Pfund nicht

Großbritanniens neuer Fünf-Pfund-Schein / Bild: Reuters/ Stefan Wermuth
Großbritanniens neuer Fünf-Pfund-Schein / Bild: Reuters/ Stefan Wermuth
Englands neue Banknoten enthalten Tierfett. Vegetarier und Veganer sind empört.

Die Presse.com

An den neuen 5-Pfund-Noten aus England haftet ein Hauch von totem Tier. Denn in den Geldscheinen, die seit September im Umlauf sind, befindet sich Tierfett.
Das bestätigte nun die Bank of England. „In den Polymer-Pellets, die bei der Herstellung von Fünf-Pfund-Noten verwendet werden, gibt es Spuren von tierischem Talg“, heißt es.

Die neuen Noten sollen sauberer, sichererer und langlebiger sein, als die herkömmlichen Papierscheine, begründet die Zentralbank ihren Entscheid.

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Theologie der Taufe gegen Rechts

In den europäischen Staaten sind rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch. Egal ob in den Niederlanden, Frankreich, England, Schweden oder eben jetzt auch in Deutschland. Scheinbar mühelos erreichen sie derzeit zweistellige Wahlergebnisse. Sie bedienen mit ihren Auftritten Ressentiments und schüren Ängste, die weit in die Mitte der Gesellschaften hinein reichen: Angst vor dem Fremden und dem eigenen sozialen Abstieg.

Von Thomas Klatt | evangelisch.de

Im Grunde könne man bei allen rechten Parteien in Europa ähnliche Denkmuster finden. Sie seien extrem exklusiv, weil es um das vermeintlich zu bewahrende und zu schützende „Wir“ einer Nation und eines Volkes gehe: „Beim Rechtspopulismus kommt zum vertikalen Gegensatz zwischen den Eliten oben und dem Volk unten noch der horizontale Gegensatz zwischen einem homogen imaginierten Volk, das für ein positives Image steht, und den nicht zum Volk gehörenden Menschen, die draußen bleiben sollen“, erklärt der katholische Theologe Wolfgang Palaver von der Universität Innsbruck.

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De Maizières Angriff auf Whatsapp

Whatsapp ist das möglicherweise größte Netzwerk verschlüsselter Kommunikation für Bürger. (Foto: dpa)
Der Innenminister schließt sich Frankreichs Kampagne gegen verschlüsselte Kommunikation an. Fachleute warnen: Wer so an die Daten von Terroristen will, schwächt die Privatsphäre aller Nutzer.

Von Jannis Brühl | Süddeutsche.de

Verschlüsselung privater Kommunikation setzt sich weiter durch. Doch im Zuge der Verschärfung von Sicherheitsgesetzen gerät sie mehr und mehr ins Visier von Sicherheitspolitikern. Im Kampf gegen mutmaßliche Terroristen wollen Deutschland und Frankreich nun die Datenverschlüsselung von Messaging-Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal begrenzen.

Das erklärten Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Dienstag in Paris. Es müsse „rechtsstaatlich eng begrenzte Möglichkeiten geben, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln“, sagte de Maizière. Beim nächsten EU-Gipfel im September wollten sie sich für eine europäische Regelung einsetzen: Unternehmen sollten gezwungen werden können, Behörden auf Anfrage auch Inhalte verschlüsselter Nachrichten zu übergeben. Das soll auch für Anbieter gelten, die ihren Sitz nicht in der EU haben. Zwar nannte Cazeneuve explizit nur die App Telegram, die bei Dschihadisten beliebt ist, doch die neuen Regeln würden zum Beispiel Whatsapp genauso betreffen.

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Rechtspopulismus und Islamismus: Analyse einer beunruhigenden Nähe

Scheinbar sind sie die ärgsten Gegner: Rechtspopulisten und Islamisten. Diplom-Psychologe und Rechtspsychologe Dr. Guido F. Gebauer hält diese Gegnerschaft aber nur für scheinbar. Hinter ihr verberge sich eine gefährliche Nähe, die nach seiner Überzeugung auf gemeinsamen Persönlichkeits-Strukturen beruht. In diesem Artikel diskutiert er diese Nähe und gibt vorläufige Antworten auf die Frage, wie sich die Gesellschaft am Besten vor Rechtspopulisten und Islamisten schützen kann.

Von Guido F. Gebauer | menschenrechte.eu

Wer warnt in Deutschland eindringlicher als Pegida und AfD vor dem Islam? Stellen sich nicht auch in Frankreich, den Niederlanden, England und Schweden Rechtspopulisten an die Spitze der anti-islamischen Bewegung? Will der soeben in den USA gekürte US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht gar seine angestrebte Präsidentschaft nicht ganz unter das Banner des Kampfes gegen den Islam stellen?
Ist es also nur eine unbedeutende Randnotiz, dass der AfD Abgeordnete Gehlmann im Landesparlament von Sachsen-Anhalt, als es um Ausgrenzung und Verfolgung Homosexueller in den muslimischen Maghrebstaaten ging, gemäß Protokoll äußerte: Das sollten wir in Deutschland auch machen!?
Ich halte dies nicht für eine Randnotiz, sondern ein zentrales Merkmal. Bei näherer Betrachtung lässt es nach meiner Überzeugung die scheinbare Distanz zwischen Rechtspopulisten und Islamisten zusammenbrechen. Psychologisch sichtbar wird ein Abgrund von Nähe.
Rechtspopulisten und Islamisten weisen Gemeinsamkeiten auf

Die Begriffe Rechtspopulismus und Islamismus werden hier nicht als Synonyme für Rechtsterrorismus oder islamischem Terrorismus verwandt, die nach Ansicht des Autors vielmehr gesteigerte Formen von Rechtspopulismus und Islamismus darstellen.

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Gottloses Europa: Diese Grafiken zeigen, warum sich das Christentum Sorgen machen muss

Mitgliederschwund bei den Landeskirchen: Religionszugehörigkeit der ständigen Wohnbevölkerung (ab 15 Jahren) in der Schweiz von 1910 bis 2014. Grafik: watson / quelle: bfs
Das institutionalisierte Christentum ist in Europa auf dem Rückzug. Die Ex-Christen wandern aber nur zu geringen Teilen in konkurrierende Religionen ab – der Löwenanteil wird konfessionslos.

Von Daniel Huber | watson.ch

Die Queen dürfte über den Befund vermutlich not amused gewesen sein: Die Zahl der Konfessionslosen hat sich in England und Wales seit 2011 fast verdoppelt, während Ihrer Majestät als Oberhaupt der anglikanischen Church of England die Schäfchen in hellen Scharen davonlaufen.

Mittlerweile, so berichtet der «Guardian», bezeichnen sich mehr Leute im Land als konfessionslos – 2014 waren es 48,5 Prozent – als alle Anhänger der christlichen Konfessionen zusammen (43,8%). Vor fünf Jahren kamen die Konfessionslosen erst auf 25 Prozent. Als Anglikaner definieren sich nur gerade noch 19 Prozent; 1983 waren es noch 44,5 Prozent gewesen.

Der Aderlass ist enorm: Laut «Guardian» verliert die anglikanische Kirche für jedes neubekehrte Mitglied zwölf Anhänger. Aber auch die Katholiken haben die Schwindsucht – bei ihnen sind es zehn Abgänge pro Neuzugang.

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Großbritannien nimmt Scharia-Gerichte unter die Lupe

Alle die gegen die Scharia sind, heben die Hand
Alle die gegen die Scharia sind, heben die Hand
Britische Regierung setzt unabhängiges Gremium ein, das prüft, ob das islamische Religionsrecht in England und Wales zur Diskriminierung von Frauen verwendet worden ist – In Großbritannien gibt es inzwischen ein Netz von Scharia-Gerichten

kath.net

Ein von der britischen Regierung eingesetztes unabhängiges Gremium soll prüfen, ob das islamische Religionsrecht in England und Wales zur Diskriminierung von Frauen verwendet worden ist. Das kündigte Innenministerin Theresa May an, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. Einige Scharia-Gerichte hätten offenbar versucht, Zwangsheiraten zu legitimieren, sagte sie. Auch mögliche Nachteile für muslimische Frauen bei Scheidungen würden in den Blick genommen.
In Großbritannien gibt es inzwischen ein Netz von Scharia-Gerichten, die Streitigkeiten zwischen Muslimen klären. Einige sind als Justizorgane anerkannt und können etwa verbindliche Entscheidungen in unternehmensrechtlichen Fragen, Familienzwisten, bei häuslicher Gewalt oder Erbschaftsstreitigkeiten fällen. Andere Religionsgerichte bieten eher Mediation an.

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Die Terrorgefahr steigt? Nein!

Bild: RDF
Die Terroranschläge von Brüssel haben uns alle erschüttert – genau wie die Terroranschläge von Paris aus dem November 2015. Wenn Bomben in der Türkei, in Syrien oder dem Irak explodierten, ließ uns dies vermutlich kalt. Tatsächlich haben wir vermutlich kein besonders starkes Mitgefühl für die Opfer – sehr wohl aber Angst, dass wir selbst bei einer ähnlichen Attacke sterben können. Schließlich nimmt der Terrorismus doch immer weiter zu. – Falsch!

Von Lukas Mihr|Richard Dawkins-Foundation

Die Auswertung der Global Terrorism Database der University of Maryland zeigt, dass Westeuropa den Höhepunkt des Terrorismus schon lange überschritten hat. Die 70er und 80er Jahre waren weit blutiger als die Gegenwart. In der jüngeren Vergangenheit sind die Anschläge von Madrid 2004 und Paris 2015 deutlich zu erkennen, den Trend umkehren konnten sie jedoch nicht. Die Ereignisse von Brüssel hingegen gehen in der Statistik völlig unter.

War der Islam in den vergangenen Jahrzehnten etwa noch brutaler? Nein! Der europäische Terrorismus der 70er und 80er Jahre war genau das – europäisch. Etwa 3500 Tote gehen auf das Konto der katholischen IRA,  über 800 weitere Tote auf das Konto der baskischen ETA. Außerdem verübten linke und rechte Gruppierungen Anschläge in Europa. Palästinensische Terrorangriffe gab es ebenfalls – aber diese waren häufiger kommunistisch als islamisch motiviert.

Warum empfinden wir aber das genaue Gegenteil? Gefühlt war die Terrorgefahr nie so hoch wie jetzt. wir unterliegen alle einem bias, natürlich nehmen wir Dinge in der Gegenwart intensiver wahr als Ereignisse, die schon „lange her“ sind. Und genauso werden Terroranschläge in der heutigen Zeit medial sehr viel intensiver ausgewertet, als in den 70er Jahren.

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Deutlich mehr Anzeigen von Kindesmissbrauch in Großbritannien

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Insgesamt seien in Großbritannien 45.456 Fälle von Kindesmissbrauch angezeigt worden, im Schnitt etwa 124 Vergehen am Tag.

kath.net

In Großbritannien ist die Zahl gemeldeter Fälle von Kindesmissbrauch im Jahr 2015 deutlich angestiegen. Allein in England und Wales seien im vergangenen Jahr 41.457 Fälle angezeigt worden, rund ein Drittel mehr als im Vergleichszeitraum 2013/2014 mit 31.238 Fällen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Kinderschutzorganisation NSPCC hervor. Insgesamt seien in Großbritannien 45.456 Fälle von Kindesmissbrauch angezeigt worden, im Schnitt etwa 124 Vergehen am Tag. Bei den angezeigten Taten, bei denen Angaben zum Geschlecht der Opfer gemacht wurden, seien 32.675 gegen Mädchen und 8.387 gegen Jungen gerichtet gewesen.
NSPCC-Leiter Peter Wanless sprach von einem «dramatischen und besorgniserregenden Anstieg». Kinderschützer und Polizei gehen weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Schätzungen zufolge wird nur einer von acht Sexualdelikten gegen Kinder angezeigt.

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Wie sich der älteste Geheimbund der Welt um mehr Transparenz bemüht

Eine Deckenmalerei in der United Grand Lodge of England | Alle Fotos vom Autor
Das Freimaurertum wird 2017 seinen 300. Geburtstag feiern. Der genaue Ursprung des berüchtigten Geheimbunds ist noch immer unbekannt. Während die erste Großloge 1717 in England gegründet wurde, gibt es Beweise, die darauf hindeuten, dass die Freimaurerei bereits viel früher ihren Anfang nahm.

Von Dylan Brethour|VICE.com

Die romantischste Ursprungsgeschichte, so erzählt mir der Pressesprecher Mike Baker, deutet auf die Tempelritter hin. Realistischer betrachtet ist sie vermutlich aus einer Kombination des mittelalterlichen Gildensystems und Elementen des Rosenkreuzertums entstanden. Ich bin in der United Grand Lodge of England (UGLE) im Londoner Bezirk Covent Garden. Das imposante Steingebäude ist mit esoterischen Symbolen verziert. Der Ruf der Freimaurer als mystischer Bund hat sie zu einem Magneten für Verschwörungstheorien gemacht; es kursieren Gerüchte über Verbindungen zu den Anschlägen des 11. September über die Illuminati bis hin zur Neuen Weltordnung. Jetzt wo das 300. Jubiläum bevorsteht, versuchen die Maurer, sich um das jahrhundertealte PR-Problem zu kümmern. Die Frage ist nur: Was passiert, wenn der älteste Geheimbund der Welt versucht, seine Türen der Allgemeinheit zu öffnen?

Zum neuen Gesicht der Freimaurer gehört dazu, die hartnäckigsten Mythen anzusprechen. „Bei dem, was wir tun, sind Politik und Religion sogar verboten“, sagt Mike mir gegenüber. Selbst öffentliche Mitteilungen machen sie ungern, „aufgrund unserer Geschichte und weil wir nicht politisch motiviert wirken wollen. Immerhin gibt es diese ganzen Verschwörungstheorien, mit den Bilderbergen und so weiter“. Warum treten Menschen also den Freimaurern bei, wenn ihnen das gar keine Gelegenheiten zur politischen Einflussnahme eröffnet? Mike sagt, es ginge dabei nur um die Werte. Die Freimaurer spenden zum Beispiel als Teil ihres gesellschaftlichen Engagements an wohltätigte Organisationen. Soeben haben sie den zweiten Sanitätshubschrauber der Stadt London zur Hälfte finanziert. „Man stelle sich vor: Das nächste Mal, wenn jemand in London einen schlimmen Unfall hat und der Sanitätshubschrauber kommt, dann werden an der Unterseite ein Winkel und ein Zirkel zu sehen sein.“

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Studie: Katholiken lehnen Lehre ihrer Kirche zu Sex und Ehe ab

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Deutsche Katholiken lehnen den Umgang ihrer Kirche mit Sexualmoral, der Ehe und der Homosexualität mehrheitlich ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Studenten aus Münster und Berlin, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.


evangelisch.de

Zwei Befragungen des Vatikan vor der Familiensynode im Oktober in Rom waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Die jungen Leute befragten von März 2014 bis zum März dieses Jahres fast 12.500 aktive Katholiken in 24 Ländern per Fragebögen und online, darunter Gläubige in England, Polen, Frankreich, Spanien, Italien, Marokko, Brasilien und in den USA. Aus Deutschland liegen knapp 7.900 ausgefüllte Fragebögen vor.

Priester sollen frei über Zölibat entscheiden können

Die Ergebnisse für Deutschland bestätigen den Trend der Vatikan-Umfragen: 90 Prozent der deutschen Katholiken lehnen es ab, dass Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen werden. Beim Thema Empfängnisverhütung gibt ein Großteil an, sich nicht mehr an der Lehre der Kirche zu orientieren. 80 Prozent sprechen sich für ein Zusammenleben vor der Ehe aus. Gleichzeitig sagen neun von zehn Befragten, dass ihnen eine kirchliche Trauung wichtig ist – und fast alle (95 Prozent) wollen auch ihre Kinder christlich erziehen.

Im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren wünschen sich 70 Prozent der deutschen Studien-Teilnehmer eine Anerkennung und Segnung dieser Partnerschaften. Dass gleichgeschlechtliche Partner kirchlich heiraten dürfen, wird indes mehrheitlich nicht befürwortet. 85 Prozent der deutschen Gläubigen halten es für besser, Priester frei wählen zu lassen, ob sie im Zölibat leben wollen.

EKD bedauert „Bildersturm“ der Reformation

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bedauert die Zerstörungen von religiösen Bildern während der Reformationszeit. Dies stellten Theologen der EKD im bilateralen theologischen Dialog mit Vertretern des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel fest, der in der vergangenen Woche in der Hamburger Missionsakademie stattfand.


EKD

EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber, die Leiterin der evangelischen Dialogkommission, betonte für die evangelische Seite: „Im Themenjahr zu ‚Bild und Bibel‘ stellen wir fest, dass die Bilder in vielfältigsten Formen seit langem Ausdruck evangelischer Frömmigkeit geworden sind. Die Zerstörung von Bildern lehnt die Evangelische Kirche ab“.

Im sogenannten „Bildersturm“ der Reformation waren Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und Orgeln von den Anhängern der Reformation v. a. in Süddeutschland, der Schweiz, England und den Niederlanden aus den Kirchen entfernt und vielfach auch zerstört worden. Reformatoren wie Zwingli und Calvin lehnten die Bilder als Götzendienst ab und beriefen sich dabei u. a. auf die Zehn Gebote.

Die Delegationen des Ökumenischen Patriarchats und der EKD hatten sich auf Einladung des Rates der EKD zu ihrer 16. Begegnung in der Missionsakademie an der Universität Hamburg versammelt. Erstmals behandelten sie das Thema „Bild“ aus evangelischer und aus orthodoxer Sicht. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sandten den Delegierten ihre Grüße und Segenswünsche. Mit Blick auf die griechischen Teilnehmer des Treffens betonte Bedford-Strohm in seiner Grußadresse in besonderer Weise den hohen Wert des Friedensprojektes Europa.

In Hamburg besuchten die Delegationen die Hauptkirchen St. Jacobi und St. Michaelis, die griechisch-orthodoxe Kirche „Heiliger Georg“ sowie die Ratshauspassage. Außerdem nahmen sie am Jahresempfang der Kirchenleitung der Nordkirche für die orthodoxen Geistlichen im ökumenischen Forum der Hafencity teil.

Das Ökumenische Patriarchat hat den Ehrenvorsitz aller orthodoxen Kirchen weltweit inne. EKD und Ökumenisches Patriarchat führen ihren Dialog seit 1969.

Hannover, 13. Juli 2015

Pressestelle der EKD

Die Nachfrage nach Teufelsaustreibungen wächst – Drogen-und Pornosucht Ursache

Scrshot brightsblog
Scrshot brightsblog
In England wächst die Nachfrage nach Teufelsaustreibern. Katholische Experten führen dies unter anderem auf die zunehmende Drogen- und Porno-Sucht zurück, die anfällig für Besessenheit machen könnten.


kath.net

Ferner würden sich immer mehr Menschen der Macht des Teufels bewusst. Heute hätten die meisten Bistümer einen Exorzisten, während noch vor fünf Jahren nur die Hälfte diese Dienste angeboten hätten, berichtet die Londoner Zeitung „The Times“. Sie beruft sich auf einen von vier britischen Exorzisten, die an einem Fachkongress für 160 Priester und Laien in Rom teilnehmen. Sie wollten anonym bleiben, weil sie sonst mit Anfragen psychisch gestörter Menschen überhäuft würden. Wer ein guter Exorzist sein wolle, müsse auch über gründliche Kenntnisse der Psychologie verfügen, erklärte der mexikanische Priester Cesare Truqui, der bereits über 100 Exorzismen durchgeführt hat.

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Staat und Religion: Schafft die Kirchensteuer ab

Bild: tilly
Bild: tilly
Wer mehr Gerechtigkeit für alle Religionen will, braucht keine Religionssteuer. Es ist auch naiv zu glauben, Radikalität ließe sich verhindern, wenn der Staat Geld gibt.


Von Tanja Dückers|ZEIT ONLINE

Eine Religionssteuer soll die Kirchensteuer ersetzen. Nach diesem Vorschlag von Jochen Bittner würde jeder Steuerzahler ein Häkchen hinter diejenige Religionsgemeinschaft setzen, die er mit seinem Anteil bedenken möchte. Der Staat solle, wenn er schon die Kirchensteuer eintreibt, diesen Dienst nicht nur ausschließlich Protestanten und Katholiken anbieten. Von der staatlich unterstützten Spendenverteilung sollten alle Glaubensgemeinschaften profitieren können. Dies mag zwar politisch konsequenter erscheinen, zeitgemäßer ist es nicht.

Viele Ideen zielen eher auf eine Ausweitung der staatlichen Unterstützung für Glaubensgemeinschaften denn auf eine – überfällige – konsequente Trennung von Kirche und Staat in Deutschland. Spätestens seit dem Skandal um den Bischöflichen Stuhl in Limburg steht die Kirchensteuer aber auf dem Prüfstand.

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Ägyptische Mumien im Vatikan sind Fälschungen

Vatikanische Museen Museo Egizio, Bild: holidaycheck.com
Zwei vermeintliche Mumien aus der ägyptischen Pharaonenzeit, die in den Vatikanischen Museen aufbewahrt werden, haben sich als Fälschungen entpuppt. Experten stellten mit Hilfe der C14-Methode zur Altersbestimmung fest, dass die circa 60 Zentimeter langen Mumien eigentlich aus dem 19. Jahrhundert stammten und in England hergestellt wurden, berichtete die Tageszeitung „Il Messaggero“.


news ORF.at

Auf dem Gesicht einer der beiden Mumie wurde eine Zinnfolie entdeckt, die in Wales produziert wurde. „Wir haben die modernsten Technologien angewendet, um der Herkunft der vermeintlichen Mumien nachzugehen“, berichtete Alessia Amenta, Direktorin der Ägypten-Abteilung der Vatikanischen Museen.

Florierender Handel und „Mumienmanie“

Der Handel mit Mumien war in der Vergangenheit sehr verbreitet gewesen und begann bereits im Mittelalter. Im ganzen Mittelmeer-Raum wurden Mumien verkauft, deren Pulver für pharmazeutische Zwecke verwendet wurde, berichtete Amenta. Von einer „Mumienmanie“ könne man ab der Renaissance sprechen. „Wahre Mumien kosteten viel, daraufhin hat der Handel mit Fälschungen begonnen“, so Amenta.

Vor allem nach Napoleons Ägypten-Kampagne sei das Interesse von Privatsammlern für Mumien besonders gestiegen. Ähnliche Mumien wie jene, die sich im Vatikan befinden, gibt es rund 40 in Europa.