Bauantrag für Erfurter Moschee gestellt

Der erste Neubau einer Moschee in Thüringen rückt näher – trotz der zum Teil heftigen Proteste dagegen.

evangelisch.de

Die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Erfurt habe in der vergangenen Woche einen Bauantrag bei der Stadtverwaltung eingereicht, sagte Gemeindesprecher Suleman Malik am Montag in Erfurt. Man rechne nun mit fünf bis sechs Monaten Prüfung. Deshalb sei in diesem Jahr noch nicht mit dem Baubeginn der Moschee zu rechnen, erklärte der Bundesvorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Uwe Wagishauser.

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Protest-Kreuze gegen Erfurter Moschee-Bau sollen abgebaut werden

Mit dem Kreuz, das auf einem Grundstück in der Nähe der als Baugrund für den Moschee-Neubau vorgesehenen Fläche errichtet wurde, will das Bündnis «Bürger für Erfurt» gegen die Moscheebaupläne in Erfurt-Marbach protestieren. Foto: Arifoto Ug/dpa/Thüringen24
Unbekannte haben Holzkreuze aufgestellt, um gegen einen geplanten Neubau einer Moschee in Erfurt zu protestieren. Die Eigentümerin der Fläche dringt auf den Abbau, und die Kirchen sprechen von einem Missbrauch des christlichen Symbols.

evangelisch.de

Der Protest gegen eine geplante Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt könnte ein juristisches Nachspiel haben. Die Aufsteller der vier und zehn Meter hohen Holzkreuze neben dem vorgesehenen Bauplatz müssten diese wieder abbauen. Sobald sie mit Hilfe der Polizei ermittelt seien, würden sie per Anwaltsschreiben aufgefordert, die Kreuze umgehend zu entfernen, teilte die Eigentümerin der Fläche, die Mainzer Aufbaugesellschaft, am Mittwoch MDR Thüringen mit. Zuvor hatten das Bistum Erfurt und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zu Besonnenheit aufgerufen und sich gegen einen Missbrauch des christlichen Symbols gewandt.

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Angriff auf MDR-Team in Erfurt

Bei Dreharbeiten für das MDR-Magazin „Fakt“ ist ein Kamerateam in Erfurt tätlich angegriffen worden.

evangelisch.de

Die Journalisten, darunter ein Kollege syrischer Herkunft, seien aus einer Gruppe betrunkener junger Männer heraus zunächst rassistisch beleidigt worden, teilten der MDR und die Polizei mit. Im weiteren Verlauf soll einer der Angreifer mit einem Gegenstand in der Hand auf den 32-Jährigen aus Syrien stammenden Mitarbeiter losgegangen sein. Der Journalist sei danach von zwei Angreifern mehrere hundert Meter gejagt worden, ehe er in einen Supermarkt flüchten konnte.

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Kirchentag sucht Helfersyndrom

Bild: tilly
Bild: tilly
Helfen beim Kirchentag macht offenbar süchtig – jedenfalls sind viele jugendliche und auch ältere Helfende alle zwei Jahre wieder gern mit dabei. Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24.-28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg sucht der Leiter der Helferdienste, Neals Nowitzki, diesmal noch mehr Leute als sonst.
 

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Der Deutsche Evangelische Kirchentag braucht nächstes Jahr 8000 statt 5000 Helferinnen und Helfer. Warum so viele?

Neals Nowitzki: Ganz einfach: Wir feiern 500 Jahre Reformation und haben uns, zusammen mit unseren Kollegen von r2017, ein bisschen mehr ausgedacht als nur einen Kirchentag in Berlin. Ende Mai finden zeitgleich sechs weitere kleinere Kirchentage in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/ Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben – das sind die so genannten „Kirchentage auf dem Weg“ – und als Abschluss der gemeinsamen Woche noch das Festwochenende in Wittenberg. Um all diese Orte passend bespielen zu können, um für Sicherheit zu sorgen und dafür, dass sich die Teilnehmenden wohl fühlen, brauchen wir einfach ein paar mehr Helfende.

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Katholiken gegen AfD und Pegida: Kämpft um ihre Seelen!

Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Bild von einer Pegida-Demo in Dresden. Twitter
Marschieren die besorgten Bürger, schalten die Kirchenherren das Licht aus. Diese Geste reicht aber nicht: Jeder Christ muss sich gegen die unchristliche Botschaft von AfD und Pegida stellen.

Von Alexander Görlach|SpON

Die katholische Kirche positioniert sich nachhaltig gegen die sogenannte Alternative für Deutschland. Nachdem unter anderem die Bischöfe in Köln und Erfurt die Beleuchtung ihrer Kathedralkirchen abgeschaltet haben, um den Märschen der neuen Rechten nicht etwa eine festliche Kulisse zu ermöglichen, sind nun die Kirchenmitglieder mitgezogen und haben die AfD wissen lassen, dass ihre Anwesenheit beim nächsten Katholikentag in Leipzig nicht erwünscht ist.

Selten zogen Kirchenführung und Laien in der jüngeren Vergangenheit in einer Sache so gemeinschaftlich vereint an einem Strang. Absorbiert von Sorgen um klerikalen Nachwuchs, Mitgliederschwund und Glaubwürdigkeitsverlust durch den abscheulichen Missbrauchsskandal hat die katholische Kirche in den letzten Jahren an vielen Debatten nicht mehr wirklich teilgenommen. Das Auftreten der neuen Rechten in der deutschen Öffentlichkeit und Politik zwingt sie nun förmlich dazu.

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Wie heute über Killerspiele diskutiert wird

Für viele Jugendliche öffnet sich eine Fan-Community mit ihrem Lieblingsspiel. (Foto: picture alliance / dpa)
Wird aus jedem Counter-Strike-Spieler ein Amokläufer? Und können Egoshooter junge Muslime radikalisieren? Über eine Debatte, die immer wieder aufkommt.

Von Caspar von Au|Süddeutsche.de

Rudolf Weiß seufzt. Fünf Studien hat er durchgeführt. Mehr als 800 Schüler hat der Medienpsychologe seit 2008 dazu befragt, ob sie den jeweiligen „Mainstream-Shooter“ des Jahres, wie er die Spiele nennt, spielen. Ob es ihren Eltern egal ist, wenn die Jugendlichen ihre Zeit mit sogenannten gewalthaltigen Computerspielen wie Grand Theft Auto (GTA) und Call of Duty (CoD) verbringen und welche Computerspiele sie sonst noch spielen. Jetzt reicht es ihm: „Die Untersuchung ist abgeschlossen, der Trend eindeutig“.

In jeder Studie habe die Zahl der Schüler, die den jeweiligen Mainstream-Shooter spielen, zugenommen. „Zuletzt, 2013, waren es 62 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 16 Jahren.“ Das findet Weiß besorgniserregend. Denn gewalthaltige Computerspiele beeinflussen laut seinen Studien die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen wie kein zweiter Faktor – gerade bei Heranwachsenden. Noch vor Horrorfilmen, Gewalt im Fernsehen und Gewalt im Elternhaus. Doch er betont: „Ich bin keiner, der sagt: Wenn du das spielst, wirst du gewalttätig. Das wäre vermessen.“

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AfD attackiert Kirchen im Thüringer Bündnis für Mitmenschlichkeit

Seit einigen Wochen demonstriert die AfD in Erfurt gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Am Mittwochabend kamen der Polizei zufolge deutlich weniger Menschen als zuletzt. Die Redner kritisierten unter anderem die Kirchen.

evangelisch.de

Die Thüringer Polizei hat am Mittwochabend zur dritten AfD-Kundgebung auf dem Erfurter Domplatz deutlich weniger Teilnehmer als in den Vorwochen registriert. Mit rund 2.100 Menschen habe sich die Teilnehmerzahl gegenüber Ende Oktober halbiert, sagte eine Sprecherin. Dies betreffe auch die Zahl der Gegendemonstranten, die mit etwa 1.200 angegeben wurde. Das Bistum verzichtete erneut auf das Anstrahlen der Kirchen auf dem Domberg.

Damit sollte an Mitgefühl, Mitleid und Solidarität mit den Flüchtlingen gemahnt werden, erklärte die katholische Kirche. Die im Landtag vertretene AfD demonstriert seit Mitte September an verschiedenen Orten in der Erfurter Innenstadt gegen „Asylchaos“ und „Politikversagen“. AfD-Fraktionsvorsitzender Björn Höcke nahm jedoch wegen der „Strapazen der vergangenen Wochen“ nicht teil. Die Redebeiträge galten erneut der massiven Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik.

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„Du siehst mich“ – Hagar, Gott und der Kirchentag

DerverzweifelteJesusDer Deutsche Evangelische Kirchentag 2017 steht unter dem Leitwort „Du siehst mich“ (1. Mose 16,13). In den drei Worten steckt grundlegende alttestamentliche Theologie. Gleichzeitig greift der Vers aktuelle gesellschaftliche Themen auf.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

„Du siehst mich“ ist die kürzestmögliche Zusammenfassung von 1. Mose 16,13. Der Bibelvers wird als Überschrift nicht nur über dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg stehen, sondern auch über sechs „Kirchentagen auf dem Weg“, die anlässlich des Reformationsjubiläums in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben stattfinden.

Am vergangenen Samstag hat das Präsidium des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages über eine Handvoll Bibelverse diskutiert, die eine Exegese-Gruppe als mögliche Losungen vorgeschlagen hatte. Dabei wurde laut Kirchentags-Sprecherin Sirkka Jendis überlegt, welcher Vers am besten zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen passt. Per Abstimmung habe sich das Präsidium schließlich mit breiter Mehrheit für „Du siehst mich“ entschieden.

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Die AfD hat in Thüringen ihre eigene Pegida aufgezogen – mit noch mehr Neonazis

Bild: VICE.com
Am Mittwochabend demonstrierten rund 5.000 Menschen gegen die Asylpoltik der Bundes- und Landesregierung in Erfurt. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die thüringische AfD unter ihrem Vorsitzenden Björn Höcke.

Von Matern Boeselager|VICE

Zur Zeit Luckes, als die AfD noch ein etwas breiteres Spektrum von Meinungen abdeckte, galt Höcke bereits als einer der prominentesten Vertreter des rechten Randes der Partei. Der thüringische Fraktionsvorsitzende reiste gerne zur Pegida nach Dresden und gab dort offen Interviews. Aber auch weiter rechts hat der studierte Gymnasialrat keine Berührungsängste: Noch im Mai versuchten die „liberalen“ AfD-ler um Lucke, Höcke aus seinem Amt als Landesvorsitzender zu entheben und ihm für zwei Jahre jedes Amt in der Partei zu verbieten, weil Höcke erklärt hatte, man könne ja nun nicht „jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen“.

Aber statt Höcke war es schließlich Lucke, der gehen musste, und die Rechten übernahmen die Partei. Seitdem hat sich die AfD noch hartnäckiger auf das Thema Asylpolitik eingeschossen: Frauke Petry zum Beispiel hat zwar als Landesfraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag noch nie auch nur einen Antrag eingebracht, erzählt aber in Interviews dafür umso lieber, dass der „soziale Frieden“ in Deutschland durch Asylbewerberheime bedroht werde.

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Weltkongress der Religionswissenschaftler beginnt in Erfurt

In Erfurt beginnt an diesem Sonntag der 21. Weltkongress der Religionswissenschaftler. Die International Association for the History of Religion (IAHR) erwartet dazu in der Thüringer Landeshauptstadt rund 1.400 Teilnehmer.

kathweb

Die bis zum 29. August andauernder Tagung steht unter dem Motto „Dynamiken der Religion: Vergangenheit und Gegenwart“. Die Weltkongresse finden alle fünf Jahre statt.

Die IAHR ist der internationaler Dachverband für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Religion. Ihr gehört auch die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW)an, die an der Kongressplanung und -organisation mitwirkt. Die Erfurter Universität als Tagungsort verfügt nach eigenen Angaben über das größte Institut für Religionswissenschaft in Deutschland sowie das Max-Weber-Kolleg als international ausgewiesenes Zentrum für Religionsforschung.

Porno-Darstellerin „Julia Pink“ zieht vors Bundesarbeitsgericht

Der Anwalt der wegen Porno-Drehs gekündigten Diakonie-Erzieherin hat eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde am Bundesarbeitsgericht in Erfurt eingereicht.


evangelisch.de

justiz_grossDas Landesarbeitsgericht München hatte im April die ordentliche Kündigung der Porno-Darstellerin „Julia Pink“ auch in zweiter Instanz für rechtens erklärt und keine Berufung gegen das Urteil mehr zugelassen. Der Rechtsanwalt der 38-Jährigen, Florian Fleig, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag, die rechtlichen Hürden für eine solche Beschwerde am Bundesarbeitsgericht seien zwar enorm hoch, trotzdem wolle man nichts unversucht lassen.

Fleig sagte, er habe nun noch einmal einen Monat Zeit, der eingelegten Beschwerde eine Begründung folgen zu lassen. Anschließend muss die Gegenseite – das Landesarbeitsgericht München – darauf reagieren. „Ich gehe davon aus, dass sich das noch mindestens drei Monate hinzieht, ehe Erfurt entscheidet“, sagte Fleig.

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Dodo im Luther-Wahn

Margot-Kässmann

Lutherbotschafterin Margot Käßmann reist derzeit durch die USA, um für das Reformationsjubiläum zu werben. Neben der Freude amerikanischer Christen über das anstehende Fest trifft sie auch auf Sorge über eine Islamisierung Westeuropas.


pro Medienmagazin

pro: Frau Käßmann, Sie führen bei Ihrer USA-Reise Gespräche mit Vertretern der Kirchen, aber auch jüdischer Einrichtungen. Derzeit protestieren wöchentlich Tausende auf deutschen Straßen gegen eine Islamisierung Europas. Teilen Juden und Christen in den USA die Sorgen von Pegida mit Blick auf Europa?

Margot Käßmann: Ich war in San Francisco zu einer Veranstaltung zu diesem Thema in einer Synagoge eingeladen. Das Interesse war sehr groß. Mich hat allerdings erschreckt, wie wenig differenziert das Bild vom Zusammenleben der Religionen in Europa ist. Viele meinen, es gebe tatsächlich eine Art Islamisierung in Westeuropa und Juden täten gut daran, nach Israel auswandern. Im Gespräch mit Rabbiner Brad Artson an der American Jewish University in Los Angeles zeigte sich allerdings ein wesentlich differenzierteres Bild der Lage. Und er hat großes Interesse an einem Dialog über die „Judenschriften“ Martin Luthers.

pro:Gibt es auch eine Sorge vor einer wachsenden Islamisierung in den USA und wenn ja, wie gehen die Kirchen damit um?

Margot Käßmann:Diese Sorge habe ich nicht angetroffen. Aber die Kirchen und auch die theologischen Fakultäten, mit denen ich im Gespräch war, setzen intensiv auf interreligiösen Dialog. Das erscheint manchen wesentlich wichtiger als innerchristliche ökumenische Diskussionen.

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Martin Luther – Freiheitskämpfer oder Volksverhetzer?

luther_1Auf dem Weg zum großen Reformationsjubiläum 2017: Während die Ängstlichen den Berserker Luther am liebsten verstecken würden, feiern die Ahnungslosen ihn als Vorkämpfer eines pluralistischen Gemeinwesens. Beides ist verfehlt. Für Luther wäre der moderne Individualitätsbegriff des Teufels. Was machen wir jetzt mit dem Mann?

Von Christian Geyer|Frankfurter Allgemeine

Deutsche, lasst euch euren Luther nicht nehmen! So möchte man im Stil der Flugschriftenpublizistik des sechzehnten Jahrhunderts ausrufen, wenn man sieht, was derzeit mit dem „Propheten der Deutschen“ (Luther über Luther) geschieht. Ja, schützt Luther vor denen, die heute vorgeben, ihn vor sich selbst schützen zu wollen! Vor denen, die sich eher für Luther entschuldigen möchten, als sich für sein Genie zu interessieren.

Martin Luther macht, so will es scheinen, derzeit vor allem eins: verlegen. Allenfalls genießt er den Exotenbonus. Je mehr es auf 2017, das Gedenkjahr für fünfhundert Jahre Reformation, zugeht, desto hilfloser steht der kirchliche und staatliche Gedenkbetrieb vor dieser vulkanischen Person. Schon dies: „Prophet der Deutschen“ geht ja eigentlich gar nicht. Genaugenommen geht das meiste an Luther gar nicht. Seine mit verdauungsbezogenen Metaphern gespickte Raserei gegen Bauern, Juden, Papisten, Täufer und Türken würden heute zumindest unter Volksverhetzung fallen. Seine Dämonomanie, die ihn hinter jedem Busch und im Grunde hinter jeder anderslautenden Lehrmeinung einen Teufel sehen ließ, ist Stoff für Kliniker und lässt sein gewaltiges Werk wie satanische Verse, wie Bannliteratur wider den Satan, aussehen. „Der Teufel“, so Lyndal Roper, Professorin für Modern History an der Universität Oxford, „taucht in fast allem auf, was Luther schrieb, ob es nun Predigten, Streitschriften oder Abhandlungen sind – auch seine Briefe sind übersät mit Hinweisen auf den Satan.“

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Protest gegen Bundeswehr-Musikgottesdienst in Dresden

BuWe_Frauenkirche In Sachsen regt sich Widerstand gegen einen geplanten „musikalischen Gottesdienst“ der Bundeswehr in der Dresdner Frauenkirche. Dabei soll am 30. April ein Musikkorps aus Erfurt spielen.

idea.de

. Wie die Zeitung „Dresdner Neueste Nachrichten“ am 5. April berichtet, haben 20 aktive und ehemalige Mitarbeiter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ein Protestschreiben an Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) und das Pfarrbüro der Frauenkirche gerichtet. Darin beantworten sie die Frage, ob in einer „so symbolträchtigen Kirche“ die Bundeswehr als Veranstalter eines Gottesdiensten auftreten darf, mit einem „klaren Nein“. Die Unterzeichner begründen ihre Haltung mit der Trennung von Staat und Kirche.

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Deutsche Bischofskonferenz: Die Qual der Wahl

Bild: ©KNA
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Am Mittwoch wählen die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung in Münster einen neuen Vorsitzenden. Gesucht wird ein Nachfolger für Erzbischof Robert Zollitsch, der nach seinem bereits im Herbst vergangenen Jahres erfolgten Rücktritt als Freiburger Oberhirte nun auch das Amt an der Spitze der Konferenz altersbedingt abgibt.

katholisch.de

Der Ablauf der Wahl ist im Statut der Deutschen Bischofskonferenz geregelt. Gemäß Artikel 13 ist für die Wahl des Konferenzvorsitzenden eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder der Vollversammlung erforderlich, erst ab dem dritten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit. Gewählt werden muss der Vorsitzende – dessen Amtszeit sechs Jahre beträgt – laut Artikel 28 aus dem Kreis der Diözesanbischöfe ; Weihbischöfe dürfen den Vorsitzenden zwar mitwählen, kommen selbst für den Spitzenposten aber nicht in Frage.

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Erbistum Köln: Wundersamer Geldsegen

Bild: tilly
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Unter Erzbischof Joachim Meisner, der nun in Ruhestand geht, mehrte das Bistum Köln sein Vermögen mit fragwürdigen Investments. Bei den Bedürftigen wurde dafür gespart.

Von Kerstin Kohlenberg und Daniel MüllerZEIT ONLINE

Im Kölner Dom steigt in dicken Schwaden Weihrauch auf, und es sieht aus, als schwebe Joachim Kardinal Meisner auf einer Wolke durch das mächtige Hauptportal in die dunkle Kathedrale hinein. Das festliche weiß-goldene Messgewand, der walnussgroße Ring an der Hand, der Hirtenstab, den er wie ein Zepter hält – dem Erzbischof folgen die ehrfürchtigen Blicke von 1.500 Gläubigen.

Es ist eine der letzten Gelegenheiten, Meisner bei einer Predigt zu erleben, bevor der Papst in diesen Tagen seinen Rücktritt vom Amt des Erzbischofs annehmen wird. Ein Vierteljahrhundert hat die Ära Meisner in Köln gedauert, in einer Region, die so katholisch geprägt ist wie kaum eine andere in Deutschland.

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Erzbistum Köln und der naive Traum „katholischer Demokratie“

meisner_400qDer Kölner Kardinal Meisner hat seinen Rückzug angekündigt. Nun hoffen viele, das größte deutsche Bistum könnte zu mehr Demokratie finden.

Von Matthias Lohre taz

Wie sonst wo auf der Welt, so schreitet auch der Kölner Erzbischof unter Orgelklang durchs Kirchenschiff zum Altar. Und wie überall predigt er, betet und segnet. Doch diese Messe am Morgen des Dreikönigstages ist etwas Besonderes.

Joachim Kardinal Meisner schreitet durch den Dom, flankiert von Bischöfen aus mehreren Ländern. Die Orgel braust wie ein Orkan, und in den Stuhlreihen stehen Tausende Besucher. Der Kölner Erzbischof ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche.

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Gott sei Dank: Nur wenig bekennende Atheisten in Deutschland

Bild: politikforen.net

Meinungsforscher: Nicht einmal jeder fünfte leugnet Gott

kath.net

Atheisten sind in Deutschland eine kleine Minderheit. Nicht einmal jeder fünfte Bürger (17 Prozent) ist ein Gottesleugner. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für neue soziale Antworten (INSA) in Erfurt unter mehr als 2.000 Bürgern. Der Studie zufolge ist selbst unter jenen, die keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören, nur jeder Dritte Atheist. Von den befragten Protestanten erklärten 8 Prozent, dass es keinen Gott gibt; bei den Katholiken waren es 6 Prozent.

Atheisten vor allem bei Linken und Piraten

Kaum überraschen können die Ergebnisse im Bezug auf die Politik. Überdurchschnittlich viele Atheisten finden sich unter den Linken (32 Prozent) und den Piraten (31 Prozent). Am geringsten ist die Zahl bei den Anhängern von CDU/CSU (9 Prozent) und FDP (15 Prozent). Auch bei den Grünen (16 Prozent) und den Sozialdemokraten (17 Prozent) finden sich relativ wenige Atheisten.

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Prorektor Uni Greifswald: Jesus passt in jedes Milieu

„Jesus war den Menschen zugewandt“. Michael Herbst fordert zum Blick über den Tellerrand auf. Foto: pro

„Das Evangelium muss sprachfähig gemacht werden.“ Diese Überzeugung vertrat Michael Herbst, Theologieprofessor und Prorektor der Universität Greifswald in einem Themenforum des Gnadauer Zukunftskongresses 2013 in Erfurt. Er forderte die Teilnehmer dazu auf, über den eigenen Tellerrand zu schauen und auf die Menschen zuzugehen.

pro Medienmagazin

Damit Menschen mit dem Wort Gottes erreicht werden können, muss das Evangelium in die Lebenswelten der Menschen – die verschiedenen Milieus – sprechen; davon ist Herbst überzeugt. Es gebe in Deutschland bestimmte Gruppen, in denen sich die Menschen heimisch fühlen. Diese Milieus dürften aber nicht mit „Klassen“ oder „Schichten“ gleichgesetzt werden. Denn die „Schichtzugehörigkeit“ sage noch nichts über den Lebensstil der jeweiligen Person aus, so Herbst. Ein Milieu zeichne sich durch bestimmte Werte, Freizeitverhalten, Weltbilder und eine bestimmte Mentalität aus. „Milieus sind Lebenswelten für sich, die sich scharf voneinander abgrenzen“, sagte Herbst.

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