Kirche sagt esoterischen Angeboten Kampf an

In St. Fidelis (Mi.) soll ein neues spirituelles Zentrum entstehen. Es soll die Sehnsucht von Menschen stillen, die mitunter in fernöstlichen oder esoterischen Angeboten eine Heimat finden Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Die katholische Kirche in Stuttgart investiert 750 000 Euro in ein neues spirituelles Zentrum. Stadtdekan Christian Hermes nennt den Grund: „Wir können nicht hinnehmen, dass die katholische Kirche mit all ihrer geistlichen Weisheit und Erfahrung nicht mehr als spirituell kompetent wahrgenommen wird.“

Von Martin Haar | Stuttgarter-Zeitung.de

Wie lässt sich im „Smog die Gegenwart Gottes erkennen?“, fragte Papst Franziskus im September 2015 im New Yorker Madison Square Garden und formulierte damit eine der größten Herausforderungen von Kirchen in dieser Zeit. Wo finden Menschen heute noch einen Anker? Wo und wie wird die geistliche Sehnsucht und oft auch Not heutiger Stadtbewohner gestillt? Ob in New York oder Stuttgart. Überall ist die Kirche und das Christentum nicht mehr erste Wahl. „Viele Menschen kennen die tradierten Kirchen und volks- oder gemeindekirchlichen Frömmigkeits- und Spiritualitätsformen nicht mehr“, weiß der katholische Stadtdekan Christian Hermes, „sie verstehen darin kein hilfreiches Angebot für ihr Leben.“

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Esoterik: Aberglaube nimmt immer mehr zu

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Was macht Menschen empfänglich für Übersinnliches? Aberglaube und Esoterik spielen auch im Alltag des 21. Jahrhunderts eine Rolle. Eine Spurensuche bei Fans und Forschern.
 

Frankfurter Rundschau

Bis auf die Toilette des englischen Fußballvereins FC Chelsea hat es der Aberglaube geschafft. Kapitän John Terry schwört auf die erfolgbringende Wirkung, wenn er in der heimischen Umkleidekabine nur ein bestimmtes Pinkelbecken benutzt. So erzählt es der 35-Jährige. Einige Teamkollegen zogen nach. Das Ritual soll helfen, den Sieg herbei zu pinkeln.

Glauben an höhere Kräfte spielte auch im oberpfälzischen Willmering eine Rolle, als eine Serie tödlicher Verkehrsunfälle gestoppt werden sollte. Dabei entschied der Gemeinderat schon vor Jahren, einen Wunderheiler zu engagieren. Dieser installierte drei Boxen an der gefährlichen Strecke der Bundesstraße 22. Zur „Entstörung“ gegen Strahlen. Kosten: 1677,90 Euro. Die Reihe der Todesfälle riss ab – warum auch immer.

Unabhängig davon, dass manche von Humbug reden, zeigt beides: Esoterik hat sich im Alltag des 21. Jahrhunderts festgesetzt. Und die Vielfalt der Angebote wächst. Ob Schamane, Schutzengel oder Heilstein – jeder entscheidet längst für sich alleine, wo die Grenze zwischen Sinn und Unsinn liegt.

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„Genmanipulierte Lebensmittel sind nicht schädlich“

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Diplom-Biologin Julia Offe hält die Befürchtungen für völlig absurd und sieht sogar Chancen. Im Interview spricht sie außerdem über Heilpraktiker, Wünschelrutengänger und Impfgegner.

Von Marco Tripmaker | DIE WELT

Persönliche Heilungsgebete für fünf Euro, hellseherischer Kontakt zu Verstorbenen und Klangschalen, die auf dem Bauch stehend zur Ich-Findung und Entspannung beitragen sollen:

Diplom-Biologin Julia Offe (43) überfällt auch Wochen nach dem Besuch der letzten Esoterik-Messe ein Schmunzeln, wenn sie über die Dinge, die sie dort gesehen hat, spricht. Gepaart mit einem Gefühl von Wut, „denn es ist doch unglaublich, wie viele Menschen auf solchen Veranstaltungen hinters Licht geführt werden.“

Julia Offe ist Vorstandsmitglied bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – kurz Skeptiker –, ein Verein mit bundesweit 1400 Mitgliedern, der sich gegen Pseudowissenschaften und Esoterik wendet. Bis Sonnabend tagen die Skeptiker mit interessanten, öffentlich zugänglichen Vorträgen in der HAW Hamburg. Die „Welt“ sprach mit Julia Offe über Gentechnik, Heilpraktiker und Wünschelrutengänger.

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Von der Esoterik und New Age in die katholische Kirche

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Was sind Esoterik und New Age, wo haben sie ihren Ursprung, welche Weltanschauungen stehen dahinter? Gastbeitrag von Diakon Markus Michael Riccabona, bekehrter „Esoterik-Guru“, heute Leiter des Referats für Kommunikation der Diözese St. Pölten

Von Markus Michael Riccabona|kath.net

Der zum Alltagsvokabel gewordene Begriff „Esoterik“ kommt vom griechischen esôterikós, was so viel wie „innerlich“ oder „nach innen gerichtet“ bedeutet. Im Gegensatz zum „exoterischen Wissen“, das „nach außen“ allgemein zugänglich ist, bezeichnet die Esoterik eine geheime Lehre oder Wissenschaft. Durch dieses Attribut ist eine Lehre oder auch Gemeinschaft für viele Menschen schon interessant, weil es das Ego aufwertet, zu einer besonderen Gruppe zu gehören, Zugang zu „geheimem“ Wissen zu haben. Der Esoteriker ist etwas „Besonderes“, ein „Auserwählter“, der – so glaubt die Esoterik – durch „gutes Karma“, also durch eigene (!) Verdienste, das Recht erworben hat, okkulte (= verborgene) Geheimnisse des Lebens zu erfahren.

Esoterik ist nicht vom Zwillings-Begriff New Age zu trennen. Oft werden die beiden Begriffe synonym verwendet, obwohl New Age etwas anderes bedeutet, das jedoch mit den Lehren der Esoterik in engem Zusammenhang steht. Immer schon träumten die Menschen von einem „Neuen Zeitalter“, in dem auf Erden himmlische Zustände verwirklicht werden. Es ist vielleicht eine Art Echo aus dem Garten Eden, die ewige Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies. Für die New-Age-Ideologie ist dieser „Himmel“ jedoch vom Menschen selbst erreichbar, aus eigener Kraft. Genau darin liegen die großen Versuchungen und Gefahren von Esoterik- und New-Age-Angeboten.

Das „Wassermannzeitalter“

Anhand des New-Age-Begriffes wird auch eine weitere Eigenheit dieses Irrglaubens sichtbar: die Verknüpfung von wissenschaftlichen Tatsachen mit esoterischen Heilsversprechen. So wird den – für sich gesehen oft abstrusen – Lehren der Anstrich von Wissenschaftlichkeit und damit von Seriosität gegeben. Deswegen soll der Ursprung von New Age genauer untersucht werden:

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Die Temperaturen steigen, doch das geistige und religiöse Klima wird kalt – saukalt

«Worship» in der Maag-Halle – und alle fühlen sich gut: Bei der ICF sieht zwar alles nach Friede, Freude, Eierkuchen aus, doch die Freikirche hat autoritäre Züge und predigt fundamentalistisches Gedankengut. Bild: watson.ch/Facebook
Der religiöse Fundamentalismus greift um sich – nicht nur in den islamischen Ländern.

Von Hugo Stamm|Watson/Sektenblog

Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von einem endlosen Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit. Von der Antike über das Mittelalter bis tief ins moderne christliche Zeitalter herrschten autoritäre bis totalitäre Feudalsysteme, die die Menschen knebelten. Despoten, religiöse Würdenträger, Könige und Kaiser unterdrückten die Massen und verteidigten ihre Macht und Privilegien – oft mit Waffengewalt.

Dabei wussten schon immer alle gebildeten Leute, was ethisch und moralisch sinnvoll wäre. Die griechischen Philosophen haben die geistige Welt schon vor über 2000 Jahren punktgenau vermessen.

Mit den Menschenrechten begann endlich ein neues Zeitalter, das dem Individuum die längst fälligen Rechte und Freiheiten brachte. Der einzelne Bürger durfte sich frei bewegen, Besitz erwerben, glauben, was er wollte (Religionsfreiheit), politisch mitbestimmen.

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Gott ist tot – es leben die Götter!

Uriella und ihr Ehemann Icordo bei einer Veranstaltung ihrer Sekte Fiat Lux im Jahr 1992. Bild: KEYSTONE
Die Kirchen leeren sich, Zulauf haben dafür esoterische und spirituelle Heilsbringer.

Von Hugo Stamm|watson/Sektenblog

Die christlichen Landeskirchen stecken in einer tiefen Krise. Die Austrittswelle lässt die Steuereinnahmen schrumpfen, die katholische Kirche hat Nachwuchsprobleme und muss Pfarrer bis ins hohe Alter auf die Kanzel schicken.

Dort predigen sie vor einem kleinen, überalterten Publikum und kämpfen gegen den schlechten Ruf ihrer Kirche, die mit ihren Skandalen jahrelang für unrühmliche Schlagzeilen sorgte. Ein entspanntes Arbeitsleben sieht anders aus.

Die Krise macht auch vor dem Glauben nicht Halt. Es gibt heute bereits Pfarrer, die offen dazu stehen, dass sie nicht an Gott glauben.

Die Karteileichen der Kirchen

Gott ist zwar noch nicht tot, wie Friedrich Nietzsche in seiner fundamentalen Kritik an den Religionen schon vor fast 150 Jahren erklärte, doch er liegt auf dem Krankenbett.

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Ich war bei einem Geisterheiler – und es hat funktioniert (aber nicht so, wie ihr jetzt denkt)

Getty
Gott ist tot. Aber die Geister leben.
Während die etablierten Kirchen im Leben der Deutschen eine immer kleinere Rolle spielen, erfahren esoterische Ideen – wie eben die von Geisterheilern – einen immer größeren Aufschwung.

Von Lisa Mayerhofer|The Huffington Post

Ich war schon immer davon fasziniert, dass es Menschen gibt, die fest an nicht messbare Schwingungen, Engel und Geisterheilung glauben – ohne je einen wissenschaftlichen Beweis gesehen zu haben und die dafür von ihren Mitmenschen belächelt werden. Was bringt sie dazu, trotzdem an so einem Glauben festzuhalten? Brauchen sie eine Ersatzreligion? Was suchen sie?

Um zu verstehen, wieso Spiritualität und Esoterik so beliebt sind, habe ich das Seminar eines Geisterheilers besucht.

Wir sollten in einen Trancezustand versetzt werden und er würde uns „mit seiner Gabe“ behilflich sein, eine „Geisterheilung“ durchzuführen. Ich war gespannt, wie so ein Treffen aussehen würde.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Zu Beginn sollte sich je ein Teilnehmer auf einen Tisch legen und in eine Decke gewickelt werden, während die anderen Mantras für ihn singen. Mantras sind Verse, die im Buddhismus zum Meditieren benutzt werden.

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Die göttliche Aura des Mondes

Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Unsere Urahnen verehrten die Sonne als göttliche Instanz. Ihnen war schon in grauer Vorzeit bewusst, dass alles Leben vom wärmenden Himmelskörper ausgeht. Auch der Mond wurde in früheren Epochen als nächtliches Pendant zur Sonne und «Nachtwächter» angebetet. Die grosse «Lampe» am Himmel weckte stets mystische Gefühle.

Redaktion|Hugo Stamm-Blog/Tages Anzeiger

Mit der geistigen Entwicklung und den wissenschaftlichen Erkenntnissen wandelte sich die Bedeutung von Sonne und Mond. Die Astronomie gab uns Einblicke in die Zusammenhänge des Universums und entmystifizierte unsere zentralen Himmelskörper, die ihre religiöse Bedeutung verloren.

Doch nun drehen Anthroposophie und Esoterik das Rad der Zeit wieder zurück. Im Sinne der ewigen Wiederkunft des Gleichen von Friedrich Nietzsche holen sie den Mond aus der religiösen Mottenkiste. Dabei profitieren die beiden spirituellen Geistesströmungen vom Überdruss breiter Bevölkerungsteile gegenüber Wissenschaft und Technik.

Viele Anthroposophen und Esoteriker glauben, der Planet übe eine starke Wirkung auf Mensch und Natur aus. So achten die anthroposophischen Bauern bei der Bestellung der Felder und bei der Aussaat auf die Mondphase, um ihre biologisch-dynamischen Demeter-Produkte zu gewinnen. Rudolf Steiner, der Gründer der Anthroposophie, verlangt es so. Bereits 1924 hatte der Esoteriker seine ungewöhnliche, auf spirituellen und homöopathieähnlichen Erkenntnissen beruhende Anbaumethode dogmatisch festgeschrieben.

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Goldener Aluhut: Über diesen Preis wird sich Xavier Naidoo nicht freuen

Xavier-Naidoo

Ob er diesen Preis wohl neben seine vielen Musik-Auszeichnungen stellen wird? Am Freitag geht der Oscar für die skurrilsten Verschwörungstheorien und Pseudo-Wissenschaften unter anderem an Xavier Naidoo.

tz.de

Bei Krankheit, Liebeskummer oder Weltschmerz gibt es endlich ein Gegenmittel: Die Lichtenergie der Einhörner. Und weil die Wrage GmbH ein Tagesseminar zum Erlernen dieser Einhorn-Heilkräfte anbietet, wird ihr eine besondere Ehre zuteil. Das Hamburger Esoterik-Unternehmen gehört zu den Gewinnern des „Goldenen Aluhuts“. Am Freitag wird der ironisch gemeinte Preis feierlich in Berlin verliehen – auch wenn die Preisträger es vorziehen, der Veranstaltung fernzubleiben.

So gewann die Einhorn-Therapie überlegen in der Kategorie Esoterik, Gedankenkontrolle und Pseudo-Wissenschaften. Dabei gab es ernstzunehmende Konkurrenz wie den Autoren Dieter Bremer. Der Mann behauptet auf seiner Website, die sagenumwobene Stadt Atlantis sei in Wahrheit ein Raumschiff gewesen.

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Der Goldene Aluhut 2015: Webpreis kürt die wahnwitzigsten Verschwörungstheoretiker

Der Aluhut steht als Symbol für Verschwörungstheoretiker, da sich einige Vertreter dieser Zunft mit eben jenen vor gefährlichen Strahlen – woher auch immer – schützen wollen © gbrundin/iStockphoto
Der Kopp-Verlag liegt gut im Rennen, auch Xavier Naidoo darf sich in seiner Kategorie Hoffnung auf den Titel machen. Der „Goldene Aluhut 2015“ kürt die besten Verschwörungstheoretiker des Jahres. Abstimmen dürfen die Nutzer.

stern.de

Die Bundesrepublik Deutschland GmbH zieht hierzulande die Fäden und die Atmosphäre wird mit einem chemischen Giftcocktail verseucht, der wahlweise Temperaturen senken oder die Menschheit reduzieren soll. So zumindest sehen einige Verschwörungstheoretiker die Welt. Die Macher der Webseite „Der Goldene Aluhut 2015“ widmen sich nun diesen informationsresistenten Internettrollen. In einer Abstimmung können die Nutzer in fünf Kategorien ihren Favoriten wählen.

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Sektenbericht: Jihadisten, neue Rechte und die Tochter der Taiga

Steirischer ESO-Jahresbericht sieht Erstarken von radikalem Islamismus, Rechtsextremismus und Regionalismus-Verschwörern


Von Colette M. Schmidt|derStandard.at

Bild: svz.de
Bild: svz.de

Antisemitismus, Ablehnung von Demokratie und Toleranz und die Bildung von oft skurrilsten Mythen: Das sind die prägnanten Eigenschaften, die Jihadisten und Rechtsextreme heute gemeinsam haben, sagt Robert Schweidlenka, Sektenexperte und Leiter der Servicestelle für Jugendliche des Landes Steiermark „Logo-ESO-Info“ (ESO steht für Esoterik, Sekten, Okkultismus).

Er präsentierte am Mittwoch gemeinsam mit der neuen Jugendlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) den ESO-Jahresbericht über die Entwicklung radikaler religiöser und politischer Bewegungen in Österreich. Titel des Berichts: „Sie nagen an den Wurzeln unserer Demokratie.“ Entwarnung kann leider nirgendwo gegeben werden. Im Gegenteil: Sowohl Möchtegern-Gotteskrieger als auch neue Rechte, die vor allem in der Identitärenbewegung, die ihr Zentrum in Österreich in Graz habe, vermehren sich. Sie nutzen dabei beide weiter die Möglichkeiten des Internets für ihre „Heilslehren“.

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Staatlich geförderter Aberglaube

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Das Geschäft mit Esoterik und Aberglauben blüht prächtig. Der neue Wirtschaftszweig generiert Hunderte Millionen Franken. Da dieses Geschäftsmodell meist nur wenige Investitionen erfordert, drängen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer mehr Leute in dieses Arbeitsfeld.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

Mit Räucherstäbchen und einem Set Tarotkarten ist man dabei. Wer mit viel Selbstvertrauen gesegnet ist, muss auch keine aufwendige Ausbildung absolvieren. Ein bisschen Lektüre reicht, und schon hat man das esoterische Vokabular drauf. Besonders erfolgreich dürfte der Typ Autoverkäufer oder Hausierer sein. Wer intuitiv die Sehnsüchte und Ängste der Klienten erkennt und sich auf sein geschliffenes Mundwerk verlassen kann, punktet schnell.

Spirituelle Berater wehren sich gegen solche Pauschalkritik. Als Wahrsager, Kartenleger oder persönlicher Berater brauche es spezielle Eignungen und Neigungen, erklären sie. Wer den Lebenslauf dieser Personen liest, stösst denn auch stets auf ein Stereotyp: Er oder sie habe schon als Kind bei sich übersinnliche Fähigkeiten entdeckt. Zum Beispiel die Aura der Mitmenschen gesehen, Engel wahrgenommen oder kosmische Stimmen gehört. Heute seien sie deshalb fähig, in die Zukunft zu schauen oder Jenseitskontakte herzustellen, also mit Verstorbenen zu kommunizieren.

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Aus der Esoterik in den Gotteswahn

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Wiederum hatte das Männervesper zu einem aktuellen Thema eingeladen. „Esoterik und christlicher Glaube“ stand auf dem Programm. Referent war Horst Mokosch aus Oberndorf, ehemaliger Reikilehrer und Schamane, der über seine Erfahrungen mit der Esoterik berichtete.


Von Ingrid Vögele|schwarzwaelder-bote.de

Hans Schanz konnte eine ganze Reihe Interessierter begrüßen, die der Einladung ins Tennisheim in Wittershausen gefolgt waren. Er gab auch gleich mit dem 23. Oktober den nächsten Termin bekannt. An dem Tag findet ein Ausflug mit der Bahn nach Stuttgart zum Flughafen statt, wo eine Führung durch Dieter Kleinmann stattfindet.

Und nun nahm Mokosch die Anwesenden mit auf seine ganz persönliche Wegfindungsreise. Er zeigte auf, wie sich die Gesellschaft gegenwärtig immer mehr der Welt der Esoterik, des New Ages und der fernöstlichen Spiritualität öffnet. Zum Beispiel seien Feng-Shui-Gärten, Yin-Yan- Symbole, Reiki-Handauflegung, Pendeln und andere Praktiken, Gurus und Geistheiler nichts Fremdes mehr und würden toleriert. Er beleuchtete zunächst die Lebensanschauung des Esoterikers mit dessen Gedankengut und grenzte es deutlich gegen die christlichen Auffassungen ab. Er warnte eindringlich davor, die fernöstlichen Praktiken zu unterschätzen und verwies auf die erschütternden Lebensberichte von Aussteigern.

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Spirituell: Rechte Esoterik

© Bild: Corbis
Rechte und Rechtsextreme hatten immer ein besonderes Naheverhältnis zur Esoterik


Von Daniel Steinlechner|NEWS.at

Heinz-Christian Strache vertraut einer Mystikerin und einem Schamanen, wie News berichtete. Der FPÖ-Chef ist mit seinem Interesse an Esoterik nicht allein. Sie ist weit verbreitet und ein Milliardengeschäft. Allein in Deutschland werden die Umsätze auf mehr als 25 Milliarden Euro geschätzt. Esoterik ist ursprünglich ein griechisches Wort und bedeutet „dem inneren Bereich zugehörig“. Es bezeichnete philosophische Lehren, die nur einem eingeweihten Kreis an Personen zugänglich sind. Heute versteht man Esoterik hingegen als Sammelbegriff für diverse Lehren, die abseits der anerkannten Religionsgemeinschaften stehen und oft auch miteinander verbunden werden. Vom Geisterglaube über Schutzengel-Talismane bis zum Hellsehen oder dem Kartenlesen umfasst es einen breiten Bereich an spirituellen Angeboten. Politisch war die Esoterik bei den Rechten immer besonders stark verankert.

Esoterik bietet einen Halt in einer Welt die raschen Veränderungen ausgesetzt ist. Lösungsmöglichkeiten die bei der Persönlichkeit ansetzen und durch einfach zu befolgende Rituale, Magie oder Kuren Heilung und Glück versprechen. Seit Beginn der modernen Wissenschaft gibt es eine esoterische Gegenwissenschaft. Die Esoterik bietet Antworten auf Fragen die die Wissenschaft stellt und scheinbar nicht beantworten kann. Einfache Antworten auf komplizierte und unsichere Lebenslagen. In diesen befinden sich Politiker besonders häufig. Wenig verwunderlich, dass seit der Antike Politiker aller politischen Fraktionen Halt in der Esoterik fanden. So unterschiedliche Politiker wie Stalin und der ehemalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt sollen beispielsweise die Dienste von Wahrsager in Anspruch genommen haben.

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Wissenschafter machen Fehler – Esoteriker nicht

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
Die Wissenschaft lebt von Fehlern. Das ist kein Mangel, sondern eine grosse Stärke und eine Garantie für die beständige Erarbeitung von neuem Wissen. Und ganz nebenbei hilft es uns dabei, Wissenschaft von Esoterik zu unterscheiden.


Von Servan|NZZ Campus

Wie unterscheidet man Wissenschaft von Esoterik? Laut dem Philosophen Karl Popper ist eine Aussage nur dann wissenschaftlich, wenn wir sie so formulieren, dass sie überprüft und – zumindest theoretisch – widerlegt werden kann. Das ist das berühmte «Falsifikationsprinzip».

Widerlegbar bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Aussage auch tatsächlich widerlegt wird. Es heisst bloss, dass sie überprüfbar sein muss.

Lichtnahrung

Ein Beispiel: Wenn ich sage: «Kein Mensch kann sich von Licht ernähren», dann handelt es sich eindeutig um eine widerlegbare Aussage. Es braucht mir nur irgendjemand irgendeine Person zu zeigen, welche ausschliesslich Licht als Nahrungsquelle nutzt, und ich werde anerkennen, dass meine oben gemachte Aussage falsch war.

Wenn ich jedoch sage: «Menschen können sich von Licht ernähren, wenn sie den richtigen Geisteszustand erreicht haben», dann stelle ich eine Behauptung auf, die nicht widerlegbar ist. Egal, wie viele Studien zeigen, dass es so etwas wie Lichtnahrung nicht gibt – ich kann immer behaupten, dass die Teilnehmer der entsprechenden Studien eben «nicht die richtige geistige Einstellung» an den Tag gelegt hätten.

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Erwachsenentaufe: Sie wollte, dass Gott sie segnet

Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0
Mit 33 ließ sich Julia taufen. Davor hatte sie lange gesucht. In leeren Kirchen und esoterischen Ratgebern. Es war schmerzhaft, in den Glauben zu wachsen.


Von Wibke Becker|Frankfurter Allgemeine

Die Taufe war für Julia eine Befreiung. An diesem Tag hat sie die Fesseln der anderen abgeschlagen, die sich immer und immer weiter um sie geschlungen hatten. Die bestimmten, was sie zu glauben hatte. Und auf welche Weise. Welcher Gedanke richtig war, welches Verhalten angemessen. Julia wollte unabhängig von diesen anderen sein, sie wollte selbst spüren und entscheiden. Vor der Taufe fühlte sie, dass der liebe Gott sich auf sie freute. Ja, da war auch noch die Angst in ihrer Brust, sie hatte so lange dort gesessen. Die Angst ließ sich nicht einfach abschlagen. Sie flüsterte: Du machst Fehler, du hast keine Ahnung. Du kennst die Regeln nicht.

Du gehörst nicht dazu.

Aber als dann das Taufwasser Julias Stirn berührte und die Menschen in der Kapelle gemeinsam sangen, da fiel die Angst mit einem Mal von ihr. Freudentränen liefen ihre Wangen herunter. Mit 33 Jahren wurde sie katholisch. Sie sagt, es war der schönste Tag in ihrem Leben.

Eine Erwachsenentaufe ist eine Zäsur. Sie bedeutet ein neues Leben. Aber nur das alte führt dorthin. Und anders als bei jungen Täuflingen ist das alte Leben oft ein einziger Kampf. Es ist schmerzhaft, in den Glauben hineinzuwachsen.

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku „Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler“ von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: „Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?“ wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk „Hart aber fair“ diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Esoterik und Aberglaube: Argumente gegen „Bullshit“

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Die Skeptiker Rhein-Main wollen Anhänger von Esoterik und Verschwörungstheorien von der Realität überzeugen. Doch manchmal hilft nur Kopfschütteln.


Von Leonie Feuerbach|Frankfurter Allgemeine

Himalaya-Salz hat eine ganz andere Energie als gewöhnliches Salz. Im Zeichen des Steinbocks Geborene sind ernsthafte Menschen, jene mit Sternzeichen Löwe lebensbejahende. Wer erste Zeichen einer Erkältung spürt, sollte das homöopathische Mittel Umckaloabo nehmen. Was diesen Aussagen gemein ist? Sie sind wissenschaftlich nicht haltbar. Und sie treiben Holm Gero Hümmler auf die Palme. Hümmler ist promovierter Physiker und Mitglied der Skeptiker Rhein-Main. Er will esoterische Mittelchen und Verschwörungstheorien mit den Methoden der Wissenschaft entlarven.

An einem Abend im Januar steht Hümmler auf der Bühne des Club Voltaire in der Innenstadt. Die Zuhörer drängeln sich von der Bühne im hinteren Teil des Kellergewölbes bis vorne an die Bar. Quantenmechanik und Relativitätstheorie, sagt Hümmler zum Publikum, würden oft bemüht, um abstruse Konzepte vermeintlich wissenschaftlich zu belegen. Hinter alldem steckt laut Hümmler das gleiche Schema. Die Autoren nehmen wissenschaftliche Begriffe und verwenden sie in ihrer Alltagsbedeutung. So werde etwa aus Masse Energie und daraus die Energie der Gedanken. „Das ist aus Sicht der Relativitätstheorie totaler Bullshit.“ In der Quantenphysik geht es um kleinste Teilchen, die sich auf eine Art und Weise verhalten, die nur schwer vorstellbar ist, wie er erklärt.

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Reichsbürger: Waldorf-Esoterik fürchtet rechte Unterwanderung

Rudolf Steiner (Bild: public domain)
Rudolf Steiner (Bild: public domain)
Der Bund der Freien Waldorfschulen warnt seine Schulen vor den Reichsbürgern: Esoterik und Rechtsradikalismus gingen bei der Gruppe „Hand in Hand“, heißt es nach SPIEGEL-Informationen in einer Broschüre, die im Unterricht verwendet werden soll.


SpON

Der Bund der Freien Waldorfschulen warnt seine Mitglieder vor einer Vereinnahmung durch die rechtsradikale Reichsbürger-Bewegung. Das geht aus einer neuen Broschüre hervor, die der Waldorf-Vorstand laut Informationen des SPIEGEL bei der Delegiertentagung in Düsseldorf an diesem Wochenende verteilen lässt.

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Kinder glauben an den Weihnachtsmann und kluge Frauen an die Wahrsagerin

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Esoterik ist im Trend, sogar in studierten Kreisen. Warum aber lassen sich kluge Frauen reihenweise aus dem Kaffeesatz lesen? Marie Amrhein untersucht ein Phänomen.


Von Marie Amrhein|Cicero

Kluge Frauen saßen da. Studierte Mittdreißiger. Einige von ihnen waren auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Andere haderten mit ihren Jobs, unsicher, welche Art von Beruf sie im Leben glücklich machen würde. Sie hatten also viele Fragen, wie sie das Leben täglich an uns stellt. Und noch etwas vereinte sie: Sie hatten sich in die Hände einer kaffeesatzlesenden Wahrsagerin begeben, um den drängendsten Problemen auf den Grund zu gehen.

Diese Frau mache ihren Job nur nebenher, das verdiente Geld gebe sie sofort für ihre Tochter aus, denn „mit so einer Begabung solle man keinen Gewinn machen“, hatte die begnadete Seherin selbst erklärt. Die Schilderung der verschiedenen Sitzungen nahm an diesem Abend großen Raum ein und tendierte zwischenzeitlich zum Missionarischen beim Versuch, die fragwürdige Praxis zu verteidigen. Es endete damit, dass auch ich eine halbherzige Zusage abgab, doch einmal diese Frau aufzusuchen. Dann werde man ja sehen.

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