Miet- und Kaufpreise in Europa: Schlimmer geht immer

Die Innenstadt von München Bild: dpa

Deutschland ächzt unter hohen Mieten und teuren Immobilien. Doch anderswo in Europa ist die Lage weitaus dramatischer – kein gutes Zeichen.

Jessica von Blazekovic | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die erste Amtshandlung der Bundesregierung nach der Sommerpause galt dem angespannten deutschen Wohnungsmarkt. Die Koalitionäre wissen: Kaum ein Thema – mal abgesehen vielleicht vom Klimawandel – treibt die Menschen in Deutschland derzeit mehr um als die rasant steigenden Wohnungsmieten und Kaufpreise für Immobilien in der Republik. Das gilt vor allem für die großen Städte wie München und Hamburg, wo die Monatsmiete schon mal die Hälfte des Nettoeinkommens auffressen kann.

Bei all den (berechtigten) Klagen aber legt ein neuer Bericht jetzt nahe: Im europäischen Vergleich ist Wohnen hierzulande vergleichsweise günstig – und dürfen sich die Deutschen glücklich schätzen, dass sich die Preise noch nicht in den schwindelerregenden Höhen bewegen, unter denen die Einwohner anderer europäischer Metropolen zu leiden haben.

Laut dem aktuellen, achten „Property Index“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte lagen im Jahr 2018 die monatlichen Durchschnittsmieten pro Quadratmeter in München (10,50 Euro), Hamburg (8,60 Euro) und Frankfurt (8,40 Euro) im unteren Mittelfeld der 46 verglichenen Städte. Berlin (7,30 Euro) landet sogar auf einem der letzten Plätze, nur noch unterboten von Turin (6,90 Euro) in Italien, Ostrava (6,60 Euro) in Tschechien und den beiden ungarischen Städten Győr (6,50 Euro) und Debrecen (6,40 Euro). Angeführt wird die Rangliste von Paris, wo Mieter im Schnitt fast 28 Euro für jeden Quadratmeter Wohnfläche in der französischen Hauptstadt locker machen mussten.

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Die Europäer haben sich das Schwein schnell zu eigen gemacht

Ein junges verwildertes Schwein auf Sardinien. Bei Insel-Schweinen fanden die Forscher eher etwas grössere genetische Reste der frühen Hausschweine aus dem Nahen Osten. (Bild: Domenico Fulgione)

Einmal das Genom komplett austauschen: Das ist den ersten europäischen Bauern mit dem Hausschwein fast gelungen.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Domestiziert wurde das Schwein im Nahen Osten, vor etwa 10 500 Jahren, darauf deuten archäologische Funde hin. In Europa tauchte es zwei Jahrtausende später auf: vor 8500 Jahren. Doch woher stammten diese Tiere? Waren sie vor Ort domestiziert, aus europäischen Wildschweinen, oder aus dem Nahen Osten eingeführt? Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass zumindest das Erbgut ihrer Mitochondrien, das in der mütterlichen Linie weitergegeben wird, von europäischen Wildschweinen stammt – diese waren also auf jeden Fall an ihrer Entstehung beteiligt. Doch in welchem Ausmass?

Um diese Fragen zu klären, untersuchte ein internationales Forscherteam um Greger Larson von der University of Oxford sowohl das mitochondriale Erbgut von über 2000 modernen und alten Schweinen als auch das von beiden Eltern stammende Erbgut des Zellkerns von gut 60 Schweinen aus archäologischen Funden. Nun haben sie ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift «PNAS» veröffentlicht: Wie sich zeigte, hat kein anderes Haustier nach seiner Einführung in Europa einen so grundlegenden genetischen Wandel durchgemacht wie das Schwein.

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Schwedens Nordwestküste: Die Müllhalde Europas

Bild: tagesschau.de

An Schwedens Nordwestküste häufen sich 8.000 Kubikmeter Plastikabfall pro Jahr. Er wird größtenteils von weit her angeschwemmt. Und eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

Carsten Schmiester | tagesschau.de

Bertil Widén gehört zu einer ganz besonderen Rentnertruppe in Bohuslän an Schwedens Nordwestküste. Etwa zehn Frauen und Männer bilden den „harten Kern“ freiwilliger Müllsammler, die den Kampf gegen eine buchstäbliche Flut von angespültem Abfall  immer wieder neu aufnehmen und doch niemals gewinnen.

Schwedische Experten geben den Wind- und Strömungsverhältnissen im Skagerrak zwischen Nord- und Ostsee die Schuld an der Tatsache, dass dieser nordwestliche Küstenabschnitt als „Müllhalde Europas“ verschrieen ist. Jedes Jahr werden hier etwa 8.000 Kubikmeter Müll an Land gewaschen. Jetzt haben Mitarbeiter der Universität Göteborg genauer hingesehen. Sie haben sechs Strände untersucht und schlagen Alarm. Therese Karlsson ist eine von ihnen. Sie berichtete im schwedischen Sender SVT:

„Hier sind alte Tampen und jede Menge Plastikmüll: Flaschendeckel, Strohhalme, Reste von Seilen, wo immer das alles auch herkommt…“

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Europa: Feinstaub schuld an 33 Prozent der Asthmafälle

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. © Nagy Bagoly Ilona/ thinkstock

Dicke Luft mit Folgen: Ein Drittel aller Fälle von kindlichem Asthma in Europa gehen auf die Belastung mit Feinstaub zurück, wie eine Studie nun nahelegt. Ein Teil davon wäre schon durch leichte Verbesserungen der Luftqualität vermeidbar. Denn allein die Einhaltung der WHO-Grenzwerte würde den Forschern zufolge zu einer signifikanten Reduzierung der jährlichen Neuerkrankungen führen – und damit vielen Kindern die Atemnot ersparen.

scinexx

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. Wesentlich verantwortlich für die Entstehung dieses Leidens sind neben der genetischen Veranlagung eine Reihe von Umweltfaktoren – allen voran die Luftverschmutzung. Zahlreiche Studien belegen, dass die Belastung mit Feinstaub, Stickoxiden und Co das Risiko von Asthma-Erkrankungen steigert. Doch wie viele Krankheitsfälle lassen sich tatsächlich auf „dicke Luft“ zurückführen?

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Hitzewelle über Europa

Temperaturen über Europa am 25. Juli 2019 – auf dem Höhepunkt der zweiten großen Hitzewelle dieses Sommers. © ESA/ Copernicus Sentinel, CC BY-SA 3.0 IGO

Während zweiten großen Hitzewelle dieses Sommers sind fast überall in Europa reihenweise Hitzerekorde gebrochen worden. Diese Grafik, basierend auf Satellitenmessungen vom 25. Juli 2019, verdeutlicht die Extremtemperaturen. Gut ist zu erkennen, dass die Hitze von Nordafrika bis tief nach Mitteleuropa hineinzog. Möglich wurde dies durch eine sogenannte Omega-Wetterlage – sie brachte schon im Sommer 2018 anhaltende Hitze.

scinexx

Es war ein Allzeitrekord der deutschen Wettermessungen: Am 25. Juli 2019 erreichten die Temperaturen im niedersächsischen Lingen 42,6 Grad Celsius – so viel wie noch niemals irgendwo in Deutschland gemessen. Aber auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden wurden Temperaturrekorde gebrochen. Damit erlebt Mitteleuropa schon die zweite Hitzewelle in diesem Jahr – die letzte liegt fast genau einen Monat zurück.

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Heuchelei in der europäischen Flüchtlingsdiskussion

In Berlin und in anderen EU-Ländern tun Politiker angesichts Trumps rassistischer Äußerungen jetzt so, als wären sie die US-Oppositionsbewegung

Peter Nowak | TELEPOLIS

In Berlin sind sich bis auf die AfD scheinbar alle Parteien einig, dass der Rassismus eines Donald Trump nicht tragbar ist. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat sich in ihrer Sommerpressekonferenz auf Nachfragen ausdrücklich von seinen Tweets distanziert, in denen er vier Politikerinnen vom linken Flügel der Demokratischen Partei dazu aufforderte, in „ihre Herkunftsländer“ zurückzukehren. Nur sind drei von ihnen in den USA geboren, eine kam als Migrantin aus Somalia in die USA.

Die Äußerungen von Trump sind zweifellos ein Beispiel, wie Rassismus als Strategie im beginnenden US-Wahlkampf benutzt wird (Trumps Rassismus kommt bei seiner Wählerschaft an). Es gibt für Oppositionelle in den USA allen Grund, dagegen zu mobilisieren. Wenn aber in Berlin und auch in anderen EU-Ländern Politiker jetzt alle so tun, als wären sie die US-Oppositionsbewegung, dann ist das pure Heuchelei.

Warum fragt keiner, wo denn in Deutschland analoge politische Biographien zu finden sind? Wo sind in der Bundespolitik die Frauen, deren Eltern aus arabischen und afrikanischen Ländern nach Deutschland migrierten und die jetzt eine wichtige Rolle bei den Grünen oder bei der Linken spielten und die Regierungskoalition von links angreifen?

Würde eine Frau, die als Kind aus Somalia migrierte, nicht auch von Politikern der Union angegriffen und auf ihr Heimatland verwiesen? Erinnert sich noch jemand an den Wahlkampf in Hessen, in denen mehrere nicht biodeutsch klingende Namen als Abwehr nebenaneinander gereiht waren? Auf einem CDU-Plakat heißt es unter Anspielung auf die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Andrea Ypsilanti und Tarek Al-Wazir, sowie die Partei Die Linke: „Links-Block verhindern! Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen“. Und wurde und wird Cem Özdemir, obwohl vollständig in Deutschland integriert, auf die Migrationsgeschichte seiner Eltern verwiesen, wenn er sich mal kontrovers politisch äußert, was kaum vorkommt.

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Masern: „Gefahr besteht eher im Waldorfkindergarten“

Der Impfpass soll mittelfristig durch einen E-Pass ausgetauscht werden. Quelle: dpa-infocom GmbH

Die Zahl der Masernerkrankungen hat sich 2018 in Europa verdreifacht. Bei der Nationalen Impfkonferenz geht es deshalb um eine Impfpflicht und Migration. Hamburgs Senatorin findet dazu klare Worte.

Von Dennis Betzholz | DIE WELT

Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich bei der Nationalen Impfkonferenz für eine Impfpflicht ausgesprochen. Beide Bundesländer unterstützen grundsätzlich den Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), „nur über Details werde man noch reden müssen“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Es sei allein schon deshalb richtig, eine Impfpflicht bundeseinheitlich zu regeln, so Prüfer-Storcks, „da wir immer noch keine Immunisierung von 95Prozent der Bevölkerung geschafft haben“. Diese Marke sei allerdings nötig, damit sich Masern nicht weiter ausbreiten können.

Der Zeitpunkt der Impfkonferenz, die am Donnerstag und Freitag im Hamburger Besenbinderhof stattfindet, hätte wahrlich nicht besser sein können. Die Debatte über den Vorstoß Spahns beschäftigte auch die vielen Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie, Ärzteschaft und Verbänden.

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EU-Parlament beschliesst strengere Klima-Regeln für Autos

Abgase von Autos und anderen Fahrzeugen ist in Europa einer der Hauptklimasünder. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Der Verkehr ist in Europa einer der Hauptklimasünder. Neue EU-Regeln für den CO2-Ausstoss von Autos sollen jetzt Abhilfe schaffen. Was für die Einen ein längst überfälliger Schritt ist, bringt in den Augen der Anderen unzählige Arbeitsplätze in Gefahr.

Neue Zürcher Zeitung

Der CO2-Ausstoss von Autos muss in der Europäischen Union bis 2030 erheblich sinken. Entsprechende neue EU-Vorgaben billigte das Europaparlament am Mittwoch mit grosser Mehrheit. Demnach muss der Kohlendioxid-Ausstoss von Neuwagen um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Für leichte Nutzfahrzeuge ist eine CO2-Reduzierung um 31 Prozent vorgesehen. Als Zwischenetappe muss bis 2025 in beiden Fahrzeugklassen eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein. Formell müssen nun noch die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.

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Zugvögel kommen früher zurück – Klimawandel verschiebt Frühlingsmigration von Vögeln in Europa und Kanada

Singschwäne kommen heute zwei Wochen früher in ihren Brutgebieten in Finnland an als in den 1980er Jahren. © kn1/ istock

Verändertes Timing: Zugvögel kommen heute früher aus ihren Winterquartieren nach Europa und Kanada zurück als noch vor einem halben Jahrhundert. Wie eine Studie zeigt, hat sich die Frühlingsmigration in diesem Zeitraum im Schnitt um eine Woche nach vorne verschoben. Schuld an dem veränderten Vogelzug ist die Erderwärmung. Vielerorts beginnt der Frühling inzwischen früher – und das beeinflusst auch das Verhalten der Vögel, wie die Forscher berichten.

scinexx

Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auch auf die Vogelwelt aus. Vor allem die Nomaden unter den Federtieren haben in den vergangenen Jahrzehnten bereits merklich auf die steigenden globalen Temperaturen reagiert: Viele von ihnen ziehen inzwischen nicht mehr so weit in den Süden wie früher oder sind gar sesshaft geworden, wie Untersuchungen belegen.

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NATO droht nach Aus für INF-Vertrag Zerreißprobe um Aufrüstung

Reuters

Wenn NATO-Generalsekretär Stoltenberg erklärt, dass die NATO nicht die Absicht habe, neue Waffensysteme in Europa zu stationieren, heißt dies nämlich nur, dass es bisher keinen einstimmigen Beschluss der 29 Mitgliedstaaten gibt, in diese Richtung zu planen.

Die Presse

Wer im ZDF das Interview mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg verfolgte, konnte versucht sein, etwas aufzuatmen. „Wir haben nicht die Absicht, neue landgestützte nukleare Waffensysteme in Europa zu stationieren“, erklärte Stoltenberg da am Freitagabend – kurz nachdem die USA einen der wichtigsten Abrüstungsverträge mit Russland aufgekündigt hatten.

Die NATO müsse nicht notwendigerweise das spiegeln, was Russland tue. Man werde „verantwortungsbewusst“ antworten, so Stoltenberg.

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Umfrage unter Juden – Angst vor wachsendem Antisemitismus

Bild: bb

89 Prozent der Juden in Europa haben laut einer Umfrage den Eindruck, dass Antisemitismus seit 2013 zugenommen hat. Viele berichten von Belästigungen oder Übergriffen. Die EU will nun Maßnahmen ergreifen.

tagesschau.de

Ein Großteil der Juden in Europa ist einem Medienbericht zufolge besorgt über einen wachsenden Antisemitismus. Die „Bild“-Zeitung berichtet über eine neue Umfrage der Europäischen Grundrechte-Agentur FRA, in der 89 Prozent der befragten Juden aus zwölf EU-Ländern erklärt hätten, dass der Antisemitismus in ihrem Land seit 2013 zugenommen habe.

85 Prozent der Befragten sehen Antisemitismus demnach als derzeit größtes Problem in ihren Ländern an. 38 Prozent trügen sich mit dem Gedanken, auszuwandern. 28 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr antisemitisch belästigt oder angegriffen worden zu sein. An der Umfrage nahmen 16.395 Menschen aus zwölf EU-Ländern teil, die insgesamt 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Europäischen Union abdeckten. Eine erste FRA-Studie zum Antisemitismus in Europa war 2013 veröffentlicht worden.

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Europa: Starke Stürme werden häufiger

Das Orkantief Friederike richtete i Januar 2018 schwere Schäden in Europa an. Solche Extrem-Stürme könnten deutlich häufiger werden. © NASA

Europa steht eine stürmische Zukunft bevor: Bis Ende des Jahrhunderts werden regenreiche, starke Winterstürme mehr als dreimal häufiger vorkommen als heute, so die Prognose von Klimaforschern. Demnach werden Stürme insgesamt zwar etwas seltener, aber ausgerechnet die extremsten Sturmtiefs nehmen zu. Für Deutschland und Mitteleuropa steigt damit auch das Risiko für winterliche Hochwasser-Katastrophen.

scinexx

Der Klimawandel heizt nicht nur die Erdatmosphäre auf, er bringt auch Veränderungen der großen Windströmungen und damit der Stürme mit sich. Studien belegen, dass schon jetzt die Zahl der starken Hurrikans im Atlantik zunimmt, auch „Super-Taifune“ im Pazifik werden häufiger. Ursache dafür ist die Fähigkeit warmer Luft, mehr Feuchtigkeit zu speichern – und diese ist eine der Triebkräfte regenreicher Stürme.

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Colonizing Mars Means Contaminating Mars — And Never Knowing For Sure If It Had Its Own Native Life

Once people get there, Mars will be contaminated with Earth life. Credit: Pat Rawlings, SAIC/NASA

The closest place in the universe where extraterrestrial life might exist is Mars, and human beings are poised to attempt to colonize this planetary neighbor within the next decade. Before that happens, we need to recognize that a very real possibility exists that the first human steps on the Martian surface will lead to a collision between terrestrial life and biota native to Mars.

By David Weintraub | SPACE.com

If the red planet is sterile, a human presence there would create no moral or ethical dilemmas on this front. But if life does exist on Mars, human explorers could easily lead to the extinction of Martian life. As an astronomer who explores these questions in my book „Life on Mars: What to Know Before We Go,“ I contend that we Earthlings need to understand this scenario and debate the possible outcomes of colonizing our neighboring planet in advance. Maybe missions that would carry humans to Mars need a timeout.

Life, scientists suggest, has some basic requirements. It could exist anywhere in the universe that has liquid water, a source of heat and energy, and copious amounts of a few essential elements, such as carbon, hydrogen, oxygen, nitrogen and potassium.

Mars qualifies, as do at least two other places in our solar system. Both Europa, one of Jupiter’s large moons, and Enceladus, one of Saturn’s large moons, appear to possess these prerequisites for hosting native biology.

I suggest that how scientists planned the exploratory missions to these two moons provides valuable background when considering how to explore Mars without risk of contamination.

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Diesel: Kein Vorteil fürs Klima

Europa erlebte von 1995 bis 2015 einen Diesel-Boom – dank staatlicher Förderung der vermeintlich klimaschonenderen Antriebe. Doch was hat es gebracht? © alexandragl/ thinkstock

Von wegen klimafreundlicher: Dieselautos sorgen nicht nur wegen ihres zu hohen Stickoxid-Ausstoßes für Ärger – auch beim Kohlendioxid halten die Diesel nicht, was sie versprechen. Denn wie eine Studie jetzt enthüllt, ist der CO2-Ausstoß neuer Dieselautos schon seit 2001 nicht mehr niedriger als bei Benzinern. Insgesamt hat der europäische Diesel-Boom für das Klima kaum etwas gebracht, wie die Forscher berichten. Umweltpolitisch gebe es daher keinen Grund, den Diesel weiterhin steuer- und abgabenrechtlich zu bevorteilen.

scinexx

In Zeiten des Diesel-Skandals ist es kaum mehr vorstellbar, aber Dieselfahrzeuge galten eigentlich mal als die sauberere und klimafreundlichere Alternative zum Benziner. Weil die Dieselmotoren weniger CO2 produzierten, wurden Selbstzünder als unverzichtbare Technik zum CO2-Sparen beworben und gefördert. Bis heute ist Dieselkraftstoff mit einer niedrigeren Steuer belegt. Auch wegen dieses Kostenvorteils ist etwa ab 1995 die Zahl der neuzugelassenen Dieselautos in der EU stark angestiegen – ihr Anteil stieg von nur rund elf Prozent bis auf mehr als 40 Prozent.

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«Humanismus» heisst die Losung – nicht «kulturelle Apartheid»

In Europa hat sich der Mensch erstmals zur selbstbestimmten Persönlichkeit geformt. Das war ein grosses Glück, von dem alle anderen Menschen auf dem Globus profitieren. Die Selbststilisierung der Europäer als Hort der Kultur ist dabei ebenso verfehlt wie die Kultivierung des Selbsthasses wegen der eigenen kolonialistischen Vergangenheit. Eine Replik.

Hans Widmer | Neue Zürcher Zeitung

Toleranz ist schön – wenn sie nicht auf der Abwesenheit eines eigenen Standpunktes beruht. Wer tolerant ist, hält aus, was eigenen Werten widerspricht. Das allein berechtigt auch, Toleranz einzufordern. Das Geltenlassen von anything ist keineswegs Toleranz, oft eher unbekümmerte Arroganz aus privilegierter Warte. Wenn sich die Ethnologin Lizzie Wade darüber entrüstet, dass sich Leser ihrer Berichte über grausige Menschenopfer von Kulturen wie den Azteken entsetzen, tritt ein Kultur-Relativismus hervor, den René Scheu in seinem Essay als «neue kulturelle Apartheid» aufs Korn nimmt. Zu Recht, doch kommt ein bisschen viel zusammen. Klarer wird’s, wenn zwischen der spezifisch abendländischen Idee des Humanismus, westlichen Auftritten in der Weltgeschichte und dem prägenden Charakter von Kulturen unterschieden wird.

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Wie die „ISS“ zum Absturz gebracht werden kann

Der Raumtransporter Cygnus soll die ISS abbremsen, Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Nasa testet, wie die „ISS“ entsorgt werden kann. Dazu schubst der Raumtransporter Cygnus sie jetzt erst einmal an. Je nach Ausgang des Experiments könnte sie sich so aus einer Abhängigkeit von Russland befreien.

Von Guido Meyer | DIE WELT

Die „Internationale Raumstation“ (ISS) feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Die USA, Russland, Europa, Kanada und Japan können sich gegenseitig gratulieren. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird auch das Ende der „ISS“ geprobt. Dass das Weltraumlabor irgendwann seinen Geist aufgeben wird, ist klar. Nur – wie holt man eine fußballfeldgroße Station aus dem Weltall?

Bei der Konstruktion der „ISS“ war darauf geachtet worden, dass sie sich zerlegen lässt. „Es gab einen Plan, die einzelnen Module der ,ISS‘ mit den Spaceshuttles wieder auf die Erde zurückzubringen“, sagt John Logsdon, der ehemalige Direktor des Space Policy Institutes der George Washington University. „Es ist aber genauso gut vorstellbar, die „ISS“ als Ganzes im Pazifik zu versenken – wie 2001 die russische Raumstation ,Mir‘, also ohne die Station vorher zu zerlegen.“

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4,5 Millionen Feinstaub-Tote pro Jahr

Bedrohliche Luftverschmutzung: Die Belastung mit Feinstaub und die damit verbundenen Todesfälle sind weltweit weiter gestiegen © thinkstock

Schleichender Tod: Die Verschmutzung der Luft mit Feinstaub hat allein im Jahr 2015 fast 4,3 Millionen Todesopfer gefordert, wie eine neue Erhebung belegt. Am meisten Todesfälle gibt es in Asien, dann jedoch folgt an zweiter Stelle Europa. Todesursachen sind vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen. Zudem sind die Feinstaubbelastungen in den meisten Regionen weiter angestiegen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Feinstaub entsteht bei der Verbrennung von Holz und Kohle, in der Industrie, im Verkehr, aber auch bei der Landwirtschaft. Die winzigen Partikel dieser Emissionen können tief in die Lunge eindringen und dadurch im Laufe der Zeit schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen. So kann Feinstaub Atemwegsentzündungen, Lungenkrebs und Asthma fördern, aber auch Herzinfarkte und Schlaganfälle. Zudem stehen die Mikropartikel im Verdacht, die Wirkung von Antibiotika zu hemmen und sogar das Gehirn zu schädigen.

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Die Rezession der Neuen Rechten

Grafik: TP

Kommentar: Der kommende Krisenschub wird durch die Politik des Rechtspopulismus in den USA und Europa beschleunigt

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Auf einmal scheint dem exportgetriebenen Dauerboom in der Bundesrepublik sehr schnell die Luft auszugehen. Es seien „dunkle Wolken“, die sich über Deutschlands Industrie zusammenzögen, kommentierte die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) die jüngsten konjunkturellen Frühindikatoren. Spiegel-Online berichtete, dass es in Europa nicht besser aussehe. Der wirtschaftliche Ausblick der Eurozone habe sich „dramatisch verschlechtert“, Ökonomen warnten inzwischen auch einem Abwärtstrend.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ist der Auftragseingang der deutschen Industrie in vierten Monat in Folge zurückgegangen. Dies sei die „längste Auftragsflaute seit der letzten Finanzkrise“, konstatierte die FAZ. Analysten, die eine konjunkturelle Belebung erwarteten, zeigten sich überrascht von dem schwachen Jahresauftakt. Der Auftragsrückgang um 2,5 % im April sei „eine weitere kalte Dusche“, erklärte beispielsweise Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba-Bank gegenüber der Zeitung. „Die Entwicklung sieht nicht gut aus“, kommentierte auch der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Der „Dämpfer“ wurde zumeist mit der „jüngsten Debatte um Strafzölle“ erklärt, da die handelspolitischen Konflikte „erhebliche Verunsicherung“ in die Wirtschaft hineintragen würden.

Inzwischen entwickle sich der zunehmende nationalistische Protektionismus zu einer regelrechten „Bedrohungslage“ für die deutsche Exportindustrie, berichtete die Frankfurter Allgemeine. „Unsere international aufgestellte Wirtschaft droht zwischen die Mühlsteine zu geraten“, klagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, gegenüber der FAZ. Schlimmstenfalls – bei einer Eskalation zu einem globalen Handelskrieg zwischen den USA, EU und China – drohten der Exportindustrie „irreparable Rückschläge“.

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Europäischer Drogenbericht: Mehr Produktion in Europa

foto: ap/eric engman Bei Cannabis hat die europäische Produktion die Einfuhr teilweise verdrängt und scheint sich auf die Geschäftsmodelle externer Produzenten ausgewirkt zu haben, ist dem Drogenbericht zu entnehmen.

Vor allem Cannabis wird vermehrt in Europa angebaut. Ein Viertel der 15- bis 64-Jährigen in der EU hat bereits einmal illegale Drogen konsumiert

derStandard.at

Die Produktion von illegalen Drogen nimmt in Europa zu, ebenso jene von Kokain in Südamerika. Das hat die Verfügbarkeit dieser Substanzen erhöht. Das sind zwei Hauptaussagen aus dem Europäischen Drogenbericht 2018, der am Donnerstag von der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) veröffentlicht wurde.

„In diesem Jahr gibt es bei einer Vielzahl von Substanzen besorgniserregende Anzeichen dafür, dass die Herstellung von Drogen in Europa – und damit näher an den Absatzmärkten – zunimmt. Der technologische Fortschritt begünstigt diese Entwicklung und ermöglicht es Herstellern und Konsumenten von Drogen zudem, über das Internet und das Darknet Zugang zu globalen Märkten zu erhalten. Wir stellen ebenfalls fest, dass die vermehrte Herstellung von Kokain in Südamerika jetzt Auswirkungen auf den europäischen Markt hat“, berichteten die Experten.

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Star-Ökonom Jeffrey Sachs: „Russland ein abgrundtief böser Feind? Falsch“

Jeffrey Sachs Quelle: WireImage

Star-Ökonom Jeffrey Sachs fordert Europa auf, US-Präsident Trump im Handelskrieg und beim Iran-Abkommen die Stirn zu bieten. Selbst eine Allianz mit Russland sollten die Europäer in diesem Fall nicht scheuen.

Von Tobias Kaiser | DIE WELT

Jeffrey Sachs polarisiert: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs riet der Ökonom dem IWF und den osteuropäischen Regierungen zu radikalen Privatisierungen und wurde später für die dramatischen sozialen Folgen kritisiert. In der Euro-Krise brachte er viele Bundesbürger gegen sich auf, weil er Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufrief die griechische Schuldenlast zu reduzieren.

Auf dem Global-Solutions-Gipfel in Berlin trafen er und Merkel erneut aufeinander. Für die Kanzlerin hatte er eine deutliche Botschaft im Gepäck: Im Streit um Zölle und Sanktionen versteht Trump nur Härte.

WELT: Die USA wollen europäische Firmen bestrafen, wenn sie mit dem Iran Geschäfte machen. Wie sollte Europa darauf reagieren?

Jeffrey Sachs: Die EU muss sofort reagieren, sonst drohen die Europäer die Kontrolle in dieser Sache zu verlieren. Die USA können nicht einfach ausländische Unternehmen bestrafen; das geht einfach nicht. Das verstößt gegen internationales Recht, gegen die Regeln der WTO und widerspricht dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats zu Iran. Die EU muss deshalb dagegen kämpfen.

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