Colonizing Mars Means Contaminating Mars — And Never Knowing For Sure If It Had Its Own Native Life

Once people get there, Mars will be contaminated with Earth life. Credit: Pat Rawlings, SAIC/NASA
The closest place in the universe where extraterrestrial life might exist is Mars, and human beings are poised to attempt to colonize this planetary neighbor within the next decade. Before that happens, we need to recognize that a very real possibility exists that the first human steps on the Martian surface will lead to a collision between terrestrial life and biota native to Mars.

By David Weintraub | SPACE.com

If the red planet is sterile, a human presence there would create no moral or ethical dilemmas on this front. But if life does exist on Mars, human explorers could easily lead to the extinction of Martian life. As an astronomer who explores these questions in my book „Life on Mars: What to Know Before We Go,“ I contend that we Earthlings need to understand this scenario and debate the possible outcomes of colonizing our neighboring planet in advance. Maybe missions that would carry humans to Mars need a timeout.

Life, scientists suggest, has some basic requirements. It could exist anywhere in the universe that has liquid water, a source of heat and energy, and copious amounts of a few essential elements, such as carbon, hydrogen, oxygen, nitrogen and potassium.

Mars qualifies, as do at least two other places in our solar system. Both Europa, one of Jupiter’s large moons, and Enceladus, one of Saturn’s large moons, appear to possess these prerequisites for hosting native biology.

I suggest that how scientists planned the exploratory missions to these two moons provides valuable background when considering how to explore Mars without risk of contamination.

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Diesel: Kein Vorteil fürs Klima

Europa erlebte von 1995 bis 2015 einen Diesel-Boom – dank staatlicher Förderung der vermeintlich klimaschonenderen Antriebe. Doch was hat es gebracht? © alexandragl/ thinkstock
Von wegen klimafreundlicher: Dieselautos sorgen nicht nur wegen ihres zu hohen Stickoxid-Ausstoßes für Ärger – auch beim Kohlendioxid halten die Diesel nicht, was sie versprechen. Denn wie eine Studie jetzt enthüllt, ist der CO2-Ausstoß neuer Dieselautos schon seit 2001 nicht mehr niedriger als bei Benzinern. Insgesamt hat der europäische Diesel-Boom für das Klima kaum etwas gebracht, wie die Forscher berichten. Umweltpolitisch gebe es daher keinen Grund, den Diesel weiterhin steuer- und abgabenrechtlich zu bevorteilen.

scinexx

In Zeiten des Diesel-Skandals ist es kaum mehr vorstellbar, aber Dieselfahrzeuge galten eigentlich mal als die sauberere und klimafreundlichere Alternative zum Benziner. Weil die Dieselmotoren weniger CO2 produzierten, wurden Selbstzünder als unverzichtbare Technik zum CO2-Sparen beworben und gefördert. Bis heute ist Dieselkraftstoff mit einer niedrigeren Steuer belegt. Auch wegen dieses Kostenvorteils ist etwa ab 1995 die Zahl der neuzugelassenen Dieselautos in der EU stark angestiegen – ihr Anteil stieg von nur rund elf Prozent bis auf mehr als 40 Prozent.

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«Humanismus» heisst die Losung – nicht «kulturelle Apartheid»

In Europa hat sich der Mensch erstmals zur selbstbestimmten Persönlichkeit geformt. Das war ein grosses Glück, von dem alle anderen Menschen auf dem Globus profitieren. Die Selbststilisierung der Europäer als Hort der Kultur ist dabei ebenso verfehlt wie die Kultivierung des Selbsthasses wegen der eigenen kolonialistischen Vergangenheit. Eine Replik.

Hans Widmer | Neue Zürcher Zeitung

Toleranz ist schön – wenn sie nicht auf der Abwesenheit eines eigenen Standpunktes beruht. Wer tolerant ist, hält aus, was eigenen Werten widerspricht. Das allein berechtigt auch, Toleranz einzufordern. Das Geltenlassen von anything ist keineswegs Toleranz, oft eher unbekümmerte Arroganz aus privilegierter Warte. Wenn sich die Ethnologin Lizzie Wade darüber entrüstet, dass sich Leser ihrer Berichte über grausige Menschenopfer von Kulturen wie den Azteken entsetzen, tritt ein Kultur-Relativismus hervor, den René Scheu in seinem Essay als «neue kulturelle Apartheid» aufs Korn nimmt. Zu Recht, doch kommt ein bisschen viel zusammen. Klarer wird’s, wenn zwischen der spezifisch abendländischen Idee des Humanismus, westlichen Auftritten in der Weltgeschichte und dem prägenden Charakter von Kulturen unterschieden wird.

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Wie die „ISS“ zum Absturz gebracht werden kann

Der Raumtransporter Cygnus soll die ISS abbremsen, Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Die Nasa testet, wie die „ISS“ entsorgt werden kann. Dazu schubst der Raumtransporter Cygnus sie jetzt erst einmal an. Je nach Ausgang des Experiments könnte sie sich so aus einer Abhängigkeit von Russland befreien.

Von Guido Meyer | DIE WELT

Die „Internationale Raumstation“ (ISS) feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Die USA, Russland, Europa, Kanada und Japan können sich gegenseitig gratulieren. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird auch das Ende der „ISS“ geprobt. Dass das Weltraumlabor irgendwann seinen Geist aufgeben wird, ist klar. Nur – wie holt man eine fußballfeldgroße Station aus dem Weltall?

Bei der Konstruktion der „ISS“ war darauf geachtet worden, dass sie sich zerlegen lässt. „Es gab einen Plan, die einzelnen Module der ,ISS‘ mit den Spaceshuttles wieder auf die Erde zurückzubringen“, sagt John Logsdon, der ehemalige Direktor des Space Policy Institutes der George Washington University. „Es ist aber genauso gut vorstellbar, die „ISS“ als Ganzes im Pazifik zu versenken – wie 2001 die russische Raumstation ,Mir‘, also ohne die Station vorher zu zerlegen.“

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4,5 Millionen Feinstaub-Tote pro Jahr

Bedrohliche Luftverschmutzung: Die Belastung mit Feinstaub und die damit verbundenen Todesfälle sind weltweit weiter gestiegen © thinkstock
Schleichender Tod: Die Verschmutzung der Luft mit Feinstaub hat allein im Jahr 2015 fast 4,3 Millionen Todesopfer gefordert, wie eine neue Erhebung belegt. Am meisten Todesfälle gibt es in Asien, dann jedoch folgt an zweiter Stelle Europa. Todesursachen sind vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen. Zudem sind die Feinstaubbelastungen in den meisten Regionen weiter angestiegen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Feinstaub entsteht bei der Verbrennung von Holz und Kohle, in der Industrie, im Verkehr, aber auch bei der Landwirtschaft. Die winzigen Partikel dieser Emissionen können tief in die Lunge eindringen und dadurch im Laufe der Zeit schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen. So kann Feinstaub Atemwegsentzündungen, Lungenkrebs und Asthma fördern, aber auch Herzinfarkte und Schlaganfälle. Zudem stehen die Mikropartikel im Verdacht, die Wirkung von Antibiotika zu hemmen und sogar das Gehirn zu schädigen.

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Die Rezession der Neuen Rechten

Grafik: TP
Kommentar: Der kommende Krisenschub wird durch die Politik des Rechtspopulismus in den USA und Europa beschleunigt

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Auf einmal scheint dem exportgetriebenen Dauerboom in der Bundesrepublik sehr schnell die Luft auszugehen. Es seien „dunkle Wolken“, die sich über Deutschlands Industrie zusammenzögen, kommentierte die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) die jüngsten konjunkturellen Frühindikatoren. Spiegel-Online berichtete, dass es in Europa nicht besser aussehe. Der wirtschaftliche Ausblick der Eurozone habe sich „dramatisch verschlechtert“, Ökonomen warnten inzwischen auch einem Abwärtstrend.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ist der Auftragseingang der deutschen Industrie in vierten Monat in Folge zurückgegangen. Dies sei die „längste Auftragsflaute seit der letzten Finanzkrise“, konstatierte die FAZ. Analysten, die eine konjunkturelle Belebung erwarteten, zeigten sich überrascht von dem schwachen Jahresauftakt. Der Auftragsrückgang um 2,5 % im April sei „eine weitere kalte Dusche“, erklärte beispielsweise Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba-Bank gegenüber der Zeitung. „Die Entwicklung sieht nicht gut aus“, kommentierte auch der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Der „Dämpfer“ wurde zumeist mit der „jüngsten Debatte um Strafzölle“ erklärt, da die handelspolitischen Konflikte „erhebliche Verunsicherung“ in die Wirtschaft hineintragen würden.

Inzwischen entwickle sich der zunehmende nationalistische Protektionismus zu einer regelrechten „Bedrohungslage“ für die deutsche Exportindustrie, berichtete die Frankfurter Allgemeine. „Unsere international aufgestellte Wirtschaft droht zwischen die Mühlsteine zu geraten“, klagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, gegenüber der FAZ. Schlimmstenfalls – bei einer Eskalation zu einem globalen Handelskrieg zwischen den USA, EU und China – drohten der Exportindustrie „irreparable Rückschläge“.

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Europäischer Drogenbericht: Mehr Produktion in Europa

foto: ap/eric engman Bei Cannabis hat die europäische Produktion die Einfuhr teilweise verdrängt und scheint sich auf die Geschäftsmodelle externer Produzenten ausgewirkt zu haben, ist dem Drogenbericht zu entnehmen.
Vor allem Cannabis wird vermehrt in Europa angebaut. Ein Viertel der 15- bis 64-Jährigen in der EU hat bereits einmal illegale Drogen konsumiert

derStandard.at

Die Produktion von illegalen Drogen nimmt in Europa zu, ebenso jene von Kokain in Südamerika. Das hat die Verfügbarkeit dieser Substanzen erhöht. Das sind zwei Hauptaussagen aus dem Europäischen Drogenbericht 2018, der am Donnerstag von der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) veröffentlicht wurde.

„In diesem Jahr gibt es bei einer Vielzahl von Substanzen besorgniserregende Anzeichen dafür, dass die Herstellung von Drogen in Europa – und damit näher an den Absatzmärkten – zunimmt. Der technologische Fortschritt begünstigt diese Entwicklung und ermöglicht es Herstellern und Konsumenten von Drogen zudem, über das Internet und das Darknet Zugang zu globalen Märkten zu erhalten. Wir stellen ebenfalls fest, dass die vermehrte Herstellung von Kokain in Südamerika jetzt Auswirkungen auf den europäischen Markt hat“, berichteten die Experten.

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Star-Ökonom Jeffrey Sachs: „Russland ein abgrundtief böser Feind? Falsch“

Jeffrey Sachs Quelle: WireImage
Star-Ökonom Jeffrey Sachs fordert Europa auf, US-Präsident Trump im Handelskrieg und beim Iran-Abkommen die Stirn zu bieten. Selbst eine Allianz mit Russland sollten die Europäer in diesem Fall nicht scheuen.

Von Tobias Kaiser | DIE WELT

Jeffrey Sachs polarisiert: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs riet der Ökonom dem IWF und den osteuropäischen Regierungen zu radikalen Privatisierungen und wurde später für die dramatischen sozialen Folgen kritisiert. In der Euro-Krise brachte er viele Bundesbürger gegen sich auf, weil er Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufrief die griechische Schuldenlast zu reduzieren.

Auf dem Global-Solutions-Gipfel in Berlin trafen er und Merkel erneut aufeinander. Für die Kanzlerin hatte er eine deutliche Botschaft im Gepäck: Im Streit um Zölle und Sanktionen versteht Trump nur Härte.

WELT: Die USA wollen europäische Firmen bestrafen, wenn sie mit dem Iran Geschäfte machen. Wie sollte Europa darauf reagieren?

Jeffrey Sachs: Die EU muss sofort reagieren, sonst drohen die Europäer die Kontrolle in dieser Sache zu verlieren. Die USA können nicht einfach ausländische Unternehmen bestrafen; das geht einfach nicht. Das verstößt gegen internationales Recht, gegen die Regeln der WTO und widerspricht dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats zu Iran. Die EU muss deshalb dagegen kämpfen.

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Das sind Europas letzte Urwälder

© Esri/ HERE/ Garmin/ OpenStreetMap contributors/ GIS user community
Es gibt sie noch: Forscher haben die letzten weitestgehend unberührten Waldgebiete unseres Kontinents gesucht. Ihre neu veröffentlichte Karte zeigt, wo es in Europa noch solche Urwälder gibt. Demnach verdienen immerhin 1,4 Millionen Hektar Wald dieses Prädikat. Im Verhältnis zur Fläche des Gesamtwaldes machen die Urwälder allerdings nur einen geringen Teil aus – und selbst diese letzten Refugien sind mittlerweile bedroht.

scinexx

Ob in den Tropen, in gemäßigten Breiten und sogar bis in den hohen Norden: Bäume gibt es fast überall auf der Erde. Satellitenbilder zeigen eindrücklich, dass unser Planet nicht nur ein blauer, sondern auch ein grüner Planet mit vielen ausgedehnten Waldflächen ist. Auch bei uns in Europa ist immerhin ein Drittel der Fläche mit Wald bedeckt.

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Südostasien: drei große Einwanderungswellen

Forscher bei der Ausgrabung prähistorischer Toter in Vietnam. Ihre DNA half bei der Rekonstruktion der Frühgschichte Südostasiens. © Lorna Tilley/ Australian National University
Von Migrationen geprägt: Südostasien hat in seiner Frühgeschichte drei große Einwanderungswellen erlebt, wie DNA-Vergleiche enthüllen. Im Gegensatz zu Europa vermischten sich die Gene dieser prähistorischen Immigranten aber nur zum Teil – das spiegelt sich bis heute im genetischen Erbe der Menschen wider, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Die Migrationen könnten aber auch erklären, warum in Südostasien heute zwei große Sprachfamilien vertreten sind.

scinexx

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Migrationen: Sowohl Europa als auch Nordamerika erlebten bereits in der Frühgeschichte mehrfache Einwanderungswellen, die bis heute Spuren in Erbgut und Kultur der Bevölkerung hinterlassen haben.

Rätselfall Südostasien

Für Südostasien jedoch ist die Besiedlungsgeschichte bisher nur in Teilen geklärt. So zeugen prähistorische Handabdrücke auf Sulawesi davon, dass der Homo sapiens seit mindestens 40.000 Jahren in dieser Region lebte. Australien dagegen scheint der moderne Mensch sogar schon vor rund 65.000 Jahren erreicht zu haben. Doch wie die Geschichte weiterging und woher beispielsweise die ersten Bauern kamen, war strittig. Auch der Ursprung der Sprachen in dieser Region blieb offen.

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Sieben Millionen Tote pro Jahr: Neun von zehn Menschen atmen verpestete Luft

Ulan Bator: Auch in der Hauptstadt der Mongolei leiden die Menschen unter Smog. Bild: AFP
Milliarden Menschen auf der Welt leben in dreckiger Luft, Millionen sterben an den Folgen: Am schlimmsten ist die Lage in den Megastädten der Entwicklungsländer.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Durch das Einatmen dreckiger Luft sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund sieben Millionen Menschen pro Jahr. Die Regierungen müssten entschlossener gegen die tödliche Verschmutzung ankämpfen, forderte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Seinen Angaben zufolge atmen neun von zehn Menschen weltweit Luft ein, die eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen aufweist.

Die verdreckte Luft gefährde alle Menschen, die Ärmsten seien aber besonders bedroht, betonte Tedros. Etwa 90 Prozent aller Todesfälle durch Schmutzluft seien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verzeichnen. Asien und Afrika seien die Brennpunkte der Krise. „In vielen Megastädten der Welt liegt die Schadstoffbelastung fünf Mal so hoch wie von der WHO empfohlen“, sagte Maria Meira, WHO-Direktorin für öffentliche Gesundheit. In Ländern mit hohen Einkommen – Europa, Vereinigte Staaten und Kanada, Australien und Neuseeland – sei die Luft am besten.

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Klimawandel verschärft Dürren in Europa

Vertrocknete Böden könnten in Europa künftig immer häufiger zum Problem werden. © Delpixars/ istock
Trockene Aussichten: Der Klimawandel wird das Problem der Dürren in Europa künftig weiter verschärfen. Modellberechnungen zeigen: Extremereignisse wie die Hitzewelle im Sommer 2003 könnten auf unserem Kontinent zum Normalfall werden, wenn sich die Erde um drei Grad Celsius erwärmt. Die von Dürre betroffenen Gebiete würden sich dann auf das Doppelte vergrößern und die Anzahl der Dürremonate deutlich steigen. Besonders gravierend wäre der Effekt im Mittelmeerraum.

scinexx

In den letzten Jahren ist es in Europa immer wieder zu extremen Hitzewellen und Dürren gekommen – zuletzt noch im Frühsommer vergangenen Jahres. Im Juni 2017 war es in weiten Teilen Europas teilweise bis zu sieben Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die Hitze reichte damit an die Rekordwerte des Sommers 2003 heran und übertraf sie in einigen Regionen sogar.

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Europa exportiert illegal Elektroschrott

Europa exportiert seinen Elektroschrott per Frachter nach Nigeria – illegal. © lady-photo / iStock
Giftiger Exportschlager: Europa verschifft jedes Jahr 60.000 Tonnen an Elektrogeräten nach Nigeria – ein Viertel davon ist Schrott. Der Großteil des illegalen Frachtguts kommt in gebrauchten Autos in den Häfen an, wie Forscher nun berichten. Ganz oben auf der Schmuggelliste stehen kaputte Fernseher und Kühlschränke, die meistens falsch oder einfach gar nicht deklariert sind. Für die Schrotthändler ergeben sich daraus jedoch keine Konsequenzen.

scinexx

Ob kaputte Handys, Flachbildschirme oder Kühlschränke: Wir produzieren weltweit gewaltige Mengen an elektronischem Abfall – und die Schrottflut nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2016 warf jeder Deutsche 22,8 Kilogramm Elektroschrott in den Müll, womit wir weit über dem weltweiten Durchschnitt von sechs Kilogramm liegen. Eigentlich sind die EU-Vorschriften für die Entsorgung klar: E-Schrott muss gesondert gesammelt, fachgerecht entsorgt und darf nicht exportiert werden. Aber halten sich alle an die Vorschriften?

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Gläubig durch die Jahrtausende

Bernhard Maier
Die Ordnung des Himmels
Verlag: C.H.Beck, Müchen 2018
ISBN: 9783406720123| Preis: 29,95 €

Europa hat einen säkularen Weg beschritten, stellt damit aber eine historische Ausnahme dar, wie dieses Buch verdeutlicht.

Von Christian Hellmann | Spektrum.de

Lebensratgeber warnen häufig davor, das Thema Religion in Smalltalks anzusprechen. Zu groß sei die Gefahr, in ein Fettnäpfchen zu treten – entweder, weil die eigene Unwissenheit angesichts der komplexen Materie offenbar werde, oder mangelndes Taktgefühl gegenüber religiösen Gefühlen zum Eklat führe, oder das Gespräch zur hitzigen politischen Debatte entgleise.

In der Tat ist Religion im säkularisierten Europa ein schwieriges Thema. Spätestens seit der Aufklärung steht die religiöse Gedankenwelt im Konflikt mit philosophischer Vernunft und materialistischer Naturwissenschaft. Aber die Globalisierung hat diese alten Gräben wieder vertieft, indem sie erneut religiöse Fragen in die europäische Lebenswelt einbrachte, die sowohl den privaten, gesellschaftlichen als auch politischen Bereich betreffen. In diesem Umfeld sind orientierende Werke wie das des Tübinger Religionswissenschaftlers Bernhard Meier hoch willkommen.

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Rabbiner Pinchas Goldschmidt: „Antisemitismus ist Problem der Integration“

Tausende Franzosen haben am Mittwoch nach dem Mord an einer Holocaust-Überlebenden in Paris gegen Antisemitismus protestiert. Bild: Reuters
Die Debatte über Antisemitismus in Europa ist neu entbrannt. Im Interview spricht der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz über religiösen Radikalismus – und Wege zur Lösung des Problems.

Von Carolin Wollschied | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Herr Goldschmidt, in Paris wurde zuletzt eine Holocaust-Überlebende ermordet, in Berlin werden jüdische Kinder in Schulen gemobbt. Müssen Juden in Europa wieder Angst haben?

Das Jahr 2017 war ziemlich ruhig und wir hofften, dass es 2018 noch besser werden würde. Leider gab es dieses Jahr in Frankreich aber bereits zwei religiös motivierte Attentate: die Geiselnahme in einem Supermarkt in Südfrankreich und die Ermordung einer Holocaust-Überlebenden in Paris. Auch wenn die europäische Kommunikation zum Austausch von Informationen über Verdächtige und Terroristen besser geworden ist, bleibt das Problem von Einzeltätern bestehen. Viele radikalisieren sich, ohne dass es jemand mitbekommt. Das ist sehr problematisch für die generelle Sicherheit und die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in Europa.

Gibt es einen „eingewanderten“ Antisemitismus?

Das Problem existiert nicht nur bei Einwanderern, sondern auch bei der zweiten Generation, die schon in Europa geboren und aufgewachsen ist. Es ist ein Problem der Integration, ein Problem von jenen Migrantenfamilien, die sich nur schwer mit europäischen Werten und dem Pluralismus identifizieren.

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Brüchiger Flüchtlingsdeal lockt Migranten nach Europa

Im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland: Flüchtlinge, die es auf eine ägäische Insel geschafft haben, kommen auch weiter nach Mitteleuropa Quelle: dpa/ANA-MPA/Nikos Arvanitidis
Asylsuchende gelangen auf dem Seeweg wieder nach Europa, weil Griechenland seinen Teil des EU-Abkommens mit der Türkei nicht einhält. Jetzt hat sich Ankara beschwert. In dem Land leben mittlerweile 3,8 Millionen Flüchtlinge.

Von Manuel Bewarder, Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Die Idee klang gut: Damit Migranten aus der Türkei nicht so leicht Richtung Norden nach Österreich, Deutschland oder Schweden weiterziehen, sollten sie in Unterkünften auf den griechischen Inseln bleiben, dort, wo sie zuvor mit Booten angekommen waren. Diese Regelung gehört zum Kern des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei, das sich am 18. März zum zweiten Mal jährt.

Aber während sich die Türken weitgehend an die Vereinbarung halten und härter gegen Schleuser vorgehen, gerät Griechenland immer mehr unter Verdacht, das Abkommen zu torpedieren. Nach Informationen von WELT AM SONNTAG kritisieren Beamte in Berlin und Brüssel konkret, dass die griechische Regierung zuletzt zu viele Asylsuchende von den Inseln auf das griechische Festland gebracht habe.

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Bodensee: Der Mikroplastik schwimmt mit

Klein, aber nicht fein: Kleinst-Plastikteilchen kommen heute in vielen Duschmitteln oder Zahnpasten zur Anwendung und landen schliesslich im Wasser. (CRISTINA PEDRAZZINI/SCIENCE PHOT (SCIENCE PHOTO LIBRARY SPL))
Dass Meere mit Plastik vermüllt sind, weiss man. Aber auch bei uns gibt es immer mehr Mikroplastik im Wasser. ­Welche ­Auswirkungen diese Kleinstteile auf den menschlichen Organismus haben, ist kaum erforscht. Der Thurgau sieht keine Gefahr.

Von Christof Lampart | TAGBLATT

Plastik ist überall. Es gibt wohl kaum ­einen Haushalt auf dieser Welt, der ohne den Kunststoff auskommt. Auch im Thurgau nicht. Dementsprechend gross ist die Menge an Plastik, die regelmässig nicht rezykliert, sondern einfach sinnlos weggeworfen wird. So weit, so schlecht. Doch was passiert, wenn sogenannter Mikroplastik in den Natur- und Nahrungskreislauf gelangt?

Kunststoff kann Krankheiten auslösen

Unbestritten ist, dass Kunststoffe im Wasser nichts zu suchen haben, denn die Mikroplastik-Partikel können Gifte, Chemikalien oder Krankheitserreger enthalten, welche sich, wenn sie sich der Mensch durch Essen und Trinken einverleibt, in den menschlichen Zellen und somit auch in den Organen ablagern und somit schädliche Langzeitwirkungen für Individuen haben könnten. Allerdings ist die konkrete medizinische Forschung in diesem Bereich noch nicht sehr weit. Aufhorchen liess jedoch eine im Herbst 2017 veröffentlichte internationale Studie der Rechercheplattform Orbmedia. Diese ergab, dass 83 Prozent der getesteten Leitungswasserproben von unterschiedlichen Ländern von Mikroplastikpartikeln verseucht waren. Dabei führte Orbmedia in folgenden sieben Weltregionen die Untersuchungen durch: in den USA, Ecuador, Europa, dem Libanon, Uganda, Indien und Indonesien. Die Proben aus den USA waren mit 94 Prozent am meisten verunreinigt. Auf Platz zwei und drei landeten die Tests aus dem Libanon und aus Indien. Die Proben aus Europa waren am wenigsten «verseucht»; trotzdem waren auch hier 74 Prozent aller Proben mit Plastikpartikeln verunreinigt. Die durchschnittliche Anzahl an Kunststofffasern, die in jeder 500-Milliliter-Probe gefunden wurde, reichte von 4,8 in den USA bis 1,9 in Europa.

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Islam-Experte fordert notfalls Inobhutnahme von Kindern aus IS-Familien

Der Osnabrücker Islamwissenschaftler Michael Kiefer sieht einen Zugang zu radikalisierten Familien über ihr Umfeld Quelle: pa/dpa/Universität Osnabrück
IS-Kämpfer sollen derzeit zunehmend Frauen und Kinder aus Syrien nach Europa schicken. Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer fordert eine engmaschige Betreuung. Notfalls müssten Kinder aus Familien genommen werden.

DIE WELT

Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer rät Jugendämtern und Familiengerichten dazu, radikalisierte Rückkehrerfamilien aus Syrien zu überprüfen und notfalls die Kinder zumindest vorübergehend herauszunehmen. „Wenn Rückkehrer an der gewaltverherrlichenden Ideologie des sogenannten Islamischen Staates festhalten, dann könnten Inobhutnahme der Kinder und Sorgerechtsentzug durchaus die richtige Maßnahme sein“, sagte Kiefer.

Ebenso sollten die Behörden auch mit den Familien umgehen, die sich in Deutschland radikalisiert hätten. Die gesetzlichen Möglichkeiten seien mit dem „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“, dem Paragrafen 8a des Sozialgesetzbuches, „ganz hervorragend“, sagte der Dozent vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück.

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Wie kann sich der Rechtsstaat auf IS-Kriegsheimkehrer vorbereiten?

Bild: nationalreview.com
Mit dem Ende des IS-Kalifats kommt auf Staaten weltweit eine grosse Verantwortung zu. Was lässt sich tun?

Neue Zürcher Zeitung

Aus aller Welt zogen radikalisierte Menschen in die IS-Gebiete, um für die Terrororganisation zu kämpfen. Jetzt, da die letzten Hochburgen gefallen und die letzten Regionen zurzeit befreit werden, stellt sich die Frage, was tun, mit jenen Kämpfern die sich ergeben oder die über verworrene Wege wieder in ihre Heimatländer zurückfinden?

«Das Absurde dabei ist, dass die gescheiterten Jihadisten nun ausgerechnet in jenen Gesellschaften auf den besten Schutz hoffen können, die sie so abgrundtief hassen: den westlichen Rechtsstaaten», analysiert Auslandredaktor Christian Weisflog die Lage. «Während sie im Irak oder in Syrien mit Folter oder Hinrichtung rechnen müssen, droht ihnen in Europa im schlimmsten Fall eine lange Haftstrafe.»

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François Jullien: „Es gibt keine kulturelle Identität“

François Jullien hält die Vorstellung von „Identität“ mit Blick auf Kulturen für einen grundsätzlichen Denkfehler. (imago/allOver; Suhrkamp)
Ist Europa christlich geprägt? Oder aber laizistisch? Beides! Sowohl Christentum als auch die Aufklärung seien europäische „Ressourcen“, sagt der französische Philosoph François Jullien. Mit seiner Denkfigur der „kulturellen Ressource“ wendet er sich gegen reaktionäre Fantasien.

Von Catherine Newmark | Deutschlandfunk Kultur

Von der Angst vor der Globalisierung als Triebkraft für den Aufstieg von Nationalismus und Rechtspopulismus in Europa und den USA ist in letzter Zeit viel die Rede gewesen. Von wirtschaftlichen Abstiegsängsten ebenso wie der Sorge, eigener kultureller Traditionen durch die Migrationsbewegungen verlustig zu gehen – als Motor für die immer lauter werdenden Forderungen nach einer Rückkehr zu geschlosseneren, homogeneren Gesellschaften, zu „unseren“ eigenen Traditionen und „Werten“ oder zu einer auf Abstammung beruhenden nationalen und kulturellen Identität.

Eine interessante Kritik am Kulturkampf hat nun der renommierte französische Philosoph und Sinologe François Jullien formuliert. „Es gibt keine kulturelle Identität“ stellt sein Essay bereits im Titel mit aller Deutlichkeit klar. Die philosophische Argumentation, mit der er diese Behauptung untermauert, ist begrifflich einigermaßen anspruchsvoll, aber sehr überzeugend.

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