Soziologin: Konfessionslose sind oft nicht strikt atheistisch

Die meisten Konfessionslosen in Europa sind nach Ansicht der britischen Religionssoziologin Linda Woodhead nicht strikt atheistisch eingestellt. „Die Gruppe derjenigen, die keiner organisierten Religion angehören, wächst zwar in vielen europäischen Ländern“, sagte die Hans-Blumenberg-Gastprofessorin am Montagabend am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Damit gehe jedoch nicht eine genauso stark wachsende Ablehnung von Glauben und Spiritualität einher.

kathpress

So folgten nur 13 Prozent der Konfessionslosen in Großbritannien dem „Neuen Atheismus“ des Evolutionsbiologen Richard Dawkins, so die Professorin. Auch zeigten nur 42 Prozent der konfessionslosen Briten die Überzeugung, es gebe keinen Gott. Gut 16 Prozent von ihnen halten die Existenz Gottes oder einer höheren Macht sogar für sicher oder wahrscheinlich, sagte Woodhead.

„An die Stelle kirchlicher Bindung treten mehr und mehr individualistische und synkretistische Religionsformen“, erläuterte die Religionssoziologin. Rund ein Viertel der Konfessionslosen pflege im privaten Bereich eigene spirituelle Praktiken. „Wer sich heute in England oder Deutschland beerdigen lassen will, bekommt viele christlich-säkulare Mischformen geboten.“ Dies sei inzwischen „normal“.

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An Alien-Hunting Submarine Is Being Tested in Antarctica

ARTEMIS under Antarctic sea ice. Image copyright: Bill Stone/Stone Aerospace, Inc. Used with permission.
A look at the amazing photos and stunning science from the ARTEMIS mission in Antarctica.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

When president Trump released his budget proposal earlier this year, space enthusiasts were dismayed to learn that it didn’t include funding for NASA’s mission to place a lander on Europa. Although it is just one of Jupiter’s 67 moons, Europa is unique in that it is thought to have an ocean of liquid water under the icy, red-veined crust that covers its surface, which makes it the best candidate in the solar system for hosting alien life.

But all hope is not lost for the subsurface exploration of Europa—just last week, NASA and the European Space Agency announced a joint mission proposal for a new Europa lander.

This is particularly good news for the folks at Stone Aerospace, who have spent the last few years developing ARTEMIS, an autonomous submarine that is pioneering the technology that they hope will one day be used to explore Europa’s ocean. In 2015, ARTEMIS was given its first field test off the coast of Antarctica and the results of these test runs were presented at NASA’s astrobiology conference last week. By all accounts, the mission was a huge success.

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„Es gibt bessere Orte in der Welt, nach der Sharia zu leben, als Europa“

Wolfgang Schäuble. – (c) APA/AFP/STEFFI LOOS
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble übt heftige Kritik am türkischen Präsidenten Erdogan. Er wirft ihm vor, Konflikte aus der Türkei nach Deutschland getragen zu haben.

Die Presse.com

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen, Konflikte aus dessen Land nach Deutschland getragen zu haben. „Das ist schon ziemlich ärgerlich, was der Mann macht“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend bei einer Veranstaltung von Deutschlandfunk und „Neuer Zürcher Zeitung“ in Berlin.

Grundsätzlich müsse man den Menschen aus muslimisch geprägten Ländern sagen, dass sie in Deutschland willkommen seien. Man müsse ihnen aber auch klarmachen, dass sie die Lebensweise und alle Grundwerte akzeptieren müssten. „Wenn Ihnen das nicht passt, (…) dann habt Ihr eine falsche Entscheidung getroffen“, sagte er an diese Menschen gerichtet. „Es gibt bessere Orte in der Welt, nach der Sharia zu leben, als Europa.“

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Saharastaub wirbelt Bakterien und Pilze nach Europa

Ein Wettersatellit zeigte den Saharastaub, der im Sommer 2014 bis nach Süddeutschland vorgedrungen ist Quelle: dpa
Im Jahr 2014 schaufelten Wüstenstürme über Nordafrika riesige Mengen Saharastaub nach Europa. Jetzt wurde die zentimeterbreite rote Staubschicht genau untersucht. Die Erkenntnisse sind unerfreulich.

DIE WELT

Auf Mallorca fiel Schlammregen. In Deutschland bangten viele Autofahrer um den Lack ihrer Fahrzeuge. Und für Menschen mit Stauballergie waren es böse Tage: Im Februar und April 2014 schaufelten Wüstenstürme Unmengen an Saharastaub über mehr als 2500 Kilometer bis nach Mitteleuropa.

Betroffen waren vor allem die Alpen, wo sich der Staub in besonders großer Konzentration in Höhen zwischen 2000 und 3000 Metern sammelte und den Schnee einfärbte. Allein Österreich wurde nach Schätzungen von Meteorologen mit zwei Millionen Tonnen Staub eingepudert.

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Bankgewinne durch Steuerflucht

Bild: heise.de/tp
Oxfam hat die Finanzflüsse von 20 europäischen Großbanken untersucht, die angeblich hohe Gewinne in europäischen Steueroasen machen

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Eigentlich ist es nicht mehr verwunderlich, wenn nach den großen Firmen wie Apple, Starbucks, Fiat und anderen, nun auch bekannt wurde, dass die Banken wohl die gleichen Steuerschlupflöcher nutzen, um Gewinne zu machen oder zu maximieren. Auch sie verschieben offenbar zur Steueroptimierung Gewinne im großen Stil in Steueroasen, um Steuern zu umgehen. Das legt jedenfalls eine Untersuchung der Entwicklungsorganisation Oxfam nahe. Luxemburg sticht in Europa besonders hervor, wo der Steuerdumper Jean-Claude Juncker für die Schaffung der Schlupflöcher mitverantwortlich war. So ist kaum verwunderlich, wenn Brüssel nur zaghaft versucht, die Steuerparadies in Europa zu beseitigen.

Die Entwicklungsorganisation hat gemeinsam mit dem von ihr ins Leben gerufene Netzwerk „Fair Finance Guide International“ einmal die Finanzflüsse von den 20 größten europäischen Banken unter die Lupe genommen. Die Studie hat den vielsagenden Titel „Opening the vaults“ (Die Tresore öffnen) soll aufzeigen, wie „die größten europäischen Banken die Steuerparadiese nutzen“.

Der Inhalt hat es in sich, obwohl nur die offiziellen Zahlen der Banken ausgewertet wurden. Dass die Banken ihre Zahlen nicht immer wahrheitsgemäß angeben oder weit auslegen, ist aus den letzten Jahren bekannt, wo es in einigen Ländern sogar Strafverfahren gibt, weil sich angebliche Gewinne bisweilen in Milliardenverluste verwandelt haben und diverse Banken zu Rettungsfällen wurden. Verlassen kann man sich oft auch nicht auf die Zahlen derer, die mit der Prüfung der Bilanzen betraut sind, hat sich auch sehr deutlich gezeigt (Das Geschäft mit Bankenrettungen.

Das sei vorangestellt, weil Oxfam nur Daten ausgewertet hat, die die großen „Banken nach den Transparenzregeln“ nun liefern müssen. „Zu der offiziellen länderbezogenen Berichterstattung sind sie nach der Finanzkrise verpflichtet worden“, erklärt der Oxfam-Sprecher Nikolai Link gegenüber Telepolis. Aus diesen Daten sei die „diese Studie destilliert“ worden, fügt er an. Die europäischen Banken müssen nun über Gewinne und Steuerzahlungen in allen Ländern Auskunft geben, in denen sie aktiv sind (Country-by-Country Reporting).

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Ist Europa erloschen?

An meinem fünfzehnten Geburtstag war es, im Sommer 2005 in Nord-Marokko, als ich zufällig an eine Reihe kurzer Online-Artikel über die europäische Aufklärung geriet.

 

Von Kacem El Ghazzali | Richard-Dawkins-Foundation

Was ich las, war ebenso fesselnd wie aufwühlend und markierte den Beginn einer radikalen Veränderung in meinem Leben.

Sehr eindrücklich war die Erkenntnis, dass Europa, heute ein entwickelter und freier Kontinent, bis zum 18. Jahrhundert auf denselben religiösen Pfeilern ruhte wie heute viele muslimische Länder, durchwirkt von religiösem Dogma, Sektierertum und Angriffen auf die Redefreiheit. Es war ermutigend, zu lesen, wie die Philosophen Europas an der vordersten Front des Kampfes für die Freiheit so viel erreicht hatten, obwohl sie, Verfechter von individueller Unabhängigkeit, intellektueller Offenheit und von Austilgung religiöser Unterdrückung, doch so wenige waren. Einsame Stimmen, ohne Unterstützung im Volk, unter Verfolgung leidend, im Exil lebend; verwandt vielen Säkularisten und Intellektuellen in der heutigen muslimischen Welt.

Dieses Europa mit seiner Literatur, seiner Philosophie, seinem revolutionären Erbe war ein Quell der Inspiration. Ich war ein junger Marokkaner mit einer komplizierten Geschichte der religiösen Erziehung, mit vierzehn Jahren genötigt, die Schule zu verlassen und eine salafistische Madrasa (Schule für islamische Wissenschaften) zu besuchen, aber die Werke der Intellektuellen der Aufklärung zu lesen wirkte als Katalysator meiner eigenen, persönlichen Aufklärung.

Die Ansichten Spinozas über Religion als organisiertes Dogma, der Mut Voltaires angesichts religiöser Verfolgung oder Diderots Glaube an die Bedeutung von Wissenschaft und Vernunft treffen speziell auf die gegenwärtigen Herausforderungen in der islamischen Welt zu.

Um eine solche Faszination innerhalb der islamischen Welt von der europäischen Aufklärung zu verstehen, sollten wir uns der historischen Kontexte beider Kulturen bewusst sein.

Heute kennt man in Frankreich, Deutschland und England keine religiöse Verfolgung mehr. Niemand, der seine Meinung äußert, seine Religion ausübt, wie er es für richtig hält oder der gar nicht erst einer Religion anhängt, muss ein Nachspiel befürchten.

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Erdogan: Türken in Europa sollen fünf Kinder kriegen

Bild: Magazin „The Economist“
Im eskalierenden Streit mit Europa hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine dort lebenden Landsleute aufgefordert, ihren Einfluss auszuweiten und mehr Kinder zu zeugen.

Frankfurter Rundschau

„Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas“, sagte Erdogan im westtürkischen Eskisehir. Innenminister Süleyman Soylu drohte der EU, Tausende Flüchtlinge über die Grenze zu schicken. Morgen jährt sich der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei zum ersten Mal. In knapp einem Monat stimmen die Türken über die Einführung des von Erdogan angestrebten Präsidialsystems ab.

Cavusoglu warnt vor „Religionskriegen“ in Europa

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu glaubt an baldige „Religionskriege“ in Europa.Foto: Elyxandro Cegarra/AP/dpa
Nach der Wahl in den Niederlanden kündigt der türkische Außenminister weitere Schritte an. Europa werde schon lernen, wie man mit der Türkei umzugehen habe, droht er.

DER TAGESSPIEGEL

Nach den Parlamentswahlen in den Niederlanden hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu vor einem Glaubenskrieg in Europa gewarnt. „Ihr führt Europa einem Abgrund entgegen“, sagte Cavusoglu im südtürkischen Antalya nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Donnerstag. „Bald könnten in Europa auch Religionskriege beginnen, und sie werden beginnen“.

Zu den Parlamentswahlen in den Niederlanden sagte er: „Zwischen den Sozialdemokraten und dem Faschisten (Geert) Wilders besteht überhaupt kein Unterschied, alle denken gleich.“ Cavusoglu kündigte zudem weitere Schritte gegen die Niederlande an und sagte: „Wir können uns mit denen nicht befassen, als wären wir Schmarotzer. Der Türke ist nirgendwo ein Schmarotzer.“ Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sind wegen der Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Minister angespannt. Zum Eklat kam es vergangenes Wochenende, als die Niederlande einen Auftritt der türkischen Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya in Rotterdam verhinderte.

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Die Religion ist auf die Weltbühne zurückgekehrt

In Europa entfaltet der Glaube schon lange keine politische Kraft mehr. Der Kontinent hat aus dem Dreißigjährigen Krieg gelernt. Woanders aber herrschen noch Mord und Totschlag im Namen Gottes.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

„Das 21. Jahrhundert wird religiös sein – oder es wird nicht sein.“ Als André Malraux, Schriftstellerphilosoph und Zeitgenosse des General de Gaulle, diesen Satz wagte, stand er quer zum Zeitgeist. Religion war späte Nachricht unaufgeklärter Zeiten – so der Konsensus.

Heute dagegen, von den Kreuzen und Zwiebeltürmen über den Dächern von Moskau bis zu den Gebetshäusern des amerikanischen „Bible Belt“, die jüngst erst – mehr als jedem erinnerlichen Vorgänger – Donald Trump zur Macht verholfen haben, handelt es sich um einen Gemeinplatz.

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Krise: Aufrufe zur Deeskalation prallen an Ankara ab

In der Krise um Wahlkampfauftritte türkischer Minister in Europa zeichnet sich nach dem Eklat in den Niederlanden keine Entspannung ab.

Frankfurter Rundschau

Die Europäische Union und die Nato appellierten an alle Seiten, den Streit nicht weiter anzuheizen – dennoch blieben die Fronten zwischen Ankara und Den Haag verhärtet. Kanzlerin Angela Merkel sicherte den Niederlanden ihre „volle Unterstützung und Solidarität“ zu. Das türkische Außenministerium bestellte zum dritten Mal in drei Tagen den niederländischen Gesandten in Ankara ein.

Radioaktivität: Beinaheunfall in Norwegen

Forschungsreaktor Halden. Bild: FinnWikiNo/ IFE/CC BY-SA-3.0
Die Ursache einer im Januar bekannt gewordenen radioaktiven Wolke über Europa scheint auf kein Interesse zu stoßen

Von Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Ende Januar wurde die Öffentlichkeit mit spärlichen Meldungen über eine radioaktive Wolke informiert. Sie enthalte Jod 131 in geringer Konzentration und verteile sich über ganz Europa, wie Strahlenmessungen in Finnland, dann in Frankreich, Spanien und schließlich auch in Deutschland gezeigt hätten.

Anmerkung Nr. 1: In Deutschland zuletzt.

Die Wolke sei ungefährlich, hieß es, und „mysteriös“, weil ihre Ursache unbekannt blieb. Immerhin schickte das US-Militär ein mit Messinstrumenten ausgestattetes Spezialflugzeug, um der Sache auf den Grund zu gehen. Verrieten die J131-Spuren vielleicht ein nukleares Experiment der Russen, möglicherweise sogar einen Atomtest?

Anmerkung Nr. 2: Die EU-Staaten unternahmen keine erkennbaren eigenen Anstrengungen, um die Ursache des Phänomens zu erkunden.

Am 3. März veröffentlichte die norwegische NGO Bellona einen Bericht über einen Störfall im Forschungsreaktor Halden nahe der Grenze zu Schweden. Er ereignete sich bereits am 24. Oktober 2016, wurde von einer Handvoll englischsprachiger Medien gemeldet und alsbald wieder vergessen.

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Der Aufstieg des Islam

Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Islam ist nicht das Fremde, sondern Teil der spätantiken Mittelmeerwelt, aus der auch das heutige Europa hervorgegangen ist, konstatiert der Kieler Islamwissenschaftler Lutz Berger in seinem Buch „Die Entstehung des Islam. Die ersten hundert Jahre“. Darin widerspricht er der These, der Islam sei per se eine kriegerische Religion. Stattdessen seien Muslime stark geworden, weil ihre Gegner schwach waren.

Von Jan Kuhlmann | Deutschlandfunk

Über den Islam wird in Deutschland und anderswo heftig diskutiert. Doch von der Art und Weise, wie das allzu oft geschieht, hält der Islamwissenschaftler Lutz Berger wenig. Für ihn gibt es zu viel Schwarz und Weiß in der Debatte – was bei ihm heißt: zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren.

„Viele sogenannte Islamkritiker meinen, dass alles Denken und Tun der Muslime bereits in einem wörtlich zu verstehenden Koran vorgezeichnet sei und sehen im Propheten Mohammed einen direkten Wegbereiter heutiger militanter Bewegungen. Konservativ-traditionalistische Muslime argumentieren ganz anders, aber oftmals genauso unhistorisch, und zeichnen von der Frühzeit des Islam das idealisierte Porträt eines Zeitalters der Glückseligkeit, von dessen Errungenschaften wir Heutigen alles lernen könnten, was wir brauchen, um die Probleme der Gegenwart zu lösen.“

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EU-Südstaaten-Gipfel: EU-Südstaaten fordern stärkeres Europa

François Hollande: Europa muss Trump antworten. Foto: dpa
François Hollande: Europa muss Trump antworten. Foto: dpa
In Lissabon werden „neue Visionen“ für die Zukunft Europas gesucht. Beim Gipfel der EU-Südstaaten spielt Trump eine Hauptrolle. Frankreichs Präsident Hollande spricht Klartext.

Frankfurter Rundschau

Die EU-Südstaaten haben vor dem Hintergrund von Krisen und Problemen weltweit ein «stärkeres und vereinteres Europa» gefordert. «In diesen Zeiten von so vielen Ungewissheiten weltweit ist es unerlässlich, dass wir eine stärkere und vereintere Europäische Union haben», sagte der gastgebende portugiesische Ministerpräsident António Costa am Samstag zum Abschluss des zweiten Gipfeltreffens der sieben Länder in Lissabon. Die EU müsse für die Werte der Demokratie und des freien Handels eintreten.

Rund viereinhalb Monate nach dem ersten Gipfel in Athen standen in Lissabon erneut die Themen Flüchtlinge, Sicherheit sowie Wirtschaft und Wachstum im Mittelpunkt der Gespräche. Die Regierungs- und Staatschefs aus Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien, Zypern und Malta wollten ihre Standpunkte untereinander abstimmen, «neue Visionen» und konkrete gemeinsame Vorschläge «für eine bessere Zukunft für Europa» erarbeiten.

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Kauder schließt EU-Strafzölle gegen USA nicht kategorisch aus

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Unions-Fraktionschef Volker Kauder findet Strafzölle „den falschen Weg“, kann sie sich für Produkte aus den USA aber vorstellen, falls Donald Trump seine Drohungen gegen europäische Autokonzerne wahrmachen sollte.

Von Robert Birnbaum | DER TAGESSPIEGEL

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) schließt Strafzölle der Europäischen Union als letztes Mittel gegen US-Handelsbeschränkungen nicht aus: „Europa muss sich einig sein, Donald Trump davon abzubringen, den freien Welthandel einzuschränken“, sagte Kauder dem Tagesspiegel.

Er setze dabei auf ein ernsthaftes Gespräch mit dem US-Präsidenten, weil gegenseitige Drohungen in der Regel nicht weiterführten. „Wir werden unsere Gesprächspartner in den USA daran erinnern, dass Autos in Amerika nicht billiger, sondern teurer werden, wenn der US-Präsident die Zölle erhöht“, sagte Kauder. „Aber natürlich könnte theoretisch auch Europa höhere Zölle erheben. Das wäre aber der falsche Weg.“

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Die EU und Polen: Die Ohnmächtigen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.Foto: picture alliance / dpa
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.Foto: picture alliance / dpa
Europa muss tatenlos zusehen, wie der Rechtsstaat in Polen ausgehöhlt wird. Es fehlt an abgestuften Sanktionen – noch.

Von Albrecht Meier | DER TAGESSPIEGEL

Als EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im vergangenen September in Straßburg seine „Rede zur Lage der Union“ hielt, kündigte er zwar gleich zu Beginn seines Vortrags vollmundig eine „ehrliche Diagnose“ zum schlechten Zustand der Europäischen Union an. Aber auf einen entscheidenden Punkt, der die schlimme Lage im Inneren der EU verdeutlicht, kam Juncker in seinen Ausführungen gar nicht zu sprechen: die besorgniserregenden Manöver, mit denen die nationalkonservative Regierung in Polen die Justiz und die Medien unter ihre Kontrolle zu bringen versucht.

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Franziskus sieht bei neuen Populisten Parallelen zu Hitler

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat angesichts der Krisenzeiten in Europa vor Populismus und Abschottung gewarnt. Ängste und Sorgen führten Menschen dazu, nach Heilsbringer zu suchen, „die uns unsere Identität wiedergeben“. Das sei auch 1933 in Deutschland geschehen.

Frankfurter Allgemeine

Mit Blick auf den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump ruft Franziskus die Welt zur Besonnenheit auf. Niemand sollte „sich erschrecken oder sich freuen über etwas, was passieren könnte“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in einem Interview der spanischen Zeitung „El País. „Man wird sehen, was er tut, dann werde ich mir meine Meinung bilden.“, sagte Franziskus. Was Sie bis jetzt gehört haben, bereitet Ihnen keine Sorgen?, wurde der Papst gefragt. Die Antwort: „Ich warte ab. Gott hat doch bei all meinen Sünden so lange auf mich gewartet.“ Das Interview wurde am Freitag geführt – während der Amtseinführung Trumps.

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Die EU kann gewählte Regierungen stürzen

 Brüssel ist mächtig Quelle: picture alliance / Daniel Kalker
Brüssel ist mächtig Quelle: picture alliance / Daniel Kalker
In Europa verschiebt sich etwas. Brüssel regiert mit. Seine Auflagen können nationale Regierungen zur Abdankung zwingen. Wahlen werden so immer unbedeutender. Mahnendes Beispiel ist Italien.

Von Thomas Schmid | DIE WELT

Gerät „das Volk“ derzeit in Europa außer Rand und Band? Was man rechts für den beginnenden Siegeszug einer neuen Volkssouveränität hält, bereitet links und in der Mitte Sorgen. Warum konnte ein Unberechenbarer wie Donald Trump Präsident der USA werden?

Wie kam es, dass viele Briten vor und nach dem Referendum über den EU-Austritt derart die Fassung verloren und ihr Heil in der britischen Größe von einst suchen?

Und was lief in Frankreich schief, dass ausgerechnet im Land der universalistischen Französischen Revolution die Nationalprotektionistin Marine Le Pen keine schlechte Chance hat, Staatspräsidentin zu werden?

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Vatikan-Diplomat: Zunehmend antichristliche Stimmung

Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri - RV
Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri – RV
Vatikan-Diplomat Antoine Camilleri ortet eine zunehmend „antichristlichen Stimmung“ auch in Europa: „Unter der Maske von ‚political correctnes‘ werden der christliche Glaube und die christliche Moral als feindlich angesehen“, sagte er bei einer OSZE-Konferenz zur „Bekämpfung von Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen“ am Mittwoch in Wien.

Radio Vatikan

Der Vatikan hatte Camilleris Statement erst am Donnerstag veröffentlicht. Demnach warnte der Vatikan-Vertreter vor einer zunehmend „antichristlichen Stimmung“ auch in Europa. Der Fokus der Sorge um die Zukunft der Christen liege derzeit stark auf dem Nahen Osten, zugleich dürfe man jedoch auch vor beunruhigenden Entwicklungen in Europa nicht die Augen verschließen.

Nicht nur im Nahen Osten, auch im Raum der OSZE-Staaten verschärfe sich die Situation für Christen, so Camilleri: „Vorsätzliche Zerstörung von Kirchen, Vandalismus gegen religiöse Symbole – Kreuze, Statuen-, sakraler Diebstahl und Missbrauch von dem, was Christen heilig ist“. Noch beunruhigender sei aber, dass es eine „antichristliche Stimmung“ gebe. Unter dem Vorwand der Toleranz und Nichtdiskriminierung werde Religionsfreiheit eingeschränkt. Dies sei – wie es Papst Franziskus definiert habe, eine „gebildete Form der Verfolgung von Christen, eine mit weißen Handschuhen“. Sie konkretisiere sich in der Form von Antidiskriminierungsgesetzen, die das Prinzip der Religionsfreiheit abstreiten würden.

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Babylon: Was 2700 Jahre alte Keilschriften über die Zukunft verraten

Themenbild
Themenbild: NASA
Ein Tag hat 24 Stunden – doch in der Zukunft gilt das nicht mehr. Wissenschaftler haben eine Studie zur sich verlangsamenden Rotation der Erde geschrieben – und stützen ihre These auf Tonscherben der Babylonier.

Von Axel Bojanowski | SpON Wissenschaft

Es sei faszinierend, sagt der Geophysiker Duncan Agnew von der University of California in San Diego. „Da haben einige Leute vor 2500 Jahren Zeichen in Ton geritzt, und heute schreiben Kollegen darüber eine Studie zur Rotation der Erde“.

Die Tonscherben gingen verloren, erst im 19. Jahrhundert haben Archäologen sie im Irak ausgegraben. Die Babylonier haben auf ihnen in Keilschrift den Stand der Sonne notiert. „Erstaunlich, dass es diese Informationen gibt“, sagte Agnew dem Magazin „Live Science“.

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Europas letzte Hexe: Warum die „höllische Nell“ ins Gefängnis musste

Bild: helenduncan.org.uk
Bild: helenduncan.org.uk
Sie beschwor die Geister von Toten – und wurde als Hochstaplerin entlarvt. Helen Duncan war die letzte Frau, die in Europa 1944 wegen Hexerei inhaftiert wurde. Die Schottin machte sogar Geheimdienstler nervös.

SpON

Winston Churchill schäumte vor Wut. Das Schreiben an seinen Innenminister am 3. April 1944 enthielt weder Anrede noch Gruß und war mit hellroter Tinte unterzeichnet: „Was hat dieser Prozess den Staat gekostet?“, fragte der britische Premier und befahl: „Schicken Sie mir einen Bericht, warum sich ein moderner Gerichtshof auf das Hexerei-Gesetz von 1735 berufen konnte.“

Der „veraltete Blödsinn“, der Churchill derart in Rage versetzte, war eines der absurdesten Gerichtsverfahren des 20. Jahrhunderts: Am 3. April 1944 wurde die Schottin Helen Duncan wegen Hexerei zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ort des Prozesses: Old Bailey, der Zentrale Strafgerichtshof in London.

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