Südostasien: drei große Einwanderungswellen

Forscher bei der Ausgrabung prähistorischer Toter in Vietnam. Ihre DNA half bei der Rekonstruktion der Frühgschichte Südostasiens. © Lorna Tilley/ Australian National University
Von Migrationen geprägt: Südostasien hat in seiner Frühgeschichte drei große Einwanderungswellen erlebt, wie DNA-Vergleiche enthüllen. Im Gegensatz zu Europa vermischten sich die Gene dieser prähistorischen Immigranten aber nur zum Teil – das spiegelt sich bis heute im genetischen Erbe der Menschen wider, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Die Migrationen könnten aber auch erklären, warum in Südostasien heute zwei große Sprachfamilien vertreten sind.

scinexx

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Migrationen: Sowohl Europa als auch Nordamerika erlebten bereits in der Frühgeschichte mehrfache Einwanderungswellen, die bis heute Spuren in Erbgut und Kultur der Bevölkerung hinterlassen haben.

Rätselfall Südostasien

Für Südostasien jedoch ist die Besiedlungsgeschichte bisher nur in Teilen geklärt. So zeugen prähistorische Handabdrücke auf Sulawesi davon, dass der Homo sapiens seit mindestens 40.000 Jahren in dieser Region lebte. Australien dagegen scheint der moderne Mensch sogar schon vor rund 65.000 Jahren erreicht zu haben. Doch wie die Geschichte weiterging und woher beispielsweise die ersten Bauern kamen, war strittig. Auch der Ursprung der Sprachen in dieser Region blieb offen.

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Sieben Millionen Tote pro Jahr: Neun von zehn Menschen atmen verpestete Luft

Ulan Bator: Auch in der Hauptstadt der Mongolei leiden die Menschen unter Smog. Bild: AFP
Milliarden Menschen auf der Welt leben in dreckiger Luft, Millionen sterben an den Folgen: Am schlimmsten ist die Lage in den Megastädten der Entwicklungsländer.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Durch das Einatmen dreckiger Luft sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund sieben Millionen Menschen pro Jahr. Die Regierungen müssten entschlossener gegen die tödliche Verschmutzung ankämpfen, forderte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Seinen Angaben zufolge atmen neun von zehn Menschen weltweit Luft ein, die eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen aufweist.

Die verdreckte Luft gefährde alle Menschen, die Ärmsten seien aber besonders bedroht, betonte Tedros. Etwa 90 Prozent aller Todesfälle durch Schmutzluft seien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verzeichnen. Asien und Afrika seien die Brennpunkte der Krise. „In vielen Megastädten der Welt liegt die Schadstoffbelastung fünf Mal so hoch wie von der WHO empfohlen“, sagte Maria Meira, WHO-Direktorin für öffentliche Gesundheit. In Ländern mit hohen Einkommen – Europa, Vereinigte Staaten und Kanada, Australien und Neuseeland – sei die Luft am besten.

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Klimawandel verschärft Dürren in Europa

Vertrocknete Böden könnten in Europa künftig immer häufiger zum Problem werden. © Delpixars/ istock
Trockene Aussichten: Der Klimawandel wird das Problem der Dürren in Europa künftig weiter verschärfen. Modellberechnungen zeigen: Extremereignisse wie die Hitzewelle im Sommer 2003 könnten auf unserem Kontinent zum Normalfall werden, wenn sich die Erde um drei Grad Celsius erwärmt. Die von Dürre betroffenen Gebiete würden sich dann auf das Doppelte vergrößern und die Anzahl der Dürremonate deutlich steigen. Besonders gravierend wäre der Effekt im Mittelmeerraum.

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In den letzten Jahren ist es in Europa immer wieder zu extremen Hitzewellen und Dürren gekommen – zuletzt noch im Frühsommer vergangenen Jahres. Im Juni 2017 war es in weiten Teilen Europas teilweise bis zu sieben Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die Hitze reichte damit an die Rekordwerte des Sommers 2003 heran und übertraf sie in einigen Regionen sogar.

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Europa exportiert illegal Elektroschrott

Europa exportiert seinen Elektroschrott per Frachter nach Nigeria – illegal. © lady-photo / iStock
Giftiger Exportschlager: Europa verschifft jedes Jahr 60.000 Tonnen an Elektrogeräten nach Nigeria – ein Viertel davon ist Schrott. Der Großteil des illegalen Frachtguts kommt in gebrauchten Autos in den Häfen an, wie Forscher nun berichten. Ganz oben auf der Schmuggelliste stehen kaputte Fernseher und Kühlschränke, die meistens falsch oder einfach gar nicht deklariert sind. Für die Schrotthändler ergeben sich daraus jedoch keine Konsequenzen.

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Ob kaputte Handys, Flachbildschirme oder Kühlschränke: Wir produzieren weltweit gewaltige Mengen an elektronischem Abfall – und die Schrottflut nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2016 warf jeder Deutsche 22,8 Kilogramm Elektroschrott in den Müll, womit wir weit über dem weltweiten Durchschnitt von sechs Kilogramm liegen. Eigentlich sind die EU-Vorschriften für die Entsorgung klar: E-Schrott muss gesondert gesammelt, fachgerecht entsorgt und darf nicht exportiert werden. Aber halten sich alle an die Vorschriften?

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Gläubig durch die Jahrtausende

Bernhard Maier
Die Ordnung des Himmels
Verlag: C.H.Beck, Müchen 2018
ISBN: 9783406720123| Preis: 29,95 €

Europa hat einen säkularen Weg beschritten, stellt damit aber eine historische Ausnahme dar, wie dieses Buch verdeutlicht.

Von Christian Hellmann | Spektrum.de

Lebensratgeber warnen häufig davor, das Thema Religion in Smalltalks anzusprechen. Zu groß sei die Gefahr, in ein Fettnäpfchen zu treten – entweder, weil die eigene Unwissenheit angesichts der komplexen Materie offenbar werde, oder mangelndes Taktgefühl gegenüber religiösen Gefühlen zum Eklat führe, oder das Gespräch zur hitzigen politischen Debatte entgleise.

In der Tat ist Religion im säkularisierten Europa ein schwieriges Thema. Spätestens seit der Aufklärung steht die religiöse Gedankenwelt im Konflikt mit philosophischer Vernunft und materialistischer Naturwissenschaft. Aber die Globalisierung hat diese alten Gräben wieder vertieft, indem sie erneut religiöse Fragen in die europäische Lebenswelt einbrachte, die sowohl den privaten, gesellschaftlichen als auch politischen Bereich betreffen. In diesem Umfeld sind orientierende Werke wie das des Tübinger Religionswissenschaftlers Bernhard Meier hoch willkommen.

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Rabbiner Pinchas Goldschmidt: „Antisemitismus ist Problem der Integration“

Tausende Franzosen haben am Mittwoch nach dem Mord an einer Holocaust-Überlebenden in Paris gegen Antisemitismus protestiert. Bild: Reuters
Die Debatte über Antisemitismus in Europa ist neu entbrannt. Im Interview spricht der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz über religiösen Radikalismus – und Wege zur Lösung des Problems.

Von Carolin Wollschied | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Herr Goldschmidt, in Paris wurde zuletzt eine Holocaust-Überlebende ermordet, in Berlin werden jüdische Kinder in Schulen gemobbt. Müssen Juden in Europa wieder Angst haben?

Das Jahr 2017 war ziemlich ruhig und wir hofften, dass es 2018 noch besser werden würde. Leider gab es dieses Jahr in Frankreich aber bereits zwei religiös motivierte Attentate: die Geiselnahme in einem Supermarkt in Südfrankreich und die Ermordung einer Holocaust-Überlebenden in Paris. Auch wenn die europäische Kommunikation zum Austausch von Informationen über Verdächtige und Terroristen besser geworden ist, bleibt das Problem von Einzeltätern bestehen. Viele radikalisieren sich, ohne dass es jemand mitbekommt. Das ist sehr problematisch für die generelle Sicherheit und die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in Europa.

Gibt es einen „eingewanderten“ Antisemitismus?

Das Problem existiert nicht nur bei Einwanderern, sondern auch bei der zweiten Generation, die schon in Europa geboren und aufgewachsen ist. Es ist ein Problem der Integration, ein Problem von jenen Migrantenfamilien, die sich nur schwer mit europäischen Werten und dem Pluralismus identifizieren.

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Brüchiger Flüchtlingsdeal lockt Migranten nach Europa

Im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland: Flüchtlinge, die es auf eine ägäische Insel geschafft haben, kommen auch weiter nach Mitteleuropa Quelle: dpa/ANA-MPA/Nikos Arvanitidis
Asylsuchende gelangen auf dem Seeweg wieder nach Europa, weil Griechenland seinen Teil des EU-Abkommens mit der Türkei nicht einhält. Jetzt hat sich Ankara beschwert. In dem Land leben mittlerweile 3,8 Millionen Flüchtlinge.

Von Manuel Bewarder, Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Die Idee klang gut: Damit Migranten aus der Türkei nicht so leicht Richtung Norden nach Österreich, Deutschland oder Schweden weiterziehen, sollten sie in Unterkünften auf den griechischen Inseln bleiben, dort, wo sie zuvor mit Booten angekommen waren. Diese Regelung gehört zum Kern des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei, das sich am 18. März zum zweiten Mal jährt.

Aber während sich die Türken weitgehend an die Vereinbarung halten und härter gegen Schleuser vorgehen, gerät Griechenland immer mehr unter Verdacht, das Abkommen zu torpedieren. Nach Informationen von WELT AM SONNTAG kritisieren Beamte in Berlin und Brüssel konkret, dass die griechische Regierung zuletzt zu viele Asylsuchende von den Inseln auf das griechische Festland gebracht habe.

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Bodensee: Der Mikroplastik schwimmt mit

Klein, aber nicht fein: Kleinst-Plastikteilchen kommen heute in vielen Duschmitteln oder Zahnpasten zur Anwendung und landen schliesslich im Wasser. (CRISTINA PEDRAZZINI/SCIENCE PHOT (SCIENCE PHOTO LIBRARY SPL))
Dass Meere mit Plastik vermüllt sind, weiss man. Aber auch bei uns gibt es immer mehr Mikroplastik im Wasser. ­Welche ­Auswirkungen diese Kleinstteile auf den menschlichen Organismus haben, ist kaum erforscht. Der Thurgau sieht keine Gefahr.

Von Christof Lampart | TAGBLATT

Plastik ist überall. Es gibt wohl kaum ­einen Haushalt auf dieser Welt, der ohne den Kunststoff auskommt. Auch im Thurgau nicht. Dementsprechend gross ist die Menge an Plastik, die regelmässig nicht rezykliert, sondern einfach sinnlos weggeworfen wird. So weit, so schlecht. Doch was passiert, wenn sogenannter Mikroplastik in den Natur- und Nahrungskreislauf gelangt?

Kunststoff kann Krankheiten auslösen

Unbestritten ist, dass Kunststoffe im Wasser nichts zu suchen haben, denn die Mikroplastik-Partikel können Gifte, Chemikalien oder Krankheitserreger enthalten, welche sich, wenn sie sich der Mensch durch Essen und Trinken einverleibt, in den menschlichen Zellen und somit auch in den Organen ablagern und somit schädliche Langzeitwirkungen für Individuen haben könnten. Allerdings ist die konkrete medizinische Forschung in diesem Bereich noch nicht sehr weit. Aufhorchen liess jedoch eine im Herbst 2017 veröffentlichte internationale Studie der Rechercheplattform Orbmedia. Diese ergab, dass 83 Prozent der getesteten Leitungswasserproben von unterschiedlichen Ländern von Mikroplastikpartikeln verseucht waren. Dabei führte Orbmedia in folgenden sieben Weltregionen die Untersuchungen durch: in den USA, Ecuador, Europa, dem Libanon, Uganda, Indien und Indonesien. Die Proben aus den USA waren mit 94 Prozent am meisten verunreinigt. Auf Platz zwei und drei landeten die Tests aus dem Libanon und aus Indien. Die Proben aus Europa waren am wenigsten «verseucht»; trotzdem waren auch hier 74 Prozent aller Proben mit Plastikpartikeln verunreinigt. Die durchschnittliche Anzahl an Kunststofffasern, die in jeder 500-Milliliter-Probe gefunden wurde, reichte von 4,8 in den USA bis 1,9 in Europa.

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Islam-Experte fordert notfalls Inobhutnahme von Kindern aus IS-Familien

Der Osnabrücker Islamwissenschaftler Michael Kiefer sieht einen Zugang zu radikalisierten Familien über ihr Umfeld Quelle: pa/dpa/Universität Osnabrück
IS-Kämpfer sollen derzeit zunehmend Frauen und Kinder aus Syrien nach Europa schicken. Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer fordert eine engmaschige Betreuung. Notfalls müssten Kinder aus Familien genommen werden.

DIE WELT

Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer rät Jugendämtern und Familiengerichten dazu, radikalisierte Rückkehrerfamilien aus Syrien zu überprüfen und notfalls die Kinder zumindest vorübergehend herauszunehmen. „Wenn Rückkehrer an der gewaltverherrlichenden Ideologie des sogenannten Islamischen Staates festhalten, dann könnten Inobhutnahme der Kinder und Sorgerechtsentzug durchaus die richtige Maßnahme sein“, sagte Kiefer.

Ebenso sollten die Behörden auch mit den Familien umgehen, die sich in Deutschland radikalisiert hätten. Die gesetzlichen Möglichkeiten seien mit dem „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“, dem Paragrafen 8a des Sozialgesetzbuches, „ganz hervorragend“, sagte der Dozent vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück.

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Wie kann sich der Rechtsstaat auf IS-Kriegsheimkehrer vorbereiten?

Bild: nationalreview.com
Mit dem Ende des IS-Kalifats kommt auf Staaten weltweit eine grosse Verantwortung zu. Was lässt sich tun?

Neue Zürcher Zeitung

Aus aller Welt zogen radikalisierte Menschen in die IS-Gebiete, um für die Terrororganisation zu kämpfen. Jetzt, da die letzten Hochburgen gefallen und die letzten Regionen zurzeit befreit werden, stellt sich die Frage, was tun, mit jenen Kämpfern die sich ergeben oder die über verworrene Wege wieder in ihre Heimatländer zurückfinden?

«Das Absurde dabei ist, dass die gescheiterten Jihadisten nun ausgerechnet in jenen Gesellschaften auf den besten Schutz hoffen können, die sie so abgrundtief hassen: den westlichen Rechtsstaaten», analysiert Auslandredaktor Christian Weisflog die Lage. «Während sie im Irak oder in Syrien mit Folter oder Hinrichtung rechnen müssen, droht ihnen in Europa im schlimmsten Fall eine lange Haftstrafe.»

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François Jullien: „Es gibt keine kulturelle Identität“

François Jullien hält die Vorstellung von „Identität“ mit Blick auf Kulturen für einen grundsätzlichen Denkfehler. (imago/allOver; Suhrkamp)
Ist Europa christlich geprägt? Oder aber laizistisch? Beides! Sowohl Christentum als auch die Aufklärung seien europäische „Ressourcen“, sagt der französische Philosoph François Jullien. Mit seiner Denkfigur der „kulturellen Ressource“ wendet er sich gegen reaktionäre Fantasien.

Von Catherine Newmark | Deutschlandfunk Kultur

Von der Angst vor der Globalisierung als Triebkraft für den Aufstieg von Nationalismus und Rechtspopulismus in Europa und den USA ist in letzter Zeit viel die Rede gewesen. Von wirtschaftlichen Abstiegsängsten ebenso wie der Sorge, eigener kultureller Traditionen durch die Migrationsbewegungen verlustig zu gehen – als Motor für die immer lauter werdenden Forderungen nach einer Rückkehr zu geschlosseneren, homogeneren Gesellschaften, zu „unseren“ eigenen Traditionen und „Werten“ oder zu einer auf Abstammung beruhenden nationalen und kulturellen Identität.

Eine interessante Kritik am Kulturkampf hat nun der renommierte französische Philosoph und Sinologe François Jullien formuliert. „Es gibt keine kulturelle Identität“ stellt sein Essay bereits im Titel mit aller Deutlichkeit klar. Die philosophische Argumentation, mit der er diese Behauptung untermauert, ist begrifflich einigermaßen anspruchsvoll, aber sehr überzeugend.

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Der Atheismus gehört auch zu Deutschland

Die atheistische Bedrohung

„Der Atheismus gehört auch zu Deutschland“. Wie kommt man auf die Idee, einen derartigen Satz in die Welt zu setzen? Zwar weiß niemand genau, wie viele Menschen in Deutschland leben, die nicht an Gott glauben (Atheisten und Agnostiker). Aber mehr als Muslime sind es auf jeden Fall. Und der Islam gehört doch – jedenfalls laut Wolfgang Schäuble, Christian Wulff und Angela Merkel (und deren Trabanten) – auch zu Deutschland. Trotzdem habe ich den Satz bezüglich des Atheismus noch nie gehört oder gelesen. Das veranlasst mich zu der Frage, was es eigentlich bedeutet, dass dieses oder jenes „zu Deutschland gehört“?

Von Rainer Grell | Achgut.com

Sir Christopher Clark, der sympathische australische Professor, der perfekt Deutsch spricht und in Cambridge (UK) neuere europäische Geschichte lehrt, hat kürzlich in einem „Welt“- Interview gesagt: „Selbstverständlich gehört der Islam zu Europa! … Es ist eine unwiderlegbare historische Tatsache, dass der Islam Teil der europäischen Geschichte ist. … Man sieht es in der wunderschönen Hauptstadt Sarajewo mit ihren Hunderten Moscheen und Minaretten, dass der Islam bis heute zu Europa gehört.“

Ja, klar. In diesem Sinne gehören Hitler, Himmler, Goebbels und all die anderen Naziverbrecher auch zu Deutschland, denn sie haben die deutsche und europäische Geschichte bis heute geprägt, wie ein Blick auf die politische Landkarte zeigt. Ich zum Beispiel bin in Rummelsburg, einer Kreisstadt in Pommern geboren, die heute Miastko heißt und Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat (Landkreis) Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pomorskie (einer der 16 obersten Verwaltungsbezirke) ist. Aufgewachsen bin ich im Dorf Treblin, der heutigen Landgemeinde Trzebielino.

In diesem Sinne gehört vieles zu Deutschland und Europa, ganz so wie Shakespeare es Hamlet formulieren lässt: “There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.“ (In der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel: „Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.“) Die Frage ist nur, was damit ausgesagt werden soll.

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Unfruchtbarer Papst beklagt dramatische Unfruchtbarkeit Europas

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat die niedrige Geburtenrate in Europa angeprangert.

ZEIT ONLINE

Europa leide unter einer „dramatischen Unfruchtbarkeit“, sagte der Papst am Samstag im Vatikan bei einem von der Bischofskonferenz veranstalteten Diskussionsforum zur Zukunft Europas. In Europa würden „wenig Kinder gezeugt“, und es gebe zu viele Abtreibungen, beklagte er. Den Grund dafür sieht der Papst auch in um sich greifender Zukunftsangst.

Mit Geld für die Flüchtlingsaufnahme kann man globale Armut bekämpfen

Themenbild.Bild:connistefanski/FB
Der Philosoph Nida-Rümelin (SPD) hat sich kritisch zur europäischen Flüchtlingspolitik geäußert: Die „planlose Migrationspolitik“ der Europäer führe dazu, dass Regionen in Ostafrika und Europa durch die Abwanderung vieler junger Menschen verödeten.

kath.net

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin (SPD) hat sich kritisch zur europäischen Flüchtlingspolitik geäußert. Dies berichtet idea. Nida-Rümelin meinte gegenüber der „Welt“, dass das Geld, das für die Flüchtlingsaufnahme nötig sei, man dafür nutzen könnte, um globale Armut zu bekämpfen. Laut dem Bericht sind weltweit 720 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Die UN habe 2008 geschätzt, dass etwa 25 Milliarden Euro jährlich ausreichten, um den „Hunger auf der Welt auszurotten“.

Schätzungen ökonomischer Experten zufolge liegen die Kosten in Europa, um einen Flüchtling langfristig zu integrieren, bei etwa 250.000 Euro: „Bei einer Million Zugewanderten sind das 250 Milliarden. Mit 350 Milliarden könnte nach wissenschaftlichen Schätzungen sogar die extreme Armut weltweit abgeschafft werden.“

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Evolution : „Der Mensch als solcher wird zwangsläufig verschwinden“

Auch der Homo sapiens entwickelt sich weiter. © Mads Perch/Getty Images, Montage ZEIT ONLINE
Seit Jahrmillionen entwickelt sich Leben auf der Erde. Kreucht es andernorts auch? Ein Gespräch über irdische Evolution – und das Ende der Menschheit

Von Alina Schadwinkel | ZEIT ONLINE

Die Evolution kennt kein Halten. Seit mehr als vier Milliarden Jahren gibt es auf der Erde Leben und von der ersten Sekunde an hat es sich rasant entwickelt – darauf deuten Fossilienfunde bislang hin. Von plumpen Einzellern ging es über Bakterien und Viren zu größeren Organismen, zu Pflanzen und noch komplizierteren Lebewesen wie Tier und Mensch. Da stellen sich unseren Lesern die Fragen: Wieso kam es überhaupt zu dieser Entwicklung? Woher hat die Evolution ihre Motivation? Und wenn es auf der Erde möglich war, muss es dann nicht irgendwo anders im Universum weitere Lebensformen geben? Mit Forschern haben wir im Liveblog Antworten auf diese Fragen gesucht.

Die junge Erde – sie war völlig anders als der blaue Planet, den wir heute kennen. Es seien extreme Zeiten mit hohen Temperaturen gewesen, die die Entwicklung von Leben begünstigt hätten, erklärte die Biologin Anna Müllner. Sie ist eine von drei Bloggerinnen der Wissenschaftsplattform SciLogs, die sich am zweiten Tag unserer Serie Die großen Fragen an die Wissenschaft gestellt hat. Auch die Zoologin Bettina Wurche und die Planetenforscherin Ludmila Carone haben versucht, Antworten auf die Fragen unserer Leser zu finden.

Charles Darwins Theorien haben bis heute Bestand

Müllner führte zu Beginn der Diskussion weiter aus: „Die Teilchen, aus denen wir bestehen, sind sehr komplex und die Begebenheiten damals haben beschleunigt, dass diese Komplexität bestehen konnte – einfach weil alles so hoch herging“. Es sei ein bisschen, als wäre unsere Erde damals in der Pubertät gewesen. „Da sind ja auch Jugendliche gerne sehr kreativ.“

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Wie Europa die Eroberung der Welt gelang

Mit nur 3000 Soldaten, davon 800 Briten, besiegte Robert Clive 1757 bei Plassey das Heer des Nawabs von Bengalen Quelle: picture-alliance / Mary Evans Pi
Obwohl Europa um 1500 noch Entwicklungsland war, eroberte es die Welt. Der Grund dafür war seine „Schießpulvertechnologie“, sagt der Ökonom Philip Hoffman und legt eine verblüffende Gleichung vor.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Antworten auf die Frage, warum ausgerechnet die überschaubare, zerklüftete Halbinsel am westlichen Rand Eurasiens mit Namen Europa um 1900 herum gut vier Fünftel der Erde beherrschte, füllen ganze Bibliotheken. Skrupellosigkeit, Aggressivität, Entdeckermut, Sendungsbewusstsein, Gier, Technologie, irgendeine Form von Überlegenheit oder einfach Zufälle wurden ins Feld geführt. Mithilfe einer einfachen Formel legt der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Philip T. Hoffman in seinem neuen Buch „Wie Europa die Welt eroberte“ eine neue Lösung vor: Europa war militärisch einfach allen anderen Mächten überlegen.

Der Professor für Business Economics and History am California Institute of Technology hat dafür ein sogenanntes Turniermodell entwickelt. Das soll erklären, warum im Europa der Frühen Neuzeit, also ab etwa dem 15. Jahrhundert, im Grunde ein permanenter Kriegszustand herrschte. Historiker sprechen mittlerweile von einer Epoche der „Staatsgründungskriege“, dessen größter der Dreißigjährige Krieg war. Darin entstanden die Strukturen, die den modernen Staat formten.

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Warum eine Scharia-Scheidung in Europa gelten sollte

Vor dem Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg wird über die Anerkennung einer Scharia-Scheidung verhandelt.FOTO: DPA
Bisher wurden Scheidungen nach Scharia-Recht in Europa akzeptiert, wenn der Einzelfall das hergab. Dass sich das jetzt ändern soll, wäre falsch.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Dass Frau und Mann dieselben Rechte haben sollten, hat sich, wie bekannt ist, leider noch nicht überall herumgesprochen. Jetzt sendet der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine starke Botschaft. Scheidungen nach islamischem Recht sollen in EU-Ländern nicht mehr länger anerkannt werden. Die Scharia diskriminiere Frauen, schreibt der EuGH-Generalanwalt in seinem Votum für ein aus Deutschland stammendes Verfahren.

In den meisten Fällen folgen die Richter dem Urteilsvorschlag ihres Kollegen. Hier sollten sie es nicht tun. Das Votum ist ein Beispiel dafür, wie ein Gutmeinender das Gegenteil von dem schafft, was er im Sinn hat. Es wäre zu begrüßen, wenn sich der Rest der Welt das Eherecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Vorbild nähme. Aber die Realität sieht anders aus.

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Missbrauchsstudie: „Zölibat ein begünstigender Faktor“

Australische Wissenschaftler haben eine Studie über die Ursachen sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche veröffentlicht. Darin habe man umfassend untersucht, ob es Gründe für sexuellen Missbrauch gibt, die im Gesamtsystem der katholischen Kirche weltweit begründet sind – also „systemische Ursachen“, heißt es in der von der RMIT University in Melbourne veröffentlichten Mitteilung.

Radio Vatikan

Zwei Gründe für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche sehen die beiden Autoren Peter Wilkinson und Desmond Cahil im Zölibat und der großen Zahl der von der Kirche betriebenen Waisenhäuser. „Kinder (…) in Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen sind einem Risiko ausgesetzt, wenn psychosexuell unreife und/oder sexuell benachteiligte zölibatär Lebende, einschließlich Priester und Ordensleute, zu ihnen Zugang haben“, heißt es in dem Bericht. Zudem weisen die Autoren auf eine niedrigere Zahl von Missbrauchsfällen in den katholischen Ostkirchen hin, in denen Priester heiraten dürfen.

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IS-Einheit trainiert Terroristen für Anschläge in Europa

Bild: nationalreview.com
Ein in Syrien gefangener Kämpfer des Islamischen Staates hat berichtet, dass eine geheim operierende Einheit des IS Anschläge in Europa koordiniere. Die Ausbildung zum Attentäter dauere sieben Monate.

DIE WELT

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterhält in Syrien eine Ausbildungseinheit für Attentäter, die Anschläge in Europa ausführen sollen. Das will die britische „Sunday Times“ unter Berufung auf einen in Syrien gefangenen IS-Kämpfer aus Europa erfahren haben. Gleichzeitig sei die Einheit für die Koordinierung von Anschlägen durch IS-Sympathisanten zuständig, die per Internet in Europa rekrutiert werden. Unter den Absolventen des Terrortrainings sollen auch IS-Kämpfer aus Deutschland sein.

Die geheim operierende Einheit soll demnach allen Ankömmlingen aus Europa im IS-Gebiet eine Ausbildung zum Attentäter anbieten. Das sieben Monate lange Training umfasse Bombenbau, extreme körperliche Belastungstests und ideologische Schulungen. Die Einheit sei noch immer aktiv. Noch im Februar 2017 sei eine Schleuserroute über die Türkei nach Europa offen gewesen.

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Europa ist überaltert und braucht Einwanderung

Demografie © Georgie Pauwels @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach Angaben des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ist Europa überaltert und braucht Einwanderer. Deutschland steht hinsichtlich Demografie und Wirtschaft international gut da, besonders Berlin und Leipzig haben aufgeholt.

MiGAZIN

Deutschland hat die Krisen, denen Europa in den vergangenen Jahren ausgesetzt war, einer Studie zufolge recht gut gemeistert und steht demografisch und wirtschaftlich im internationalen Vergleich gut da. Wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zur demografischen Zukunft Europas weiter hervorgeht, ist die Überalterung der europäischen Bevölkerung eine der größten Herausforderungen des Kontinents. Dieser Zustand werde dazu führen, dass Sozialleistungen schwieriger zu finanzieren sein werden, warnen die Wissenschaftler. Eine Chance, dem entgegenzuwirken, bestehe in der Einwanderung aus Nicht-EU- und außereuropäischen Ländern.

Für die Studie „Europas demografische Zukunft. Wie sich die Regionen nach einem Jahrzehnt der Krise entwickeln“ haben die Wissenschaftler des Berlin-Instituts 290 europäische Regionen analysiert. Dabei zeigt sich den Angaben zufolge, dass der Kontinent demografisch gespalten ist: Im Zentrum, im Norden und im Westen Europas sorgten vergleichsweise hohe Kinderzahlen und Einwanderung auf absehbare Zeit für Bevölkerungswachstum. Vielen Regionen in Süd- und Osteuropa drohten hingegen Bevölkerungsverluste. Erfolgreich integrierte Einwanderer könnten in Zukunft dazu beitragen, die demografischen Herausforderungen abzumildern, betonte Studienautor Stephan Sievert.

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