Der Wahrheitsanspruch beendet jedweden religiösen Frieden

Die zehnte Weltversammlung von „Religions for Peace“ im süddeutschen Lindau war mit Vertretern aus 125 Ländern bunt und vielsprachig. Die strikte Absage an jede Form von Gewalt war aber zu leise, meint Christoph Strack.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Religionen haben Konjunktur. Mit ihnen kann man sogar Wahlkampf führen und Stimmungen prägen. Donald Trump bezeichnete sich gerade als von Gott persönlich auserwählten US-Präsidenten. Gut 84 Prozent der Weltbevölkerung sind religiös. 

Religion ist oft auch politisch. Und längst gibt es einen Kampf um die Deutungshoheit sowie ein Ringen um die politische Dominanz im Bereich der Religion, auch um die religiöse Dominanz im Bereich der Politik. Es sind oft konservativste (und auch finanzstarke) Evangelikale und Freikirchler, die in Brasilien den Umwelt-Schänder Bolsonaro ins Amt puschten oder gelegentlich für Trump beten. Ihnen allen ist auch dieser so konservative wie revolutionäre Papst Franziskus aus dem Süden ein Dorn im Auge.

Parallele Konferenz in Sri Lanka

Und auf ganz anderer Bühne ist da immer auch noch der saudische Wahhabismus, der Fundamentalismen füttert. Und parallel auf Dialog setzt. Zeitgleich zum Lindauer Welttreffen der Religionsvertreter tagte in Sri Lanka eine Konferenz zu Frieden, Harmonie und Koexistenz, in deren Mittelpunkt der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Mohammad Alissa, stand.

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Umstrittene Evangelikale im Wedding: Wie sich die „Universalkirche“ in Berlin einkaufen will

Hinter dem „Hilfszentrum“ im Wedding steckt die „Universalkirche des Königreichs Gottes“.Doris Spiekermann-Klaas

Gegen den Willen der Stadt möchte die „Universalkirche des Königreichs Gottes“ eine bekannte Immobilie übernehmen. Ein alter Vertrag könnte sie stoppen.

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Sonntag braucht Pastor Ulices Vidal keine elf Minuten, um in seinem Gottesdienst auf das Geld zu sprechen zu kommen. Er fragt, ob alle Anwesenden den gelben Umschlag griffbereit haben, in dem sie gleich ihre Scheine nach vorn bringen sollen. Zehn Prozent von allem, was sie seit dem letzten Mal eingenommen haben. Die zehn Prozent seien „Pflicht, also nicht freiwillig“. Gott verlange es so.

Optisch würde Pastor Vidal mit der blauen Krawatte und weißem Hemd gut hinter den Schalter einer Bankfiliale passen. Minutenlang predigt er über die Notwendigkeit des Geldgebens, nennt es einen Akt der Treue gegenüber Gott, vergleichbar mit einer Ehe, in der man von seinem Partner doch ebenfalls Treue erwarte.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, stellt Ulices Vidal noch einmal klar, dass die Spenden der zehn Prozent aber bitte nicht zu verwechseln sind mit jenen Geldspenden, die später noch als zusätzliche „Opfergaben“ eingesammelt werden. Für die Opfergaben sind dann die weißen Briefumschläge vorgesehen.

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Trumps Waffe, die Religionsfreiheit

Im Weißen Haus traf Donald Trump vor wenigen Tagen Menschen, die wegen ihrer Religion verfolgt werden. In der Vergangenheit aber machte er selbst häufig Stimmung gegen Muslime. (Foto: AFP)
  • In dieser Woche konferierten mehr als 1000 Staatenvertreter im Washingtoner State Department zum Thema Religionsfreiheit.
  • Es war die weltweit größte Konferenz dieser Art.
  • Trumps Regierung hat das Thema schon seit Längerem für sich entdeckt und nutzt es in der Außen- wie Innenpolitik.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche Zeitung

Die Bibel liegt im Büro von US-Außenminister Mike Pompeo offen und griffbereit. Mit deutlichen Gebrauchspuren, wie ein Reporter der New York Times bemerkt, der Gelegenheit hatte, Pompeo dort zu treffen. Diverse Textstellen seien markiert gewesen. Pompeo ist ein zutiefst religiöser Mensch. Einer der sagt, dass er es „als Christ durchaus für möglich hält„, dass Gott es war, der seinen Chef Donald Trump zur Erde gesandt hat, um Israel vor Iran zu schützen.

Als Christ hat es sich Pompeo und mit ihm die gesamte Trump-Regierung zudem zur Aufgabe gemacht, die Religionsfreiheit weltweit zu schützen. In dieser Woche konferierten deshalb mehr als 1000 Staatenvertreter im State Department zu diesem Thema. Es war die weltweit größte Konferenz dieser Art.

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Evangelikale Privatschulen: Wo Gottes Wort weiterhin Pflicht ist

Ein Kreuz in einer Sekundarschule im Kanton St. Gallen. Evangelikale Privatschulen sind weniger zurückhaltend mit ihren Botschaften. (Bild: Dominic Steinmann / NZZ)

Im 19. Jahrhundert entreisst der liberale Staat die Volksschule den Kirchen und macht sie zum Instrument der Integration. Katholiken und Reformierte gründen daraufhin eigene Schulen. Heute dominieren Evangelikale die religiöse Szene.

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Die Gretchenfrage ist unvermeidbar: Wie hält es Ihre Privatschule mit der Sexualität? Eric Flurys Antworten bleiben vage. Die Eltern nähmen an Weiterbildungen teil, damit sie die sexuelle Entwicklung ihrer Kinder besser verstehen und sie in der Identitätsfindung begleiten könnten. Und die Homosexualität? Die Schule befasse sich nun mit dem Sexualunterricht und werde die Sichtweise definieren. Auf jeden Fall werde die Freiheit der Jugendlichen respektiert, ihre sexuelle Orientierung zu bestimmen, schiebt Flury nach.

Flury ist Leiter der Schulkooperative, einer christlichen, bibelfundierten Privatschule in Biel und Thun mit über hundert Schülerinnen und Schülern. Sie ist vom Kanton Bern anerkannt. Flury, der an einer Dissertation zur evangelischen Lehrerbildungsgeschichte arbeitet, lebt offensichtlich für seine Schule. Er berichtet von der engagierten Zusammenarbeit der Lehrerinnen mit den Eltern, von Theateranlässen, die von einigen hundert Jugendlichen der Volksschule besucht werden, von Sozialeinsätzen der Schüler «bei Leuten mit Migrationshintergrund». Die öffentliche Schule spreche über Religion, sagt Flury, die Schulkooperative aber praktiziere den Glauben. Das Gebet ist Teil des Unterrichts.

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Evangelikale: Befehlsempfänger Gottes

Bild: wdr.de

Evangelikale Christen nehmen die Bibel wörtlich. Ihre teilweise christlich fundamentalistischen Vorstellungen versuchen sie in Kirche und Politik durchzusetzen. Einige Evangelikale sind Bundestagsabgeordnete der CDU, aber besonders attraktiv ist für viele die AfD.

Von Michael Weisfeld | WDR

Mit der Bibel kämpfen sie gegen die „Ehe für alle“, verlangen Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue sowieso. Ihr Verhältnis zur Amtskirche ist ambivalent, sie kritisieren die „Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)“, arbeiten aber auch mit ihr zusammen. Ihren Glauben leben sie teils innerhalb, teils außerhalb der EKD in Freikirchen. Politisch stehen viele Evangelikale den Rechtspopulisten nahe – etwa der Arbeitsgemeinschaft „Christen in der AfD“.

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Massenfestnahme bei Gottesdienst in Südafrika: Kircheninterner Streit mit Folgen

Symbolbild: Kirche in Südafrika © N.N. (Pixabay)

In Südafrika ist es bei einem Gottesdienst am Wochenende zu einer Massenverhaftung gekommen. Dabei wurden mindestens 23 Menschen festgenommen und zahlreiche Waffen sichergestellt, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte.

DOMRADIO.DE

Offenbar streiten die Anhänger der betreffenden evangelikalen Freikirche darüber, wer der legitime Anführer der Gruppierung ist. Medienberichten vom Montag zufolge brach beim Gottesdienst der International Pentecostal Holiness Church (IPHC) in der östlichen Provinz Limpopo am Wochenende Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen aus. Zwei Besucher mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. „Während der Festnahme konnten wir über 20 Benzinbomben, ein Messer und vier Speere sicherstellen“, so ein Sprecher der Polizei. Die Verhafteten seien zwischen 14 und 23 Jahre alt. Sie sollen nun vor Gericht erscheinen.

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Brasiliens Frauen-Ministerin sorgt für Aufruhr: „Jungs ziehen sich blau an, Mädchen rosa“

Brasília: Nur wenige Minuten im Amt und schon den ersten Skandal provoziert: Brasiliens neue Familienministerin sorgt mit einer umstrittenen Äußerung für Empörung.

RP ONLINE

„Jungs ziehen sich blau an, Mädchen rosa“: Mit dieser Äußerung hat Brasiliens neue Ministerin für Frauen, Familien und Menschenrechte, Damares Alves, in sozialen Netzwerken eine Flut empörter wie humorvoller Reaktionen ausgelöst. In einem Video, das sich am Freitag rasend schnell im Internet verbreitete, ist die Ministerin zu sehen, wie sie am Rande ihrer Amtseinführung begeistert sagt: „Achtung, Achtung. Es ist eine neue Ära in Brasilien: Die Jungs ziehen sich blau an und die Mädchen rosa“.

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Brasilien: Ein katholisches Land soll evangelikal werden

Brasilien steht am Scheideweg: Politisch links oder rechts? © Leo Correa (dpa)

„Gott wird das Schicksal dieses Volkes zum Besseren lenken“: Seinen Wahlsieg verdankt Jair Bolsonaro nicht zuletzt den Pfingstkirchen. Sie wollen das katholisch geprägte Brasilien nun mithilfe ihres Günstlings grundlegend umgestalten.

DOMRADIO.DE

Der erste Auftritt des neu gewählten brasilianischen Präsidenten galt Ende Oktober der Pfingstkirche „Vitoria em Cristo“ (Sieg mit Christus) in Rio de Janeiro. „Gott wird das Schicksal dieses Volkes zum Besseren lenken. Armut, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Korruption – all diese Erscheinungen der Hölle, weg mit euch, im Namen Jesu!“ Mit diesen Worten sprang Pastor Silas Malafaia wie ein Teufelsaustreiber neben Jair Messias Bolsonaro hin und her.

Seinen Wahlsieg hat der Ex-Fallschirmjäger Bolsonaro evangelikalen Gruppen wie dieser zu verdanken. Unter Katholiken, mit 60 Prozent die Mehrheit in Brasilien, lag sein linker Widersacher Fernando Haddad gleichauf. Die Pfingstkirchen repräsentieren nur 30 Prozent, sind aber politisch aktiver. Ihre Anhänger trommelten leidenschaftlich gegen die „korrupte Linke“ – und für den „Messias“.

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Bolsonaro und die evangelikalen Pfingstkirchen – Gott über alles?

Jair Bolsonaro, der künftige Präsident Brasiliens und selbsternannter Messias (picture alliance / Photoshot)

Anfang Januar übernimmt Jair Bolsonaro das Amt des brasilianischen Präsidenten. Er fiel im Wahlkampf mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf. Zu seinen Unterstützern gehören evangelikale Christen in Brasilien. Sie gewinnen zunehmend an Einfluss.

Von Anne Herberg | Deutschlandfunk

Brasilien gehört Jesus, dem Herrn. Gott segnet den Präsidenten von Brasilien – Jair Messias Bolsonaro!“

Gleich der erste Auftritt von Jair Bolsonaro nach der Wahl hatte es in sich. Brasiliens zukünftiger Präsident ließ sich ganz im Sinne seines zweiten Vornamens – Mesias feiern – und wählte für die Show die evangelikale Pfingstkirche „Vitoria em Cristo“ – schließlich präsentiert niemand ein Wahlprogramm so überzeugend wie der dortige Prediger Silas Malafaia.

„Gott wird das Schicksal dieses Volkes verändern: Die Misere, die Gewalt, die Arbeitslosigkeit, die Korruption, das Elend – im Namen von Jesus Christus, treibe diese Gesandten der Hölle aus Brasilien hinaus!“

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Trump befreit Arbeitgeber von Versicherungspflicht für Pille

Picture: Tiffany Trump/Facebook

Mit einer neuen Regelung will US-Präsident Donald Trump Arbeitgebern ermöglichen, ihren weiblichen Angestellten den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln im Rahmen ihrer Krankenversicherung zu verweigern.

DOMRADIO.DE

Laut Medienberichten (Freitag) soll der Versicherungsschutz für Verhütungsmittel Ausnahmen aus religiösen und moralischen Gründen erlauben. Bislang sind die meisten Unternehmen verpflichtet, kostenlose Empfängnisverhütung mitzuversichern.

Regelung soll in zwei Monaten in Kraft treten

Die katholische Kirche, Evangelikale und konservative Gruppen fordern seit langem, die bisherige Praxis zu ändern. Die Ankündigung löste dagegen heftige Proteste von Frauen- und Bürgerrechtlern aus. In Kalifornien und Pennsylvania gibt es Klagen gegen das Vorhaben.

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Was Donald Trump mit der Haltung der US-Amerikaner zu Sekten zu tun hat

Nach dem Massensuizid der Jim-Jones-Sekte lagen die Leichen zu Hunderten auf dem Gelände. Bild: keystone

Die USA präsentieren sich dem Rest der Welt gern als Musterdemokratie mit unbegrenzten Möglichkeiten. Doch kratzt man an der glitzernden Fassade, ist der Lack rasch ab. Durchleuchtet man das politische Konzept oder die religiöse Landschaft, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Hugo Stamm | watson.ch

In diesem Blog geht es zwar primär um Glaubensfragen, doch ein kurzer Seitenblick auf das Politsystem verdeutlicht, wie die USA auch in Religionsfragen ticken. Erstens ist das Wahlsystem antiquiert und einer Demokratie nicht würdig. Zweitens sind die Bundesrichter auf Lebzeiten gewählt – ein Unding erster Güte. Und drittens kommt ihnen eine immense politische Macht zu, wie die bevorstehende Wahl von Brett Kavanaugh zeigt.

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Peru: Fans von Fußball-Klub prügeln Sekte aus ihrem Stadion

Evangelikale Christen wollten sich das Stadion von Alianza Lima aneignen, mit Schlägen wurden sie vertrieben.

kurier.at

Für einen Fußball-Fan ist es eine grobe Strafe, die Heimspiele seines Klubs vorübergehend nicht im eigenen Stadion erleben zu dürfen. Noch schlimmer ist der Gedanke daran, dass einem die geliebte Heimstätte komplett weggenommen wird. Das drohte nun den Anhängern des peruanischen Klub Alianza Lima.

Im Estadio Alejandro Villanueva bestreitet der 23-fache peruanische Meister seit 1974 seine Heimpartien. Nun versuchte eine Gruppe der Sekte Evangelikale, sich gewaltsam das Stadion anzueignen.

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Über „Angstprediger“ und christliche Rechtspopulisten

Cover: Verlag Droemer

Selbst Bischof Felix Genn wird mitunter im Netz heftig angegriffen, mit dem absurden Vorwurf, er würde linke Positionen tolerieren oder verbreiten. Kritik von rechts am Bischof von Münster oder weiteren Amtsbrüdern wie Kardinal Reinhard Marx oder dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist kein Einzelfall, ebenso ein Fremdeln mit dem Kurs von Papst Franziskus bis hin zu Häme und offener Feindseligkeit.

Kirche+Leben

In den sozialen Medien, in den Kommentarspalten des Internets und auf eigenen Blogs sind rechte Christen sehr aktiv: Sie lehnen den angeblichen „Gender-Wahn“ ab, warnen vor einer Islamisierung des Abendlandes und tadeln eine vorgebliche Anpassung an den Zeitgeist. In der rechtspopulistischen Partei AfD finden sie häufig ihre politische Heimat.

„Über Netzwerke gut organisiert“

Rechte Christen, Evangelikale ebenso wie Katholiken, seien über verschiedene Netzwerke gut organisiert, stellt die Publizistin und Juristin Liane Bednarz in ihrem Werk „Die Angstprediger“ fest. Sie verstünden es, auch auf Politiker und die Kirchen Druck auszuüben. Der Buchtitel „Die Angstprediger“ klingt reißerisch, doch Bednarz liefert einen seriösen, guten Einblick in das christliche Milieu. Die Aufzählung ist längst nicht vollständig, sie kann es beim begrenzten Umfang des Buches auch nicht sein.

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Pfingstkirche in Rio de Janeiro schlägt sich wegen Jesus-Graffitis mit Polizei

Tumult mit der Polizei in Rio de Janeiro: Mindestens zwölf Anhänger einer evangelikalen Kirche sind laut Medienberichten in der Nacht zum Donnerstag verletzt worden. Grund: ein Jesus-Graffiti.

DOMRADIO.DE

Die Polizei bezichtigte die Gruppe, in einem öffentlichen Park Graffiti mit Jesus-Botschaften an Wände gesprüht zu haben. Daraufhin kam es auf einer Polizeiwache im Stadtteil Copacabana zu Auseinandersetzungen zwischen den Evangelikalen und der Polizei, die Schlagstöcke einsetzte.

Verurteilung wegen religiöser Intoleranz

Die Graffiti mit der Botschaft „Bibel Ja. Verfassung Nein. Jesus kommt im Jahr 2070 zurück“ finden sich bereits an mehreren Orten des gesamten Stadtgebietes. Dafür verantwortlich sind Mitglieder der „Pfingstkirche Generation Jesus Christus“ aus Rio. Die Donnerstagnacht aufgegriffene Gruppe verneinte jedoch, für die Graffiti in dem Park in Copacabana verantwortlich zu sein. Nach dem Tumult wurden zwölf Verletzten in einem Krankenhaus behandelt. Die Polizei kündigte eine interne Untersuchung des Vorfalls an.

Die „Pfingstkirche Generation Jesus Christus“ war bereits im vergangenen August aufgefallen. Damals führten sie in Copacabana einen Protestmarsch gegen den Islam durch, wobei sie Moslems als „Mörder“, „Pädophile“ und „Terroristen“ beschimpften. Daraufhin wurde Tupirani da Hora Lores, der die Kirche 1999 gegründet hatte, wegen religiöser Intoleranz verurteilt.

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USA: Von Evangelikalen und Ex-Vangelikalen

Tony Perkins und Donald Trump auf dem von Evangelikalen organisierten „Values Voters Summit“ (AFP / Brendan Smialowski)

Donald Trump stellt Amerikas Evangelikale auf eine harte Probe: Er soll seine Frau mit einem Porno-Star betrogen haben. Ehebruch gilt zwar als schwere Sünde, aber die Mehrheit der konservativen Christen hält zu ihm. Eine Minderheit distanziert sich und fragt sich, wo die Bibeltreue bleibt.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

Neulich in einem Strip-Club in Las Vegas: Der Ansager kündigt die Attraktion des Abends an. Der Laden ist voll.

„Stormy Daniels brings her ‚Making America Horny Again‘ tour to the trophy club for a one-night performance this Saturday.“

Sie heißt Stormy Daniels und war mal eine der populärsten Porno-Darstellerinnen Amerikas. Inzwischen arbeitet die 38-Jährige als Regisseurin in der Branche. Doch wirklich berühmt ist sie erst seit Kurzem. Weniger für die eine Nacht im Sommer 2006 mit Donald Trump in einem Hotel in Nevada. Sondern dafür, dass sie – im Präsidentschaftswahlkampf 2016 – einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge – für ihr Schweigen von Trumps Anwalt 130.000 Dollar erhielt.

Ein „Mulligan“ für Ehebrecher

Die Transaktion wurde so gut wie möglich verschleiert. So ist bis heute nicht bekannt, aus welchen Quellen das Geld stammt. Aber es gibt einen Verdacht, weshalb der Vorgang so intensiv kaschiert wurde – mit Pseudonymen und Briefkastenfirmen. Sollte der Betrag aus einem Wahlkampffonds gekommen sein, wäre das illegal gewesen.

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Seit Trump wollen viele Amerikaner nicht mehr evangelikal sein

Picture: Tiffany Trump/Facebook

Der Wahlsieg von Donald Trump hat die Evangelikalen in den USA gespalten. Während die konservative Mehrheit dem Präsidenten vieles nachsieht, lehnen vor allem schwarze und Latino-Evangelikale ihn strikt ab.

Von Konrad Ege | domradio.de

Das „Fuller Theological Seminary“ im kalifornischen Pasadena ist eine einflussreiche evangelikale Einrichtung in den USA. Wer hier studiert, soll die Welt verändern. Doch Fuller-Präsident Mark Labberton hat in seinem Buch „Still Evangelical?“ („Noch evangelikal?“), erschienen Ende Januar, eine ernüchternde Bilanz gezogen: Das evangelikale Christentum sei bei der Präsidentschaftswahl auseinandergebrochen, schreibt Labberton. Damit bringt er die jüngsten Entwicklungen in den USA auf den Punkt. Dort ist eine Debatte darüber entbrannt, wie politisch die Bezeichnung „evangelikal“ eigentlich ist.

Trumps Wahlsieg markiert die Wende

Evangelikale Christen, genauer: weiße evangelikale Christen, stehen mehrheitlich aufseiten von US-Präsident Donald Trump. Seine Hetze gegen Fremde ändert nichts an dem Zuspruch, den er bei ihnen findet – obwohl man Fremde laut Bibel schützen soll. Nun denken einige Theologen und Pastoren öffentlich darüber nach, ob sie sich selbst noch als „evangelikal“ betrachten wollen. Oder ob der Begriff als Selbstbezeichnung ausgedient habe.

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Trumps Jerusalem-Entscheid nährt Hoffnung auf den Weltuntergang

Foto: afp photo / saul loeb Evangelikale wie Vizepräsident Mike Pence sind erfreut über die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch Donald Trump. Pence gilt als jener Politiker in den USA, dem die Evangelikalen besonders vertrauen.

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist in den USA auch für Evangelikale wie Vizepräsident Mike Pence zentral

Von Manuel Escher | derStandard.at

Sie zählen zur treuesten Basis des US-Präsidenten, und sie hoffen auf Krieg: Viele aus der Millionen Wähler zählenden Subkultur der US-Evangelikalen sehen in der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch Donald Trump die Erfüllung einer biblischen Prophezeiung. Immerhin haben sie in unzähligen Stunden des privaten Religionsunterrichts seit Jugendtagen gelernt, was es bedeutet, wenn Juden und Christen wieder alleinige Kontrolle über den Tempelberg haben: Dann, so glauben sie, könne der Wiederaufbau des historischen Tempels beginnen, der in ihrer Lesart der biblischen Johannes-Offenbarung – der Apokalypse – die Rückkehr des Messias und den Endkampf zwischen Gut und Böse in Gang setzt. Dieses aus ihrer Sicht freudige Ereignis erhoffen sich 22 Prozent der Amerikaner innerhalb der eigenen Lebenszeit.

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„Die Kirche muss die Chance nutzen, mit diesen Mitgliedern(AfD) ins Gespräch zu kommen“

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Autor Wolfgang Thielmann fordert mehr Dialog zwischen Christen und der AfD

EKD

In den Augen der Kirchen basiert vieles an der Programmatik der AfD auf einem Menschenbild, das nicht mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren ist. Die Rechtskonservativen selbst geben sich als Hüter des christlichen Abendlands, liegen mit den großen Kirchen aber so über Kreuz, dass es bereits von Vertretern Aufrufe zum Kirchenaustritt gab. Die Positionen scheinen verhärtet. Dennoch sollten beide Seiten miteinander reden, fordert der langjährige Journalist und Pastor Wolfgang Thielmann, der kürzlich ein Buch zum Thema veröffentlich hat. Mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) sprach Thielmann über einen möglichen Umgang der Kirchen mit der AfD und die Frage, warum es überhaupt Christen gibt, die Populisten wählen.

Spitzenpersonal der AfD hat in der Vergangenheit Positionen und Personal der Kirchen scharf angegriffen. Sie fordern in Ihrem Buch, dass beide Seiten stärker miteinander reden. Warum sollte die Kirche den Dialog mit dieser Partei suchen?

Wolfgang Thielmann: Mir ist bewusst, dass die Auseinandersetzung mit der AfD schwierig ist. Es gibt dieses Strategiepapier, in dem es heißt, dass es der AfD mehr auf Provokation als auf Argumente ankommt. Trotzdem muss man gerade in der Kirche die Auseinandersetzung mit Argumenten suchen. Mein Ausgangspunkt für das Buch war die Aussage des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki, dass diese Alternative kein Mensch brauche. Mein Gedanke damals war: So können wir uns damit nicht auseinandersetzen. Ich kann nicht pauschal eine Partei verurteilen, sondern muss mir die Mühe machen, herauszuarbeiten, warum und wo sie gegen grundlegende Prinzipien, von denen wir als Christen überzeugt sind, verstößt. Und im kritischen Gespräch muss ich bereit sein, meine eigene Position infrage stellen zu lassen und zu überdenken. Ich fand es gut, dass der Kirchentag die Auseinandersetzung mit der AfD geführt hat.

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Vatikan: Kritik an ultrakonservativen US-Katholiken

Headquarter des Konzerns.

Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Schwarzweißmalerei: Der „Osservatore Romano“ macht einem Teil der konservativen US-Katholiken schwere Vorwürfe – und verweist dabei auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Im Vatikan regt sich Kritik an  ultrakonservativen Katholiken im Lager von US-Präsident Donald Trump. Derzeit äußerten sich in den Staaten bisweilen „manche, die sich als Katholiken bezeichnen, in einer Art und Weise, die bis vor kurzem ihrer Tradition noch fremd war und sehr nah an evangelikalen Tönen ist“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der vatikanischen Tageszeitung „Osservatore Romano“ (Freitag). Beide verbinde Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Schwarzweißmalerei und eine apokalyptische Weltsicht. So entwickele sich eine „Ökumene des Hasses“ zwischen evangelikalen und katholischen Fundamentalisten.

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Brasilien: Keine „Kandidaten der Kirche“ mehr!

Machtkampf in Brasilien: Evangelikale bauen ihren Einfluss in den Parlamenten aus. Das Oberste Wahlgericht will nun den politischen Einfluss von Kirchen zurückdrängen.

Von Andreas Behn | evangelisch.de

Noch ist Brasilien das größte katholische Land der Welt. Doch dem letzten Zensus zufolge verstehen sich inzwischen 22 Prozent der Brasilianer als evangelisch, der Löwenanteil unter diesen sind Anhänger von Pfingstkirchen. Im Gegensatz zu Katholiken wählt die große Mehrheit der Evangelikalen entsprechend ihrer religiösen Zugehörigkeit, wie das Meinungsforschungsinstitut Datafolha am Beispiel von Rio de Janeiro ermittelte. Eine Folge davon ist eine konservative Wende in der brasilianischen Gesellschaft, analysiert der Anthropologe Ronaldo Almeida: „Im Bezug auf die Wirtschaft stärkt dies den Diskurs der individualistischen Unternehmerschaft und des Rückzugs des Staates, in der Art: ‚Mach du es selbst, Gott wird dir helfen'“, sagt Almeida in der Zeitschrift „Nexo“. Und auch in moralisch-ethischen Fragen sind konservative Werte im Kommen.

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