Vereinsartige Strukturen begünstigen Missbrauch in evangelischer Kirche

Vereinsartige Strukturen, unreflektierte Vermischung von dienstlichen und privaten Angelegenheiten sowie das Fehlen einer Beschwerdemöglichkeit sind nach Auffassung der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs wesentliche Faktoren, die sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche begünstigen.

evangelisch.de

„In der evangelischen Kirche ist es komplett undurchschaubar, an wen sich Betroffene wenden können“, sagte die EKD-Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt am Samstag bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar zum Thema „Geschlecht, Gesellschaft, Gewalt“. Derzeit seien in evangelischer Kirche und Diakonie rund 600 Fälle von Missbrauch bekannt. Wie hoch die Dunkelziffer sei, wisse man nicht.

„Wir haben kapital versagt und haben den Schutz uns anvertrauter Menschen nicht gewährleistet“, räumte Fehrs ein. Nun sei eine unabhängige Aufarbeitung der Fälle nötig.

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Im Namen der Mutter, der Tochter und der Heiligen Geistin

Bild: zdf
Die Frauen mussten sich ihren Platz in der evangelischen Kirche erst schaffen. Einen Gipfel dieser Entwicklung stellen die Werkstätten zu Feministischer Theologie dar, die sowohl Pfarrerinnen als auch ehrenamtliche Frauen ermutigten, sich zu emanzipieren. Die Pfarrerinnen Ute Knie und Helga Engler-Heidle über den Schmerz der Frauen mit ihrer evangelischen Kirche – und wie sie sich davon befreiten.

Lilith Becker | evangelisch.de

Erste Anregungen für eine Feministische Frauenwerkstatt in der EKHN kamen von Frauen, die in der Akademie Bad Boll die ersten Frauenwerkstätten in der EKD durchgeführt hatten.

Die ersten beiden Werkstätten in der EKHN fanden statt in Trägerschaft der damaligen Gemeindeberatung bzw. der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Gründerinnen waren u.a. Eva Renate Schmidt, Ute Knie, Hella Spitta.

1985 hat das Evangelische Pfarramt für Frauenarbeit in Frankfurt unter der Leitung von Pfarrerin Helga Engler-Heidle die Trägerschaft übernommen.

Kamen am Anfang bis zu 120 Frauen, so sind es in den kommenden Jahren durchschnittlich 80 Teilnehmerinnen in Mauloff im Taunus. Unterschiedliche Berufsgruppen, im Alter von 19 bis 80, unterschiedliche Lebensentwürfe und Bildungsschichten trafen sich für ein Wochenende zur inhaltlichen Fortbildung in feministisch theologischen Themen und zu erfahrungsbezogenen Gruppenarbeiten.

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Theologe: Evangelische Kirche ist zu politisch geworden

Bild: © dpa/Jens Wolf
Deutliche Kritik an der evangelischen Kirche: Der Theologe Jörg Lauster hat den Protestanten eine „starke Politisierung“ sowie eine Wellness-Orientierung vorgeworfen. Die Kirche sei für andere Fragen zuständig.

katholisch.de

Der evangelische Theologe Jörg Lauster hat eine „starke Politisierung“ der evangelischen Kirchen kritisiert. „Wir bekommen von Kirchenoberen vorgeschrieben, wie wir politisch zu wählen haben, dass wir ‚Veggie Days‘ und lauter so Dinge einzuhalten haben“, sagte Lauster am Donnerstag im Deutschlandfunk. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Kirche, den Menschen zu sagen, wie sie sich politisch zu orientieren und ihr Alltagleben zu gestalten hätten. „Das schaffen die Menschen auch ohne uns“, so der Theologe.

Darüber hinaus warf Lauster der Kirche eine Wellness-Orientierung vor: „Man versucht natürlich, um Menschen zu gewinnen, alle möglichen Mittel. Und dann gibt es eine bestimmte Strömung, die auf Wellness, Yoga und all dieses Zeugs aufspringt.“

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Homo-Ehe in Stuttgart: Die Evangelische Kirche bebt

An der Basis der evangelischen Kirche rumort es. Und die Entfremdung in der Gesellschaft von der Institution Kirche schreitet nach dem Verbot der Homo-Ehe noch stärker voran, meint Redakteur Martin Haar.

Von Martin Haar | Stuttgarter Zeitung.de

Im Rückblick werden viele Protestanten den 29. November 2017 als historisches Datum betrachten: An diesem Tag hat die Synode der württembergischen Landeskirche die Öffnung für eine öffentliche Segnung von homosexuellen Paaren verhindert. Der rechte Flügel des Kirchenparlaments, der Gesprächskreis Lebendige Gemeinde, hat durch sein Abstimmungsverhalten die Homo-Ehe blockiert. 33 Synodalen ging ein wohlaustarierter und kluger Kompromissvorschlag des Oberkirchenrates zu weit. Die nötige Zweidrittelmehrheit für eine Öffnung wurde nicht erreicht. Die Blockade brachte der Lebendigen Gemeinde einen Sieg. Doch allmählich wird immer deutlicher: Es war wohl ein Sieg mit großen Verlusten.

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Vorurteile gegenüber Roma in evangelischer Kirche tief verwurzelt

Kirche © Sebastian Rittau @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Auch in der evangelischen Kirche sitzen Vorurteile gegenüber Sinti und Roma teilweise bis heute tief, wie eine Studie darlegt. Sie zeigt auch, dass sich die Kirche in der NS-Zeit an der Minderheit schuldig gemacht hat.

MiGAZIN

Vorurteile gegenüber Sinti und Roma sind einer Studie zufolge auch innerhalb der evangelischen Kirche tief verwurzelt und bis heute kaum aufgearbeitet. Laut einem am Mittwoch auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Berlin vorgestellten Gutachten der Heidelberger Historikerin Verena Meier über „Protestantismus und Antiziganismus“ gibt es zahlreiche Belege kirchlichen Versagens bis in die Gegenwart. Bis heute fehle es an einer systematische Forschung zu diesem Thema, sagte Meier und appellierte an die Kirche, sie müsse aus dem „Erinnerungsschatten“ heraustreten. Auftraggeber der Studie war der Zentralrat der Sinti und Roma.

Zementiert wurden die Vorurteile laut Meier bereits vom Reformator Martin Luther (1483-1546), der die Feindschaft gegen Sinti und Roma theologisch rechtfertigt habe. Die anhaltende Diskriminierung der Minderheit über die Jahrhunderte sei bei den Protestanten deshalb auf Desinteresse gestoßen, oder sie hätten sich aktiv daran beteiligt.

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Homo-Ehe: Katholiken halten sich raus

Der katholische Stadtdekan hält sich aus den Angelegenheiten der evangelischen Kirche raus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
In der evangelischen Kirche ist bezüglich des Streits um die Homo-Ehe offiziell Funkstille ausgebrochen. Bei der katholischen Kirche braucht’s das nicht: Dort sind Segnungen von Schwulen und Lesben so oder so verboten.

Von Martin Haar | Stuttgarter Nachrichten

Die evangelische Kirche versucht die Wogen im Streit um die Homo-Ehe zu glätten. Nach anfänglich harten Debatten und Vorwürfen aus konservativen Kirchenkreisen gegenüber der Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold („Wir brauchen eine Öffnung zur Homo-Ehe, sonst nimmt die Kirche schaden“), ist nun offiziell Funkstille eingetreten. Keiner mag vor einer Diskussionsrunde zum Thema am 24. Juni in Bad Boll für noch größere Unruhe sorgen. Auch Arnolds Vorgänger, Alt-Prälat Ulrich Mack, hält sich daher bewusst zurück. Er sagt lediglich: „Ich äußere mich öffentlich nicht dazu. Das ist guter Usus bei uns.“

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Olympia 1936 und die Denkschrift der Bekennenden Kirche

Olympia 1936 in Berlin. Auch in Zehlendorf gibt es Spuren, etwa mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische...Foto: Imago
Olympia 1936 in Berlin. Auch in Zehlendorf gibt es Spuren, etwa mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische…Foto: Imago
Wo sind Spuren von Olympia 1936 in Zehlendorf zu finden? Gastautor Dirk Jordan hat sich auf die Suche gemacht nach Ereignissen, die im Schatten der Olympischen Spiele auch in Zehlendorf ihren Ausgangspunkt nahmen.

Von Dirk Jordan | DER TAGESSPIEGEL

Seit dem Ende von Olympia 2016 in Rio tritt auch die Erinnerung an die Olympiade vor 80 Jahren in Berlin wieder in den Hintergrund. Zeit noch einmal nach den Spuren in Zehlendorf zu fragen und auf Ereignisse hinzuweisen, die im Schatten der Olympischen Spiele auch in Zehlendorf ihren Ausgangspunkt nahmen.

Der Tagespiegel vom 01.08.2016 erinnerte daran, dass es mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische Wettkampfstätte in Zehlendorf gab.

Bekannt ist auch, dass Hans Pfundtner, der stellvertretende Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele 1936, der als Staatssekretär im Reichsinnenministerium maßgeblich auch an der Erarbeitung der Nürnberger Rassegesetze beteiligt war, in der Dubrowstraße in Schlachtensee wohnte. Aber wie steht es mit OlympiateilnehmerInnen oder sogar SiegerInnen, wohnten welche auch in Zehlendorf? Ich weiß es nicht, vielleicht aber jemand aus der Leserschaft.

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Evangelische Kirche verliert Mitglieder

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Mitgliederzahl der evangelischen Kirche geht weiter zurück. Ende 2015 gehörten rund 22,3 Millionen Menschen den evangelischen Landeskirchen an, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag mitteilte.

evangelisch.de

Das sind rund 360.000 weniger Menschen als im Jahr zuvor. Ausgetreten sind nach Angaben der EKD rund 210.000 Menschen. Damit gehören etwa 27 Prozent der deutschen Bevölkerung einer der 20 Gliedkirchen der EKD an.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich sowohl der Mitgliederschwund als auch die Zahl der Austritte verlangsamt. Im Jahr 2014 hatte die evangelische Kirche 410.000 Menschen verloren, 2015 waren es 360.000.

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Kirche und Politik: Der Glaube handelt, indem er glaubt

Äthiopische christliche Pilger verrichten am Ostersonntag in der Grabeskirche in Jerusalem ihr Gebet. (Bild: Sebastian Scheiner/Reuters)
Ob katholisch oder protestantisch, oft und gern bringt sich die Kirche ein, wenn es um politische und ethische Fragen der Gegenwart geht. Über diesem Aktivismus droht sie die eigene Glaubensbasis zu vergessen.

Von Adrian M. Berger | Neue Zürcher Zeitung

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äusserte kürzlich in einer kirchlichen Zeitschrift sein Unbehagen: Er beobachte eine einseitige Politisierung der evangelischen Kirche, «als gehe es in der evangelischen Kirche primär um Politik, als seien politische Überzeugungen ein festeres Band als der gemeinsame Glaube». Religion müsse, so Schäuble, «um politisch zu sein, erst einmal Religion sein».

Auch in der Schweiz meldet sich die Kirche öffentlich dann zu Wort, wenn es um politische oder ethische Themen geht. Wie soll den Migrationsströmen begegnet werden? Wie steht die Kirche zum Fortpflanzungsmedizingesetz? Was hält die Kirche von Reformen des Eherechts? Von der Kirche und von Kanzeln werden Richtlinien fürs menschliche Zusammenleben oder auch politische Stellungnahmen und Handlungsanweisungen verlautbart.

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Judenmissionarische Gruppen und die evangelische Kirche

Bild. heise.de
Der Konflikt zwischen judenmissionarischen Gruppen und der evangelischen Kirche ist ein Beispiel dafür, wie theologische Nebenwege politischen Zündstoff bergen können.

Von Ulrike Heitmüller|TELEPOLIS

Der Hintergrund für eine christliche Judenmission

Die christlich-heilsgeschichtliche Interpretation der Bibel ordnet das Judentum notwendigerweise dem Christentum unter. Nett gesagt, wäre das Judentum die Wurzel oder Grundlage des Christentums. Etwas böser gesagt, würde das Christentum das Judentum vollenden oder auch ablösen. Die Grundfrage in der Einstellung von Christen gegenüber Juden ist, wie schon geschrieben, Jesus Christus: Ist er der Sohn Gottes, der im Alten Testament verheißene Messias – und infolgedessen: Ist der Glaube an Jesus Christus als Gottes Sohn notwendig zum Heil, also zur Erlösung zum ewigen Leben nach dem Tod?

Das Judenchristentum

Die Auseinandersetzung um das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum hat eine lange Geschichte. Sie liegt im Christentum selbst begründet, weil Jesus Jude war – und die ersten Christen auch.

Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus haben sich Juden ebenso wie „Heiden“ dem christlichen Glauben zugewandt. Unter Judenchristen1 versteht man historisch meist Juden, die sich zu Christus bekannten und an der jüdischen Struktur von Theologie und Lebenshaltung festhielten.

Die erste historisch nachweisbare christliche Gemeinde war die so genannte „Urgemeinde“ von Jerusalem, die aus „Judenchristen“ bestand. Diese – und auch andere frühchristliche Gemeinden – waren sehr unterschiedlich. Umstritten war zum Beispiel, ob die jüdischen Gesetze weiterhin zu gelten hätten, also ob etwa die Söhne zu beschneiden wären.

Man kann (aus christlicher Perspektive) das Judenchristentum als „Bindeglied zwischen Synagoge und Kirche“ betrachten: Es steht einerseits für die Verwirklichung der Versprechen Gottes aus dem Alten Testament in Christus, und andererseits für den bleibenden Anspruch Israels gegenüber der Kirche.

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Studie: Größte Muslimgemeinschaft künftig in Deutschland

Die Berliner Şehitlik Moschee © onnola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Zahl der Muslime in Deutschland wächst einer Studie zufolge schneller als bisher prognostiziert. Ursächlich seien steigende Flüchtlingszahlen aus muslimischen Ländern. Diese lassen sich der evangelischen Kirche zufolge immer häufiger taufen. Der Mitgliederschwund in den Kirchen geht dennoch weiter.

MiGAZIN

Durch die aktuellen Flüchtlingsbewegungen könnte Deutschland einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung zufolge in wenigen Monaten die größte muslimische Gemeinschaft innerhalb der Europäischen Union aufweisen. Bisher leben die meisten Muslime in der EU gemessen an der Bevölkerung in Frankreich. Es erscheine derzeit wahrscheinlich, dass die Zahl der Muslime in Deutschland von bisher rund vier Millionen im vergangenen Jahr um eine Million gestiegen sei, heißt es in dem Diskussionspapier, das die CDU-nahe Stiftung am Donnerstag in Berlin veröffentlichen wird. Damit wachse der muslimische Bevölkerungsanteil schneller als bisher vorhergesagt.

Eine Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gab 2009 den Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung mit fünf Prozent an. Für 2030 wird darin ein Anteil von etwa sieben Prozent vorausgesagt. In der aktuellen Studie der Konrad Adenauer Stiftung wird die Erwartung geäußert, dass die Zusammensetzung des Islam in Deutschland sich durch die Flüchtlinge verändern werde. Der Islam in der Bundesrepublik werde künftig weniger türkisch, dafür stärker arabisch geprägt sein. Zur Begründung wird darauf verwiesen, dass die meisten der etwa 1,1 Millionen Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen, aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammen.

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Frau Pastor und ihre Frau – Gottes schwules Ebenbild

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Homo-Ehe im Pfarrhaus – das ist noch alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Eine MDR-Fernsehdokumentation zeigt Alltag und Probleme von gleichgeschlechtlichen Paaren in der evangelischen Kirche.

kath.net

Der Umgang der Kirchen mit Lesben und Schwulen ist nicht immer konfliktfrei. Grundsätzlich sind sie in vielen Pfarrgemeinden willkommen. Schwieriger wird es bei der Frage nach Segnungen von homosexuellen Paaren. Die katholische Kirche lehnt sie ab, in vielen evangelischen Landeskirchen hingegen ist sie möglich. Doch mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Pfarrhäusern tun sich auch bei den Protestanten manche Gemeindemitglieder und Kirchenleitungen schwer.
Die MDR-Reihe «Nah dran» geht am Donnerstag ab 22.35 Uhr mit der halbstündigen Fernsehdokumentation «Mein Gott, ich bin homosexuell» dem Thema nach. Der Film von Anja Krußig und Nora Große Harmann porträtiert zwei betroffene Paare aus Sachsen. Sie müssen sich persönlich oder in ihrem Amt mit diesem Thema auseinandersetzen, nicht zuletzt auch gegenüber ihrem Arbeitgeber, dem Landesbischof.

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Klage gegen Kommunen: Kirche rechnet nicht mit schneller Klärung

Bild: tilly
Bild: tilly
Nach der evangelischen Kirche schraubt auch das Bistum Fulda seine Erwartungen auf eine schnelle Klärung der Streitfrage zurück, ob Kommunen für den Erhalt von Kirchengebäuden finanziell in die Pflicht genommen werden dürfen.

FOCUS ONLINE

Die Verwaltungsrichter werden sicher zu ähnlichen Urteilen kommen – „ohne der Entscheidung vorweggreifen zu können“, sagte der Leiter des Katholischen Büros in Erfurt, Winfried Weinrich, auf Anfrage. Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) rechnet nach der Verhandlung in der vergangenen Woche mit einem Scheitern ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht Weimar. Mit der Klage der katholischen Kirche beschäftigen sich die Verwaltungsrichter in Meinigen. Beide Kirchen wollen im Falle einer Niederlage in erster Instanz in Berufung gehen. Sie streben eine Klärung der Frage vor dem Bundesverfassungsgericht an.

Gysi: Katholische Kirche ist Teil der APO

Gregor Gysi, Bild: wikimedia
Für Gysi sei die katholische Kirche ein Teil der außerparlamentarischen Oppositionsbewegung

kath.net

Gregor Gysi (Foto), Fraktionschef der Linken im Bundestag, will die Kontakte seiner Partei zur katholischen Kirche vertiefen. Diese habe mit Franziskus «zum Glück einen Papst», der sich in beeindruckender Weise äußere und Sachen sage, die er sich schon viel früher gewünscht hätte, sagte Gysi am Montagabend beim Neujahrsempfang der Linken-Bundestagsfraktion.

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Katholischer Gott mit Gehaltsrekord: 5,19 Milliarden Euro!

Bild: imacc.de

 

Mit rund 5,19 Milliarden Euro übersprangen die Einnahmen 2012 zum zweiten Mal die Fünf-Milliarden-Grenze, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte

kath.net

Die katholische Kirche hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord bei den Kirchensteuern erzielt. Mit rund 5,19 Milliarden Euro übersprangen die Einnahmen 2012 zum zweiten Mal die Fünf-Milliarden-Grenze, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag auf Anfrage in Bonn mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 5,5 Prozent. Der bisherige Höchststand war 2008 war mit rund 5,07 Milliarden erreicht worden.

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A. Merkel: Bei aller Macht der Politik – „das letzte Wort hat Gott“

Bei aller Macht der Politik - "das letzte Wort hat Gott", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Foto: pro

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Samstag mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Kirche den 60. Geburtstag des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) gefeiert. „Engagierte Christen müssen für Demokratie und Menschenrechte eintreten“, erklärte sie bei ihrer Festrede in Siegen.

pro Medienmagazin

„Das Christentum hat unser Land in einzigartiger Weise geprägt und war auch Gründungsimpuls der CDU“, erklärte Merkel vor gut 1.000 Besuchern in der Siegerlandhalle. Die Union, in der traditionell viele Katholiken vertreten seien, habe sich immer auch als ökumenisches Projekt verstanden. Das Gelingen des Arbeitskreises sei „nicht selbstverständlich“, sondern ein Grund zur Dankbarkeit. Der EAK sei auch in Zukunft als „Scharnier zwischen der CDU/CSU und der Evangelischen Kirche nicht wegzudenken“.

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Von der Bedeutungslosigkeit des politischen Katholizismus

Joachim Gauck: Fast nur Freunde (© dapd )

Die Frage steht im Raum – nicht erst seit der jüngsten Talkshow von Günther Jauch am Sonntag im Ersten. Pastorentochter Angela Merkel, aufgewachsen im brandenburgischen Templin, als Bundeskanzlerin und jetzt womöglich auch noch der evangelische Theologe Joachim Gauck aus Rostock als Bundespräsident. „Ist das nicht zuviel protestantischer Osten?“, wollte der Moderator mit Unschuldsmiene von seinen Gästen wissen.

domradio.de

Eine Steilvorlage für den stets streitbaren Heiner Geißler. Dieser Vorgang werfe auch „ein Licht auf die zunehmende Bedeutungslosigkeit des politischen Katholizismus in Deutschland“, wetterte der ehemalige CDU-Generalsekretär.

Für Geißler, der vor seiner politischen Karriere mit dem Eintritt in den Jesuitenorden liebäugelte, liegt der Fall klar. Dass mit Gauck, Katrin Göring-Eckardt, Margot Käßmann und Wolfgang Huber gleich vier namhafte Vertreter der evangelischen Kirche für die Nachfolge des zurückgetretenen Katholiken Christian Wulff im höchsten Staatsamt genannt wurden, sei kein Personalproblem der Parteien, so Geißler. „Es ist ein Problem der Kirche und zwar des Vatikan, der Kurie, die sich vertikal in die Höhe spiritualisiert und die politische Dimension des Evangeliums vollkommen aus dem Auge verliert.“

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Beckstein über Christentum und Politik

Fotos: Sonja Adam

Ausgerechnet in der päpstlichen Basilika Marienweiher beleuchtete der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein das Spannungsverhältnis zwischen den Zehn Geboten und seinem politischen Leben.

Von Sonja AdaminFranken.de

Beckstein, der seit 1996 berufenes Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche ist, ist überzeugt: Christlicher Glaube und Politik schließen sich nicht aus. Gebot für Gebot beleuchtete er das Spannungsverhältnis zwischen politischer Arbeit und Christsein. In keinem sei Politik und Christentum unvereinbar, stellte er fest. „Ich habe mir immer bewusst Ämter ausgesucht, die viel Macht haben. Deswegen bin ich ja in die Politik“, teilte Beckstein mit und räumte ein, dass der Spagat zwischen christlichem Glauben und der Härte der Gesetze nicht immer leicht war. „Jedes Gesetz, das nicht durchgesetzt wird, verliert an Geltung. Und es ist unglaublich, welche Kreativität Menschen haben, wenn es darum geht, Ausreden zu erfinden.“

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Gemeinschaftsverständnis der Kirche versus Freiheitsrecht

Die Evangelische Kirche ist gegen Verdi-Streikaufrufe in kirchlichen Einrichtungen. Das widerspreche ihrem Selbstbestimmungsrecht. (Bild: picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Ende letzten Jahres wurde auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Kirchengesetz verabschiedet, durch das beim Verfahren zur Lohnfindung ein Recht auf Streik ausgeschlossen wird. Jetzt gibt es Widerspruch gegen diesen Beschluss aus der Theologie.

Von Christoph FleischmannDeutschlandfunk

Bei dem Gerichtsverfahren, das einige evangelische Landeskirchen und ihre diakonischen Einrichtungen gegen die Gewerkschaft Verdi führen, geht es um die Rivalität von zwei Grundrechten: Die Kirchen wollen Verdi-Streikaufrufe in kirchlichen Einrichtungen verbieten lassen und berufen sich dabei auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen. Danach dürfen die Kirchen ihre inneren Angelegenheiten, das heißt auch ihr Arbeitsrecht, selbstständig regeln. Dagegen steht der Grundgesetz-Artikel 9, das Recht auf Koalitionsfreiheit, also das Recht Gewerkschaften zu bilden und für die Durchsetzung der eigenen Interessen zu streiken. Für den Bonner Theologen und Ethiker Hartmut Kreß liegen die beiden Grundrechte freilich nicht auf derselben Ebene:
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Evangelikale suchen den CDU-Kurs

Der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner. Foto: idea/Bannach

In der CDU wird neu um den Kurs der Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, gerungen. Konservative Politiker wollen am 15. Dezember über die Gründung eines „Berliner Kreises“ beraten, berichtet die Zeitung „Welt am Sonntag“.

idea.de

Sowohl unter Kritikern wie Befürwortern Merkels finden sich engagierte Protestanten. So hat der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner die konservative Gruppe seit zweieinhalb Jahren vorbereitet. Er setzt sich für ein vom „C“ geprägtes wertkonservatives Profil seiner Partei ein. Auch andere Politiker, die den möglichen künftigen Mitgliedern des Berliner Kreises zugerechnet werden, sind engagierte evangelische Christen, etwa der frühere brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm und die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen war 2002 von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zur theologisch konservativen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) übergetreten.

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