Social Media: „Autobahnen“ des Hasses

Wie Hass-Inhalte im Netz verbreitet und strukturiert sind, haben Forscher nun aufgeklärt. © iLexx/ iStock

Vergiftetes Netz: Hass-Inhalte werden in den sozialen Medien über ein komplexes und extrem anpassungsfähiges Netzwerk verbreitet, wie US-Forscher herausgefunden haben. In diesem Hass-Netzwerk sind extreme Gruppen und Inhalte über Sprach- und Ländergrenzen hinweg verbunden – teilweise sogar über „Hass-Autobahnen“. Weil dieses Netzwerk Plattform-übergreifend ist, wachsen Hass-Cluster nach lokalen Verboten sofort wieder nach, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Facebook, Instagram, Twitter und Co tragen nicht nur dazu bei, Fake-News und Gerüchte publik zu machen. Die sozialen Medien sind auch wahre Brutstätten für Gruppen, Kommentare und Posts mit extremistischen Ansichten und Ideologien. Zwar versuchen einzelne Plattformen wie Facebook, solche Inhalte einzudämmen und beispielsweise rassistische und antisemitische Gruppen zu blockieren. Doch diese Maßnahmen erwiesen sich bisher meist als ineffektiv.

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Die USA machen mobil gegen die französische Digitalsteuer

Die Logos von Amazon, Apple, Facebook und Google: Die amerikanischen Grosskonzerne sind von der geplanten französischen Digitalsteuer betroffen. (Bild: Reuters)

Washington zieht Vergeltungsmassnahmen gegen Frankreich in Betracht. Die von der neuen Digitalsteuer betroffenen amerikanischen Firmen verurteilen das französische Projekt zwar, wollen aber von Zöllen und Handelskriegen nichts wissen. Sie setzen auf die OECD und die WTO.

Martin Lanz | Neue Zürcher Zeitung

Im Oktober wird voraussichtlich erstmals die französische Steuer auf digitalen Dienstleistungen fällig, und zwar rückwirkend auf seit dem 1. Januar 2019 erzielten Umsätzen. Die Steuer ist gemeinhin als «GAFA»-Steuer bekannt, weil sie vor allem die amerikanischen Digital-Giganten Google, Apple, Facebook und Amazon treffen wird.

Die amerikanische Regierung und die betroffenen Firmen halten die Steuer für diskriminierend. Bereits am Vorabend der entscheidenden Abstimmung im französischen Parlament am 11. Juli lancierte das Büro des amerikanischen Handelsbeauftragten eine Untersuchung, die zu amerikanischen Vergeltungsmassnahmen gegen Frankreich wie zum Beispiel US-Zöllen auf französischen Waren führen könnte.

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Fruchtbarkeitsbehandlung außerhalb Deutschlands: Die soziale Kühltruhe

In-vitro-Fertilisation (IVF) unterm Mikroskop.Foto: imago/epd

Im Ausland sind Fruchtbarkeitsbehandlungen bereits Firmenstrategie: Man übernimmt die hohen Kosten fürs Einfrieren von Eizellen, um Personal zu werben.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Als die Internetriesen Apple und Facebook vor fünf Jahren öffentlich machten, dass sie die Kosten des sogenannten „Social Freezing“ für ihre Angestellten übernehmen wollten – also das Einfrieren von Eizellen, damit Frauen ihren Kinderwunsch auch nach dem 40. Lebensjahr noch erfüllen können –, folgte ein weltweites Echo.

„Deutsches Embryonenschutzgesetz in die Jahre gekommen“

Inzwischen, so ist im aktuellen „Economist“ zu lesen, hat das Beispiel Schule gemacht. Kürzlich entschied auch die Kaffeekette Starbucks, allen Frauen und Männern Fruchtbarkeitsbehandlungen zu bezahlen, die mindestens 20 Stunden pro Woche an ihren Kaffeetheken arbeiten. Von vier großen US-Konzernen bezahle mindestens einer solche Behandlungen, schreibt der „Economist“ – einige hätten damit auch die Negativschlagzeilen wegen sexueller Belästigung ausbalancieren wollen. Das Geld fließt wohl auch, weil in den USA Mutterschutz, Erziehungszeiten und finanzielle Hilfen per Gesetz auf niedrigstem Niveau sind. Zudem bietet das Silicon Valley, für weibliche Techies ohnehin quasi Sperrgebiet, kaum familienfreundliche Arbeitsplätze.

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Der braune Algorithmus

Grafik: TP

Eine Studie von der Universität Hamburg zeigt, wie sich die Funktionsweise von sozialen Netzwerken auf rechtsextreme Organisationen und ihre digitale Propaganda auswirkt

Kai Stoltmann | TELEPOLIS

Die Funktionsweise von sozialen Medien begünstigt rechtsextreme Akteure und Organisationen. Dementsprechend stellt der digitale Rechtsextremismus offene Gesellschaften vor neue Herausforderungen, wie zwei Wissenschaftler vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg herausgearbeitet haben. Dort forscht man seit März 2017 zu Radikalisierungsprozessen im virtuellen Raum.

Die Analyse (URL wurde korrigiert) von Maik Fielitz und Holger Marcks zeigt, wie die extreme Rechte ihre Dynamik in den Sozialen Medien weniger aus einer klassischen Parteistruktur, sondern aus einer digitalen Hate Culture entwickelt. Eine Kombination aus Hate Culture und Algorithmen bewirkt, dass rechtsextreme Organisationen im Netz nicht einmal besonders geschickt vorgehen müssen, um erfolgreich zu sein.

Von rechtsextremen Akteuren wurde das Internet von Anfang an als Möglichkeit genutzt, um ihre politischen Positionen zu verbreiten. In Foren und Communities bietet sich ihnen eine willkommene Möglichkeit, um mit ihrer Propaganda die breite Öffentlichkeit zu erreichen. Die verwendeten Strategien reichen von der absichtlichen Verstärkung diffuser Ängste über die gezielte Verbreitung manipulativer Falschinformationen bis hin zur Illusion einer gesellschaftlichen Mehrheit durch den Einsatz von Bots und Fake-Accounts.

In der Hamburger Studie werden neben der AfD auch das Netzwerk Reconquista Germanica und die Identitäre Bewegung als Akteure genannt, bei denen entsprechende Techniken beobachtet wurden. So ist die Facebook-Seite der AfD in Darmstadt im Februar 2019 damit aufgefallen, dass sie sich in fingierten Kommentaren für ihre „wirklich guten und mutigen Beiträge“ selbst gelobt hat. Offensichtlich wurde vorher vergessen, das Profil zu wechseln und einen Fake-Account für den Kommentar zu verwenden. Die Identitäre Bewegung wiederum ermutigt ihre Aktivisten, in Onlinediskussionen Streit zu provozieren und ihre Gegenüber mit zahllosen Kommentaren und Memes zu konfrontieren. So kann eine relativ kleine Anzahl sehr aktiver Accounts eine immense Außenwirkung entwickeln und damit die öffentliche Wahrnehmung verzerren.

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Facebook-Währung Libra ruft schon vor dem Start Betrüger auf den Plan

APA/AFP/JUSTIN SULLIVAN

Laut US-Medienberichten stieg die Zahl der angeblichen Libra-Anbieter zuletzt deutlich an. Die Betrügereien kommen für Facebook in einer ungünstigen Zeit.

Die Presse.com

Die geplante Facebook-Währung Libra regt bereits vor ihrer Einführung die Fantasie von Kriminellen an. Dutzende gefälschte Profile auf Facebook und Instagram sowie anderen Internetseiten böten Libra-Einheiten zum Kauf an, berichtete die „Washington Post“ am Montag. Recherchen der Nachrichtenagentur AFP bestätigten dies.

Laut der „Washington Post“ stieg die Zahl der angeblichen Libra-Anbieter in den vergangenen Tagen deutlich an. Auf der Internetseite buylibracoins.com („Kaufe Libra-Münzen“) wurden Interessenten aufgefordert, mit der Digitalwährung Bitcoin oder ihrer Bank-Karte zu bezahlen. Manche gefälschte Facebook-Profile verwendeten das offizielle Logo des sozialen Netzwerks sowie Fotos von Konzernchef Mark Zuckerberg, um Legitimität vorzutäuschen. Nach Hinweisen von der „Washington Post“ löschte Facebook nach eigenen Angaben diverse Fake-Accounts.

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Libra macht Nutzer-Daten noch viel kostbarer

Mit einer eigenen Währung will Mark Zuckerberg die Welt der Bezahlsysteme aufmischen.Foto: REUTERS

Mit Libra wird Facebook bald sogar wissen, wofür die Nutzer ihr Geld ausgeben. Die Politik muss hier die Macht des Konzerns klar beschränken. Eine Analyse.

Von Oliver Voss | DER TAGESSPIEGEL

Was Facebook mit seiner geplanten Digitalwährung Libra vorhat, hat 1999 bereits der Chef eines anderen Unternehmens skizziert: Man wolle das „Microsoft der Bezahlsysteme“ und das „finanzielle Betriebssystem der Welt“ erschaffen, erklärte damals Peter Thiel. Er sprach dabei über einen Dienst namens Paypal, den er gerade auf den Markt gebracht hatte. Tatsächlich wurde Paypal zu einem der beliebtesten Bezahlsysteme im Internetzeitalter, und Thiel war später der erste große Geldgeber für Facebook. Nun soll die Vision von damals mit Libra endgültig verwirklicht werden. Es ist kein Zufall, dass David Marcus, der Leiter des Libra-Projekts, vor seinem Wechsel zu Facebook Chef von Paypal war.

Doch die weitreichenden Unternehmenspläne rufen auch zahlreiche Staaten auf den Plan. Von Donald Trump bis Olaf Scholz haben Politiker in den vergangenen Tagen ihre Bedenken geäußert. Gerade diskutieren die G7-Finanzminister bei ihrem zweitägigen Treffen in Frankreich darüber, wie man mit den Facebook-Plänen umgehen sollte. „Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen“, erklärte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Parallel wurde Libra-Chef Marcus im Bankenausschuss des US-Senats in die Mangel genommen. Als „verrückt“ bezeichneten Parlamentarier die Idee.

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Big-Brother-Awards rügen Überwachung und Spähsoftware

Diese Auszeichnung sind bei den „Preisträgern“ alles andere als begehrt. Mit den „Big-Brother-Awards“ hat die Datentschützer-Initiative Digitalcourage problematisches Datensammeln von Firmen und Behörden gerügt.

evangelisch.de

Die diesjährigen Big-Brother-Awards haben problematisches Datensammeln von Softwarefirmen und Behörden angeprangert. Die Datenschützer-Initiative Digitalcourage vergab am Samstagabend in Bielefeld die Negativauszeichnungen in fünf Kategorien. Gerügt wurden Programme, die für die Überwachung Polizeidaten mit Daten von Facebook und WhatsApp verknüpfen oder unbemerkt im Hintergrund Emotionen von Anrufern analysieren. Prominente „Preisträger“ waren der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) und das Internetportal „Zeit Online“.

Bei der Aachener Firma Precire wurde moniert, dass ihre Sprachanalyse-Software Emotionen von Anrufern analysiere. Digitalcourage forderte ein Verbot von Sprachanalyse und „künstlicher Intelligenz“ zur Charakter-, Emotions- und Motivationserkennung.

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re:publica: Steve Jobs und „Don’t be evil“ – Das Silicon Valley als Religion

(Bild: Bloomicon/Shutterstock.com)

Von der Mensch-Maschine bis zur Erschaffung eines neuen Gottes – der Soziologe Oliver Nachtwey sieht die Ideologie des Silicon Valley als Religion.

Von Torsten Kleinz | heise online

Konzerne wie Facebook, Google oder Apple werden nach Überzeugung von Oliver Nachtwey mit einem quasi-religiösen Anspruch auf Weltverbesserung geführt. Auf der re:publica in Berlin erläuterte der Soziologie-Professor der Universität Basel die Ursprünge dieser Ideologie und ihre Auswirkungen auf die heutige Kultur und künftige Entwicklungen.

Zur Analyse der Denkweise der Silicon Valley-Konzerne hatte Nachtwey mit seinem Team unter anderem Texte wie Reden von Unternehmensführern ausgewertet, aber auch Tiefen-Interviews mit einigen Akteuren geführt. Ein Ergebnis der Untersuchungen: Die Wortführer der Internetindustrie meinen es durchaus ernst, wenn sie von der Weltverbesserung reden oder Googles ersten Slogan „Don’t be evil“ zitieren.

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Europa-Wahl: Facebook, Google und Twitter gehen stärker gegen Desinformation vor

Die vier Teile des Aktionsplans der EU gegen Desinformation. (Bild: eeas.europa.eu)

Die EU-Kommission begrüßt die zunehmenden Anstrengungen von Facebook, Google und Twitter, im Vorfeld der Wahlen etwa politische Werbung kenntlich zu machen.

Stefan Krempl | heise online

Facebook, Google und Twitter gehen einen Monat vor der Europa-Wahl verschärft gegen falsche und irreführende Informationen vor. Dies zeigen die jüngsten einschlägigen Transparenzberichte der drei Online-Konzerne, die die EU-Kommission am Dienstag veröffentlicht hat. Die Plattformbetreiber machen demnach vor allem politische Werbung besser kenntlich. Die Brüsseler Regierungsinstitution mahnt aber insbesondere noch einen stärkeren „Informationsaustausch von Methoden und Daten zu gefälschten Konten an, um Forschern und Faktencheckern die Bewertung von Online-Desinformation zu erleichtern“.

Die drei US-Unternehmen hatten im September einen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation unterzeichnet und sich verpflichtet, monatlich über ihre Maßnahmen vor der EU-Wahl im Mai zu berichten. Sie verpflichteten sich etwa, enttarnte „Fake Accounts“ und Social Bots rasch dichtzumachen. Konten und Webseiten, die Desinformationen verbreiten, sollen die Werbeeinnahmen entzogen werden.

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Lauert im Web eine Gefahr für die Demokratie?

Grafik: TP

Die Verfassung der Öffentlichkeit begünstigt eine Politik, die anstehenden komplexen politischen Probleme kaum lösen kann

Johannes Clessienne | TELEPOLIS

Gefährdet die Online-Kommunikation, z.B. auf Social-Networking-Sites, die Demokratie? Vor ein paar Jahren hätte ich das vehement abgestritten. Damals war ich fasziniert von den neuen Möglichkeiten zur politischen Teilhabe durch das Internet.

Insbesondere ab 2011 engagierte ich mich dann auch v.a. über Facebook bei „Echte Demokratie Jetzt!“, dem Vorläufer von Occupy in Deutschland. Dabei erlebte ich, dass Kooperation und Mobilisierung mittels Kommunikation in sozialen Netzwerken spontan und einfach gelingen kann. Hierdurch ermutigt, bin ich im Herbst 2011 in die Piratenpartei eingetreten. Denn der Versuch einer Ausweitung politischer Mitwirkung durch die Anwendung digitaler Technologie schien mir viel versprechend.

In den folgenden rund fünf Jahren parteipolitischen Engagements habe ich verschiedenen Erfahrungen gemacht, teils positive, teils ernüchternde. Die größte Enttäuschung lag für mich darin, dass eine bessere Beteiligung von Parteibasis und Bürgern insbesondere an der Arbeit der Landtagsfraktionen nicht funktionierte. Die selbsternannte Mitmachpartei entpuppte sich, was die die politische Sacharbeit betraf, weitgehend als „Nichtsmachpartei“. Hierbei ist es auch mit Social Media und eignen Webtools zur Beteiligung nicht gelungen, einen nennenswerten politischen Austausch zu gestalten.

Deshalb sehe ich seitdem Social Media im Hinblick auf politische Diskussionen als zwiespältig an. Zwar kann zu Themen, die eine gewisse Schwelle der Aufmerksamkeit überschritten haben, wirksam mobilisiert werden. Aktuell zeigen dies #FridayforFuture und #savetheinternet. Andererseits hat das rege Twittern von Mitgliedern der Piratenpartei nicht nur keine nennenswerte Impulse für die Weiterentwicklung der inhaltlichen Positionen gebracht, aber dafür als beständige Quelle von Streit und Zwietracht zum rasanten Niedergang der Partei beigetragen.

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Troll-Abwehr: Chrome-Erweiterung filtert dumme Kommentare in sozialen Medien

In Stein gemeißelt: Trolle (Bild: Efraimstochter, gemeinfrei)

Die Alphabet-Tochter Jigsaw will mit einer Browsererweiterung ausfällige Online-Kommentare auf Wunsch ausblenden – abgestuft und derzeit noch experimentell.

Von Tilman Wittenhorst | heise online

Wer sich in den sozialen Medien umtut, stößt unvermeidlich auf rüpelhafte, verletzende und einfach nur dumme Kommentare, die einem so manche Diskussion verleiden. Neben den Äußerungen solcher sogenannter Trolle, die vermutlich vor allem provozieren wollen, gehen andere lesenswerte Debattenbeiträge unter. Eine Erweiterung für den Chrome-Browser will nun versuchen, derartige Kommentare auf großen Social-Media-Plattformen auszublenden – in einem vom Benutzer einstellbaren Ausmaß.

Die Chrome-Erweiterung Tune stammt vom Technologieunternehmen Jigsaw, das zu Googles Dachgesellschaft Alphabet gehört. Sie kann provokante Kommentare auf mehreren großen Plattformen herausfiltern, darunter YouTube, Facebook, Twitter, Reddit und Disqus. Das funktioniert abgestuft bei englischen Kommentaren: Mit einem an einen Lautstärkeregler angelehnten Drehknopf stellt der Benutzer das Filterniveau ein, vom kompletten Ausblenden aller Kommentare (dem „Zen-Modus“) über „mittel“, „laut“ und „plärrend“ bis hin zum Abschalten des Filters.

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Facebook: Vier Arten von Impfgegnern trollen

Bild: 4ever.eu

Wer Impfgegner auf Facebook über einen Kamm schert, wird kaum gegen sie ankommen. Das zeigt eine Studie der University of Pittsburgh, die einen Online-Troll-Angriff gegen eine örtliche Kinderklinik genauer unter die Lupe genommen hat.

pressetext

Demnach sind Impfgegner zwar meist Mütter, dennoch gibt es aber vier grundverschiedene Typen. Um deren Bedenken zu zerstreuen, wäre es sinnvoll, in der Kommunikation mit ihnen auch wirklich auf ihre jeweiligen Vorbehalte einzugehen.

Skeptiker verstehen

Impfgegner auf sozialen Medien sind Spinner, die man nicht ernst nehmen kann – so sehen das viele. „Wenn wir jeden, der eine andere Meinung hat, einfach abtun, geben wir die Chance auf, ihn zu verstehen und einen gemeinsamen Nenner zu finden“, warnt hingegen Brian Primarck, Leiter des Center for Research on Media, Technology, and Health https://crmth.pitt.edu . Daher hat sich ein Team am Zentrum eine Trollkampagne aus dem Jahr 2017 näher angesehen, bei der Impfgegner ein Facebook-Video der Klinik Kids Plus Pediatrics https://kidspluspgh.com zur HPV-Impfung mit tausenden impfkritischen Kommentaren bombardiert hatten.

Dabei hat das Team die Profile 197 zufällig ausgewählter Kommentatoren genauer analysiert. Obwohl es sich um eine Klinik handelt, die nur den Raum Pittsburgh bedient, haben die Forscher allein in dieser Auswahl User aus 36 US-Bundesstaaten sowie acht Ländern gefunden. Die Mehrheit der Imfgegner auf Facebook sind demnach Mütter. Soweit das Team politische Einstellungen ermitteln konnte, waren 56 Prozent der Kommentatoren Trump-Anhänger. An zweiter Stelle (elf Prozent) kamen jedoch Unterstützer des gerade für US-Verhältnisse weit links stehenden Bernie Sanders. Schon das legt nahe, dass Impfkritiker eine eher diverse Gruppe sind.

Mehr als nur Autismus

Auch die oft als ein Hauptargument von Impfgegnern dargestellte Sorge, Impfungen würden Erkrankungen wie Autismus auslösen, ist laut der Analyse nicht allgemein gültig. Vielmehr sind Personen, die Bedenken zur „Sicherheit“ von Impfungen haben, nur einer von vier wichtigen Subtypen. Anderen fehlt „Vertrauen“ – einerseits in die Wissenschaft und andererseits in persönliche Freiheiten oder sie bevorzugen „Alternativen“ wie Homöopathie. Letztlich gibt es noch die echten Verschwörungstheoretiker, die beispielsweise glauben, die Regierung würde verheimlichen, dass das Polio-Virus gar nicht existiert.

Es scheint also nicht sinnvoll, Impfgegner mit allgemeinen Botschaften zu begegnen, warnt Studien-Erstautorin Beth Hoffman. „Jemandem aus der ‚Vertrauen‘-Gruppe zu sagen, dass Impfungen keinen Autismus auslösen, könnte sie beispielsweise entfremden, da das gar nicht ihre Sorge ist“, erklärt sie. Um Impfgegnern auf sozialen Medien zu begegnen, wäre es sinnvoller, den Skeptiker-Gruppen mit jeweils auf sie zugeschnittenen Botschaften zu begegnen. Bei Personen, denen das Vertrauen mangelt, könnte es beispielsweise sinnvoll sein, auf die Sorge einzugehen, dass Pflichtimpfungen ihre Entscheidungsfreiheit bezüglich des Kindes einschränken.

Facebook speicherte Nutzer-Passwörter intern im Klartext

Die betroffenen Nutzer sollen «als Vorsichtsmassnahme» benachrichtigt werden, obwohl es laut Facebook keinen Hinweis auf einen Datenmissbrauch gibt. (Bild: Luong Thai Linh / EPA)

Facebook muss die nächste Datenpanne einräumen: Hunderte Millionen Passwörter wurden in internen Systemen im Klartext gespeichert. Es gebe keinen Hinweis auf einen Missbrauch, betont das Online-Netzwerk.

Neue Zürcher Zeitung

Passwörter von Hunderten Millionen Facebook-Nutzern sind für Mitarbeiter des Online-Netzwerks im Klartext zugänglich gewesen. «Wir gehen davon aus, dass wir Hunderte Millionen Nutzer von Facebook Lite, Dutzende Millionen weitere Facebook-Nutzer sowie Zehntausende Instagram-Nutzer benachrichtigen werden», erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Facebook habe keine Hinweise darauf, dass jemand intern missbräuchlich darauf zugegriffen habe, hiess es weiter. Die Passwörter seien auch für niemanden ausserhalb des Unternehmens sichtbar gewesen.

Kein Hinweis auf Missbrauch

Die betroffenen Nutzer sollen dennoch «als Vorsichtsmassnahme» benachrichtigt werden, obwohl es keinen Hinweis auf einen Missbrauch der Daten gebe.

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Fake-Kampf gegen iranische „Fake-Accounts“

Grafik: GDJ

Facebook, Twitter und YouTube löschen tausende Accounts im Kampf gegen ein „iranisches Propagandanetzwerk“. Dann kommen Fragen auf

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

In Zeiten von Fake News, Cyberangriffen und Meinungsmache mittels Bot-Netzen schien es endlich einmal eine positive Nachricht zu sein. Hunderte Accounts eines iranischen Netzwerkes habe man enttarnt und gelöscht, meldete Facebook im vergangenen Jahr.

Endlich, so der Tenor vieler Medien, schien der wegen seiner Tatenlosigkeit gegen Wahlbeeinflussung und rechte Meinungsmache kritisierte Tech-Gigant einmal Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Und nicht nur er: Twitter und YouTube meldeten in den Wochen und Monaten darauf ähnliche Erfolge und machten mit im Kampf gegen das vermeintliche Riesenheer iranischer Fake-Accounts.

Einige Monate später nun mehren sich allerdings die Hinweise, dass es sich bei vielen der gelöschten Accounts nicht um Propaganda-Bots der iranischen Regierung, sondern um ganz reale Personen handelt. Und die Kritik nimmt zu, dass hinter der großen Social-Media-Löschaktion keine nüchterne Datenanalyse, sondern politische Motive stecken.

„Koordiniertes unauthentisches Verhalten mit Ursprung im Iran“

Die wohl einmalige und bis heute andauernde Aktion der großen Social-Media-Anbieter begann mit einem Post im Facebook-eigenen Newsroom. „Wir haben 652 Seiten, Gruppen und Accounts wegen koordinierten unauthentischem Verhalten mit Ursprung im Iran (…) entfernt“, schrieb Facebooks Cybersecurity-Chef Nathaniel Gleicher am 21. August vergangenen Jahres.

Am 31. Januar 2019 legte das Unternehmen noch einmal nach und verkündete die Löschung Hunderter weiterer „Fake-Accounts“. Auch YouTube-Betreiber Google und Twitter schlossen sich der Aktion an und löschten insgesamt Tausende Accounts eines vermeintlichen iranischen Propaganda-Netzwerkes von ihren Plattformen.

Einer, der der Darstellung früh widersprach, ist Sayed Mousavi. Wenige Tage nach Facebooks erster Mitteilung wandte sich der iranische Student und Twitter-Aktivist an die Öffentlichkeit: „Ich bin gestern aufgewacht und sah, dass meine Seite mit der Ankündigung von Twitter genommen wurde, sie hätten ein iranisches Desinformationsnetzwerk entschärft.“ Mousavi ist für Iran-Beobachter kein Unbekannter.

Unter dem Twitter-Namen @SayedMousavi7 berichtet er seit Jahren über das politische Geschehen im Land. Einen Namen machte er sich unter anderem durch die Analyse von Videos der Proteste zum Jahreswechsel 2017/ 2018 in seiner Heimat. Auch westliche Journalisten stützten sich in der Vergangenheit auf seine Expertise.

Mousavi sollte nicht der einzige Fall bleiben, der zeigt, dass die große Löschaktion sich nicht nur gegen Fake-Accounts richtete. Von Social-Media-Redakteuren iranischer Medien über TV-Moderatoren bis hin zu Bloggern meldeten sich in den vergangenen Wochen immer mehr Menschen zu Wort, die der Darstellung von Facebook und Co. widersprechen.

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Urheberrechtsreform der EU: Das Drama um Artikel 13

Bild: heise online

Mit der Urheberrechtsreform will die EU die Ansprüche des Urheberrechts an die heutige Zeit anpassen. Was genau steht in Artikel 13 und welche Folgen hat er?

Von Ulrike Kuhlmann | heise online

Seit Wochen demonstriert die Internet-Gemeinde gegen die anstehende Urheberrechtsreform. Mit ihr will die EU die Ansprüche des Urheberrechts an die heutige Zeit anpassen. Aus Sicht Jörg Heidrichs, Justiziar des Heise Verlags, wird die Reform allerdings keinen großen Ausgleich schaffen zwischen den Ansprüchen der Urheber und der Rechteinhaber auf der einen Seite und den Usern und online-Anbietern auf der anderen. Stattdessen fällt die aktuell geplante Regelung einseitig zugunsten der Rechteinhaber und vor allem der Urheber aus – Verwertungsgesellschaften wie die Gema profitieren besonders von ihr. Für die User wird dagegen nichts vereinfacht. Im Gegenteil.

Größter Zankapfel der Gesetzgebung ist Artikel 13: Hier geht es um User-generated Content, wie er tagtäglich beispielsweise auf YouTube hochgeladen wird. Social Media Plattformen wie Instagram, Facebook oder das heise-Forum wären davon ebenfalls betroffen. Zwar findet sich das Wort „Upload-Filter“ nicht explizit im Gesetzentwurf. Es ist bei genauer Betrachtung aber unbestritten, dass ein solcher Filter das Werkzeug wäre, um Artikel 13 umzusetzen, weiß Jörg Heidrich.

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Anschlag in Christchurch: Terrorforscher kritisiert Internetkonzerne

(Bild: pixabay.com)

Online-Plattformen hätten die Verantwortung, mit mehr Personal und Technik gegen die Verbreitung von Propaganda vorzugehen, sagt ein Terrorforscher.

heise online

Nach dem tödlichen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat der Terrorismus-Experte Peter Neumann mehr Hilfe von Internetkonzernen im Anti-Terror-Kampf eingefordert. Zwar sei eine hundertprozentige Live-Überwachung von YouTube, Facebook und anderen Online-Plattformen zum Aufspüren blutrünstiger Terrorpropaganda unrealistisch, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

Dennoch könnten die Unternehmen mehr tun als bislang, um etwa die Übertragung von Attentaten zu erschweren. „Gegen die rasante und massenhafte Verbreitung lässt sich nur mit mehr Einsatz von Personal und Technik vorgehen, mit deren Hilfe diese brutalen Videos gelöscht werden“, sagte Neumann, der am Londoner King’s College zu Extremismus und Radikalisierung forscht.

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Missing Link: KI – die Künstlichen Idioten des digitalen Kapitalismus

(Bild: whiteMocca / shutterstock.com)

Der digitale Kapitalismus hat einen neuen Gesellschaftsvertrag etabliert: Daten gegen Bequemlichkeit. KI spielt für dessen Zukunft eine zentrale Rolle.

Von Timo Daum | heise online

1947 wurde die Central Intelligence Agency, der Auslandsgeheimdienst der USA, gegründet, die mit „Zentrale Intelligenz-Agentur“ denkbar schlecht übersetzt wäre – deren vorrangige Aufgabe ist schließlich die (nachrichtendienstliche) Informationsbeschaffung und nicht etwa das Versammeln von Intelligenz. Bei Artificial Intelligence ist aber genau das passiert, die immer mitgemeinte Bedeutung von Intelligence als Informationserzeugung ging bei der Übersetzung ins Deutsche verloren. Übrig bleibt nur der Aspekt der KI, bei dem es um den Bau intelligenter bzw. mit menschlichen Denkfähigkeiten konkurrierender Maschinen geht.

Dies vorangestellt: Nun soll es um eben diesem vernachlässigten Aspekt von KI gehen, der zudem der Realität derzeitiger Anwendung von KI-Technologien viel eher entspricht als die von Hollywood dominierten Vorstellungen allgemeiner Künstlicher Intelligenz. Denn wenn heute von KI die Rede ist, dann eben meist von informationsverarbeitenden Maschinen, die ganz bestimmte Aufgaben lösen können. Widmen wir uns also diesen KIs, beschränkten künstlichen Informationsverbeitern, deren Akronym mit „Künstlichen Idioten“ vielleicht treffender aufgelöst wäre.

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Die Frohe Botschaft auf Facebook, Instagram und Co.

(Bild: geralt / gemeinfrei)

Social Media ist das Schlagwort der Stunde. Immer mehr Bistümer, Pfarreien und Verbände werden im Internet aktiv. Auf Facebook, Instagram und Twitter wollen sie die Frohe Botschaft verkünden. Nur: Gelingt das? Und wie kann das zeitgemäß aussehen? Drei katholische Blogger machen vor, wie es gehen kann.

Von Benedikt Bögle | katholisch.de

Josef Wagner bloggt als „derboivomseminar“. Der 20-Jährige ist Priesterseminarist in Augsburg, seit einem Jahr studiert er dort auch katholische Theologie. Für ihn war klar: Wenn er in das Seminar eintreten sollte, wollte er auch über seine Erfahrungen berichten. „Ich wollte Präsenz zeigen“, sagt Wagner. Er postet auf Instagram Bilder und Videos aus der Messfeier, zeigt sich beim Orgelspiel, stellt seinen Followern Fragen über ihren Glauben.

Besonders beliebt: Der „Gebets-Freitag“. Wagner fragt seine Follower dabei, für wen oder was sie beten möchten, die User können darauf antworten. Einige wollen schlicht „Für Max“ beten. Andere schreiben mehr, zum Beispiel: „Dass ich endlich wieder richtig gesund werde und meinen Alltag wieder antreten kann“. Wieder andere schließen Josef Wagner direkt in das Gebet ein: Für „Dich und dass es bei dir im Leben weiter gut voran geht mit Gott an deiner Seite“.

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Facebook Paid Teens $20 to Install ‚Research‘ App That Collects Private Data

Image: The Hacker News

If you are thinking that Facebook is sitting quietly after being forced to remove its Onavo VPN app from Apple’s App Store, then you are mistaken.

Swati Khandelwal | The Hacker News

It turns out that Facebook is paying teenagers around $20 a month to use its VPN app that aggressively monitors their smartphone and web activity and then sends it back to Facebook.

The social media giant was previously caught collecting some of this data through Onavo Protect, a Virtual Private Network (VPN) service that it acquired in 2013.

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Robert Habecks Kotau nach rechts

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Foto (September 2018): Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE

Nicht seine Äußerungen in den Videos waren falsch, sondern seine Distanzierung davon

Peter Nowak | TELEPOLIS

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck wurde in den letzten Monaten als Siegertyp vermarktet, der seine Partei zum Erfolg führen wird. Nun steht Habeck im Mittelpunkt eines Streits, bei dem noch offen ist, ob es für ihn ein Erfolg wird.

Neigt sich die Erfolgskurve, könnte Habeck dafür verantwortlich gemacht werden. Nun wird jetzt manchmal heute schon so getan, als würde sich Habeck aus der Politik zurückziehen. Dabei hat er sich nur von Twitter und Facebook verabschiedet. Zudem verknüpft Habeck grünentypisch seinen Rückzug mit Zerknirschung und Selbstkritik.

Gestern Nachmittag hatte der Landesverband Thüringen ein kurzes Video hochgeladen, das vor Wochen auf dem Bundesparteitag im November aufgenommen wurde. Im Kern rufe ich in diesem Video dazu auf, die Thüringer Grünen im Wahlkampf zu unterstützen. Solche Videos, die über Twitter verbreitet werden und so in der digitalen Welt wirken sollen, hatte ich zuvor auch für die Brandenburger und Sächsischen Grünen gesprochen, jedes Mal mit drei bis sechs Anläufen, damit sie genug Material zur Auswahl hatten. Gesendet wurde jetzt ein Video, das so klang, als würde ich Thüringern absprechen, weltoffen und demokratisch zu sein. Was ich natürlich null tue. Ich war so oft in dem Land und habe so viele Reisen und Veranstaltungen gemacht, dass ich nicht den Hauch eines Zweifels daran lassen möchte, welch erfolgreichen Weg es eingeschlagen hat.
Robert Habeck

Habeck hat im Video nichts Falsches gesagt

Tatsächlich hat Habeck in dem Video nichts Falsches gesagt, allerdings sind seine Aussagen sicher nicht förderlich für eine Partei, die Volkspartei sein will.

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