Bundessozialgericht erleichtert Entschädigung von Missbrauchsopfern

Bild: WAZ
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Das Bundessozialgericht hat die finanzielle Entschädigung von Kindern erleichtert, die viele Jahre unter sexuellem Missbrauch zu leiden hatten. Sie müssen für den Anspruch auf eine staatliche Opferentschädigung später nicht mehr jede einzelne Handlung der Tat wiedergeben können, entschied am Mittwoch das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Es reiche aus, dass der Missbrauch „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ stattgefunden und zu einem Gesundheitsschaden geführt habe. (AZ: B 9 V 1/14 R)

evangelisch.de

Dauerhafter Gesundheitsschaden

Um eine Opferentschädigung bekommen zu können, müssen Betroffene einen „vorsätzlichen rechtswidrigen und tätlichen Angriffs“ erlitten und einen dauerhaften Gesundheitsschaden davongetragen haben.

Der Anspruch auf Opferentschädigung ist allerdings für lange zurückliegende Taten beschränkt. So können Opfer, die von 1949 bis Inkrafttreten des Opferentschädigungsgesetzes am 16. Mai 1976, eine Entschädigung nur erhalten, wenn sie „allein infolge dieser Schädigung schwerbeschädigt“ und bedürftig sind. Für Personen aus den neuen Bundesländern bestehen entsprechende Voraussetzungen auch für die Zeit vor dem 3. Oktober 1990.

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Erzbistum Berlin stellt Missbrauchsbericht vor

missbrauch_katholIm katholischen Erzbistum Berlin sollen seit 1947 mindestens 31 Geistliche, Ordensangehörige und Kirchenmitarbeiter sexuell übergriffig geworden sein. In fünf Fällen wird derzeit ermittelt.


SpON

Das Erzbistum Berlin hat seinen aktualisierten Missbrauchsbericht für das Jahr 2014 herausgegeben. Demnach sollen sich von 1947 bis Ende Dezember 2014 insgesamt 31 Geistliche, vom Erzbischof beauftragte Ordensangehörige sowie Mitarbeiter im Kirchendienst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Einige Beschuldigte seien bereits gestorben, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Im Jahr 2014 seien drei neue Vorwürfe erhoben worden. In fünf Fällen werde von der Justiz beziehungsweise von der Kirche ermittelt. Im letzten Jahr waren es noch sieben Verfahren.

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Vatikan: „Was Missbrauch ist, bestimmen wir“

missbrauch_katholKomitee bescheinigt Kirchenleitung insgesamt „ernsthafte und substanzielle Reformen“ entsprechend den Zielen der Antifolterkonvention

kathweb

Das UN-Antifolterkomitee der Vereinten Nationen hat am Freitag in Genf das Schlussdokument zu einer turnusmäßigen Überprüfung des Heiligen Stuhls veröffentlicht, das auch Kritik enthält. Grundsätzlich sieht sich der Vatikan allerdings weitgehend in seiner Linie bestätigt. Beeinsprucht wurde vom Vatikan jedoch die Sprachregelung, weil das UN-Komitee in der Stellungnahme unterschwellig den Eindruck erwecke, dass sexueller Missbrauch unter den Folterbegriff im Sinne der UN-Konvention falle.

Der am Freitag von dem Gremium in Genf veröffentlichte Text würdige umfassend die Bemühungen der Kirchenleitung im Kampf gegen Folter und sexuellen Missbrauch Minderjähriger, heißt es in einer Erklärung des Heiligen Stuhls. Dies betreffe auch die finanzielle Entschädigung und andere Hilfen für Missbrauchsopfer.

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Sogyal Rinpoche: Buddhistische Tabus und sexueller Missbrauch

Foto: brightsblog

Im November 1994 erhob eine Amerikanerin namens Janice Doe Anklage im Streitwert von 10 Millionen Dollar gegen den tibetischen Lama Sogyal Rinpoche wegen sexuellen, psychischen und tätlichen Missbrauchs. Die Anklage wurde außergerichtlich beigelegt und Janice erklärte sich gegen eine finanzielle Entschädigung bereit, über die Vorfälle Stillschweigen zu bewahren.

Von Mary Finniganguardian.co.uk

Sogyal bestreitet die Missbrauchsvorwürfe, aber erneute Beschuldigungen gegen ihn wurden kürzlich laut in einer filmischen Dokumentation unter dem Titel Im Namen der Erleuchtung, die in Kanada auf Vision TV gesendet wurde. Eine hübsche junge Frau unter dem Namen Mimi beschrieb eine missbrauchsaffine sexuelle Beziehung. Sie war die erste, die seit dem Gerichtsverfahren im Jahre 1994 öffentlich über konkrete Erfahrungen mit Sogyals Missbrauchspraktiken berichtete.

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