Bundesregierung will Fördergeld für Ditib kürzen

Wegen seiner Nähe zur türkischen Führung um Präsident Erdogan ist der Islamverband Ditib umstritten. Die Bundesregierung will nun die Fördermittel für die Organisation angeblich drastisch reduzieren.

SpON

Der Bund zieht angeblich Konsequenzen aus dem Verhalten des Islamverbandes Ditib. Im kommenden Jahr würden die Fördermittel für die wegen der Nähe zum türkischen Staat umstrittenen Organisation deutlich verringert, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger„. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums zu einer Anfrage der Grünen.

Danach beliefen sich die Zusagen für Projekte der Türkisch-Islamischen Union im kommenden Jahr nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, heißt es in dem Bericht. Nach einer Auflistung des Ministeriums sei dies lediglich etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel.

weiterlesen

Advertisements

Dröges aus der Kirche – Christen müssen sich einmischen

„Selten höre ich Kritik daran, dass sich Dietrich Bonhoeffer den Nationalsozialisten entgegengestellt hat“ / picture alliance
Cicero kritisiert in seiner aktuellen Ausgabe die zunehmende Politisierung der Kirchen. Der evangelische Bischof Markus Dröge hält dagegen: Politische Stellungnahmen und tätige Nächstenliebe lägen im Wesen der Kirche

Von Markus Dröge | Cicero

Die Aufforderung, dass die Kirche sich ums sogenannte Eigentliche kümmern, sich aber bitte nicht politisch oder zu gesellschaftlich aktuellen Fragen äußern solle, ist so alt wie die biblischen Texte selbst.

Christliche Grundhaltung

Schon im Alten Testament mahnen die Propheten Amos und Jesaja, den Gottesdienst nicht losgelöst von dem gesellschaftlichen Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden zu sehen. Die Witwen, die Waisen und „der Fremdling in deinen Toren“ standen unter besonderem Schutz. Im Neuen Testament nimmt Jesus diesen Impuls in seiner großen Rede vom Weltgericht auf und beschreibt, nach welchen Kriterien Gott das Engagement der Frommen messen wird und führt dann aus:

„Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“ Und im Bild des Gleichnisses, das Gott als König bezeichnet, fragen die Gerechten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,34-41)

weiterlesen

Deutsche Bischofskonferenz: Deutschland ist ein Einwanderungsland

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Kardinal Marx präsentiert Ergebnisse der Bischofskonferenz-Versammlung: Neues Einwanderungsgesetz gefordert – Mehr Flüchtlingshilfe statt Aussiedler-Seelsorge – Dokument/Ehevorbereitung soll kommen – Religionsunterrichts-Kooperation mit Evangelischen

kath.net

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich für ein neues, umfassendes Einwanderungsgesetz ausgesprochen. Eindeutig sei Deutschland ein Einwanderungsland, zumal mittlerweile rund ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund habe, sagte der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag. Durch ein differenziertes Einwanderungsgesetz könnten die unterschiedlichen Motive und Wege der Migration geklärt werden, zumal derzeit viele Menschen, die eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen einwandern wollten, über den Umweg des Asyl- oder Flüchtlingsrechts nach Deutschland kämen. Hier solle mehr Klarheit geschaffen werden.

Marx äußerte sich in einer Pressekonferenz zum Abschluss der viertägigen Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Migration und Flucht waren dabei ein bestimmendes Thema: Rückblickend hätten die 27 Diözesen des Landes in den ersten sieben Monaten des Jahres insgesamt mindestens 79,5 Millionen Euro an Flüchtlingshilfe aufgebracht, erklärte Marx. 52,2 Millionen Euro davon seien in Projekte in Deutschland und rund 27,3 Millionen Euro in Krisenregionen geflossen. Nicht eingerechnet seien hier das Engagement der Ordensgemeinschaften und Verbände, sowie nicht-finanzielle Hilfen wie die Unterkünfte für rund 28.000 Flüchtlinge in 1.381 Kirchengebäuden.

weiterlesen

Die Apokalypse ist gut für die Menschheit

„Wer sich die Apokalypse vorstellen kann, ist klar im Vorteil“, sagt der Historiker Johannes Fried. Die Vorstellung vom Weltuntergang schlägt sich auch in Filmen nieder. Aktuellstes Beispiel: „Independence Day: Wiederkehr“. (Foto: 2016 Twentieth Century Fox)
Seit 2000 Jahren denkt der Mensch über das Ende der Welt nach. Das hinterlässt Spuren, sagt Historiker Johannes Fried: ohne Apokalypse kein Atomausstieg und keine Flüchtlingshilfe.

Interview von Hannes Vollmuth | Süddeutsche.de

Herr Fried, lassen Sie uns über das Ende der Welt sprechen. Woher kommt die Faszination für die Apokalypse?

Viele Kulturen kennen Zyklen des Vergehens und des Neubeginns der Welt. Aber nur das Christentum kam auf die Idee, dass die Welt irgendwann definitiv untergehen wird. Im Jahre 70 nach Christus wurde Jerusalem zerstört und ging in Flammen auf. Seitdem rechnet das Christentum fest mit der Apokalypse.

Wie stellten sich die frühen Christen das Weltende vor?

Im zweiten Korintherbrief werden dramatische, wilde Szenen geschildert: Die Welt zerschmilzt wie Blei im Feuer, die Erde geht in einem Feuerinferno unter. Es gibt Feuerflüsse, Rauch, Gift, alles kommt da zusammen.

weiterlesen

Flüchtlingshilfe: Caritas weist AfD-Vorwurf der Bereicherung zurück

Bild: tilly
Bild: tilly
Caritas-Präsident Peter Neher hat erneut Vorwürfe der rechtspopulistischen AfD zurückgewiesen, die Kirchen bereicherten sich an der Flüchtlingshilfe.
 

evangelisch.de

„Das ist bösartiger Unsinn und geht völlig an der Realität vorbei“, sagte Neher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Die katholische Caritas habe genauso wie andere Wohlfahrtsverbände staatliche Mittel für die Flüchtlingshilfe bekommen, um Mitarbeiter in der Asylberatung oder für die Betreuung in den Unterkünften einzustellen.

Zusätzlich hätten Kirche und Caritas „beträchtliche Eigenmittel“ für die Arbeit mit Flüchtlingen eingesetzt. „Die Vorstellung, wir würden uns hier bereichern, zeigt eine äußerst geringe Kenntnis der Fakten oder soll bewusst in die Irre führen“, sagte der katholische Prälat. AfD-Politiker hatten den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden vorgeworfen, bei ihrem Engagement eigene Interessen zu verfolgen, um sich staatliche Mittel zu sichern. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry sprach von einem „modernen Ablasshandel“.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die evangelische Diakonie haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

„Gutmensch“ ist Unwort des Jahres 2015

Das Unwort des Jahres 2015 lautet „Gutmensch“. Damit seien diejenigen beschimpft worden, „die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen“, schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Süddeutsche.de

Mit dem Vorwurf des „Gutmenschentums“ würden „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“- Der Ausdruck werde nicht nur „im rechtspopulistischen Lager als Kampfbegriff“ benutzt, sondern auch von Journalisten zur Pauschalkritik an einem „Konformismus des Guten“. Im Jahr 2011 war „Gutmensch“ schon einmal auf den zweiten Platz gewählt worden, hinter „Döner-Morde“.

Was auf den Plätzen zwei und drei landete

Das Unwort des Jahres wurde in diesem Jahr zum 25. Mal gekürt. Bei der Jury gingen bis Ende Dezember mehr als 1600 Einsendungen zu insgesamt 669 verschiedenen Vorschlägen ein. Der Begriff „Gutmensch“ wurde 64 Mal und damit am dritthäufigsten vorgeschlagen.

weiterlesen

Jesus hilft. Hilft Jesus?

Illustration: Franziska Meyer

Christliches Engagement in der sozialen Arbeit hat eine lange Tradition. Kritisch wirds, wenn es evangelikal-freikirchliche ChristInnen sind, die ihren «Dienst am Menschen» erbringen. Denn bei ihnen ist der Missionsgedanke allgegenwärtig.

Von Noëmi Landolt|WOZ.ch

In Glarus, so scheint es an diesem Dezembermorgen, bleibt es eine Stunde länger dunkel als in der restlichen Schweiz. Die Wolken hängen tief an den umliegenden Bergen. Hell leuchten die Fenster der Werkstatt Produktiva in den Regen hinaus. Drinnen begrüsst Geschäftsleiter Xili Fux-Pacozzi und lädt in sein Büro. Noch ist es ruhig in den Werkstätten. In einem Nebenzimmer sitzt eine Gruppe von jungen Männern im Kreis, die Hände im Schoss gefaltet, die Augen geschlossen. Es ist die Morgenandacht der Mitarbeiter. Bald kommen die sogenannten KlientInnen aus den Wohnheimen von Teen Challenge, um in den geschützten Werkstätten ihre Arbeit aufzunehmen. Teen Challenge ist eine anerkannte soziale Institution im Kanton Glarus und arbeitet mit psychisch beeinträchtigten Menschen. Neben der Werkstatt Produktiva betreibt sie zwei betreute Wohnheime im selben Ort: die Villa Hochwart, ein Langzeitangebot für ältere Menschen, sowie das Hotel Rössli als Übergangslösung für Leute bis 45. Teen Challenge ist aber auch eine weltweit tätige evangelikale, der Pfingstbewegung nahestehende Organisation.

weiterlesen

„Es war ein sehr guter Geist, der am Runden Tisch zum Ausdruck kam.“

Am Donnerstag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern gesellschaftlicher Gruppen getroffen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

EKD

Damit  wurde ein im September begonnener Austausch fortgesetzt, zu dem neben den Kirchen auch Vertreter zahlreicher Verbände, Wirtschaft und Stiftungen eingeladen waren. Für die Evangelische Kirche in Deutschland nahm der Vorsitzende des Rates, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm teil. Das Treffen im Bundeskanzleramt diente dem Informationsaustausch und würdigte zugleich das Engagement, das unzählige Bürger in Kirchen, Organisationen und Verbänden in der Flüchtlingshilfe zeigen. Allein in der Evangelischen Kirche sind mehr als 120.000 Menschen in der Flüchtlingsarbeit engagiert.

weiterlesen

Bayerische Landeskirche: Kirchensteuer beschert finanzielle Spielräume

Bild: tilly
Bild: tilly
Dank steigender Steuereinnahmen hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern finanzielle Spielräume. Für das nächste Jahr rechnet die drittgrößte der 20 evangelischen Landeskirchen mit rund 732 Millionen Euro an Kirchensteuern, was einem Plus von mehr 20 Millionen gegenüber 2015 entspricht, wie der landeskirchliche Finanzchef Erich Theodor Barzen am Montag bei der in Schweinfurt tagenden Landessynode erläuterte.

evangelisch.de

Der Haushalt für 2016, der dem Kirchenparlament zur Beschlussfassung vorliegt, weist 891 Millionen Euro an Einnahmen und 875 Millionen Euro an Ausgaben auf. Neben Hessen-Nassau, dem Rheinland und Württemberg gehört die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zu den finanzstärksten Landeskirchen. Die bayerische Landeskirche hat rund 2,4 Millionen Mitglieder.

weiterlesen

Zahnarzt macht aus Altgold Geld für Flüchtlinge – dann kommen die Nazis…

Zahnarzt Dr. Jochen Deppe mit seinen Mitarbeitern
Ein Gütersloher Zahnarzt sammelt das Altgold seiner Patienten und spendet einem örtlicher Bürgerstiftung 10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe. Diese grandiose Idee gefällt nicht jedem. Plötzlich werden die Internet-Seiten der Zahnarztpraxis mit Hasskommentaren übersät.

MiGAZIN

Mit einer ungewöhnlichen Idee hat der Gütersloher Zahnarzt für Aufsehen gesorgt und einen Shitstorm im Netz ausgelöst. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation haben er und seine Mitarbeiter sich Gedanken gemacht, wie sie sich engagieren können. Sie entschlossen sich, Geld für die Flüchtlinge zu sammeln. Mit Zustimmung der Patienten haben sie das gesammelte Altgold in Geld umgetauscht und einen stattlichen Betrag von 10.000 Euro an die Bürgerstiftung Gütersloh gespendet, die lokale Flüchtlingshilfe anbietet.

Ihre Freude über die gelungene Aktion teilten sie auf Facebook. Sie erhielten viel Zuspruch und Anerkennung. Doch die Aktion gefiel nicht jedem. Rechtsradikale wurden darauf aufmerksam und hinterließen eine Flut an Hasskommentaren auf den Facebook-Seiten der Praxis sowie auf dem Zahnarzt-Blog.

weiterlesen

Per Facebook zum Gottesdienst: Juden aus aller Welt beleben Berliner Synagoge

Bild: bb
Bild: bb
In jüdischen Gemeinden hierzulande wird oft beklagt, die Synagogen seien leer. Viele der zugewanderten russischsprachigen Juden hätten mit Religion nicht viel am Hut. Und jüngere Juden, häufig aus Israel, kommen auch nicht in die Gemeinde. Doch das muss nicht so sein. In der Berliner Synagoge am Fraenkelufer zeigt eine junge Initiative, wie Judentum modern gelebt werden kann.

Von Jens Rosbach|Deutschlandfunk

Freitagabend, in der Synagoge am Berliner Fraenkelufer: In dem fast 100 Jahre alten Gotteshaus sitzen – inmitten dunkler Gebetsbänke und schwerer Thoravorhänge – drei Aktivisten: ein Mann mit blauer Hipster-Brille, ein Mann im orangenem Slim-Fit-Hemd und eine geschminkte Frau in engem Kleid. Das Trio ist nicht nur zum Beten hier, nein – es will auch über Politik diskutieren: nämlich über das Elend syrischer Flüchtlinge und die zahlreichen Solidaritätsaktionen an der Spree.

„Es gibt wirklich eine ganz, ganz große Hilfsbereitschaft in Berlin. Und es gibt auch eine große Hilfsbereitschaft von Seiten religiöser Initiativen.“

Lobt die 32-jährige Nina Peretz die Willkommens-Projekte.

weiterlesen

Sachsen: Katholischer Arbeitskreis der CDU – Menschen sollen Christentum leben

Katholischer Arbeitskreis in CDU Sachsen: Flüchtlingshilfe ist Gebot der Nächstenliebe. Dies setze allerdings „voraus, dass sich auch die Bürger in Deutschland zu ihrer abendländischen und christlichen Leitkultur bekennen und danach leben.“

kath.net

Die Unterstützung von Hilfebedürftigen leitet sich nicht nur aus dem Grundgesetz und der UN Flüchtlingskonvention ab, sondern ist vor allem ein Gebot der christlichen Nächstenliebe. Papst Franziskus betonte: „Man kann nicht gleichgültig bleiben angesichts von Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden.“ Darauf weist der Katholische Arbeitskreis in der CDU Sachsen hin, wie er in einer Pressemeldung bekannt gab. Die katholischen Christdemokraten Sachsen haben diese Woche einen Standpunkt zu Asyl und Migration beschlossen, sie fordern darin aber auch ein differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema Asyl und Migration.

weiterlesen

Türkischer Außenminister gegen „christliche Festung Europa“

Der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu hat einen „lächerlich geringen Anteil“ der EU-Mitgliedstaaten an der Flüchtlingshilfe kritisiert. Die Türkei hingegen habe zwei Millionen Syrer und Iraker aufgenommen und damit eine „Pufferzone zwischen dem Chaos und Europa hergestellt“, schrieb Davutoglu in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montag).

kathweb

Davutoglu kritisierte, dass die EU bislang nur einen geringen Finanzbeitrag geleistet habe, um die Türkei zu unterstützen: „Das Konzept der Lastenaufteilung ist zu einer bedeutungslosen Worthülse verkommen.“ Der Außenminister warnte vor einem „bequemen Reflex, die ganze Last auf die Türkei zu laden, indem man massive Sicherheitsvorkehrungen trifft und Mauern baut, um eine christliche Festung Europa zu errichten“. Dies werde nicht funktionieren.

Für Europa sei es an der Zeit, in der Einwanderungsfrage gemeinsam zu handeln, so Davutoglu. Die Türkei sei in dieser Frage zur Zusammenarbeit bereit.

Heidenau: „Ich will einfach nur aus dieser Stadt weg“

Sigmar Gabriel besucht nach den Krawallen den sächsischen Ort Heidenau: „Wer hier Parolen brüllt und Brandsätze schmeißt, der hat nur eine Antwort verdient: Ihr gehört nicht zu uns.“ Quelle: N24
In Heidenau fordert Sigmar Gabriel eine harte Linie gegen Rechtsextremisten. Auch mancher Anwohner lehnt Flüchtlingshilfe ab. Die bedrohten Asylbewerber wollen vor allem eins: die Stadt verlassen.


Von Benno Müchler|DIE WELT

Die Absperrung vor dem Flüchtlingsheim öffnet sich. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) tritt vor die Presse: „Keinen Millimeter diesem rechtsradikalen Mob“, sagt er, umringt von Journalisten. „Das sind Leute, die haben mit Deutschland nichts zu tun.“

Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende hatte der Wirtschaftsminister spontan die Pläne für seine Sommerreise geändert, um sich am Montagvormittag ein Bild von der Lage in der sächsischen Kleinstadt zu machen. Gabriel fordert, die rechtsextremen Teile der Gesellschaft klar auszugrenzen und zu verfolgen. „Für die gibt’s nur eine Antwort. Polizei, Staatsanwaltschaft und nach Möglichkeit für jeden, den wir da erwischen, auch das Gefängnis.“

weiterlesen

De Maizière: Deutschland kann nicht jeden aufnehmen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lehnt eine Evakuierung aller Christen aus dem Irak ab.


evangelisch.de

Die Region von Euphrat und Tigris „christenfrei“ zu machen, wäre der größte Triumph, den man der Terrormiliz „Islamischen Staat“ bereiten könne, sagte de Maizière der Monatszeitschrift „Herder Korrespondenz“ (Mai-Ausgabe).

De Maizière fügte hinzu: Konfliktlösung und Flüchtlingshilfe vor Ort in der Region sei das wichtigste Ziel. „Flüchtlingsaufnahme in Deutschland hingegen sei „wichtig, aber subsidiär“. Es sei eine ethisch wichtige Position, dass „man nicht alle Menschen aus ihrer angestammten Region herausholt, sondern dabei hilft, dass sie in ihrer Heimat wieder eine Zukunft haben“, sagte der Innenminister.

De Maizière hält es für „ethisch angemessen, einen Asylbewerber aus Syrien anders zu behandeln als jemanden aus Serbien“. Es käme viele Menschen nach Deutschland, ohne dass sie verfolgt seien, argumentiert der Innenminister. Nach seinen Angaben kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als die Hälfte aller Asyl-Antragsteller aus Westbalkanstaaten. „Es kann doch nicht richtig sein, dass wir jeden Menschen der Welt aufnehmen, der sein Land verlassen möchte.“