Für eine Mehrheit der EU-Bürger ist der Zerfall der EU in 10-20 Jahren wahrscheinlich

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Nach einer Umfrage hält es sogar ein Drittel für realistisch, dass ein Krieg zwischen EU-Staaten möglich ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Geht man nach einer Umfrage, die YouGov im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) im März in 14 EU-Ländern hat durchführen lassen, ist die Stimmung nicht sonderlich gut. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik, Spanien, Schweden und Ungarn glaubt, dass es die EU in den nächsten 10-20 Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Die Briten wurden leider nicht gefragt.

Die Slowaken sind am pessimistischen – oder am optimistischen? Zweidrittel gehen davon aus, dass die EU in 10-20 Jahren „realistisch“ gesehen zerfallen wird. Aber auch 58 Prozent der Franzosen und 57 Prozent der Rumänier, Polen und Italiener sind dieser Meinung. In Deutschland und Österreich vermutet dies jeweils die Hälfte. Nur in Schweden, Dänemark und Spanien sieht keine Mehrheit die EU am Zerfallen, aber auch hier sind diejenigen eine Minderheit, die das für unrealistisch halten.

Gefragt wurde auch nach der Stimmung der Menschen gegenüber der Zukunft. Am häufigsten genannt wurden: gestresst, ängstlich und optimistisch. Der Stress überwog bei den Italienern, Griechen und Ungarn, die Angst war bei den Franzosen, Slowaken und Tschechen am größten, in den anderen Ländern war Optimismus am stärksten. Den Dänen und Schweden geht es am besten, sie fühlen sich glücklich bzw. sicher. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es ihnen finanziell am besten zu gehen scheint. Fast die Hälfte sagt, sie hätten am Monatsende noch Geld übrig, im Durchschnitt ist es ein Drittel wie in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. In Polen, Frankreich und Rumänien sind es weniger als ein Viertel und noch weniger in Ungarn oder gar in Griechenland.

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Globale Rüstungsausgaben auf höchstem Stand seit 30 Jahren

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  • Laut des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri sind die globalen Rüstungsausgaben auf dem höchsten Stand seit 1988.
  • Auch Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben um 1,8 Prozent.
  • Unangefochtene Spitzenreiter bleiben China und die USA.

Süddeutsche Zeitung

Weltweit stiegen die Militärausgaben 2018 um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit. Mit insgesamt 1,64 Billionen Euro sind die weltweiten Militärausgaben damit auf dem höchsten Stand seit 1988.

Am meisten gaben dem Bericht zufolge die USA, China, Saudi Arabien, Indien und Frankreich aus. Die Rüstungsausgaben dieser fünf Länder zusammen machen 60 Prozent des Gesamtbetrages aus. Die Ausgaben der USA für ihren Verteidigungshaushalt stiegen erstmalig seit 2010, während China zum 24. Mal in Folge mehr für seine Rüstung ausgab als im Vorjahr. Die Rüstungsausgaben weltweit belaufen sich auf 2,1 Prozent des globalen Bruttoinlandproduktes. Umgerechnet auf die Weltbevölkerung sind das 214 Euro pro Person.

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Debatte über Spenden für Notre-Dame in Deutschland – Hilfe für kaputte Steine statt für Menschen?

Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame © Francisco Seco (dpa)
Frankreich debattiert heftig über Millionen-Spenden des Geldadels für Notre-Dame. Aber auch in Deutschland gibt es Diskussionen darüber, ob man angesichts von Hunger und Not auch für „kaputte Steine“ spenden sollte.

DOMRADIO.DE

Auch wenn die Debatte nicht so heftig geführt wird wie in Frankreich. Auch wenn es nicht zuerst um die Frage geht, ob die superreichen Spender, die den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame mit Millionensummen unterstützen wollen, in Wirklichkeit „reiche Mistkerle“ sind, die sich ansonsten hemmungslos bereichern: Auch in Deutschland ging am Osterwochenende die Diskussion weiter, ob Spenden für das französische Wahrzeichen moralisch angebracht sind.

Solidarität aus europäischem Geist – so lautet das Argument der deutschen Spendenbefürworter. Lieber in Menschen investieren als in kaputte Steine – so die Forderung der Kritiker. „Ich habe mir sehnlich gewünscht, dass noch in der Brandnacht Deutschland Großherzigkeit offenbart hätte“, schrieb der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm am Ostersamstag im Bonner „General-Anzeiger“. Ohne Großherzigkeit kein neues Europa.

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Wann ist tot tot?

Grafik:TP
Während in Deutschland die Organspende zum Normalfall erklärt werden soll, wird in der Schweiz der Hirntod als Kriterium für den eingetretenen Tod angezweifelt

Christoph Jehle | TELEPOLIS

In Deutschland geht man zumeist davon aus, dass der Mensch mit dem Eintreten des Hirntodes sein Leben ausgehaucht hat, ein Bild, das im Übrigen aus dem Alten Testament stammt und als Geweihter Atem/Heiliger Geist die christliche Theologie bis heute beeinflusst, hatte doch der aus Lehm geformte Adam sein Leben erst durch das Einhauchen des göttlichen Atems erhalten. Mit dem Hirntod hat man in der europäischen Kultur den Tod eines Menschen definiert, auch wenn es heute möglich ist, viele lebenswichtige Körperfunktionen mit externen Mitteln anzusteuern, so dass sogar eine hirntote Frau ein gesundes Kind zur Welt bringen kann

In Deutschland will man auf der Basis der Definition des Hirntods jetzt die Entnahme von Organen zum Zwecke der Transplantation erleichtern, indem man auf die mit einem Testament vergleichbaren Einwilligung zu Organentnahme verzichten, die Organspende zum Normalfall erklären und für ihre jeweilige Ablehnung eine aktive Erklärung fordern will. Diese Widerspruchsregelung hat einigen Widerspruch herausgefordert. Dagegen gibt es in der Schweiz eine Ärzteinitiative, welche dafür plädiert, die Organentnahme bei Hirntoten zu verbieten.

Die erste Herztransplantation gelang dem südafrikanischem Chirurgen Christiaan Barnard am 3. Dezember 1967 im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt. Zwar überlebte der 53 Jahre alte, aus Litauen stammende Gemüsehändler Louis Washkansky die Operation nur um 18 Tage, dies galt jedoch damals als großer Erfolg der Transplantationsmedizin. Das Herz stammte von der 25-jährigen Bankangestellten Denise Ann Darvall, die bei einem Verkehrsunfall tödliche Hirnverletzungen erlitten hatte.

Ihr Vater gab die Zustimmung für die Entnahme des Herzens. Das war damals vergleichsweise unbürokratisch möglich. Inzwischen lässt sich die Abstoßung eines transplantierten Organs besser vermeiden und somit hat sich die Lebenserwartung der Menschen, welchen ein Organ eingepflanzt wird, deutlich erhöht. Und mit der Operationsroutine nahm auch die Zahl der Transplantationen zu, was manchen Organempfängern ein neues Leben nicht nur versprochen, sondern auch ganz praktisch ermöglicht hat. Und wer Menschen kennt, deren Weiterleben von einem gespendeten Organ abhing, kann einschätzen, welche Bedeutung die Organspende für diese Menschen hat.

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Die Kirchen liegen dem französischen Staat schwer auf der Tasche – zum Glück helfen Spender

Ein nationales Monument, das dem Staat gehört: Die Notre-Dame zwei Tage nach dem Brand. (Bild: Benoit Tessier / Reuters)
In Frankreich herrschen seit der Trennung von Kirche und Staat 1905 besondere Besitzverhältnisse. Zwar werden die Kirchen vom Klerus und den Gläubigen genutzt, der Staat finanziert jedoch meist den Unterhalt. So ist es auch bei der Notre-Dame.

Manuela Nyffenegger | Neue Zürcher Zeitung

Erstaunlich, aber wahr: Nicht die Pfarrgemeinden und Diözesen sind in Frankreich die Eigentümer ihrer Gotteshäuser, sondern in den allermeisten Fällen ist es die öffentliche Hand. Nach der Trennung von Kirche und Staat im Jahr 1905 wollte die katholische Kirche die sakralen Gebäude nicht übernehmen. Denn für deren Kauf hätte sie Glaubensgemeinschaften gründen müssen. Papst Pius X. sah dadurch aber Hierarchie und Verfassung der katholischen Kirche infrage gestellt und verbot dem französischen Klerus, solche Glaubensgemeinschaften zu bilden. Der Widerstand der Kirche hatte zur Folge, dass der Staat in einem Gesetz von 1907 festlegte, die allermeisten Kirchen, die vor der Trennung gebaut worden waren, in seinem Besitz zu behalten. Gleichzeitig aber stellt er sie den Gläubigen und dem Klerus für die Gottesdienste kostenlos zur Verfügung.

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Verbotene Pestizide in Europas Flüssen

Entnahme einer Wasserprobe in einem Kanal. Bei ihrer Studie fanden die Forscher kein Fließgewässer, das nicht mit Pestiziden kontaminiert war. © Jonathan Panduro Findalen/ Greenpeace
Kontaminiertes Wasser: Das Wasser europäischer Flüsse und Kanäle ist mit mehr als hundert verschiedenen Pestiziden kontaminiert – teilweise über die Grenzwerte hinaus, wie jetzt Tests in zehn Ländern enthüllen. Unter den Chemikalien sind auch 24 nicht mehr in der EU zugelassene Substanzen, sowie 21 Tierarzneimittel. Die meisten Pestizide waren Unkrautvernichtungsmittel, aber auch Neonicotinoide waren in erhöhten Dosen vertreten, wie die Forscher berichten.

scinexx

Vieles, was von uns Menschen ins Abwasser oder in die Umwelt abgegeben wird, landet irgendwann im Boden oder in den Gewässern. Forscher haben schon mehrfach Rückstände von Pestiziden, Arzneimitteln und Kontrastmitteln in Flüssen und Bächen und sogar im Trinkwasser nachgewiesen. Auch multiresistente Bakterien sind in deutschen Gewässern keine Seltenheit mehr.

Wie groß das Ausmaß der Gewässerbelastung in Europa ist, haben nun Forscher erneut mit Stichprobentests überprüft. Für ihre Studie entnahmen sie Wasserproben in 29 Flüssen und Kanälen in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien Polen und Belgien. Alle Wasserproben wurden auf 245 verschiedene Pestizide und 101 Tierarzneimittel-Wirkstoffe getestet.

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Dschihadrückkehrer: „Es sind Feinde“

Grafik: TP
Das gelte für Männer wie für Frauen – der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian gibt sich entschlossen: „Keine Rückkehr“. Dahinter zeigt sich Ratlosigkeit

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der französische Außenminister hat sich am Wochenende sehr bestimmt zum Problem der französischen IS-Mitglieder geäußert, die in ihr Herkunftsland zurückwollen. Wer in den Reihen von Daesh gekämpft habe, habe gegen Frankreich gekämpft und sei daher ein Feind, so Jean-Yves Le Drian. „Es gibt keine Rückkehr“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung Ouest France.

Das sei von Anfang an die klare Position Frankreichs gewesen, betonte der Minister, wie es Mitglieder der französischen Regierung schon dutzendfach gesagt haben. Neu ist, dass Le Drian betonte, dass er Frauen und Männer gleichermaßen als Feinde Frankreichs sehe. So eindeutig war dies bislang nicht gesagt worden. Gut möglich, dass hier jüngste Bilder und Meldungen von IS-Fanatikerinnen, die sich im kurdischen Lager al-Hol als eine Art Religionspolizei aufspielen und dabei auch Gewalt gegen Kritiker des IS anwendeten, eine Rolle spielen.

Le Drians Begründung lautet:

Wer in den Jahren 2014, 2015 und 2016 in den Irak oder nach Syrien gegangen ist, hat dies im Allgemeinen getan, um zu kämpfen. Ich stelle fest, dass es eine Art des Mitgefühls von einigen Anwälten der Frauen gibt, aber sie sind Kämpferinnen, militante Aktivisten des Dschihadismus. Also müssen sie als solche behandelt werden.

Jean-Yves Le Drian, französischer Außenminister

So bestimmt Le Drian eine eindeutige Position der Regierung reklamiert wie hier bei den Frauen, so lässt er wichtigen Fragen offen stehen und begnügt sich mit leeren Hülsen, wohl in der Hoffnung, dass ihn der Interviewer in Ruhe lässt. Auch das wird aus seinen Aussagen deutlich. Le Drian hat es einfach mit der Forderung, dass die IS-Mitglieder an Ort und Stelle vor Gericht gestellt werden und ihre Strafe erhalten sollen, wenn es um den Irak geht, weswegen Frankreich auch darauf achtet, dass die IS-Kämpfer möglichst in dieses Land gebracht werden, wie die 13 Männer Ende Februar.

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Waffenexporte: Frankreich will freie Bahn von Deutschland

Rüstungsverkäufe sind notwendig für die Sicherheit Europas, argumentiert die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes

Thomas Pany | TELEPOLIS

Waffenlieferungen an Saudi-Arabien sind ein lukratives Geschäft. Wer allerdings Waffen an den größten Einkäufer im Nahen Osten liefert, muss sich auf deren Einsatz gefasst machen und auf Folgen, wie sie die Katastrophe im Jemen in Bildern des Elends vor Augen führt. Dazu kommt die mörderische Politik der absoluten Herrscher gegenüber Oppositionellen, Kritikern und Menschenrechtsaktivisten.

Soll diese Macht, die mit dem fundamentalistischen Wahabismus verbunden ist, durch Kriegsgerät von europäischen Herstellern unterstützt werden? Das ist keine rhetorische Frage, sondern eine politische Abwägung in Zeiten, wo über die vielen Informationsquellen die schmutzigen Seiten der Politik nicht mehr so gut versteckt werden können. Moral ist nur ein Gesichtspunkt unter anderen. Die Werte der europäischen Geschäftspartner Saudi-Arabiens orientieren sich an einem Sicherheitsdenken, dem viel am Wohl der Rüstungsindustrie liegt.

Wie geht es weiter mit dem Waffen-Exportstopp für Saudi-Arabien?

In Berlin tagt heute der Bundessicherheitsrat im Geheimen zur Frage des Waffenexportstopps. Die Zeit drängt. Ende dieser Woche, am 31. März, läuft der Waffen-Exportstopp für Saudi-Arabien aus. Die Frage, ob er verlängert wird und, wenn ja, unter welchen Bedingungen, oder ob er auslaufen soll, ist sowohl für die Regierungskoalition wie für das französisch- deutsche Verhältnis mit Konflikten verbunden. Für die Koalition in Berlin sei die Lage nicht einfach, so der Spiegel gestern Abend:

So wäre eine Mehrheitsentscheidung, faktisch eine Art Kampfabstimmung, eine schwere Belastung, wenn nicht sogar das Ende für die Koalition. Zudem gilt Entwicklungsminister Müller als Wackelkandidat. Der CSU-Mann hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Bedenken, wenn er im Bundesicherheitsrat Waffenlieferungen absegnen musste. Ähnlich dürfte er über einen Persilschein für die Saudis denken.

Spiegel

Wie die FAZ heute berichtet, kamen aus der SPD, wo man sich für eine Verlängerung des Exportstopps stark machte, nach und nach Zeichen des Entgegenkommens. Zitiert wird Nils Schmid, der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, sagte: „Die SPD steht einer Lösung bei Gemeinschaftsprojekten mit EU-Partnern nicht im Weg.“

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Wieder Gewalt bei Gelbwesten-Protesten – Wohnhaus geht in Flammen auf

Rund um den Triumphbogen ist es am Samstag zu Zusammenstössen gekommen. (Bild: Philippe Wojazer / Reuters)
In Frankreich demonstrieren die Gelbwesten das 18. Wochenende in Folge gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron. Für die Gelbwesten-Bewegung ist es ein entscheidendes Wochenende.

Neue Zürcher Zeitung

Bei Protesten der Gelbwesten ist es in Paris wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Vor allem auf den Champs-Élysées und rund um den Triumphbogen an der Spitze der Prachtmeile kam es am Samstagvormittag zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei. «Es besteht kein Zweifel, dass sie zu Gewalt aufrufen und in Paris Chaos säen», reagierte Innenminister Christophe Castaner. Professionelle Randalierer hätten sich unter die Demonstranten gemischt. Er forderte die Polizei auf, mit Härte auf die Angriffe zu reagieren.

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Gerichtspräsident kritisiert „bizarre Formen“ des Kirchenasyls

Bild: © dpa/Angelika Warmuth (Symbolbild)
Kirchenasyl, weil ein Iraner nach Frankreich abgeschoben wird: Das findet der Präsident des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts „bizarr“. Zwischen der Praxis in der evangelischen und der katholischen Kirche sieht er Unterschiede.

katholisch.de

Für den Präsidenten des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts, Andreas Heusch, nimmt das Kirchenasyl in Deutschland „immer bizarrere Formen“ an. Wenn die evangelische Kirche einen Flüchtling vor der Überstellung an die französische Justiz schütze, dann könne er dafür keinerlei Verständnis aufbringen, sagte Heusch am Freitag vor Journalisten in Düsseldorf. „Wenn wir das akzeptieren, ist es mit der EU nicht mehr weithin.“

Eine evangelische Kirchengemeinde in Solingen hatte jüngst einem iranischen Flüchtling Kirchenasyl gewährt, weil ihm im Rahmen des Dublin-Verfahrens eine Auslieferung nach Frankreich drohte.

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TV-Doku über Missbrauch von Ordensfrauen erschüttert Frankreich

Bild: © KNA/Harald Oppitz
„Gottes missbrauchte Dienerinnen“ – so lautet der Titel einer TV-Dokumentation, die schon vor ihrer Ausstrahlung für Wirbel in Frankreich sorgt. Das Thema: die Vorwürfe des Missbrauchs von Ordensschwestern gegen einen 2006 verstorbenen Dominikaner.

katholisch.de

Eine Dokumentation des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte zu sexuellem Missbrauch von Ordensschwestern sorgt bereits vor der Ausstrahlung für Erschütterung. Arte zeigt die Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ von Eric Quintin und Marie-Pierre Raimbault am heutigen Dienstagabend. Im Zentrum steht der 2006 gestorbene Dominikaner und Gründer der Frauengemeinschaft „Congregation Saint-Jean“, Marie-Dominique Philippe. Er soll über mehrere Jahre Ordensfrauen missbraucht haben.

Die Präsidentin der Konferenz der Ordensmänner und -frauen in Frankreich (CORREF), Veronique Margron, äußerte sich erschüttert über die mutmaßlichen Missbrauchsfälle, um die es in der Reportage geht. Einige Ordensoberinnen hätten eine „Art Menschenhandel“ mit ihren Schwestern betrieben.

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«Gelbwesten» demonstrieren den 16. Samstag in Folge in Frankreich

Die «Gelbwesten» sind am Samstag zum 16. Protesttag in Frankreich auf die Strasse gegangen. Begleitet wurden die Proteste von einem Grossaufgebot der Polizei.

Neue Zürcher Zeitung

In Paris versammelten sich Hunderte Menschen am Triumphbogen, um auf einem zwölf Kilometer langen Marsch durch die Stadt gegen die Politik der Regierung von Präsident Emmanuel Macron zu protestieren. Für den Nachmittag wurden Demonstrationen in weiteren Landesteilen erwartet, unter anderem in Montpellier, Strassburg und Nantes.

Im Norden riefen die Organisatoren «Gelbwesten» aus der Region und den Nachbarländern Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland dazu auf, in Lille zusammenzukommen. «Der Kampf ist international», hiess es in einem auf englisch und deutsch übersetzten Demonstrationsaufruf im sozialen Netzwerk Facebook.

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Frankreich fordert Vatikan nach Belästigungsvorwürfen zum Handeln auf

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Im Fall der Belästigungsvorwürfe gegen den päpstlichen Gesandten in Paris hat Frankreich den Vatikan zum Handeln aufgefordert.

ZEIT ONLINE

Der Vatikan müsse „seiner Verantwortung gerecht werden“, sagte die französische Europaministerin Natalie Loiseau am Freitag dem Sender CNEWS. Auf die Frage, ob der Vatikan die diplomatische Immunität seines Botschafters aufheben solle, sagte sie: „Der Heilige Stuhl kennt die schwer wiegenden Vorwürfe gegen den Nuntius, und ich zweifle nicht daran, dass er die richtige Entscheidung trifft.“

EuGH: Kein Bio-Siegel für Halal-Fleisch

Im Kühlraum eines Schlachthofs in Hannover hängen ausgeblutete Rinder, die zuvor betäubt wurden. (Foto: dpa)
  • Schlachtmethoden, bei denen aus religiösen Gründen auf eine Betäubung des Tieres verzichtet wird, sind nicht grundsätzlich gleichwertig mit jenen Techniken mit Betäubung, wenn es um das Wohl der Tiere geht.
  • Deshalb darf Fleisch aus solchen Produktionen nicht mit dem europäischen Bio-Siegel ausgezeichnet werden, hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Süddeutsche Zeitung

Fleisch, das aus rituellen Schlachtungen stammt, bei denen das Tier vorher nicht betäubt wurde, darf nicht das europäische Bio-Siegel tragen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Die Begründung: Diese Methoden hält das Leiden der Tiere nicht so gering wie möglich. Das jedoch sehen die Regeln für das Gütesiegel vor.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Betäubung die beste Technik ist, um das Tierwohl während der Schlachtung am wenigsten zu beeinträchtigen, hieß es vom Gerichtshof. Damit die Religionsfreiheit gewahrt bleibt, ist es im Rahmen ritueller Schlachtungen in der EU ausnahmsweise erlaubt, auf die Betäubung zu verzichten.

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Kurden widersprechen Trump und erklären, dass sie IS-Kämpfer nicht einfach so freilassen werden

Vertreter der kurdischen Kräfte in Nordsyrien haben versichert, inhaftierte deutsche Jihadisten nicht freizulassen. Damit widersprachen sie einer Drohung von US-Präsident Donald Trump.

Neue Zürcher Zeitung

Der Aussenbeauftragte der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Abdel Karim Omar, sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (Paywall), Trump habe über eine Freilassung nicht zu entscheiden. Die ausländischen Gefangenen seien nicht in amerikanischen, sondern kurdischen Händen. «Wir werden mit den IS-Mitgliedern gemäss den internationalen Verträgen und Konventionen umgehen, und wir werden sie nicht freilassen», sagte Omar.

Trump hatte europäische Länder wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien via Twitter aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Anderenfalls seien die USA gezwungen, sie auf freien Fuss zu setzen. Allerdings sind die Kämpfer nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Einheiten, die weite Gebiete im Norden Syriens kontrollieren. Die USA sind Verbündete der Kurden im Kampf gegen den IS.

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Beschuldigter Priester wollte Veröffentlichung verhindern: Film über Missbrauchsskandal in der Kirche darf in die Kinos

Bild: © peych_p/Fotolia.com (Symbolbild)
Ein Spielfilm über den kirchlichen Missbrauchsskandal kann wie geplant in den Kinos starten. Der Priester, dessen Geschichte erzählt wird, hatte bis zuletzt versucht, die Veröffentlichung zu verhindern.

katholisch.de

Der Film „Grace a Dieu“ (Gelobt sei Gott) darf am Mittwoch in den französischen Kinos starten. Das entschied am Montag ein Gericht in Paris. Bernard Preynat (72), ein des Missbrauchs beschuldigter Priester aus Frankreich, dessen Geschichte dem Film zugrunde liegt, hatte versucht, den Kinostart zu verhindern und die Veröffentlichung auf die Zeit nach seinem Prozess zu verschieben. Sein Anwalt begründete dies mit dem Erhalt der Unschuldsvermutung.

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«Gelbwesten» protestieren wieder in Frankreich

In Paris demonstrierten die «Gelbwesten» auch an diesem Wochenende wieder gegen die Mitte-Regierung. (Bild: Sameer Al-Doumy / Imago)
Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der «Gelbwesten»-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert.

Neue Zürcher Zeitung

In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder «Gelbwesten»-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Strassburg. Auch hier blieb die Lage Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend «Gelbwesten» einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

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Berlinale-Film „Grâce à Dieu“: Katholischer Priester will Start eines Missbrauchsfilms verhindern

„Grâce à Dieu“ von François Ozon arbeitet einen Missbrauchsfall auf. Foto: Jean-Claude Moireau
Der Anwalt eines Priesters versucht, François Ozons „Grâce à Dieu“ in Frankreich zu stoppen. An diesem Freitag feiert der Film Weltpremiere bei der Berlinale.

Eberhard Spreng | DER TAGESSPIEGEL

Seit einigen Tagen versucht der französische Anwalt Frédéric Doyez, den für den 20. Februar geplanten Filmstart von François Ozons „Grâce à Dieu“ in Frankreich mit einer einstweiligen Verfügung zu untersagen. Es sei nicht hinzunehmen, dass ein Film zur Vorverurteilung seines Angeklagten führe, der sich demnächst für pädophile Übergriffe in der Vergangenheit zu rechtfertigen hat.

Doyer verteidigt den Lyoneser Priester Bernard Preynat, der sich in der Gemeinde Sainte-Foy-lèsLyon von 1986 bis 1991 in mehr als 70 Fällen sexuelle Übergriffe an von ihm betreuten Pfadfindern schuldig gemacht hat.

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Massaker der Waffen-SS: „Wenn sie weglaufen, habe ich das Recht, auf sie zu schießen“

Soldaten der Waffen-SS-Division „Hitlerjugend“ bei einer Parade Anfang 1944 Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-297-1740-06A/Kurth/CC-BY-SA 3.0
Den Angriff auf ihren Transportzug beantwortete die SS-Division „Hitlerjugend“ 1944 in Frankreich mit einem Massaker. 86 Menschen wurden ermordet. Jetzt ermittelt die Justiz gegen einen Beteiligten.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Auch für Kriegsverbrecher gelten im Rechtsstaat die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Zum Beispiel darf niemand zweimal wegen derselben Tat verurteilt werden. Dieser Grundsatz führt jetzt dazu, dass gegen einen bereits rechtskräftig zum Tode verurteilten früheren Waffen-SS-Mann nicht wegen Beihilfe zum Mord, sondern wegen Volksverhetzung ermittelt wird.

Es geht um ein Kriegsverbrechen, das Männer der Waffen-SS-Division „Hitlerjugend“ in der Nacht vom 1. auf den 2. April 1944 im nordfranzösischen Dorf Ascq begangen haben. Ende März 1944 war der Befehl ergangen, diese Division wegen der zu erwartenden alliierten Invasion auf dem europäischen Kontinent von Belgien in die Normandie zu verlegen. Am 1. April begann der Eisenbahntransport.

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Frankreich: Sollen 130 IS-Verdächtgte repatriiert werden?

Paris plant die Repatriierung von rund 130, in Syrien festgehaltenen Personen, die im Verdacht stehen, mit der Terrororganisation IS im Kontakt zu stehen.

tachles.ch

Das berichtete am Dienstag die TV-Station BFM. Derzeit werden die Männer von den Demokratischen Kräften in Syrien gefangen gehalten. Bei dieser Bewegung handelt es sich um Partner der von den USA angeführten anti-IS-Koalition. Angesichts der amerikanischen Rückzugsabsichten aus Syrien wuchs die Besorgnis über die Zukunft der Internierten und die Gefahr, die sie darstellen. Der französische Innenminister Christophe Castaner meinte dazu am Dienstag: «All Jene, die nach Frankreich zurückkehren, werden vor Gericht abgeurteilt werden.

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