Australien: Die anglikanische Kirche muss für Missbrauch bezahlen

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In Australien sollen rund 60.000 Missbrauchopfer mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro entschädigt werden. Zahlen sollen das die Institutionen, deren Mitarbeiter für das Leid verantworlich sind. Um das zu finanzieren, müssen anglikanische Diozösen Kirchen und Friedhöfe verkaufen.

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Am 1. Juli tritt in Australien aller Voraussicht nach das Gesetz über die Entschädigung von Missbrauchsopfern in Kraft. Der Entschädigungsfonds ist eine der Empfehlungen der staatlichen Missbrauchskommission, die den Umgang von religiösen und weltlichen Institutionen mit sexuellem Missbrauch von Kindern untersucht hatte.

Das wird für Anglikaner, andere Kirchen und weltliche Institutionen richtig teuer. Schätzungen zu Folge werden für die insgesamt rund 60.000 Missbrauchsopfer umgerechnet 2,5 Milliarden Euro benötigt. Die Zahlungen sollen von jenen Institutionen geleistet werden, von deren Mitarbeitern die Betroffenen missbraucht wurden. Erst wenn eine Institution nicht mehr existiert oder bankrott ist, soll die öffentliche Hand als Geldgeber einspringen.

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Jeder dritte deutsche Friedhof in kirchlicher Hand

Bild: tilly
Von den bundesweit 32.000 Friedhöfen befindet sich jeder dritte in kirchlicher Trägerschaft.

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Insgesamt gebe es rund 11.500 kirchliche Begräbnisstätten, davon 7.900 evangelische und 3.600 katholische, wie die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur „Aeternitas“ am Mittwoch in Königswinter mitteilte. Viele der kirchlichen Träger litten unter Kostendruck, da immer mehr Menschen eine Feuerbestattung oder kleinere, günstigere Gräber auswählten. In Folge davon gäben einige Kirchen die Verwaltung an die Kommunen ab. Im Unterschied zu kirchlichen Trägern seien die Gemeinden gesetzlich verpflichtet, Gräber für verstorbene Einwohner vorzuhalten.

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USA: Jesuiten geben Indianern ihr Land zurück

Sioux-Indianer bekommen in South Dakota Land zurück – AFP
Nach 137 Jahren bekommen die Sioux-Indianer bis Ende des Monats ein 500 Hektar großes Grundstück zurück. Als die US-Regierung den Jesuiten im Jahr 1880 das Land für Kirchen und Friedhöfe übertragen hatte, gab es 23 Missionsstationen, jetzt seien alle wegen zu weniger Menschen in der Region geschlossen.

Radio Vatikan

„Nun ist es an der Zeit, dass die Stämme alle Grundstücke wieder zurück bekommen, die der Kirche für religiöse Zwecke zur Verfügung gestellt worden waren“, hat der Vorsitzende der Mission, Pater John Hatcher laut Nachrichtenagentur fides angekündigt.

Die Fläche gehört zum Rosebud Indian Reservation im US-Bundesstaat South Dakota. Dort leben noch knapp 15.000 Sioux-Indianer. Die sollen laut der Verwaltung die Grundstücke für landwirtschaftliche Zwecke und Weiterentwicklung ihrer Gemeinden nutzen können.

 

Diebe in der Kirche: „Ganze Engel werden abtransportiert“

Bild: brightsblog
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Diebe schrecken vor nichts zurück, was anderen heilig ist: Aus Kirchen und von Friedhöfen werden besonders Gegenstände aus Bronze und Kupfer gestohlen. Auch Christusfiguren sind vor den Einbrechern nicht sicher.

Von Thomas Klatt | evangelisch.de

Stellen Sie sich vor, da wird einem eine 30 Zentimeter große Christusfigur aus dem frühen 18. Jahrhundert angeboten. Sehr gut erhalten, ein gefesselter und gegeißelter Gottessohn aus Alabaster mit Glanzvergoldung des Mantels. Ein Schnäppchen für einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Genau das Richtige für den Wintergarten oder das eigene Wochenendhaus, könnte man denken. Doch Vorsicht ist geboten, das Kunstwerk ist Diebesgut, entwendet in Nürnberg, erfasst im aktuellen Bundeskriminalblatt für gestohlene und sichergestellte sakrale Gegenstände.

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Niedersachsen: Islam-Vertrag sorgt weiter für Wirbel

Kopftucherlaubnis und Gebetsräume sind Punkte, die in dem Entwurf für einen Islam-Vertrag für Diskussionen sorgen. Bild: Archiv/dpa
Der Vertragsentwurf zwischen dem Land und den islamischen Verbänden DITIB und Schura in Niedersachsen hat in allen Parteien Diskussionen ausgelöst. Die FDP warnt vor Zeitdruck auf den Landtag.

NWZ ONLINE

Der Vertragsentwurf zwischen dem Land und den islamischen Verbänden DITIB und Schura in Niedersachsen hat erhebliche Diskussionen in den Fraktionen ausgelöst. Die vorgesehenen Regelungen über Gebetsräume in Schulen, muslimische Schulen und Friedhöfe sowie Feiertagsregelungen werfen nicht nur bei der CDU zahlreiche Fragen auf, die vor allem das Thema Gebetsräume völlig ungeklärt sieht.

Auch FDP-Landeschef Stefan Birkner will auf den Vertragstext noch „genau draufschauen“. Der Jurist sieht noch viele Unklarheiten: Was für einen Charakter hat der Vertrag, wo finden sich arabische Muslime wieder, welche Folgegesetze kommen auf den Landtag zu, bleibt die Kopftucherlaubnis „auf ewig“, wie gebunden wären Folgeregierungen, warum bestehen Muslime so sehr auf Gebetsräume? Birkner warnt im Gespräch mit der NWZ vor Zeitdruck auf den Landtag, der den Vertrag schon im Januar unterschreiben soll. „Friss’ oder stirb – das wird mit der FDP nicht funktionieren!“ betont Birkner. Dann wäre die Antwort: Nein! Die FDP im Landtag erhebe den Anspruch, über den Vertrag – in welcher Form auch immer – „mitzuverhandeln“.

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Jesus-Keks in Frankreich verstreut

Themenbild.
Die Serie von Vandalismus an katholischen Kirchen und Friedhöfen in Frankreich reißt nicht ab: Im nordfranzösischen Valenciennes wurden konsekrierte Hostien auf dem Kirchenboden verstreut, das Altartuch wies Brandspuren auf.


kath.net

Im nordfranzösischen Valenciennes haben Unbekannte die Pfarrkirche „Sacré-Coeur“ verwüstet. Wie die Tageszeitung «La Voix du Nord» (Onlineausgabe Dienstag) berichtet, wurde dabei ein Tabernakel umgestoßen und ein zweiter gewaltsam geöffnet. Konsekrierte Hostien seien im Kirchengang verstreut gewesen. Das Altartuch habe Brandspuren aufgewiesen. Die Eucharistie „ist der lebendige Christus“, erläuterte Pfarrer Jean-Marie Launay und sprach von „Entweihung“. Die Pfarrgemeinde habe für die Täter gebetet und werde zur Sühne eucharistische Anbetung halten, um Vergebung für die Täter zu erlangen.

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Polen: „Holy Wins“ gegen Halloween

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Katholische Kirche im Kampf gegen Heidnisches
Zur Zeit landen sie wieder auf der geliebten Heimaterde, die traditionell gestimmten Exil-Polen aus Großbritannien und den USA: die Flughäfen verlassen sie demonstrativ mit einer Grabkerze in den Händen, die sie den verblichenen Verwandten auf die letzte Ruhestätte stellen wollen.


Von Jens MatternTELEPOLIS

Allerheiligen gilt in diesem Land mit über 90 Prozent Katholiken als der wichtigste Feiertag. Millionen drängen sich zwischen den Gräbern, um die lebende wie tote Sippschaft zu „treffen“. Prominente, Politiker und Schauspieler mischen sich an diesem Tag unter das Volk, um auf den Friedhöfen mit der Sammelbüchse für gute Zwecke zu sammeln.

In den Nachrichtensendungen und den Zeitungen wird derzeit der prominenten Toten gedacht. Dieses Jahr ist ein umstrittener Politiker der bekannteste Verstorbene – General Wojciech Jaruzelski, der in Polen den Kriegszustand im Dezember 1981 verhängte. Am Abend des 1. Novembers leuchtet dann auf den Gräberfeldern ein rotes Kerzenmeer.

Der Feiertag stellt die polnische Familie wie die polnische Gesellschaft jedes Jahr vor viele Herausforderungen. Zum einen müssen ausgiebig die Grabstellen geputzt werden, was meist älteren Frauen oder darauf spezialisierte Firmen überlassen wird.

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Grabstein 2.0: Nürnberger Friedhof erlaubt QR-Codes

Bild: grabmalcode.de
Im Zeitalter des Internets fühlt sich Trauer nicht anders an als vor 100 oder 1000 Jahren. Aber die Form der Erinnerung an Verstorbene wandelt sich. Auf Berliner oder Kölner Friedhöfen zum Beispiel sind Grabsteine mit QR-Codes erlaubt. Die Friedhofsverwaltung in Nürnberg hat im Prinzip auch nichts dagegen.

Von Gabi EisenackNürnberger Zeitung

Von Werbeplakaten oder Online-Tickets der Bahn kennt man das schwarz-weiße Muster namens QR-Code schon. Die Abkürzung QR steht für Quick Response, was auf Deutsch „schnelle Antwort“ heißt. Das Prinzip ist einfach. Mit dem Smartphone wird der Code eingelesen und der führt weiter auf eine Seite im Internet. Wer einen geliebten Menschen zu Grabe tragen muss, der hat mittlerweile die Möglichkeit, im weltweiten Netz an den Verstorbenen zu erinnern, ein Kondolenzbuch einzurichten oder eine Bildergalerie. Der Variantenreichtum ist groß.

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„Hexenprozess“ und Fluchgefahr

Bild: svz.de
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Eine 56 Jahre alte Hexe erleichtert eine Immobilienkauffrau und eine Zahnärztin um 30.000 Euro. Sie soll vorgetäuscht haben, den Frauen mit übersinnlichen Fähigkeiten über ihren Liebeskummer hinwegzuhelfen. Die Hexe sieht sich jedoch als Opfer eines Racheplans.

Von Stefan BehrFrankfurter Rundschau

Die Hexe ist so weit ganz knusper. Name: Selma C., Alter: 56, Staatsangehörigkeit: „Witwe“, Berufsausbildung: „Ich hab‘ in der Küche ausgeholfen“, derzeitiger Status: „nicht mehr richtig bei Sinnen“.

Verbuddelte Knochen

Die Hexe hat laut Staatsanwaltschaft das getan, was Hexen eben so tun: verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche hexen. Beim Hokuspokus hat sie sich immerhin Mühe gegeben: Zeuginnen berichten von Knochen, die nachts auf Frankfurter Friedhöfen in Gräbern verbuddelt wurden, von Gebetszetteln, die entweder an herkömmliche Schafe verfüttert oder – in Wasser aufgelöst – dem Liebsten in spe als Drink serviert wurden. Vor dem Amtsgericht macht die Hexe auf bekloppt, was ihr gutes Recht ist, denn schließlich ist sie wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt.

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Urnenwände, Baumgräber und neue Kirchenräume

Ungenutze Grabflächen: Viele Friedhofsflächen sind heute schon zu groß
Weil immer mehr Menschen in Urnen beigesetzt werden, entstehen auf NRW-Friedhöfen große, ungenutzte Brachen und somit Platz für Neues – wie Parks und Freizeitflächen. Auch ehemalige Kirchenräume haben mancherorts bereits ein ganz anderes Innenleben.

Von Katja GoebelWDR

Am Totensonntag (24.11.2013) werden viele Menschen ihre verstorbenen Angehörigen auf Friedhöfen besuchen. Doch auf den letzten Ruhestätten im Land bietet sich seit Jahren vermehrt ein ähnlicher Anblick: Statt gepflegter Gräberreihen klaffen dort immer öfter Rasenlücken. Der Grund: Die Bestattungssriten ändern sich. Statt einer Erdbestattung bevorzugen Menschen immer öfter die Feuerbestattung. Das ist günstiger und die Grabpflege für Angehörige entfällt. Vor allem aber brauchen Urnengräber weniger Platz.

Städter wählen häufiger Feuerbestattungen

Der Bundesverband Deutscher Bestatter geht davon aus, dass inzwischen über 50 Prozent der Menschen in Urnen bestattet werden. „Sie können aber davon ausgehen, dass in Städten die Zahl höher ist als auf dem Land“, so Verbandssprecher Oliver Wirthmann. Regionale Unterschiede gäbe es aber auch in NRW. „Im Ruhrgebiet gibt es mit Sicherheit mehr Feuerbestattungen als im Münsterland.“ So werden in Dortmund beispielsweise schon 75 Prozent der Menschen in Urnen beerdigt.

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Bestattung: Totgeborgene Kinder(Sternenkinder), unter 500 Gr, können normal bestattet werden

Bild: schmetterlingskinder.de

Eltern können totgeborene Kinder unter 500 Gramm künftig mit eigenem Namen im Personenstandsregister eintragen lassen – In Zukunft kann bei der Personenstandsregistereintragung das Geschlecht bei intersexuellen Kindern offen gelassen werden.

kath.net

Eltern können totgeborene Kinder unter 500 Gramm künftig mit eigenem Namen im Personenstandsregister eintragen lassen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend. So können die sogenannten Sternenkinder auch normal bestattet werden.

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Wider den Säkularismus

Bild: humanismus.aktuell

Report: Diskriminierung von Christen in Europa nicht totschweigen

kath.net

Vor einer zunehmenden rechtlichen Diskriminierung von Christen und der vermehrten Intoleranz gegenüber christlichen Positionen in Europa warnt der neue „Report 2011“ der in Wien ansässigen Beobachtungs- und Dokumentationsstelle „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“. Das Dokumentationsarchiv recherchierte und dokumentierte für das Jahr 2011 180 Vorfälle von Intoleranz und Diskriminierung, die im Bericht aufgeführt sind. Studien zeigten, dass 85 Prozent aller sogenannten „hate crimes“ gegen Christen gerichtet sind. Wie „Observatory“-Leiterin Gudrun Kugler betonte in einer Presseaussendung am Montag betont, dürfe diese Tatsache „in der öffentlichen Debatte nicht totgeschwiegen“ werden.

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Das Geld der Toten – kirchliche Friedhöfe

Neue Bestattungsformen liegen im Trend. Foto: HAn-Online
Foto: HAN-Online

Die Samtgemeinde Tostedt diskutiert über einen „Ruh-Wald“, in dem Verstorbene unter Bäumen bestattet werden können. Der Samtgemeinderat berät morgen über den Antrag von Thilo von Rogister, auf dem Gut seiner Familie in Bötersheim einen Bestattungswald einzurichten. Die Kirche sieht dies mit Sorge.

HAN-Online

Bestattungswälder werden immer beliebter. Es gibt sie in Buxtehude und Bispingen und bald auch in Jesteburg. Die sterblichen Überreste werden in kompostierbaren Urnen unter Bäumen beigesetzt. Nur ein Schild am Baum weist auf den Verstorbenen hin. Grabschmuck und Bepflanzungen sind nicht erlaubt.

Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Planung im Rat steht dem Projekt überwiegend positiv gegenüber. Bedenken kamen von der Verwaltung, die auf freie Kapazitäten der Friedhöfe Handeloh und Heidenau verweist und das Projekt im Landschaftsschutzgebiet für fragwürdig hält. Der Kirchenvorstand der Johannesgemeinde als Betreiber des Tostedter Friedhofs gibt zu bedenken, dass die Kirche schon jetzt nur 44 Prozent ihrer Friedhofskosten decken könne. Höhere Gebühren seien angesichts der Konkurrenz „durch große Hamburger Urnenfriedhöfe, See- und eben Waldbestattungen“ nicht durchsetzbar, teilt Klaus-Dieter Feindt vom Kirchenvorstand mit. „Wir sehen die ohnehin nur schwer erreichbare Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen durch die Planung und deren Umsetzungen in Bötersheim in hohem Maße gefährdet.“ Persönlich stehe er dem Bestattungswald aber positiv gegenüber, betonte Feindt – auch SPD-Ratsherr – im Ausschuss.

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Türkei gibt Kirchen zurück

St. Paul in Tarsus. In der südtürkischen Stadt wurde vor 2000 Jahren der Apostel und Märtyrer Paulus geboren, der als Wegbereiter des Christentums gilt. Quelle: FAZ.NET

Der türkische Premier Tayyip Erdogan geht auf die diskriminierten religiösen Minderheiten zu: Zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan unterzeichnete Erdogan jetzt ein Dekret, das die Rückgabe enteigneter Liegenschaften an religiöse Minderheiten ermöglicht. Die Türkei kommt damit langjährigen Forderungen der EU nach und setzt die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte um.

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Ministerpräsident Erdogan persönlich verkündete den neuen Erlass am Sonntagabend bei einem Iftar-Festessen, dem traditionellen Fastenbrechen, zu dem er Vertreter religiöser Minderheiten in den Innenhof des archäologischen Museums in Istanbul eingeladen hatte. „Ich weiß um die Ungerechtigkeiten, die verschiedenen religiösen Gruppen wegen ihrer Andersartigkeit widerfahren sind“, sagte Erdogan und versicherte: „Die Zeiten, in denen unsere Bürger wegen ihrer Religionszugehörigkeit, ethnischen Herkunft oder ihrer Lebensanschauung unterdrückt wurden, sind vorbei.“

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Katholischer Glaube wird kaum toleriert

Bernard-Henri Lévy, Quelle: brightonfestival.com

Der katholische Glaube ist die in Europa am wenigsten tolerierte Religion, kritisiert der französische Philosoph Bernard-Henri Levy, der sich selbst als Atheist bezeichnet.

KATH.NET

Der katholische Glaube ist die in Europa am wenigsten tolerierte Religion. Das sagt der bekannte Intellektuelle Bernard-Henri Lévy in einem Interview mit der spanischen Zeitung „ABC“.

Der prominente französische Intellektuelle, der sich selbst als Atheist bezeichnet, bedauerte außerdem die vielen ungerechtfertigten Angriffe gegen den Papst. „Die Stimme des Papstes ist sehr wichtig, aber wir sind diesem Papst gegenüber sehr ungerecht“, sagte er wörtlich gegenüber „ABC“. „Ich bin nicht katholisch, aber ich glaube, es gibt Vorurteile und insbesondere einen starken Antiklerikalismus, der enorme Ausmaße in Europa annimmt“, fuhr Lévy fort.

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Kein christlicher Staat

Menschenrechtsexperte Adrian loretan «In der Schweiz hat der demokratische Entscheid mehr Gewicht als der Rechtsstaat»

tachles.ch

Interview mit Adrian Loretan

Die Schweiz zankt sich um Minarette und Friedhöfe, Knabenbeschneidung und Ganzkörperkleidung. Zeit, das Verhältnis zwischen Staat, Religion und Menschenrechten neu zu deuten – mit dem Menschenrechtsexperten und Staatskirchenrechtler Adrian Loretan.

TACHLES: Der UN-Menschenrechtsrat in Genf hat auf Initiative der islamischen Staaten eine Resolution verabschiedet, die die Diffamierung von Religion verurteilt und den islamischen Rechtskodex, die Scharia, unter Menschenrechtsschutz stellt. Das erscheint absurd.

ADRIAN LORETAN: Diese Resolution wird auch von muslimischen Stimmen kritisiert, das sollte man nicht vergessen. Aber Sie haben Recht: Es ist nicht möglich, sich auf die Religionsfreiheit zu berufen, um die Menschenrechte so radikal einzuschränken. . Religionsfreiheit gibt es immer nur im Kontext der Grundrechte, und diese sind die Basis des säkularen Rechtsstaats. Wird diese Basis aufgegeben, sehe ich den Religionsfrieden gefährdet. Diese Institution, der Rechtsstaat, hat Europa nach den Religionskriegen befriedet.

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