Schlagwort-Archive: Genetik

Brauchen wir eine neue Evolutionstheorie?

Die Schöpfung

Die Schöpfung

Seit Charles Darwin hat sich in der Evolutionsbiologie und in den angrenzenden Fachgebieten viel getan. Ist die Evolutionstheorie damit inzwischen veraltet? Ein Pro und Contra.


Spektrum.de

Ja, unbedingt!

Ohne Ausweitung der Evolutionstheorie vernachlässigen wir wichtige Prozesse, meinen Kevin Laland und seine Kollegen.

Schon Charles Darwin sprach von Evolution durch natürliche Selektion – ohne überhaupt von der Existenz der Gene zu wissen. Die heute gängige Evolutionstheorie fokussiert fast ausschließlich auf genetische Vererbung und Prozesse, welche die Häufigkeit der Gene beeinflussen.

Diese begrenzte Sichtweise wird aber zunehmend von neuen Erkenntnissen aus benachbarten Forschungsgebieten geschwächt. So kristallisiert sich langsam ein anderes Bild der Evolution heraus, bei dem auch Wachstums- und Entwicklungsprozesse der Organismen als Ursachen der Evolution auftreten.

Vor sechs Jahren trafen sich einige von uns zum ersten Mal und diskutierten über neue Ansätze. Inzwischen befassen wir uns als interdisziplinäres Team sehr intensiv mit einem weiter gefassten Rahmenwerk, genannt “Erweiterte Synthese in der Evolutionstheorie” (extended evolutionary synthesis [1], EES). Hierfür wollen wir Struktur, Prämissen und Vorhersagen erarbeiten. In der EES sollen wichtige Evolutions-Driver, die nicht auf Gene zurückzuführen sind, in das dichte Geflecht der Evolutionstheorie integriert werden.

Damit wird die EES ganz neues Licht auf die Evolution werfen. Wir glauben, Organismen bilden sich während der Entwicklung erst langsam heraus und sind nicht einfach durch ihre Gene vorprogrammiert. Lebewesen entwickeln sich nicht dergestalt, dass sie in eine vorgefertigte Umgebung passen. Vielmehr entwickeln sie sich zusammen mit ihrer Umgebung, in einem Prozess, der auch die Struktur ganzer Ökosysteme beeinflussen kann.

Wir stehen für eine Revision der Evolutionsbiologie, damit sie von den Erkenntnissen aller Disziplinen profitieren kann

Inzwischen fordern immer mehr Biologen, das Konzept der Evolutionstheorie anzupassen. Rückenwind hierfür kommt aus den Nachbardisziplinen, vor allem der Entwicklungsbiologie, aber auch der Genetik, der Epigenetik, der Ökologie und den Sozialwissenschaften [1,2]. Wir stehen für eine Revision der Evolutionsbiologie, damit sie uneingeschränkt von den Erkenntnissen dieser Bereiche profitieren kann. Und immer mehr Forschungsergebnisse untermauern unsere Position.

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Gedankenkraft steuert Gene

Eine durch Hirnströme gesteuerte Nahinfrarot-LED aktiviert bei dieser Zellkultur bestimmte Gene © Fussenegger et al./ ETH Zurich

Kybernetik und Genetik verknüpft: Forscher haben ein System konstruiert, mit dem Probanden über ihre Hirnströme die Genaktivität in einer Maus kontrollieren können – und dies kabellos. Diese Technik könnte künftig genutzt werden, um chronische Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen zu behandeln, so die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

scinexx.de

Schon länger erlauben raffinierte Mensch-Maschine-Schnittstellen die Steuerung von Computern, Prothesen, Hubschraubern, Flugzeugen und sogar die Kommunikation durch bloße Gedankenkraft. Und auch die Manipulation von Genen in lebenden Organismen ist nicht neu. So können Gene oder eingeschleuste Wirkstofffähren unter anderem mit Radiowellen, bestimmten Chemikalien aber auch mit Licht im Nahinfrarotbereich aktiviert werden. Dieses Licht ist besonders geeignet, weil es tief in Gewebe eindringen kann, ohne den Zellen und Stoffwechselprozessen zu schaden.

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Evolutionstheorie: Dieses Museum will zeigen, dass die Bibel recht hat

Schon beim Eingang wird die enge Verflechtung von "Creation Science" und einer streng wörtlicher Auslegung der Bibel ersichtlich. Kreationismus ist im Prinzip eine Art Theologie und verwendet naturwissenschaftliche Erkenntnisse nur dort, wo es ins Weltbild passt.( Themenbild.)

Schon beim Eingang wird die enge Verflechtung von “Creation Science” und einer streng wörtlicher Auslegung der Bibel ersichtlich. Kreationismus ist im Prinzip eine Art Theologie und verwendet naturwissenschaftliche Erkenntnisse nur dort, wo es ins Weltbild passt.( Themenbild.)

Die gottlosen Evolutionstheoretiker haben unrecht, demonstriert das Creation Museum in den USA. Zu sehen ist, wie der T-Rex Adam und Eva beim Baden beobachtet. Ach so, und die Dinos waren Vegetarier.

Von Hannes SteinDIE WELT

Das Creation Museum liegt in der Mitte von nirgendwo. Genauer gesagt, liegt es im Dreiländereck der amerikanischen Bundesstaaten Kentucky, Ohio und Indiana zwischen Feldern und Wiesen. Das Creation Museum hat eine Mission: Es will zeigen, dass die Bibel recht hat – dass Gott die Welt also buchstäblich (und nicht in irgendeinem übertragenen Sinn) vor 6000 Jahren in sechs Tagen von je 24 Stunden Dauer geschaffen hat.

Das Hauptargument, mit dessen Hilfe dies bewiesen werden soll, sind Dinosaurierskelette. Der Hauptgrund, warum Dinosaurier ausgestorben sind, ist nämlich – sonnenklar – die Sintflut. Zwar sind zwei von jeder Dinosaurierart an Bord der Arche mitgereist, aber nach der Sintflut haben die Menschen die armen Viecher gejagt, und darum gibt es sie heute nur noch im Kino.

Ein Skelett, das im Gehen die Bibel liest

Das Creation Museum ist zwar nicht ganz so groß wie das Museum of Natural History in New York, in dem die Weltsicht der Anhänger der gottlosen Evolutionstheorie dominiert, aber es ist immerhin so groß, dass man problemlos zwei Stunden mit Schlendern verbringen kann.

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“Gott oder Zufall?” – Metaphysik für den Nachttisch

Mit “Gott oder Zufall?” bietet der Biologe Robert James Berry einen Schnellkurs in Wissenschaft und Philosophie zugleich. Gemeinsam mit 25 anderen Autoren führt er die Leser von der Kosmologie bis zur Genetik – und beleuchtet das Verhältnis von Glauben und Wissen.

Von Dirk LorenzenDeutschlandradio Kultur

Sind wir Menschen ein Zufallsprodukt der Evolution – oder liegt hinter der Entstehung von Leben ein göttlicher Plan? Macht eine Weltformel, die das ganze Universum beschreibt, einen Schöpfer überflüssig? Sind Bewusstsein und Seele allein eine Folge chemischer Reaktionen im Hirn – oder gibt es etwas jenseits der Synapsen und Botenstoffe?

Das Buch “Gott oder Zufall?” führt seine Leser durch Kosmologie, Physik, Geowissenschaften, Evolutionsbiologie bis zu Medizin und Genetik und beleuchtet das Verhältnis von wissenschaftlicher Erkenntnis und christlichem Glauben. Robert James Berry, Biologe am University College London, hat gemeinsam mit 25 anderen Wissenschaftlern ein kurzweiliges und sehr informatives Buch geschrieben.

Es ist ein Schnellkurs zugleich in Wissenschaft und Philosophie. Die Autoren stellen zunächst den aktuellen Stand ihrer Forschungsgebiete vor – dann legen sie dar, wo auf metaphysischer Ebene die Konfliktpunkte liegen. Einst wähnten die Menschen in jedem Blitz ein göttliches Zeichen. Doch auch die moderne Wissenschaft lässt – sofern man denn Zugang zum Glauben hat – viel mehr zu als allein den “Lückenbüßergott”, der für das herhalten muss, was sich (noch) nicht erklären lässt.

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Genetik: Woher stammen die Aschkenasim? Aus Rom?

Bild: diepresse.com

Eine neue Analyse der mitochondrialen Gene – das sind die, die nur von den Müttern kommen – deutet darauf, dass die weiblichen und für das Judentum entscheidenden Ursprünge in Italien lagen.

Von J. Langenbach – Die Presse.com

Wenig ist in der Genealogie so umstritten – und mit Emotion beladen – wie die Herkunft der Aschkenasim, der Juden Mittel- und Osteuropas. Mit ihren acht Millionen Köpfen stellten sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts ungefähr 90 Prozent der Juden der Welt, und das bringt eine Hypothese für ihre Herkunft in Probleme, die vom Rheinland. Sie geht davon aus, dass im 7. Jahrhundert Juden aus dem Heiligen Land flohen, als es von Moslems überrannt wurde. Sie ließen sich am Rhein nieder, von dort zogen im 15. Jh. etwa 50.000 nach Osteuropa, sie waren willkommen, es gab damals dort keine Pogrome.

Das passt zum Selbstverständnis – ihm zufolge liegen die Ursprünge im Heiligen Land –, und es gibt Genanalysen, die diesen Glauben bestätigen: Doron Behar (Haifa) etwa fand bei den Aschkenasim – und den beiden anderen Hauptgruppen, den Sephardim und den orientalischen Juden – die gleichen genetischen Wurzeln, sie sprossen vor 3000 bis 4000 Jahren im Mittleren Osten (Nature, 422, S.328). Allerdings war die Datenbasis dünn, und um auf die acht Millionen zu kommen, hätten sich die Juden in Mittel-/Osteuropa zehnmal so rasch vermehren müssen wie ihre nicht jüdischen Nachbarn.

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Uralte Erbinformationen

Forscher haben den Knochenfund eines 700.000 Jahre alten Pferdes mit denen eines heute lebenden Przewalski-Pferdes verglichen. (Bild: picture alliance/dpa/ Claudia Feh/nature publishing group)

Dass in den Knochenfunden von Urzeit-Tieren Erbinformation stecken könnte, galt lange als ausgeschlossen. Doch mit dem Computer gelang es immer häufiger, Erbgut längst vergangener Lebewesen zu rekonstruieren. Wissenschaftler aus Kopenhagen haben dabei nun einen neuen Rekord aufgestellt.

Von Michael LangeDeutschlandfunk

Der Fund stammt aus dem Permafrostboden im Norden Kanadas und ist etwa 700.000 Jahre alt. Es handelt sich um einen Hinterhuf-Knochen eines Pferdes aus dem mittleren Pleistozän. Dass sich aus diesem Fund Erbmaterial gewinnen lässt, ist schon etwas Besonderes. Aber nun haben Forscher der Universität Kopenhagen nicht nur ein paar Erbgutschnipsel gefunden, sondern das ganze ursprüngliche Pferdeerbgut rekonstruiert.
Der Evolutionsbiologe David Lambert von der Griffith University in Nathan, Australien, sieht darin einen Riesenfortschritt für die Forschung mit alter DNA.

“Diese Veröffentlichung ist ein Meilenstein. Da besteht kein Zweifel. Der bisherige Rekord für die Entzifferung alter Genome lag bei knapp 80.000 Jahren, und nun wurde er fast um das Zehnfache übertroffen.”

Eingefroren im Erdboden, abgeschirmt von Wasser und Luft, hat die Erbsubstanz 700.000 Jahre gut überstanden. Natürlich ist sie in Millionen Einzelstücke zerfallen, jedes nur 25 bis 75 genetische Buchstaben lang. Für die Wissenschaftler um Ludovic Orlando am Zentrum für Geogenetik der Universität Kopenhagen ging es bei der Präparation darum, dass so wenig kostbare DNA wie möglich verloren geht.

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Globale Bewusstseinsindustrie: Der Kampf um das menschliche Ich

Bild: innovationwatch.com

Die globale Bewusstseinsindustrie entsteht: Was wird aus dem Menschen und seinem Selbstbild unter dem Einfluss von Neurotechnologie und Transhumanismus?

Von Roland BenedikterTELEPOLIS

Das Jahr 2013 steht, mehr noch als im Zeichen politischer Umwälzungen, wirtschaftlicher und Schuldenkrisen oder regionaler militärischer Konfrontationen, auf globaler Systemebene im Zeichen eines unaufhaltsam beginnenden “Jahrzehnts des Bewusstseins”. Dass diese Tatsache von ebensovielen Beobachtern als Drohung wie als Chance verstanden wird, ist angesichts der Ambivalenz der damit verbundenen Entwicklung kein Wunder. Roland Benedikter und Karim Fathi über die Entwicklung der globalen Bewusstseinsforschung zur Bewusstseinsindustrie – und die Perspektiven.

Entstehung eines “neuro-industriellen Komplexes”

2012 war nicht nur das Jahr, in dem die globalen militärisch-ökonomischen Komplexe auf Rekordniveau stagnierten und damit ihren Druck auf Regierungen zu konfrontativen Gesten erhöhten, wie etwa am deutlichsten die chinesische Militär- und Rüstungsindustrie auf die neue Regierung Chinas (deren Ausgaben allerdings neben denen Russlands am stärksten stiegen). Ähnlich wie bereits 2011 betrugen die Gesamtausgaben für militärische Zwecke laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI etwa 1,25 Billionen Euro, das sind 3,4 Milliarden Euro pro Tag. In den meisten entwickelten Ländern, etwa in Deutschland, sind die Rüstungsausgaben heute drittgrößter Ausgabenposten hinter dem Sozialen und dem Schuldendienst. Die Macht des militärisch-ökonomischen Komplexes und sein Einfluss auf die internationale Entwicklung ist also erheblich.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Warum Stalin die Biologie ändern ließ, “proletarische Biologie”

Nikolai Wawilow, Bild: wikipedia/public domain

Vor 125 Jahren wurde der russisch-sowjetische Genetiker und Pflanzenforscher Nikolai I. Wawilow geboren

Von Martin KochND

In Pawlowsk, unweit von St. Petersburg, befindet sich ein wahrer Schatz der Wissenschaft: die älteste und inzwischen drittgrößte Genbank der Welt. Sie umfasst über 330 000 Kulturpflanzensorten sowie deren Vorformen und wildwachsende Verwandte aus allen Regionen der Erde: Kartoffeln aus Chile, Bohnen aus Nordamerika, Getreide aus Äthiopien. Sowohl für die Züchtung neuer als auch für den Erhalt traditioneller Kulturpflanzen ist das in Pawlowsk gesammelte Saatgut von unschätzbarem Wert, wie folgendes Beispiel zeigt: Als Mitte der 1980er Jahre ein Fadenwurm über große Teile der US-amerikanischen Sojafelder herfiel, ließen sich nirgendwo Sojapflanzen auftreiben, die gegen den Parasiten resistent waren. Allein in Pawlowsk lagerte eine solche Sorte, die sowjetische Forscher ihren Kollegen aus den USA kostenlos zur Verfügung stellten – und das zur Hochzeit des Kalten Krieges!

Den Grundstein für die erste Genbank der UdSSR legte 1926 der Botaniker Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der vor 125 Jahren, am 13. (25.) November 1887, als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers geboren wurde. Nachdem er von 1906 bis 1910 am Landwirtschaftlichen Institut seiner Heimatstadt Moskau studiert hatte, reiste er mehrmals ins westliche Ausland, um seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Biologie zu vertiefen.

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Gerd Doeben-Henisch: Der informationelle Grenzgänger

Prof.Dr.phil Dipl.theol Gerd Döben-Henisch, Bild: homepage

Länger als zwei Jahrzehnte war Gerd Doeben-Henisch Mitglied des Jesuitenordens, bis er aus der Kirche austrat und sich der Informatik zuwandte. Die Wissenschaft bietet ihm nun neue Sichtweisen auf alten Fragen.

Von Gregor HonselTechnology Review

Wenn Gerd Doeben-Henisch sich Zeit nimmt, aus seinem Leben zu erzählen, landet das Gespräch rasch bei grundsätzlichen Dingen – beim menschlichen Bewusstsein, bei formaler Logik, bei Gott. Er spricht über philosophische Sackgassen, spirituelle Erlebnisse und Glaubenskrisen, über künstliche Intelligenz, Genetik und Evolution.

Dabei kann er aus der Erfahrung von zwei verschiedenen Leben schöpfen: Eines vor dem März 1990, eines danach. Damals trat der heute 63-Jährige aus der Kirche aus – nach 22 Jahren im Jesuitenorden, nach Theologiestudium und Priesterweihe. Seitdem beschäftigt er sich vor allem mit Informatik und künstlicher Intelligenz und ist heute Professor an der Fachhochschule Frankfurt. Wie passen diese beiden Leben zusammen? Sind Religion und Computer tatsächlich zwei Sphären von so unterschiedlicher Natur wie Eier und Äpfel? Oder kann Theologie die Informatik im Gegenteil sogar bereichern?

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Gottes Werk und Darwins Beitrag

Foto: brightsblog/Naturkundemuseum Berlin

Menschen, Tiere, Pflanzen sind nicht in einem Schöpfungsakt entstanden, sondern Ergebnis der Evolution: Charles Darwins Erkenntnis war in der Wissenschaft ein Riesenerfolg, dennoch gibt es bis heute Streit darum.

volksfreund.de

Am absoluten Anfang sagte Gott drei Worte: “Es werde Licht.” Und es ward Licht. Nachzulesen ist dieser Erzähleinstieg im Alten Testament. Mit ihm beginnt die Genesis, die biblische Schöpfungsgeschichte. Sie ist ein Mythos von der Geburt des Lebens, einer von vielen.
Ob Ägypter, Chinesen oder die Urvölker Australiens, ob Griechen, Sumerer oder Juden: Sie alle kennen Schöpfungsmythen, die ihnen die Entstehung der Welt und ihren eigenen Ursprung erklären sollen.

Kulturgeschichte der Menschheit

Dass es vielleicht doch kein Machtwort Gottes oder eine Laune der Götter war, mit der das diesseitige Leben begann, und auch keine göttliche Lotosblüte, aus der es stieg: Diese Ahnung dämmerte bereits einigen Menschen in der Antike. Denker wie Thales von Milet suchten nach nicht-mythologischen Erklärungen für das Prinzip Leben.

Wasser als Ursprung des Lebens

Der griechische Naturphilosoph meinte, das Wasser sei Ursprung allen Lebens. Sein Zeitgenosse Anaximander ging einen Schritt weiter: Er nahm an, dass die ersten Menschen sich aus fischähnlichen Wesen entwickelten, also im Wasser entstanden und später an Land gingen. Anaximander vermutete also bereits eine Art evolutionären Prozess hinter der Entstehung des Lebens.

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Was wir alles nicht über Intelligenz wissen

Quelle: Frankfurter Allgemeine Blogs

Intelligenz ist erblich, aber nur begrenzt, das Umfeld ist auch wichtig, sie verändert sich mit der Zeit, im Individuum und in ganzen Gesellschaften – kurz: Intelligenz ist ein Thema voller Rätsel.

Deus ex Machina – Frankfurter Allgemeine Blogs

Gelegentlich werden mir pädagogische Ambitionen und Fähigkeiten unterstellt – bedauerlicherweise völlig zu Unrecht. Ich hätte wenig Lust, Schülern oder Studenten mit Wissen zu füttern, das ihnen in den meisten Fällen etwa so willkommen sein dürfte wie der Stopfgans die Maismaische – zumal Wissen ja heute meistens kein Selbstzweck mehr ist, sondern nur ein notwendiger Schritt in die berufliche Zukunft. Aus diesem Grund wäre ich auch sicher völlig ungeeignet – wobei manche Geschichten von lehrenden Bekannten durchaus schön klingen. Andere Geschichten wiederum sind eher unterhaltsam.

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Albtraum: IQ-Rassismus und Rechtsextremismus in NS-Tradition

Quelle: info.kopp-verlag.de

Döner-Morde, Neonazi-Morde, Verfassungsschutz als Unterstützer und auch generell blind für Rechtsextremismus, wobei z.B. der LINKE Bodo Ramelow sicher weit gefährlicher erscheint und observiert werden muss, ganz klar! Wundern muss sich jedoch niemand, denn spätestens seit der enormen Akzeptanz der abstrusen sarrazinischen Hobby-Eugenetik, dürfte jedem ein Licht aufgegangen sein, welch geistiger Sondermüll in Deutschland im Bildungsbürgertum Anklang findet.

Der Sarrazene hat es nicht erfunden, er ist auch nicht dafür verantwortlich, dass es lange vor seinem Text-Dünnfluss in Buchform Auswüchse auf sächsischer Landesregierungsebene gab, die mehr als zu wünschen übrig lassen. Die Enquête-Kommission Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen für die Lebensbereiche der Menschen im Freistaat Sachsen sowie ihrer Folgen für die politischen Handlungsfelder ließ sich 2005 auf Anraten der Landtagsfraktion der NPD von einem besonders klugen Zeitgenossen als Mitglied beraten. Volkmar Weiss, unwürdiger Genetiker, Sozialhistoriker und Genealoge hatte/hat nichts anderes im Sinn, als die Menschheit davon zu überzeugen, dass die NS- Vererbungslehre den wahren Kern trifft, den es zu beachten gilt. Sozial- und Bildungspolitik müssten endlich wieder danach handeln und mit Intelligenztests hätte man genau das richtige Mittel an der Hand um fair und gerecht zu selektieren.

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Axel Meyer: Evolution – Die Entstehung des Lebens

Warum haben wir fünf Finger? Warum werden Bakterien resistent gegen Antibiotika? Und ist Intelligenz wirklich vererbbar?

ZEIT Akademie

Im ZEIT Akademie-Seminar Evolution führt der international renommierte Evolutionsbiologe Prof. Dr. Axel Meyer in die Wissenschaft von der Entstehung des Lebens und der Arten ein. Er erzählt ihre Geschichte und verdeutlicht ihre Relevanz für unser heutiges Leben.

DVD I
Lektion 1: Was ist Evolution?
Lektion 2: Wie hat Darwin unser Weltbild verändert?
Lektion 3: Natürliche Selektion – Welche Rolle spielt der Zufall?
Lektion 4: Adaptation – Die Kunst der Anpassung

DVD III
Lektion 9: Verwandtschaftsselektion – Mit wem teile ich meine Gene?
Lektion 10: Stammbäume und Klassifikation:
Eine Zeitreise durch die Evolution.
Lektion 11: Artenkonzepte – Was ist eigentlich eine Art?

SPD – Causa Sarrazin: Gegen biologischen Dilettantismus

Quelle: proll.files.wordpress.com

Entscheidung im Parteiausschlussverfahren: Verrat an unseren gemeinsamen Grundwerten. Sarrazin, seine Thesen und warum das Vorgehen der Parteispitze ein Verrat an unseren Grundwerten ist.

Von Yacine GhoggalVorwärts.de

Schon vor tausenden Jahren schotteten sich Menschen gegen andere Menschen ab, weil sie sie als anders, minderwertig ansahen. Anders waren diese Menschen, weil sie einer anderen Religion angehörten, besondere kulturelle Rituale hatten, die sich von den eigenen Unterschieden oder weil sie einfach unterschiedliche Sprachen artikulierten. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal war jedoch für viele immer die Hautfarbe und andere äußerlich unterschiedliche Merkmale.

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Technische Singularität – Intelligent Design für Hochbegabte?

Ray Kurzweil, Buchautor und Mitbegründer der Singularity Universität in Kalifornien

Wenn sich Software selbst intelligenter programmiert, droht dann der technologische Ausnahmezustand? Werden wir tausend Jahre alt, wenn exponentieller Fortschritt erst einmal die Genetik erreicht? Ein Blick hinter die Utopien und Verheißungen technologischer Singularität.

Von Alexandra Riegler - futurezone.at

Geht es nach Vernor Vinge, dann tickt die Uhr. Der Mathematiker und Computerwissenschafter argumentierte 1993 im Aufsatz „The Coming Technological Singularity“, dass mit der Erschaffung übermenschlich intelligenter Computer dunkle Zeiten über uns hereinbrechen. Das Ereignis dieser sogenannten Singularität sei ähnlich bedeutend wie die Entstehung menschlichen Lebens. Grund zum Feiern scheint es jedoch keinen zu geben. „Kurz danach“, schreibt Vinge, „ist die Ära der Menschen zu Ende“. Wie lange uns bis dahin noch Zeit bleibt? 19 Jahre – günstigstenfalls.

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Kanton Zürich – rückwärts gerichtete Evolution

Evolution bedeutet Entwicklung. Wir glauben an Evolution. Wir glauben an Entwicklung. Auch an Entwicklung in diesem Rat. Leider ist es eine Tatsache, dass sich die Evolutionstheorie von Charles Darwin in den letzten 150 Jahren nicht wirklich entwickelt hat. Sie steht immer noch als Kampfbild einer materialistischen Gesellschaft, die meint, die Entstehung des Lebens ohne Gott erklären zu müssen. Dabei hat sie dies gar nicht nötig.

Von Heinz KyburzEidgenössisch-Demokratische Union

Materie und Engergie – ist das alles?

Kompetent ist die Evolutionstheorie, wenn sie von Veränderungen, von Entwicklungen, Auslese usw. spricht und die Interaktion zwischen Umwelt und Genetik darlegt. Ein Schwachpunkt der Evolutionstheorie liegt aber darin, dass sie erstens nur auf dem Zusammenspiel von Materie und Energie aufbaut, ohne die Bedeutung der Information zu kennen, und zweitens keine wirklichen Antworten auf die Entstehung des Lebens geben kann.

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Was Darwin noch nicht wusste

Axel Meyer, Quelle: idw-online.de

Am 12. Februar 1809 wurde Charles Darwin geboren. Alljährlich zum Gedenktag veranstaltet das Biologiezentrum der o.ö. Landesmuseen den „Darwin Day“ im Linzer Schlossmuseum. Festredner ist diesmal Axel Meyer (50), einer der führenden deutschen Evolutionsbiologen.

OÖNachrichten.at

Axel Meyer wurde in Mölln (Schleswig-Holstein) geboren. Er studierte in Kiel, Harvard und Berkeley, wo er als PostDoc in Biochemie arbeitete. Seit 1993 lehrte er an der University of New York, ehe er 1997 nach Konstanz wechselte. Der renommierte Buchautor („Evolution ist überall“, Böhlau-Verlag) hat sich als Evolutionsbiologe vor allem mit Forschungen an Buntbarschen international einen Namen gemacht. Sein Vortrag am 11. Februar um 19.30 Uhr im Schlossmuseum hat den Titel: „Was Darwin noch nicht über die Entstehung der Arten wusste.“ Die OÖNachrichten haben mit Professor Meyer gesprochen.

OÖN: Was hat Darwin noch nicht gewusst?

Axel Meyer: Er hat zwar die Selektion als Hauptantrieb der Artenbildung postuliert, hatte aber nur eine vage Ahnung, was Arten sind und welche Prozesse ihre Entstehung steuern.

OÖN: Sind da die modernen Evolutionsforscher schon weiter?

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Merkel handelt unchristlich

Der Berliner Frauenarzt Matthias Bloechle, selbst Vater von fünf Kindern, hat die Präimplantationsdiagnostik (PID) bei drei Paaren angewendet. Anschließend zeigte er sich selbst an, um in einem Modellprozess endlich die Frage zu klären, ob PID in Deutschland verwandt werden darf oder nicht. Nach über vierjährigem Rechtsstreit sprach ihn der Bundesgerichtshof im Juli dieses Jahres frei und stellte klar, dass PID nach dem geltenden Embryonenschutzgesetz in Deutschland erlaubt ist.

Von Claudia EhrensteinWelt am Sonntag

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Wo hört das Tier auf, wo beginnt das Menschliche?

Der falsche Vampir Megaderma lyra, Quelle: bbc.co.uk/media

Seit der Antike gibt es eine Definition des Menschen, die ihn als “animal rationale” beschreibt, als vernünftiges Tier. Doch diese Vorstellung wirft Probleme auf: Wie genau sind die animalischen und die vernünftigen Anteile im Menschen miteinander verknüpft? Wo hört das Tier auf, wo beginnt das Menschliche?

Von Sabine SalewskiDeutschlandradio Kultur

Wir können die Schreie von Fledermäusen nicht hören. Ihre Rufe im Ultraschallbereich sind für menschliche Ohren zu hoch. Erst wenn man sie mit einem Spezialmikrofon aufnimmt, tieferlegt und zehnfach verlangsamt, werden sie hörbar:

Fledermäuse nehmen ihre Umwelt mithilfe dieser Hochfrequenzschreie wahr. Sie registrieren das Echo ihrer Schreie, das von Bäumen, Insekten oder Hauswänden zurückgeworfen wird: Sie sehen mit den Ohren. Wohl kein Sinnesapparat unterscheidet sich so grundsätzlich von unseren eigenen Wahrnehmungsorganen wie die Echolotortung der Fledermaus: Fledermäuse sind nicht wie wir.

“Jeder, der einige Zeit in einem geschlossenen Raum mit einer aufgeregten Fledermaus verbracht hat, weiß auch ohne die Hilfe philosophischer Reflexion, was es heißt, einer grundsätzlich fremden Form von Leben zu begegnen.”

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