Verborgene Wärmequellen unter Nordbayern?

Warum ist der Untergrund unter Nordbayern ungewöhnlich warm? Eine Messkampagne soll dies nun klären. Hier der Blick vom Staffelstein in Franken. © Trollhead/CC-by-sa 3.0
Ungewöhnlich warm: Der tiefe Untergrund Nordbayerns ist stellenweise rund zehn Grad wärmer als normal. Doch warum das so ist und welche geologischen Mechanismen dahinter stecken, war bisher unbekannt. Jetzt soll eine Messkampagne das Rätsel lösen. Geologen werden ab Herbst den Untergrund mittels seismischer Analysen durchleuchten. Ihre Ergebnisse könnten nicht nur Aufschluss über die Ursache der Wärme liefern, sondern auch darüber, ob sich Geothermie in diesem Gebiet lohnt.

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Deutschlands Untergrund ist zwar in vielen Aspekten recht gut erforscht – aber längst nicht in allen. So weiß man beispielsweise, dass entlang des Oberrheingrabens, aber auch an der Schwäbischen Alb, am Vogelsberg und in der Eifel alte Verwerfungen und Vulkangebiete liegen. Sie können bis heute Erdbeben hervorrufen, aber auch warme Quellen speisen. Doch längst nicht alle Gebiete Deutschlands sind geologisch schon vollständig erkundet – und einige sorgen bis heute für Überraschungen.

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Rochen nutzen heiße Tiefseequellen zum Brüten

Der Unterwasserroboter sammelt eine Eikapsel auf. Foto: Ocean Exploration Trust
Forscher dokumentieren erstmals Kinderstuben eines Meerestiers, die durch Geothermie warm gehalten werden

derStandard.de

Was Forscher der Charles Darwin Research Station fanden, als sie ein fernsteuertes Unterwasserfahrzeug im Galapagos-Archipel abtauchen ließen, sah auf den ersten Blick aus, als hätte ein Pasta-Chef eine originelle Variante von Ravioli am Meeresboden abgelagert – und zwar in rauen Mengen. DNA-Analysen von eingesammelten Exemplaren zeigten, dass es sich bei den insgesamt 157 gelbbraunen Objekten in der Größe eines durchschnittlichen Handys um Eikapseln des Tiefsee-Rochens Bathyraja spinosissima handelte.

Und sie lagen dort nicht zufällig, wie das Team von Pelayo Salinas-de-León im Magazin „Scientific Reports“ berichtet. Beim Fundort handelte es sich um ein aktives hydrothermales Feld, und die Kapseln ballten sich im Umfeld sogenannter Schwarzer Raucher, aus denen schwefelhaltiges und vor allem heißes Wasser austritt.

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Wie der Mensch die Erde erschüttert

Beim Fracking – hier eine Anlage im US-Bundesstaat North Dakota – wird das Gestein in der Tiefe aufgebrochen, sodass darin eingeschlossenes Öl oder Gas gefördert werden kann. Am Ende pumpen die Konzerne dabei Flüssigkeiten zurück in die Tiefe, was das Risiko für Erdstöße erhöht. (Foto: Shannon Stapleton/Reuters)
  • In Oklahoma lösen die Abwässer aus der Öl- und Gasförderung regelmäßig mittelstarke Erdbeben aus.
  • Die Zahl menschenverursachter Erdbeben nimmt weltweit zu.
  • Auch in Deutschland bebt die Erde in Folge von Geothermie und Bergbau.

Von Jonathan Ponstingl | Süddeutsche.de

An einem Tag im Sommer ging in Oklahoma das Licht aus. Ein Erdbeben der Stärke 4,2 erschütterte die Kleinstadt Edmond und verursachte einen Stromausfall. Vor zehn Jahren wäre so etwas noch vollkommen undenkbar gewesen. „Bevor Fracking aufkam, war Oklahoma ein aseismischer Bundesstaat“, sagt Marco Bohnhoff, Seismologe am Geoforschungszentrum Potsdam. Auf den offiziellen Gefährdungskarten war der Staat ein weißer Fleck, Erdbeben traten dort im Prinzip nicht auf.

Aber Anfang der 2000er-Jahre begannen die Energiekonzerne, die Gesteine im Untergrund im großen Stil aufzubrechen, um das dort in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten gespeicherte Erdöl und Methan zu gewinnen. Dabei entstehen Abwässer, die anschließend im Untergrund entsorgt werden; der Umfang dieser Verpressung verdoppelte sich binnen weniger Jahre.

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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen. © pixavbay.com, SD-Pictures
Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.

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Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

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