Deutsche Post soll Kundendaten an FDP und CDU verkauft haben – was steckt dahinter?

Wie die „BamS“ berichtet, verkauft die Deutsche Post seit 2005 persönliche Daten an Parteien zu Wahlkampfzwecken (Symbolbild) © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Es geht offenbar um „mehr als eine Milliarde Einzelinformationen“: Die Deutsche Post soll einem Medienbericht zufolge persönliche Daten anonymisiert an FDP und CDU verkauft haben. Darunter befinden sich demnach etwa Angaben zu Kaufkraft und Familienstruktur.

stern.de

Nach dem Datenskandal bei Facebook gibt es einem Medienbericht zufolge ähnliche Vorwürfe gegen die Deutsche Post. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, verkauft der ehemalige Staatskonzern über seine Tochter Deutsche Post Direkt GmbH seit 2005 Daten an Parteien zu Wahlkampfzwecken. Im Bundestagswahlkampf 2017 hätten CDU und FDP jeweils einen fünfstelligen Betrag für straßengenaue Analysen gezahlt.

Beide Parteien bestätigten auf Anfrage der „BamS“ entsprechende Verträge, die Post wollte sich nicht dazu äußern. Wie die Zeitung unter Berufung auf vertrauliche Papiere schreibt, werden bei den Geschäften zwar persönliche Daten anonymisiert. Durch die Vielzahl von Einzelinformationen und deren Kombinationen seien aber Aussagen zur „Parteiaffinität“ für einzelne Gebäude mit mindestens sechs Haushalten möglich.

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Mythos Sündenfall

Stephen Greenblatts Buch erinnert in Teilen an eine Kriminalgeschichte. (Siedler Verlag / picture-alliance / David Ebener)
Sie können der Verlockung nicht widerstehen und werden aus dem Paradies vertrieben: Stephen Greenblatt zeigt in seinem spannend und glänzend geschriebenem Buch, wie „Die Geschichte von Adam und Eva“ unsere Vorstellungen von Verantwortung, Verbrechen und Strafe formt.

Von Michael Opitz | Deutschlandfunk Kultur

Während Generationen von Gläubigen die Geschichte von Adam und Eva für wahr hielten und als glaubhafte Erzählung über den Ursprung der Menschheit ansahen, gab es stets auch Zweifler, die sie als reine Fiktion abtaten und belächelten. Trotz dieser ganz unterschiedlichen Ansichten steht für den 1943 in Boston geborenen Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt fest, dass die Erzählung über das aus dem Paradies vertriebene Menschenpaar unsere Vorstellungen vom Schicksal der Menschheit nachhaltig geprägt hat.

„Über Jahrhunderte hinweg hat diese Erzählung geformt, was wir über Verbrechen und Strafe denken, über moralische Verantwortung und Neugier, über Tod, Schmerzen und Leid, über Arbeit und Muße, über Gemeinschaft, Heirat, Geschlecht und Sexualität, über das uns gemeinsame Menschsein.“

Von Augustinus bis Charles Darwin

Zunächst analysiert Greenblatt akribisch die Ereignisse, von denen das erste Buch Genesis berichtet, und macht darauf aufmerksam, dass dem Erzähler sehr verschiedene Quellen zur Verfügung standen, aus denen er schließlich den einen Text formte, der in der Bibel nachzulesen ist. In den folgenden Kapiteln widmet er sich der Rezeptionsgeschichte. Gemeinsam ist hier allen Interpretationen, dass darin Adam und Evas Gebotsüberschreitung von zentraler Bedeutung ist. So leitet etwa Augustinus aus Adams Verfehlung, von einer verbotenen Frucht gekostet zu haben, die Erbsünde ab. Denn wenn es diesen Akt menschlichen Ungehorsams nicht gegeben hätte, dann wäre die von Gott geschaffene Welt – so Augustinus – gut geblieben.

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Amnesty warnt vor der „Dämonisierung“ von Minderheiten

Brennende Hütten in einem Dorf der Rohingya im September 2017 (Foto: AFP)
Weltweit leiden Millionen Menschen unter den Folgen einer zunehmenden Ausgrenzung, warnt Amnesty International im aktuellen Jahresbericht. Auch im Westen setzen Politiker zunehmend auf dieses Mittel.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche Zeitung

Ein Jubiläum ist eigentlich ein Grund zum Feiern. Und jenes, das im Dezember 2018 bevorsteht, ist es ganz besonders: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion oder Herkunft. Vor 70 Jahren haben die Vereinten Nationen die Menschenrechtscharta, in der dieser Satz steht, verabschiedet.

Doch das Jubiläum in diesem Jahr „macht es uns schmerzlich bewusst, dass unsere Menschenrechte alles andere als selbstverständlich sind“, beginnt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International (AI), den Jahresbericht 2017/18 der Organisation. Denn auch das vergangene Jahr war aus Sicht der Aktivisten geprägt von unzähligen Angriffen auf die Menschenrechte.

Dazu kommt, dass in etlichen Ländern – auch im Westen – systematisch ganze Gruppen von Menschen ausgegrenzt und diskriminiert wurden.

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Katzendamen sind rechtshändig

Während die meisten Katzendamen rechtshändig sind, bevorzugen Kater die linke Seite. © Peter Hepper et al.
Links- oder Rechtshänder? Auch Katzen bevorzugen in ihrem Verhalten meist eine ganz bestimmte Seite. Welche, das ist abhängig vom Geschlecht, wie Beobachtungen zeigen. Demnach sind Katzendamen in der Regel rechtshändig. Kater benutzen dagegen mit Vorliebe die linke Pfote. Warum, ist noch unklar – die Forscher vermuten aber, dass Unterschiede in der neuronalen Architektur von männlichen und weiblichen Tieren eine Rolle dabei spielen könnten.

scinexx

Der Mensch ist bei weitem nicht das einzige Lebewesen, das für bestimmte Aktionen bevorzugt eine Hand, ein Auge oder einen Fuß benutzt. Ganz im Gegenteil: Das Phänomen der Händigkeit zieht sich quer durch das Tierreich – allerdings in ganz unterschiedlicher Weise. Während bei uns Menschen und auch bei Blauwalen die Rechtshänder klar in der Überzahl sind, präferieren zum Beispiel Kängurus mehrheitlich die linke Seite. Bei anderen Tieren wiederum ist die Vorliebe für eine Seite dagegen nahezu gleichmäßig verteilt.

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Forscher entwickeln Verteilungsalgorithmus für Flüchtlinge

Durch das neue System könnten Flüchtlinge leichter Arbeit finden Quelle: dpa/Andreas Arnold
Forscher haben einen Algorithmus entwickelt, um Flüchtlinge in einem Land besser zu verteilen. So würden sie leichter Arbeit finden. In den USA und der Schweiz funktioniert das. In Deutschland gibt es eine Hürde.

DIE WELT

Nach Ansicht von Forschern der Stanford University und der Technischen Hochschule Zürich können mathematische Algorithmen dazu beitragen, Flüchtlinge so in einem Land zu verteilen, dass diese besser Arbeit finden. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. „Unser Algorithmus ist der erste, der zeigt, dass über die datenbasierte Verteilung von Flüchtlingen die Ergebnisse verbessert werden können“, sagte Jens Hainmüller, einer der Forscher.

Für ihre Tests hatten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 33.000 Flüchtlingen ausgewertet, die von 2011 bis 2016 in die USA gekommen waren – unter anderem Alter, Geschlecht, Ausbildung, Sprachkenntnisse, Ankunftszeit und den Ort, an den sie geschickt wurden.

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Great Barrier Reef: Wassererwärmung macht männlichen Schildkröten den Garaus

(c) REUTERS (David Gray)
Die Grüne Meeresschildkröte könnte aufgrund der Erderwärmung bald aussterben. Die australische Regierung bietet Millionen zur Rettung der Korallen im Great Barrier Reef an.

Die Presse.com

Steigende Wassertemperaturen bedrohen im australischen Great Barrier Reef die Grüne Meeresschildkröte. Immer mehr Tiere der bekannten Schildkrötenart kommen weiblich zur Welt, heißt es in einer neuen Studie. Da das Geschlecht der Grünen Meeresschildkröte durch die Wassertemperatur bestimmt wird, sorgt der Klimawandel mit seinem Anstieg der Meerestemperaturen dafür, dass die Eier in wärmerem Wasser brüten – und dadurch schlüpften immer mehr weibliche Tiere.

Im Norden des Great Barrier Reefs würden kaum mehr männliche Schildkröten geboren, sagte der Chef der Nichtregierungsorganisation Worlwide Fund for Nature (WWF) in Australien, Demot O’Gorman. Das gefährde das Überleben der Population der bekannten Schildkrötenart.

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Autoritäre Einstellungen bei Schülern

Bild: RDF
Als eine der ersten empirischen deutschsprachigen Studien in diesem Bereich wurden im Rahmen einer Masterarbeit autoritäre Einstellungen von 668 SchülerInnen mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit gemessen.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Der Fragebogen ermittelte Einstellungen zu den Themen Minderheitenfeindlichkeit, der Bedeutsamkeit der eigenen Weltanschauung, Einstellungen zur Erziehung, Demokratie sowie Rollenbildern und Sexualität. Während die Einstellungen von SchülerInnen christlichen Glaubens und jenen ohne Religionszugehörigkeit oft nur marginal voneinander abwichen, erwiesen sich die muslimischen SchülerInnen in fast allen Bereichen als autoritärer.

Der Text kann auch unter folgendem Link als PDF-Datei heruntergeladen werden: Felix Kruppa – Autoritäre Einstellungen bei Schülerinnen und Schülern mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit (Diskussionspapier)

Die komplette Masterarbeit, die u.a. alle Studienergebnisse enthält, versende ich gerne auf Anfrage.

Einleitung

Die Studie zur „Autoritären Persönlichkeit“ von Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson & Sanford (1950) war der Beginn für die wissenschaftliche Suche nach den Erklärungsansätzen und Ursprüngen von faschistischen und antidemokratischen Einstellungen, sowie Vorurteilen und Diskriminierung. Grundlage dieser autoritären Persönlichkeit sind u.a. negative Intergruppeneinstellungen, die spätestens durch den starken Anstieg der Zuwanderung nach Deutschland seit dem Jahr 2015 wieder in Erscheinung treten. Die eigene Identität wird verstärkt ex negativo zu anderen (Gruppen-)Identitäten gebildet und findet in ihnen ihren vermeintlichen Konterpart. Bestrebungen zur Abgrenzung der eigenen Gruppenidentität und dem Versuch der Herausstellung ihrer Überlegenheit gegenüber anderen Gruppen bei gleichzeitiger Besinnung auf traditionelle, oft reaktionäre Wertegefüge, sind allerdings nicht nur einer nach rechts rückenden Mehrheitsgesellschaft zuzuschreiben.

Ein gewichtiger Faktor für die Begründung und Genese autoritärer Einstellungen scheint auch die Religion zu sein. Homophobie, Judenfeindlichkeit oder die Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau finden oft auch religiöse Anleihen. In Bezug auf den Islam führt die Besinnung auf die eine konservative muslimische Identität in vielen Fällen dazu, dass Prinzipien wie der Säkularismus, Religionskritik, aber auch die Akzeptanz von Homosexualität und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht als Selbstverständlichkeit aufgefasst werden. Konservative bis fundamentalistische Auslegungen des Korans gewinnen an Zuspruch und der islamische Glaube gewinnt auch generell für immer mehr Muslime an subjektiver Bedeutung.[1] Aber auch die Kirche unterstützt seit ihrer Gründung traditionelle Rollenbilder und leistet u.a. einen erheblichen Beitrag zur Abwertung von homosexuellen Menschen, die sich im Katechismus, aber auch den Aussagen hoher christlicher Würdenträger wie des Papstes widerspiegeln. Der Katechismus der katholischen Kirche bezeichnet die Homosexualität als „schlimme Abirrung“ und „Prüfung“, und „keinesfalls zu billigen“, weil sie gegen das „natürliche Gesetz [verstößt]“. Deswegen sei Homosexuellen mit „Mitgefühl“ zu begegnen.[2]

Die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich teilweise in Zonen diskursiver Immunität befinden, zeichnen sich oft schon in den Schulen ab. Schulklassen und die Einstellungen der SchülerInnen[3] werden zunehmend heterogener. Teilweise konfligierende Werte und Lebensmodelle sind für LehrerInnen eine besondere Herausforderung, weil sie nicht nur als Vermittlungsinstanz für Schulwissen, sondern auch als Erziehende einen großen Beitrag für die Wertebildung im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leisten. Schulen müssen insofern nicht nur als Spiegel für die Gesellschaft, sondern auch als wichtige Instanz ihrer Konstitution gesehen werden. Gerade deshalb ist ihre integrative Funktion und die Vermittlung demokratischer und aufklärerischer Grundprinzipien auch in Zeiten der zunehmenden Diversifizierung eine Aufgabe, die neben ihrer Qualifikationsfunktion höchste Priorität hat.

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Postmodernismus vs. Wissenschaft

Michael Shermer. Bild: ted.com, Screengrab. bb
Die Wurzeln des gegenwärtigen Wahnsinns an den Universitäten

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

1946 bemerkte George Orwell im London Tribune in einem Essay unter dem Titel „Direkt vor deiner Nase“ („In Front of Your Nose“), dass „wir alle dazu in der Lage sind, Dinge zu glauben, von denen wir wissen, dass sie unwahr sind und dann, wenn wir schließlich widerlegt werden, in unverschämter Weise die Fakten so hindrehen, dass es so aussieht, als hätten wir richtiggelegen. Es ist intellektuell möglich, diesem Prozess für unbestimmte Zeit anzuhängen: Die einzige Möglichkeit des Begreifens besteht darin, dass wir früher oder später mit unserem falschen Glauben direkt mit der harten Wirklichkeit kollidieren, üblicherweise auf einem Schlachtfeld.“

Diese intellektuellen Schlachtfelder der heutigen Zeit sind die Universitäten, wo die festen Überzeugungen der Studenten über Rasse, Ethnie, Geschlecht und sexuelle Überzeugung und ihre Soziale-Gerechtigkeits-Antipathie gegenüber Kapitalismus, Imperialismus, Rassismus, weiße Privilegien, Frauenfeindlichkeit und das „cis-sexistische Hetero-Patriarchat“ mit der Realität aus widersprechenden Fakten und anderen Meinungen kollidieren, was zu Chaos an den Universitäten und sogar zu Gewalt führt. So haben beispielsweise Studenten an der Universität Berkeley in Kalifornien und Unruhestifter von außerhalb randaliert, als lediglich erwähnt wurde, dass die konservativen Hitzköpfe Milo Yiannopoulos und Ann Coulter als Redner eingeladen wurden (aber letztlich nie auftraten). Studenten am Middlebury College attackierten den libertären Autor Charles Murray und seine liberale Gastgeberin, Professorin Allison Stanger, zogen an ihren Haaren, verrenkten ihren Hals und schickten sie so in die Notaufnahme.

Eine der zugrundeliegenden Ursachen für die beunruhigende Situation lässt sich in den Vorgängen am Evergreen State College in Olympia, Washington finden. Dort hatte der Biologe und nach eigenen Angaben „tief progressive“ Professor Bret Weinstein sich geweigert, am „Tag der Abwesenheit“ teilzunehmen, an dem „weiße Studenten, Angestellte und Dozenten dazu angehalten werden, die Universität für einen Tag zu verlassen.“ Weinstein weigerte sich und schrieb in einer E-Mail: „an einer Universität darf das Recht zu sprechen – oder überhaupt anwesend zu sein – niemals an die Hautfarbe geknüpft sein.“ Als Reaktion störte ein wütender Mob aus 50 Studenten seine Biologie-Vorlesung, umringte ihn, nannte ihn einen Rassisten und bestand auf seiner Entlassung. Er behauptet, dass die College-Polizei ihm mitteilte, dass der College-Präsident sie angewiesen hätte, nicht einzugreifen, so dass er um seiner eigenen Sicherheit willen gezwungen war, der Universität fernzubleiben.

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Eine Sprache, die Forschern Kopfzerbrechen bereitet

Solche Tontafeln werden an der University of Oxford untersucht. (Foto: Jacob L. Dahl)
Bereits vor 5000 Jahren entwickelten die Menschen im heutigen Iran ein Schriftsystem. Was sie notierten, ist noch immer unbekannt. Doch nun will ein Archäologe zwei Wörter entziffert haben.

Von Esther Widmann | Süddeutsche.de

Vor mehr als 5000 Jahren in Elam, in der Gegend, die heute Iran heißt, begannen die Menschen, sich zu spezialisieren. Manche wurden Töpfer, andere Siegelschneider. Dabei hatte die zentralisierte Verwaltung der Königshäuser ein Auge auf die Produktion der Handwerker und ebenso auf die Ernte und den Tierbestand der Bauern. Und für diese Aufgabe brauchte es eine ordentliche Dokumentation. Deshalb hatte man sie sich ein Schriftsystem ausgedacht, nach dem die Schreiber Zeichen in Tontafeln ritzten, mit langen Listen von Gütern und Waren, Menschen und Zahlen, in einem aus heutiger Sicht kompliziert scheinenden Zählsystem.

Ende des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Täfelchen mit dieser sogenannten protoelamischen Schrift bei Ausgrabungen vor allem in der antiken Stadt Susa auf. Weil es Listen von Zahlen und Waren sind, konnten Schriftexperten zwar erahnen, worum es geht, etwa um Getreide für den Tempel, Bier für den Arbeiter. Aber niemand weiß, wie man die Wörter ausspricht. Die Sprache der Elamer ist bis heute unbekannt.

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„Tyrannei des Neurotypischen“

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Wie das Bemühen um Diversität in Sachen Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierung die Diversität im Denken einschränkt

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der bekannte Evolutionsbiologe Richard Dawkins wies letzte Woche auf einen kurz vorher in Quilette erschienenen Aufsatz des Evolutionspsychologen Geoffrey Miller hin, in dem dieser ein Paradoxon der Diversitätspolitik an US-Universitäten schildert: Die Bemühungen, solche Bildungseinrichtungen nach Kriterien wie Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierungen „diverser“ zu machen, haben dort nämlich den Nebeneffekt, dass eine andere Art von Diversität verschwindet: Die „Neurodiversität“ – die Vielfalt unterschiedlicher Denkweisen, die auch eine biologische Basis hat.

Um das zu illustrieren, lädt Miller, der an der University of New Mexico forscht, seine Leser ein, sich vorzustellen, wie es bekannten Exzentrikern wie Isaac Newton an US-Universitäten wohl heute ergehen würde: Seiner Ansicht nach wäre der britische Naturwissenschaftler mit den neuen Tabus in den USA noch weniger gut zurechtgekommen als mit den alten religiösen und ständischen im barocken England, in dem er lebte. Anhand von Äußerungen, die Newton zu seinen Lebzeiten machte, vermutet Miller, dass der geniale Gravitationsbeschreiber bald in den Fokus von SJW-Medien wie Jezebel und des Office for Equity, Diversity, and Inclusion geraten würde, das er mit der damaligen Inquisition vergleicht.

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Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation in sich tragen

(Bild: MIKI Yoshihito / Flickr / cc-by-2.0)
In den USA wurde erstmals das komplette Genom von anscheinend gesunden Personen sequenziert. Wie sich dabei zeigte, liegen relativ häufig genetische Variationen vor, die eine Erbkrankheit erwarten lassen würden.

Von Sascha Mattke | heise online

Mediziner in den USA haben erstmals in einer randomisierten Studie das komplette Genom von Personen sequenzieren lassen, bei denen keine Anzeichen für Krankheiten zu erkennen waren. Das wichtigste Ergebnis des MedSeq-Projekts: Jeder fünfte Proband trug eine Mutation in sich, die eine seltene Erbkrankheit auslösen kann, obwohl er keinerlei Symptome zeigte. Das berichtet Technology Review online in „Was heißt „gesund“?

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Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*?

Mann oder Frau? Biologische Tatsache oder soziale Konstruktion? / picture alliance
Das auf Selbstverwirklichung gepolte Individuum der Spätmoderne möchte keine Grenzen kennen. Am allerwenigsten so kontingente wie das Geschlecht. Auch wenn das mitunter absurde Züge annimmt

Von Alexander Grau | Cicero

Beginnen wir mit einem kleinen Gedankenexperiment aus dem Genre Science-Fiction: Stellen wir uns einfach vor, dass, irgendwann in ein paar tausend Jahren, wenn die Menschheit schon lange das Zeitliche gesegnet hat, Außerirdische unsere Erde besuchen. Sie werden Reste unserer einstmaligen Zivilisation finden, letzte Trümmer unserer Städte und Siedlungen. Neugierig geworden, werden sie früher oder später unsere Friedhöfe entdecken. Außerirdische Archäologen werden dann versuchen, aus den Gräbern Rückschlüsse über unsere Kultur zu ziehen, und ihre Humanpaläontologen werden sich über unsere Knochen beugen. Sie werden feststellen, wie alt wir im Schnitt geworden sind, welche Krankheiten wir hatten, wie wir uns ernäherten und sie werden – Achtung, Überraschung – feststellen, dass Homo Sapiens zwei Geschlechter hatte. Dafür benötigen unsere Alien-Freunde Gentests und anatomische Vergleiche.

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Kult um die Kuh

© Bernd Jonkmanns/laif Mythisches Schlachtverbot: Kuh auf einer Straße in Bombay.
Der Schutz von Rindern ist in Indien zu einem Politikum geworden. Das hat in den vergangenen Jahren schon Menschenleben gekostet. Hindus machen Stimmung gegen Muslime. Nur den Tieren hilft es nicht.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Zeigt eine Kuh ihren Personalausweis: Was wie ein schlechter Witz beginnt, könnte in Indien bald schon Realität werden. Denn dort erwägt die Regierung, Kühe in Zukunft mit eigenen Identitätsnachweisen auszustatten. Sie sollen ähnlich wie beim Personalausweis für Menschen Informationen über Alter, Geschlecht, Größe, Farbe, Hornkrümmung und Schwanzform enthalten – und sind damit dann eben doch nicht ganz wie beim Menschen. Aber vor allem soll jede Kuh, und davon gibt es in Indien eine ganze Menge, eine eigene Nummer bekommen, mit der sie sich eindeutig identifizieren lässt. Die Nummer soll mit einem Clip am Ohr befestigt werden.

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Humanismus: Mehr Gender wagen!

Bild: FB
Bild: FB

Seit mehr als 100 Jahren wird soziale und politische Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft gefordert. Seit damals ist der 8. März ein öffentlicher Tag zur Erneuerung dieser Forderungen. Was kann der Humanistische Verband (HVD) zu deren Verwirklichung selbst beitragen?

Stadtnetz Wuppertal

Nach jahrelanger Vorberatung hatte der Humanistische Verband Deutschlands im Jahr 2015 seinen Entwurf zum „Humanistischen Selbstverständnis“ (HSV) öffentlich vorgelegt (1). Schon in dieser Phase machte Frieder Otto Wolf aufmerksam, es „… haben sich immer wieder ältere weiße europäische Männer … selber zu Vorbildern … ernannt … Das müssen wir hinter uns lassen – sonst hat der Humanismus keine Zukunft mehr! … Die Frauenfrage wird ebenso zu einer Existenzfrage des künftigen Humanismus werden wie die Herausforderungen, die von der Migration ausgehen.“ (2) Wenn wir wollen, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialer und ethnischer Herkunft frei, selbstbestimmt, ohne Ausbeutung und im Einklang mit der Natur leben können, dann hat das Konsequenzen für unsere Sichtweise auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Rückblick auf die Begründung des (europäischen) Humanismus wird im HSV die Einsicht festgehalten: „Der wichtige Beitrag von Frauen für diese Entwicklung wurde lange vernachlässigt. Erst in neuer Zeit ist die Bedeutung von beispielsweise Sappho, Hypatia, Olympe de Gouges … herausgearbeitet worden.“ (HSV, S. 8) Bei der Auswahl der Beispiele wird recht weit ausgeholt. Warum sind nicht etwa Helene Stöcker (3) dabei oder Alma Kettig (4)? Beide haben sich sehr für die freidenkerische Bewegung und die Frage von Frauenrechten engagiert. Darüber hinaus bezeugt der HVD Berlin „22 Portraits freigeistiger Frauen“ (5). Auch Rosa Luxemburg hat pointierte Beiträge zu religionspolitischen Fragen verfasst, die der HVD ansonsten zu würdigen weiß (6). Räumliche und historische Nähe könnten evtl. die Identifikation erhöhen.

Kommen wir von der theoretischen bzw. „politischen“ Ebene zur Rolle des „Praktischen Humanismus für Geschlechtergerechtigkeit“. Reproduktionsarbeit wird bekanntlich mehrheitlich von Frauen verrichtet. Hier könnte eine deutlichere Kennzeichnung der Geschlechterbeziehung als Herrschaftsverhältnis zu finden sein. Da bleibt das HSV eher vage: „Die humanistische Lebensauffassung setzt die Gleichberechtigung aller Menschen voraus, unabhängig ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung. Wir unterstützen eine Politik, die Emanzipation und Beteiligung in allen Lebensbereichen ermöglicht.“ (HSV, S. 24)

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Fledermäuse sind geschwätzig

Bild: (c) APA
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Sie kommunizieren direkt miteinander, oft im Streit.

Die Presse.com

In Höhlen, in denen Fledermäuse dicht an dicht an der Decke hängen, herrscht eine auch für Menschen vernehmliche Kakofonie, zumindest ist das bei Nilflughunden so. Sie jagen nicht, sie ernähren sich von Früchten – und um die kann es schon einmal Streit geben. Yossiv Yovel (Tel Aviv) hat es bemerkt, als er eine kleine Kolonie von 22 Tieren über 75 Tage belauschte. Er tat das mit Spracherkennungsprogrammen, die für die menschliche Sprache entwickelt wurden und Muster nicht nur erkennen, sondern auch Verhalten und sozialen Situationen zuordnen können.

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Intolerant, das sind die anderen!

Burka und Burkini, Islam und Österreich: Toleranz an den Tag zu legen bedeutet nicht nur, das Andere, Abweichende auszuhalten, sondern vor allem, sich selbst auszuhalten. Anmerkungen zu Österreichs (In-)Toleranz.

Von Amani Abuzahra | der Standard.at

Toleranz ist schei*e“, so der Titel einer Podiumsdiskussion bei einem Festival im Nachbarland. Goethe drückte es nicht ganz so direkt aus, als er bereits im 18. Jahrhundert schrieb: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“

Wie dehnbar der Begriff Toleranz ist, zeigt, dass für die einen Toleranz einer Geringschätzung gleichkommt, für die anderen wiederum die idealste Form des Zusammenlebens ist.

Elastischer Begriff

Toleranz scheint also ein elastischer Begriff zu sein. Duldung, Akzeptanz, Anerkennung und Respekt, aber auch Beleidigung, Indifferenz und Verkennung – all dies soll sich unter Toleranz ausgehen. Wie die Österreicher dazu stehen und vor allem wie dehnbar der Begriff ist, untermauert die „Toleranzumfrage“, die vom Mauthausen-Komitee in Auftrag gegeben wurde. Die Studienleiterin von meinungsraum.at, Christina Matzka, attestiert insgesamt eine Verbesserung und zunehmend tolerantere Haltung der Österreicher, vor allem in Bezug auf Behinderung, Geschlecht und Homosexualität. Lediglich beim Islam werde eine Ausnahme gemacht: Dem sei man nicht so tolerant gegenüber. Genauso wenig tolerant zeigt der Österreicher sich in der Einschätzung des Toleranzpotenzials seiner österreichischen Mitbürger.

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Die biologische Uhr tickt – unabhängig vom Lebensstil

Proteinuhr
Proteinuhr

Wer genetisch Pech hat, stirbt noch früher, wenn die Hypothese einer epigenetischen Uhr zutrifft

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist ein schwerer Schlag für die Anti-Aging-Community, die davon ausgeht, dass sich die Lebenszeit durch gesundes Leben und Einhalten bestimmter Regeln verlängern lässt. Wie auch zunehmend in Bezug auf Krankheiten und überhaupt den Lebenserfolg, soll jeder selbst verantwortlich dafür sein, wie lange und wie gesund er lebt. Der Körper ist eine Maschine, die gut gepflegt und ausgelastet werden muss.

Die puritanisch getragene Hoffnung, mit Sport, Diät und anderen Mitteln, die Zeit, Geld und Beharrlichkeit erfordern, das Leben verlängern zu können, ist besonders ausgeprägt in Kalifornien, wo auch der Transhumanismus entstanden ist. Just in Kalifornien, an der University of California, Los Angeles, haben nun Forscher herausgefunden, dass der Lebensstil zumindest bei einer Bevölkerungsgruppe nicht viel zur Lebenserwartung beiträgt, es also möglicherweise nicht so wichtig ist, ob man sich hedonistisch dem Faulenzen und der Völlerei hingibt oder seinem Körper nur bestimmte Lebensmittel einflößt und ihn möglichst viel und anstrengend in Bewegung hält.

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Studie: Europäer nehmen lieber christliche Asylwerber auf

Studie in 15 EU-Ländern: Abneigung gegenüber Muslimen sei in allen untersuchten Ländern deutlich erkennbar – Verfolgte sind eher willkommen als reine Wirtschaftsflüchtlinge

kath.net

Die Europäer wollen eher qualifizierte, politisch verfolgte und christliche Asylsuchende aufnehmen. Dies geht aus einer internationale Studie hervor, in 15 europäischen Staaten durchgeführt wurde, wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass in den Augen der europäischen Öffentlichkeit nicht alle Flüchtlinge gleich sind“, sagt einer der Studienautoren, Dominik Hangartner. Die Befragten ziehen jüngere Asylsuchende mit besseren beruflichen Qualifikationen und besseren Kenntnissen der Landessprache vor.

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USA: Mit katholischen Klos gegen Transgender?

Bild: FB
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Die Transgender-Anordnung der Regierung Obama solle die nächste Generation dazu bringen, das Geschlecht als Frage des persönlichen Ausdrucks sei. Die dahinter stehende Ideologie sei dämonisch und widerspreche der Theologie und der Wissenschaft.

kath.net

Die „Frontlinien“ zwischen einer Regierung die über ihre Zuständigkeit hinausgehe und der Moral seien klar, schreibt Paul Coakley, der Erzbischof von Oklahoma City. In einem Beitrag der auf der Internetseite der Erzdiözese von Oklahoma City veröffentlicht worden ist, kritisiert Coakley die Anweisung von Präsident Obama, Schultoiletten für Transgender-Personen des jeweils anderen Geschlechts zu öffnen. Andernfalls droht den Schulen der Entzug der Gelder der Bundesregierung.
„Es geht um mehr als um Toiletten“, schreibt Coakley weiter. Er wirft der US-Regierung vor grundlegende menschliche Beziehungen wie Ehe und Familie verändern zu wollen. Die Schulen sollen dabei offenbar eine zentrale Rolle spielen, fährt Coakley fort.

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Wie Vorurteile unsere Wahrnehmung manipulieren

Fröhlich, neutral oder wütend? Stereotypen beeinflussen die visuelle Wahrnehmung © image source white/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn eine Person wahrnimmt, hängt nicht nur von ihren objektiven Gesichtszügen ab – sondern auch von stereotypen Erwartungen. Das zeigt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach verarbeitet das Gehirn Gesichter so, dass sie unseren Vorurteilen und Klischees mehr entsprechen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Das heißt: Wer Männern grundsätzlich aggressive Eigenschaften zuschreibt, dessen Gehirn reagiert auch auf ein neutrales Männergesicht so, als würde es ein wütendes sehen.

scinexx

Was wir von anderen denken und wie wir mit ihnen umgehen wird oft von Stereotypen bestimmt. Klischees und Vorurteile verleiten schon Kinder und Jugendliche dazu, dicke Menschen für dumm zu halten. Im Arbeitsalltag sorgen sie dafür, dass insbesondere fröhlichen Frauen keine Führungsstärke zugetraut wird – und selbst politische Wahlentscheidungen hängen mitunter von Stereotypen ab.

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