Great Barrier Reef: Wassererwärmung macht männlichen Schildkröten den Garaus

(c) REUTERS (David Gray)
Die Grüne Meeresschildkröte könnte aufgrund der Erderwärmung bald aussterben. Die australische Regierung bietet Millionen zur Rettung der Korallen im Great Barrier Reef an.

Die Presse.com

Steigende Wassertemperaturen bedrohen im australischen Great Barrier Reef die Grüne Meeresschildkröte. Immer mehr Tiere der bekannten Schildkrötenart kommen weiblich zur Welt, heißt es in einer neuen Studie. Da das Geschlecht der Grünen Meeresschildkröte durch die Wassertemperatur bestimmt wird, sorgt der Klimawandel mit seinem Anstieg der Meerestemperaturen dafür, dass die Eier in wärmerem Wasser brüten – und dadurch schlüpften immer mehr weibliche Tiere.

Im Norden des Great Barrier Reefs würden kaum mehr männliche Schildkröten geboren, sagte der Chef der Nichtregierungsorganisation Worlwide Fund for Nature (WWF) in Australien, Demot O’Gorman. Das gefährde das Überleben der Population der bekannten Schildkrötenart.

weiterlesen

Advertisements

Autoritäre Einstellungen bei Schülern

Bild: RDF
Als eine der ersten empirischen deutschsprachigen Studien in diesem Bereich wurden im Rahmen einer Masterarbeit autoritäre Einstellungen von 668 SchülerInnen mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit gemessen.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Der Fragebogen ermittelte Einstellungen zu den Themen Minderheitenfeindlichkeit, der Bedeutsamkeit der eigenen Weltanschauung, Einstellungen zur Erziehung, Demokratie sowie Rollenbildern und Sexualität. Während die Einstellungen von SchülerInnen christlichen Glaubens und jenen ohne Religionszugehörigkeit oft nur marginal voneinander abwichen, erwiesen sich die muslimischen SchülerInnen in fast allen Bereichen als autoritärer.

Der Text kann auch unter folgendem Link als PDF-Datei heruntergeladen werden: Felix Kruppa – Autoritäre Einstellungen bei Schülerinnen und Schülern mit besonderer Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit (Diskussionspapier)

Die komplette Masterarbeit, die u.a. alle Studienergebnisse enthält, versende ich gerne auf Anfrage.

Einleitung

Die Studie zur „Autoritären Persönlichkeit“ von Adorno, Frenkel-Brunswik, Levinson & Sanford (1950) war der Beginn für die wissenschaftliche Suche nach den Erklärungsansätzen und Ursprüngen von faschistischen und antidemokratischen Einstellungen, sowie Vorurteilen und Diskriminierung. Grundlage dieser autoritären Persönlichkeit sind u.a. negative Intergruppeneinstellungen, die spätestens durch den starken Anstieg der Zuwanderung nach Deutschland seit dem Jahr 2015 wieder in Erscheinung treten. Die eigene Identität wird verstärkt ex negativo zu anderen (Gruppen-)Identitäten gebildet und findet in ihnen ihren vermeintlichen Konterpart. Bestrebungen zur Abgrenzung der eigenen Gruppenidentität und dem Versuch der Herausstellung ihrer Überlegenheit gegenüber anderen Gruppen bei gleichzeitiger Besinnung auf traditionelle, oft reaktionäre Wertegefüge, sind allerdings nicht nur einer nach rechts rückenden Mehrheitsgesellschaft zuzuschreiben.

Ein gewichtiger Faktor für die Begründung und Genese autoritärer Einstellungen scheint auch die Religion zu sein. Homophobie, Judenfeindlichkeit oder die Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau finden oft auch religiöse Anleihen. In Bezug auf den Islam führt die Besinnung auf die eine konservative muslimische Identität in vielen Fällen dazu, dass Prinzipien wie der Säkularismus, Religionskritik, aber auch die Akzeptanz von Homosexualität und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht als Selbstverständlichkeit aufgefasst werden. Konservative bis fundamentalistische Auslegungen des Korans gewinnen an Zuspruch und der islamische Glaube gewinnt auch generell für immer mehr Muslime an subjektiver Bedeutung.[1] Aber auch die Kirche unterstützt seit ihrer Gründung traditionelle Rollenbilder und leistet u.a. einen erheblichen Beitrag zur Abwertung von homosexuellen Menschen, die sich im Katechismus, aber auch den Aussagen hoher christlicher Würdenträger wie des Papstes widerspiegeln. Der Katechismus der katholischen Kirche bezeichnet die Homosexualität als „schlimme Abirrung“ und „Prüfung“, und „keinesfalls zu billigen“, weil sie gegen das „natürliche Gesetz [verstößt]“. Deswegen sei Homosexuellen mit „Mitgefühl“ zu begegnen.[2]

Die beschriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich teilweise in Zonen diskursiver Immunität befinden, zeichnen sich oft schon in den Schulen ab. Schulklassen und die Einstellungen der SchülerInnen[3] werden zunehmend heterogener. Teilweise konfligierende Werte und Lebensmodelle sind für LehrerInnen eine besondere Herausforderung, weil sie nicht nur als Vermittlungsinstanz für Schulwissen, sondern auch als Erziehende einen großen Beitrag für die Wertebildung im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leisten. Schulen müssen insofern nicht nur als Spiegel für die Gesellschaft, sondern auch als wichtige Instanz ihrer Konstitution gesehen werden. Gerade deshalb ist ihre integrative Funktion und die Vermittlung demokratischer und aufklärerischer Grundprinzipien auch in Zeiten der zunehmenden Diversifizierung eine Aufgabe, die neben ihrer Qualifikationsfunktion höchste Priorität hat.

weiterlesen

Postmodernismus vs. Wissenschaft

Michael Shermer. Bild: ted.com, Screengrab. bb
Die Wurzeln des gegenwärtigen Wahnsinns an den Universitäten

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

1946 bemerkte George Orwell im London Tribune in einem Essay unter dem Titel „Direkt vor deiner Nase“ („In Front of Your Nose“), dass „wir alle dazu in der Lage sind, Dinge zu glauben, von denen wir wissen, dass sie unwahr sind und dann, wenn wir schließlich widerlegt werden, in unverschämter Weise die Fakten so hindrehen, dass es so aussieht, als hätten wir richtiggelegen. Es ist intellektuell möglich, diesem Prozess für unbestimmte Zeit anzuhängen: Die einzige Möglichkeit des Begreifens besteht darin, dass wir früher oder später mit unserem falschen Glauben direkt mit der harten Wirklichkeit kollidieren, üblicherweise auf einem Schlachtfeld.“

Diese intellektuellen Schlachtfelder der heutigen Zeit sind die Universitäten, wo die festen Überzeugungen der Studenten über Rasse, Ethnie, Geschlecht und sexuelle Überzeugung und ihre Soziale-Gerechtigkeits-Antipathie gegenüber Kapitalismus, Imperialismus, Rassismus, weiße Privilegien, Frauenfeindlichkeit und das „cis-sexistische Hetero-Patriarchat“ mit der Realität aus widersprechenden Fakten und anderen Meinungen kollidieren, was zu Chaos an den Universitäten und sogar zu Gewalt führt. So haben beispielsweise Studenten an der Universität Berkeley in Kalifornien und Unruhestifter von außerhalb randaliert, als lediglich erwähnt wurde, dass die konservativen Hitzköpfe Milo Yiannopoulos und Ann Coulter als Redner eingeladen wurden (aber letztlich nie auftraten). Studenten am Middlebury College attackierten den libertären Autor Charles Murray und seine liberale Gastgeberin, Professorin Allison Stanger, zogen an ihren Haaren, verrenkten ihren Hals und schickten sie so in die Notaufnahme.

Eine der zugrundeliegenden Ursachen für die beunruhigende Situation lässt sich in den Vorgängen am Evergreen State College in Olympia, Washington finden. Dort hatte der Biologe und nach eigenen Angaben „tief progressive“ Professor Bret Weinstein sich geweigert, am „Tag der Abwesenheit“ teilzunehmen, an dem „weiße Studenten, Angestellte und Dozenten dazu angehalten werden, die Universität für einen Tag zu verlassen.“ Weinstein weigerte sich und schrieb in einer E-Mail: „an einer Universität darf das Recht zu sprechen – oder überhaupt anwesend zu sein – niemals an die Hautfarbe geknüpft sein.“ Als Reaktion störte ein wütender Mob aus 50 Studenten seine Biologie-Vorlesung, umringte ihn, nannte ihn einen Rassisten und bestand auf seiner Entlassung. Er behauptet, dass die College-Polizei ihm mitteilte, dass der College-Präsident sie angewiesen hätte, nicht einzugreifen, so dass er um seiner eigenen Sicherheit willen gezwungen war, der Universität fernzubleiben.

weiterlesen

Eine Sprache, die Forschern Kopfzerbrechen bereitet

Solche Tontafeln werden an der University of Oxford untersucht. (Foto: Jacob L. Dahl)
Bereits vor 5000 Jahren entwickelten die Menschen im heutigen Iran ein Schriftsystem. Was sie notierten, ist noch immer unbekannt. Doch nun will ein Archäologe zwei Wörter entziffert haben.

Von Esther Widmann | Süddeutsche.de

Vor mehr als 5000 Jahren in Elam, in der Gegend, die heute Iran heißt, begannen die Menschen, sich zu spezialisieren. Manche wurden Töpfer, andere Siegelschneider. Dabei hatte die zentralisierte Verwaltung der Königshäuser ein Auge auf die Produktion der Handwerker und ebenso auf die Ernte und den Tierbestand der Bauern. Und für diese Aufgabe brauchte es eine ordentliche Dokumentation. Deshalb hatte man sie sich ein Schriftsystem ausgedacht, nach dem die Schreiber Zeichen in Tontafeln ritzten, mit langen Listen von Gütern und Waren, Menschen und Zahlen, in einem aus heutiger Sicht kompliziert scheinenden Zählsystem.

Ende des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Täfelchen mit dieser sogenannten protoelamischen Schrift bei Ausgrabungen vor allem in der antiken Stadt Susa auf. Weil es Listen von Zahlen und Waren sind, konnten Schriftexperten zwar erahnen, worum es geht, etwa um Getreide für den Tempel, Bier für den Arbeiter. Aber niemand weiß, wie man die Wörter ausspricht. Die Sprache der Elamer ist bis heute unbekannt.

weiterlesen

„Tyrannei des Neurotypischen“

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Wie das Bemühen um Diversität in Sachen Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierung die Diversität im Denken einschränkt

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der bekannte Evolutionsbiologe Richard Dawkins wies letzte Woche auf einen kurz vorher in Quilette erschienenen Aufsatz des Evolutionspsychologen Geoffrey Miller hin, in dem dieser ein Paradoxon der Diversitätspolitik an US-Universitäten schildert: Die Bemühungen, solche Bildungseinrichtungen nach Kriterien wie Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierungen „diverser“ zu machen, haben dort nämlich den Nebeneffekt, dass eine andere Art von Diversität verschwindet: Die „Neurodiversität“ – die Vielfalt unterschiedlicher Denkweisen, die auch eine biologische Basis hat.

Um das zu illustrieren, lädt Miller, der an der University of New Mexico forscht, seine Leser ein, sich vorzustellen, wie es bekannten Exzentrikern wie Isaac Newton an US-Universitäten wohl heute ergehen würde: Seiner Ansicht nach wäre der britische Naturwissenschaftler mit den neuen Tabus in den USA noch weniger gut zurechtgekommen als mit den alten religiösen und ständischen im barocken England, in dem er lebte. Anhand von Äußerungen, die Newton zu seinen Lebzeiten machte, vermutet Miller, dass der geniale Gravitationsbeschreiber bald in den Fokus von SJW-Medien wie Jezebel und des Office for Equity, Diversity, and Inclusion geraten würde, das er mit der damaligen Inquisition vergleicht.

weiterlesen

Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation in sich tragen

(Bild: MIKI Yoshihito / Flickr / cc-by-2.0)
In den USA wurde erstmals das komplette Genom von anscheinend gesunden Personen sequenziert. Wie sich dabei zeigte, liegen relativ häufig genetische Variationen vor, die eine Erbkrankheit erwarten lassen würden.

Von Sascha Mattke | heise online

Mediziner in den USA haben erstmals in einer randomisierten Studie das komplette Genom von Personen sequenzieren lassen, bei denen keine Anzeichen für Krankheiten zu erkennen waren. Das wichtigste Ergebnis des MedSeq-Projekts: Jeder fünfte Proband trug eine Mutation in sich, die eine seltene Erbkrankheit auslösen kann, obwohl er keinerlei Symptome zeigte. Das berichtet Technology Review online in „Was heißt „gesund“?

weiterlesen

Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*?

Mann oder Frau? Biologische Tatsache oder soziale Konstruktion? / picture alliance
Das auf Selbstverwirklichung gepolte Individuum der Spätmoderne möchte keine Grenzen kennen. Am allerwenigsten so kontingente wie das Geschlecht. Auch wenn das mitunter absurde Züge annimmt

Von Alexander Grau | Cicero

Beginnen wir mit einem kleinen Gedankenexperiment aus dem Genre Science-Fiction: Stellen wir uns einfach vor, dass, irgendwann in ein paar tausend Jahren, wenn die Menschheit schon lange das Zeitliche gesegnet hat, Außerirdische unsere Erde besuchen. Sie werden Reste unserer einstmaligen Zivilisation finden, letzte Trümmer unserer Städte und Siedlungen. Neugierig geworden, werden sie früher oder später unsere Friedhöfe entdecken. Außerirdische Archäologen werden dann versuchen, aus den Gräbern Rückschlüsse über unsere Kultur zu ziehen, und ihre Humanpaläontologen werden sich über unsere Knochen beugen. Sie werden feststellen, wie alt wir im Schnitt geworden sind, welche Krankheiten wir hatten, wie wir uns ernäherten und sie werden – Achtung, Überraschung – feststellen, dass Homo Sapiens zwei Geschlechter hatte. Dafür benötigen unsere Alien-Freunde Gentests und anatomische Vergleiche.

weiterlesen

Kult um die Kuh

© Bernd Jonkmanns/laif Mythisches Schlachtverbot: Kuh auf einer Straße in Bombay.
Der Schutz von Rindern ist in Indien zu einem Politikum geworden. Das hat in den vergangenen Jahren schon Menschenleben gekostet. Hindus machen Stimmung gegen Muslime. Nur den Tieren hilft es nicht.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Zeigt eine Kuh ihren Personalausweis: Was wie ein schlechter Witz beginnt, könnte in Indien bald schon Realität werden. Denn dort erwägt die Regierung, Kühe in Zukunft mit eigenen Identitätsnachweisen auszustatten. Sie sollen ähnlich wie beim Personalausweis für Menschen Informationen über Alter, Geschlecht, Größe, Farbe, Hornkrümmung und Schwanzform enthalten – und sind damit dann eben doch nicht ganz wie beim Menschen. Aber vor allem soll jede Kuh, und davon gibt es in Indien eine ganze Menge, eine eigene Nummer bekommen, mit der sie sich eindeutig identifizieren lässt. Die Nummer soll mit einem Clip am Ohr befestigt werden.

weiterlesen

Humanismus: Mehr Gender wagen!

Bild: FB
Bild: FB

Seit mehr als 100 Jahren wird soziale und politische Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft gefordert. Seit damals ist der 8. März ein öffentlicher Tag zur Erneuerung dieser Forderungen. Was kann der Humanistische Verband (HVD) zu deren Verwirklichung selbst beitragen?

Stadtnetz Wuppertal

Nach jahrelanger Vorberatung hatte der Humanistische Verband Deutschlands im Jahr 2015 seinen Entwurf zum „Humanistischen Selbstverständnis“ (HSV) öffentlich vorgelegt (1). Schon in dieser Phase machte Frieder Otto Wolf aufmerksam, es „… haben sich immer wieder ältere weiße europäische Männer … selber zu Vorbildern … ernannt … Das müssen wir hinter uns lassen – sonst hat der Humanismus keine Zukunft mehr! … Die Frauenfrage wird ebenso zu einer Existenzfrage des künftigen Humanismus werden wie die Herausforderungen, die von der Migration ausgehen.“ (2) Wenn wir wollen, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialer und ethnischer Herkunft frei, selbstbestimmt, ohne Ausbeutung und im Einklang mit der Natur leben können, dann hat das Konsequenzen für unsere Sichtweise auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Rückblick auf die Begründung des (europäischen) Humanismus wird im HSV die Einsicht festgehalten: „Der wichtige Beitrag von Frauen für diese Entwicklung wurde lange vernachlässigt. Erst in neuer Zeit ist die Bedeutung von beispielsweise Sappho, Hypatia, Olympe de Gouges … herausgearbeitet worden.“ (HSV, S. 8) Bei der Auswahl der Beispiele wird recht weit ausgeholt. Warum sind nicht etwa Helene Stöcker (3) dabei oder Alma Kettig (4)? Beide haben sich sehr für die freidenkerische Bewegung und die Frage von Frauenrechten engagiert. Darüber hinaus bezeugt der HVD Berlin „22 Portraits freigeistiger Frauen“ (5). Auch Rosa Luxemburg hat pointierte Beiträge zu religionspolitischen Fragen verfasst, die der HVD ansonsten zu würdigen weiß (6). Räumliche und historische Nähe könnten evtl. die Identifikation erhöhen.

Kommen wir von der theoretischen bzw. „politischen“ Ebene zur Rolle des „Praktischen Humanismus für Geschlechtergerechtigkeit“. Reproduktionsarbeit wird bekanntlich mehrheitlich von Frauen verrichtet. Hier könnte eine deutlichere Kennzeichnung der Geschlechterbeziehung als Herrschaftsverhältnis zu finden sein. Da bleibt das HSV eher vage: „Die humanistische Lebensauffassung setzt die Gleichberechtigung aller Menschen voraus, unabhängig ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung. Wir unterstützen eine Politik, die Emanzipation und Beteiligung in allen Lebensbereichen ermöglicht.“ (HSV, S. 24)

weiterlesen

Fledermäuse sind geschwätzig

Bild: (c) APA
Bild: (c) APA
Sie kommunizieren direkt miteinander, oft im Streit.

Die Presse.com

In Höhlen, in denen Fledermäuse dicht an dicht an der Decke hängen, herrscht eine auch für Menschen vernehmliche Kakofonie, zumindest ist das bei Nilflughunden so. Sie jagen nicht, sie ernähren sich von Früchten – und um die kann es schon einmal Streit geben. Yossiv Yovel (Tel Aviv) hat es bemerkt, als er eine kleine Kolonie von 22 Tieren über 75 Tage belauschte. Er tat das mit Spracherkennungsprogrammen, die für die menschliche Sprache entwickelt wurden und Muster nicht nur erkennen, sondern auch Verhalten und sozialen Situationen zuordnen können.

weiterlesen

Intolerant, das sind die anderen!

Burka und Burkini, Islam und Österreich: Toleranz an den Tag zu legen bedeutet nicht nur, das Andere, Abweichende auszuhalten, sondern vor allem, sich selbst auszuhalten. Anmerkungen zu Österreichs (In-)Toleranz.

Von Amani Abuzahra | der Standard.at

Toleranz ist schei*e“, so der Titel einer Podiumsdiskussion bei einem Festival im Nachbarland. Goethe drückte es nicht ganz so direkt aus, als er bereits im 18. Jahrhundert schrieb: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“

Wie dehnbar der Begriff Toleranz ist, zeigt, dass für die einen Toleranz einer Geringschätzung gleichkommt, für die anderen wiederum die idealste Form des Zusammenlebens ist.

Elastischer Begriff

Toleranz scheint also ein elastischer Begriff zu sein. Duldung, Akzeptanz, Anerkennung und Respekt, aber auch Beleidigung, Indifferenz und Verkennung – all dies soll sich unter Toleranz ausgehen. Wie die Österreicher dazu stehen und vor allem wie dehnbar der Begriff ist, untermauert die „Toleranzumfrage“, die vom Mauthausen-Komitee in Auftrag gegeben wurde. Die Studienleiterin von meinungsraum.at, Christina Matzka, attestiert insgesamt eine Verbesserung und zunehmend tolerantere Haltung der Österreicher, vor allem in Bezug auf Behinderung, Geschlecht und Homosexualität. Lediglich beim Islam werde eine Ausnahme gemacht: Dem sei man nicht so tolerant gegenüber. Genauso wenig tolerant zeigt der Österreicher sich in der Einschätzung des Toleranzpotenzials seiner österreichischen Mitbürger.

weiterlesen

Die biologische Uhr tickt – unabhängig vom Lebensstil

Proteinuhr
Proteinuhr

Wer genetisch Pech hat, stirbt noch früher, wenn die Hypothese einer epigenetischen Uhr zutrifft

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist ein schwerer Schlag für die Anti-Aging-Community, die davon ausgeht, dass sich die Lebenszeit durch gesundes Leben und Einhalten bestimmter Regeln verlängern lässt. Wie auch zunehmend in Bezug auf Krankheiten und überhaupt den Lebenserfolg, soll jeder selbst verantwortlich dafür sein, wie lange und wie gesund er lebt. Der Körper ist eine Maschine, die gut gepflegt und ausgelastet werden muss.

Die puritanisch getragene Hoffnung, mit Sport, Diät und anderen Mitteln, die Zeit, Geld und Beharrlichkeit erfordern, das Leben verlängern zu können, ist besonders ausgeprägt in Kalifornien, wo auch der Transhumanismus entstanden ist. Just in Kalifornien, an der University of California, Los Angeles, haben nun Forscher herausgefunden, dass der Lebensstil zumindest bei einer Bevölkerungsgruppe nicht viel zur Lebenserwartung beiträgt, es also möglicherweise nicht so wichtig ist, ob man sich hedonistisch dem Faulenzen und der Völlerei hingibt oder seinem Körper nur bestimmte Lebensmittel einflößt und ihn möglichst viel und anstrengend in Bewegung hält.

weiterlesen

Studie: Europäer nehmen lieber christliche Asylwerber auf

Studie in 15 EU-Ländern: Abneigung gegenüber Muslimen sei in allen untersuchten Ländern deutlich erkennbar – Verfolgte sind eher willkommen als reine Wirtschaftsflüchtlinge

kath.net

Die Europäer wollen eher qualifizierte, politisch verfolgte und christliche Asylsuchende aufnehmen. Dies geht aus einer internationale Studie hervor, in 15 europäischen Staaten durchgeführt wurde, wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass in den Augen der europäischen Öffentlichkeit nicht alle Flüchtlinge gleich sind“, sagt einer der Studienautoren, Dominik Hangartner. Die Befragten ziehen jüngere Asylsuchende mit besseren beruflichen Qualifikationen und besseren Kenntnissen der Landessprache vor.

weiterlesen

USA: Mit katholischen Klos gegen Transgender?

Bild: FB
Bild: FB
Die Transgender-Anordnung der Regierung Obama solle die nächste Generation dazu bringen, das Geschlecht als Frage des persönlichen Ausdrucks sei. Die dahinter stehende Ideologie sei dämonisch und widerspreche der Theologie und der Wissenschaft.

kath.net

Die „Frontlinien“ zwischen einer Regierung die über ihre Zuständigkeit hinausgehe und der Moral seien klar, schreibt Paul Coakley, der Erzbischof von Oklahoma City. In einem Beitrag der auf der Internetseite der Erzdiözese von Oklahoma City veröffentlicht worden ist, kritisiert Coakley die Anweisung von Präsident Obama, Schultoiletten für Transgender-Personen des jeweils anderen Geschlechts zu öffnen. Andernfalls droht den Schulen der Entzug der Gelder der Bundesregierung.
„Es geht um mehr als um Toiletten“, schreibt Coakley weiter. Er wirft der US-Regierung vor grundlegende menschliche Beziehungen wie Ehe und Familie verändern zu wollen. Die Schulen sollen dabei offenbar eine zentrale Rolle spielen, fährt Coakley fort.

weiterlesen

Wie Vorurteile unsere Wahrnehmung manipulieren

Fröhlich, neutral oder wütend? Stereotypen beeinflussen die visuelle Wahrnehmung © image source white/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn eine Person wahrnimmt, hängt nicht nur von ihren objektiven Gesichtszügen ab – sondern auch von stereotypen Erwartungen. Das zeigt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach verarbeitet das Gehirn Gesichter so, dass sie unseren Vorurteilen und Klischees mehr entsprechen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Das heißt: Wer Männern grundsätzlich aggressive Eigenschaften zuschreibt, dessen Gehirn reagiert auch auf ein neutrales Männergesicht so, als würde es ein wütendes sehen.

scinexx

Was wir von anderen denken und wie wir mit ihnen umgehen wird oft von Stereotypen bestimmt. Klischees und Vorurteile verleiten schon Kinder und Jugendliche dazu, dicke Menschen für dumm zu halten. Im Arbeitsalltag sorgen sie dafür, dass insbesondere fröhlichen Frauen keine Führungsstärke zugetraut wird – und selbst politische Wahlentscheidungen hängen mitunter von Stereotypen ab.

weiterlesen

Kuwait verlangt Genproben von allen Bürgern und Einreisenden

Teil eines DANN-Profils. Bild: CBP.gov
Das Emirat wird damit das weltweit das erste Land, das zwangsweise Genproben verlangt und damit eine nationale Datenbank aufbaut

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch gar nicht so lange ist es her, dass nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Kriegs nicht nur die Sorge vor einer Globalisierung aufkam, sondern auch die Utopie einer grenzenlosen Welt. Just zu dieser trat auch das Schengener Abkommen in Kraft, nach dem an den Binnengrenzen nicht mehr kontrolliert wurde. Gleichzeitig setzte sich auch das Internet mit dem WWW durch, wodurch das Ende der Grenzen auch im Virtuellen noch einmal deutlicher zu werden schien.

Heute leben wir in einer Welt, in der die Grenzziehung immer wichtiger zu werden scheint, in der die gated communities zu Vorläufern der gated nations geworden sind, die mit Mauern, Zäunen, Überwachungstechnik und Militär unerwünschte Grenzübertritte verhindern wollen, während möglichst viele Daten auch über die Personen gesammelt werden, die ein- oder ausreisen.

Kuwait hat den Trend zum Einschluss und zur Überwachung nun noch einen Schritt weitergeführt und wird damit als Vorbild für andere Staaten dienen, die nachziehen werden. Bei der Grenzkontrolle reichen zur Identitätsfeststellung nicht mehr Ausweis mit Name, Bild, Adresse, Geschlecht und Alter. Mit den digitalen Möglichkeiten und Datenspuren werden etwa über Fluggastdaten auch Reisebewegungen, Telefon- und Kreditkartennummern, Essenswünsche oder Leihwagen- und Hotelbestellungen aufgezeichnet. Dazu kommt die Erfassung von biometrischen Merkmalen (Gesicht, Fingerabdrücke oder Irismuster).

weiterlesen

Streit um Vegetarismus – wirklich ökologisch gut und körperlich gesund?

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
„Korrektes“ Essen ist derzeit ein vielerorts umkämpftes Thema. Nicht „Hauptsache, es schmeckt,“ sondern mit richtigem Essen die Welt und das Selbst verbessern ist die Devise. Dabei liegen Veganismus bzw. Vegetarismus besonders im Trend.

Von Dr. Kai Funkschmidt|EZW

Selbst viele Nicht-Vegetarier sind heute davon überzeugt, dass Vegetarismus die Umwelt schützt und dem Menschen zu einem besseren, längeren, gesünderen Leben verhelfen kann, was immer wichtiger wird, weil in einer säkularen Welt das Diesseits und das eigene Tun die einzige Möglichkeit darstellen, etwas aus dem Leben zu machen. Jeder ist seines Glückes und seines Leibes Schmied und Schöpfer der eigenen Gestalt.

Zweifel an einem Grundpfeiler vegetarischer und veganer Weltanschauungen weckt nun die Auswertung zweier Langzeitstudien der Universität Oxford mit insgesamt 60.000 Teilnehmern, die seit 1980 (erste Studie) bzw. 1996 (zweite Studie) beobachtet wurden. Die Teilnehmer aßen teils häufig Fleisch, teils vegetarisch oder vegan, teils fleischarm, teils pescetarisch (essen Fisch, aber kein Fleisch). Entgegen der Erwartungen ließen sich auch nach Berücksichtigung anderer Gesundheitsfaktoren (Gewicht, Geschlecht, Rauchen) keine Unterschiede bei der Sterblichkeit feststellen, d.h. im Untersuchungszeitraum starben aus allen Gruppen etwa gleichviele Menschen, nur unterschieden sich die vorherrschenden Todesursachen.

Obendrein zieht nun auch noch eine im Dezember 2015 veröffentlichte Studie der Carnegie Mellon Universität (Pittsburgh) eine weitere Grundmotivation des vegan-vegetarischen Lebens in Zweifel. Nach den kontraintuitiven Ergebnissen der Studie soll die Produktion der entsprechenden Nahrungsmittel bei Ressourcenverbrauch und Treibhausgasproduktion schlechter abschneiden als herkömmliche Nahrung. Demnach stünde auch die weithin als selbstverständlich angenommene ökologische Überlegenheit des Vegetarismus in Frage.

Der Oxford-Studie widersprechen andere Forschungsergebnisse, z.B. eine ältere amerikanische Studie unter 70.000 Siebenten-Tags-Adventisten (diese sind oft Vegetarier), die die Gesundheitsvorteile des Vegetarismus zu belegen schien. Möglicherweise kamen bei den amerikanischen Adventisten noch andere unbekannte Faktoren hinzu, die in den britischen Studien keine Rolle spielten.

In der Online-Diskussion, die sich nach einem kurzen Bericht über die Oxford-Studie im Berliner Tagesspiegel am 17.1.2016 ergab, prallten schnell die unterschiedlichen Weltsichten aufeinander. Der Streit illustrierte den weltanschaulichen Charakter des Themenfeldes mit gegenseitigen Vorwürfen der veganen Ersatzreligion bzw. der fleischessenden umweltzerstörerischen Gleichgültigkeit. Einige Diskussionsteilnehmer wiesen auf das eigentliche Grundproblem hin: Die explosive Vermehrung der Weltbevölkerung, die dem ganzen Thema überhaupt erst solch eine Gegenwartsrelevanz verleiht.

Eine mögliche Deutung der Oxforder Studie, die sich bei genauer Betrachtung der unterschiedlichen Todesursachen ergibt, ähnelt dem Bonmot, mit dem sich Sportler manchmal gegenseitig ermuntern: Vegetarier leben nicht länger, aber sie sterben gesünder.

Oxford Vegetarian Study, American Journal of Clinical Nutrition: http://ajcn.nutrition.org/content/103/1/218.full.pdf+html

Carnegie Mellon University Study: http://link.springer.com/article/10.1007/s10669-015-9577-y

Artikel im Tagesspiegel 17.01.2016:
www.tagesspiegel.de/wissen/studie-zur-lebenserwartung-vegetarier-leben-nicht-unbedingt-laenger-als-fleischesser/12841358.html

Margarete Bause: Verfassung statt Leitkultur für Flüchtlinge

Margarete Bause 2012. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de
Im Gastkommentar „Einspruch“ formulieren im „Münchner Merkur“ wechselnde Kolumnisten ihren Widerspruch zu einer provokanten These. Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, begründet ihren „Einspruch“ zur Forderung: „Flüchtlinge haben sich an eine deutsche Leitkultur zu halten!“

Von Margarete Bause|Merkur.de

„Schon wieder der Streit um eine angebliche deutsche Leitkultur. Immer wenn es um unser Selbstverständnis als Einwanderungsgesellschaft geht, ist die Forderung nach einer deutschen Leitkultur nicht weit. Wer zu uns kommt, soll sich daran halten. Doch den selbsternannten Wächtern der so genannten Leitkultur geht es eher um Ausgrenzung als um Integration. Es geht ihnen nicht um gegenseitigen Respekt, sondern – so hat man den Eindruck – um Unterordnung oder um Assimilierung der Eingewanderten.

Deshalb spreche ich lieber von den Werten und Grundsätzen unseres Zusammenlebens statt von einer schwammigen, undefinierten Leitkultur. Welche Werte sind für ein gelingendes Zusammenleben unverzichtbar?

Sie stehen in unserer Verfassung: Achtung vor der Würde des Einzelnen, Gleichberechtigung, Respekt vor Andersdenkenden und Anderslebenden, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Und natürlich die Religionsfreiheit – die Freiheit seine Religion zu leben genauso wie keine Religion zu leben. Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

Diese Grundsätze sind das Ergebnis und die Errungenschaft von vielen Kämpfen und Auseinandersetzungen in den letzten zwei Jahrhunderten. Es sind nicht zuletzt diese Grundsätze, weswegen Verfolgte zu uns kommen, weswegen sie Deutschland achten und schätzen.

weiterlesen

Antidiskriminierungsstelle toleriert Geschlechterdiskriminierung

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) HP, Screenshot: bb
Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) HP, Screenshot: bb
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine Einrichtung, die sich – wie der Name schon andeutet – mit der Aufklärung über und dem Kampf gegen Diskriminierungen aus unterschiedlichsten Gründen (Religion, Geschlecht, ethnische Herkunft u.a.) beschäftigt. Aktuell ruft sie unter dem Motto „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ zu einem für den 16. September geplanten Aktionstag in Berlin auf.

Von Peter Salewsky|hpd.de

Allerdings weckt ein Vorfall vom Freitag (11.9.) Zweifel an den Zielen und der Lauterkeit dieser Veranstaltung. Auf der Facebook-Seite zum Aktionstag hatte ein Kommentator die Abschaffung des § 1631d BGB (Beschneidungsgesetz) angemahnt, das einseitig Jungen (und damit späteren Männern) das Recht auf ein Leben mit intaktem Genital verweigert.

Weitere Kommentare in die gleiche Richtung folgten. Doch kurze Zeit später waren diese Kommentare gelöscht.

Allerdings hatten die Betreiber der Seite die Rechnung ohne das Web gemacht. Andere Leser waren bereits vor der Entfernung auf diese Kommentare aufmerksam geworden und kommentierten nun erbost deren Löschung. Auch diese Hinweise konnten sich nicht lange halten. Doch neue, ausführliche Kommentare kamen schneller, als den Seitenbetreibern lieb war.

weiterlesen

Axel Meyer:“Adams Apfel und Evas Erbe“ – weitreichende Schlüsse aus mageren Daten

Vorliebe für Blau bei den Jungs, Rosa bei den Mädchen – das soll die Natur so vorgesehen haben? – Fragen der Evolutionsbiologie (picture alliance / Zentralbild / Jens Kalaene)
Was ist typisch weiblich, was typisch männlich? Und warum? Auf diese Fragen liefert der Evolutionsbiologe und Genomforscher Axel Meyer Antworten aus Sicht des Naturwissenschaftlers: ein engagiertes Plädoyer gegen politisch korrekte Gleichmacherei.

Von Volkart Wildermuth|Deutschlandradio Kultur

„Naturwissenschaftler sollten sich mehr in gesellschaftliche Debatten einmischen“, schreibt Axel Meyer selbstbewusst gleich auf der ersten Seite und tut es auch: Wortgewaltig mischt sich der Evolutionsbiologe beim Thema Gendermainstreaming ein und argumentiert grundsätzlich aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive. Die ersten 130 Seiten seines Buches lesen sich daher auch wie eine Einführung in die Grundlagen der Genetik und Evolution. Ein insgesamt etwas mühsamer Einstieg, garniert mit einigen interessanten Informationsschnipseln. Erst danach wendet er sich dem eigentlichen Thema zu: der Genetik von Mann und Frau und den sich daraus ergebenden Themen wie Inter- und Homosexualität, ehelicher Treue und Intelligenz.

Geschlecht ist kein kulturelles Konstrukt, das ist klar. Geisteswissenschaftler, die das behaupten, liegen schlicht falsch. Es gibt Männer, es gibt Frauen und es gibt – wenn auch selten – Menschen, die mit ihrem Erbgut dazwischen liegen. Allerdings ist ebenso klar: Biologie ist nicht alles und Kultur hat einen sehr großen Einfluss auf das, was aus dem biologischen Geschlecht wird. Axel Meyer schreibt selbst: „Es ist schwierig zu bestimmen, welche Unterschiede zwischen den Geschlechtern biologisch und welche kulturell bedingt sind.“ Heißt aber auch: Es gibt sie, die Unterschiede.

weiterlesen