„Frauen dürfen hier nicht träumen“: Vorstellung der bewegenden Autobiographie von Rana Ahmad

Bild: Giordano-Bruno-Stiftung
Rana Ahmad verließ ihre Familie und ihr Heimatland Saudi-Arabien, weil sie nicht mehr an Gott glaubte, wohl aber an ein Leben als selbstbestimmte Frau. Ihre Erlebnisse als Atheistin im saudischen Gottesstaat sowie ihre Flucht nach Deutschland schildert sie in dem bewegenden Buch „Frauen dürfen hier nicht träumen – Mein Ausbruch aus Saudi-Arabien, mein Weg in die Freiheit“, das gerade bei btb (Random House) erschienen ist.

Pressemitteilung GBS

Nach der offiziellen Buchpremiere am vergangenen Sonntag am Sitz der Giordano-Bruno-Stiftung in Oberwesel wird Rana Ahmad ihr Buch am Freitag in der Urania Berlin vorstellen. Begleitet wird sie dabei von der Journalistin und Moderatorin Ute Soldierer, die Auszüge aus dem Werk lesen wird, sowie von Michael Schmidt-Salomon, der vor 10 Jahren an der Gründung der Bewegung der Ex-Muslime beteiligt war und nun mit Rana Ahmad über ihre Erfahrungen als Ex-Muslimin, ihre Flucht über die Mittelmeerroute und ihr neues Leben in Deutschland sprechen wird.

Richard Dawkins („Der Gotteswahn“, „Die Schöpfungslüge“) schrieb zu Ranas Lebensgeschichte: „Saudi-Arabien ist eine Schande für die Menschheit und, vor allem für Frauen, die Hölle auf Erden. Rana Ahmad ist eine der wenigen tapferen Frauen, die unter einem großen persönlichen Risiko dem Regime getrotzt haben und geflohen sind. Ihre bewegende Geschichte ist eine mutige und wichtige Kampfansage, ein Aufruf, Menschenrechte vor der Unterdrückung durch theokratische Regime zu schützen und zu verteidigen.“ Auch Michael Schmidt-Salomon („Hoffnung Mensch“, „Die Grenzen der Toleranz“) zeigte sich von dem Buch beeindruckt: „Rana Ahmad ist eine außergewöhnlich mutige, junge Frau, die sich von religiösen Fundamentalisten nicht einschüchtern ließ und die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit niemals aufgegeben hat. Ihre Lebensgeschichte, die sie mit Unterstützung der Berliner Autorin Sarah Borufka verfasst hat, ist berührend, aufwühlend, engagiert und klug. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der die Hoffnung auf eine bessere Welt noch nicht aufgegeben hat, denn es zeigt wie kaum ein anderes, was aufrechter Gang wirklich bedeutet.“

Die Veranstaltung am Freitag, dem 19. Januar 2018, in der Urania Berlin (Kleist-Saal, An der Urania 17, 10787 Berlin) beginnt um 19.30 Uhr. Es wird empfohlen, Tickets für die Veranstaltung, die von der Urania Berlin in Kooperation mit der Giordano-Bruno-Stiftung und der Verlagsgruppe Random House ausgerichtet wird, vorab zu kaufen oder zu reservieren.

Weitere Informationen: http://ots.de/fEKdL

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Hilfe für säkulare Flüchtlinge

Bild: RDF
Ein neu gegründeter Verein unterstützt geflüchtete Ex-Muslime in Deutschland

GBS | Richard-Dawkins-Foundation

„Ich hatte das Gefühl, Saudi-Arabien nie verlassen zu haben!“ Mit diesen Worten charakterisierte die Ex-Muslimin Rana Ahmad die Situation in dem Kölner Flüchtlingslager, in dem man sie nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien untergebracht hatte. Die besonderen Probleme von Ex-Muslimen, die vor dem politischen Islam nach Deutschland geflüchtet sind und in Flüchtlingslagern mit streng gläubigen Muslimen zusammenleben müssen, werden noch immer sträflich ignoriert. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in Köln der Verein „Säkulare Flüchtlingshilfe“ gegründet, der am 17. November 2017 beim internationalen Festakt „10 Jahre Ex-Muslime“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit Unterstützung des Zentralrats der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung hat der Verein eine Broschüre herausgebracht, die die „Herausforderungen und Ziele der Säkularen Flüchtlingshilfe“ beschreibt (eine Onlineversion kann hier heruntergeladen werden). Die Broschüre zeigt die politischen Forderungen des Vereins auf, geht aber auch auf die Geschichte von Rana Ahmad ein, die in Köln feststellen musste, dass die Gefahr, vor der sie geflohen war, mit ihr gereist war, nämlich in Gestalt anderer Flüchtlinge. Rana wurde in Deutschland von streng gläubigen Muslimen bedroht – wie zuvor in Saudi-Arabien. Sie musste um ihr Leben fürchten – wie in Saudi-Arabien. In ihrer Verzweiflung nahm sie Kontakt zum Zentralrat der Ex-Muslime und zur gbs Köln auf und entschloss sich, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Schon im Juni 2016 erschien ein erster großer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im September war sie gleich zwei Mal in der Sendung sternTV zu Gast.

Durch Ranas Engagement wurden weite Teile der deutschen Bevölkerung erstmals darauf aufmerksam, wie prekär die Lage für religionsfreie Flüchtlinge in Deutschland ist. Zudem war ihr Fall der letzte Anstoß dafür, ein Projekt in Angriff zu nehmen, über das in Kreisen der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung schon lange diskutiert wurde, nämlich die Gründung einer Säkularen Flüchtlingshilfe.

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Ein neu gegründeter Verein unterstützt geflüchtete Ex-Muslime in Deutschland

Bild: hpd.de
„Ich hatte das Gefühl, Saudi-Arabien nie verlassen zu haben!“ Mit diesen Worten charakterisierte die Ex-Muslimin Rana Ahmad die Situation in dem Kölner Flüchtlingslager, in dem man sie nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien untergebracht hatte. Die besonderen Probleme von Ex-Muslimen, die vor dem politischen Islam nach Deutschland geflüchtet sind und in Flüchtlingslagern mit streng gläubigen Muslimen zusammenleben müssen, werden noch immer sträflich ignoriert. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in Köln der Verein „Säkulare Flüchtlingshilfe“ gegründet, der am vergangenen Freitag beim internationalen Festakt „10 Jahre Ex-Muslime“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

hpd.de

Mit Unterstützung des Zentralrats der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung hat der Verein eine Broschüre herausgebracht, die die „Herausforderungen und Ziele der Säkularen Flüchtlingshilfe“ (siehe Anlage) beschreibt. Die Broschüre zeigt die politischen Forderungen des Vereins auf, geht aber auch auf die Geschichte von Rana Ahmad ein, die in Köln feststellen musste, dass die Gefahr, vor der sie geflohen war, mit ihr gereist war, nämlich in Gestalt anderer Flüchtlinge. Rana wurde in Deutschland von streng gläubigen Muslimen bedroht – wie zuvor in Saudi-Arabien. Sie musste um ihr Leben fürchten – wie in Saudi-Arabien. In ihrer Verzweiflung nahm sie Kontakt zum Zentralrat der Ex-Muslime und zur gbs Köln auf und entschloss sich, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Schon im Juni 2016 erschien ein erster großer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im September war sie gleich zwei Mal in der Sendung sternTV zu Gast.

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„Humanismus“ ist nur ein Wort

Bild: RDF
Michael Schmidt-Salomon hat die Bücher von Yuval Noah Harari scharf kritisiert

Von Harald Stücker | Richard-Dawkins-Foundation

Im Kern der Kritik steht dessen Charakterisierung des Nationalsozialismus als „evolutionärer Humanismus“. Damit provoziert Harari nicht nur den Widerspruch von Humanisten allgemein, sondern insbesondere den der Giordano Bruno Stiftung, die den „evolutionären Humanismus“ in einer völlig anderen Bedeutung zu ihrer Marke entwickelt hat. Allerdings scheint es hier vor allem um einen Streit um Worte und Etiketten zu gehen.

In etlichen Kommentaren dazu hieß es sinngemäß: Gut zu wissen, dann muss ich diesen Harari ja nicht mehr selbst lesen. Wahrscheinlich würde ich mich nur provoziert fühlen und aufregen. Dazu gebe ich zu bedenken, dass es lohnend sein kann, Bücher zu lesen, die dazu provozieren, die eigene Position zu überdenken. Yuval Noah Harari hat zwei bemerkenswert geistreiche, überaus lesenswerte Bücher geschrieben. Sapiens, deutsch Eine kurze Geschichte der Menschheit, erzählt diese Geschichte in groben Zügen, Homo Deus spinnt sie spekulativ zu einer prognostischen Geschichte der Zukunft weiter.

Die Begriffe „Religion“ und „Humanismus“ verwendet er auf idiosynkratische Weise. „Religion“ ist in seiner Lesart jeder Ideenkomplex, der eine Gesellschaft dadurch ordnet und ihr Richtung und Orientierung gibt, dass die meisten Mitglieder dieser Gesellschaft daran glauben. Ob darin ein oder mehrere Götter vorkommen, ist nebensächlich. Religion wird damit also zu einem wertfreien Begriff. Harari wählt bewusst den Begriff „Religion“ statt den der „Ideologie“, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um einen wesentlichen Unterschied handelt, ob die herrschenden Werte generierenden Narrative von Göttern handeln oder nicht.

Mit dem Begriff „Humanismus“ verhält es sich ähnlich. Der Humanismus ist für Harari die herrschende Religion der Moderne. Das meint er ziemlich wörtlich: eine Religion, die ihre Wertvorstellungen nicht mehr aus und auf Gott, sondern aus dem und auf den Menschen bezieht. Bemerkenswert daran ist, dass für Harari die Geschichte der theistischen Religion als bestimmende Kraft abgeschlossen ist. Es führt kein Weg zurück zur Herrschaft der Religion.

„Mehr als ein Jahrhundert, nachdem Nietzsche verkündet hat, Gott sei tot, scheint der Allerhöchste ein Comeback zu erleben. Doch das ist ein Trugbild. Gott ist tot – es dauert nur eine Weile, den Leichnam loszuwerden.“ (Homo Deus, S. 364)

Das ist ein Schlüsselsatz für das Verständnis von Hararis Position. Wie nebenbei erklärt er hier seine überraschende Position, dass die großen nicht-humanistischen Weltreligionen keine aktive Rolle mehr spielen, nur noch eine reaktive. Die humanistisch-wissenschaftliche Kultur des Westens hat die Welt erobert, weil sie frühzeitig all ihre Ressourcen in den Dienst des Menschen gestellt hat, nicht mehr in den Dienst der Götter. Alle anderen Kulturen, die das nicht getan haben, spielen in Zukunft keine Rolle mehr, und wenn, dann höchstens als Problem. Der Islam ist für Harari nicht etwa eine Religion von gestern, sondern von vorgestern:

„Der radikale Islam stellt keine ernsthafte Bedrohung für das liberale Paket dar, denn bei aller religiösen Inbrunst begreifen seine Anhänger die Welt des 21. Jahrhunderts nicht wirklich.“ (Homo Deus, S. 364)

„Der Islam ist noch nicht einmal mit der industriellen Revolution zurande gekommen – kein Wunder, dass er wenig Relevantes über Gentechnik und künstliche Intelligenz zu sagen hat.“ (Homo Deus, S. 371)

Hier wird wieder deutlich, dass Harari aus höherer Warte auf die Welt schaut, aus der die Probleme der Tagespolitik kaum zu erkennen sind. Natürlich stellt der Islam aktuell eines der größten Probleme dar, aber intellektuell, perspektivisch, hat er nichts zu bieten. Es ist nicht etwa so, dass wir im Westen vor den großen, revolutionären islamischen Ideen Angst haben müssten, dass eine kommende Welle islamischer Innovationskraft droht, uns zu überrollen. Nein, es sind von uns entwickelte Innovationen – etwa in Landwirtschaft oder Medizin – die es islamischen Gesellschaften überhaupt erst ermöglichen, zu wachsen und zu gedeihen; und von uns entwickelte Massenvernichtungswaffen – mit denen sie uns bedrohen.

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Wir waren nie Darwinisten

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Mit dem Hype im Darwin-Jahr 2009 entstand eine eigenartige neue Spezies: Darwinisten, die sich nicht für Biologie interessieren.

Von Thomas Junker | Richard-Dawkins-Foundation

Die eher harmlose Variante kommt erst gar nicht auf die Idee, dass die Evolution im Allgemeinen und speziell die evolutionäre Entstehung der Menschen irgendeine Bedeutung für unser Leben haben könnte. Am anderen Ende des Spektrums gibt es die regelrechten Biologiehasser: Sobald in einer Diskussion mögliche biologische Grundlagen menschlichen Verhaltens angesprochen werden, greifen sie reflexhaft zur Biologismus-Keule. Und dies, bevor überhaupt geklärt ist, ob es eine biologische Erklärung geben könnte und wie weit sie trägt.

Wer dies nicht glaubt, der mache ein einfaches Experiment: Fragen Sie Bekannte in ihrem Umfeld, an der Uni, in den Medien, ob die Erkenntnis, dass die Menschen in der Evolution entstanden sind, eine praktische Bedeutung hat. Ob sie beispielsweise etwas zur Klärung aktueller gesellschaftspolitischer Fragen – der Ehe für Alle, der Geschlechterthematik oder der Migrationsfrage usw. – beiträgt und beitragen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

Kürzlich fiel mir das neue Buch von Andreas Altmann, „Gebrauchsanweisung für das Leben,“ in die Hände. Es liefert eine schöne Illustration für die oben genannte eher harmlose Variante. Gleich zu Beginn seines Vorwortes lässt Altmann keinen Zweifel an seiner Weltanschauung aufkommen: „Ich bin Darwinist, impertinent von seiner Idee der Evolution überzeugt. Dass der liebe Gott dahintersteckt, halte ich für eine Zumutung.“ Im Weiteren erfahren wir, dass es im Buch um Altmanns Suche nach dem Sinn des Lebens, nach einem Sinn für sein eigenes Lebens, geht. Bei C. G. Jung habe er schließlich eine Antwort gefunden, die zugleich „wunderbar irdisch und intelligent“ anmute. In Altmanns Worten: „Sinn macht, wenn ein Mensch das wird, was in ihm angelegt ist.“ Wenn er „wird, was er sein will. Nein: sein soll.“

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Zum Affen gemacht: Wie eine atheistische Stiftung Stimmung gegen Muslime macht

Themenbild.
Themenbild.

Die Mehrheit der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens lehnt die Evolutionstheorie ab. Das zumindest behauptet die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung. Doch die Studie, die das beweisen soll, genügt selbst keinen wissenschaftlichen Standards.

Von Fabian Köhler | IslamiQ

Wächst an unseren Universitäten eine Generation muslimischer Kreationisten im Lehrergewand heran? Lehren muslimische Pädagogen demnächst, die Entstehung des Menschen durch Lehm und Rippe anstatt durch Mutation und Selektion? Lernen unsere Kinder im Biologieunterricht bald die koranische Schöpfungsgeschichte anstatt der Mendelschen Gesetze?

Diesen Eindruck kann bekommen, wer dieser Tage auf islamfeindlichen Seiten in Sozialen Netzwerken unterwegs ist. Auslöser ist eine Meldung der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung (GBS). „Mehrheit der muslimischen Lehramtsstudenten bestreitet die Evolution“, schrieb diese vergangene Woche auf ihrer Website und viele Medien schrieben ab. Einer Befragung unter Lehramtsstudenten zufolge sollen 60 Prozent der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist“. Sogar 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten würden die  Evolutionstheorie gleich ganz ablehnen.

Von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ spricht der Vorsitzende der GBS Michael Schmidt-Salomon auf der Website der Stiftung: Wer die Evolutionstheorie ablehne, habe „keinen universitären Abschluss verdient“, schreibt der Philosoph dort und fordert, muslimische Lehramtsstudenten nicht weiter „auf wehrlose Kinder loszulassen“. [https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/muslime-evolution].

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Religiotie: 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten lehnen Evolutionstheorie ab

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB
Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Nicht nur unter evangelikalen Christen sind Zweifel an der Evolutionstheorie verbreitet. Laut einer Studie der Giordano-Bruno-Stiftung wird sie auch von fast 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland abgelehnt.

stern.de

Rund 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland lehnen die Evolutionstheorie ab. Das hat eine Studie der Giordano-Bruno-Stiftung ergeben. Der Vorstandssprecher der religionskritischen Denkfabrik, Michael Schmidt-Salomon, nannte das Ergebnis eine „bildungspolitische Katastrophe“. Wer religiös so voreingenommen sei, dass er nicht einmal die „hunderttausendfach belegte Tatsache der Evolution“ akzeptieren könne, habe keinen universitären Abschluss verdient, kritisierte der Philosoph.

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„Wir müssen Saudi-Arabien unter Druck setzen!“


Dem saudischen Blogger Raif Badawi, Träger des Deschner-Preises der Giordano-Bruno-Stiftung, drohen nach Medienberichten weitere 50 Peitschenhiebe. gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon, der in seinem Buch  „Die Grenzen der Toleranz“ ausführlich auf den Fall Badawi eingeht, fordert die deutsche Politik auf, „endlich klare Kante zu zeigen und Saudi-Arabien unter Druck zu setzen“.

Von Michael Schmidt-Salomon | Richard-Dawkins-Foundation

Als die Bilder von Raifs öffentlicher Auspeitschung im Internet auftauchten, ging ein Aufschrei der Empörung durch die Welt. Die massive Reaktion der globalen Zivilgesellschaft setzte Saudi-Arabien so sehr unter Druck, dass die Prügelstrafe ausgesetzt wurde. Auf dem Höhepunkt der Proteste, Ende Januar 2015, war der Druck sogar so stark, dass sich der saudische Botschafter in Berlin genötigt sah, eine frühzeitige Freilassung Badawis in Aussicht zu stellen.

Offenkundig rechnete Saudi-Arabien zu diesem Zeitpunkt noch mit ernsthaften außenpolitischen Konsequenzen. Jedoch: Zu wirklichen Konsequenzen oder auch nur zur Androhung solcher Konsequenzen ist es danach nicht gekommen – ein fataler Fehler der internationalen, insbesondere auch der deutschen Politik. Statt klare Kante zu zeigen, verfielen die führenden Politiker zurück in den alten Kurs der Kuscheldiplomatie und fädelten Milliarden-Geschäfte mit einem Land ein, das den sunnitisch-wahhabitischen Terror seit Jahren maßgeblich unterstützt. Die verheerenden Menschenrechtsverletzungen, die Saudi-Arabien Tag für Tag begeht, wurden – wenn überhaupt – nur in Nebensätzen erwähnt, was die Gegenseite souverän überhören konnte.

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Ist Intoleranz tolerant, wenn sie links ist?

Michael Schmidt-Salomon ist ein Genie. Ein PR-Genie. Kaum ein anderer öffentlicher „Intellektueller“ unserer Zeit hat ein so gutes Gespür dafür, was er schreiben muss, um von Mainstream-Medien hofiert zu werden. Er erkennt den Zeitgeist genau und passt seine Sprache und Meinung daran an. Schmidt-Salomon ist der vielleicht größte Anpasser des ganzen Landes.

Von feuerbringer Magazine

Als Philosoph schreibt er zwar nur Unsinn, aber man kann nicht auf allen Gebieten Überragendes leisten. Der neueste Essay des Vorstandssprechers der Giordano Bruno Stiftung befasst sich mit der Frage, ob und inwieweit wir als Gesellschaft Intoleranz tolerieren müssen.

Wie schon seine Streitschrift „Keine Macht den Doofen!“ (eine Auflistung von Beleidigungen von Konservativen) ist der Essay gegenüber Andersdenkenden atemberaubend intolerant. Er plädiert dabei jedoch, oberflächlich betrachtet, für mehr Toleranz. Das entspricht der Haltung der Social Justice Warrior, die für mehr Toleranz gegenüber Minderheiten wie Transgender und Muslimen eintreten, aber nur, sofern die Minderheiten genau ihrer politischen Meinung sind (was sie oft fälschlicherweise glauben).

„Heute hat der „Tages-Anzeiger“ (die meistabonnierte Tageszeitung der Schweiz) dem Buch zwei komplette Druckseiten gewidmet“, lässt MSS seine Leser auf Facebook wissen. Wie subtil er doch die Bedeutung der Publikation einfließen lässt, die seinen Essay veröffentlichte, mit dem er sein neues Buch über die Toleranz bewerben möchte. Und es sind natürlich „Druckseiten“ und sogar „komplette“ davon, keine schäbigen Online-Seiten (trotzdem ist der Essay online nachlesbar).

Die bösen Konservativen

Es ist immer schön, wenn sich Menschen selbst gut leiden können. Andererseits lässt der Essay einige Zweifel daran aufkommen. Die ans Tourette-Syndrom grenzenden ständigen herablassenden Äußerungen gegenüber dem offenbar einförmigen Kollektiv der Konservativen seitens MSS erwecken den Eindruck einer rituellen Beschwörungsformel. Wie ein Priester, der selbst nicht so recht an die Jungferngeburt glaubt und umso nachdrücklicher die Geschichte wiederholt, wie der Heilige Geist Maria schwängerte, muss MSS sich und uns unentwegt einreden, wie zurückgeblieben und verblödet seine politischen Gegner seien. Was sollte er auch sonst tun? Ihre Argumente lesen und inhaltlich darauf antworten, wie es ein, keine Ahnung, Philosoph tun würde? Aber da bestünde ja die Chance, dass sie ihn überzeugen.

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„Schöne neue Welt?“: Frankfurter Zukunfts-Symposium 2016

Bild: RDF
Die Zukunft hat uns eingeholt. Maßstäbe, die gestern noch verbindlich waren, haben ihre Gültigkeit verloren. Ob wir wollen oder nicht: Leistungsfähige Elektronik, Gentechnik, Mikrochirurgie und die zunehmende Verschmelzung von Gehirn und Computer fordern das traditionelle Menschenbild heraus. Dieser Herausforderung stellt sich das „Frankfurter Zukunfts-Symposium“ (29.-30. Oktober 2016), das von der Goethe Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Giordano- Bruno-Stiftung und dem Ethikverband der deutschen Wirtschaft ausgerichtet wird.

Richard Dawkins-Foundation

Wie sieht es aus mit den Auswirkungen der Technik auf den Menschen? Perfektioniert sie ihn oder macht sie ihn ersetzbar? Und welche Rolle spielen ethische Argumente gegenüber wirtschaftlichen und politischen Interessen? Können uns traditionelle Ethiken bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen behilflich sein oder benötigen wir eine neue, postkonventionelle Ethik? Das im Turnus von zwei Jahren angesetzte „Frankfurter Zukunfts-Symposium“ soll unser Bewusstsein schärfen für intellektuelle Modelle und Strategien, die uns befähigen, Schritt zu halten mit der sich immer weiter verselbstständigenden Entwicklung autonomer technischer Systeme und Hilfsmittel für das menschliche Leben.

Folgende Referenten werden am Symposium teilnehmen:

Prof. Dr. Dieter Birnbacher
Prof. Dr. Michael Braungart
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün
Dr. Dr. Michel Friedman
Ingrid Häußler
Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf
Mathias Horx
Dr. Irina Kummert
Prof. Dr. Reinhard Merkel
Prof. Dr. Thomas Metzinger
Dr. Michael Schmidt-Salomon
Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner
Prof. Dr. Franz Josef Wetz
Prof. Dr. Christiane Woopen

Moderation: Thomas Forwe, Michel Friedman, Gert Scobel

Das Programm des Frankfurter Zukunfts-Symposiums umfasst drei Themenblöcke: 1. Apokalypse No! – Die offene Zukunft und ihre Feinde, 2. Virtuelle Realitäten und intelligente Roboter: Gefahren und Chancen der Digitalisierung, 3. Die Würde des Menschen ist … ungeklärt: Bio-Technologie und ihre Konsequenzen. Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie hier!

Das Frankfurter Zukunfts-Symposium vom 29. bis 30. Oktober 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Campus Westend (Hörsaal HZ 5, Theodor-W-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt) beginnt am Samstag um 9:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, für die Teilnahme am Kongress ist eine vorausgehende Anmeldung (über dieses Webformular) allerdings unbedingt erforderlich! Weitere Informationen (Programm, Anmeldung, Hotelempfehlungen) gibt es auf der Website zum Kongress: www.zukunftssymposium.de

Hier geht’s zum Originalartikel…

Dreiviertel aller Berliner haben eine säkulare Lebensauffassung

welthumanistentagDas Meinungsforschungsinstitut EMNID hat im Auftrag der Humanismus Stiftung Berlin, des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg, sowie der Giordano-Bruno Stiftung für ihre Forschungsgruppe Weltan-schauungen in Deutschland (fowid) im März/April 2016 eine Umfrage durchgeführt, die sich speziell und repräsentativ auf Berlin bezog.

Humanismus Stiftung Berlin

Die Ergebnisse dieser Studie wurden am 6. Juni 2016 im „Roten Rathaus“ im Rahmen der Tagung der säkularen Verbände Berlins zu „Frieden und Orientierung – Dialog der Weltanschauungen – Humanistische Beiträge zur offenen Gesellschaft“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

61 Prozent der Berliner gehören keiner Religionsgemeinschaft an, 21 Prozent sind Mitglieder der evangelischen Landeskirche bzw. einer evangelischen Freikirche, 9 Prozent gehören zur römisch-katholischen Kirche.

Teil der Befragung war auch die Frage nach der persönlichen Lebensauffassung, die sich darin ausdrückte, ob man der folgenden Auffassung (voll und ganz bzw. eher) zustimmte oder sie (eher oder voll und ganz) ablehnte: „Inwieweit trifft die folgende Lebensauffassung auf Sie persönlich zu: Ich führe ein selbstbestimmtes Leben, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht und frei ist von Religion und Glauben an einen Gott“.

Die Ergebnisse sind überraschend, da sie in mehrfacher Hinsicht von den formalen Konfessionszugehörigkeiten abweichen.

74 Prozent der Befragten stimmen dieser Lebensauffassung zu, „voll und ganz“ (42 %) bzw. eher (32 %). Das verweist darauf, dass auch formal christliche Kirchen-mitglieder dieser Auffassung sind.

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Der religionsfeindliche Hochstapler – and your whiney assed opinion would be?

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Der Westen feiert die atheistischen Blogger Bangladeschs. Dass es unter ihnen auch menschenfeindliche Hohlköpfe gibt, wird gerne ausgelassen. Ein Abend mit Asif Mohiuddin

Von Timo Al-Farooq | derFreitag Community

„Soviel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, das ist im höheren Sinn des Wortes Leben.“ So heißt es bei Wilhelm von Humboldt, doch die Universität, die seinen Namen und den seines Bruders trägt, war am 14. Dezember letzten Jahres ein Ort, an dem ein Mensch mit sehr wenig Welt in sich hemmungslos seinen mittelscharfen Senf über diese ihm fremde Welt dazugeben durfte: Die Rede ist vom mittlerweile im deutschen Exil lebenden Asif Mohiuddin, einem sogenannten „säkularen“ bzw. „atheistischen Blogger“, wie sie in Bangladesch seit geraumer Zeit von einigen religiösen Extremisten angefeindet und getötet werden, weil ihnen deren online-publizierten Schriften über den Islam und seiner Rolle in Staat und Gesellschaft Bangladeschs säuerlich aufstoßen. Mohiuddin wurde wegen seiner Blogeinträge Opfer einer Messerattacke, wurde von der säkularen Regierung Bangladeschs wegen „Blasphemie“ angeklagt, im Gefängnis nach eigenen Angaben gefoltert, und floh schließlich nach Europa. Der Sensationalismus dieser traurig anmutenden Kurzvita war für die Amnesty Hochschulgruppe der HU und „Säkularer Humanismus an Berliner Hochschulen“, der studentischen Lobbygruppe der „Giordano Bruno Stiftung, einer Organisation, die mit Leib und Seele dem „evolutionären Humanismus“ verschrieben ist, verständlicherweise Grund genug, ihn zu einem Vortrag zum Thema Meinungsfreiheit in Bangladesch einzuladen. Was dann aber folgte, war weder diskursiv erhellend noch wissenschaftlich bereichernd, sondern eine Lektion in plumpem Populismus, unverhohlener Religionsfeindlichkeit, westlichem Anbiederungsverhalten sowie den geistigen Grenzen des dogmatischen Atheismus und westlichen Menschenrechtsaktivismus. Die erfolgreichsten Hetzer sind die, denen man ihre niederen Absichten weder ansieht noch anhört. Und mithilfe seines unschuldig dreinblickenden, bebrillten Bubengesichts, seines friedlichen Grinsens, seiner sanften Stimme und einer bescheidenen Art, schaffte Mohiuddin es, im Hörsaal 2002 des Hauptgebäudes einer numerisch überschaubaren Frühabendansammlung aus jungen Studierenden und interessierten Einzelpersonen die respektlosen, herabwürdigenden und feindseligen Aussagen seiner etwa einstündigen lausbübisch vorgetragenen Tirade gegen privaten und organiserten Gottesglauben, insbesondere Islam, als legitime Religionskritik zu verkaufen: Das Publikümchen lauschte mit Anteilnahme und Anbiederung den Anekdoten dieses süßholzraspelnde Spalters, dem die Opferstilisierung kraft der Messerattacke auf ihn naturgemäß einfach fiel, und der Gottesglaube mehrfach als „stupid“ bezeichnete und religiöse Menschen für „brainwashed“ hält, als seien sie Zombies aus The Walking Dead.

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„Deschner Preis“ für Ensaf Haidar und Raif Badawi

Raif Badawi, Bild: FB
Er hat angeblich den Islam beleidigt und wird dafür in seiner saudischen Heimat mit Gefängnis und Prügel bestraft. Dabei hat der Blogger Raif Badawi nur die Gleichbehandlung aller Menschen eingefordert.
 

heise.de

Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine baldige Freilassung des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi. Das erklärte seine Frau Ensaf Haidar in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In ihrer Heimat herrscht nach Angaben der im Exil lebenden 36-Jährigen Funkstille, was ihren Mann betrifft. „Also bleibt uns nur zu hoffen, dass sie ihn früher oder später begnadigen.“

Gemeinsam mit ihrem Mann erhält Haidar am (heutigen) Samstag (17.00 Uhr) den mit 10.000 Euro dotierten „Deschner-Preis“ für Religions- und Ideologiekritik der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Eheleute werden laut Stiftung geehrt für ihren „gemeinsamen, mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Säkularismus, Liberalismus und Menschenrechte, der weit über Saudi-Arabien hinaus Bedeutung hat“. Haidar lebt mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada.

Die Laudatio soll der deutsch-arabische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad halten, der unter anderem mit seinem Bestseller „Mohamed. Eine Abrechnung“ für Aufsehen sorgte. Der Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek steht nach Angaben der Organisatoren unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen.

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Düsseldorf: Grundschüler lernen die Evolution

Jungen und Mädchen der Theodor-Heuss-Schule vor dem Wandbild zur Evolutionsgeschichte. Foto: Hans-Jürgen Bauer
Sämtliche Grundschulen erhalten Bücher und DVDs des Projekts „Evokids“. Die religionskritische, nicht unumstrittene Giordano-Bruno-Stiftung und Jacques Tilly gehören zu den Ideengebern. Für die Stadt ist das kein Problem.

Von Beate Werthschulte|RP ONLINE

Mit der Evolution beschäftigen sich Schüler und Lehrer der Theodor-Heuss-Schule bereits seit sechs Jahren. Sie laufen im wahrsten Sinne des Wortes täglich an ihr vorbei. Denn damals haben Schulkinder und ein Team rund um Künstler Jacques Tilly das mit 50 Metern längste Wandbild Düsseldorfs gemalt: Es zeigt die gesamte, auf den Erkenntnissen des englischen Wissenschaftlers Charles Darwin fußende Lehre von der Entwicklung des Lebens und der Arten. Das, was an der Wand hängt, soll nun Unterrichtsthema in allen Düsseldorfer Grundschulen werden.

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Giordano-Bruno-Stiftung verschenkt 500 Exemplare des Buchs „Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit“

Buch Cover. Bild: GBS
Buch Cover. Bild: GBS

Wenige Tage nach der Veröffentlichung des Films „Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit“ hat die Giordano-Bruno-Stiftung bekanntgegeben, dass sie das gleichnamige Buch 500 Grundschulbibliotheken kostenlos zur Verfügung stellen wird.

PRESSEPORTAL.DE

„Die Evolutionstheorie ist die wichtigste Grundlage des modernen Weltbildes, je besser man sie versteht, desto eher entwickelt man eine realistische Vorstellung von der Welt, in der wir leben, und desto geringer ist die Gefahr, fundamentalistischen Heilslehren auf den Leim zu gehen“, erklärte gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon das besondere Engagement der Stiftung.

Grundschulen, die „Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit“ in ihre Bibliothek aufnehmen möchten, können das aufwändig illustrierte Evolutionsbuch ab sofort kostenfrei bei der Giordano-Bruno-Stiftung bestellen. Informationen zum Buch gibt es auf der Website des Projekts „Evokids – Evolution in der Grundschule“, dem die Hälfte des Verlagserlöses aus dem Buchverkauf zufließt. „Big Family“ ist bei guten Buchhändlern und Versandbuchhändlern seit einigen Wochen erhältlich.

Das Evokids-Projekt setzt sich für eine möglichst frühzeitige Beschäftigung mit dem Themenkomplex „Evolution“ ein, der in den staatlichen Grundschullehrplänen bislang nicht berücksichtigt wird. „Dies ist nicht nur im Hinblick auf die fundamentale Bedeutung der Evolutionstheorie für die Allgemeinbildung unverständlich, sondern auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine vernünftige Integrationspolitik“, sagte Schmidt-Salomon. „Denn wer die Prozesse der Evolution versteht, der begreift auch, dass ‚Religionen‘, ‚Nationen‘, ‚Völker‘ letztlich nur soziale Konstrukte sind, die eine für unser Zusammenleben bedeutsame Tatsache häufig verdecken, nämlich, dass uns Menschen untereinander sehr viel mehr verbindet als trennt. Die Evolutionstheorie befreit uns von solchen Perspektivverengungen. Sie vermittelt uns die faszinierende Erkenntnis, dass wir zusammen mit allen anderen Lebewesen auf der Erde eine einzigartige große Familie bilden, deren Entstehungsgeschichte wir bis zu den ersten Einzellern vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren zurückverfolgen können. Wer diese große Geschichte des Lebens im Kopf hat, wird mit den engen, hinterwäldlerischen Vorstellungen von Nationalisten, Ethnozentristen oder religiösen Fundamentalisten nichts mehr anfangen können.“

Lesen Sie weiter unter: http://ots.de/MBjcS

„Dieses Gesetz wird vor Gericht keinen Bestand haben!“

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Giordano-Bruno-Stiftung kündigt Klage gegen die im Bundestag beschlossene Kriminalisierung der professionellen Freitodbegleitung an
 

Richard Dawkins-Foundation

Der Deutsche Bundestag hat heute mit 360 von 602 abgegebenen Stimmen ein Verbot der sogenannten „geschäftsmäßigen Sterbehilfe“ beschlossen. „Ein schwarzer Tag für Deutschland, insbesondere für schwerstleidende Menschen!“, kommentierte dies der Berliner Arzt und Sterbehelfer Uwe-Christian Arnold. Die Giordano-Bruno-Stiftung, in deren Beirat sich Arnold engagiert, kündigte direkt nach der Abstimmung eine Klage an, die man im Notfall auch auf der europäischen Ebene führen werde. „Dieses Gesetz wird vor Gericht keinen Bestand haben!“, gab sich gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon optimistisch, wobei er auf die Resolution der deutschen Strafrechtslehrer verwies, die sich bereits vor Monaten entschieden gegen ein Verbot der professionellen Freitodbegleitung ausgesprochen hatten.

Nach dem heute beschlossenen Gesetz, das unter der Hand auch die Bezeichnung  „Lex Arnold“ trägt, wird Uwe-Christian Arnold schwerstleidenden Menschen künftig nicht mehr die Unterstützung geben können, die er in seinem Buch „Letzte Hilfe – Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“ ausführlich beschrieben hat. Die „Kampagne für das Recht auf Letzte Hilfe“ hatte das Buch schon im vergangenen Jahr allen Bundestagsabgeordneten zugeschickt. „Es kann also niemand behaupten, er hätte nicht gewusst, was auf dem Spiel steht“, sagte Schmidt-Salomon.  „Durch das heute beschlossene Gesetz werden schwerstleidende Menschen noch größere Hemmungen haben, mit ihrem Arzt oder ihren Angehörigen über ihre Sterbenswünsche zu sprechen. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig noch mehr Menschen in harte Verzweiflungssuizide getrieben werden, sich erhängen, vergiften, erschießen oder vor Züge werfen. Für viele, die von ihren Ärzten vor Ort alleingelassen wurden, waren Sterbehelfer wie Uwe-Christian Arnold ein Hoffnungsschimmer. Allein die Aussicht, selbstbestimmt sterben zu können, half ihnen, mit ihrem Leid besser zurechtzukommen. Diese Hoffnung hat der Deutsche Bundestag  den Menschen nun genommen.“

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Hamed Abdel-Samad auf Abwegen

abdel_samad_germaniaDer deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad hat keine Berührungsängste mit rechten Parteien und Publikationen.

Von Peter Bierl|Jungle World

Religionskritik ist Aufklärung. Nichts damit zu tun hat das Ressentiment, dem es nicht um die Emanzipation des Menschen, sondern um Unterwerfung und Verwertung geht. Schopenhauer verabscheute das Christentum als jüdisch und als schuld an der Tierquälerei, Nietzsche stänkerte gegen Juden- und Christentum, die mit ihrer Sklavenmoral die Herrenmenschen gefesselt hätten, die Völkischen verwarfen »orientalische« Religionen als artfremd. Für »Neue Atheisten« wie Dawkins ist der Mensch ein von egoistischen Genen gesteuerter Roboter und der Bioethiker Peter Singer greift die humanistische Idee von der Heiligkeit des Lebens an, weil sie Euthanasie und Menschenzucht entgegensteht.

Bei aller Kritik an den Kirchen, das Heidentum war und ist kein Spaß, wie es Parolen aus den Reihen der Giordano-Bruno-Stiftung verkünden, sowenig wie die neuheidnischen Germanenkulte der Völkischen. Kritik am Judentum, die das Klischee vom blutrünstigen, patriarchalen, aggressiven Gott aufgreift, ist falsch und antisemitisch. Wer den Islam kritisiert, muss zugleich Rassisten bekämpfen, die heute Muslime statt Kanaken sagen, aber das Gleiche meinen: Ausländer raus.

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«Kritik am Islam nicht als Beleidigung missverstehen»

Der Berliner Journalist und Publizist Alexander Kissler | © 2011 KNA
Der Berliner Journalist und Publizist Alexander Kissler fordert in seinem neuen Buch vom Islam eine Anerkennung der westlichen Werte. Zugleich verlangt er vom Westen, seine eigenen Traditionen wie Meinungsfreiheit und Geschlechtergleichheit gegenüber dem Islam geltend zu machen. Kissler äusserte sich am Freitag, 16. Oktober, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) über seine im Gütersloher Verlagshaus erschienene Publikation «Keine Toleranz den Intoleranten».

Interview Andreas Otto|kath.ch

Herr Kissler, in Ihrem Buch «Keine Toleranz den Intoleranten» lassen Sie am Islam kein gutes Haar. Verträgt sich die Religion wirklich nicht mit Deutschland und dem Westen?

Alexander Kissler: Der Eindruck, dass ich am Islam kein gutes Haar lasse, ist falsch. Ich erwähne ausdrücklich die Blütezeit der islamischen Kultur, die Europa um das Jahr 1000 auf fast allen Gebieten überlegen war. Die Araber haben dem Abendland das griechische Erbe der Antike überliefert. In der Geschichte des Islam gibt es sehr verschiedene Phasen. Momentan scheint eine rigide und intolerante Form die Oberhand zu gewinnen. Und eine solche Lesart ist tatsächlich unvereinbar mit den westlichen Werten.

Sie geben viele Beispiele wie den Anschlag auf «Charlie Hebdo». Die Unterscheidung zwischen dem radikalen Islamisten und dem normalen Muslim kommt bei Ihnen etwas kurz.

Kissler: Ich unterstelle der friedlichen Mehrheit der Muslime gewiss keine bösen Absichten. Schaue ich aber auf Grundlagentexte, etwa die «Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam» oder die «Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam» von 1981 und 1990, muss ich feststellen: Menschenwürde meint unter islamischen Vorzeichen etwas ganz anderes als unter westlichen Vorzeichen. Sie gilt zunächst für Muslime. Tamim Ansary, ein amerikanischer Historiker afghanischer Herkunft, spricht von der «Unvereinbarkeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen». Die ganze Welt muss nicht westlich werden; das ist mir ganz wichtig. Aber der Westen muss ein Recht haben, westlich zu bleiben.

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‚Die Kirche ist nicht mehr zu retten’

Die katholische Kirche befinde sich in Deutschland in einer Situation, in der sie nur verlieren könne, schreibt ein atheistischer Kommentator angesichts der hohen Austrittszahlen für 2014.


kath.net
jesus_schaukel„Die Kirche ist nicht mehr zu retten“ überschreibt Florian Chefai seinen Kommentar zur stark gestiegenen Zahl der Kirchenaustritte 2014 auf der Internetseite des Humanistischen Pressedienstes, welcher unter anderem der Giordano Bruno Stiftung und dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten nahesteht.

Die Kirche befinde sich in einer Situation, in der sie nur verlieren könne, analysiert Chefai. Zunächst erteilt er der von Bewegungen wie „Wir sind Kirche“ geforderten Anpassung an die moderne Welt eine Absage: „Mit jeder Verweltlichung, jeder Modernisierung und jeder Anpassung an den ‚modernen Zeitgeist’ verlieren die Kirchen an Bindungskraft. Denn wozu braucht es eine Kirche, die bloß mit religiösem Dialekt predigt, ohne religiöse Inhalte zu vermitteln? Mit zunehmender theologischer Substanzlosigkeit schwindet die Bedeutung der Kirchen.

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Briefmarken mit Portraits von Giordano Bruno und Karlheinz Deschner

Giordano-Bruno-Stiftung stellt die Motive ihres Briefmarken-Sets kostenlos zur Verfügung


giordano bruno stiftung

gbs-Briefmarken, Bild: ebenda

Unzufrieden mit den oftmals religiös geprägten Briefmarkenmotiven der Deutschen Post, hat die Giordano-Bruno-Stiftung ein eigenes Briefmarken-Set produziert. Erstmals zum Einsatz kamen die Marken vor einer Woche beim Versand des gbs-Tätigkeitberichts 2014. Aufgrund der hohen Nachfrage aus dem Kreis der Spenderinnen und Spender, stellt die gbs die vier Motive des Sets online zur Verfügung. Wer daran interessiert ist, kann die Briefmarken nun ohne größere Schwierigkeiten über den Online-Shop der Deutschen Post bestellen.

In den letzten Tagen fanden diejenigen, die der Giordano-Bruno-Stiftung im vergangenen Jahr eine Spende zukommen ließen, den gbs-Tätigkeitsbericht 2014 in ihrer Post. Frankiert war die Sendung mit einer individuellen Briefmarke der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Idee dazu kam von einem Mitglied des gbs-Förderkreises, erklärt gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon: „In der Vergangenheit standen wir vor größeren Postsendungen immer wieder vor der Frage, mit welchen Briefmarken wir unsere Post frankieren sollten.

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