Ist religiöse Erziehung eine sanfte Art der Indoktrination?

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Der Glaube an höhere Mächte ist vermutlich fast so alt wie die Menschheit. Er diente unseren Vorfahren primär dazu, Naturkatastrophen und unverständliche Phänomene erklären zu können.

Von Hugo Stamm | watson/Sektenblog

Heute liefern uns Wissenschaft und Technik schlüssige Antworten auf viele Fragen, die früher mit übersinnlichen oder paranormalen Argumenten begründet wurden.Trotzdem glaubt die Mehrheit der Menschen immer noch an einen Gott oder an Götter.

Der Grund ist meist einfach: Der Glaube ist anerzogen. Kinder sind bekanntlich ahnungslos bezüglich Religionen, Heilslehren, Gott und einem Leben nach dem Tod.

In der abendländischen Kultur werden die meisten Kinder in den christlichen Glauben eingeführt. Für sie werden Gott, Jesus und der Heilige Geist lebendige Figuren, so real wie Vater und Mutter. Kein Kind kommt auf die Idee, dass der christliche Gott möglicherweise eine Fiktion ist und Jesus womöglich nicht der Sohn Gottes, wie ihm die Eltern erklären. Sie können auch die Aussage nicht hinterfragen, dass Maria Jesus unbefleckt empfangen haben soll.

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Verführer, Einflüsterer und Urväter der Fake-News

foto: picturedesk.com / interfoto / friedrich Ob „Bezaubernde Jeannie“, Geist aus der Flasche, islamische Website oder Volksmärchen: Dschinn beschäftigen die Menschen bis heute – besonders oft auf dem Balkan. Mitunter wird sogar der Imam bemüht, um den vermeintlichen Dämon (oder den Ehepartner) zu besiegen.

Auf dem Balkan ist der Glaube an Dschinn verbreitet. Die Dämonen, die versuchen, die Menschen auf Irrwege zu bringen, werden auch im Koran erwähnt

Von Adelheid Wölfl | derStandard.at

Edo stand von Beginn an unter Mirjanas Schlapfen. Sie diktierte, was er zu tun hatte, sie verlangte Geld für eine neue Küche, für ein neues Sofa, für ihre Maniküre. Edo getraute sich nie, nein zu sagen, er verschuldete sich, er wurde zappelig. Aber er war Mirjana voll und ganz verfallen. Edos Eltern schauten eine Weile zu, dann rückten sie mit ihrer Diagnose heraus: „Edo, du bist von einem Dschinn besessen!“, sagten die Bosnier. Und der arme Edo suchte nach einem Imam, der ihm den Dschinn austreiben sollte.

Der Glaube an die Dschinn ist nicht nur unter Muslimen auf dem Balkan verbreitet. Wenn jemand ungewöhnliches Verhalten zeigt, wird ein Dschinn dahinter vermutet. Vielen Schwulen, die sich trotz stetiger Ermahnungen nicht für Frauen interessieren, wird etwa ernsthaft geraten, sich den „Dschinn“ austreiben zu lassen. In diesen vormodernen Vorstellungswelten werden Phänomene, die nicht ins eigene Weltbild passen oder Angst machen, nach außen ausgelagert.

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Gedankenaustausch mit Harald Lesch zu Physik und Gott

Ein Gespräch zwischen dem Astrophysiker Professor Dr. Harald Lesch, München, und Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang über Grenzfragen naturwissenschaftlicher Forschung ist Auftakt zur neuen Video-Reihe „Akademiegespräche“ der Evangelischen Akademie im Rheinland.

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Dodo Hahne: Gesellschaft hat keinen Platz mehr für Gott – Heul doch!

Nach Ansicht des Publizisten Peter Hahne werden Gott und Glaube immer weiter aus der Gesellschaft verdrängt. „Das ist vielleicht das Tragische an unserer Zeit: dass wir für Gott keinen Platz mehr haben“, sagte Hahne am Sonntag bei der Pfingsttagung des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in Bobengrün im bayerischen Landkreis Hof.

evangelisch.de

Das betreffe nicht nur kirchenferne Menschen: „Man kann das auch ganz fromm machen: Man geht in Jungschar, Jugendkreis und Gottesdienst, und trotzdem plant man sein Leben, als gäbe es Gott nicht.“

Die Bibel als „Bedienungsanleitung für unser Leben“ sei jedoch unverzichtbar. Als Beispiel nannte Hahne die zehn Gebote: „In zehn Sätzen steht da alles, was man zum Leben und zum Sterben braucht.“

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Soziologin: Konfessionslose sind oft nicht strikt atheistisch

Die meisten Konfessionslosen in Europa sind nach Ansicht der britischen Religionssoziologin Linda Woodhead nicht strikt atheistisch eingestellt. „Die Gruppe derjenigen, die keiner organisierten Religion angehören, wächst zwar in vielen europäischen Ländern“, sagte die Hans-Blumenberg-Gastprofessorin am Montagabend am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Damit gehe jedoch nicht eine genauso stark wachsende Ablehnung von Glauben und Spiritualität einher.

kathpress

So folgten nur 13 Prozent der Konfessionslosen in Großbritannien dem „Neuen Atheismus“ des Evolutionsbiologen Richard Dawkins, so die Professorin. Auch zeigten nur 42 Prozent der konfessionslosen Briten die Überzeugung, es gebe keinen Gott. Gut 16 Prozent von ihnen halten die Existenz Gottes oder einer höheren Macht sogar für sicher oder wahrscheinlich, sagte Woodhead.

„An die Stelle kirchlicher Bindung treten mehr und mehr individualistische und synkretistische Religionsformen“, erläuterte die Religionssoziologin. Rund ein Viertel der Konfessionslosen pflege im privaten Bereich eigene spirituelle Praktiken. „Wer sich heute in England oder Deutschland beerdigen lassen will, bekommt viele christlich-säkulare Mischformen geboten.“ Dies sei inzwischen „normal“.

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Die Religion ist auf die Weltbühne zurückgekehrt

In Europa entfaltet der Glaube schon lange keine politische Kraft mehr. Der Kontinent hat aus dem Dreißigjährigen Krieg gelernt. Woanders aber herrschen noch Mord und Totschlag im Namen Gottes.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

„Das 21. Jahrhundert wird religiös sein – oder es wird nicht sein.“ Als André Malraux, Schriftstellerphilosoph und Zeitgenosse des General de Gaulle, diesen Satz wagte, stand er quer zum Zeitgeist. Religion war späte Nachricht unaufgeklärter Zeiten – so der Konsensus.

Heute dagegen, von den Kreuzen und Zwiebeltürmen über den Dächern von Moskau bis zu den Gebetshäusern des amerikanischen „Bible Belt“, die jüngst erst – mehr als jedem erinnerlichen Vorgänger – Donald Trump zur Macht verholfen haben, handelt es sich um einen Gemeinplatz.

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So unterdrücken Religionen die Sexualität ihrer Gläubigen und fördern Missbräuche

 Priester bei der Kommunion mit Kindern auf einem polnischen Gemälde von 1881. Bild: wikipedia
Priester bei der Kommunion mit Kindern auf einem polnischen Gemälde von 1881. Bild: wikipedia
Sexualität mit religiösen oder moralischen Geboten zu unterdrücken, ist ein Verbrechen an der Menschheit.

Von Hugo Stamm | watson.ch

Glaube und Sexualität – eine explosive Mischung. Die meisten Glaubensgemeinschaften wollen die sexuellen Regungen und Bedürfnisse ihrer Gläubigen mit moralischen Dogmen zähmen – und scheitern dabei grandios.

Anschauungsunterricht liefern die Vorfälle mit Muslimen, die ihre Hände nicht im Zaum halten können. Wer die Mentalität in manchen muslimischen – vor allem arabischen Ländern kennt – ist wenig überrascht. Dort wird die Sexualität aus religiösen Gründen derart radikal unterdrückt, dass sich die Frauen verhüllen müssen, um nicht Freiwild zu werden. Die Männer wissen nur zu gut, weshalb sie ihre Frauen nicht in engen Jeans und wallenden Haaren auf die Strasse lassen.

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Unaufgeklärte Religion ist ein Problem

Bild: HVD_Hessen/Twitter
Bild: HVD_Hessen/Twitter
HVD-Präsident Frieder Otto Wolf diskutierte am vergangenen Freitag beim Forum des Bundesinnenministeriums in Leipzig zur Frage: „Wie hältst Du es mit der Religion? Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?“

HVD Bundesverband

Fördern Glaube und Religion den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Oder schüren sie im Gegenteil Konflikte und Unfrieden in unserem Land? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Bürgerdialogs in Leipzig. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Bundesinnenministers Dr. Thomas de Maizière gefolgt, um über die Bedeutung von Religion für unser Zusammenleben zu diskutieren.

Der Bürgerdialog ist Teil der Werkstattreihe mit dem Titel Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration – #gemeinsam für ein starkes Deutschland, in deren Rahmen der Bundesinnenminister offen und konstruktiv aktuelle gesellschaftspolitische Themen ansprechen möchte.

An die Begrüßung durch Bundesinnenminister de Maizière schloss sich eine Podiumsdiskussion an. „Die Zuneigung zu Kirchen hat abgenommen, die Abneigung gegen Islam oder Kirchen hat zugenommen“, sagte de Maizière zum Auftakt der Diskussion, und fragte, wo die Distanz und Abneigung gegenüber Religion herrührten. Neben Thomas de Maizère und Frieder Otto Wolf auf dem Podium: Gesa S. Ederberg, Rabbinerin in Berlin, und Dagmar Mensink, katholische Theologin, sowie Hamideh Mohagheghi, Wissenschaftlerin an der Universität Paderborn für Islamische und Komparative Theologie.

HVD-Präsident Wolf betonte in Leipzig, dass Menschen nicht so auf Religion angewiesen sind, wie es vielfach in der (politischen) Öffentlichkeit dargestellt werde. Aus Sicht moderner Humanistinnen und Humanisten können Menschen ihr Leben auch ganz ohne religiöse Vorstellungen mit ethisch fundierter Lebensauffassung führen und sinnvoll gestalten. Wichtig dafür ist „Vertrauen in uns und die Gemeinschaft“, zudem kann auch individuelle Freiheit nur in sozialer Verantwortung sinnvoll gelebt werden, so Wolf.

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Wer sich verpartnert, muss bei der Caritas mit Kündigung rechnen

Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Allein die Liebe zählt. Erst gleichgeschlechtliche Trauung am 12. August 2016 in der Berliner Landeskirche.Foto: Wolfram Kastl/dpa/p-a
Eine neue Folge unserer Kolumne Heteros fragen, Homos antworten. Diesmal geht es um Glaube und Homosexualität.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Für die meisten Glaubensgemeinschaften gilt Homosexualität als Sünde. Wie haltet ihr es also mit der Religion? – Hartmut, Falkensee

Es stimmt, die großen Religionen, jedenfalls das Christentum, das Judentum und der Islam, haben generell ein angespanntes Verhältnis zur Sexualität, wenn sie nicht bloß der Fortpflanzung dient. Entsprechend verurteilen die heiligen Schriften nach konventioneller Auslegung Homosexualität. Darauf berufen sich religiöse Menschen, wenn sie Homosexuelle herabsetzen, ausgrenzen oder – im Fall von Fanatikern – sogar physisch attackieren. Weltweit gibt es Prediger aller Richtungen, die regelmäßig dazu beitragen, die gesellschaftliche Atmosphäre zu vergiften.

Leider hat auch Papst Franziskus, für liberale Christen ein Hoffnungsträger, gerade erst den katholischen Katechismus bestätigt. Demnach verstoßen homosexuelle Handlungen „gegen das natürliche Gesetz“. Allerdings solle Homos „mit Achtung, Mitleid und Takt“ begegnet werden.

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Kernphysiker: ‚Es gibt eine Logik, die die Welt leitet‘

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Italienischer Kernphysiker Zichichi gegenüber Radio Vatikan: Wissenschaft und Glauben kein Widerspruch – Britischer Astrophysiker Hawking glaubt an keinen göttlichen Schöpfungsakt – Beide Wissenschaftler vom Papst empfangen

kath.net

„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet. Wenn diese Logik nicht existieren würde, hätte ich rein gar nichts entdecken können.“ Das hat der italienische Kernphysiker Antonino Zichichi, Teilnehmer der laufenden Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt. Der ehemalige Präsident des italienischen nationalen Institutes für Kernphysik ist bekennender Katholik; Wissenschaft und Glauben stellen für ihn keinen Widerspruch dar.

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„Das naturalistische Verhängnis“

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Der Naturalismus dient oft als Grundlage für Argumente gegen den Glauben. Dabei wird meistens verdrängt, dass er selbst nur eine der möglichen philosophischen Perspektiven ist und der erhobene Anspruch, Anwalt der reinen Vernunft zu sein, pure Ideologie ist.

Von Johannes Hartl | Die Tagespost

Diskutieren Atheisten und Christen miteinander, ergibt sich oft eine typische Gegenüberstellung. Gläubige, nicht gewohnt zu argumentieren oder rationale Gründe für ihren Glauben überhaupt nur zu formulieren, flüchten sich in ein „ich glaube das einfach, weil das für mich nun mal wahr ist“, mit Logik müsse das überhaupt nichts zu tun haben. Diese Haltung nennt man Fideismus, er weicht den wichtigen Fragen aus. Von Seiten der Atheisten zielt die Argumentationsstruktur nicht selten auf den Versuch ab, eine Kluft zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und religiösem Glauben zu behaupten, wobei letzterer als irrational gekennzeichnet wird. Theisten sind dann entweder ungebildet und einer schlüssigen Rechtfertigung ihres Glaubens nicht fähig oder böswillig intellektfeindlich. An dieser Stelle endet die Diskussion meistens oder gleitet in beidseitige Belehrungen aus überheblicher Besserwisserperspektive („eines Tages wirst du auch noch die Wahrheit erkennen“) oder gar Polemik ab.

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Faktor Religion

Ein Schild mit der Aufschrift „Meinen Hass kriegt ihr nicht“ steht in der Altstadt von Ansbach.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Psychologe Uslucan relativiert den Zusammenhang von Glauben und Gewalt. Die Religion werde überschätzt, argumentiert er.
 

Von Dagmar Dehmer | DER TAGESSPIEGEL

Vier Gewalttaten haben Deutschland zuletzt bewegt. Die Täter verbindet wenig. Nur eines scheint für alle klar zu sein: Der Axt-Attentäter von Würzburg, der Amokläufer in München, der Messerstecher von Reutlingen und der Attentäter von Ansbach haben alle einen Migrationshintergrund. Dass sich der Münchener Amokläufer als „Deutscher“ bezeichnet hat und sich als „Arier“ fühlte, spielt in der Diskussion über die Anschläge kaum eine Rolle. Deshalb wünscht sich der Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Sitftungen für Integration und Migration, Professor Haci Halil Uslucan, eine „sachliche Debatte“ über Gewalttaten und die Zugehörigkeit möglicher Täter zu Migrantengruppen. Ein „nüchterner Diskurs“ wäre auch für die Prävention hilfreicher, sagte er dem Tagesspiegel.

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Als Muslim religiös versagt, werd ich eben Christ

Pastor Gottfried Martens von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz bei der Taufe eines iranischen Kindes © Lukas Schulze/dpa
Was bewegt Flüchtlinge, Christen zu werden: Glaube? Schutz vor Abschiebung? Die Zahl der Muslime, die konvertieren, steigt. In mancher Gemeinde löst das Irritation aus.

Von Katharina Schuler | ZEIT ONLINE

Vor einigen Monaten bekam Pfarrer Weber ungewohnten Besuch. Fünf junge Afghanen drängten sich in seinem Sprechzimmer und hatten nur einen Wusch: Sie wollten getauft werden und das bitte so schnell wie möglich. Die Männer leben als minderjährige Flüchtlinge im Wohnheim einer saarländischen Stadt. Die katholische Pfarrkirche hatten sie sich ausgesucht, weil es die nächste war. Doch Weber musste sie enttäuschen: Christ wird man in der katholischen Kirche nicht von heute auf morgen.

Gesicherte Zahlen darüber, wie viele Muslime in den vergangenen Monaten zum Christentum konvertiert sind und ob ihre Zahl angesichts der gestiegenen Flüchtlingszahlen zugenommen hat, gibt es nicht. Doch auch wenn spektakuläre Fälle wie etwa die Massentaufe in einem Hamburger Schwimmbad eher die Ausnahme sein dürften, lässt sich punktuell in einigen Gemeinden durchaus ein deutlicher Anstieg von Neuchristen feststellen.

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Wieviel Religion verträgt Deutschland?

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Der Jurist Hans Markus Heimann analysiert in seinem neuen Buch „Deutschland als multireligiöser Staat“ das Verhältnis zwischen Staat und Glauben in der Bundesrepublik. Auf Grundlage des Grundgesetzes stellt der Autor dabei die Gretchenfrage an die deutsche Verfassung.
 

Hamburger Abendblatt

Das Kruzifix an der Wand in öffentlichen Gebäuden oder das Kopftuch, getragen von einer Lehrerin: An religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit entbrennen immer wieder gesellschaftliche Diskussionen.

Der Staats- und Verwaltungsrechtler Hans Markus Heimann erklärt in seinem Buch „Deutschland als multireligiöser Staat“, wie die rechtliche und gesetzliche Grundlage der Religionsfreiheit in Deutschland gestaltet ist und wie weit sie gehen kann.

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Rapid-Pfarrer: Jesus würde heute über Fußball reden – Blödsinn

Bild. Flyer Focke-Museum. Sreenshot:bb
Bild. Flyer Focke-Museum. Sreenshot:bb Themen-Bild.
Fußball-Seelsorger Pelczar zeigte sich beeindruckt von persönlichen Glaubensbezeugungen zahlreicher Top-Profis: „Viele bezeichnen Gott als ihre Kraftquelle und ihr Fundament.“

kath.net

Der Fußball beinhaltet laut dem Priester Christoph Pelczar eine „tiefe spirituelle Dimension“: Im Kampf um das runde Leder spielten zentrale Aspekte des Menschseins – und auch der Religion- eine Rolle, so der frühere Mentalcoach beim SK Rapid und Pfarrer von Weikendorf (NÖ) am Freitag im Interview mit „Kathpress“. Heute würde Jesus wohl über den Ball sprechen: „Für Jesus waren immer die einfachen Dinge wichtig und er nahm für seine Botschaften Bilder aus dem Leben der Menschen. Ganz sicher würde er heute Verbindungen zum Fußball schaffen“, so der Fußball-begeisterte Priester.
Das Geschehen am Trainingsplatz und erst recht im Stadion ist Pelczar zufolge eine verdichtete Abbildung des Lebens: „Mittellinie, eigene Hälfte, Corner, Strafraum und Torlinie haben viel mit dem Inneren des Menschen zu tun. Jeder steht auch im Alltag manchmal im Abseits oder drängt andere dorthin, ist nach einem Foul verletzt, rennt ohne Ball, bietet sich an, spielt sich frei oder feiert Feste wie ein Tor.“ Zu allen Emotionen, zu religiösen Inhalten wie Glaube, Hoffnung und Liebe und auch zu schlimmen Momenten, Versuchungen und Notlagen fänden sich direkte Entsprechungen im Fußball.

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Mehr Freisinn für Republik und Religionen!

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Die Republik irrlichtert gegenüber Religionen, insbesondere dem Islam. Ein klarer liberaler Kurs setzt nicht auf eine „christlich-jüdische Leitkultur“, sondern auf den Kompass eines liberal-republikanischen Ethos. Religionsfreiheit im Rechtsstaat und öffentliche Religionskritik gehören als zivilisatorische Errungenschaft zusammen.

Von Christopher Gohl | The European

Die Angst vor dem Islam erregt die Gemüter derer, die eine angeblich „christlich-jüdische Tradition“ verteidigen. Im Takt eines Kulturkampfes zündeln hitzköpfige Aufwiegler mit Ängsten vor „dem Islam“. Rastlose Groß-Rauner wie Peter Sloterdijk nutzen die Konfusion, um das Land intellektuell nach rechts zu ruckeln. Und die im Bundestag vertretenen Parteien reagieren hilflos. Ihnen fehlt der selbstbewusste Kompass der inneren Liberalität.

Während die Merkel-CDU im Durchhalte-Duktus verkündet, der Islam gehöre zu Deutschland, profiliert sich die zahnlose Seehofer-CSU gegen Merkel mit rechten Parolen statt besseren Argumenten. Der Koalitionskellner SPD sucht noch nach erkennbar sozialdemokratischen Antworten, die Grünen stecken im Reflex des unbedingten Toleranzgebots gegenüber Migranten fest. Und die Linke vermutet hinter dem Islamismus zuverlässig das Werk des neoliberalen Westens selbst. Alle starren sie zusammen mit fasziniertem Ekel auf die AfD. Deren grimmiges Programm der Verteidigung des Abendlandes kanalisiert und kapitalisiert die Ängste vor muslimischen Männern am erfolgreichsten.

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Trend 2050: Kirchlicher Glaube

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Die Zukunft der Kirchen: Leere Bänke beim Gottesdienst.
Foto: dpa
Wie wird die religiöse Landkarte Deutschlands aussehen? Welche Bedeutung werden Glaube und Unglaube haben? Kehren die Götter zurück oder siechen die Religionen dahin? Um diese und andere Fragen geht es in unserer 15-teiligen Serie „Religion und Glaube 2050“.

Von Markus Brauer | Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart – Die Kirchenbindung in Deutschland wird bis 2050 stetig abnehmen. Im Jahr 2014 erreichten die Kirchenaustritte einen neuen Rekordstand: 217 716 Menschen verließen die Katholische Kirche – so viele wie noch nie in einem Jahr. Bei den Protestanten ist die Lage noch düsterer.

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Trend 2050: Säkularisierter Glaube

Straßenschild am Ulmer Münster: Religion und Glaube werden zur Dauerbaustelle. Foto: dpa
Wie wird die religiöse Landkarte Deutschlands aussehen? Welche Bedeutung werden Glaube und Unglaube haben? Kehren die Götter zurück oder siechen die Religionen dahin? Um diese und andere Fragen geht es in unserer 15-teiligen Serie „Religion und Glaube 2050“.

Von Markus Brauer|StN.de

Das Wort Säkularisierung leitet sich ab vom lateinischen Begriff „Saeculum“ – Zeit, Zeitalter. Säkularisierung meint die Verweltlichung der Welt, die Abkehr vom Glauben an ein Jenseits und Lockerung religiöser Bindungen. In Deutschland sind der soziale Bedeutungsverlust der Religion und die schleichende Entchristlichung und Entkirchlichung seit Mitte der 1960er Jahre unverkennbar.

Ist die beste Zeit der Kirchen vorbei?

Die christlichen Kirchen hatten ihre beste Zeit in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und des Wiederaufbaus. Die Gotteshäuser waren voll, das Wort der Pfarrer hatte Gewicht, die Menschen erhofften sich von ihnen karitative Hilfe und geistige Orientierung. 1960 war mit durchschnittlich fast zwölf Millionen Katholiken, die Sonntags die Messe besuchten, statistisch gesehen der Höhepunkt erreicht (Protestanten gehen traditionell sehr viel seltener zum Gottesdienst). Danach ging es kontinuierlich bergab. 2014 waren es nur noch 2,6 Millionen katholische Gläubige, die die Sonntagsmesse feierten. Und es werden immer weniger. 2050 voraussichtlich zwischen einer und 1,5 Millionen – vorausgesetzt der Trend hält an.

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Gotteswahn II: Für Söder ist Gottesdienst alternativlos

DerverzweifelteJesusFinanzminister Söder (CSU): Christen sollten ansteckend und selbstbewusst von ihrem Glauben erzählen.

kath.net

Christen sollten ansteckend und selbstbewusst von ihrem Glauben erzählen. Dazu hat der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) aufgerufen. Er sprach in Hof bei der evangelisch-lutherischen Veranstaltungsreihe „Meine Kirche und ich“. „Wir dürfen sagen, dass wir den Glauben gut finden. Für ihn müssen wir uns nicht schämen“, so der Politiker.
Wie er weiter sagte, würde er sich „manchmal sehr allein fühlen ohne Glauben“. Er sei für ihn Kompass und Orientierung und helfe ihm, sich nicht zu überschätzen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

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Strafender Gott als kulturelle Triebkraft?

Sorgte erst der Glaube an einen strengen Gott für Kooperation in den frühen Gesellschaften? © Darko Kuslan / freeimages
Religion als Sozialkitt? Der Glaube an eine allwissende, strafende Gottheit könnte unseren Vorfahren die Bildung erster Zivilisationen erleichtert haben. Denn diese religiöse Überzeugung fördert die Kooperation mit Unbekannten gleichen Glaubens, wie ein Experiment mit Menschen aus acht verschiedenen Kulturen belegt. Der Glaube könnte damit den Übergang von Familienclans zu großen, komplexen Gesellschaften gefördert haben, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Glaube und Religion sind nicht nur Privatsache, sie beeinflussen auch, wie wir mit anderen umgehen und prägen damit unsere Gesellschaften. Gleichzeitig beeinflusst die Umwelt, welches Gottesbild in einer Kultur dominiert. Ob umgekehrt der Glaube vielleicht auch eine Triebkraft bei der Entstehung der ersten Zivilisationen war, darüber spekulieren Forscher schon seit längerem.

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