Jemen: Der erste Schritt zum Anfang vom Ende

Bab al-Mandab. Aufnahme: Nasa / World Wind; gemeinfrei
Im Jemen-Krieg haben die Vereinten Nationen mit einem brüchigen Waffenstillstand in der Hafenstadt Hodeidah einen ersten kleinen Erfolg erzielt.

Oliver Eberhardt | TELEPOLIS

Am Ende ging alles ungewöhnlich schnell: Mehr als drei Jahre, nachdem im Jemen der Bürgerkrieg ausgebrochen war, und sechs Monate, nachdem Truppen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur al-Hadi mit einer „Goldener Sieg“ genannten Offensive auf die Hafenstadt Hodeidah begonnen hatten, haben sich die Konfliktparteien Anfang Dezember in Stockholm auf einen Waffenstillstand in der Hafenstadt geeinigt.

Und tatsächlich ist in der Stadt, über die ein Großteil der Hilfslieferungen und Importe abgewickelt wird, nun eine brüchige Ruhe eingekehrt: Es komme immer wieder mal zu Schießereien und zu Auseinandersetzungen, berichtet die Pressestelle der Vereinten Nationen. Doch niemand habe damit gerechnet, dass von jetzt auf gleich alles gut werde; die Waffenruhe sei ein erster Schritt auf einem langen, komplizierten Weg.

Allein schon die To-Do-Liste für den Waffenstillstand in Hodeidah ist umfangreich: Regierungstruppen und die Houthi-Milizen, die die Stadt und die umliegende Provinz bislang kontrollierten, sollen abziehen; überwachen soll das ein Team um den ehemaligen niederländischen Generalmajor Patrick Cammaert, der am vergangenen Sonntagabend in der Hafenstadt eingetroffen ist.

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Saudi-Arabien bombardiert im Jemen Gefängnis und Wohnhäuser

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Im Windschatten der Kriege in Syrien und im Irak setzt die von dem Westen unterstützte saudische Koalition weiterhin ihren Luftkrieg fort, durch den zahllose Zivilisten getötet werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Medien auf den Irak und auf Syrien ausgerichtet sind und westliche Medien meist nur die Luftangriffe der Russen und Syrer auf Aleppo anprangern, fährt die mit dem Westen verbündete und von den USA unterstützte saudische Koalition mit ihren Bombardierungen im Jemen fort, die schon in die Tausende gehende Todesopfer verursacht haben. Saudi-Arabien ist gerade als Mitglied des UN-Menschenrechtsrats gewählt worden, die USA und Großbritannien, mit der Lieferung von Bomben und der Ausbildung der Piloten an dem Krieg gegen die schiitischen Huthi-Rebellen beteiligt, gleichfalls, während Russland wegen Aleppo nicht genügend Stimmen erhielt (UN-Menschenrechtsrat: Russland ausgeschlossen, Saudi-Arabien gewählt).

Die US-Regierung hatte sich nur halbherzig von der saudischen Bombardierung einer Trauerfeier in Sabaa distanziert und hob hervor, dass es doch zwischen den russischen Angriffen auf Zivilisten und den saudischen einen Unterschied gebe (Zweierlei Maß: Lehrstunde der US-Diplomatie im Nahen Osten, USA greifen in Jemen-Krieg ein). Am 8. Oktober hatten Bomben auf die Begräbnisgesellschaft 140 Menschen getötet und 500 verletzt. Die Koalition gab zu, dies sei irrtümlich geschehen, was bezweifelt werden kann, da an der Trauerfeier auch Offiziere der mit den Huthis verbündeten Armeeeinheiten teilnahmen.

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