Das tut man nicht, Herr Broder

Henryk M. Broder. Foto (von 2012): Henryk M. Broder / CC BY-SA 3.0
Henryk M. Broder ging bei seinem Auftritt bei der AfD-Bundestagsfraktion härter mit einer 16jährigen Umweltaktivistin ins Gericht als mit der Partei und ihren rechtsextremen Tendenzen

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Broder ist bekannt als streitbarer Publizist. Er schert sich nicht um die Meinung anderer, bricht hemmungslos Tabus, beschäftigt sich mit Themen, die andere scheuen wie der Teufel das Weihwasser, political correctness ist ihm ein Fremdwort. Broder provoziert und polarisiert. Das weiß er – und das will er auch. Vermutlich amüsiert ihn nichts mehr als seine Kritiker. Im Gespräch bleiben, ist die Devise.

Im Gespräch bleiben wollte er auch mit der AfD, weil er den Umgang mit der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag „nicht fair“ findet, wie er in seiner von der Welt dokumentierten Rede sagte. Deshalb habe er die Einladung angenommen.

Grundsätzlich ist dagegen zunächst einmal nichts einzuwenden. Parteien laden mitunter Journalistinnen und Journalisten ein, nicht nur die AfD. Die – ob uns das gefällt oder nicht – die größte Oppositionspartei im Deutschen Bundestag ist. Solche Einladung werden ausgesprochen, entweder weil die Parteien sich mit den Auftritten prominenter Medienschaffender schmücken oder weil sie Einblick in die journalistische Arbeit bekommen wollen oder weil sie Input zu einem bestimmten Thema erwarten.

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Wenn Weltbilder aufeinanderprallen

Bild: Pixabay/CC0
Wer den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft beschreiben möchte, benutzt gern das Wort „polarisiert“. Soll heißen: Im öffentlichen Diskurs stehen sich bei vielen Themen gegensätzliche Meinungen und Weltbilder mehr oder weniger unversöhnlich gegenüber.

Von Elke Halefeldt | TELEPOLIS

Die Dinge werden dadurch verkompliziert, dass Weltbilder ja keine Häuser aus „harten Fakten“ darstellen, sondern auch auf Axiomen, Schätzungen, Prognosen, Interpretationen aufbauen. Viel Raum für Gefühle, Ideologie und „einfache Antworten auf schwierige Fragen“, quasi das Spezialgebiet der viel gescholtenen Populisten. Allerdings: Auch intelligente und gebildete Menschen, darunter linke, sind in Zeiten, in denen die Medien uns mit unüberschaubar vielen Informationen überhäufen, nicht gegen „gefühlsgeleitete Realitätsverweigerung“ gefeit.

Anfang November hat sich der Welt-Korrespondenten Alan Posener mit einem Meinungsbeitrag zu Wort gemeldet: „Migration hat Deutschland weltoffener und moderner gemacht.“ Eine migrations-skeptische Gesellschaft wäre „ein chauvinistisches, intolerantes, verbittertes, altes, misstrauisches, innovationsfeindliches und isoliertes Deutschland: das Abbild der Verhältnisse auf AfD-Parteitagen.“

Zu diesem Schluss kommt Posener, obwohl er diverse von Migration verursachte „Rückschläge“ und „Opfer“ durchaus sieht und benennt. Henryk M. Broder bescheinigte seinem optimistischen Kollegen daraufhin „idealistische Akrobatik“. Einwanderung könne auch schief laufen.

Wir nehmen aber mal an, der Amadeu Antonio Stiftung (AAS) gefiele Poseners Denkansatz gut. Was ihr nicht gefällt, hat die Stiftung kürzlich in der Studie „Toxische Narrative“ zusammengetragen. Narrative sind laut AAS „Erzählungen“, „mit denen wir die Welt ordnen, erklären und die beschreiben, aus welchem Blickwinkel wir die Gesellschaft betrachten“.

Konkret geht es um Narrative von zehn Social-Media-Akteuren des „verschwörungstheoretischen, rechtsextremen und rechtspopulistischen Spektrums“ (u. a. AfD, Compact-Magazin, NPD), die in diesem Fall als toxisch, eben: Gift für die Gesellschaft, eingestuft werden.

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Youtube löscht islamkritisches Video

Eyad Hadrous – Facebook. Screenshot: bb
Islamist Eyad Hadrous lässt ein Video des Youtube-Kanals „Achgut.Pogo“ sperren. In dem Film äußern sich unter anderem Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder. BILD stellte jetzt das Video online.

kath.net

Fast 50.000 Menschen haben auf YouTube den Beitrag „Ateş, Abdel-Samad, Broder und ein Dutzend Personenschützer“ gesehen, dann verschwand das Video plötzlich am 14. August. Der Islamist Eyad Hadrous hatte sein Veto einlegte und Youtube ließ das Video sperren, weil angeblich Urheberrechte betroffen waren. Dies berichtet die BILD. Tatsächlich werden allerdings Ausschnitte aus einer Rede Hadrous eingespielt, die jedoch alle mit Zitat der Quelle gekennzeichnet wurden. Das Originalvideo ist übrigens weiterhin bei Youtube abrufbar. In dem Film ging es darum, der liberalen Muslima Ateş der Rücken zu stärken, die immer wieder bedroht wird und nun unter Personenschutz steht (kath.net hat berichtet). Im Film wird Hadrous mit folgenden Worten zitiert: „Wie kannst du als Frau kommen und sagen ich möchte die erste Imamin sein. (…) Frauenrechtlerin – ja mach deine Frauenrechte. Aber nicht in der Religion! Gibt’s nicht! (…) Die Männer sind den Frauen überlegen!“. Zur Rolle der Geschlechter sagt er: „Allah hat sie erschaffen. Allah sagt, sie sind nicht gleich. Allah bestimmt (…), dass ein Mann nicht von einer Frau in seinem Gebet geführt werden darf. Punkt!“

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Bassam Tibi – Der Aristokrat von Göttingen

Bassam Tibi will den Islam europäisieren / picture alliance/Cicero Online
Jetzt warnt auch der aus Syrien stammende Politikwissenschaftler Bassam Tibi vor syrischen Flüchtlingen. Was er über seine ehemaligen Landsleute herausgefunden haben will, ist zweifelhaft

Von Dirk Eckert | TELEPOLIS

Die deutschen Islamophobiker haben einen neuen Shooting Star. Ganz jung ist er mit seinen 72 Jahren nicht mehr, aber das ist in einer Szene, die Thilo Sarrazin und Henryk M. Broder als Idole feiert, gerade guter Durchschnitt. Dafür hat es seine Person aber in sich: Der Mann ist selbst Syrer, dazu noch Professor, er kannte Adorno und Horkheimer. Und er sagt Sachen wie: „Die Syrer von heute sind Antisemiten“. Wenn es einer wissen muss, dann doch wohl Bassam Tibi, der Professor aus Göttingen.

Bassam Tibi hat sich mit einem Interview in der „Welt“ zum Liebling der deutschen Rechten katapultiert. Was er liefert, sind die üblichen Produkte, die ein gut sortierter rechtspopulistischer Gemischtwarenladen eben so führt: Merkel überflutet das Land mit Flüchtlingen, kriminelle Banden junger Männer treiben ihr Unwesen, der Islam verträgt sich nicht mit dem Grundgesetz. Garniert mit Beispiel von sozialschmarotzenden, kriminellen Ausländern, die Tibi getroffen haben will.

Ein renommierter Professor

Auf der Rechten schlägt das Interview aber vor allem wegen der Person ein wie eine Bombe. Einer, der selbst aus Syrien kommt, sagt genau das, was sie schon immer dachten – das konnten sich deutsche Rechte nicht entgehen lassen. Henryk M. Broder übernahm folgende Passage von Tibi auf die „Achse des Guten“:

Göttingen wird in einem Jahr eine Stadt voller Kriminalität. Und das verdanken wir Frau Merkel.

Und AfD-Frau Beatrix von Storch twittert: „gutes Interview mit Bassam #Tibi“. Aber auch die CDU-Spitzenpolitikerin Julia Klöckner findet:

„Großartiges Interview in der @welt mit Bassam Tibi (…) Unbedingt lesen!“

Bei „Tichys Einblick“, der „liberal-konservativen Meinungsseite“, klagte Anabel Schunke, die dort dafür zuständig ist, dem seitenüblichen Gejammer über linke Gutmenschen und Multi-Kulti-Illusionen einen feministischen Anstrich zu verpassen, Tibi werde mit dem „AfD-Stempel“ versehen.

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Micha Brumlik über Juden und Muslime: „Problematische Pauschalurteile“

„Muss ich befürchten, dass sie bei der nächsten Wahl AfD wählen?“ Flüchtlinge beim Gebet in einer Unterkunft in Thüringen. Bild: dpa
Die Äußerungen Josef Schusters über arabische Kultur hält Micha Brumlik für schwierig. Und die Debatte über Obergrenzen für Flüchtlinge findet er schrecklich.

Von Daniel Bax|taz.de

taz: Herr Brumlik, der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, hat mit seinen Äußerungen über Flüchtlinge aus Syrien den Vorwurf auf sich gezogen, rassistische Ressentiments zumindest zu bedienen. Wie sehen Sie das?

Micha Brumlik: Ich finde es problematisch, dass Josef Schuster ein Pauschalurteil über das abgegeben hat, was er für arabische Kultur hält – also über einen Raum, der immerhin vom Atlantik bis an den Indischen Ozean reicht.

Seine Äußerungen werfen die Frage auf, wie verbreitet solche Einstellungen in der jüdischen Gemeinde in Deutschland sind. Sind sie symptomatisch?

Ich vermute, ja. Die jüdische Gemeinschaft heute besteht ja zu etwa 90 Prozent aus Immigranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Nun wissen wir aus soliden soziologischen Untersuchungen, etwa den Untersuchungen der an der Bar-Ilan-Universität lehrenden Soziologin Larissa Remenik, dass die Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion die politische Landschaft Israels tatsächlich – in einer wenn auch säkularen Weise – nach rechts verschoben haben. So darf man daraus schließen, dass dies in den jüdischen Gemeinden in Deutschland nicht wesentlich anders sein wird.

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Religionskritik oder Rassismus?

Rassismus will sich keiner nachsagen lassen – noch nicht einmal Rechtspopulisten. Er habe nichts gegen Muslime, sondern nur gegen den Islam, weil er den als eine faschistische Ideologie betrachte, beteuert Geert Wilders treuherzig, wann immer er ein Interview gibt. So ähnlich formulieren das auch andere „Islamkritiker“ wie Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Necla Kelek und Hamed Abdel-Samad.

Von Daniel Bax|TELEPOLIS

Alice Schwarzer hält den Rassismusvorwurf ohnehin nur für einen „Trick gewisser Linker und Liberaler“, um sie „einzuschüchtern“. Und Necla Kelek findet, der Begriff werde von Muslimen „missbraucht“, als Migrantin fühlt sie sich über diesen Vorwurf erhaben.

Zur Not verweist man, wie der verstorbene Ralph Giordano es gemacht hat, mit Nachdruck auf die eigene jüdische Herkunft und antifaschistische Vita, um den Vorwurf der rassistischen Hetze gegen Minderheiten voller Empörung weit von sich zu weisen. Selbst die Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich, nach ihrer Nebentätigkeit als Mitbegründerin und Autorin von „Politically Incorrect“ gefragt, behauptete, „dass wir keine Rassisten sind, sondern islamkritisch sind, dass wir nicht gegen Menschen uns richten, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, sondern gegen politische Systeme und Ideologien“. Und Ideologiekritik ist doch etwas Gutes, oder nicht?[1]

Dabei bedienen sich diese „Islamkritiker“ gerne eines Taschenspielertricks. Indem sie dem Islam absprechen, überhaupt eine Religion zu sein, und ihn stattdessen zu einer totalitären Ideologie erklären, die dem Faschismus gleicht, halten sie sich selbst im Handumdrehen für die einzig wahren Antifaschisten, weil sie die Gefahr erkennen und benennen, während alle anderen Appeasement betreiben. Muslime stellen sie dafür als die eigentlichen Rassisten dar, die, so Alice Schwarzer, zum Beispiel „Geschlechter-Apartheid“ betrieben.

Auch Marine Le Pen, FPO-Chef Heinz-Christian Strache und andere Rechtsparteien geben heute vor, entschieden gegen Rassismus zu sein – vor allem gegen solchen von muslimischer Seite.[2] Dabei steht außer Frage, dass es islamistische Gruppen wie die IS-Milizen oder Boko Haram gibt, deren Ideologie zweifellos totalitäre oder gar faschistoide Züge tragt. Doch indem eine populistische „Islamkritik“ die Unterschiede zwischen dem Islam, dem Islamismus als politischer Ideologie und seinen terroristischen Auswüchsen bewusst verwischt, stempelt sie den Glauben von 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt zu einer Art irrationalem Gewaltkult ab. Mit diesem Argument lässt es sich leichter begründen, warum man die Religionsfreiheit für Muslime aushebeln will.

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Die Würde des Menschen ist unantastbar – Schnittchen für Herrn Broder

Bild: Palästina-Portal
Abraham Melzer
Rede auf dem 13. Palästina Kongress in Berlin am 25.04.2015


Palästina-Portal

Salam Alaikuim, meine Damen und Herren, und als Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, möchte ich es auch auf Hebräisch sagen: Shalom Aleichem.

Ich kann ihren Schmerz um den Verlust der Heimat nachfühlen und auch ich empfinde die Pressekampagne gegen den Kongress beschämend. Ich bin nirgend Hetze und Aggressivität begegnet, habe nur fröhliche und glückliche Gesichter gesehen und bin mehr denn je der Meinung, dass die Berliner Presse sich bei ihnen entschuldigen muss. Sie wird es aber voraussichtlich nicht machen. Ich will es zumindest für den jüdischen Teil der Presse machen.

Ich möchte mich bei der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland Entschuldigen für die rassistischen Ausfälle des Zentralrats der Juden in Deutschland, und die beleidigenden und diffamierenden Worte eines, wie die Zeitung „der Freitag“ geschrieben hat, „dahergelaufenen Rechtsanwalts“, der übrigens Anwalt des einschlägig bekannten Henryk M. Broder ist. Hier übertrifft aber der Anwalt seinen Mandanten an Gehässigkeit, Rassismus und die Jüdische Allgemeine und ihr Herausgeber Dr. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, „entblöden sich nicht“, schreibt „der Freitag“ weiter, „übelster Hetze zu drucken“. Der Vorsitzende des Keren Hayessod Deutschland, eine aggressive rassistische, zionistische Organisation, der Berliner Rechtsanwalt Nathan Gelbart wirft angesichts des vermeintlichen Judenhasses der Organisatoren die Frage auf, „welchen Wert die Erinnerungsmoral in Deutschland hat, wenn mitten in Berlin Antisemiten und Mördern eine Plattform geboten wird.“ Es ist kein Jahr her, da hat der Zentralrat „Juden-Hass“ bei pro-palästinensischen Demonstrationen verurteilt. Islamophobie leistet sich der Zentralrat aber ohne sich zu schämen.

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Kurzkommentar – Erhard Arendt – Eines der widerlichsten Geschehen rund um die Konferenz, über die in den Medien nur entstellend berichtet wurde, ist ein Video des Zionclowns Henryk M. Broder. Die Teilnehmer der Konferenz täuschend, sich als Palästina Fan verkleidend, versuchte er Teilnehmer zu auswertbaren Aussagen zu bewegen. Schleimend und schnorrend versorgte er sich dabei noch kostenlos mit essbaren und einem Halstuch.

Das Schweigen der Lämmer

Bild: DW, bearb.:BB
Bild: DW, bearb.:BB
In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?

Von Abi MelzerDER SEMIT

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

Broder ist schon lange ein einzigartiges Phänomen in der deutschen Presselandschaft. Kein anderer Journalist kann und darf sich das leisten, was Broder sich leistet. Er genießt Narrenfreiheit.

Er hat nach seinem Schulabschluss 1966 versucht, Rechtswissenschaften, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Erziehungswissenschaften, Statistik und Sozialpsychologie zu studieren, hat aber überall vorzeitig abgebrochen. Im Durchschnitt hat er also jedes Fach vier Monate studiert, inklusiv Semesterferien.

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Ex-Pornoschriftsteller will Ludwig-Börne-Preis zurückgeben – Protest

Bild: wikipedia
Er will keinem Zirkel angehören, der Terrorversteher aufnimmt. Aus diesem Grund gibt der Publizist Henryk M. Broder den Ludwig-Börne-Preis zurück, den er 2007 erhalten hat.

Deutschlandradio Kultur

Das kündigt er in der Zeitung „Die Welt“ an. Grund dafür ist die geplante Vergabe der Auszeichnung an den Philosophen Peter Sloterdijk. Diesem wirft Broder vor, die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA verharmlost zu haben. Sloterdijk habe die Anschläge in einem Interview als „Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern“ bezeichnet. Er wolle mit seiner Ankündigung nicht gegen die Entscheidung der Verantwortlichen protestieren, sondern er tue nur das, was Heino getan habe, nachdem Bushido einen Bambi bekommen habe: den Preis zurückgegeben.

Israel-Boykott und Abschaffung der Ehe: Kritik an Grünen nimmt zu

Foto: Grüne Jugend
Politiker von Union, SPD und FDP haben die Forderung der Grünen kritisiert, Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland beim Import gesondert zu kennzeichnen. Auch die Israelische Botschaft hat deutlichen Protest eingelegt. Die „Grüne Jugend“ will indes mit Forderungen zur „Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit“ punkten.

pro Medienmagazin

Die israelische Botschaft in Berlin verurteilte die Forderung der Grünen, nach der importierte Produkte aus israelischen Siedlungen als solche gekennzeichnet werden sollen. Solch eine Regelung führe zum Boykott israelischer Produkte. Die Grünen hatten am 26. April eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Die Botschaft bezeichnete diese als „einen weiteren Versuch, Israel negativ auszusondern“ und das Land wirtschaftlich zu boykottieren, zitiert die Tageszeitung Die Welt aus einer entsprechenden Stellungnahme. Außerdem sei es „höchst unglücklich“, dass die Grünen sich auf ein Thema fokussierten, das sich erst durch eine Einigung zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde wirklich lösen lasse. Die Grünen sollten sich stattdessen dafür einsetzen, die Palästinenser wieder zu vorurteilsfreien Verhandlungen mit Israel zu bewegen.

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Die kognitiven Dissonanzen des Simon-Wiesenthal-Centers

Foto: dapd

Das Simon-Wiesenthal-Center hat Jakob Augstein als schlimmen Antisemiten deklariert: Das ist unsinnig und die Begründung lächerlich.

Von Nils MinkmarFrankfurter Allgemeine

Die Nominierung von Jakob Augstein auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten ist ein schwerer intellektueller und strategischer Fehler des Simon Wiesenthal Centers (SWC). So wird nicht nur ein kritischer Journalist in unangemessene Gesellschaft gestellt, all jenen, die zu recht auf ihr stehen – den neun anderen Personen und Gruppen also, wird es leicht gemacht, sich mit dem Verwies auf solche Beliebigkeit zu exkulpieren.

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Ab in die Wutbox mit euch!

Kübra Gümüşay © MiG

Ganz ehrlich? Ihr könnt mir mal den Buckel runterrutschen, ihr hasserfüllten Paukenhauer, globalen Klassenclowns und mediengeilen Störenfriede. Ihr lauten Menschen. Kauft euch ’ne schalldichte Wutbox und tobt euch dort aus, haut euch gegenseitig die Köppe ein. Aber das würdet ihr niemals alleine machen. Ihr funktioniert nämlich nicht ohne uns, die Moderaten dieser Welt. Ihr braucht uns.

Von Kübra GümüşayMiGAZIN

Was wäre eine Demonstration muslimischer Extremisten ohne Publikum? Was wären die islamischen Hassprediger auf der einen Seite und Ayaan Hirsi Ali plus Henryk M. Broder auf der anderen ohne uns? Nichts. Sie brauchen uns, damit wir über sie diskutieren. Darüber, ob sie recht haben oder nicht. Ob es in Ordnung ist, wie sie sind, was sie tun und was das für Folgen haben könnte.

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Wie Ayaan Hirsi Ali Breiviks Massenmord erklärt

Die niederländische Publizistin und Politikerin Ayaan Hirsi Ali
picture alliance

Anlässlich des 100. Geburtstages des Verlagsgründers wurde Ayaan Hirsi Ali vom Axel-Springer-Verlag mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. In ihrem Dankesvortrag sprach die Publizistin und Politikerin über die „Anwälte des Schweigens“, eine „informelle Zensur“ und machte sich die Argumentation des norwegischen Massenmörders Breivik zu eigen. Ein Skandal, der beinahe unbemerkt blieb

Von Stefan BuchenCicero

Schlagzeilen machte vergangene Woche die diesjährige Verleihung des Henri-Nannen-Preises in Hamburg. Drei Journalisten der Süddeutschen Zeitung sorgten für einen Eklat. Sie lehnten einen der Preise ab, weil sie nicht zusammen mit zwei Journalisten der Bildzeitung ausgezeichnet werden wollten. Zeitgleich, aber unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich im Verlagshaus der Bildzeitung in Berlin ein Skandal, bei dem nicht zwei Springer-Journalisten diffamiert wurden, sondern Springer der Diffamierung eine große Bühne bot. Dieser Skandal reicht weiter, weil es dabei um Leben und Tod geht.

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Verleihung des Ehrenpreises: Die in diesem Artikel kritisierte Passage ihres Dankesvortrages findet sich ab Minute 32:30.

Posse: RBB, Ken Jebsen und der katholische Publizistenverband

Am 6. November heißt es, der rbb Moderator Ken Jebsen habe sich antisemitisch geäußert und den Holocaust geleugnet. Seine wöchentliche Sendung KenFM, die seit zehn Jahren jeden Sonntag auf der Jugendwelle des Senders ausgestrahlt wurde, wird spontan abgesetzt.

Von Jacob Jung Blog

Kurze Zeit später sagt der rbb, dass die Vorwürfe unberechtigt sind und lässt Jebsen wieder ans Mikrofon. Die Rückkehr ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn gestern gibt der Sender bekannt, dass er sich endgültig von Ken Jebsen getrennt hat. Sein Verhalten sei nicht mehr tragbar und seine Beiträge entsprächen nicht den journalistischen Standards des rbb.

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Klasse: „Der Dunning-Broder Effekt!“

Quelle: spiegel.de

Wie den meisten vermutlich aufgefallen ist, ist einiges los in meinem Blog. Die ganze Aufregung dreht sich um meine Kritik an Henryk Broders Artikel in der Welt. Er hat sich nun zu meiner Überraschung herabgelassen darauf zu reagieren.

Von Ali Arbia Scienceblogs.de

Kurz darauf fiel dann bei mir eine pöbelnde Meute ein, die zwar auf kein einziges Argument einging, aber dafür mit Beschimpfungen, Beleidigungen und Vorurteilen um sich warf und im Zehnminutentakt ausgelutschte Talking Points der islamophoben Szene platzierten.

War vielleicht alles nur ein Missverständnis? Hat vielleicht eine seriöse Quelle versagt? Oder hat Broder vielleicht versucht seinen Artikel wieder ins rechte Licht zu rücken? Oder watschte mich der Mann mit der spitzen Feder in einer eleganten Rechtfertigung ab? Nein, er verlegt sich auf was er am besten kann: Persönliche Beleidigungen.

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Die Protokolle der Weisen von Mekka

Oslo 22.07.2011

Dass die Terroranschläge von Oslo und Utoya nicht von einem „islamistischen“, sondern von einem rechtsextremistischen Fanatiker begangen wurden, hat nicht nur den „Al-Qaida“- Automatismus der notorischen Terrorexperten irritiert.

Von Mathias BröckersTelepolis

Auch die medialen Platzhirsche der Deutungs- und Meinungshoheit ringen noch um die Sprachregelung. Da der Täter überlebt hat, kommt „Selbstmordbomber“ nicht in Frage, der Begriff „Terrorist“ ist seit 9/11 stramm mit dem Islamismus konnotiert und scheint den Leitartiklern bei einem blonden Norweger wohl noch eher unpassend, weshalb z.B. „Bild“ von Anders Behring Breivik nur als „Massenmörder“ oder „Killer“ spricht. Weiterhin kursieren mit „einsamer Wolf“, „Wahnsinniger“, „Bestie“ viele weitere Begrifflichkeiten, die das Massaker in die Richtung eines pathologischen Einzeltäters rücken.

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Breivik völlig allein gehandelt hat – wenn er es tat, dann wäre er der Phänotyp jenes unauffällig mitten unter uns lauernden und planenden Terroristen, den „Sicherheitsexperten“ und Politiker seit Jahren als gefährlichste Spezies des internationalen Terrorismus porträtieren: ein „Schläfer“. Er wäre sogar der erste entdeckte und überführte Täter dieser besonders heimtückischen Terror-Spezies, vor der seit 9/11 so eindringlich gewarnt wird, weil sie jederzeit die heimische Fußgängerzone in die Luft jagen könnte. Dass es jetzt ein sozialdemokratisches Ferienlager in Norwegen war, passt da zwar noch irgendwie ins Bild; nicht aber, dass es sich bei dem Täter statt um eine bärtige Wickelmütze mit direktem Draht nach Tora Bora um einen glattrasierten, pro-amerikanischen, pro-israelischen Freund von Chanel, Technomusik, Web 2.0 und Designerdrogen handelt. Kein bildungsferner, mit ein paar Koransuren aufgehetzter Attentäter, der sich auf Jungfrauen im Jenseits freut, sondern ein lesender, analysierender Kopf, der sich die Rettung Europas auf die Tempelritter-Fahne geschrieben hat. Kein dumpfer, rassistischer Nazi in Knobelbechern und Glatze, sondern ein militanter Hardcore-Zionist, auf dessen Abschussliste liberale Juden ebenso stehen wie „Kulturmarxisten“ und „Multikulturalisten“ jeder Couleur.

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Geistige Brandstifter: Wort und Mord

Frei zugänglich. Bevor er auf die Insel Utoya kam, war der Mörder in fremde Gedankenwelten eingedrungen. - Foto: dpa

Nach dem Attentat von Norwegen ist die Diskussion um die ideologische Aufladung des Täters Breivik voll entbrannt. Peter von Becker beschreibt, wie nun auch Thilo Sarrazin oder Henryk M. Broder in dessen Nähe geraten.

Von Peter von BeckerDer Tagesspiegel

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat mit seinem 1500-seitigen, im Internet veröffentlichten Manifest offenbar auch eine riesige Falle gestellt. Und alle, die nun in Breiviks Konvolut aus Ressentiments, Hass, fehlgeleitetem Idealismus, fundamentalistischer Ideologie und kaltblütiger Selbstinszenierung nach kurzen Schlüssen auf vermeintliche Kronzeugen, geistige Anstifter und direkte Tatfolgen suchen, drohen in diese Falle zu tappen.

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Necla Kelek/Monika Maron: Wenn das Feindbild zum Lebensinhalt wird

Necla Kelek will Missstände im Islam auch weiterhin anprangern. Das sagte sie in einem gemeinsamen Interview mit der Schriftstellerin Monika Maron. Foto: pro

Islamkritik darf auch nach den Anschlägen von Norwegen nicht tabuisiert werden. Darüber waren sich die Schriftstellerinnen Monika Maron und Necla Kelek in einem gemeinsamen Interview mit der „Welt“ einig. Sie sprachen auch über die neuen Kontroversen um Thilo Sarrazin, der jüngst bei Dreharbeiten aus dem Berliner Stadtteil Kreuzberg vertrieben worden war.

pro Medienmagazin

„Ich bin fassungslos über diesen Terror, und mich bewegt das unendliche Leid der Menschen in Norwegen“, sagte die islamkritische Autorin Necla Kelek in dem Gespräch. „Leider nimmt die Debatte in Deutschland trotz anfänglicher Zurückhaltung nun wieder bittere Züge an“, so Kelek. „Jahrelang haben die Parteien das Thema Integration kleingeredet, jetzt versucht man, die Auseinandersetzung mit einer Weltreligion wieder einmal zu tabuisieren. Und stereotyp wird das Kitschbild einer friedlichen multireligiösen Gesellschaft gezeichnet, das angeblich von ein paar unbelehrbaren Panikmachern und Hasspredigern mit Dreck beworfen wird.“

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Broderline Gebrabbel: Blödsinn

Quelle: queer.de

Der Journalist Henryk M. Broder ist dafür bekannt, dass er seine berühmt-berüchtigten Texte in die Tasten haut, ohne vorher groß nachzudenken. Das könnte uns weitestgehend egal sein, wenn sich der 64 Jahre alte bekennende Hetero in letzter Zeit nicht verstärkt an schwul-lesbischen Themen abarbeiten würde.

queer.de

Erst vor wenigen Wochen forderte Broder im Berliner radioeins allen Ernstes einen „Hetero Pride“, weil sich die gemischtgeschlechtlich orientierten Mitbürger immer mehr ausgegrenzt und diskriminiert fühlten. Womit er wohl vor allem sich selbst meint. Nun legte Broder, offensichtlich genervt von Gay Prides, schwulen Politikern und lesbischen Fußballerinnen, in der Tageszeitung Die Welt nach und erklärte die schwul-lesbische Emanzipation kurzerhand für vollendet – zumindest in Deutschland.

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Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

OGH: Das Kreuz in Italiens Gerichtssälen und Ämtern bleibt
[…](Rom) Der Oberste Gerichtshof von Italien bestätigte in einem Urteil, daß in Italiens Gerichtssälen das Kreuz einen festen Platz hat. Das Höchstgericht bestätigte damit ein Urteil, mit dem der Richter Luigi Tosti aus dem Richterstand entfernt wurde. Der ehemalige Richter weigerte sich, in Gerichtssälen seiner Arbeit nachzukommen, in denen sich – wie in ganz Italien üblich – ein „religiöses Symbol“, konkret das Kreuz befindet. Der Richter sprach von einer „untragbaren Zumutung“ und forderte unter Verweis auf die Trennung von Kirche und Staat deren Entfernung[…]

Papst- Buch: Piusbrüder entsetzt über Zugeständnis an die Juden
[…]Benedikt XVI. verwirft die jüdische Kollektivschuld am Tod Jesu. Die Piusbruderschaft holte er dennoch in die Kirche zurück … 1970 gründete Lefebvre die Piusbruderschaft. Sein Biograf, der heutige Führer der Bruderschaft Tissier de Mallerais, zitiert ihn zustimmend mit den Worten: „Da Israel den wahren Messias zurückgewiesen hat, erfand es für sich einen anderen, diesseitigen und irdischen Messianismus: die Beherrschung der Welt durch das Geld, durch die Freimaurerei, durch die Revolution, durch die sozialistische Demokratie. (…) Die Weltherrschaftspläne der Juden werden in unserer Zeit Wirklichkeit seit der Gründung der Freimaurerei und der Revolution, die die Kirche enthauptet und die sozialistische Weltdemokratie eingeführt hat.“ Adolf Hitler hätte es kaum besser sagen können[…]

Österreich: Kreuze in Kindergärten nicht verfassungswidrig
[…]Das Anbringen von Kreuzen in Kindergärten ist laut Verfassungsgerichtshof (VfGH) zulässig. Auch vor dem Hintergrund der Trennung von Kirche und Staat sei das nicht als „Präferenz des Staates für eine bestimmte Religion“ zu werten, hieß es heute in einer Entscheidung des VfGH. Auch religiöse Feiern wie das Nikolausfest würden nicht gegen die Verfassung verstoßen, da die Teilnahme nicht verpflichtend sei[…]

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