Ein Skandal, dass Berlin wieder die Al-Kuds-Demo zulässt

Bild: bb
Der Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein hat recht, wenn er vor der grassierenden Judenfeindlichkeit warnt. Doch seine Empfehlung, sich zu verleugnen und auf das Tragen der Kippa zu verzichten, ist falsch. Es gibt nur einen Weg, sich zu behaupten.

Von Melody Sucharewicz | DIE WELT

In den letzten Tagen erregte der Kippa-Kommentar des Antisemitismusbeauftragten Felix Klein Öffentlichkeit, Medien und solche, die sich berufen fühlten, zu kommentieren. Es gäbe Orte in Deutschland, sagte er, an denen er Juden nicht empfehlen könne, die Kippa zu tragen.

Hat Klein in der Praxis recht? Ja. Der zertrümmerte Kiefer eines Rabbis, die Gürtelhiebe auf einen jungen Mann mit Kippa, Dutzende jüdischer Kinder, die an der Schule gemobbt wurden – ein kleiner Auszug aus der hässlichen Statistik –, reicht aus, um zu verstehen, dass Antisemitismus in Deutschland eine spürbare Gefahr geworden ist. Eine Gefahr, die die Grenze zwischen verbaler Beleidigung und physischem Angriff längst überschritten hat.

weiterlesen

Der Islam ist keine Rasse – die Zugehörigkeit zum Islam ist eine freiwillige Entscheidung

Bild: Jüdische Rundschau
Die ex-moslemische, in Syrien geborene Autorin Laila Mirzo hat dazu das aufrüttelnde Buch „Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim“ veröffentlicht.

Von Miriam Baum | Jüdische Rundschau

„Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim – Über die Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Kultur“ so der Titel des Erstlingswerks der deutsch-syrischen Autorin Laila Mirzo. Der provokante Titel des Buches lässt einen brisanten Inhalt erahnen, Mirzo zeigt argumentativ die Unvereinbarkeit des orthodoxen Islam mit einem humanistischen Wertekatalog auf. Auf die Frage, ob der Islam zu Europa gehöre, stellt die Autorin die Gegenfrage „Passt Europa denn zum Islam?“.
Ein Buch über den Islam geht auch immer die jüdische Glaubensgemeinschaft an, ist doch die offene Judenfeindlichkeit ein zentrales Thema der islamischen Umma. So widmet Laila Mirzo dem Kapitel „Islamische Judenfeindlichkeit“ auch ein gutes Zehntel ihres Buches, indem sie von der Geschichte des ersten Genozids an den jüdischen Stämmen in Medina bis hin zum Nahostkonflikt und der antizionistischen Doktrin von Hamas und Fatah berichtet:

weiterlesen

Libanons Präsident: Regierungschef Hariri wurde entführt

Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt 

derStandard.at

Der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri wurde nach Worten von Staatspräsident Michel Aoun entführt. Das habe Aoun gegenüber ausländischen Botschaftern erklärt und Immunität für Hariri gefordert, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag aus Regierungskreisen in Beirut. Aoun, der sich mit führenden libanesischen Politikern und ausländischen Diplomaten beriet, habe den Vorwurf bereits am Freitag erhoben, sagte der Insider. Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er begründete seinen Schritt damit, dass er um sein Leben fürchte.

weiterlesen

Der saudisch-iranische Kompromiss im Libanon ist beendet

foto: afp / anwar amro „Wir sind mit dir“, verkündet das Plakat. Hariri jedoch ist in Riad.
Rücktritt des sunnitischen Premiers Saad Hariri soll Präsident Michel Aoun und Hisbollah isolieren

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Ein Jahr hat das seltsame Arrangement überdauert: der sunnitische libanesische Premier mit dem saudi-arabischen Zweitpass, Saad Hariri, der Riad dazu überredet, nach einem zweieinhalb Jahre währenden präsidentiellen Vakuum im Libanon den Hisbollah-Verbündeten Michel Aoun als Präsidenten zu akzeptieren, und dafür selbst Regierungschef wird. Hariri ist am Samstag zurückgetreten, und zwar in der saudi-arabischen Hauptstadt, wo er wohl auch bleiben wird. Die Dynamiken, die dazu geführt haben, sind klar – aber weniger, welche Folgen das für die prekäre Stabilität des Libanon und der Region haben wird.

Die Fragen sind folgende: Gelingt es, einen neuen sunnitischen (wie es die Verfassung vorsieht) Premier zu finden; was passiert, wenn nicht; und wird der Einfluss der schiitischen Iran-nahen Hisbollah in einer neuen Regierung stärker oder schwächer sein? Für die Region stellt sich die Frage, ob ein bewaffneter Konflikt Israels mit der Hisbollah wahrscheinlicher geworden ist, der Saudi-Arabien nur recht wäre.

weiterlesen

Die gefährlichen Konfliktlinien im Windschatten des Anti-IS-Kampfs

Im irakischen Kirkuk hält ein Vertreter der irakischen Regierung (wahrscheinlich ein iranischer Milizionär) grinsend die kurdische Fahne nach unten – als Zeichen des Sieges gegen den Peschmerga Quelle: REUTERS
Die Zerschlagung des IS in Syrien und im Irak hat den Frieden in der Region nicht näher gebracht. In Syrien und Irak brechen andere Konflikte aus. Besonders ein Land ist Zielscheibe.

Von Richard Herzinger | DIE WELT

In Syrien und im Irak scheint die Horrormiliz IS militärisch weitgehend besiegt. Und vor allem infolge der massiven Militärintervention Russlands und eines gnadenlosen Kriegs gegen die eigene Bevölkerung steht nun fest, dass das mörderische Regime Baschar al-Assads in Damaskus an der Macht bleibt, kontrolliert es doch weitgehend unangefochten wieder weite Teile Syriens.

Vom Frieden, schon gar von einem gerechten, ist die Region aber nach wie vor weit entfernt. Denn die Fixierung auf den Kampf gegen das monströse „Kalifat“ des IS und auf die falsche Alternative „Assad oder die Dschihadisten“ hat verdeckt, welche vielfältigen und verwirrenden Konfliktlinien sich im Verlauf vor allem des syrischen Krieges aufgebaut haben.

weiterlesen

Kommt nach dem IS der „schiitische Halbmond“?

Bild: heise.de/TP
Der Siegeszug über den Islamischen Staat heißt nicht Entwarnung im Nahen Osten

Von Behrouz Khosrozadeh | TELEPOLIS

„Viel Glück“, sagte Wladimir Putin zu Benjamin Netanjahu, als dieser drohte, Assads Amtssitz zu bombardieren. Der israelische Ministerpräsident ist nicht erfreut über das Südsyrienabkommen, welches beim G20-Gipfel in Hamburg zwischen Putin und Donald Trump vereinbart wurde. Da Russland den weitaus größeren Teil der Deeskalationszonen unter Kontrolle hat, befürchtet Jerusalem, dass Russlands Verbündeten, der Iran und die Hisbollah, freie Bahn zum Verkehr dicht an den Grenzen Israels erhalten werden, zumal im Abkommen kein Wort über Abzug dieser aus Syrien oder auch aus den Schutzzonen erwähnt worden ist.

Nach dem Siegeszug über den „Islamischen Staat“ sind neue Konstellationen im Nahen Osten eingetreten, die nicht zwingend hoffnungsträchtig sind. Henry Kissinger warnte Anfang August die Fachwelt und Politiker vor einem radikalen „Imperium Iran“.

Der ehemalige US-Außenminister in Zeiten des Kalten Krieges machte den Westen darauf aufmerksam, dass die Mullahs aus Teheran einen territorialen Gürtel von Teheran bis nach Beirut errichten könnten, wenn die Gebiete des geschlagenen IS durch die al-Qods-Brigade (Auslandsarm der iranischen Revolutionswächter) oder den vom Iran unterstützten schiitischen Milizen besetzt würden. Das würde bedeuten, dass die Revolutionswächter und Soldaten des Iran dicht an Israels Grenzen präsent sein würden, ein „no go“ für Jerusalem. Donald Trump darf solch Entwicklung – die Entstehung eines radikal-schiitischen iranischen Imperiums nicht zulassen, so die Kernbotschaft des 94jährigen Kissingers. In der Tat sprechen einige Indizien für die Befürchtung des Ex-Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika.

Amerikanische Top-Generäle zeigen seit Jahren mit dem Finger auf den Iran und machen ihn mit dessen Oktopus artigen Einmischungen quer über die Region des Nahen Ostens, verbunden mit dem Hass auf Amerika und Israel, als die strategische Gefahr und den Feind Nummer Eins aus. David Petraeus, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak und in Afghanistan, konstatierte 2015 mit Nachdruck, der IS sei nicht das größte Problem, sondern der Iran. Petraeus, der wie etliche ranghohe US-Militärs eine top-akademische Ausbildung genossen hat – er ist ein PhD-Princeton-Absolvent in Internationalen Beziehungen -, sah bereits damals voraus:

Wenn Daesh (IS) aus dem Irak vertrieben wird und die Folge sein wird, dass die vom Iran unterstützte schiitische Milizen zur mächtigsten Kraft im Land mutieren und die irakischen Sicherheitskräfte in den Schatten stellen, wie es die Hisbollah im Libanon tut, wäre das ein desaströses Ergebnis für die Stabilität und Souveränität des Irak, ganz zu schweigen von unseren eigenen nationalen Interessen in der Region.

David Petraeus

weiterlesen

Abu Dhabi warnt Katar vor „endgültiger Scheidung“

Eine Reihe arabischer Staaten boykottieren Katar. – APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
Vier arabische Staaten legen dem Emirat 13 Bedingungen vor, etwa die Schließung des Fernsehsenders Al-Jazeera. Doha hat zehn Tage Zeit, die Forderungen zu erfüllen.

Die Presse.com

In der Katar-Krise haben vier arabische Staaten ihre Bedingungen für ein Ende ihres Boykotts übermittelt. Innerhalb von zehn Tagen müsse das Emirat 13 Forderungen erfüllen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Vertreter der Ländergruppe aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain. Unter anderem müsse die Regierung in Doha den Fernsehsender Al-Jazeera schließen und ihre Verbindungen zum Iran einschränken, dem Erzfeind der Boykott-Staaten. Nach der Frist ist das Verhandlungsangebot offenbar hinfällig. Katar nahm zunächst nicht Stellung.

Die arabischen Länder verlangen den Informationen zufolge von der Regierung Katars zudem, ihre Beziehungen zu Extremistenorganisationen wie der Muslimbruderschaft, dem Islamischen Staat, Al-Kaida und der Hisbollah abzubrechen.

weiterlesen

Israels Militärschlag in Syrien: Botschaft an Putin

Israelische Luftangriffe in Syrien kommen seit 2012 immer wieder vor: Die Hisbollah, die in Syrien auf der Seite des Assad-Regimes kämpft, soll daran gehindert werden, hochentwickelte Waffen in den Libanon zu schaffen. Insofern wäre also der israelische Militärschlag in der Nacht zum Freitag nichts Außergewöhnliches gewesen. Aber Zeitpunkt und Verlauf werfen Fragen auf.

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Diesmal antwortete Assad mit (alten russischen) Boden-Luft-Raketen gegen die israelischen Jets, Israel setzte über dem Jordantal sein Raketenabwehrsystem Arrows ein (Teile der israelischen Rakete gingen in Jordanien nieder). Das ist ein großer Einsatz, über den Israel nicht, wie sonst bei Syrien-Aktionen üblich, schweigen konnte. Die Eskalation ist sozusagen amtlich. Dass Assad Israel in einen Konflikt ziehen will, glaubt indes niemand: Das wäre suizidal.

weiterlesen

US-Geheimdienstler warnen Israel vor Trump

 US-Geheimdienstler trauen dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht. (Foto: AP)
US-Geheimdienstler trauen dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht. (Foto: AP)
  • In Gesprächen mit israelischen Kollegen warnen US-Geheimdienstler davor, Informationen an das Weiße Haus und den Nationalen Sicherheitsrat weiterzugeben.
  • Das berichtet die israelische Zeitung Yediot Ahronot.
  • Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen Trump und Russland, heißt es in dem Bericht, könnten die Informationen sonst bei Feinden Israels landen, etwa Iran.

Süddeutsche.de

Die Beziehungen zwischen Israel und den USA sind traditionell eng, das gilt auch für die Beziehungen der Geheimdienste. Dieser Umstand gibt US-amerikanischen Agenten offenbar Anlass zur Sorge: Laut einem Bericht der israelischen Zeitung Yediot Ahronot haben sie ihre israelischen Kollegen davor gewarnt, in Zukunft sensible Informationen an das Weiße Haus weiterzugeben. Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen US-Präsident Trump und Russland könnten diese ansonsten in Moskau landen – und auch bei dessen Verbündeten, etwa Iran.

weiterlesen

Götz Aly: Weihnachten in Aleppo

 Zivilisten versuchen im Westen Aleppos, ihr Hab und Gut zu retten. Foto: dpa
Zivilisten versuchen im Westen Aleppos, ihr Hab und Gut zu retten. Foto: dpa
Anders als in Berlin lag in Aleppo Schnee an Weihnachten, und erstmals seit fünf Jahren feierten die Christen dort in Ruhe. Während des innerstädtischen Krieges standen sie weitgehend auf der Seite der Regierungsstreitkräfte, weil sie von diesen am ehesten Glaubensfreiheit erhofften, während die vielfach landesfremden Dschihadisten für sie Intoleranz, Not und Tod brachten.

Von Götz Aly | Berliner Zeitung

Wir müssen uns von der Einteilung in gut und böse verabschieden

Diese islamistischen Gotteskrieger wurden und werden von unseren Medien als „die Rebellen“ oder „die Opposition“ – sprich: als die Guten im syrischen Bürgerkrieg – verniedlicht, ebenso von Angela Merkel. Im scharfen Gegensatz zu ihr weigert sich der von Papst Franziskus im vergangenen Sommer ernannte, auch für Syrien zuständige Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, solchen Parteinahmen zu folgen.

weiterlesen

Al-Bab: Russland und Türkei pokern um Konfliktlösung in Syrien

Eine iranische Kampfdrohne des Typs Shahed-129, die der Iran in Syrien seit 2015 einsetzen soll. Bild: heise.de/tp
Eine iranische Kampfdrohne des Typs Shahed-129, die der Iran in Syrien seit 2015 einsetzen soll. Bild: heise.de/tp
Um die gewünschte „Normalisierung“ der Beziehungen voranzutreiben, soll nun der Angriff auf türkische Soldaten bei al-Bab von einer Drohne iranischen Ursprungs ausgegangen sein

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Am 24. November waren türkische Truppen und die sie begleitenden Milizen, von der Türkei „Freie Syrische Armee“ genannt, in Syrien vor der vom Islamischen Staat noch besetzten Stadt al-Bab unter Beschuss aus der Luft geraten. Drei türkischen Soldaten wurden dabei getötet, die Türkei machte syrische Kampfflugzeuge und damit Assad verantwortlich. Das führte zu Spannungen zwischen Ankara und Moskau, wo man zunächst beteuerte, dass es sich um keine russischen Flugzeuge gehandelt habe, und dann auch zurückwies, dass syrische Flugzeuge beteiligt waren. Es lag die Drohung im Raum, dass die Türkei militärisch gegen das mit Russland und dem Iran verbündete Assad-Regime vorgehen könnte (Gefährlicher Konflikt: Türkei droht Damaskus mit Vergeltung).

Der türkischen Truppen geht es beim Kampf um al-Bab nicht nur um die Vertreibung des IS, sondern vor allem darum, die Stadt schneller einzunehmen, als die ebenfalls vorrückenden kurdischen Verbände der SDF, die offensichtlich von der syrischen Armee unterstützt werden. Die türkische Regierung will um jeden Preis verhindern, dass die Kurden den Korridor zwischen Manbij und Afrin schließen, um so ein durchgängiges Gebiet kontrollieren zu können und den Nachschubweg für den IS und den anderen „Rebellen“ abzuschneiden. Die Türkei ist erst dann gegen den IS an der Grenze vorgegangen, als die SDF die Stadt Manbij erobert hatten und weiter Richtung al-Bab und Afrin vorrücken wollten. Von den USA verlangt Ankara weiterhin den Rückzug der Kurden hinter den Euphrat (Der Kampf um al-Bab).

weiterlesen

Ich habe Spenden für eine Terrororganisation gesammelt und Frank Henkel hat’s nicht gestört

Wer sich mitten in Berlin für die Islamisten engagiert, braucht keine Konsequenzen fürchten.Foto: Sevinç Basad
Wer sich mitten in Berlin für die Islamisten engagiert, braucht keine Konsequenzen fürchten.Foto: Sevinç Basad
Die Hisbollah zählt zwar zu den gefährlichsten Terrortruppen der Welt. Wer sich mitten in Berlin für die Islamisten engagiert, braucht dennoch keine Konsequenzen vom Innensenator zu fürchten. Ein Kommentar.
 

Von Johannes C. Bockenheimer | DER TAGESSPIEGEL

Zugegeben, reich wird man nicht, wenn man auf dem Berliner Alexanderplatz um Spenden für eine islamische Terrororganisation wirbt.  Diese Erfahrung musste ich am vergangenen Dienstag machen. Nur wenige Passanten nahmen sich Zeit, um auch nur einen Blick auf das Schild zu werfen, mit dem ich um einen Finanzzuschuss bat. Keinen einzigen brachte ich dazu, tatsächlich nach dem Portemonnaie zu greifen.

Auch nicht die Dame im fortgeschrittenen Alter, die ich immerhin in ein kurzes Gespräch verwickeln konnte: „Um was geht’s denn?“, fragt sie. „Um Spenden für die libanesische Terrororganisation Hisbollah“, antworte ich wahrheitsgemäß und hielt ihr erwartungsfroh die Spendendose entgegen. Erfolg war mir keiner beschieden: „Dit lassen wa lieber, junger Mann“, sagte sie und lief davon. Spenden sammeln für eine Terrororganisation – klingt irre? Stimmt. Noch verrückter allerdings klingt, was die Berliner Sicherheitsbehörden dazu zu sagen haben.

weiterlesen

Interview mit Eric Allen Bell

Eric Allen Bell auf Facebook.
Eric Allen Bell ist ein US Blogger, Filmemacher und Medienberater, der in New York lebt. Durch seine Arbeit an einer Dokumentation über Islamophobie wandelte er sich 2012 von einem liberalen Islamverteidiger zu einem der schärfsten Islamkritiker. In unseren Interview erzählt er uns, wie es dazu kam und welche Konsequenzen diese Entscheidung nach sich zog.

Richard Dawkins-Foundation

Eric Allen Bell: Ich wuchs in den 70ern und 80ern im südlichen Kalifornien auf, wo die Ansichten der Gegenkultur der 60er Jahre immer noch stark in unserer Kultur verankert war. Ich glaubte, dass alles, was das Establishment repräsentierte, fehlgeleitet und möglicherweise böse war. Ich glaubte, dass die Welt in ein neues Zeitalter eintritt, in dem wir lernen würden zu teilen, miteinander auszukommen und unsere Differenzen zu akzeptieren. Viele Jahre später wurde ich von der Realität eingeholt.

Dann erfuhr ich gewissermaßen eine innere Revolution. Gewisse Geschehnisse brachten mich dazu, wirklich alles zu hinterfragen. Es war wie ein Gestaltwechsel. So wie, wenn man das Bild eines Hasen vor sich sieht und sicher ist, dass es ein Hase ist. Aber dann bemerkst du, dass es das Bild einer Ente ist und du kannst nicht an den Punkt zurück, wo du einen Hasen gesehen hast. Ungefähr so war es. Aber das Bild vom Hasen und der Ente ist sowohl ein Hase, wie auch eine Ente. In meinem Fall ging ich dazu über die Welt so zu sehen wie sie ist, statt sie zu sehen, wie ich sie gern hätte.

Heute habe ich mehr Fragen als Antworten. Als ich für Michael Moore, Daily Kos und andere progressive Medien schrieb, dachte ich, alle Antworten zu kennen. Aber wie sich herausstellte, ist ein intelligenter Geist auch ein hinterfragender Geist. Und wenn jemand davon überzeugt ist, dass er eh alles besser weiß, gibt es nur noch wenig Spielraum, in dem die Intelligenz wachsen oder gar lebendig bleiben kann.

Nachdem ich in den letzten Jahren über 100 Morddrohungen von frommen Muslimen bekommen habe, kann ich nicht länger glauben, dass alle Menschen im Kern gut sind, oder dass wir alle gleich sind und dass Toleranz die Antwort ist.

Stattdessen sehe ich bei der Entscheidung, welches das beste politische System wäre, die Natur als meine Richtschnur an. Daher bevorzuge ich so wenig erzwungene Kooperation wie möglich und vertraue auf den Prozess der natürlichen Auslese, wenn es um den wirtschaftlichen Wettbewerb geht.

Nichtsdestoweniger habe ich Mitgefühl und bevorzuge Kooperation, ich will nur nicht, dass sie mir aufgezwungen wird.

Die Vereinigten Staaten wurden auf Freiheit begründet, auch wenn einige unserer Führer dies vergessen haben. Freiheit bedeutet, dass man sein eigener Herr ist. Und Islam bedeutet Unterwerfung. Und als ich die Wahrheit über den Islam herausfand, öffnete mir dies die Augen bei so vielen anderen Dingen – die Lügen, die ich mir selbst eingeredet hatte, die Lügen, die unserer Führer verbreiten, die Lügen, die von den Medien verbreitet werden und die Lügen, die dafür sorgen, dass die zivilisierte Welt sich auflöst, während wir uns immer mehr einschränken, aus Sorge, ja zur niemanden zu beleidigen.

In der Rückschau muss ich feststellen, dass ich mich der schlimmsten Art von Rassismus schuldig gemacht hatte und dies ist der Rassismus der verringerten Erwartungen. Ich war auf einem selbstgerechten Kreuzzug, auf dem ich die Gewalttaten der Araber rechtfertigte und die Schuld dafür bei Amerika und den anderen westlichen Nationen sah. Für mich ist jetzt klar, dass die „Weiße Schuld“ viel damit zu tun hatte. „Weiße Schuld“ ist etwas, dass die staatlichen Schulen und die amerikanischen Medien uns sehr erfolgreich eingepflanzt haben. Aber wenn man etwas so lange mit sich herumträgt, ist es schwierig zu sehen, was direkt vor einem liegt.

Dann kam der 11. September 2001

Was war ihre ursprüngliche Meinung über den Islam?

Mein Interesse am Islam wurde durch Rumi, die Poesie des mystischen Sufismus, geweckt. Von da an studierte ich den Sufismus. Allerdings war dies eher die kalifornische Variante des Sufismus, die eine universalistische Perspektive auf andere Religionen hatte und die den Propheten Mohammed nicht diskutierte. Hier traf ich das erste Mal auf die verzerrende Sichtweise, mit der ich den Islam später betrachten sollte. Ich dachte, weil man es mir so beigebracht hatte, dass „Allah“ in Wirklichkeit „alles“ bedeutet, weil Gott unendlich ist. Also müsste der Ausspruch „Allahu Akbar!“ (Allah ist groß!) tatsächlich bedeuten, dass einfach alles groß ist. Ich besuchte sogar einige Moscheen, um das „Salāt“ (das fünfmalige islamische Gebet) näher kennenzulernen.

Meine Sufismus-Lehrmeister sagten, dass der Mainstream-Islam seine mystische Strömung verloren hat, die ursprünglich im Islam angelegt war und sich dadurch in etwas sehr wörtliches verwandelt hat. Der Grund, den sie dafür angaben war, dass diejenigen, die in bestimmten Regionen der Erde nach weltlicher Macht strebten, den Islam pervertiert hatten, um damit die Menschen zu kontrollieren. Allerdings hatte ich damals weder den Koran, noch die Hadithe oder die Biographie Mohammeds gelesen.

Dann kam der 11. September 2001, der für mich allem auch nur entfernt Islamischen einen schlechten Beigeschmack hinzufügte. Ich las den Koran in einem Stück, kurz bevor sich mein Weg und der meiner Sufismus-Lehrer für immer trennten. Ich ging mit mehreren Lesezeichen im Koran zu einem Sufismus-Imam und sprach ihn auf die gewalttätigen Passagen an. Seine Erklärung war, dass diese Verse im arabischen Originaltext äußerst schön seien, aber sie ihre ursprüngliche Bedeutung verloren hätten, weil weiße Kolonialherren Koranübersetzungen in Auftrag gegeben hätten, mit dem Ziel, sie plump und wild klingen zu lassen, um damit die Araber kleinzuhalten. Dies klang für mich alles andere als richtig. Aber ich hatte das Interesse am Islam verloren und kam für weitere 10 Jahre nicht mehr auf das Thema zurück, bis ich mir vornahm, eine Dokumentation über „Islamophobie“ im Bible Belt Amerikas zu drehen.

Rückblickend wird mir klar, dass die Sufismus-Organisation eine Vorfront war, die den Islam mittels bewusster Täuschung verbreiten wollte. Der islamische Begriff dafür lautet Taqiyya und als eine Art Hippy auf einer spirituellen Reise bin ich voll darauf hereingefallen.

Im Stadtrat regte sich Widerstand gegen den Bau einer Megamoschee

Wie dachten sie ursprünglich über die sogenannten Islamophoben?

Ich hatte niemals ein Problem mit Leuten, die den Islam ablehnen oder die keine Moschee in ihrer Stadt haben wollen. Ich war allerdings dagegen, die Gerichte anzurufen, um einen Moscheebau zu verhindern oder wenn man Leute nur dafür hasst, dass sie Muslime sind. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Ich war in einer kleinen Stadt in Tennessee, mitten im Herzen des Bible Belt. Wie genau ich dort gelandet bin, kann ich aus Zeitgründen nicht erläutern. Jedenfalls habe ich noch nie zuvor so viele Kirchen auf einmal gesehen. Das Gericht in der Stadt hat eine Bibel in einer Glasvitrine, direkt an den Treppenstufen. Und der Stadtrat beginnt jede Sitzung mit einem Gebet an Jesus.

In den Sitzungen des Stadtrats regte sich erstmals Widerstand gegen den Bau einer Megamoschee in ihrer Stadt. Davon habe ich durch das Radio erfahren. Die Einspieler in diesem Beitrag lauteten ungefähr: „Es gibt nur einen Gott und sein Sohn heißt Jesus Christus und ich will keine Moschee in meiner Stadt haben.“ Die Sendung brachte einen Bibelfanatiker nach dem anderen, der gegen den Islam wetterte, aber völlig ohne Begründung, abgesehen davon, dass der Islam nun mal nicht das Christentum ist.

Der Widerstand gegen den Bau einer 5000 m² Moschee kam in dieser Stadt fast ausschließlich von Evangelikalen. Und soweit ich es beurteilen kann, war ihre vorrangige Motivation, ihren Heimvorteil zu bewahren.

So lernte ich also die sogenannten Islamophoben kennen. Für mich waren sie wirklich Leute mit einer irrationalen Angst vor dem Islam. Deshalb hatte ich kein Problem mit dieser Definition oder Bezeichnung. Und ich entschloss mich, eine Dokumentation über diesen Kampf der Zivilisationen, der Ideen und Kulturen in dieser kleinen Universitätsstadt zu machen.

Ich dachte dabei, dass der Kampf über dieses Grundstück und wofür „Gott“ es vorgesehen hat, als ein Mikrokosmos, der die Weltereignisse widerspiegelt, gesehen werden könnte. Ich hatte gehofft, dass meine Dokumentation Licht darauf werfen würde, warum Zivilisationen sich überhaupt bekämpfen. Allerdings hatte ich den Gedanken verinnerlicht, dass wir nur lernen müssten, unsere Unterschiede zu akzeptieren und so eine bessere Welt errichten könnten. Der Weg, auf dem ich mich befand, war wirklich mit guten Absichten gepflastert.

Aber es gab noch ein weiteres Puzzleteil. Auf der anderen Seite in diesem Streit waren viele junge Collegestudenten, die sich zusammengeschlossen hatten, um das Islamische Zentrum im Namen der Religionsfreiheit zu unterstützen. Dies waren keine Muslime. Ich fand bald heraus, dass sie Teil einer sozialistischen Organisation waren, die sich am Campus radikalisiert hatten. Es gab einen Professor, der die Gelegenheit beim Schopf ergriff und diese Jugendlichen nicht nur dafür gewinnen wollte, die Moschee zu unterstützen, sondern ihnen gleichzeitig auch Karl Marx nahebringen wollte.

Einige Zeit danach, als sich der Staub gelegt hatte, traf ich den konservativen Schriftsteller David Horowitz. Er war der erste, der mich darauf aufmerksam machte, dass es eine unselige Allianz zwischen Linksextremismus und Islam gibt. Er hat mir sehr dabei geholfen, dies im globalen Maßstab zu erkennen.

David Horowitz fragte mich, ob ich einen Artikel für das von ihm herausgegebene Front Page Magazin schreiben wolle. Er wollte, dass ich die Geschichte erzähle, wie ich eine Dokumentation, die die sogenannte „Islamophobie“ aufs Korn nimmt, machte, und dann erkläre wie viel mich mein Sinneswandel kostete, nämlich in Bezug auf meine Finanzierung, mein Renommee und so viele meiner Freunde und Kollegen.

Also schrieb ich 2012 einen Artikel unter dem Titel „Der hohe Preis, die Wahrheit über den Islam zu sagen“ und auf einmal veränderte sich alles. Die sogenannten „Islamophoben“ waren auf einmal meine Kollegen. Ich wurde in viele konservative Radiosendungen eingeladen, über mich wurde in vielen Magazinen geschrieben und es  wurde auch für eine Fernsehsendung angefragt. Ich schrieb weitere Artikel für das Front Page Magazin und viele Counter-Dschihad-Blogs und bin seitdem voll Eifer bei dieser Bewegung dabei.

Nach dem islamischen Terroranschlag von San Bernardino in Kalifornien hatte meine Facebookseite auf einmal eine Reichweite von über 9 Millionen und erreichte auch Menschen, die mich vorher als Angstmacher abgelehnt hatten.

Eine Taxifahrt veränderte für immer mein Leben

Wie hat sich ihre Meinung über den Islam geändert? Gab es einen Wendepunkt?

Ja, es gab ganz eindeutig einen Wendepunkt. Ich hatte bereits 300 Stunden für meine Dokumentation über den Widerstand gegen den Moscheebau abgedreht. Ich hatte daraus eine kleine 25-Minuten-Version geschnitten, mit der ich in Hollywood meine Finanzierung für den Abschluss des Projekts sichern wollte, aus dem, wie wir hofften, ein abendfüllender Film werden sollte. Meine Beiträge, die ich für Michael Moores Website schrieb, gewannen an Lesern hinzu und es gab ein breites Interesse an meiner Dokumentation, die auch auf dem Sundance Film Festival gezeigt werden sollte. Mittlerweile hatte ich bereits 90 Minuten zusammengeschnitten. Der Filmverleih war bereits fest eingeplant.

Dann nahm ich ein Taxi und die Fahrt veränderte für immer mein Leben. Der sogenannte Arabische Frühling war in vollem Gange und es sah ganz danach aus, als ob Mubarak stürzen würde. Mein Taxifahrer war Ägypter. Ich fragte ihn, ob er aufgeregt sei, denn Mubarak besaß immerhin 70 Mrd. $, während sein Volk nicht einmal genug zu Essen hatte. Er war ein Tyrann. Es war doch eindeutig richtig, dass die Ägypter seinen Rücktritt verlangten.

Der Taxifahrer antwortete, dass zwar alles stimme und Mubarak ein böser Kerl sei. Aber dann erzählte er mir, dass er koptischer Christ war und befürchtete, dass die Muslime nach dem Sturz Mubaraks zu viel Macht an sich reißen könnten und anfangen würden, Christen zu verfolgen, zu ermorden und zu vergewaltigen. Er machte sich große Sorgen um seine Eltern und seine Schwester und konnte sie nicht am Telefon erreichen.

Dieser Mann befand sich nicht im Wahlkampf. Er wollte kein Buch verkaufen und er war auch kein Moderator in einer rechtsgerichteten Talkshow. Er war nur ein ganz normaler Kerl aus Ägpyten, der keinen Grund hatte, die Wahrheit zu verdrehen. Er wollte mich nicht zu seiner Religion bekehren. Er hatte einfach nur Angst. Er hatte richtige Angst.

Als ich die Angst in den Augen dieses Mannes sah, begann ich mich zu fragen, ob ich die ganze Angelegenheit wirklich gründlich genug durchdacht hatte. Die Art wie er mich anschaute, wenn er über seine Schwestern redete und wie er sie nicht am Telefon erreichen konnte, verfolgte mich.

In den kommenden Tagen, in denen ich sah, wie viele islamische Länder ihre Führer abschüttelten, musste ich immer wieder an diesen Taxifahrer denken. Und an seine Eltern und seine Schwestern. Und als aus den Tagen erst Wochen und dann Monate wurden, sah ich den islamischen Mob auf der Straße, der Christen und andere Ungläubige terrorisierte und die Scharia einführen wollte. Die Häuser koptischer Christen wurden niedergebrannt. Einige wurden sogar gekreuzigt. Mädchen wurden vergewaltigt, während Ägypten eine Art neuen Mubarak wählte. Nur hatte er diesmal einen Bart und einen Koran. Das ägyptische Volk wählte mit der Unterstützung Barack Obamas die Muslimbruderschaft in die Regierung, also genau die Organisation, die weltweit so viele islamische Terrorgruppen hervorgebracht hatte.

Ich fragte mich: Wenn der Islam die Religion des Friedens ist, warum sind die Extremisten dann nicht extrem friedlich?

Ich erinnere mich, dass ich einige Monate zuvor Frank Gaffney von der Organisation „Center for Security Policy“ interviewt hatte. Er hatte mir damals ein sehr dickes Buch überreicht. Ich habe das alles noch auf Film. Das Buch hieß „Scharia – Die Bedrohung für Amerika.“ Ich musste noch über die Gegenseite recherchieren, um die “Islamophoben” als Hassprediger darzustellen. Ich musste verstehen, was diese Leute sagten und ich musste in der Lage sein, sie zu widerlegen. Also fing ich mit Robert Spencer an und las sein Buch „Die Wahrheit über Mohammed“.

Ich wollte wirklich, dass Robert Spencer falsch liegt. Aber alles was er über Mohammed sagte, stimmte mit dem, was ich islamischen Schriften entnahm, überein. Mohammed hatte wirklich gesagt, dass er durch Terror siegreich geworden war. Er hatte wirklich ein sechsjähriges Mädchen geheiratet und die Ehe mit ihr vollzogen, als sie gerade einmal neun Jahre alt war. Mohammed hatte wirklich seine Frau Safiye „geheiratet“ nachdem er zuvor alle Männer ihres Stammes und alle Männer ihrer Familie getötet hatte. Er hatte die Frauen als Sexsklaven genommen, ihre Väter gefoltert und sie in der Nacht vergewaltigt. Mohammed hat seine Kritiker wirklich hinrichten lassen und einen ganzen Stamm der Juden geköpft. Mohammed hatte Juden tatsächlich als Affen und Schweine bezeichnet. All das las ich im Koran, den Hadithen und der Sira (Biographie Mohammeds) – Robert Spencer hatte sich beim Quellenmaterial rein auf islamische Schriften beschränkt.

Dann las ich das Werk von Dr. Bill Warners, der genau gezählt hatte, wie oft der Koran sagt, dass Mohammed der Idealtypus eines Mannes sei und dass seine Anhänger, die Muslime, es ihm gleichtun sollen.

Zuletzt las ich Frank Gaffney dickes Buch, das unter anderem klar zeigte, dass seit dem 11. September 2001 in alarmierender Rate neue Moscheen in ganz Amerika errichtet wurden. In der 1.400-jährigen Geschichte des Islam war es Brauch, nach der Einnahme eines Landes Siegesmoscheen zu bauen. Und die Moscheebauten in Amerika hatten sich seit dem Angriff nahezu verdoppelt. Eine erschreckend hohe Anzahl dieser Moscheen erhielten ihre Geldmittel von ausländischen Regierungen, die den USA gegenüber feindselig eingestellt waren. Und in vielen dieser Moscheen wurden Verrat und Volksverhetzung gelehrt.

Ich las die Statistik des Pew Forums von 2011 über das, was die Mehrheit der Muslime glaubt, und war alarmiert, als ich begriff wie akzeptiert Selbstmordattentate waren, wie viel Unterstützung es für al-Qaida, Hamas, Hisbollah gab und wie viele amerikanische Muslime der Meinung waren, dass es in Ordnung sei, unschuldige Zivilisten zu töten, zumindest zeitweise.

Ich mailte an den Imam der Moschee, die ich verteidigt hatte und fragte ihn, ob es die Mehrheitsmeinung im Islam sei, dass auf Apostasie, also Glaubensabfall, die Todesstrafe stehe. Und er sagte ja!

Ich las danach Wafa Sultan, Brigitte Gabriel, Bruce Bawer, Ali Sina und weitere. Und das Bild wurde immer deutlicher.

Konnte ich wirklich den Film machen, den ich machen wollte?

Damals erfuhr ich vom Prozess gegen die „Holy Land Foundation“. Dies war der größte Ermittlungserfolg des FBI gegen eine islamische Wohltätigkeitsorganisation, die Millionen Dollar an die Hamas weiterleitete. Während des Prozesses kam ein Dokument ans Tageslicht, das einen Plan erläuterte, wie die Muslimbruderschaft sich in einem zivilisatorischen Dschihad betätigen sollte. Mit der Hilfe ihrer Vorfeldorganisationen, inklusive des „Council on American Islamic Relations“ (CAIR), hatte die Muslimbruderschaft geplant, unsere Kultur, unsere Universitäten und unsere Medien zu infiltrieren, oder um es mit ihren Worten zu sagen: „Den Westen mit seinen eigenen Mitteln zu vernichten.“

Ein hochrangiger CAIR-Vertreter sagte sogar, dass der Islam die bestimmende Moral in diesem Land sei, obwohl diese Organisation ein nicht angeklagter Mitverschwörer im “Holy Land Foundation“ Prozess war . Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten CAIR als Terrororganisation eingestuft. Aber in Amerika werden sie ins Weiße Haus eingeladen. Mein Kopf drehte sich.

Währenddessen wollten die Iraner ihre Regierung stürzen, doch Obama schaute bloß weg. Aber als die Ägypter die Muslimbruderschaft aus der Regierung drängen wollten, stellte Obama klar, dass er sie im Amt belassen wollte. Die ganze Situation wurde mit jedem Moment seltsamer und unheimlicher.

Und dann waren da noch dieser Taxifahrer und mein Gewissen. Konnte ich wirklich den Film machen, den ich machen wollte? Also traf ich mich noch einmal mit den Unterstützern meines Films, um eine andere Richtung der Geschichte vorzuschlagen. Und das lief gar nicht gut.

Ich erzählte ihnen, dass ich ernsthaft besorgt war, dass wir völlig falsch liegen. Ich sagte, dass ich glaube, dass die Gegner der Moschee sich nicht sehr geschickt ausdrückten, aber dass sie im Prinzip recht hatten. Sie lagen falsch, was Jesus als den einzigen Erlöser und die kommende Endzeit angeht, aber sie hatten dennoch recht, was die islamische Bedrohung anging.

Weiterlesen „Interview mit Eric Allen Bell“

„Christen zahlen Preis für die Politik des Westens“

Foto: pa/dpa/MAXPPP Christliche Flüchtlinge aus der Nähe der irakischen Stadt Mossul suchen in einer Kirche in Kurdistan Zuflucht
Das Eingreifen des Westens im Syrien-Konflikt erhöht die Gefahr für die Christen in der Region, befürchtet der libanesische Patriarch Beschara Rai. Er weiß, wie Muslime dieses Engagement einschätzen.

Von Jonas Krumbein|DIE WELT

Die Maroniten sind die größte christliche Gemeinschaft im Libanon. Das religiöse Oberhaupt der mit Rom verbundenen Kirche, Patriarch Beschara Rai, spielt traditionell eine wichtige Rolle in der Politik des kleinen Landes, das fast zwei Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen hat.

Frage: Sie haben einmal gesagt, die arabische Welt brauche die Christen. Was können die Christen zu einer guten Zukunft Syriens beitragen?

Beschara Rai: Für Syrien, Irak, Libanon und Jordanien ist die Präsenz der Christen unverzichtbar. Egal, welches politische System herrscht, die Kirche hat ihre eigene Mission zu erfüllen. Sie bleibt, während die politischen Systeme wechseln. Die Kirche ist vom politischen System abhängig, aber sie muss immer im Interesse des Friedens arbeiten. Die Kirche ist seit mehr als 2000 Jahren im Nahen Osten präsent. Wir haben mit den Muslimen eine gemeinsame Kultur errichtet, ihnen christliche Werte weitergegeben und Werte von ihnen empfangen.

weiterlesen

Streitgespräch: „Kein Islam ohne Islamismus“

„Der Koran steckt voller innerer Widersprüche“ picture alliance
Ist der Islam friedlich oder stiftet er zur Gewalt an? Über diese Frage streiten sich der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad und die Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Lamya Kaddor

Das Interview führten Alexander Kissler , Alexander Marguier|Cicero

LAMYA KADDOR legte gemeinsam mit Michael Rubinstein „So fremd und doch so nah – Juden und Muslime in Deutschland“ vor. Sie schrieb auch „Muslimisch, weiblich, deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“ und gab, gemeinsam mit Rabeya Müller, einen „Koran für Kinder und Erwachsene“ heraus. Sie ist Gründungsmitglied und Erste Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes e. V. und lehrte am „Centrum für Religiöse Studien“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

HAMED ABDEL-SAMAD gab im Juli 2014 bekannt, dass er Deutschland nach 19 Jahren verlassen werde: „Deutschland wird immer ungemütlicher für Menschen wie mich. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Warnung. Ja, ich bin müde geworden und kann den Druck nicht mehr aushalten.“ Im Sommer 2013 erließ ein ägyptischer Geistlicher einen Mordaufruf nach einem islamkritischen Vortrag Abdel-Samads in Kairo. Der Autor ( u. a. „Der islamische Faschismus“, „Mein Abschied vom Himmel“) habe den Propheten beleidigt

Herr Abdel-Samad, sind Sie eigentlich noch Muslim?
Hamed Abdel-Samad: In einem konfessionellen Sinn gewiss nicht, kulturell schon eher. Ich habe mir den Islam nicht ausgesucht, aber er fließt gewissermaßen durch meine Adern. Ich bekomme ihn nicht los.

Ist es denn überhaupt möglich, aus dem Islam auszutreten?
Lamya Kaddor: Das kommt auf die Perspektive an und wie man einen solchen Austritt versteht. Viele islamische Theologen bejahen dieses Recht, andere lehnen es ab.
Abdel-Samad: Das ist typisch für den Islam. Man findet immer jemanden, der haarklein begründet, warum eine Sache so und nicht anders sein müsse – und man findet jemanden, der das Gegenteil ebenso islamisch begründet.
Kaddor: In allen Religionen gibt es verschiedene Interpretationen. Das ist nichts Besonderes.
Abdel-Samad: Nur der Islam aber tritt mit dem Anspruch auf, er sei das letzte und endgültige Wort Gottes. Wenn Gott im Koran ein für alle Mal gesprochen haben soll, muss ich erwarten können, dass er sich eindeutig äußert. Das tut er aber nicht. Der Koran steckt voller innerer Widersprüche. Sie bilden den Keim für die blutigen innerislamischen Schlachten, die unmittelbar nach Mohammeds Tod begonnen haben. Ein Gott, der so etwas wollen kann, wäre ein Psychopath.
Kaddor: Geht es auch ohne Polemik? Wir müssen uns schon die Mühe machen zu differenzieren. Der Koran fordert dazu auf, selbst nachzudenken.
Abdel-Samad: Wenn mich mein Nachdenken aber dazu verleitet, den Islam verlassen zu wollen, hört der Spaß sofort auf.

weiterlesen

Merkels weinendes Flüchtlingskind: Wie Reem zum Spielball wurde

Eine Szene, die die Welt bewegte: Angela Merkel und Reem. Bild: NDR
Ihre Tränen vor der Kanzlerin rührten das Land – bis ein „Welt“-Journalist dem palästinensischen Mädchen Reem Sahwil Sätze zu Israel entlockte. Seitdem tobt ein Streit: Die Zeitung sieht sich mit einer drohenden Schadenersatzklage konfrontiert und hat Reems Aussagen auf der Webseite gelöscht.

Von Mirjam Fischer|Cicero

Die Nachfrage nach Interviews sei nach wie vor hoch. Doch wer was wann und wo veröffentlichen wird, bestimmt jetzt ein Berliner Advokat. „Die Einzelheiten wird mein Rechtsanwalt klären“, zitiert er die 14-Jährige in einer Pressemitteilung. So soll etwa der gescheite Teenager, der fließend deutsch spricht, Journalisten nur noch etwas sagen dürfen, wenn ein Dolmetscher anwesend ist. Hans-Eberhard Schultz hat sich Reem Sahwil angenommen. Da war sie schon berühmt. Der Rummel habe in den vergangenen Wochen viel Energie gekostet, sagte Schultz der Deutschen Presse-Agentur. Und dass er jetzt „Ruhe in die Sache bringen“ wolle.

Die Sache. Die hat mit einem Artikel in der „Welt am Sonntag“ (WamS) und mit ihrem Chefreporter zu tun, der im Juli „zu Besuch bei Reem“ war. „So sieht das berühmte Flüchtlingsmädchen die Welt“, titelte er die Home-Story aus dem Rostocker Plattenbau. Wobei Reem kein Flüchtling aus einem aktuellen Krisengebiet ist. Sie kam aus dem Palästinenserlager Jalil im Libanon bei Baalbek, wo die Hisbollah regiert und Terroristen rekrutiert werden, auch für den „Islamischen Staat“. Das Lager wurde 1948 von Arabern gegründet, die aus Israel geflohen sind.

weiterlesen

Iran soll Unterstützung für Hamas und Hisbollah einstellen

Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
US-Außenminister Kerry: „Wir werden genau hinschauen.“ Auch auf den IS im Gazastreifen?

Von Oliver Eberhardt|TELEPOLIS

Auf den Straßen Teherans ist die Stimmung in diesen Wochen gelöst: Mit Begeisterung, in freudiger Erwartung sprechen die Menschen vom Atomabkommen, und noch viel mehr als das, von dem, was man sich davon erwartet.

Denn in Teheran sprechen ausländische und einheimische Manager über gigantische Deals; dabei kann man dem anderen noch nicht einmal so ohne weiteres Geld überweisen. Geld, das außerdem nicht da ist: Die Infrastruktur ist marode, die Wirtschaft am Ende. Wie es in der Staatskasse aussieht, darüber schweigt die Regierung.

Viel lieber spricht man über den Erfolg: Die Mitglieder der Verhandlungsdelegation werden im Narrativ des offiziellen Iran zu Helden hochstilisiert, die es geschafft haben, das Atomprogramm, wenn auch in Grenzen, aufrecht erhalten zu können.

Zeitdruck auf dem Deal durch möglichen Führungswechsel in Iran

Die Atomverhandlungen seien zuletzt auch ein Rennen gegen die Zeit gewesen, so ein amerikanischer Diplomat aus dem Umfeld der Verhandlungen: Vieles deutet darauf hin, dass der 76jährige Khamenei schwer erkrankt ist; ein Führungswechsel steht bevor. Und im Ausland befürchtet man, dass dem ein langer Machtkampf voraus gehen könnte: Schon jetzt stehen die Hoffnungsvollen Schlange.

Hätte sich das Ganze hingezogen, wäre man mit großer Wahrscheinlichkeit in eine Situation geraten, in der sich durch den Führungswechsel im Iran alles geändert hätte; gleichzeitig hätten auch die Befürworter eines harten Kurses gegen den Westen zunehmend die Oberhand gewonnen.

weiterlesen

Ägyptens Ex-Präsident Mursi zum Tode verurteilt

Ex-Präsident Mohammed Mursi wurde in Ägypten zum Tode verurteilt. / Bild: (c) REUTERS
Mursi soll mit Hamas und Hisbollah einen Gefängnisausbruch geplant haben. Neben Mursi wurden mehr als hundert Personen zum Tod verurteilt.


Die Presse

Knapp zwei Jahre nach seinem Sturz durch die Armee hat ein Gericht in Ägypten den islamistischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi wegen Spionage zum Tode verurteilt. Der Islamist soll sich demnach Anfang 2011 mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah verschworen haben, um einen Gefängnisausbruch zu organisieren. Laut CNN muss der Großmufti das Todesurteil noch bestätigen.

weiterlesen

Vom Terroristen zum Evangelisten: Hisbollah-Gründer: «Millionen Muslime sind auf der Suche»

Daniel Shayesteh, Bild: jesus.ch
32 Jahre lang lebte Daniel Shayesteh im islamischen Extremismus und Terrorismus. Doch als er begann, für seine Doktorarbeit die Religionen zu vergleichen, war er von den Ergebnissen schockiert. Heute ist Shayesteh überzeugter Christ und warnt Christen vor dem Islam.


jesus.ch

«Oft habe ich geschrien: ‚Allah, ich will Christen töten, ich will Juden töten!‘ Wir planten viele Sachen, böse Sachen gegen die christliche Welt, schreckliche Dinge gegen die jüdische Welt. … Nur durch Gottes Gnade bin ich hier.» So beginnt das Zeugnis von Daniel Shayesteh.

Bereits als Kind ist Daniel berühmt: Er kann schon mit neun Jahren muslimische Rituale durchführen und den Koran aufsagen. So wird er als einziger von seinen elf Geschwistern und Halbgeschwistern ausgesucht, um eine Koranschule zu besuchen. Bald erlangt er höhere Machpositionen unter den islamischen Extremisten im Iran. Gemeinsam mit zwei anderen gründet er die Hisbollah im Iran als revolutionäre Armee, welche 1979 in der Islamischen Revolution Mohammad Reza Schah aus dem Land jagt. Shayesteh wird politischer Leiter und hilft, im Land die Scharia durchzusetzen.

weiterlesen

Einkreisungsängste in Riad

Kingdom Centre, Riad, Saudi-Arabien, 2007. Foto: BroadArrow/CC BY-SA 3.0
Mit Pakistan, Ägypten und der Türkei versucht Saudi-Arabien eine sunnitische Allianz gegen Iran aufzubauen. Probelauf ist die Allianz gegen die jemenitischen Houthi-Rebellen


Von Martin Hoffmann|TELEPOLIS

Im saudischen Königshaus hat man sich schon seit Monaten auf eine Einigung in den Atomverhandlungen zwischen den westlichen Mächten und dem Iran vorbereitet – und hinter den Kulisse an einer Achse zur Eindämmung des Rivalen gearbeitet. Doch die Allianz mehrheitlich sunnitischer Staaten droht nicht nur den Jemen in einen offenen Bürgerkrieg zu stürzen, sondern auch die konfessionelle Polarisierung der Region noch weiter zu verschärfen.

Aus der Perspektive des saudischen Königshauses war die Machtübernahme der Houthi-Rebellen im Jemen nur die Spitze des Eisberges. Schon seit geraumer Zeit sieht sich das saudische Königshaus von wachsendem iranischen Einfluss umzingelt. Im nördlichen Nachbarland Irak unterhält die schiitisch dominierte Regierung trotz der Kooperation mit der internationalen Koalition gegen IS auch gute Beziehungen nach Teheran. Einheiten der iranischen revolutionären Garden kämpfen dort aufseiten der schiitisch dominierten irakischen Armee gegen die Milizen des IS (Irak: „Erst Tikrit, dann Mosul und Falludscha“) – und werden dadurch indirekt zu Verbündeten des Westens.

Aus saudischer Perspektive ist dabei keinesfalls gegeben, wer von beiden das kleinere Übel ist. Auch wenn die Dschihadisten auch die Monarchien am Golf auf ihrer Feindesliste führen, scheint der wachsende Einfluss des Irans die Herrscher in Riad stärker zu verunsichern als die visuell aufbereiteten Blutorgien des IS.

weiterlesen