Evangelikale Privatschulen: Wo Gottes Wort weiterhin Pflicht ist

Ein Kreuz in einer Sekundarschule im Kanton St. Gallen. Evangelikale Privatschulen sind weniger zurückhaltend mit ihren Botschaften. (Bild: Dominic Steinmann / NZZ)
Im 19. Jahrhundert entreisst der liberale Staat die Volksschule den Kirchen und macht sie zum Instrument der Integration. Katholiken und Reformierte gründen daraufhin eigene Schulen. Heute dominieren Evangelikale die religiöse Szene.

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Die Gretchenfrage ist unvermeidbar: Wie hält es Ihre Privatschule mit der Sexualität? Eric Flurys Antworten bleiben vage. Die Eltern nähmen an Weiterbildungen teil, damit sie die sexuelle Entwicklung ihrer Kinder besser verstehen und sie in der Identitätsfindung begleiten könnten. Und die Homosexualität? Die Schule befasse sich nun mit dem Sexualunterricht und werde die Sichtweise definieren. Auf jeden Fall werde die Freiheit der Jugendlichen respektiert, ihre sexuelle Orientierung zu bestimmen, schiebt Flury nach.

Flury ist Leiter der Schulkooperative, einer christlichen, bibelfundierten Privatschule in Biel und Thun mit über hundert Schülerinnen und Schülern. Sie ist vom Kanton Bern anerkannt. Flury, der an einer Dissertation zur evangelischen Lehrerbildungsgeschichte arbeitet, lebt offensichtlich für seine Schule. Er berichtet von der engagierten Zusammenarbeit der Lehrerinnen mit den Eltern, von Theateranlässen, die von einigen hundert Jugendlichen der Volksschule besucht werden, von Sozialeinsätzen der Schüler «bei Leuten mit Migrationshintergrund». Die öffentliche Schule spreche über Religion, sagt Flury, die Schulkooperative aber praktiziere den Glauben. Das Gebet ist Teil des Unterrichts.

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Skandal um Priesterausbilder: Entsetzen über Woelkis halbherzige Distanzierung

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

An der katholischen Basis in Köln wachsen Ärger und Unverständnis für die Haltung ihrer Kirche zur Homosexualität. Die Pfarrgemeinderäte (PGR) in Köln seien „entsetzt“ über die Aussagen des Kölner Priesterausbilders Pater Romano Christen, der Homosexualität als heilbaren psychischen Defekt und Beziehungsstörung bewertet hatte, teilte der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, mit.

Von Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Genauso entsetzt zeigten sich die PGR-Vorsitzenden über die Entscheidung von Kardinal Rainer Woelki, Christen als Leiter des Collegium Albertinum in Bonn im Amt zu belassen. „Es ist nicht vermittelbar, dass jemand, der eine solche Einstellung hat wie Pater Romano, für die Ausbildung von jungen Priestern verantwortlich bleiben kann“, so Stiels.

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Erzapostel Woelki spricht Priesterausbilder sein Vertrauen aus

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Ein Priesterausbilder im Erzbistum Köln hatte Homosexualität unter anderem als „therapierbar“ bezeichnet und so für Schlagzeilen gesorgt. Dafür gab es Kritik von Kardinal Rainer Maria Woelki. Dennoch sprach er ihm nun sein Vertrauen aus.

katholisch.de

Kardinal Rainer Maria Woelki hat dem Direktor des Bonner Theologenkonvikts Collegium Albertinum, Pater Romano Christen, nach dessen umstrittenen Aussagen zum Thema Homosexualität sein Vertrauen ausgesprochen. „Wir alle machen Fehler, ich auch, und es ist wichtig, dass ein einzelner Fehler nicht alles andere überschattet. Pater Romano leistet im Collegium Albertinum wertvolle Arbeit, für die ich ihm ausdrücklich gedankt habe“, sagte der Kölner Erzbischof am Montag nach einem „ausführlichen Gespräch“ mit dem Priesterausbilder in Köln.

Kritik von katholischen Laien und Theologen

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte vor eineinhalb Wochen über einen Vortrag Christens berichtet, in dem dieser vor Studierenden seines Hauses unter anderem erklärt hatte, dass Homosexualität nicht angeboren sei, sondern „Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung“.

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Homosexualität sei therapierbar und gleichgeschlechtliche Liebe eine „narzisstische Suche“ nach Männlichkeit

Bild: © photo_mts/Fotolia.com (Symbolbild)
Homosexualität sei therapierbar und gleichgeschlechtliche Liebe eine „narzisstische Suche“ nach Männlichkeit, die man selbst nicht fühle: Ein Priesterausbilder des Erzbistums Köln erntet für seine Aussagen scharfe Kritik.

katholisch.de

Ein Priesterausbilder des Erzbistums Köln ist wegen eines Vortrags zu Homosexualität in die Kritik geraten. Der Direktor des Bonner Theologenkonvikts Collegium Albertinum, Pater Romano Christen, vertrat vor Studenten die Position, dass Homosexualität nicht angeboren sei, sondern „Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) berichtete. Es gebe Therapien dagegen, die aber nicht immer erfolgreich seien. Männer mit „tief sitzender homosexueller Tendenz“ könnten daher nicht geweiht werden, wie es auch in vatikanischen Instruktionen festgelegt sei.

In dem auch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegenden Vortrag heißt es unter anderem weiter, auch wenn bei homosexueller Liebe Romantik mitspiele, gehe es „weniger um die reale Begegnung mit einem Du“. Vielmehr handele es sich um eine „narzisstische Suche“ eines Betroffenen nach Männlichkeit, die er selbst nicht fühle.

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Ärztin: Sperma-fressender Analwurm ist Grund für Homosexualität

Mariam Al-Sohel beweist, dass Menschen auch mit Doktortitel nicht besonders gescheit sein müssen
Eine kuwaitische Ärztin behauptet, Homosexualität mit guter Ernährung (Karotten und Zwiebeln) sowie einem selbst entwickelten Zäpfchen „heilen“ zu können.

QUEER.DE

Die kuwaitische Ärztin Dr. Mariam Al-Sohel hat im März in einem Fernsehinterview erklärt, dass ein von ihr entwickeltes Zäpfchen Homosexualität heilen kann. Das berichtet die in Washington beheimatete Nichtregierungsorganisation „Middle East Media Research Institute“ (MEMRI), die Medien im Nahen Osten analysiert. MEMRI veröffentlichte am Dienstag in sozialen Netzwerken einen Teil des Interviews Al-Sohels mit dem kuwaitischen Privatsender Scope TV mit englischen Untertiteln.

Demnach erklärte die Ärztin, sie habe „therapeutische Zäpfchen“ entwickelt, die glechgeschlechtliches sexuelles Verlangen drosseln könnten – und zwar von „Jungs des dritten Geschlechts sowie vom vierten Geschlecht, also maskuline Lesben“. Die Heilung werde durch „prophetische Medizin“ hervorgerufen, die auf dem Koran basiere.

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Die Angst vor Homosexuellen-Lobby und Sexualkundeunterricht treibt Polens Regierung um

Gegen Sexualkundeunterricht: Jaroslaw Kaczynski, der Chef der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). (Bild: Michal Ryniak / Reuters)
Seit der oppositionelle Warschauer Bürgermeister eine LGBT-Charta unterzeichnet hat, haben sich in Polen die Wellen der Entrüstung nicht mehr gelegt. Die rechtsnationale Kaczynski-Regierung hat inzwischen die Themen Homosexualität und Sexualkundeunterricht zu einem Kernthema der politischen Auseinandersetzung gemacht. Im Herbst stehen Parlamentswahlen an.

Paul Flückiger | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein bescheidener Akt im Warschauer Rathaus, der zuerst fast nur von interessierten Kreisen beachtet wurde. Mitte Februar unterzeichnete der neue Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski von der liberalen Bürgerplattform (PO) die sogenannte LGBT-Charta. Der zweifache Familienvater bedankte sich damit auch für die Unterstützung homosexueller Kreise bei den Lokalwahlen vom Oktober 2018. Die Charta sieht die Schaffung einer Stelle eines LGBT-Verantwortlichen im Rathaus, mehr Mitspracherecht bei der städtischen Kulturförderung, ein eigenes Kulturzentrum und die Eröffnung einer Notaufnahmestelle für Homosexuelle vor. Dazu versprach Trzaskowski, Schritte einzuleiten, damit auf dem Gebiet der Stadt Warschau künftig in den Schulen ein Sexualkundeunterricht gemäss den Normen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2010 garantiert werden könne.

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Theologen: Kirche hat Forschung jahrzehntelang ignoriert

Bild: © dpa/Rolf Vennenbernd
Der Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche bis ins Mark. In Lingen haben die deutschen Bischöfe einen „synodalen Weg“ beschlossen, um mit Reformen aus der Krise zu kommen. Dazu haben sich jetzt eine Reihe von Theologen geäußert.

Von Gottfried Bohl  | katholisch.de

Braucht es eine neue Theologie nach dem Missbrauchsskandal? Diese Frage lässt die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag) von etlichen deutschsprachigen Theologen beantworten. Allesamt Wissenschaftler, die tatsächliche und spürbare Veränderungen fordern.

Anders als etwa der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der in einem Grundsatzbeitrag für die „Tagespost“ argumentiert hatte, das Heil der Kirche liege vor allem in der Rückbesinnung auf Christus und seine Lehre. Sie könne sich, egal wie groß medialer Druck und öffentliche Erwartungen auch sein mögen, „keine Veränderungen ihrer Lehre abtrotzen lassen, wenn diese dem Geist des Evangeliums widersprechen“.

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Wucherpfennig: „Tabuisierung von Homosexualität aufheben“

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Bei einer Podiumsdiskussion von vier Theologen ging es ums Ganze: Welche Rolle werden Kirche und Religion künftig spielen? Neben dem Jesuiten Ansgar Wucherpfennig antworteten auch Generalvikar Klaus Pfeffer und die Theologin Johanna Rahner.

Von Stefanie Ball | katholisch.de

Es ist eine klassische Frage im Bewerbungsgespräch: „Wo sehen Sie sich in 20 Jahren?“ Am Donnerstagabend im Haus am Dom in Frankfurt bezieht sie sich auf die katholische Kirche, die – schwer angeschlagen nach dem Missbrauchsskandal – in eine ungewisse Zukunft blickt. Denn eine Zuhörerin möchte wissen: „Wo sehen Sie die Kirche in 20 Jahren?“

In der Antwort sind sich die vier Diskutanten auf dem Podium – der Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, Ansgar Wucherpfennig, der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, der Chefredakteur der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“, Johannes Röser, und die Dogmatikerin Johanna Rahner aus Tübingen – überraschend einig: Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus.

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Dodo Müller und die Frage gottgewollter Homosexualität

Gerhard Ludwig Müller links im Bild. Bild: bb
In einem Interview sagte Kardinal Gerhard Ludwig Müller jüngst, „dass kein Mensch gottgewollt als Homosexueller geboren wird, wir werden geboren als Mann oder Frau.“ Bei dem Mainzer Moraltheologen Stephan Goertz wirft diese Äußerung viele Fragen auf, wie er in seinem Gastbeitrag schreibt.

Von Stephan Goertz | katholisch.de

Auf die Frage, ob Papst Franziskus zu viel rede, antwortet Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Gespräch mit dem Spiegel-Redakteur Walter Mayr, dass Zurückhaltung „in weltlichen Fragen“ wünschenswert wäre. Ein päpstliches Wort zu diesen oder jenen Einzelaspekten weltlicher Dinge sei so viel wert wie das Urteil eines jeden Bürgers. Dem ist wohl zuzustimmen, denn über welche bessere Einsicht in weltliche Sachverhalte sollte ein geistlicher Würdenträger verfügen? Gefragt seien die kirchlichen Autoritäten hingegen in moralischen Angelegenheiten.

Angesprochen auf seine wiederholte Behauptung, zwischen sexuellem Missbrauch und Homosexualität gebe es einen Zusammenhang, äußert der Kardinal unter anderem als seine Meinung, „dass kein Mensch gottgewollt als Homosexueller geboren wird, wir werden geboren als Mann oder Frau.“

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Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Griechenland: Metropolit wegen Hetzschrift verurteilt

Nachtwache für den liberalen Metropoliten Pavlos in Chalkida. Foto: Wassilis Aswestopoulos
Der Metropolit von Kalavrita, Amvrosios, wurde am Montag vergangener Woche in zweiter Instanz, vom Drei-Mitglieder-Niederlassungsgericht von Aigio, zu einer auf drei Jahre Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt.

Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Das Gericht in der westgriechischen Kleinstadt auf dem Peloponnes befand ihn der Straftaten der öffentlichen Aufstachelung zu Gewalt oder Hass und des Missbrauchs kirchlicher Ämter schuldig. Der in erster Instanz zunächst frei gesprochene Kirchenfürst möchte dies nicht auf sich sitzen lassen, er zieht vor die nächste Instanz, den Areopag.

Ein Metropolit auf seinem persönlichen Kreuzzug

Angeklagt war Amvrosios wegen einer Hetzschrift, die er am 4. Dezember 2015 unter dem Titel „Abschaum der Gesellschaft! Reden wir Klartext: spuckt auf sie!“ auf seinem Internetblog gegen Homosexuelle und Transsexuelle veröffentlicht hatte. Der Metropolit hatte die betreffende Bevölkerungsgruppe zu einer Art Vogelfreie erklärt und es zur Pflicht der Gläubigen erklärt, diese zu verfolgen.

Nach dem verschärften Antirassismusparagraphen des griechischen Strafrechts hat Amvrosios damit eine Straftat begangen. In dessen Schrift stand unter anderen:

Homosexualität ist eine Entartung von den Naturgesetzen! Es ist ein soziales Verbrechen! Es ist eine Sünde! Diejenigen, die sie entweder erleben oder tolerieren, sind keine normalen Menschen! Sie sind Abschaum der Gesellschaft, Nun, auf diese elendigen sollt ihr spucken! Verachtet sie! Schwärzt sie! Sie sind nicht menschlich! Sie sind Gräuel der Natur!
Amvrosios, Metropolit von Kalavrita

Amvrosios wurde daraufhin von neun Aktivisten der LGBTQ+ Bewegung in Berufung auf Artikel 1 des Gesetzes 4285/2014 angezeigt.

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Die Mode Christentum

Einst galt er als liberal, jetzt hält Papst Franziskus Homosexualität für eine „Mode“. Das ist geschichtsvergessen und populistisch.

Von Tim Caspar Boehme | taz.de

In einem Interview bezeichnet Papst Franziskus Homosexualität als „Mode“. Allerdings ist diese älter als die Institution, deren Oberhaupt er ist.

Er scheint sich im Halbjahresrhythmus zu Fragen der geschlechtlichen Orientierung äußern zu wollen – oder zu müssen. Im Sommer erst hatte Papst Franziskus den Eltern dieser Welt den wohl gut gemeinten Rat mit auf den Weg gegeben, ihre Kinder, sollten sie homosexuelle Neigungen zeigen, zum Psychiater zu schicken. Damit wusste er sich in guter Gesellschaft mit den für ihre homophoben Ansichten bekannten Evangelikalen. Anschließend revidierte er seine Aussage.

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Pappa Franz nennt Homosexualität Modeerscheinung: «Im geweihten Leben und im priesterlichen Leben hat diese Art von Zuneigung keinen Platz»

Papst Franziskus ist besorgt und möchte keine Homosexuellen in priesterlichen Seminaren oder religiösen Orden.

Neue Zürcher Zeitung

Papst Franziskus ist wegen Homosexueller in der Kirche in Sorge. «In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche», sagte er in einem Interview auf Spanisch, das am Montag in einem Buch veröffentlicht werden soll. Homosexuelle Menschen im Klerus und in Priesterseminaren bereiteten ihm Sorgen, es sei eine «sehr ernste Angelegenheit». Personen mit «dieser tiefverwurzelten Tendenz» sollten seiner Meinung nicht in Seminaren oder zu religiösen Orden zugelassen werden.

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Die Gefahr von innerkirchlichen Konflikten

Der Schlagabtausch zwischen Kardinal Müller und Pater Mertes zeigt, wie tief die Gräben innerhalb der Kirche sind. Die Öffentlichkeit mit der die Auseinandersetzung geschieht, ist nicht immer gut, warnt Volker Resing. Und verweist auf den Islam.

Von Volker Resing | katholisch.de

Was hat die Islamkonferenz mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller zu tun? Die Konflikte innerhalb von Glaubensgemeinschaften lassen sich nicht mehr so einfach wegdrücken, das Moderieren von Zusammenhalt und Ausgleich wird in einer pluralen und säkularen Gesellschaft schwieriger. Es braucht neue Formen des Aushandelns und die Akzeptanz von Bandbreite. Müller hatte dem Jesuitenpater Klaus Mertes „besinnungslosen Zorn“ vorgeworfen und dessen „dreiste Beschimpfungen“ zurückgewiesen. Mertes wiederum hatte zuvor Aussagen Müllers zur Kirchenkrise als „zum Dogma geronnenen klerikalen Dünkel“ bezeichnet.

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Dodo Müllers zum „Dogma geronnene klerikale Dünkel“

Gerhard L. Müller links im Bild
Homosexualität und Atheismus: Für Kardinal Gerhard Ludwig Müller sind das die beiden Auslöser für die aktuelle Krise der Kirche. Der Jesuit Klaus Mertes nennt dessen Aussagen nicht nur „unglaublich dreist“. Er gibt Müller und „seinesgleichen“ auch einen Tipp für die Zukunft.

katholisch.de

Der Jesuit Klaus Mertes hart scharfe Kritik an Kardinal Gerhard Ludwig Müller geübt. Die jüngsten Aussagen des Kardinals zur Kirchenkrise seien der „zum Dogma geronnene klerikale Dünkel“, der der Schlüssel zum Gesamtproblem Missbrauch ist, so Mertes am Freitag im Interview mit katholisch.de. Müller hatte in einem Interview unter anderem gesagt, dass Laien nicht über Bischöfe urteilen könnten.

Auch auf die Aussage Müllers, dass sich die Kirche im Hinblick auf die Missbrauchsfälle mit der praktizierten Homosexualität auseinandersetzen müsse, griffe der Jesuit auf. Es gebe eine Fraktion, die den Homosexuellen die Schuld geben wolle, so Mertes.

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Apostel Overbeck will katholische Sexualmoral weiterentwickeln

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Was ist von der katholischen Sexualmoral noch gültig – und was nicht mehr? An dieser Frage komme die Kirche heute nicht mehr vorbei, mahnt Essens Bischof Franz-Josef Overbeck. Vor allem mit Blick auf Homosexuelle fordert er ein Umdenken.

katholisch.de

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat sich für eine „Weiterentwicklung“ der katholischen Sexualmoral ausgesprochen. Die Kirche müsse die Frage beantworten, was Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften zu Homosexualität, zu Gender-Fragen oder zu den Rollen von Mann und Frau für die Theologie bedeuten, sagte Overbeck in Mülheim, wie das Bistum Essen am Montag mitteilte. Mit Blick auf homosexuelle Menschen forderte der Bischof, sie dürften in keiner Weise diskriminiert werden.

Die Kirche habe in der Vergangenheit versucht, „verloren gegangene politische Macht durch die Moral zu retten“, sagte der Bischof.

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Das Schweigen zu Viganòs Vorwürfen schadet Papst und Kirche

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus schadet sich selbst und der Kirche, wenn er auf Erzbischof Viganòs Vorwürfe nicht antwortet. Homosexualität ist ein Faktor in der Missbrauchskrise.

kath.net

Die katholische Kirche muss selbst in der Lage sein, klerikale Missbrauchsfälle aufzuklären. Diese Aufgabe darf nicht auf die weltliche Justiz beschränkt bleiben. Dies ist eine der wesentlichen Aussagen der Sendung „World Over“ des katholischen Senders EWTN von 25. Oktober.

Moderator Raymond Arroyo diskutierte mit Robert Royal, dem Chefredakteur von The Catholic Thing und Gerald Murray, einem Kirchenrechtler und katholischen Priester der Erzdiözese New York.

Murray kritisierte, dass noch immer kein kirchlicher Prozess gegen den ehemaligen Kardinal Theodore McCarrick durchgeführt worden sei. Er sei bereits im Juni glaubwürdig beschuldigt worden, einen Ministranten in der St. Patricks Kathedrale in New York sexuell belästigt zu haben.

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Gibt es Gene für Homosexualität?

Eine einfache Erklärung für die gleichgeschlechtliche Liebe gibt es nicht. (Foto: dpa)
  • Lange Zeit dachte man, dass bestimmte Gene über die sexuelle Orientierung bestimmen.
  • Doch die Analyse der Daten von Hunderttausenden Menschen zeigt, dass weder ein einziges Gen noch eine einzelne genetische Region eines Menschen darüber entscheidet, wie er liebt.
  • Solche Studien werfen zugleich die Frage nach dem Missbrauch solcher Informationen auf.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche Zeitung

Als der kanadische Aidsforscher Dean Hamer 1993 an die Öffentlichkeit trat, schien die große Frage endlich geklärt: Wenn Männer Männer liebten, hatten sie sich das nicht ausgesucht, es war ihr erbliches Schicksal. Wie Hamers Studie damals zeigen sollte, war auf dem X-Chromosom seiner Probanden fast immer eine spezielle Gruppe von Genen zu finden, noch dazu auf einem der Geschlechtschromosomen. Kurzum: Wer schwul liebte, war „born this way“ – so geboren.

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Genetiker wehren sich gegen rassistische Missinterpretationen

youtube / cabrini greenz US-Neonazis demonstrieren auf einem Video, dass sie Milch trinken und Laktose verdauen können
Die Fachtagung der US-Humangenetiker brachte eine ungewöhnliche Erklärung – und neue genetische Aufschlüsse über Homosexualität

derStandard.at

Viel dümmer geht es kaum, obwohl die Aktion eigentlich das genaue Gegenteil demonstrieren sollte: US-Neonazis feiern ihre „rassische Besonderheit“, indem sie kollektiv literweise Milch in sich hineinkippen. Die Fähigkeit, Laktose zu verdauen, sei – so die Behauptung der Nazi-Milchbubis – ein identitätsstiftendes Merkmal der „weißen Rasse“, was zudem deren Überlegenheit zeige.

Zu dieser Eingebung kamen die Rechtsextremisten vermutlich durch einen wissenschaftlichen Artikel, der die evolutionäre Geschichte der Laktoseverträglichkeit nachzeichnet – jedenfalls legt das eine Nachricht in den sozialem Medien nahe, die aus diesen Kreisen stammt. Zudem fordert dieser Eintrag dazu auf, dass Menschen afrikanischen Ursprungs wegen ihrer Laktoseunverträglichkeit die USA verlassen sollten.

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Generalvikar: Homosexualität nicht Hauptgrund für Missbrauch

Der Münchner Generalvikar Peter Beer hat erneut eine gründliche Beschäftigung mit den Ursachen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche angemahnt. Er wendet sich gegen die These, Homosexualität sei der Hauptgrund. 

DOMRADIO.DE

Zur Krise für die Kirche als Ganzes sei es dadurch geworden, wie Zuständige und Mitwisser mit ihm umgegangen seien, nämlich mit Verschweigen und Vertuschen, so Beer in einem Autorenbeitrag für die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag). „Wenn man also nach den Schuldigen der Krise sucht, dann sollte man bei denen beginnen, die die Täter stoppen und die (weitere) Taten hätten verhindern können“, so Beer.

In derselben Ausgabe der Zeitung schreibt der Churer Weihbischof Marian Eleganti, Sexualität und nicht Klerikalismus spiele die entscheidende Rolle bei den Übergriffen. Ohne eine homosexuelle Veranlagung auf Täterseite lasse sich nicht wirklich erklären, dass in den bisher veröffentlichten Reports wie zuletzt in Deutschland die Opfer übergriffiger Kleriker mehrheitlich männliche Kinder und Jugendliche gewesen seien. Zugleich sei „uns allen klar, dass Sexualität per se – egal ob homo- oder heterosexuell – integriert und beherrscht werden muss und kann“.

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